Shunyata

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Devanagri Schriftzug für das Sanskritwort Shunyata

Shunyata (Sanskrit: शून्यता śūnyatā f.) Leerheit, Verödung; Nichtigkeit; die Leere, Leerheit. Shunyata ist die Leere.

Shunya ist ein Sanskrit Adjektiv und bedeutet leer. Es ist im Buddhismus ein Wort für die Erfahrung der Unendlichkeit, die leer ist von allem Begrenzten. Shunyata kann auch heißen Einsamkeit, innere Leere und Verzweiflung. Im Yoga Kontext steht Shunyata aber meistens als Bezeichnung für das Absolute, welches sowohl Purna, Fülle, als auch Shunyata, Leere, ist.

Sukadev über Shunyata

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Shunyata

Shunyata heißt „die Leere“. Shunyata spielt im Buddhismus, im Vedanta und anderen Aspekten des Yogas eine Rolle. Shunyata, die Leere. Leere heißt, leer von allen Vorstellungen, leer von allen Gedanken, leer von allen beschränkenden Wahrnehmungen. Wenn du dich ganz leer machst, wenn du ganz in Shunyata, in die Leere eingehst, dann kann deine wahre Natur aufleuchten. Im Yoga Sutra heißt es: „Yogas Chitta Vritti Nirodhah.", Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist. "Tada Drastuh Svarupe Vasthanam". Dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen. Wenn du dich ganz leer machst, wenn du ganz in die innere Leere gehst, in Shunyata, dann folgt Purna, die Fülle. Indem du dich leer machst, erfährst du das Göttliche. Indem du in die höchste Leere gehst oder in die tiefste Leere, in die vollständige Leere, erfährst du Fülle.

Im Grunde genommen kann man sagen, all diese kleinen Gedanken und Vorstellungen und Identifikationen und Wünsche und Emotionen, all das scheint dich zu füllen, aber niemals zu erfüllen. Du willst dieses, du willst jenes, du denkst an dies und an jenes, und du weißt immer, es fehlt etwas. Denn Menschen wollen dann meistens mehr bekommen: „Wenn es mir nicht gut geht, brauche ich noch dieses, brauche ich noch jenes usw.“ Manchmal ist es aber wichtiger, sich zu leeren. Glück kommt mehr aus Shunyata als aus dem Anhäufen, daher versucht ein Aspirant in vielerlei Hinsicht einfach zu leben, und erhaben zu denken. Du kannst selbst überlegen: „Was in meinem Kleiderschrank brauche ich nicht?“ Gib es in die Altkleidersammlung. Was in deinen Regalen brauchst du nicht? Gib es weiter. Auch eine äußere Shunyata kann durchaus hilfreich sein und gehört auch zu Saucha, zur Reinigung. SDu findest sehr häufig im Yoga solche Ausdrücke, wie Reinheit, Reinigung, Helligkeit, Strahlen, Leuchten, all das hängt damit zusammen, wenn du in Shunyata gehst, in diese Leere, dann strahlt das Licht der Seele, dann strahlt Gott. Shunyata ist Leere, damit du das Höchste erfahren kannst.

Siehe auch

Literatur

  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

Weblinks

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