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'''Atmabhyasa''': ([[Sanskrit]]: ātmābhyāsa ''m.'') = yogische Praxis, die auf die Erkenntnis des Selbst gerichtet ist, Raja Yoga
 
Der Sanskrit-Ausdruck "Atmabhyasa" ist ein bedeutender Begriff in der [[indisch]]en [[Philosophie]] und [[Spiritualität]], insbesondere im Kontext des Yoga und der Vedanta-Philosophie. Er setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: "Atma" und "Bhyasa".
 
* "[[Atma]]" bedeutet "[[Selbst]]" oder "[[Seele]]". Es bezieht sich auf das wahre, ewige und unvergängliche Selbst, das jenseits des physischen Körpers und des Geistes liegt. Im [https://www.yoga-vidya.de/ Yoga] und [[Vedanta]] wird Atma oft als die innere Essenz oder das wahre Ich betrachtet, das mit dem [[Brahman]], der höchsten Realität, identisch ist.
* "Bhyasa" bedeutet "[[Übung]]" oder "Praktik". Es bezieht sich auf die regelmäßige und kontinuierliche Praxis oder das Training, das notwendig ist, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
 
Zusammen bedeutet "Atmabhyasa" also "Übung des Selbst" oder "Selbstpraktik". Es beschreibt die regelmäßige und kontinuierliche Praxis, die darauf abzielt, das wahre Selbst zu erkennen und zu verwirklichen. Diese Praxis umfasst verschiedene spirituelle Techniken und Disziplinen, die darauf abzielen, den [[Geist]] zu beruhigen, die Sinne zu kontrollieren und das Bewusstsein zu erweitern.
 
Im [[Raja Yoga]], wie sie in den [[Yoga Sutras]] von [[Patanjali]] beschrieben wird, ist Atmabhyasa ein zentraler Bestandteil des spirituellen Weges. Es umfasst die acht Glieder des Yoga ([[Ashtanga Yoga]]), die von ethischen Prinzipien ([[Yamas]] und [[Niyamas]]) über körperliche Übungen ([[Asana]]s) und Atemkontrolle ([[Pranayama]]) bis hin zu Meditation ([[Dhyana]]) und tiefem [[Samadhi]] reichen. Durch diese Praxis soll der Yogi oder die Yogini das wahre Selbst erkennen und die Einheit mit dem Universum erlangen.
 
In der [[Vedanta]]-Philosophie, insbesondere in den Lehren von Adi [[Shankaracharya]], wird Atmabhyasa als die Praxis der Selbstverwirklichung betrachtet. Es umfasst die Studien der heiligen Schriften ([[Shravana]]), das Nachdenken über die Bedeutung der Schriften ([[Manana]]) und die kontinuierliche Meditation über das wahre Selbst ([[Nididhyasana]]). Durch diese Praxis soll der Suchende die Illusion der Trennung von Brahman durchbrechen und die Einheit mit der höchsten Realität erkennen.
 
=Siehe auch=
* [[Selbstverwirklichung]]
* [[Einheit]]


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[[Kategorie:Sanskrit]]
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Aktuelle Version vom 20. Januar 2026, 06:38 Uhr

Atmabhyasa

Atmabhyasa: (Sanskrit: ātmābhyāsa m.) = yogische Praxis, die auf die Erkenntnis des Selbst gerichtet ist, Raja Yoga

Der Sanskrit-Ausdruck "Atmabhyasa" ist ein bedeutender Begriff in der indischen Philosophie und Spiritualität, insbesondere im Kontext des Yoga und der Vedanta-Philosophie. Er setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: "Atma" und "Bhyasa".

  • "Atma" bedeutet "Selbst" oder "Seele". Es bezieht sich auf das wahre, ewige und unvergängliche Selbst, das jenseits des physischen Körpers und des Geistes liegt. Im Yoga und Vedanta wird Atma oft als die innere Essenz oder das wahre Ich betrachtet, das mit dem Brahman, der höchsten Realität, identisch ist.
  • "Bhyasa" bedeutet "Übung" oder "Praktik". Es bezieht sich auf die regelmäßige und kontinuierliche Praxis oder das Training, das notwendig ist, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Zusammen bedeutet "Atmabhyasa" also "Übung des Selbst" oder "Selbstpraktik". Es beschreibt die regelmäßige und kontinuierliche Praxis, die darauf abzielt, das wahre Selbst zu erkennen und zu verwirklichen. Diese Praxis umfasst verschiedene spirituelle Techniken und Disziplinen, die darauf abzielen, den Geist zu beruhigen, die Sinne zu kontrollieren und das Bewusstsein zu erweitern.

Im Raja Yoga, wie sie in den Yoga Sutras von Patanjali beschrieben wird, ist Atmabhyasa ein zentraler Bestandteil des spirituellen Weges. Es umfasst die acht Glieder des Yoga (Ashtanga Yoga), die von ethischen Prinzipien (Yamas und Niyamas) über körperliche Übungen (Asanas) und Atemkontrolle (Pranayama) bis hin zu Meditation (Dhyana) und tiefem Samadhi reichen. Durch diese Praxis soll der Yogi oder die Yogini das wahre Selbst erkennen und die Einheit mit dem Universum erlangen.

In der Vedanta-Philosophie, insbesondere in den Lehren von Adi Shankaracharya, wird Atmabhyasa als die Praxis der Selbstverwirklichung betrachtet. Es umfasst die Studien der heiligen Schriften (Shravana), das Nachdenken über die Bedeutung der Schriften (Manana) und die kontinuierliche Meditation über das wahre Selbst (Nididhyasana). Durch diese Praxis soll der Suchende die Illusion der Trennung von Brahman durchbrechen und die Einheit mit der höchsten Realität erkennen.

Siehe auch