Annaprashana

Aus Yogawiki

Anna Dana (Sanskrit: अन्नदान annadāna n.) bedeutet Gabe von Nahrung bzw. Speisen von Bedürftigen. Anna heißt Nahrung, Speise, insbesondere gekochter Reis; Dana heißt Geben, Gabe, Spende. Anna Dana ist das selbstlose Verschenken von Nahrung an Hungernde, Bedürftige, Pilger, Sadhus und Gäste. In der indischen Tradition gilt Anna Dana als eine der höchsten Formen der Wohltätigkeit.

Bedeutung von Anna Dana

In den indischen Schriften heißt es oft: „Anna danam maha danam“ – die Gabe von Nahrung ist die große Gabe. Nahrung erhält das Leben unmittelbar. Wer einem Hungrigen zu essen gibt, schenkt ihm Leben. Anders als bei anderen Gaben ist der Empfänger, sobald er gesättigt ist, vollkommen zufrieden und wünscht sich nicht mehr. Deshalb gilt Anna Dana als besonders reine und segensreiche Gabe.

In der Taittiriya Upanishad heißt es „Annam Brahma“ – Nahrung ist Brahman. Die Upanishad ermahnt, niemanden abzuweisen, der um Unterkunft bittet, und reichlich Nahrung bereitzuhalten. Nahrung wird so als heilig betrachtet, und ihre Weitergabe wird zum Gottesdienst.

Anna Dana als Karma Yoga

Anna Dana ist ein Ausdruck von Karma Yoga, dem Yoga des selbstlosen Dienens. Entscheidend ist die innere Haltung:

  • Ohne Erwartung: Man gibt, ohne Dank, Anerkennung oder Gegenleistung zu erwarten.
  • Mit Respekt: Der Empfangende wird nicht als Bittsteller gesehen, sondern als Ausdruck des Göttlichen.
  • Mit Freude: Das Geben geschieht gerne und aus dem Herzen.
  • Als Gottesdienst: Man dient Gott in allen Wesen. „Atithi Devo Bhava“ – der Gast ist wie Gott.

Die Bhagavad Gita (XVII.20) beschreibt die sattvige Gabe (sattvisch) als eine, die aus Pflichtgefühl gegeben wird, zur rechten Zeit, am rechten Ort, einem würdigen Empfänger, ohne etwas zurückzuerwarten.

Anna Dana bei Swami Sivananda

Swami Sivananda legte großen Wert auf Anna Dana und den Dienst an Armen und Kranken. Schon in seinen frühen Jahren in Rishikesh teilte er seine Nahrung mit anderen Sadhus und versorgte Kranke. Im Sivananda Ashram der Divine Life Society werden bis heute regelmäßig Sadhus, Pilger und Bedürftige gespeist. Swami Sivananda lehrte: „Gib, gib, gib“ – das Geben reinigt das Herz, überwindet Selbstsucht und öffnet für die göttliche Gnade.

Anna Dana in der indischen Tradition

  • Tempel: In vielen indischen Tempeln wird täglich kostenlos Essen ausgegeben, oft an Tausende Menschen. Die gesegnete Speise heißt Prasad.
  • Ashrams: In Ashrams werden Pilger und Sadhus traditionell verköstigt.
  • Feste: Zu religiösen Festen, Geburtstagen, Todestagen und besonderen Anlässen wird Anna Dana durchgeführt, oft verbunden mit Puja und Kirtan.
  • Sikh-Tradition: Der Langar, die kostenlose Gemeinschaftsküche in jedem Gurdwara, ist eine bekannte Form der Nahrungsspende für alle Menschen unabhängig von Herkunft und Religion.
  • Gedenken an Verstorbene: Anna Dana wird oft zum Gedenken an Verstorbene geübt, im Glauben, dass das Verdienst (Punya) ihnen zugutekommt.

Anna Dana und die fünf Opfer

In der vedischen Tradition gibt es die fünf täglichen Opfer (Pancha Maha Yajna). Eines davon ist Manushya Yajna, das Opfer für die Menschen, das vor allem in der Gastfreundschaft und im Speisen von Gästen und Bedürftigen besteht. Ein weiteres ist Bhuta Yajna, das Opfer für die Tiere und anderen Wesen, etwa indem man Tiere füttert. Anna Dana verwirklicht so den Gedanken, dass der Mensch Teil eines großen Kreislaufs des Gebens und Nehmens ist.

Anna Dana im Alltag

Anna Dana kann auch im modernen Alltag geübt werden:

  • Gäste herzlich bewirten
  • Bedürftigen eine Mahlzeit schenken oder spenden
  • Tafeln, Suppenküchen und Hilfsprojekte unterstützen
  • Lebensmittel nicht verschwenden, sondern teilen
  • Bei Festen und Satsangs gemeinsam essen und Prasad verteilen
  • Vor dem Essen ein Tischgebet sprechen und die Nahrung als Gabe Gottes annehmen

Siehe auch


Annaprashana , Sanskrit अन्नप्राशन annaprāśana n. , erste Fütterung des Kindes mit Reis. Annaprashana ist ein Sanskrit Substantiv sächlichen Geschlechts und bedeutet auf Deutsch erste Fütterung des Kindes mit Reis.

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Verschiedene Schreibweisen für Annaprashana

Sanskrit wird in Indien in der Devanagari Schrift geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird die Devanagari Schrift in die Römische Schrift transkribiert. Annaprashana auf Devanagari wird geschrieben अन्नप्राशन, in der wissenschaftlichen IAST Transliteration mit diakritischen Zeichen wird dieses Wort geschrieben " annaprāśana ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " annaprAzana ", in der Velthuis Transkription " annapraa"sana ", in der modernen Internet Itrans Transkription " annaprAshana ", in der SLP1 Transliteration " annaprASana ", in der IPA Schrift " ənnəprɑːɕənə ".

Video zum Thema Annaprashana

Annaprashana ist ein Wort aus der Sanskrit Sprache. Sanskrit ist auch die Sprache von Ayurveda und Yoga. Hier ein Video zu diesem Thema:

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Quelle

Diese beiden Sanskrit Wörterbücher werden auch als Petersburger Wörterbücher bezeichnet.

Siehe auch

Zusammenfassung Sanskrit-Deutsch

Annaprashana Deutsche Übersetzung

Das Sanskrit Wort Annaprashana kann übersetzt werden ins Deutsche mit erste Fütterung des Kindes mit Reis.