Sthula

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1. Sthula (Sanskrit: स्थूल sthūla adj., m. u. n.) grob, dick, groß, feist, massiv (Gegenteil: Sukshma); grob; dumm; grobstofflich, materiell; Jackfruchtbaum (Panasa); der sichtbare, grobstoffliche Körper.

Meist wird im Yoga Kontext von Sthula als Gegenpol zu Sukshma, feinstofflich gesprochen. Die physische Welt ist Sthula, die Astralwelt ist Sukshma. Der physische Körper wird auch als Sthula Sharira bezeichnet

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2. Sthula (Sanskrit: स्थूला sthūlā f.) die Heilpflanze Scindapsus officinalis (Gajapippali); Schwarzer Kardamom (Sthulaila); Zuckermelone (Chirbhata).

Sukadev über Sthula

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Sthula

Sthula ist ein Sanskrit-Wort, ein Sanskrit-Adjektiv und heißt fest, manifest, grobstofflich, physisch. Sthula heißt also fest, grobstofflich. Sthula ist alles, was physisch grobstofflich ist. Zum Beipsile kann man sagen, der Körper ist Sthula. Deshalb heißt der physische Körper auch "Sthula Sharira". Marmor ist Sthula, fest. Aber selbst Bäume und Pflanzen, die sichtbar sind, sind auch Sthula, also grobstofflich, physische Materie. Alle physische Materie ist Sthula. Deshalb kann man auch von "Sthula Jagat" sprechen, die grobstoffliche Welt. Virat Svarupa – das ganze Universum mit all seiner physischen Materie, mit allem, was Sthula ist, wird eben auch als Virat Svarupa bezeichnet.

Du findest im Vedanta, also in bestimmten Ausprägungen von Vedanta, dass Gott verschiedene Manifestationen hat. Gott ist zum einen Brahman, das Absolute. Gott ist auch "Vishvarupa", die kosmische Gestalt, ist Virat, diese physische Welt. Sthula, ist die Sthula-Form von Gott. Dann gibt es die Sukshma-Form von Gott, die wird manchmal als "Hiranyagarbha" bezeichnet. Dann gibt es den subtilsten Aspekt von Gott, "Ishvara" selbst, der die Ursache des ganzen Universums ist. Und es ist wichtig, zu verstehen, hinter allem Sthula gibt es auch Sukshma.

Wenn du einen Baum siehst, da ist nicht einfach nur der Baum, da ist nicht einfach nur Materie. Wenn du einen Baum siehst oder auch eine Pflanze, eine Blume, ein Blatt, wenn du dich darauf konzentrierst, spürst du bald etwas Sukshma, etwas Feinstoffliches, du fühlst dort etwas. Dieses Gefühl, was dort ist, und diese Verbindung, Herzensverbindung und dieser Energie-Austausch, das ist dann Sukshma. Und wenn du tiefer forschst, gehst du in die Essenz hinein, in Karana. Und in dieser Essenz spürst du universelle Einheit, und dann kommst du zu Brahman. So kann Sthula, das Grobstoffliche, helfen, dich über eine Konzentration ins Sukshma, ins Feinstoffliche, hineinzubegeben, um über Karana, das Kausale, schließlich zu Brahman zu kommen.

Sei dir dessen bewusst, dass alles, was du äußerlich siehst und was scheinbar Sthula ist, nicht wirklich so Sthula ist, wie man denkt, es ist nicht wirklich fest. Das Grobstoffliche ist auch in ständiger Veränderung begriffen. Und Sthula ist auch nicht unabhängig. Sthula wird beeinflusst von Sukshma. Und umgekehrt wird Sukshma von Sthula beeinflusst. Alles ist miteinander verbunden, alles ist miteinander verwoben. Und es gibt viele subtile Ursachen für das, was sich auf der Sthula-Ebene manifestiert.

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