Mala Weihe mit den fünf Shiva-Mantras nach dem Brihat Tantrasara
Mala Weihe mit den fünf Shiva-Mantras nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um eine Gebetskette für das Mantra Japa zu weihen.
Umfang und Überlieferung
Dieser Artikel behandelt genau die bezeichnete Praxis. Material- und Quellenvarianten werden als Alternativen gelesen; die Sanskritbelege bewahren die Unterschiede.
Durchführung
- Wähle die Perlen und den Faden nach den Vorschriften des Abschnitts und fädle die Mala mit ihrer Meru-Perle auf.
- Bereite die vorgeschriebene Blattanordnung und die rituellen Wasch- und Duftgaben vor.
- Vollziehe Reinigung, Salbung, Räucherung und Besprechung in der Reihenfolge der fünf Shiva-Mantras. Ihre vollständigen Sanskritfassungen stehen bei den jeweiligen Quellenbelegen.
- Verehre die Mala mit dem eigenen Grundmantra, führe die ausdrücklich genannten Wiederholungen und gegebenenfalls Homa aus und widme sie der regelmäßigen Praxis.
Sanskrit und deutsche Übersetzung
P1-0289 · 89
atha mālāsaṃskāra :
yāmale : apratiṣṭhitamālābhirmantraṃ japati yo naraḥ | sarva
tanniṣphalaṃ vidyāt kruddhā bhavati devatā
|| 89 ||
Nun die Weihe der Mālā. Im Yāmala: Wer mit ungeweihten Mālās einen Mantra rezitiert, dessen gesamte Praxis gilt als fruchtlos; die Gottheit wird erzürnt.
P1-0290 · 90
sanatkumāre : kārpāsasambhavaṃ sūtraṃ
dharmakāmārthamokṣadam | tacca vipendrakanyābhirnirmitañca
suśobham
|| 90 ||
Im Sanatkumāra: Eine aus Baumwolle gefertigte Schnur gewährt Dharma, Wunscherfüllung, Besitz und Befreiung. Besonders schön ist sie, wenn sie von Töchtern hervorragender Brahmanen angefertigt wurde.
P1-0291 · 91
śvetaṃ raktaṃ tathā kṛṣṇaṃ paṭṭasūtramāthāpi
vā | śāntivaśyābhicāreṣu mokṣaiśvaryajayeṣu ca | śuklaṃ raktaṃ
tathā pītaṃ kṛṣṇaṃ varṇeṣu ca kramāt | sarveṣāmeva varṇānāṃ
raktaṃ sarvepsitapradam
|| 91 ||
Weiße, rote oder schwarze Schnur, auch Seidenschnur, [wird verwendet] bei Befriedung, Unterwerfung und feindgerichteter Handlung sowie bei Befreiung, Herrschaft und Sieg. Für die sozialen Klassen gelten der Reihe nach Weiß, Rot, Gelb und Schwarz. Für sämtliche Klassen gewährt Rot alles Gewünschte. [Die erste Aufzählung enthält keine eindeutige Einzelzuordnung sämtlicher Zwecke zu den Farben.]
P1-0292 · 92
triguṇaṃ triguṇīkṛtya grathayet
śilpaśāstrataḥ | maṇiratnapramāṇasya sūtraṃ kruyādvicakṣaḥ
|| 92 ||
Man nehme drei Fäden und verdreifache sie nochmals, und fädle nach der Handwerkslehre. Der Verständige fertige die Schnur entsprechend der Größe der Perlen und Edelsteine.
P1-0293 · 93
ekaikaṃ mātṛkāvarṇaṃ satāraṃ prajapet sudhīḥ | mālāmādāya
sūtreṇa grathayenmadhyamadhyataḥ
|| 93 ||
Der Verständige rezitiere jeden einzelnen Mātṛkā-Buchstaben zusammen mit Tāra [oṃ]. Er nehme die Perlen und fädle sie auf die Schnur, indem er jeweils einen Zwischenraum belässt.
P1-0294 · 94
brahmagranthiṃ
vidhāyetthaṃ meruñca granthisaṃyutam | grathayitvā puro mālāṃ
tataḥ saṃskāramārabhet
|| 94 ||
So knüpfe er Brahma-Knoten und versehe auch den Meru mit einem Knoten. Nachdem die Mālā vollständig aufgefädelt ist, beginne er ihre Weihe.
P1-0295 · 95
kasyacinmate mūlavidyayā grathayet |
tathā ca ekavīrākalpe : mātṛkāvarṇato granthiṃ vidyayā
vātha kārayet | suvarṇādiguṇairvāpi grathayet sādhakottamaḥ |
brahmagranthi tato dadyānnāgapāśamathāpi vā | kavacenātha
vadhnīyānmālāṃ dhyānaparāyaṇaḥ sarvaśeṣaṃ tato meruṃ
sūtradvayasamanvitam | grathayettārayogena badhnīyāt
sādhakottamaḥ | evaṃ niṣpādya deveśi pratiṣṭhāñca samācaret
|| 95 ||
Nach anderer Auffassung soll man mit der Grund-Vidyā auffädeln. So im Ekavīrākalpa: Der beste Übende knüpfe die Knoten mit den Mātṛkā-Buchstaben oder mit der Vidyā; er kann auch auf Goldfäden und ähnlichen Schnüren auffädeln. Danach knüpfe er einen Brahma-Knoten oder eine Nāga-Schlinge. Der der Meditation Hingegebene binde die Mālā mit der Kavaca-Formel. Zuletzt fädle der beste Übende den Meru auf zwei Schnurenden auf und binde ihn unter Verwendung des Tāra. Hat man sie so fertiggestellt, o Herrin der Götter, soll man die Einsetzung vollziehen.
P1-0296 · 96
gautamīye : mukhe mukhantu saṃyojya pucche pucchaṃ niyojayet
| gopucchasadṛśī mālā yadvā sarpākṛtiḥ śubhā
|| 96 ||
Im Gautamīya: Man verbinde Vorderseite mit Vorderseite und Rückseite mit Rückseite. Eine Mālā in der Form eines Kuhschwanzes oder einer Schlange ist günstig.
P1-0297 · 97
mukhapucchaniyamastu chandaḥsāreḥ rudrākṣasyonnataṃ
proktaṃ mukhaṃ pucchantu nimnagam | kamalākṣasya
sūkṣmāṃśaṃ savindudvitayaṃ mukhaṃ | savindukasya
sthūlāṃśaṃ pucchaṃ ślakṣamiti smṛtam | evaṃ jñātvā mukhaṃ
pucchaṃ rudrākṣāmbhoruhākṣayoḥ tvaṃ sajātīyamekākṣaṃ
merutvenāgrato nyaset
|| 97 ||
Die Regel für Vorder- und Rückseite im Chandaḥsāra: Bei Rudrākṣa heißt die erhabene Seite Vorderseite, die vertiefte Rückseite. Beim Lotussamen heißt der schmale Teil mit zwei Punkten Vorderseite, der dicke, glatte Teil mit einem Punkt Rückseite. Nachdem man so Vorder- und Rückseite von Rudrākṣa und Lotussamen erkannt hat, setze man vorne eine einzelne Perle derselben Art als Meru ein.
P1-0298 · 98
ekaikaṃ maṇimādāya brahmagranthiṃ
prakalpayet | ekaikaṃ mātṛkāvarṇaṃ grathanādau tu saṃjapet
|| 98 ||
Man nehme jede einzelne Perle und knüpfe einen Brahma-Knoten. Beim Beginn jedes Auffädelns rezitiere man einen Mātṛkā-Buchstaben.
P1-0299 · 99
granthiniyamastatraiva : trirāvṛttigranthikena tathārddhena
vidhīyate | sārddhadvayāvarttanena granthiṃ kuryāt yathā dṛḍham |
ityetābhyāmicchā vikalpaḥ
|| 99 ||
Die Knotenregel ebendort: Vorgeschrieben wird ein Knoten mit drei und einer halben Windung. [Eine andere Aussage lautet:] Man knüpfe den Knoten mit zweieinhalb Windungen so, dass er fest ist. Zwischen diesen beiden Vorgaben besteht freie Wahl.
P1-0300 · 100
kālikāpurāṇeḥ : brahmagranthiyutaṃ kuryāt pratibījaṃ
yathāsthitam | athavā granthirahitaṃ dṛḍharajjusamanvitam | evaṃ
nirmāya mālāṃ vai śodhayenmunisattama
|| 100 ||
Im Kālikāpurāṇa: Man versehe jede einzelne Perle an ihrer Stelle mit einem Brahma-Knoten oder fertige die Mālā ohne Knoten mit einer festen Schnur. Nachdem sie so hergestellt ist, reinige man sie, o bester Weiser.
P1-0301 · 1
aśvatthapatranavakaiḥ padmākārantu kalpayet | tanmadhye
sthāpayenmālāṃ mātṛkāmūlamuccaran | kṣālayet pañcagavyena
sadyojātena sajjalaiḥ
|| 1 ||
Man bilde aus neun Aśvattha-Blättern eine Lotusform und lege die Mālā in ihre Mitte, während man die Mātṛkā und den Grundmantra spricht. Man wasche sie mit den fünf Kuhprodukten und Wasser unter Rezitation des Sadyojāta-Mantras.
P1-0302 · 3
sadyojātamantrastu : oṃ sadyojātaṃ prapadyāmi sadyojātāya
vai namaḥ | bhave bhavenādibhave bhajasva māṃ bhavedbhavāya vai
namaḥ | candanāguru - gandhādyairvāmadevena gharṣayet |
vāmadevamantrasu : oṃ vāmadevāya namo jyeṣṭhāya namo
rudrāya namaḥ kālāya namaḥ kalavikaraṇāya namo balavikaraṇāya
namo bala pramathanāya namaḥ sarvabhūtadamanāya namo
manonmathanāya | dhūpayettāmaghoreṇa |
aghoramantrasu : oṃ aghorebhyo'tha ghirebhyo
ghoraghoratarebhyaḥ sarvataḥ sarvasarvebhyo namaste'stu
rudrarūpebhyaḥ | lepayettatpuruṣeṇa tu |
tatpuruṣamantrastu : oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya
dhīmahi tatro rudraḥ pracodayāt | mantrayet pañcamenaivaṃ
pratyekantu śataṃ śatam | meruñca mantrayecaiva mūlena ca śataṃ
śatam |
muṇḍamālāyam : pañcamenaiva mantreṇa pratyekantu śataṃ
śatam | meruñca pañcamenaiva tathā mantreṇa mantraye | pratyekantu
sakṛt sakṛditi vā | tatraiva : pratyekaṃ mantrayenmantrī pañcamena
sakṛt sakṛditi |
tathā ca gautamīye samudāyamālāmadhikṛtya : pañcamenaiva
sūktena śatānyūnena mantrayediti darśanānmālāyāṃ vā
śatajapaḥ kāryaḥ |
pañcamantrastu : oṃ īśānaḥ sarvavidyānāmīśvaraḥ
sarvabhūtānāṃ brahmādhipatirbrahmaṇo'dhipatiḥ brahmā śivo
me'stu sadāśivom | pratyekantu sakṛt sakṛditi vā |
tathā ca tatraiva : pratyekaṃ mantrayenmantrī pañcamena sakṛt |
tatrā bāhya yajeddevaṃ yathāvibhavavistaraiḥ
|| 3 ||
Der Sadyojāta-Mantra: „Oṃ. Zu Sadyojāta nehme ich Zuflucht; Sadyojāta sei Verehrung. In Geburt um Geburt, im Nicht-Geborenwerden [die Vorlage bhavenādibhave ist beschädigt], wende dich mir zu. Dem Entstehen des Werdens sei Verehrung.“ Man reibe die Mālā mit Sandelholz, Adlerholz und anderen Duftstoffen ein, während man Vāmadeva rezitiert. Der Vāmadeva-Mantra: „Oṃ. Vāmadeva sei Verehrung; dem Ältesten Verehrung; Rudra Verehrung; der Zeit Verehrung; dem Umgestalter der Teile Verehrung; dem Umgestalter der Kräfte Verehrung; dem Zerschmetterer der Kraft Verehrung; dem Bändiger aller Wesen Verehrung; dem Erschütterer des Geistes Verehrung.“ Man beräuchere sie mit Aghora. Der Aghora-Mantra: „Oṃ. Den nicht Furchtbaren und den Furchtbaren und den noch furchtbareren Furchtbaren – überall, allen sämtlichen Rudra-Gestalten sei meine Verehrung.“ Man bestreiche sie mit Tatpuruṣa. Der Tatpuruṣa-Mantra: „Oṃ. Jenen Puruṣa möchten wir erkennen; über Mahādeva meditieren wir. Möge Rudra uns dazu anregen.“ Dann bespreche man jede einzelne Perle hundertmal mit dem fünften Mantra, ebenso den Meru und [die Perlen] hundertmal mit dem Grundmantra. Im Muṇḍamālā: Jede einzelne Perle hundertmal mit dem fünften Mantra und ebenso den Meru mit diesem; oder jeweils nur einmal. Ebendort: Der Mantrakundige bespreche jede einzelne mit dem fünften jeweils einmal. Da im Gautamīya über die Mālā als Ganzes gesagt wird, man solle sie mit dem fünften Sūkta „mit nicht weniger als hundert“ besprechen, soll man alternativ über der ganzen Mālā hundertmal rezitieren. Der fünfte Mantra: „Oṃ. Īśāna ist Herr sämtlicher Wissensgebiete, Īśvara aller Wesen, Herr des Brahman, Herr Brahmās. Brahman, Śiva sei mir [gegenwärtig], Sadāśiva, oṃ.“ Oder jede einzelne nur einmal; denn ebendort heißt es: „Der Mantrakundige bespreche jede einzelne einmal mit dem fünften.“ Danach verehre man die Gottheit äußerlich entsprechend den verfügbaren Mitteln und in angemessener Ausführlichkeit. [Die Originalzählung überspringt 2. Die Mantra-Lesungen enthalten ghirebhyo statt ghorebhyo und tatro statt tanno; die deutschen Bezüge sind aus dem Zusammenhang erschlossen, der Sanskritwortlaut bleibt sichtbar erhalten.]
P1-0303 · 4
mālāyāḥ
prāṇapratiṣṭhānantaraṃ devatāṃ pūjayet |
tathā ca sanatkumāratantre : saṃskṛtyaivaṃ budho mālāṃ
tatprāṇāṇāṃstatra yojayet mūlamantreṇa tāṃ mālāṃ pūjayed
dvijasattamaḥ
|| 4 ||
Nach der Einsetzung der Lebenskraft in die Mālā soll man die Gottheit verehren. So im Sanatkumāratantra: Nachdem der Verständige die Mālā so geweiht hat, verbinde er ihre Lebenskräfte mit ihr. Der beste Zweimalgeborene verehre die Mālā mit dem Grundmantra.
P1-0304 · 5
vārāhītantre : māle māle mahāmāle sarvatattvasvarūpiṇi
caturvargasatvayi nyastastasmānme siddhidā bhava | māyābījādikaṃ
kṛtvā raktapuṣpaiḥ samarcayet | iti śaktiviṣayam
|| 5 ||
Im Vārāhītantra: „O Mālā, Mālā, große Mālā, deren Wesen sämtliche Grundprinzipien sind! Die vier Lebensziele sind in dich gelegt; darum verleihe mir Vollendung.“ Man setze das Māyā-Bīja voran und verehre sie mit roten Blumen. Dies betrifft Śakti.
P1-0305 · 6
viṣṇu - viṣaye tu yāmale : vāgbhavañca tathā
lakṣmīmakṣādimālikāṃ tataḥ | ṅe'ntāṃ hṛdayavarṇāntāṃ
mantreṇānena pūjayet | mantrayenmūlamantreṇa
krameṇotkramayogataḥ : tathaiva mātṛkāvarṇairmantrayettantu
mantravit
|| 6 ||
Für Viṣṇu heißt es dagegen im Yāmala: Zuerst Vāgbhava, dann Lakṣmī, danach akṣamālikā mit Dativendung und am Schluss das Herz-Wort: Mit diesem Mantra soll man verehren. Man bespreche sie mit dem Grundmantra vorwärts und rückwärts, ebenso mit den Mātṛkā-Buchstaben; so verfahre der Mantrakundige. [Die Formel ist verschlüsselt: Vāgbhava und Lakṣmī bezeichnen Bījas, das Herz-Wort gewöhnlich namaḥ; die Quelle schreibt die rezitierbare Gesamtform nicht aus.]
P1-0306 · 7
yoginīhṛdaye : homakarma tataḥ kuryāddevatābhāvasiddhaye |
aṣṭottaraśataṃ hutvā sampātājyaṃ vinikṣipet
|| 7 ||
Im Yoginīhṛdaya: Danach soll man das Feueropfer vollziehen, um die Gegenwart der Gottheit zu verwirklichen. Nach 108 Opfergaben gebe man das verbleibende beziehungsweise zusammenfließende Opfer-Ghī auf die Mālā.
P1-0307 · 8
homakarmaṇyaśaktaśceddviguṇaṃ japamācaret | nānyamantraṃ
japenmantrī kampayenna vidhūnayet
|| 8 ||
Ist man zum Feueropfer nicht imstande, führe man die doppelte Japa-Zahl aus. Der Mantrapraktizierende soll [auf dieser Mālā] keinen anderen Mantra rezitieren, sie nicht zittern lassen und nicht schütteln.
P1-0308 · 9
kampanāt siddhihāniḥ
syādadhūnanaṃ bahuduḥkhadam | śabde jāte bhavedrogaḥ
karabhraṣṭā vināśakṛt
|| 9 ||
Durch Zittern geht die Vollendung verloren; Schütteln bringt viel Leid. Entsteht ein Geräusch, tritt Krankheit ein; fällt sie aus der Hand, verursacht sie Vernichtung.
P1-0309 · 10
chinne sūtre
bhavenmṛtyustasmādyatnaparo bhavet
|| 10 ||
Reißt die Schnur, tritt Tod ein. Darum soll man besonders sorgfältig sein.
P1-0310 · 11
japānte karṇadeśe vā uccadeśe'thavā nyaset |
oṃ tvaṃ māle sarvadevānāṃ sarvasiddhipradā matā |
tena satyena me siddhiṃ dehi mātarnamo'stu te ityuktā paripūjyārtha
gopayedyatnato gṛhī
|| 11 ||
Am Ende des Japa lege man sie an die Ohrgegend oder an einen erhöhten Ort. Man spreche: „Oṃ. Du, o Mālā, giltst als Geberin sämtlicher Vollendungen aller Gottheiten. Durch diese Wahrheit verleihe mir Vollendung, o Mutter; dir sei Verehrung.“ Nachdem er so gesprochen und sie verehrt hat, bewahre der Hausvater sie sorgfältig verborgen.
P1-0311 · 12
kāmanābhede aṃ"gulīniyamamāha gautamīye :
tarjanyaṃguṣṭhayogena śatrūcāṭanakarmaṇi |
aṃguṣṭhamadhyamāyogāt sarvasiddhiḥ suniścitā
|| 12 ||
Die Fingerregel für unterschiedliche Wünsche nennt das Gautamīya: Bei der Vertreibung von Feinden verwendet man Zeigefinger und Daumen. Bei Verbindung von Daumen und Mittelfinger ist jede Vollendung gewiss.
P1-0312 · 13
aṃguṣṭhānāmikā yogāduccāṭocchādane mate |
jyeṣṭhākaniṣṭhāyogena śatruṇāṃ nāśanaṃ matam
|| 13 ||
Die Verbindung von Daumen und Ringfinger wird für Vertreibung und Beseitigung vorgeschrieben; durch Verbindung des „ältesten Fingers“ [hier wohl Daumen] mit dem kleinen Finger gilt die Vernichtung von Feinden als erreichbar. [Jyeṣṭha ist als Fingerbezeichnung nicht eindeutig.]
P1-0313 · 14
vaiśampāyena saṃhitāyām : aṃguṣṭhamadhyamābhyāñca
cālayenmadhyamadhyataḥ | tarjanyā na spṛśedenāṃ muktido
gaṇanakramaḥ
|| 14 ||
In der Vaiśampāyanasaṃhitā: Man bewege die Perlen mit Daumen und Mittelfinger jeweils durch ihre Mitte. Man soll die Mālā nicht mit dem Zeigefinger berühren. Diese Zählweise gewährt Befreiung.
P1-0314 · 15
jīrṇe sūtre punaḥ sūtraṃ grathayitvā śataṃ
japet | pramādāt patitā hastāt śatamaṣṭottaraṃ japet |
japenniṣiddhasaṃsparśaṃ kṣālayitvāyathoditam
|| 15 ||
Ist die Schnur abgenutzt, fädle man sie auf eine neue Schnur und rezitiere hundertmal. Fällt die Mālā aus Unachtsamkeit aus der Hand, rezitiere man 108-mal. Nach einer verbotenen Berührung wasche man sie nach der genannten Regel und rezitiere [die vorgeschriebene Anzahl].
P1-0315 · 16
chinne'pi aṣṭottaraśatajapaḥ kāryaḥ |
taduktaṃ kubjikātantre : chinne sūtre punaḥ sūtraṃ grathayitvā
śataṃ japediti | karabhraṣṭa - chinnayostulyaphalakatvāt
|| 16 ||
Auch bei einem Riss soll man 108-mal rezitieren. Im Kubjikātantra heißt es: „Reißt die Schnur, fädle man auf eine neue Schnur und rezitiere hundertmal.“ [Der Verfasser begründet seine zuvor genannte 108-Regel] damit, dass Fallenlassen und Reißen dieselbe Wirkung haben. [Die beiden Zahlen sind in der Quelle verschieden und werden nicht still vereinheitlicht.]
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.
P1-0289 · 89
अथ मालासंस्कार :
यामले : अप्रतिष्ठितमालाभिर्मन्त्रं जपति यो नरः । सर्व
तन्निष्फलं विद्यात् क्रुद्धा भवति देवता
॥ ८९ ॥
P1-0290 · 90
सनत्कुमारे : कार्पाससम्भवं सूत्रं
धर्मकामार्थमोक्षदम् । तच्च विपेन्द्रकन्याभिर्निर्मितञ्च
सुशोभम्
॥ ९० ॥
P1-0291 · 91
श्वेतं रक्तं तथा कृष्णं पट्टसूत्रमाथापि
वा । शान्तिवश्याभिचारेषु मोक्षैश्वर्यजयेषु च । शुक्लं रक्तं
तथा पीतं कृष्णं वर्णेषु च क्रमात् । सर्वेषामेव वर्णानां
रक्तं सर्वेप्सितप्रदम्
॥ ९१ ॥
P1-0292 · 92
त्रिगुणं त्रिगुणीकृत्य ग्रथयेत्
शिल्पशास्त्रतः । मणिरत्नप्रमाणस्य सूत्रं क्रुयाद्विचक्षः
॥ ९२ ॥
P1-0293 · 93
एकैकं मातृकावर्णं सतारं प्रजपेत् सुधीः । मालामादाय
सूत्रेण ग्रथयेन्मध्यमध्यतः
॥ ९३ ॥
P1-0294 · 94
ब्रह्मग्रन्थिं
विधायेत्थं मेरुञ्च ग्रन्थिसंयुतम् । ग्रथयित्वा पुरो मालां
ततः संस्कारमारभेत्
॥ ९४ ॥
P1-0295 · 95
कस्यचिन्मते मूलविद्यया ग्रथयेत् ।
तथा च एकवीराकल्पे : मातृकावर्णतो ग्रन्थिं विद्यया
वाथ कारयेत् । सुवर्णादिगुणैर्वापि ग्रथयेत् साधकोत्तमः ।
ब्रह्मग्रन्थि ततो दद्यान्नागपाशमथापि वा । कवचेनाथ
वध्नीयान्मालां ध्यानपरायणः सर्वशेषं ततो मेरुं
सूत्रद्वयसमन्वितम् । ग्रथयेत्तारयोगेन बध्नीयात्
साधकोत्तमः । एवं निष्पाद्य देवेशि प्रतिष्ठाञ्च समाचरेत्
॥ ९५ ॥
P1-0296 · 96
गौतमीये : मुखे मुखन्तु संयोज्य पुच्छे पुच्छं नियोजयेत्
। गोपुच्छसदृशी माला यद्वा सर्पाकृतिः शुभा
॥ ९६ ॥
P1-0297 · 97
मुखपुच्छनियमस्तु छन्दःसारेः रुद्राक्षस्योन्नतं
प्रोक्तं मुखं पुच्छन्तु निम्नगम् । कमलाक्षस्य
सूक्ष्मांशं सविन्दुद्वितयं मुखं । सविन्दुकस्य
स्थूलांशं पुच्छं श्लक्षमिति स्मृतम् । एवं ज्ञात्वा मुखं
पुच्छं रुद्राक्षाम्भोरुहाक्षयोः त्वं सजातीयमेकाक्षं
मेरुत्वेनाग्रतो न्यसेत्
॥ ९७ ॥
P1-0298 · 98
एकैकं मणिमादाय ब्रह्मग्रन्थिं
प्रकल्पयेत् । एकैकं मातृकावर्णं ग्रथनादौ तु संजपेत्
॥ ९८ ॥
P1-0299 · 99
ग्रन्थिनियमस्तत्रैव : त्रिरावृत्तिग्रन्थिकेन तथार्द्धेन
विधीयते । सार्द्धद्वयावर्त्तनेन ग्रन्थिं कुर्यात् यथा दृढम् ।
इत्येताभ्यामिच्छा विकल्पः
॥ ९९ ॥
P1-0300 · 100
कालिकापुराणेः : ब्रह्मग्रन्थियुतं कुर्यात् प्रतिबीजं
यथास्थितम् । अथवा ग्रन्थिरहितं दृढरज्जुसमन्वितम् । एवं
निर्माय मालां वै शोधयेन्मुनिसत्तम
॥ १०० ॥
P1-0301 · 1
अश्वत्थपत्रनवकैः पद्माकारन्तु कल्पयेत् । तन्मध्ये
स्थापयेन्मालां मातृकामूलमुच्चरन् । क्षालयेत् पञ्चगव्येन
सद्योजातेन सज्जलैः
॥ १ ॥
P1-0302 · 3
सद्योजातमन्त्रस्तु : ॐ सद्योजातं प्रपद्यामि सद्योजाताय
वै नमः । भवे भवेनादिभवे भजस्व मां भवेद्भवाय वै
नमः । चन्दनागुरु - गन्धाद्यैर्वामदेवेन घर्षयेत् ।
वामदेवमन्त्रसु : ॐ वामदेवाय नमो ज्येष्ठाय नमो
रुद्राय नमः कालाय नमः कलविकरणाय नमो बलविकरणाय
नमो बल प्रमथनाय नमः सर्वभूतदमनाय नमो
मनोन्मथनाय । धूपयेत्तामघोरेण ।
अघोरमन्त्रसु : ॐ अघोरेभ्योऽथ घिरेभ्यो
घोरघोरतरेभ्यः सर्वतः सर्वसर्वेभ्यो नमस्तेऽस्तु
रुद्ररूपेभ्यः । लेपयेत्तत्पुरुषेण तु ।
तत्पुरुषमन्त्रस्तु : ॐ तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय
धीमहि तत्रो रुद्रः प्रचोदयात् । मन्त्रयेत् पञ्चमेनैवं
प्रत्येकन्तु शतं शतम् । मेरुञ्च मन्त्रयेचैव मूलेन च शतं
शतम् ।
मुण्डमालायम् : पञ्चमेनैव मन्त्रेण प्रत्येकन्तु शतं
शतम् । मेरुञ्च पञ्चमेनैव तथा मन्त्रेण मन्त्रये । प्रत्येकन्तु
सकृत् सकृदिति वा । तत्रैव : प्रत्येकं मन्त्रयेन्मन्त्री पञ्चमेन
सकृत् सकृदिति ।
तथा च गौतमीये समुदायमालामधिकृत्य : पञ्चमेनैव
सूक्तेन शतान्यूनेन मन्त्रयेदिति दर्शनान्मालायां वा
शतजपः कार्यः ।
पञ्चमन्त्रस्तु : ॐ ईशानः सर्वविद्यानामीश्वरः
सर्वभूतानां ब्रह्माधिपतिर्ब्रह्मणोऽधिपतिः ब्रह्मा शिवो
मेऽस्तु सदाशिवोम् । प्रत्येकन्तु सकृत् सकृदिति वा ।
तथा च तत्रैव : प्रत्येकं मन्त्रयेन्मन्त्री पञ्चमेन सकृत् ।
तत्रा बाह्य यजेद्देवं यथाविभवविस्तरैः
॥ ३ ॥
P1-0303 · 4
मालायाः
प्राणप्रतिष्ठानन्तरं देवतां पूजयेत् ।
तथा च सनत्कुमारतन्त्रे : संस्कृत्यैवं बुधो मालां
तत्प्राणाणांस्तत्र योजयेत् मूलमन्त्रेण तां मालां पूजयेद्
द्विजसत्तमः
॥ ४ ॥
P1-0304 · 5
वाराहीतन्त्रे : माले माले महामाले सर्वतत्त्वस्वरूपिणि
चतुर्वर्गसत्वयि न्यस्तस्तस्मान्मे सिद्धिदा भव । मायाबीजादिकं
कृत्वा रक्तपुष्पैः समर्चयेत् । इति शक्तिविषयम्
॥ ५ ॥
P1-0305 · 6
विष्णु - विषये तु यामले : वाग्भवञ्च तथा
लक्ष्मीमक्षादिमालिकां ततः । ङेऽन्तां हृदयवर्णान्तां
मन्त्रेणानेन पूजयेत् । मन्त्रयेन्मूलमन्त्रेण
क्रमेणोत्क्रमयोगतः : तथैव मातृकावर्णैर्मन्त्रयेत्तन्तु
मन्त्रवित्
॥ ६ ॥
P1-0306 · 7
योगिनीहृदये : होमकर्म ततः कुर्याद्देवताभावसिद्धये ।
अष्टोत्तरशतं हुत्वा सम्पाताज्यं विनिक्षिपेत्
॥ ७ ॥
P1-0307 · 8
होमकर्मण्यशक्तश्चेद्द्विगुणं जपमाचरेत् । नान्यमन्त्रं
जपेन्मन्त्री कम्पयेन्न विधूनयेत्
॥ ८ ॥
P1-0308 · 9
कम्पनात् सिद्धिहानिः
स्यादधूननं बहुदुःखदम् । शब्दे जाते भवेद्रोगः
करभ्रष्टा विनाशकृत्
॥ ९ ॥
P1-0309 · 10
छिन्ने सूत्रे
भवेन्मृत्युस्तस्माद्यत्नपरो भवेत्
॥ १० ॥
P1-0310 · 11
जपान्ते कर्णदेशे वा उच्चदेशेऽथवा न्यसेत् ।
ॐ त्वं माले सर्वदेवानां सर्वसिद्धिप्रदा मता ।
तेन सत्येन मे सिद्धिं देहि मातर्नमोऽस्तु ते इत्युक्ता परिपूज्यार्थ
गोपयेद्यत्नतो गृही
॥ ११ ॥
P1-0311 · 12
कामनाभेदे अं"गुलीनियममाह गौतमीये :
तर्जन्यंगुष्ठयोगेन शत्रूचाटनकर्मणि ।
अंगुष्ठमध्यमायोगात् सर्वसिद्धिः सुनिश्चिता
॥ १२ ॥
P1-0312 · 13
अंगुष्ठानामिका योगादुच्चाटोच्छादने मते ।
ज्येष्ठाकनिष्ठायोगेन शत्रुणां नाशनं मतम्
॥ १३ ॥
P1-0313 · 14
वैशम्पायेन संहितायाम् : अंगुष्ठमध्यमाभ्याञ्च
चालयेन्मध्यमध्यतः । तर्जन्या न स्पृशेदेनां मुक्तिदो
गणनक्रमः
॥ १४ ॥
P1-0314 · 15
जीर्णे सूत्रे पुनः सूत्रं ग्रथयित्वा शतं
जपेत् । प्रमादात् पतिता हस्तात् शतमष्टोत्तरं जपेत् ।
जपेन्निषिद्धसंस्पर्शं क्षालयित्वायथोदितम्
॥ १५ ॥
P1-0315 · 16
छिन्नेऽपि अष्टोत्तरशतजपः कार्यः ।
तदुक्तं कुब्जिकातन्त्रे : छिन्ने सूत्रे पुनः सूत्रं ग्रथयित्वा
शतं जपेदिति । करभ्रष्ट - छिन्नयोस्तुल्यफलकत्वात्
॥ १६ ॥
Quellen und Textstand
- Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
- Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
- Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
- Brihat Tantrasara Übersetzung 1: P1-0289–P1-0315
Siehe auch
- Brihat Tantrasara Ritualartikel Übersicht
- Tryambaka Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Chandograshulapani Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Shiva Puja mit Om Namah Shivaya nach dem Brihat Tantrasara
- Nilakantha Puja mit Om Namo Nilakanthaya nach dem Brihat Tantrasara
- Nilakantha Puja mit der dreisilbigen Vidya nach dem Brihat Tantrasara
Seminare
Kundalini Yoga
- 06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung
Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…- Arjuna Wingen
- 13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Manuel Hirning
Indische Schriften
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Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
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Chakras
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- 26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online
Intensives Praktizieren der im Mittelstufen-Seminar gelernten Übungen für noch tiefere Erfahrung und Erweiterung des Bewusstseins ohne viel Theorie. L…- Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt, Radharani Birkner
Energiearbeit
- 06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung
Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…- Arjuna Wingen
- 13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Manuel Hirning