Bhuta Shuddhi mit dem Herzlotus nach dem Brihat Tantrasara
Bhuta Shuddhi mit dem Herzlotus nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, das eigene Selbst im Herzlotus mit dem höchsten Selbst zu verbinden.
Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.
Zweck und Voraussetzungen
Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.
Gewählte Form: Bhuta Shuddhi mit dem Herzlotus. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.
Vorbereitung und Materialien
Ein ungestörter Sitz und die bereits erlernte Atem- und Visualisierungspraxis. Für diese innere Handlung werden keine zusätzlichen äußeren Opferstoffe angesetzt.
Vorsatz: Formuliere vor Beginn bewusst die Absicht dieser Durchführung. Ein kurzer deutscher Vorsatz genügt als redaktionelle Orientierung: Du vollziehst dieses Ritual in Hingabe an die genannte Gottheit beziehungsweise zur beschriebenen Weihe. Eine traditionelle Sanskrit-Sankalpa-Formel wird nur dort rezitiert, wo sie in der eigenen Überlieferung vollständig bestimmt ist.
Durchführung
Richte dich auf die im Text beschriebenen Zentren aus. Vollziehe die Auflösung und Wiederentfaltung der Elemente in der angegebenen Reihenfolge; schließe mit der Rückkehr der göttlichen Lebenskraft ins Herz.
Besonderer Praxisumfang und Darbringungen
Handlung und Bedeutung (P2-0053):
In der Puraścaraṇacandrikā: Oder Elementreinigung auf andere Weise: Man meditiere über den eigenen Herzlotus, aus der Knolle Dharma hervorgegangen, mit dem schönen Stängel Erkenntnis, acht Blättern Herrschaftskraft und höchster Leidenschaftslosigkeit als Zentrum, vom Praṇava erleuchtet. Im Zentrum vergegenwärtige man das individuelle Selbst als kleine Lampenflamme; am Wurzelort denke man Kuṇḍalinī und verbinde durch die Suṣumṇā das eigene Selbst mit dem höchsten Selbst.
Sanskrit zur Handlung:
puraścaraṇacandrikāyām:
athavānyaprakāreṇa bhūtaśuddhirvidhīyate |
dharmakandasamudbhūtaṃ jñānanālasuśobhanam |
aiśvaryāṣṭadalopetaṃ paraṃ vairāgyakarṇikam |
svīyahṛtkamalaṃ dhyāyetpraṇavena prakāśitam |
kṛtvā tatkarṇikāsaṃsthaṃ pradīpakalikānibham |
jīvātmānaṃ hṛdi dhyātvā bhūle saṃñcintya kuṇḍalīm |
ṣuṣumnāvartmanātmānaṃ paramātmani yojayet
|| 52 ||
Abschluss
Beende die im gewählten Verfahren vorgeschriebene letzte Handlung, sammle dich und verneige dich innerlich vor Guru und Gottheit. Wo der Quellentext eine besondere Übergabe, Entlassung oder Abschlussformel nennt, ist diese maßgeblich. Der kurze Moment stiller Dankbarkeit ist eine redaktionelle Praxisanregung.
Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung
Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.
P2-0053 · Originalnummer 52
puraścaraṇacandrikāyām:
athavānyaprakāreṇa bhūtaśuddhirvidhīyate |
dharmakandasamudbhūtaṃ jñānanālasuśobhanam |
aiśvaryāṣṭadalopetaṃ paraṃ vairāgyakarṇikam |
svīyahṛtkamalaṃ dhyāyetpraṇavena prakāśitam |
kṛtvā tatkarṇikāsaṃsthaṃ pradīpakalikānibham |
jīvātmānaṃ hṛdi dhyātvā bhūle saṃñcintya kuṇḍalīm |
ṣuṣumnāvartmanātmānaṃ paramātmani yojayet
|| 52 ||
In der Puraścaraṇacandrikā: Oder Elementreinigung auf andere Weise: Man meditiere über den eigenen Herzlotus, aus der Knolle Dharma hervorgegangen, mit dem schönen Stängel Erkenntnis, acht Blättern Herrschaftskraft und höchster Leidenschaftslosigkeit als Zentrum, vom Praṇava erleuchtet. Im Zentrum vergegenwärtige man das individuelle Selbst als kleine Lampenflamme; am Wurzelort denke man Kuṇḍalinī und verbinde durch die Suṣumṇā das eigene Selbst mit dem höchsten Selbst.
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.
P2-0053
पुरश्चरणचन्द्रिकायाम्:
अथवान्यप्रकारेण भूतशुद्धिर्विधीयते ।
धर्मकन्दसमुद्भूतं ज्ञाननालसुशोभनम् ।
ऐश्वर्याष्टदलोपेतं परं वैराग्यकर्णिकम् ।
स्वीयहृत्कमलं ध्यायेत्प्रणवेन प्रकाशितम् ।
कृत्वा तत्कर्णिकासंस्थं प्रदीपकलिकानिभम् ।
जीवात्मानं हृदि ध्यात्वा भूले संञ्चिन्त्य कुण्डलीम् ।
षुषुम्नावर्त्मनात्मानं परमात्मनि योजयेत्
॥ ५२ ॥
Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts
P2-0053
In der Puraścaraṇacandrikā: Oder Elementreinigung auf andere Weise: Man meditiere über den eigenen Herzlotus, aus der Knolle Dharma hervorgegangen, mit dem schönen Stängel Erkenntnis, acht Blättern Herrschaftskraft und höchster Leidenschaftslosigkeit als Zentrum, vom Praṇava erleuchtet. Im Zentrum vergegenwärtige man das individuelle Selbst als kleine Lampenflamme; am Wurzelort denke man Kuṇḍalinī und verbinde durch die Suṣumṇā das eigene Selbst mit dem höchsten Selbst.
Verwandte Rituale
Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:
- Durga Puja
- Kali Puja
- Devi Archanam
- Durga Nityarchana Krama
- Shrichakra Navavarana Puja
- Mahalakshmi Puja Vidhi
- Lakshmi Puja
- Pushpanjali
Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:
- Guruverehrung am Morgen nach dem Brihat Tantrasara
- Shakti Sandhya nach dem Brihat Tantrasara
- Tantrisches Reinigungsbad nach dem Brihat Tantrasara
Quellen und redaktionelle Einordnung
Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.
Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.
Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.
Die Verehrung im Alltag weitertragen
Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.