Tara Purascharana Abschluss nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Tara Purascharana Abschluss nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um die große Tara-Rezitationsverpflichtung mit ihren Ergänzungshandlungen abzuschließen.

Umfang und Überlieferung

Die Mahashankha-Mala aus menschlichem Stirnknochen wird als historischer Quellenbestandteil dokumentiert. Die besondere Japa-Verpflichtung ist von einer einzelnen täglichen Puja zu unterscheiden.

Durchführung

  1. Vervollständige zuerst die übernommene Gesamtzahl des Tara Japa; die Hauptangabe lautet 100.000.
  2. Führe das Feueropfer von einem Zehntel mit den im Text genannten dunklen Lotusblüten aus. Die Verse P2-1235 und P2-1236 sind doppelt überliefert und werden als Doppelbeleg bewahrt.
  3. Vollziehe Tarpana, Abhisheka und Bewirtung nach den jeweils absteigenden Anteilen der Quellenfolge. Beim Tarpana wird die Göttin ins Wasser gerufen und mit Wassergaben verehrt.
  4. Bei der Begießung vergegenwärtige dich in der rituellen Identifikation als Göttin. Verwende die in P2-1238 überlieferte Formel; ihre ungewöhnliche Lesung varini bleibt markiert.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-1229 · 77
asya puraścaraṇaṃ lakṣajapaḥ |
tathā ca evaṃ kṛtvā haviṣyāśī japellakṣamananyadhīḥ |
tathā:
rahasyamālāmādāya lakṣamekaṃ sadā japet
|| 77 ||

Die vorbereitende Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen. So heißt es: Nachdem man so verfahren hat, wiederhole man 100.000-mal mit ungeteilter Aufmerksamkeit, Opferkost essend. Ebenso: Man nehme die geheime Gebetskette und wiederhole stets 100.000-mal.


P2-1230 · 78
rahasyamālā yathā:
akasmādvihitā siddhirmahāśaṅkhākhyamālayā |
pañcāśanmaṇibhirmālā nirmitā sarvasiddhidā |
tathā:
kāntena racitā siddhirmahāśaṅkhākhyamālayā |
mahāśaṅkhābhāve sphāṭikī mālā karttavyā |
tathā ca:
mahāśaṅkhe'pyaśaktaścet sphāṭikīmālayā japet
|| 78 ||

Die geheime Gebetskette: Mit der Mahāśaṅkha genannten Gebetskette wird die Vollendung unvermittelt bewirkt. Eine aus fünfzig Perlen gefertigte Kette gewährt sämtliche Vollkommenheiten. Ebenso: Die Vollendung wird vom Geliebten mit der Mahāśaṅkha genannten Kette bewirkt. Fehlt Mahāśaṅkha, soll eine Bergkristallkette verwendet werden. So heißt es: Wenn man zu Mahāśaṅkha nicht fähig ist, wiederhole man mit einer Bergkristallkette.


P2-1231 · 79
mahāśaṅkhastu tantrāntare:
nṛlalāṭāsthikhaṇḍena racitā japamālikā |
mahāśaṅkhamayīmālā tārāvidyājapepriyā |
kerṇanetrāntarasthāsthi mahāśaṅkhaḥ prakīrtitaḥ |
tulasīgomayaspṛṣṭaṃ tathā gaṅgodekena ca |
aspṛśyaṃ tacca jānīyāt śālagrāmaśilādibhiḥ |
tārāmantreṣu kullukājñānamāvaśyakam |
tathā ca matsyasūkte:
kullukāṃ yo na jānāti mahāmantraṃ japennaraḥ |
pañcatvaṃ jāyate tasya athavā vātulo bhavet
|| 79 ||

Mahāśaṅkha wird in einem anderen Tantra erklärt: Eine Gebetskette aus Stücken menschlichen Stirnknochens ist die Mahāśaṅkha-Kette, beliebt bei der Wiederholung der Tārā-Vidyā. Der Knochen zwischen Ohr und Auge heißt Mahāśaṅkha. Man muss wissen, dass er Tulsi, Kuhdung und Gaṅgā-Wasser sowie Śālagrāma-Steine und die übrigen [heiligen Gegenstände] nicht berühren darf. Bei den Tārā-Mantras ist die Kenntnis der Kullukā notwendig. So im Matsyasūkta: Ein Mensch, der den großen Mantra wiederholt, ohne Kullukā zu kennen, stirbt oder wird wahnsinnig.


P2-1232 · 80
māyātantre:
kullukāṃ dhārayecchīrṣe likhitvā bhūrjapatrake |
rājadvāre sabhāyāñca vijayī bhavati dhruvamiti
|| 80 ||

Im Māyātantra: Man schreibe die Kullukā auf Birkenrinde und trage sie am Kopf. Am Königshof und in der Versammlung wird man gewiss siegreich.


P2-1233 · 81
evamuktena japtvā tu taddasāṃśena homayet |
tarpaṇañcābhiṣekañca daśāṃśaṃ viprabhojanam
|| 81 ||

Nachdem man so nach der gegebenen Vorschrift wiederholt hat, opfere man ein Zehntel davon. Trankspende, Begießung und Brahmanenspeisung [erfolgen jeweils] mit einem Zehntel [der vorangehenden Zahl].


P2-1234 · 82
tarpayecca parāṃ devīṃ tatprakāra ihocyate
|| 82 ||

Man sättige die höchste Göttin; die Weise wird hier erklärt.


P2-1235 · 83
tathā ca siddhasārasvate:
evaṃ japaṃ purā kṛtvā daśāṃśamasitopalaiḥ |
ājyāktairjuhuyānmantri taddaśāṃśena tarpaṇam
|| 83 ||

So im Siddhasārasvata: Nachdem man zuerst so die Wiederholung vollzogen hat, opfere der Mantra-Kundige ein Zehntel mit dunklen Lotussen, die mit zerlassener Butter bestrichen sind; ein Zehntel davon [diene] der Trankspende.


P2-1236 · 84
tatraiva:
evaṃ japaṃ purā kṛtvā daśāṃśamasitopalaiḥ |
ājyāktairjuhuyānmantrī vilvairvā juhuyāttataḥ |
kālāgurudravopetairvimalairgandha vāribhiḥ |
tarpayecca parāṃ devīṃ tatprakāra ihocyate
|| 84 ||

Ebendort: Nachdem man zuerst so die Wiederholung vollzogen hat, opfere der Mantra-Kundige ein Zehntel mit dunklen Lotussen, die mit zerlassener Butter bestrichen sind, oder danach mit Bilva[-Blättern beziehungsweise Früchten; hier nicht unterschieden]. Mit reinem Duftwasser, versehen mit schwarzer Aloe-Flüssigkeit, sättige man die höchste Göttin. Die Weise wird hier erklärt.


P2-1237 · 85
jale cāvāhya vidhivat pādyādyairudakātmakaiḥ |
santarpya vidhivaddevīṃ parivārānpṛthakpṛthak
|| 85 ||

Man rufe sie vorschriftsmäßig ins Wasser herbei, sättige die Göttin mit Fußwaschwasser und den weiteren Gaben, die aus Wasser bestehen, und ihr Gefolge jeweils gesondert nach Vorschrift.


P2-1238 · 86
abhiṣeko yathā:
devībuddhyā svamātmānaṃ sampūjya sādhakottamaḥ |
vāriṇīṃ siñcayāmiti jalaṃ mūrdhni vinikṣipet
|| 86 ||

Die Begießung: Der beste Sādhaka verehre sich selbst mit dem Bewusstsein, die Göttin zu sein, und gieße mit „vāriṇīṃ siñcayāmi“ — Ich begieße Vāriṇī [so die Vorlage; vermutlich die Wassergestalt der Göttin] — Wasser auf den Kopf.


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-1229 · 77
अस्य पुरश्चरणं लक्षजपः ।
तथा च एवं कृत्वा हविष्याशी जपेल्लक्षमनन्यधीः ।
तथा:
रहस्यमालामादाय लक्षमेकं सदा जपेत्
॥ ७७ ॥

P2-1230 · 78
रहस्यमाला यथा:
अकस्माद्विहिता सिद्धिर्महाशङ्खाख्यमालया ।
पञ्चाशन्मणिभिर्माला निर्मिता सर्वसिद्धिदा ।
तथा:
कान्तेन रचिता सिद्धिर्महाशङ्खाख्यमालया ।
महाशङ्खाभावे स्फाटिकी माला कर्त्तव्या ।
तथा च:
महाशङ्खेऽप्यशक्तश्चेत् स्फाटिकीमालया जपेत्
॥ ७८ ॥

P2-1231 · 79
महाशङ्खस्तु तन्त्रान्तरे:
नृललाटास्थिखण्डेन रचिता जपमालिका ।
महाशङ्खमयीमाला ताराविद्याजपेप्रिया ।
केर्णनेत्रान्तरस्थास्थि महाशङ्खः प्रकीर्तितः ।
तुलसीगोमयस्पृष्टं तथा गङ्गोदेकेन च ।
अस्पृश्यं तच्च जानीयात् शालग्रामशिलादिभिः ।
तारामन्त्रेषु कुल्लुकाज्ञानमावश्यकम् ।
तथा च मत्स्यसूक्ते:
कुल्लुकां यो न जानाति महामन्त्रं जपेन्नरः ।
पञ्चत्वं जायते तस्य अथवा वातुलो भवेत्
॥ ७९ ॥

P2-1232 · 80
मायातन्त्रे:
कुल्लुकां धारयेच्छीर्षे लिखित्वा भूर्जपत्रके ।
राजद्वारे सभायाञ्च विजयी भवति ध्रुवमिति
॥ ८० ॥

P2-1233 · 81
एवमुक्तेन जप्त्वा तु तद्दसांशेन होमयेत् ।
तर्पणञ्चाभिषेकञ्च दशांशं विप्रभोजनम्
॥ ८१ ॥

P2-1234 · 82
तर्पयेच्च परां देवीं तत्प्रकार इहोच्यते
॥ ८२ ॥

P2-1235 · 83
तथा च सिद्धसारस्वते:
एवं जपं पुरा कृत्वा दशांशमसितोपलैः ।
आज्याक्तैर्जुहुयान्मन्त्रि तद्दशांशेन तर्पणम्
॥ ८३ ॥

P2-1236 · 84
तत्रैव:
एवं जपं पुरा कृत्वा दशांशमसितोपलैः ।
आज्याक्तैर्जुहुयान्मन्त्री विल्वैर्वा जुहुयात्ततः ।
कालागुरुद्रवोपेतैर्विमलैर्गन्ध वारिभिः ।
तर्पयेच्च परां देवीं तत्प्रकार इहोच्यते
॥ ८४ ॥

P2-1237 · 85
जले चावाह्य विधिवत् पाद्याद्यैरुदकात्मकैः ।
सन्तर्प्य विधिवद्देवीं परिवारान्पृथक्पृथक्
॥ ८५ ॥

P2-1238 · 86
अभिषेको यथा:
देवीबुद्ध्या स्वमात्मानं सम्पूज्य साधकोत्तमः ।
वारिणीं सिञ्चयामिति जलं मूर्ध्नि विनिक्षिपेत्
॥ ८६ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-1229–P2-1238


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