Rita

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Rita (Sanskrit: ऋत ṛta adj. und n.) ist das PPP der Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu) und bedeutet: gegangen, bewegt, erregt; gehörig, ordentlich, recht, richtig, aufrichtig; rechtschaffen, wacker, tüchtig; passend wahr; getroffen, betroffen; geehrt; feste Ordnung, Bestimmung, Entscheidung; die Ordnung in heiligen Dingen: heiliger Brauch, Satzung, frommes Werk; göttliches Gesetz, Glaube als Inbegriff der religiösen Wahrheiten; das Rechte, Wahre, Wahrheit (der Gegenbegriff dazu ist Anrita); Gelöbnis, Versprechen, Eid, Schwur; eine bildliche Bezeichnung des Ährenlesens; Wasser.

Sukadev über Rita

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Rita

Rita heißt "wahr“, Rita heißt "kosmische Ordnung“, Rita ist auch die höchste Wahrheit. Rita und Satya gehören zusammen. Rita, die kosmische Ordnung, stammt aus Satya, der höchsten Wahrheit. Brahma Satyam – Brahman ist die höchste Wirklichkeit, Brahman allein ist wirklich.

Aber Rita kommt aus Satya, ist dann aber das Urprinzip oder die kosmische Ordnung. Rita ist mehr relativ, ist aber verankert in Satya, und Satya ist die absolute Wahrheit. In diesem Sinne ist es gut, nach Rita zu streben und von Rita zu Satya zu kommen. Also, Rita – Wahrheit, kosmische Urordnung.

Rta in den Veden, oft auch Rita geschrieben

Kosmisches Mandala als Symbol für Ṛta, die vedische kosmische Ordnung, die Harmonie und Struktur des Universums ausdrückt.

Der vedische Begriff Ṛta (Sanskrit: ऋत) ist ein sehr zentraler Begriff der vedischen Philosophie. Er wird manchmal auch Rita geschrieben, besonders in vereinfachten Transkriptionen ohne diakritische Zeichen. Die wissenschaftlich korrekte Umschrift ist jedoch Ṛta.

Bedeutung von Ṛta (Rita)

Ṛta bedeutet wörtlich:

  • kosmische Ordnung
  • universelle Wahrheit
  • natürliche Gesetzmäßigkeit
  • harmonischer Rhythmus des Universums

Im Veda beschreibt Ṛta die grundlegende Ordnung, nach der das gesamte Universum funktioniert. Alles in der Natur folgt diesem Prinzip: der Wechsel der Jahreszeiten, der Rhythmus von Tag und Nacht, die Bewegung der Sterne und Planeten sowie die moralische Ordnung im menschlichen Leben.

Ṛta ist also sowohl ein Naturgesetz, ein spirituelles Prinzip als auch eine ethische Ordnung.

Ṛta in den Veden

Der Begriff kommt besonders häufig im Rigveda vor, einer der ältesten spirituellen Schriften der Menschheit. Dort bezeichnet Ṛta die kosmische Wahrheit, die von den Göttern bewahrt und geschützt wird.

Vor allem folgende Gottheiten stehen mit Ṛta in Verbindung:

  • Varuna – Hüter der kosmischen Ordnung
  • Mitra – Bewahrer von Harmonie und Verträgen
  • Agni – Vermittler zwischen Menschen und Göttern

Die Götter werden im Rigveda als diejenigen beschrieben, die Ṛta aufrechterhalten und das Universum in Balance halten.

Zusammenhang mit Dharma

Im späteren indischen Denken entwickelte sich aus Ṛta der Begriff Dharma.

Während Ṛta die universelle kosmische Ordnung beschreibt, bedeutet Dharma die individuelle und gesellschaftliche Lebensordnung, die aus dieser kosmischen Ordnung hervorgeht.

Man kann vereinfacht sagen:

  • Ṛta = kosmisches Gesetz
  • Dharma = richtiges Handeln im Einklang mit diesem Gesetz

Ṛta und der Rhythmus der Natur

Ṛta erklärt auch, warum die Natur rhythmisch und zyklisch funktioniert. Der Wechsel von:

  • Tag und Nacht
  • Ebbe und Flut
  • Mondphasen
  • Jahreszeiten

ist Ausdruck dieser kosmischen Ordnung.

Im Yoga wird dieses Prinzip als Einladung verstanden, im Einklang mit den natürlichen Rhythmen zu leben. Praktiken wie Meditation, Pranayama und ein bewusstes Leben helfen dabei, sich wieder stärker an diese universelle Ordnung anzupassen.

Spirituelle Bedeutung

Auf einer tieferen Ebene bedeutet Ṛta auch:

  • Wahrheit
  • kosmische Harmonie
  • göttliche Ordnung des Universums

Ein Mensch, der im Einklang mit Ṛta lebt, lebt in Wahrheit, Harmonie und Balance mit sich selbst, der Natur und dem Kosmos.

Zusammenfassung

Der Begriff Ṛta (auch Rita geschrieben) stammt aus dem Rigveda und bezeichnet die kosmische Ordnung, also das universelle Natur- und Wahrheitsprinzip, das als Grundlage für das spätere Konzept des Dharma gilt.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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