Tantrisches Reinigungsbad nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Tantrisches Reinigungsbad nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, den Übergang vom alltäglichen Handeln zur Verehrung bewusst zu vollziehen.

Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.

Zweck und Voraussetzungen

Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.

Gewählte Form: Tantrisches Reinigungsbad. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.

Vorbereitung und Materialien

Kupfergefäß, Wasser, Durva und Sesam nach P2-0018; frische Kleidung und ein geeigneter Ort für das rituelle Bad.

Vorsatz: Formuliere vor Beginn bewusst die Absicht dieser Durchführung. Ein kurzer deutscher Vorsatz genügt als redaktionelle Orientierung: Du vollziehst dieses Ritual in Hingabe an die genannte Gottheit beziehungsweise zur beschriebenen Weihe. Eine traditionelle Sanskrit-Sankalpa-Formel wird nur dort rezitiert, wo sie in der eigenen Überlieferung vollständig bestimmt ist.

Durchführung

Fasse den Badevorsatz, rufe die heiligen Gewässer an, vollziehe das Bad und die Wassergaben, lege frische Kleidung an und bringe das Sonnen-Arghya dar.

Handlungen, Gaben und Abschluss

Handlung und Bedeutung (P2-0015):
Nun die Badevorschrift: Am Fluss oder einem anderen Ort vollziehe man nach dem vedischen das tantrische Bad. [Datvā ist im Satz ohne eindeutigen Gegenstand überliefert.]

Sanskrit zur Handlung:
atha snāna vidhiḥ
nadyādau datvā vaidikasnānaṃ kṛtvā tāntrikasnānamācaret
|| 15 ||

Mantra und seine Anwendung

Handlung und Bedeutung (P2-0016):
So im Gautamīyatantra: Danach bade man gemäß der Lehrvorschrift. Man vollziehe das den Schmutz abwaschende Bad nach der eigenen vedischen Schule; danach das Mantrabad, um das Gelingen der Handlung herbeizuführen.

Sanskrit zur Handlung:
tathā ca gautamīyatantre:
atha snānaṃ tathā kuryādyathāśāstravidhānataḥ malaprakṣālanaṃ
snānaṃ svaśākhoktaṃ samācaret |
mantrasnānaṃ tataḥ kuryātkarmaṇā siddhihetave
|| 16 ||

Handlungen, Gaben und Abschluss

Handlung und Bedeutung (P2-0017):
Man fasse den Vorsatz: „Oṃ. Heute [Kalenderangaben] werde ich zur Freude der [genannten] Gottheit das Bad vollziehen.“

Sanskrit zur Handlung:
tadyathā:
oṃ adyetyādi amukadevatāprītaye snānamahaṃ kariṣye iti saṅkalpaṃ
kuryāt
|| 17 ||

Handlung und Bedeutung (P2-0018):
So im Kulacūḍāmaṇi: Man nehme ein Kupfergefäß mit Dūrvā, Sesam und Wasser und bade zur Freude der [genannten] Gottheit.

Sanskrit zur Handlung:
tathā ca kulacuḍāmaṇau:
tāmrapātraṃ sadūrvañca satilaṃ sajalaṃ tathā |
gṛhītvāmukadevasya prītaye snānāmācaret
|| 18 ||

Nyasa und Mantra-Zuordnungen

Handlung und Bedeutung (P2-0019):
Dann vollziehe man den sechsgliedrigen Nyāsa und Prāṇāyāma und rufe mit Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei: „Oṃ. O Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī, macht euch in diesem Wasser gegenwärtig.“ Mit vaṃ und Dhenu-Mudrā mache man es nektarhaft, verhülle mit der Kavaca-Formel, schütze mit dem Waffenmantra, bespreche elfmal mit dem Grundmantra und werfe zur Sonne gewandt zwölf Wasserströme aus. In dieses als von den Lotusfüßen der erwählten Gottheit ausgehend gedachte Wasser tauche man dreimal ein, meditiere über die Gottheit und rezitiere den Grundmantra nach Vermögen. Nach dreimaliger Rezitation über dem Wasser besprenge man sich mit der Kalaśa-Mudrā dreimal, vollziehe vedische Sandhyā und Wassersättigung, gebe der Sonne Arghya und vollziehe die tantrischen Handlungen von Aghamarṣaṇa bis zu den Wasserströmen.

Sanskrit zur Handlung:
tataḥ ṣaḍaṅganyāsa:
prāṇāyāmau kṛtvā oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade |
sindhukāveri jalesmin sannidhiṃ kuru |
ityenenāṃkuśamudrayā sūryamaṇḍalāttīrthamāvāhya, vamiti
dhenumudrayā amṛtīkṛtya, kavacenāvaguṇṭhya, asteṇa saṃrakṣya,
mūlenaikādaśadhābhimantrya, sūryābhimukhaṃ
dvādaśavāridhārāṃ nikṣipya,
tasminniṣṭhadevatācaraṇāravindaniḥsṛte jale trirnirmajya, devatāṃ
dhyāyanmūlamantraṃ yathāśakti japan, udakena trivārajapena
kalaśamudrayā trivāramātmānamabhiṣicya, vaidikasandhyātaparṇaṃ
kṛtvā, sūryārghyaṃ dattvā, tāntrikāghamarṣaṇādi vāridhārāntaṃ
karma kuryāt
|| 19 ||

Handlungen, Gaben und Abschluss

Handlung und Bedeutung (P2-0020):
So im Yāmala: Nach Meditation werfe man Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit.

Sanskrit zur Handlung:
tathā ca yāmale:
dhyātvā jalāñjalīn kṣiptā tarpayediṣṭadevatām
|| 20 ||

Nyasa und Mantra-Zuordnungen

Handlung und Bedeutung (P2-0021):
Die Reihenfolge lautet: „Oṃ. Ich sättige die Götter; oṃ, ich sättige die Seher; oṃ, ich sättige die Ahnen.“ Danach sättige man Guru, Parama-Guru, Parāpara-Guru und Parameṣṭhi-Guru. So heißt es: Nach der im Ritualhandbuch beschriebenen Vorschrift sättige man Götter, Seher und Ahnen sowie zuerst die Guru-Reihe, danach die erwählte Gottheit.

Sanskrit zur Handlung:
tatra kramamāha:
oṃ devāṃstarpayāmi, oṃ ṛṣīstaryayāmi, oṃ pitṝṃstarpayāmi, iti
santarpyaguruṃ paramaguruṃ parāparaguruṃ parameṣṭhiguruñca
tarpayet ||
tathā ca:
devān ṛṣīn pitṝṃścaiva taṃ kalpoktavidhānataḥ |
gurupaṃki purā tarpya tarpayediṣṭadevatām
|| 21 ||

Handlungen, Gaben und Abschluss

Handlung und Bedeutung (P2-0022):
Im vaiṣṇavischen Bereich besteht eine Besonderheit: Nārada, Parvata, Jiṣṇu, Niśaṭha, Uddhava, Dāruka, Viśvaksena, Śaineya und den Guru sättige man je dreimal. Die Formel lautet der Reihe nach „Oṃ. Ich sättige Nārada“ und entsprechend die übrigen. [Niśaṭhodghavadārukam ist beschädigt und nach den erkennbaren Eigennamen getrennt.]

Sanskrit zur Handlung:
viṣaṇave tu viśeṣaḥ |
nāradaṃ parvataṃ jiṣṇuṃ niśaṭhodghavadārukaṃ |
viśvaksenañca śaineyaṃ guruñca tarpayetriśaḥ |
vākyantu:
oṃ nāradaṃ tarpayāmi ityādikrameṇa prayogaḥ
|| 22 ||

Mantra und seine Anwendung

Handlung und Bedeutung (P2-0023):
Danach spreche man im Viṣṇu-Bereich den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit, namaḥ“. So im Gautamīya: Zuerst den Mantra, danach „Śrī Kṛṣṇa“, dann „ich sättige“, endend auf namaḥ; so vollziehe man die Sättigung.

Sanskrit zur Handlung:
tato mūlamuccārya amukadevatāṃ tarpayāmi namaḥ iti viṣṇuviṣayam |
tathā ca gautamīye:
ādau mantraṃ samuccārya śrīpūrvaṃ kṛṣṇamityapi |
tarpayāmipadañcoktvā namontaṃ tarpayettataḥ
|| 23 ||

Handlung und Bedeutung (P2-0024):
Anderswo spreche man den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit“. So in einem anderen Tantra: Am Ende des Mantras füge man „ich sättige“ zu diesen Namen im Akkusativ hinzu. So gilt die Sättigungsformel.

Sanskrit zur Handlung:
anyatra mūlamuccāryaṃ amuktadevatāṃ tarpayāmi |
tathā ca tantrāntare:
tarpayāmipadaṃ yojyaṃ mantrānteṣveṣu nāmasu |
dvitīyānteṣu cetyevaṃ tarpaṇasya manuḥ smṛtaḥ
|| 24 ||

Besonderer Praxisumfang und Darbringungen

Handlung und Bedeutung (P2-0025):
Bei Śakti dagegen spreche man nach dem Grundmantra „Ich sättige die [genannte] Göttin, svāhā“, nach der jeweiligen Mantraaussage „Bei Feueropfer und Wassersättigung svāhā“.

Sanskrit zur Handlung:
śaktiviṣaye punaḥ |
mūlaccārya amukadevīṃ tarpayāmi svāhā |
homatarpaṇayoḥ svāheti tattanmantravacanāt
|| 25 ||

Mantra und seine Anwendung

Handlung und Bedeutung (P2-0026):
So im Nīlatantra: Am Ende des Mantras spreche man den Namen, danach „ich sättige“, endend auf svāhā; so sättige man.

Sanskrit zur Handlung:
tathā ca nīlatanre:
mantrānte nāma uccārya tarpayāmi tataḥ param |
svāhāntaṃ tarpayantvevam ityādi
|| 26 ||

Handlung und Bedeutung (P2-0027):
Im Viśuddheśvara: Man spreche zuerst die Vidyā, danach den Namen der Gottheit und „ich sättige“, endend auf svāhā. Nach dem Wort des Gautamīya „Der Verständige spreche den Grundmantra und sättige Śrī Kṛṣṇa fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal“ vollziehe man die Sättigung entsprechend fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal.

Sanskrit zur Handlung:
viśuddheśvare:
vidyāṃ pūrvaṃ samuccārya tadante devatābhidhām |
tarpayāmīti samproktvā svāhāntastarpaṇe mataḥ |
pañcaviṃśatisaṃkhyā vā daśadhā vā tridhāpi vā |
mūlamantraṃ samuccārya śrīkṛṣṇaṃ tarpayetsudhīḥ iti
gautamīyavacanātpañcaviṃśativāraṃ daśadhā tridhā vā santarpayet
|| 27 ||

Handlungen, Gaben und Abschluss

Handlung und Bedeutung (P2-0029):
Danach sättige man jede umgebende Gottheit einmal. So im Kulārṇava: Das Gefolge sättige man jeweils mit einer Handvoll Wasser. Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige nur die erwählte Gottheit.

Sanskrit zur Handlung:
tataśca tadāvaraṇadevatānāṃ pratyekena sakṛttarpayet |
tathā ca kulārṇave:
ekaikamañjaliṃ toyaṃ parivārān pratarpayet |
tatrāśaktaścenmūlamantramuccārya iṣṭadevatāmātraṃ tarpayet
|| 29 ||

Handlung und Bedeutung (P2-0030):
So heißt es: Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige allein die Göttin.

Sanskrit zur Handlung:
tathā ca:
aśaktau mūlamuccārya devīmātraṃ pratarpayet
|| 30 ||

Mantra und seine Anwendung

Handlung und Bedeutung (P2-0031):
Danach steige man aus dem Wasser, lege zwei gewaschene Kleidungsstücke an und vollziehe Ācamana: „Hrīṃ haṃsaḥ. Dies ist Arghya, svāhā.“ Bei Tārā und ähnlichen Vidyās: „Hrīṃ haṃsaḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya, svāhā.“ In einem anderen Tantra: Man spreche den Sonnenmantra, danach „für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya“, endend auf svāhā. Nach der Arghya-Gabe rezitiere man den Mantra.

Sanskrit zur Handlung:
tato jalādutthāya dhaute vāsasī paridhāyācamya hrīṃ haṃsaḥ
idamarghyaṃ svāhā |
tārādau tu hrīṃ haṃsaḥ mārttaṇḍabhairavāya
prakāśaśaktisahitāya idamarghyaṃ svāhā |
tantrāntare:
sūryamantraṃ samuccārya mārttaṇḍabhairavāya ca |
prakāśaśaktisahitāya idamarghyaṃ tataḥ paṭhet |
svāhāntaṃ mantramuccāryaṃ arghyaṃ datvā japenmanum
|| 31 ||

Handlungen, Gaben und Abschluss

Handlung und Bedeutung (P2-0032):
Bei Śrīvidyā: „Aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ saḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft und dem Gefolge von Planeten, Tierkreiszeichen, Mondhäusern, Mondtagen, Yogas und Karaṇas ist dies Arghya, svāhā.“ Nach dieser Gabe rezitiere man die Gāyatrī der betreffenden Gottheit oder hundertmal. [Der letzte Satz ist verkürzt; eine andere Wiederholungszahl wird hier nicht genannt.]

Sanskrit zur Handlung:
śrīvidyāviṣaye tu:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ saḥ mārttaṇḍabharavāya
prakāśaśaktisahitāya
graharāśinakṣatratithiyogakaraṇaparivārasahitāya idamarghyaṃ svāhā
idamarghyaṃ dattvā, tattaddevatā gāyatrīṃ śatadhā vā japet
|| 32 ||

Handlung und Bedeutung (P2-0034):
Oder die Sättigung nach dem Gāyatrī-Japa. So im Yāmala: Danach nehme man eine Handvoll Arghya und werfe sie für die im Sonnenkreis wohnende Gottheit dreimal mit der Gāyatrī aus. Anschließend rezitiere man die Gāyatrī der Göttin nach Vermögen. Zur Sättigung vollziehe der Übende Ācamana und Prāṇāyāma, meditiere, werfe eine Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit. [Sarpaṇaṃ am Satzanfang ist als beschädigtes tarpaṇaṃ verstanden.]

Sanskrit zur Handlung:
gāyatrījapānantaraṃ sarpaṇaṃ vā |
tathā ca:
sūryamaṇḍalavāsinyai devatāyai tataḥ param |
arghyamañjalimādāya gāyatryā vā trirutkṣipet |
yathāśakti japeddevīṃ gāyatrīṃ tadanantaram |
tarpaṇārthaṃ samācamya prāṇānāyamya sādhakaḥ |
dhyātvā jalāñjali kṣiptvā tarpayediṣṭadevatām |
iti yāmalavacanāt
|| 34 ||

Abschluss

Beende die im gewählten Verfahren vorgeschriebene letzte Handlung, sammle dich und verneige dich innerlich vor Guru und Gottheit. Wo der Quellentext eine besondere Übergabe, Entlassung oder Abschlussformel nennt, ist diese maßgeblich. Der kurze Moment stiller Dankbarkeit ist eine redaktionelle Praxisanregung.

Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung

Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.

P2-0015 · Originalnummer 15

atha snāna vidhiḥ
nadyādau datvā vaidikasnānaṃ kṛtvā tāntrikasnānamācaret
|| 15 ||

Nun die Badevorschrift: Am Fluss oder einem anderen Ort vollziehe man nach dem vedischen das tantrische Bad. [Datvā ist im Satz ohne eindeutigen Gegenstand überliefert.]

P2-0016 · Originalnummer 16

tathā ca gautamīyatantre:
atha snānaṃ tathā kuryādyathāśāstravidhānataḥ malaprakṣālanaṃ
snānaṃ svaśākhoktaṃ samācaret |
mantrasnānaṃ tataḥ kuryātkarmaṇā siddhihetave
|| 16 ||

So im Gautamīyatantra: Danach bade man gemäß der Lehrvorschrift. Man vollziehe das den Schmutz abwaschende Bad nach der eigenen vedischen Schule; danach das Mantrabad, um das Gelingen der Handlung herbeizuführen.

P2-0017 · Originalnummer 17

tadyathā:
oṃ adyetyādi amukadevatāprītaye snānamahaṃ kariṣye iti saṅkalpaṃ
kuryāt
|| 17 ||

Man fasse den Vorsatz: „Oṃ. Heute [Kalenderangaben] werde ich zur Freude der [genannten] Gottheit das Bad vollziehen.“

P2-0018 · Originalnummer 18

tathā ca kulacuḍāmaṇau:
tāmrapātraṃ sadūrvañca satilaṃ sajalaṃ tathā |
gṛhītvāmukadevasya prītaye snānāmācaret
|| 18 ||

So im Kulacūḍāmaṇi: Man nehme ein Kupfergefäß mit Dūrvā, Sesam und Wasser und bade zur Freude der [genannten] Gottheit.

P2-0019 · Originalnummer 19

tataḥ ṣaḍaṅganyāsa:
prāṇāyāmau kṛtvā oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade |
sindhukāveri jalesmin sannidhiṃ kuru |
ityenenāṃkuśamudrayā sūryamaṇḍalāttīrthamāvāhya, vamiti
dhenumudrayā amṛtīkṛtya, kavacenāvaguṇṭhya, asteṇa saṃrakṣya,
mūlenaikādaśadhābhimantrya, sūryābhimukhaṃ
dvādaśavāridhārāṃ nikṣipya,
tasminniṣṭhadevatācaraṇāravindaniḥsṛte jale trirnirmajya, devatāṃ
dhyāyanmūlamantraṃ yathāśakti japan, udakena trivārajapena
kalaśamudrayā trivāramātmānamabhiṣicya, vaidikasandhyātaparṇaṃ
kṛtvā, sūryārghyaṃ dattvā, tāntrikāghamarṣaṇādi vāridhārāntaṃ
karma kuryāt
|| 19 ||

Dann vollziehe man den sechsgliedrigen Nyāsa und Prāṇāyāma und rufe mit Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei: „Oṃ. O Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī, macht euch in diesem Wasser gegenwärtig.“ Mit vaṃ und Dhenu-Mudrā mache man es nektarhaft, verhülle mit der Kavaca-Formel, schütze mit dem Waffenmantra, bespreche elfmal mit dem Grundmantra und werfe zur Sonne gewandt zwölf Wasserströme aus. In dieses als von den Lotusfüßen der erwählten Gottheit ausgehend gedachte Wasser tauche man dreimal ein, meditiere über die Gottheit und rezitiere den Grundmantra nach Vermögen. Nach dreimaliger Rezitation über dem Wasser besprenge man sich mit der Kalaśa-Mudrā dreimal, vollziehe vedische Sandhyā und Wassersättigung, gebe der Sonne Arghya und vollziehe die tantrischen Handlungen von Aghamarṣaṇa bis zu den Wasserströmen.

P2-0020 · Originalnummer 20

tathā ca yāmale:
dhyātvā jalāñjalīn kṣiptā tarpayediṣṭadevatām
|| 20 ||

So im Yāmala: Nach Meditation werfe man Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit.

P2-0021 · Originalnummer 21

tatra kramamāha:
oṃ devāṃstarpayāmi, oṃ ṛṣīstaryayāmi, oṃ pitṝṃstarpayāmi, iti
santarpyaguruṃ paramaguruṃ parāparaguruṃ parameṣṭhiguruñca
tarpayet ||
tathā ca:
devān ṛṣīn pitṝṃścaiva taṃ kalpoktavidhānataḥ |
gurupaṃki purā tarpya tarpayediṣṭadevatām
|| 21 ||

Die Reihenfolge lautet: „Oṃ. Ich sättige die Götter; oṃ, ich sättige die Seher; oṃ, ich sättige die Ahnen.“ Danach sättige man Guru, Parama-Guru, Parāpara-Guru und Parameṣṭhi-Guru. So heißt es: Nach der im Ritualhandbuch beschriebenen Vorschrift sättige man Götter, Seher und Ahnen sowie zuerst die Guru-Reihe, danach die erwählte Gottheit.

P2-0022 · Originalnummer 22

viṣaṇave tu viśeṣaḥ |
nāradaṃ parvataṃ jiṣṇuṃ niśaṭhodghavadārukaṃ |
viśvaksenañca śaineyaṃ guruñca tarpayetriśaḥ |
vākyantu:
oṃ nāradaṃ tarpayāmi ityādikrameṇa prayogaḥ
|| 22 ||

Im vaiṣṇavischen Bereich besteht eine Besonderheit: Nārada, Parvata, Jiṣṇu, Niśaṭha, Uddhava, Dāruka, Viśvaksena, Śaineya und den Guru sättige man je dreimal. Die Formel lautet der Reihe nach „Oṃ. Ich sättige Nārada“ und entsprechend die übrigen. [Niśaṭhodghavadārukam ist beschädigt und nach den erkennbaren Eigennamen getrennt.]

P2-0023 · Originalnummer 23

tato mūlamuccārya amukadevatāṃ tarpayāmi namaḥ iti viṣṇuviṣayam |
tathā ca gautamīye:
ādau mantraṃ samuccārya śrīpūrvaṃ kṛṣṇamityapi |
tarpayāmipadañcoktvā namontaṃ tarpayettataḥ
|| 23 ||

Danach spreche man im Viṣṇu-Bereich den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit, namaḥ“. So im Gautamīya: Zuerst den Mantra, danach „Śrī Kṛṣṇa“, dann „ich sättige“, endend auf namaḥ; so vollziehe man die Sättigung.

P2-0024 · Originalnummer 24

anyatra mūlamuccāryaṃ amuktadevatāṃ tarpayāmi |
tathā ca tantrāntare:
tarpayāmipadaṃ yojyaṃ mantrānteṣveṣu nāmasu |
dvitīyānteṣu cetyevaṃ tarpaṇasya manuḥ smṛtaḥ
|| 24 ||

Anderswo spreche man den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit“. So in einem anderen Tantra: Am Ende des Mantras füge man „ich sättige“ zu diesen Namen im Akkusativ hinzu. So gilt die Sättigungsformel.

P2-0025 · Originalnummer 25

śaktiviṣaye punaḥ |
mūlaccārya amukadevīṃ tarpayāmi svāhā |
homatarpaṇayoḥ svāheti tattanmantravacanāt
|| 25 ||

Bei Śakti dagegen spreche man nach dem Grundmantra „Ich sättige die [genannte] Göttin, svāhā“, nach der jeweiligen Mantraaussage „Bei Feueropfer und Wassersättigung svāhā“.

P2-0026 · Originalnummer 26

tathā ca nīlatanre:
mantrānte nāma uccārya tarpayāmi tataḥ param |
svāhāntaṃ tarpayantvevam ityādi
|| 26 ||

So im Nīlatantra: Am Ende des Mantras spreche man den Namen, danach „ich sättige“, endend auf svāhā; so sättige man.

P2-0027 · Originalnummer 27

viśuddheśvare:
vidyāṃ pūrvaṃ samuccārya tadante devatābhidhām |
tarpayāmīti samproktvā svāhāntastarpaṇe mataḥ |
pañcaviṃśatisaṃkhyā vā daśadhā vā tridhāpi vā |
mūlamantraṃ samuccārya śrīkṛṣṇaṃ tarpayetsudhīḥ iti
gautamīyavacanātpañcaviṃśativāraṃ daśadhā tridhā vā santarpayet
|| 27 ||

Im Viśuddheśvara: Man spreche zuerst die Vidyā, danach den Namen der Gottheit und „ich sättige“, endend auf svāhā. Nach dem Wort des Gautamīya „Der Verständige spreche den Grundmantra und sättige Śrī Kṛṣṇa fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal“ vollziehe man die Sättigung entsprechend fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal.

P2-0028 · Originalnummer 28

atra śrīkṛṣṇamityupalakṣaṇam |
śaktiviṣaye tridhā tarpaṇam |
snānakarmaṇi samprāpte mūrdhni mantrī jalāñjalim |
vidyayātha triśaḥ kuryātpūtāstu triḥ payaḥ pibet ||
tarpaṇañca tridhā bhūyastridhā ca prokṣaṇaṃ tenoriti
kulāmṛtavacanāt
|| 28 ||

„Śrī Kṛṣṇa“ steht hier stellvertretend. Bei Śakti ist die Sättigung dreimal auszuführen. Nach dem Kulāmṛta: Wenn das Baderitual beginnt, gebe der Mantrapraktizierende mit der Vidyā dreimal eine Handvoll Wasser über den Kopf; gereinigt trinke er dreimal Wasser. Danach dreimal Sättigung und dreimal Besprengung. [Tenor ist im letzten Sanskritwort beschädigt.]

P2-0029 · Originalnummer 29

tataśca tadāvaraṇadevatānāṃ pratyekena sakṛttarpayet |
tathā ca kulārṇave:
ekaikamañjaliṃ toyaṃ parivārān pratarpayet |
tatrāśaktaścenmūlamantramuccārya iṣṭadevatāmātraṃ tarpayet
|| 29 ||

Danach sättige man jede umgebende Gottheit einmal. So im Kulārṇava: Das Gefolge sättige man jeweils mit einer Handvoll Wasser. Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige nur die erwählte Gottheit.

P2-0030 · Originalnummer 30

tathā ca:
aśaktau mūlamuccārya devīmātraṃ pratarpayet
|| 30 ||

So heißt es: Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige allein die Göttin.

P2-0031 · Originalnummer 31

tato jalādutthāya dhaute vāsasī paridhāyācamya hrīṃ haṃsaḥ
idamarghyaṃ svāhā |
tārādau tu hrīṃ haṃsaḥ mārttaṇḍabhairavāya
prakāśaśaktisahitāya idamarghyaṃ svāhā |
tantrāntare:
sūryamantraṃ samuccārya mārttaṇḍabhairavāya ca |
prakāśaśaktisahitāya idamarghyaṃ tataḥ paṭhet |
svāhāntaṃ mantramuccāryaṃ arghyaṃ datvā japenmanum
|| 31 ||

Danach steige man aus dem Wasser, lege zwei gewaschene Kleidungsstücke an und vollziehe Ācamana: „Hrīṃ haṃsaḥ. Dies ist Arghya, svāhā.“ Bei Tārā und ähnlichen Vidyās: „Hrīṃ haṃsaḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya, svāhā.“ In einem anderen Tantra: Man spreche den Sonnenmantra, danach „für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya“, endend auf svāhā. Nach der Arghya-Gabe rezitiere man den Mantra.

P2-0032 · Originalnummer 32

śrīvidyāviṣaye tu:
aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ saḥ mārttaṇḍabharavāya
prakāśaśaktisahitāya
graharāśinakṣatratithiyogakaraṇaparivārasahitāya idamarghyaṃ svāhā
idamarghyaṃ dattvā, tattaddevatā gāyatrīṃ śatadhā vā japet
|| 32 ||

Bei Śrīvidyā: „Aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ saḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft und dem Gefolge von Planeten, Tierkreiszeichen, Mondhäusern, Mondtagen, Yogas und Karaṇas ist dies Arghya, svāhā.“ Nach dieser Gabe rezitiere man die Gāyatrī der betreffenden Gottheit oder hundertmal. [Der letzte Satz ist verkürzt; eine andere Wiederholungszahl wird hier nicht genannt.]

P2-0033 · Originalnummer 33

tathā ca tantrāntare:
aṣṭotaraśatāvṛttyā gāyatrīṃ prajapetsudhīḥ |
mahāpātakayukto'pi prajapeddaśadhā yadi |
satyaṃ mahādevi mukto bhavati tatkṣaṇāt |
iti daśadhā śaktāśaktabhedena
|| 33 ||

So in einem anderen Tantra: Der Verständige rezitiere die Gāyatrī 108-mal. Selbst wer mit schwerer Verfehlung behaftet ist, wird, wenn er zehnmal rezitiert, wahrhaftig noch in diesem Augenblick befreit, o große Göttin. Die Zehnzahl unterscheidet also Vermögende und Unvermögende.

P2-0034 · Originalnummer 34

gāyatrījapānantaraṃ sarpaṇaṃ vā |
tathā ca:
sūryamaṇḍalavāsinyai devatāyai tataḥ param |
arghyamañjalimādāya gāyatryā vā trirutkṣipet |
yathāśakti japeddevīṃ gāyatrīṃ tadanantaram |
tarpaṇārthaṃ samācamya prāṇānāyamya sādhakaḥ |
dhyātvā jalāñjali kṣiptvā tarpayediṣṭadevatām |
iti yāmalavacanāt
|| 34 ||

Oder die Sättigung nach dem Gāyatrī-Japa. So im Yāmala: Danach nehme man eine Handvoll Arghya und werfe sie für die im Sonnenkreis wohnende Gottheit dreimal mit der Gāyatrī aus. Anschließend rezitiere man die Gāyatrī der Göttin nach Vermögen. Zur Sättigung vollziehe der Übende Ācamana und Prāṇāyāma, meditiere, werfe eine Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit. [Sarpaṇaṃ am Satzanfang ist als beschädigtes tarpaṇaṃ verstanden.]

Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.

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अथ स्नान विधिः
नद्यादौ दत्वा वैदिकस्नानं कृत्वा तान्त्रिकस्नानमाचरेत्
॥ १५ ॥

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तथा च गौतमीयतन्त्रे:
अथ स्नानं तथा कुर्याद्यथाशास्त्रविधानतः मलप्रक्षालनं
स्नानं स्वशाखोक्तं समाचरेत् ।
मन्त्रस्नानं ततः कुर्यात्कर्मणा सिद्धिहेतवे
॥ १६ ॥

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तद्यथा:
ॐ अद्येत्यादि अमुकदेवताप्रीतये स्नानमहं करिष्ये इति सङ्कल्पं
कुर्यात्
॥ १७ ॥

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तथा च कुलचुडामणौ:
ताम्रपात्रं सदूर्वञ्च सतिलं सजलं तथा ।
गृहीत्वामुकदेवस्य प्रीतये स्नानामाचरेत्
॥ १८ ॥

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ततः षडङ्गन्यास:
प्राणायामौ कृत्वा ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ।
नर्मदे ।
सिन्धुकावेरि जलेस्मिन् सन्निधिं कुरु ।
इत्येनेनांकुशमुद्रया सूर्यमण्डलात्तीर्थमावाह्य, वमिति
धेनुमुद्रया अमृतीकृत्य, कवचेनावगुण्ठ्य, अस्तेण संरक्ष्य,
मूलेनैकादशधाभिमन्त्र्य, सूर्याभिमुखं
द्वादशवारिधारां निक्षिप्य,
तस्मिन्निष्ठदेवताचरणारविन्दनिःसृते जले त्रिर्निर्मज्य, देवतां
ध्यायन्मूलमन्त्रं यथाशक्ति जपन्, उदकेन त्रिवारजपेन
कलशमुद्रया त्रिवारमात्मानमभिषिच्य, वैदिकसन्ध्यातपर्णं
कृत्वा, सूर्यार्घ्यं दत्त्वा, तान्त्रिकाघमर्षणादि वारिधारान्तं
कर्म कुर्यात्
॥ १९ ॥

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तथा च यामले:
ध्यात्वा जलाञ्जलीन् क्षिप्ता तर्पयेदिष्टदेवताम्
॥ २० ॥

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तत्र क्रममाह:
ॐ देवांस्तर्पयामि, ॐ ऋषीस्तर्ययामि, ॐ पितॄंस्तर्पयामि, इति
सन्तर्प्यगुरुं परमगुरुं परापरगुरुं परमेष्ठिगुरुञ्च
तर्पयेत् ॥
तथा च:
देवान् ऋषीन् पितॄंश्चैव तं कल्पोक्तविधानतः ।
गुरुपंकि पुरा तर्प्य तर्पयेदिष्टदेवताम्
॥ २१ ॥

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विषणवे तु विशेषः ।
नारदं पर्वतं जिष्णुं निशठोद्घवदारुकं ।
विश्वक्सेनञ्च शैनेयं गुरुञ्च तर्पयेत्रिशः ।
वाक्यन्तु:
ॐ नारदं तर्पयामि इत्यादिक्रमेण प्रयोगः
॥ २२ ॥

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ततो मूलमुच्चार्य अमुकदेवतां तर्पयामि नमः इति विष्णुविषयम् ।
तथा च गौतमीये:
आदौ मन्त्रं समुच्चार्य श्रीपूर्वं कृष्णमित्यपि ।
तर्पयामिपदञ्चोक्त्वा नमोन्तं तर्पयेत्ततः
॥ २३ ॥

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अन्यत्र मूलमुच्चार्यं अमुक्तदेवतां तर्पयामि ।
तथा च तन्त्रान्तरे:
तर्पयामिपदं योज्यं मन्त्रान्तेष्वेषु नामसु ।
द्वितीयान्तेषु चेत्येवं तर्पणस्य मनुः स्मृतः
॥ २४ ॥

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शक्तिविषये पुनः ।
मूलच्चार्य अमुकदेवीं तर्पयामि स्वाहा ।
होमतर्पणयोः स्वाहेति तत्तन्मन्त्रवचनात्
॥ २५ ॥

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तथा च नीलतन्रे:
मन्त्रान्ते नाम उच्चार्य तर्पयामि ततः परम् ।
स्वाहान्तं तर्पयन्त्वेवम् इत्यादि
॥ २६ ॥

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विशुद्धेश्वरे:
विद्यां पूर्वं समुच्चार्य तदन्ते देवताभिधाम् ।
तर्पयामीति सम्प्रोक्त्वा स्वाहान्तस्तर्पणे मतः ।
पञ्चविंशतिसंख्या वा दशधा वा त्रिधापि वा ।
मूलमन्त्रं समुच्चार्य श्रीकृष्णं तर्पयेत्सुधीः इति
गौतमीयवचनात्पञ्चविंशतिवारं दशधा त्रिधा वा सन्तर्पयेत्
॥ २७ ॥

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अत्र श्रीकृष्णमित्युपलक्षणम् ।
शक्तिविषये त्रिधा तर्पणम् ।
स्नानकर्मणि सम्प्राप्ते मूर्ध्नि मन्त्री जलाञ्जलिम् ।
विद्ययाथ त्रिशः कुर्यात्पूतास्तु त्रिः पयः पिबेत् ॥
तर्पणञ्च त्रिधा भूयस्त्रिधा च प्रोक्षणं तेनोरिति
कुलामृतवचनात्
॥ २८ ॥

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ततश्च तदावरणदेवतानां प्रत्येकेन सकृत्तर्पयेत् ।
तथा च कुलार्णवे:
एकैकमञ्जलिं तोयं परिवारान् प्रतर्पयेत् ।
तत्राशक्तश्चेन्मूलमन्त्रमुच्चार्य इष्टदेवतामात्रं तर्पयेत्
॥ २९ ॥

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तथा च:
अशक्तौ मूलमुच्चार्य देवीमात्रं प्रतर्पयेत्
॥ ३० ॥

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ततो जलादुत्थाय धौते वाससी परिधायाचम्य ह्रीं हंसः
इदमर्घ्यं स्वाहा ।
तारादौ तु ह्रीं हंसः मार्त्तण्डभैरवाय
प्रकाशशक्तिसहिताय इदमर्घ्यं स्वाहा ।
तन्त्रान्तरे:
सूर्यमन्त्रं समुच्चार्य मार्त्तण्डभैरवाय च ।
प्रकाशशक्तिसहिताय इदमर्घ्यं ततः पठेत् ।
स्वाहान्तं मन्त्रमुच्चार्यं अर्घ्यं दत्वा जपेन्मनुम्
॥ ३१ ॥

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श्रीविद्याविषये तु:
ऐं ह्रीं श्रीं ह्रां ह्रीं सः मार्त्तण्डभरवाय
प्रकाशशक्तिसहिताय
ग्रहराशिनक्षत्रतिथियोगकरणपरिवारसहिताय इदमर्घ्यं स्वाहा
इदमर्घ्यं दत्त्वा, तत्तद्देवता गायत्रीं शतधा वा जपेत्
॥ ३२ ॥

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तथा च तन्त्रान्तरे:
अष्टोतरशतावृत्त्या गायत्रीं प्रजपेत्सुधीः ।
महापातकयुक्तोऽपि प्रजपेद्दशधा यदि ।
सत्यं महादेवि मुक्तो भवति तत्क्षणात् ।
इति दशधा शक्ताशक्तभेदेन
॥ ३३ ॥

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गायत्रीजपानन्तरं सर्पणं वा ।
तथा च:
सूर्यमण्डलवासिन्यै देवतायै ततः परम् ।
अर्घ्यमञ्जलिमादाय गायत्र्या वा त्रिरुत्क्षिपेत् ।
यथाशक्ति जपेद्देवीं गायत्रीं तदनन्तरम् ।
तर्पणार्थं समाचम्य प्राणानायम्य साधकः ।
ध्यात्वा जलाञ्जलि क्षिप्त्वा तर्पयेदिष्टदेवताम् ।
इति यामलवचनात्
॥ ३४ ॥

Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts

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Nun die Badevorschrift: Am Fluss oder einem anderen Ort vollziehe man nach dem vedischen das tantrische Bad. [Datvā ist im Satz ohne eindeutigen Gegenstand überliefert.]

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So im Gautamīyatantra: Danach bade man gemäß der Lehrvorschrift. Man vollziehe das den Schmutz abwaschende Bad nach der eigenen vedischen Schule; danach das Mantrabad, um das Gelingen der Handlung herbeizuführen.

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Man fasse den Vorsatz: „Oṃ. Heute [Kalenderangaben] werde ich zur Freude der [genannten] Gottheit das Bad vollziehen.“

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So im Kulacūḍāmaṇi: Man nehme ein Kupfergefäß mit Dūrvā, Sesam und Wasser und bade zur Freude der [genannten] Gottheit.

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Dann vollziehe man den sechsgliedrigen Nyāsa und Prāṇāyāma und rufe mit Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei: „Oṃ. O Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī, macht euch in diesem Wasser gegenwärtig.“ Mit vaṃ und Dhenu-Mudrā mache man es nektarhaft, verhülle mit der Kavaca-Formel, schütze mit dem Waffenmantra, bespreche elfmal mit dem Grundmantra und werfe zur Sonne gewandt zwölf Wasserströme aus. In dieses als von den Lotusfüßen der erwählten Gottheit ausgehend gedachte Wasser tauche man dreimal ein, meditiere über die Gottheit und rezitiere den Grundmantra nach Vermögen. Nach dreimaliger Rezitation über dem Wasser besprenge man sich mit der Kalaśa-Mudrā dreimal, vollziehe vedische Sandhyā und Wassersättigung, gebe der Sonne Arghya und vollziehe die tantrischen Handlungen von Aghamarṣaṇa bis zu den Wasserströmen.

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So im Yāmala: Nach Meditation werfe man Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit.

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Die Reihenfolge lautet: „Oṃ. Ich sättige die Götter; oṃ, ich sättige die Seher; oṃ, ich sättige die Ahnen.“ Danach sättige man Guru, Parama-Guru, Parāpara-Guru und Parameṣṭhi-Guru. So heißt es: Nach der im Ritualhandbuch beschriebenen Vorschrift sättige man Götter, Seher und Ahnen sowie zuerst die Guru-Reihe, danach die erwählte Gottheit.

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Im vaiṣṇavischen Bereich besteht eine Besonderheit: Nārada, Parvata, Jiṣṇu, Niśaṭha, Uddhava, Dāruka, Viśvaksena, Śaineya und den Guru sättige man je dreimal. Die Formel lautet der Reihe nach „Oṃ. Ich sättige Nārada“ und entsprechend die übrigen. [Niśaṭhodghavadārukam ist beschädigt und nach den erkennbaren Eigennamen getrennt.]

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Danach spreche man im Viṣṇu-Bereich den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit, namaḥ“. So im Gautamīya: Zuerst den Mantra, danach „Śrī Kṛṣṇa“, dann „ich sättige“, endend auf namaḥ; so vollziehe man die Sättigung.

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Anderswo spreche man den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit“. So in einem anderen Tantra: Am Ende des Mantras füge man „ich sättige“ zu diesen Namen im Akkusativ hinzu. So gilt die Sättigungsformel.

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Bei Śakti dagegen spreche man nach dem Grundmantra „Ich sättige die [genannte] Göttin, svāhā“, nach der jeweiligen Mantraaussage „Bei Feueropfer und Wassersättigung svāhā“.

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So im Nīlatantra: Am Ende des Mantras spreche man den Namen, danach „ich sättige“, endend auf svāhā; so sättige man.

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Im Viśuddheśvara: Man spreche zuerst die Vidyā, danach den Namen der Gottheit und „ich sättige“, endend auf svāhā. Nach dem Wort des Gautamīya „Der Verständige spreche den Grundmantra und sättige Śrī Kṛṣṇa fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal“ vollziehe man die Sättigung entsprechend fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal.

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„Śrī Kṛṣṇa“ steht hier stellvertretend. Bei Śakti ist die Sättigung dreimal auszuführen. Nach dem Kulāmṛta: Wenn das Baderitual beginnt, gebe der Mantrapraktizierende mit der Vidyā dreimal eine Handvoll Wasser über den Kopf; gereinigt trinke er dreimal Wasser. Danach dreimal Sättigung und dreimal Besprengung. [Tenor ist im letzten Sanskritwort beschädigt.]

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Danach sättige man jede umgebende Gottheit einmal. So im Kulārṇava: Das Gefolge sättige man jeweils mit einer Handvoll Wasser. Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige nur die erwählte Gottheit.

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So heißt es: Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige allein die Göttin.

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Danach steige man aus dem Wasser, lege zwei gewaschene Kleidungsstücke an und vollziehe Ācamana: „Hrīṃ haṃsaḥ. Dies ist Arghya, svāhā.“ Bei Tārā und ähnlichen Vidyās: „Hrīṃ haṃsaḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya, svāhā.“ In einem anderen Tantra: Man spreche den Sonnenmantra, danach „für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya“, endend auf svāhā. Nach der Arghya-Gabe rezitiere man den Mantra.

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Bei Śrīvidyā: „Aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ saḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft und dem Gefolge von Planeten, Tierkreiszeichen, Mondhäusern, Mondtagen, Yogas und Karaṇas ist dies Arghya, svāhā.“ Nach dieser Gabe rezitiere man die Gāyatrī der betreffenden Gottheit oder hundertmal. [Der letzte Satz ist verkürzt; eine andere Wiederholungszahl wird hier nicht genannt.]

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So in einem anderen Tantra: Der Verständige rezitiere die Gāyatrī 108-mal. Selbst wer mit schwerer Verfehlung behaftet ist, wird, wenn er zehnmal rezitiert, wahrhaftig noch in diesem Augenblick befreit, o große Göttin. Die Zehnzahl unterscheidet also Vermögende und Unvermögende.

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Oder die Sättigung nach dem Gāyatrī-Japa. So im Yāmala: Danach nehme man eine Handvoll Arghya und werfe sie für die im Sonnenkreis wohnende Gottheit dreimal mit der Gāyatrī aus. Anschließend rezitiere man die Gāyatrī der Göttin nach Vermögen. Zur Sättigung vollziehe der Übende Ācamana und Prāṇāyāma, meditiere, werfe eine Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit. [Sarpaṇaṃ am Satzanfang ist als beschädigtes tarpaṇaṃ verstanden.]

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Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:

Quellen und redaktionelle Einordnung

Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.

Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.

Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.

Die Verehrung im Alltag weitertragen

Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.