Chandograshulapani Puja nach dem Brihat Tantrasara

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Chandograshulapani Puja nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Shiva als Chandograshulapani zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Sechseck mit achtblättrigem Lotus, Verehrungsgaben; zur besonderen Homa-Ergänzung rote Wasserlilien.

Umfang und Überlieferung

Die ausgeschriebene Formel löst Pranava, Maya und Kurcha in den hier üblichen Lauten auf. Die nachfolgenden wunschorientierten Homas sind nicht Teil dieser Puja.

Hauptmantra

oṃ hrīṃ hūṃ śivāya phaṭ

Bedeutung und Funktion: Om Hrim Hum, Shiva, Phat.

Durchführung

  1. Bereite ein Sechseck mit achtblättrigem Lotus vor und ordne den Grundmantra in der Mitte an.
  2. Vergegenwärtige Brahma als Rishi, Gayatri als Metrum und Chandogra als Gottheit. Führe den sechsfachen Nyasa mit dem Bija und den langen Vokalen aus.
  3. Meditiere den kristallhellen, vierarmigen Gott mit Dreizack, Schädelschale, Schlinge und Stachel.
  4. Verehre ihn und vollziehe das Japa tagsüber mit reiner Gesinnung. Als Purascharana werden 5.000 Japa und 500 Homa mit roten Wasserlilien genannt.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-1323 · 70 (Auszug)
caṇḍograśūlapāṇimantrāḥ
atha vidyābhedāḥ |
kubjikātantre:
praṇavañca tato māyāṃ kūrcabījaṃ samuddharet |
śivāyeti phaḍantañca caṇḍogro'yaṃ mahāmanuḥ |
caṇḍograśūlapāṇeśca mantraḥ sarvārthasādhakaḥ
|| 70 ||

Die Mantras des Caṇḍograśūlapāṇi. Nun die verschiedenen Vidyās. Im Kubjikātantra: „Man nehme Praṇava, dann Māyā und das Kūrca-Bīja; darauf śivāya und abschließend phaṭ. Dies ist das große Caṇḍogra-Mantra. Das Mantra des Caṇḍograśūlapāṇi verwirklicht sämtliche Ziele.“ [śivāya bedeutet „für Śiva“; Caṇḍograśūlapāṇi ist der grimmige, gewaltige Träger des Dreizacks.]


P2-1324 · 71
asya brahmā ṛṣirgāyatrīcchando māyā bījaṃ devaścaṇḍogra īritaḥ |
ṣaḍdīrghabhājā bījena tārādyena ṣaḍaṅgakam
|| 71 ||

Sein Seher ist Brahmā, das Versmaß Gāyatrī, das Bīja Māyā; die Gottheit wird Caṇḍogra genannt. „Mit dem Bīja, versehen mit den sechs langen Vokalen und mit Tārā am Anfang, bilde man die sechs Glieder.“


P2-1325 · 72
dhyānantu:
śuddhasphaṭikasaṅkāśaṃ caturbāhuṃ kirīṭinam |
śūlaṃ kapālaṃ dakṣe tu vāme tu pāśamaṃkuśam |
surāpānarasāviṣṭaṃ sādhakābhīṣṭadāyakam
|| 72 ||

Die Meditation: „[Man meditiere über ihn,] der reinem Bergkristall gleicht, vier Arme hat und eine Krone trägt; rechts hält er Dreizack und Schädelschale, links Schlinge und Elefantenhaken. Er ist vom Genuss des alkoholischen Getränks erfüllt und gewährt dem Praktizierenden das Ersehnte.“


P2-1326 · 73
dhyātvā sampūjya deveśaṃ pañcasahasraṃ japenmanum |
daśāṃśaṃ saṃskṛte vahnau hunedraktotpalena ca
|| 73 ||

„Nachdem man so meditiert und den Herrn der Götter verehrt hat, wiederhole man das Mantra fünftausendmal. Ein Zehntel dieser Zahl opfere man mit roten Wasserlilien im rituell bereiteten Feuer.“


P2-1330 · 77
ṣaṭkoṇāṣṭadalaṃ
padmaṃ madhye mūlaṃ prapūjayet |
kevalaṃ śuddhabhāvena haviṣyāśī divā japet
|| 77 ||

„Man verehre das Grund[mantra beziehungsweise die Gottheit] in der Mitte eines Sechsecks und eines achtblättrigen Lotus. Mit ausschließlich reiner Gesinnung und von opfergeeigneter Speise lebend vollziehe man tagsüber Japa.“


P2-1331 · 78
asya puraścaraṇamātreṇa na ca vighnairvilipyate |
asyaiva japamātreṇa sarvasiddhimupālabhet
|| 78 ||

„Schon durch sein Puraścaraṇa wird man nicht von Hindernissen befleckt. Allein durch die Wiederholung dieses [Mantras] erlangt man sämtliche Vollkommenheiten.“


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-1323 · 70 (Auszug)
चण्डोग्रशूलपाणिमन्त्राः
अथ विद्याभेदाः ।
कुब्जिकातन्त्रे:
प्रणवञ्च ततो मायां कूर्चबीजं समुद्धरेत् ।
शिवायेति फडन्तञ्च चण्डोग्रोऽयं महामनुः ।
चण्डोग्रशूलपाणेश्च मन्त्रः सर्वार्थसाधकः
॥ ७० ॥

P2-1324 · 71
अस्य ब्रह्मा ऋषिर्गायत्रीच्छन्दो माया बीजं देवश्चण्डोग्र ईरितः ।
षड्दीर्घभाजा बीजेन ताराद्येन षडङ्गकम्
॥ ७१ ॥

P2-1325 · 72
ध्यानन्तु:
शुद्धस्फटिकसङ्काशं चतुर्बाहुं किरीटिनम् ।
शूलं कपालं दक्षे तु वामे तु पाशमंकुशम् ।
सुरापानरसाविष्टं साधकाभीष्टदायकम्
॥ ७२ ॥

P2-1326 · 73
ध्यात्वा सम्पूज्य देवेशं पञ्चसहस्रं जपेन्मनुम् ।
दशांशं संस्कृते वह्नौ हुनेद्रक्तोत्पलेन च
॥ ७३ ॥

P2-1330 · 77
षट्कोणाष्टदलं
पद्मं मध्ये मूलं प्रपूजयेत् ।
केवलं शुद्धभावेन हविष्याशी दिवा जपेत्
॥ ७७ ॥

P2-1331 · 78
अस्य पुरश्चरणमात्रेण न च विघ्नैर्विलिप्यते ।
अस्यैव जपमात्रेण सर्वसिद्धिमुपालभेत्
॥ ७८ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-1323–P2-1326, P2-1330–P2-1331


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