Kalahayuga: Unterschied zwischen den Versionen
Moe (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''kalahayuga''': ([[Sanskrit]]: kalahayuga''n.'') das Zeitalter des Streits und der Parteibildung; | [[Datei:Vorwärtsbeuge stehend Padahastasana.jpg|mini|Kalahayuga ist als Kaliyuga bekannter]] | ||
'''kalahayuga''': ([[Sanskrit]]: kalahayuga''n.'') = das Zeitalter des Streits und der Parteibildung; | |||
Kalahayuga ist ein zusammengesetztes Sanskrit-Wort: kalia (auch [[kali]]) bezieht sich auf die dunkle, schwierige Zeit oder das dämonische Zeitalter, und [[yuga]] bedeutet Zeitalter oder Epoche. Zusammen bezeichnet kalahayuga das gegenwärtige, als besonders unheilvoll verstandene Zeitalter im traditionellen indischen Zeitzyklus — eine Phase, in der [[Tugend]], [[Moral]] und [[spirituell]]e Praxis abnehmen, während [[Unwissenheit]], [[Konflikt]]e und [[Leid]] zunehmen. | |||
In den [[Puranas]] und im [[hinduistisch]]en Kalender werden vier große Zeitalter unterschieden: [[satyayuga]] (goldenes Zeitalter der Wahrheit), [[tretayuga]], [[dvaparayuga]] und [[kaliyuga]] (oft auch kalahayuga genannt). Kaliyuga ist das letzte dieser vier und gilt als Epoche, in der die Welt von moralischem Verfall, sozialer Unordnung und spirituellem Niedergang geprägt ist. Typische Beschreibungen sprechen davon, dass [[Dharma ]](rechtschaffene Ordnung) immer schwächer wird, Menschen egoistischer handeln, traditionelle Werte an Bedeutung verlieren und [[Leid]] und Verwirrung häufiger auftreten. | |||
Wichtig ist: Kaliyuga wird in vielen Texten nicht nur negativ gesehen, sondern liefert auch Gründe für religiöse Praxis und Errettung — gerade in schweren Zeiten werden einfache, zugängliche Formen der [[Hingabe]] und des Gottesgedenkens hervorgehoben. In späteren [[Bhakti]]-Traditionen etwa wird betont, dass in kaliyuga die Wiederholung des Gottesnamens ([[Hare Krishna Maha Mantra|Hare Krishna]] - Hare Rama) oder hingebungsvolle Praxis besonders wirksam und notwendig sei. | |||
In den [https://www.yoga-vidya.de/ Puranas] heißt es oft, dass am Ende des Kaliyuga Verderben und Unordnung zunehmen, doch die hingebungsvolle Praxis ([[nama]] [[sankirtan]]a, das Singen oder Rezitieren des göttlichen Namens) auch in diesem Zeitalter Befreiung bringen kann. | |||
=Siehe auch= | |||
* [[Mahamantra]] | |||
* [[Zeit]] | |||
[[Kategorie:Glossar]] | [[Kategorie:Glossar]] | ||
[[Kategorie:Sanskrit]] | [[Kategorie:Sanskrit]] | ||
Aktuelle Version vom 15. Februar 2026, 08:30 Uhr

kalahayuga: (Sanskrit: kalahayugan.) = das Zeitalter des Streits und der Parteibildung;
Kalahayuga ist ein zusammengesetztes Sanskrit-Wort: kalia (auch kali) bezieht sich auf die dunkle, schwierige Zeit oder das dämonische Zeitalter, und yuga bedeutet Zeitalter oder Epoche. Zusammen bezeichnet kalahayuga das gegenwärtige, als besonders unheilvoll verstandene Zeitalter im traditionellen indischen Zeitzyklus — eine Phase, in der Tugend, Moral und spirituelle Praxis abnehmen, während Unwissenheit, Konflikte und Leid zunehmen.
In den Puranas und im hinduistischen Kalender werden vier große Zeitalter unterschieden: satyayuga (goldenes Zeitalter der Wahrheit), tretayuga, dvaparayuga und kaliyuga (oft auch kalahayuga genannt). Kaliyuga ist das letzte dieser vier und gilt als Epoche, in der die Welt von moralischem Verfall, sozialer Unordnung und spirituellem Niedergang geprägt ist. Typische Beschreibungen sprechen davon, dass Dharma (rechtschaffene Ordnung) immer schwächer wird, Menschen egoistischer handeln, traditionelle Werte an Bedeutung verlieren und Leid und Verwirrung häufiger auftreten.
Wichtig ist: Kaliyuga wird in vielen Texten nicht nur negativ gesehen, sondern liefert auch Gründe für religiöse Praxis und Errettung — gerade in schweren Zeiten werden einfache, zugängliche Formen der Hingabe und des Gottesgedenkens hervorgehoben. In späteren Bhakti-Traditionen etwa wird betont, dass in kaliyuga die Wiederholung des Gottesnamens (Hare Krishna - Hare Rama) oder hingebungsvolle Praxis besonders wirksam und notwendig sei.
In den Puranas heißt es oft, dass am Ende des Kaliyuga Verderben und Unordnung zunehmen, doch die hingebungsvolle Praxis (nama sankirtana, das Singen oder Rezitieren des göttlichen Namens) auch in diesem Zeitalter Befreiung bringen kann.