Dual

Aus Yogawiki
Ganesha

Der Dual ("Zweizahl", Dvivachana) ist neben dem Singular ("Einzahl", Ekavachana) und Plural ("Mehrzahl", Bahuvachana) eine Form der grammatischen Zahl (Numerus). Der Dual dient in einigen Sprachen, wie etwa dem Sanskrit oder dem Arabischen dazu, zwei Dinge oder Lebewesen zu bezeichnen.

Altindische Grammatik (Vyakarana)

Im Sanskrit, das zu den sogenannten flektierenden bzw. "beugenden" Sprachen zählt, wird die grammatische Zahl (Numerus), also der Singular (Sg.), Dual (Du.) und Plural (Pl.), durch spezielle Kasus- bzw. Verbalendungen (Vibhakti) gekennzeichnet. Hierdurch werden die syntaktischen Beziehungen zwischen Verben, Substantiven, Adjektiven und Pronomenen deutlich. Steht bspw. ein Substantiv im Dual, so erscheint auch das zugehörige Verb im Dual, und - falls vorhanden - ebenso das zugehörige Adjektiv oder Pronomen. Diese syntaktische Übereistimmung nennt man Kongruenz.


Beispiel

In den folgenden Beispielsätzen steht das logische Subjekt (Agens, Kartri) des Satzes, "Krieger" (Kshatriya), jeweils im Singular, Dual und Plural, ebenso das zugehörige Adjektiv "stark" (Balavat), der bestimmte Artikel bzw. das Demonstrativpronomen "der/dieser" (Tad) und das Verb "kämpfen" (yudh). Das Adverb Sushthu "gut" bleibt in allen drei Sätzen unverändert (Avyaya).

  • 3. Person Singular: स बलवान्क्षत्रियः सुष्ठु युध्यते sa balavān kṣatriyaḥ suṣṭhu yudhyate "Dieser (Tad) starke (Balavat) Krieger (Kshatriya) kämpft (yudh, Verb) gut (Sushthu)."
  • 3. Person Dual: तौ बलवन्तौ क्षत्रियौ सुष्ठु युध्याते tau balavantau kṣatriyau suṣṭhu yudhyāte "Diese beiden starken Krieger kämpfen gut."
  • 3. Person Plural: ते बलवतः क्षत्रियाः सुष्ठु युध्यन्ते te balavataḥ kṣatriyāḥ suṣṭhu yudhyante "Diese starken Krieger kämpfen gut."


Verwendung

Der Dual findet natürlicherweise besonders Verwendung im Zusammenhang mit paarigen Körperteilen:


  • Nom. Singular (m.): कर्णः karṇaḥ "Ohr" - Dual: कर्णौ karṇau "zwei Ohren" (Karna)
  • Nom. Singular (n.): अक्षि akṣi "Auge" - Dual: अक्षिणी akṣiṇī "zwei Augen" (Akshi)
  • Nom. Singular (m.): बाहुः bāhuḥ "Arm" - Dual: बाहू bāhū "zwei Arme" (Bahu)
  • Nom. Singular (m.): पादः pādaḥ "Fuß" - Dual: पादौ pādau "zwei Füße" (Pada)

Weblink

Pranayama

Siehe auch

Seminare

Kundalini Yoga

07.08.2026 - 09.08.2026 Kundalini Yoga Einführung

Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…
Raka Manuel Hirning
16.08.2026 - 21.08.2026 Unterrichten von fortgeschrittenem Pranayama und Kundalini Yoga

Lerne, Menschen in fortgeschrittenem Pranayama anzuleiten und Menschen durch Kundalinierweckungs-, Energie- und außergewöhnliche Bewusstseinserfahrung…
Sukadev Bretz, Radharani Birkner

Indische Schriften

07.08.2026 - 09.08.2026 Tantra-Techniken zur Transformation

„Die meisten von uns schlafen, doch wissen wir dies erst, wenn wir aufwachen“ – Chitra Sukhu
Im Vijnana Bhairava, einer tantrischen Schrift, erkl…
Chitra Sukhu
11.09.2026 - 13.09.2026 Indische Schriften und Philosophiesysteme

Die wichtigsten Yogaschriften: Die 6 Darshanas. Unterrichtstechniken: Korrekturen und Hilfestellungen speziell für Anfänger, Yoga für den Rücken.
Raka Manuel Hirning

TSA LUNG - tibetische Yogaübungen zur Aktivierung des feinstofflichen Körpers

26.06.2026 - 28.06.2026 - TSA LUNG - tibetische Yogaübungen zur Aktivierung des feinstofflichen Körpers

In diesem Workshop erlernen und praktizieren wir eine Serie von fünf energetisierenden Übungen, die mit Körper, Aufmerksamkeit und Atmung arbeiten. Diese TSA LUNG genannte und ursprünglich aus Tibet stammende Praxis dient zur Aktivierung und Reinigung der Chakras und zur Harmonisierung ...
Dr phil Oliver Hahn

Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI 2 - Online

06.01.2027 - 15.12.2027 - Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI - Online

Die AMRITA SIDDHI ("Erlangung der Unsterblichkeit") ist ein bisher noch wenig bekannter Ur-Text zum Hatha Yoga, der aus einem tantrisch orientierten buddhistischen Umfeld stammt. Niedergeschrieben wurde er vermutlich im 11. Jahrhundert in Indien von Madhava Chandra. Der Verfasser lehrt in 36 kurzen Kapiteln die praktischen und theoretischen Grundlagen ...
Dr phil Oliver Hahn