Yugadharma

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Yugadharma (Sanskrit: युगधर्म yugadharma m) die Pflicht, die spirituelle Praxis, die einem bestimmten Zeitalter entspricht. So sind die strengen Askesen, denen sich die Yogis in früheren Zeiten ausgesetzt haben, für den Menschen von heute kaum noch praktizierbar. Für das gegenwärtige Zeitalter wird im Bhagavatam insbesondere Namasmarana, das Wiederholen eines Mantras, eines Namen Gottes, also Japa, empfohlen.

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Verschiedene Yogashastras, also Yoga Schriften sagen, dass jeweils der von ihnen behandelte Yoga ganz besonders dem Yugadharma des Kali Yuga entspricht. Das Hatha Yoga entspricht dem Kali Yuga Dharma, weil die Menschen sehr körperorientiert sind und Schwierigkeiten haben sich zu konzentrieren. Raja Yoga entspricht dem Kali Yuga Dharma, weil die Menschen gerade heute nicht mehr einfach glauben, sondern Erfahrungen suchen. Karma Yoga entspricht dem jetzigen Yugadharma, weil Menschen sehr aktiv sind und auch sich den Lebensunterhalt verdienen müssen.

Sukadev über Yugadharma

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Yugadharma

Yugadharma ist das Dharma, die Pflicht, die Aufgaben, die einem bestimmten Yuga, einem bestimmten Zeitalter entsprechen. Yuga heißt Zeitalter, Dharma heißt Pflicht, Aufgabe, auch spirituelle Praxis. Da gibt es ja die Theorie der vier Yugas und wir leben nach dieser klassischen Auslegung im Kali Yuga, im dunklen Zeitalter oder auch im Zeitalter, das am wenigsten wert ist oder wo es am schwierigsten ist, das ist also Kali Yuga.

Nach einer Interpretation wird gesagt, dass im Kali Yuga Kirtan, das Wiederholen der Namen Gottes und das Singen der Namen Gottes, Yugadharma ist, eben die spirituelle Praxis, die dort am angemessensten ist. Aber andererseits, Hatha Yoga sagt von sich, dass es Yugadharma ist. Weil die Menschen eben im Kali Yuga so körperbetont sind, der Körper zu Krankheiten neigt, Menschen nicht genügend Energie haben und Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, ist das Yugadharma im Kali Yuga eben Hatha Yoga.

Es gilt, mit Asanas und Pranayama zu arbeiten, so wird der Körper gesünder, du hast mehr Energie, dein Geist wird konzentrierter und dann fällt es leichter, zu meditieren. Andere sagen, Yugadharma im Kali Yuga, das wäre uneigennütziges Dienen. Weil die Menschen zum einen so grobstofflich sind, zum anderen, weil sie so ich-bezogen sind, zum dritten, weil sie etwas tun wollen, ist Yugadharma im Kali Yuga Karma Yoga.

Man muss etwas tun, und nicht nur für sich, sondern für andere. So kann man auch zur Befreiung kommen. Es heißt wiederum im Raja Yoga, dass Raja Yoga Kali Yugadharma ist. Weil die Menschen im Kali Yuga so viel nachdenken über sich selbst, über ihre Psyche und interessiert sind, ihre Fähigkeit zu entfalten, ist Raja Yoga besonders gut. So gibt es noch mehr Aussagen.

Im Grunde genommen, Yugadharma soll auch heißen, zu unterschiedlichen Zeitaltern ist Unterschiedliches angemessen. Das gilt im Makrokosmos wie auch im Mikrokosmos. Auch du selbst gehst durch verschiedene Yugas und da gelten nicht nur die vier großen Ashramas, die man auch gerne nennt als Ashrama Dharma, Lebensalter-Dharma, sondern du gehst auch durch verschiedene Perioden und zu unterschiedlichen Zeiten in deinem Leben hast du unterschiedliche Pflichten und Aufgaben, die besonders wichtig sind.

Wenn du z.B. gerade ein Kind in die Welt gesetzt hast, dann ist dein Yugadharma in diesem Sinne zunächst mal, sich um das Baby zu kümmern. Angenommen, du hast ein Yogazentrum eröffnet, dann ist dein Yugadharma, alles zu tun, dass dein Yogazentrum gut floriert. Angenommen, du bist in Rente gegangen, hast du wieder ein anderes Yugadharma. Das ist zwar eine sehr stark übertragene Bedeutung des Wortes "Yugadharma“, aber so könntest du es auch deuten.

Aber im engeren Sinne ist Yugadharma Aufgabe und Pflicht in einem bestimmten Yuga oder auch die spirituelle Praxis, die in einem Yuga besonders angemessen und wirkungsvoll ist. Mehr über Yuga und mehr über Dharma auf unseren Internetseiten, auf Yoga Vidya. Dort findest du ein Suchfeld, dort kannst du eingeben, "Yuga“ oder "Dharma“ und du findest viele weitere Informationen und Tipps, auch als Video, auch als Vorträge und natürlich findest du die Programme der Yoga Vidya Ashrams, Seminarhäuser und Zentren.

Siehe auch

Literatur

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