Shrichakra Sadhanam – Ritualhandbuch

Aus Yogawiki

Shrichakra Sadhanam – Ritualhandbuch mit Sanskrittext und vollständiger deutscher Übersetzung erschließt einen kurzen Text aus der Śrīvidyā-Überlieferung. Śrīcakrasādhanam, auch Sri Chakra Sadhanam oder Shrichakra Sadhana, bedeutet „Praxis des ehrwürdigen Cakra“. Das Śrīcakra bildet den Mittelpunkt einer Verehrung, in der Bild, Laut, Gabe und Meditation zusammenwirken. Der Text nennt Mahātripurasundarī, Kāmakalā, die Mātṛkā und verschiedene Anwendungen des Cakra.

Das Śrīcakra als Gegenstand der Verehrung und Meditation.

Diese Ausgabe bietet zuerst konkrete Andachtsabläufe mit vollständig ausgeschriebenen Rezitationsformeln. Danach folgen, jeweils als eigener Abschnitt, der gesamte vorhandene Sanskrittext in IAST, der gesamte vorhandene Devanagaritext und die vollständige deutsche Übersetzung. Erläuterungen zu schwierigen Lesungen, zu den nur angedeuteten Mantras und zum Verhältnis zwischen historischer Quelle und heutiger Praxis schließen die Ausgabe ab.

Einleitung: Werk, Überlieferung und Praxis

Was für ein Text ist Shrichakra Sadhanam?

Die dieser Ausgabe zugrunde liegende Muktabodha-Transkription trägt die Katalognummer M00652 und beruht laut ihren Metadaten auf Handschrift 1300k des Raghunath-Tempels in Jammu. Die Erfassung erfolgte unter der Aufsicht von Anirban Dash; die Revision 0 ist auf den 6. April 2024 datiert. Das ist das Datum der elektronischen Erfassung, keine Datierung der Handschrift oder der Entstehung des Werkes. Ein Autor wird nicht genannt. Der Text beginnt mit einer Berufung auf den Jñānārṇava; die genaue Beziehung zu einer bestimmten Ausgabe dieses Werkes lässt sich aus dieser Transkription allein nicht bestimmen.

Der Katalog verzeichnet zehn Blätter. Beide elektronischen Textfassungen enthalten jedoch nur die Folioangaben 1a bis 9b und schließen dort mit einem Kolophon. In der IAST-Datei erscheinen die Rückseiten als 1ba, 2ba usw., in der Devanagari-Datei als १ब, २ब usw. Ob die Katalogzählung ein weiteres Titel- oder Leerblatt einschließt oder Text fehlt, ist ohne Handschriftenbilder nicht feststellbar. Vollständig bezeichnet hier sämtliche in den beiden Dateien vorhandenen Textpassagen; ein nicht vorliegendes zehntes Blatt wird nicht ergänzt.

Die Transkription ist diplomatisch: Sie bewahrt viele Zusammenschreibungen, Blatt- und Zeilenumbrüche sowie offenkundig schwierige Lesungen. Es gibt keine überlieferten Versnummern. Die Übersetzung folgt deshalb den Blattbereichen; redaktionelle Überschriften dienen der Orientierung.

Welche Rituale lassen sich daraus ausführen?

Der historische Schwerpunkt liegt auf Prayogas: besonderen Wirkungsritualen zur Unterwerfung, Anziehung, Lähmung, Vertreibung und Schädigung sowie auf Schutz- und Siddhi-Verheißungen. Daneben steht auf Blatt 8a ein klarer Abschnitt über die Verehrung der Göttin mit duftenden Blüten und über die Reinigung von Verfehlungen.

Die Quelle ist keine vollständige tägliche Navāvaraṇa-Paddhati. Sie nennt weder alle Gottheiten der neun Einfriedungen noch sämtliche Āvāhana-, Nyāsa-, Darbringungs- und Abschlussformeln. Mehrfach verweist sie auf einen früher erklärten Vollzug oder einen bereits bekannten Mantra. Daher kann man aus ihr allein keine vollständige historische Śrīcakra-Puja einschließlich aller Spezialrituale rekonstruieren.

Die folgenden ausführbaren Andachten verbinden belegte Elemente mit klar bezeichneten Praxisergänzungen. Sie eignen sich für Puja- und Sanskritkundige, die eine geordnete Devi-Verehrung vollziehen möchten. Sie werden nicht als unveränderte historische Vollrituale ausgegeben. Die gesamte historische Quelle wird anschließend übersetzt; ihre problematischen Absichten und schwierigen Formulierungen bleiben dabei erkennbar.

Herkunft der Angaben

  • Quelle: Eine Handlung, Zahl oder Formel steht in der vorliegenden Handschriftentranskription. Die Blattangabe ermöglicht das Nachlesen.
  • Lesekorrektur: Eine beschädigte oder ungewöhnliche Form wird für die Übersetzung vorsichtig erschlossen. Solche Eingriffe werden kenntlich gemacht; die beiden Sanskrit-Volltexte bleiben unverändert.
  • Praxisergänzung: Eine konkrete Organisation des Ablaufs oder eine ausgeschriebene Sanskritformel wird für die heutige Andacht ergänzt. Sie ist kein zusätzliches Zitat aus der Handschrift.

Die Namen Mūlavidyā, Kāmarājakūṭa, Kāmakūṭa, Mahāvidyā und Madanākṣara sind keine vollständig ausgeschriebenen Rezitationsformeln. Sie werden in dieser Ausgabe nicht eigenmächtig durch eine bestimmte geheime Mantra-Fassung ersetzt. Wer eine eingeweihte Śrīvidyā-Praxis ausführt, verwendet seine tatsächlich empfangene Überlieferung.

Die Quelle enthält sexuelle Zwangsvorstellungen, feindschädigende Absichten und Anwendungen problematischer Stoffe. Die praktische Anleitung beschränkt sich auf freiwillige, nicht gegen andere gerichtete Andacht. Die vollständige Übersetzung dokumentiert die historischen Aussagen; sie ist keine Empfehlung, die beschriebenen Stoffe einzunehmen oder andere Menschen zu beherrschen.

Orientierung für die Durchführung

Die drei Abläufe sind jeweils in sich abgeschlossen. Wähle für eine einzelne Sitzung einen davon; sie müssen nicht nacheinander ausgeführt werden.

  • Ritual 1: Ausführliche Verehrung am Śrīcakra mit sechzehn Darbringungen und Japa; etwa 25–40 Minuten.
  • Ritual 2: Kurze Blütenverehrung zur inneren Reinigung; etwa 10–15 Minuten, auch als tägliche Andacht über einen Monat.
  • Ritual 3: Mātṛkā-Lautandacht zur Sammlung und bewussten Ausrichtung der Sprache; etwa 10 Minuten.

Lies den gewählten Ablauf vor Beginn einmal vollständig und lege die Gaben in der benötigten Reihenfolge bereit. Fett gedruckte Sanskritformeln im Praxisteil werden rezitiert; die deutschen Übersetzungen dienen dem Verständnis und müssen nicht zusätzlich gesprochen werden. Wo eine deutsche Absicht ausdrücklich vorgesehen ist, sprich sie in deinen eigenen Worten. Alle Zeitangaben sind heutige Richtwerte.

Ritual 1: Shrichakra-Puja mit sechzehn Darbringungen

Zweck und Nutzen

Diese Puja dient der Verehrung Lalitās beziehungsweise Tripurasundarīs, der Sammlung und der Vertiefung von Bhakti. Das Śrīcakra hilft, die Aufmerksamkeit zu ordnen und die vielfältigen Wahrnehmungen auf die göttliche Mitte auszurichten. Der mögliche persönliche Nutzen liegt in der bewussten Unterbrechung des Alltags, in Dankbarkeit und konzentrierter Rezitation. Eine bestimmte äußere Wirkung wird nicht zugesichert.

Quellenbezug: Cakra-Verehrung und rote Upacāras auf 2a; Mahātripurasundarī und Kāmakūṭa auf 4b; Blütenverehrung auf 8a. Die vollständige sechzehnteilige Folge und ihre Formeln sind Praxisergänzungen. Die Quelle selbst liefert an diesen Stellen keine sechzehnteilige Liste. Dieses Ritual ist eine offene Andachtsfassung, keine vollständige Navāvaraṇa-Puja und keine Prāṇapratiṣṭhā.

Wer kann die Puja ausführen?

Menschen, die mit Puja und Sanskritaussprache vertraut sind, können diese Andachtsfassung anhand der folgenden Schritte durchführen. Sie verwendet ausgeschriebene Namens- und Darbringungsformeln, keine entschlüsselten geheimen Bīja-Folgen. Die Einweihungs- und Linienregeln einer formalen Śrīvidyā-Sādhana bleiben davon getrennt.

Dauer: ungefähr 25–40 Minuten bei 108 Japa-Wiederholungen; dies ist ein praktischer Richtwert, keine Zeitvorschrift der Quelle.

Material und Vorbereitung

  • Ein vorhandenes, korrekt gezeichnetes Śrīcakra als Druck oder dauerhaftes Yantra; diese Anleitung lehrt nicht die geometrische Konstruktion.
  • Ein sauberer Altarplatz und ein kleines rotes Tuch, sofern vorhanden.
  • Ein Gefäß mit sauberem Wasser, ein Löffel und eine gesonderte Schale für dargebrachtes Wasser.
  • Blüten oder Blütenblätter, möglichst rote; ein wenig für Puja geeignete Sandelholzpaste.
  • Räucherwerk mit Halter und eine standsichere Lampe.
  • Eine kleine Madhuparka-Gabe; als heutige Ausgestaltung kann eine geringe Menge Honig mit Joghurt und Ghee verwendet werden.
  • Ein kleines Tuch als symbolisches Gewand, eine Blütengirlande oder ein symbolischer Schmuck.
  • Obst oder eine andere vegetarische Speise in einer gesonderten Schale.
  • Eine Mala oder andere Zählhilfe für das Japa.

Lege das Yantra vor dich. Ein Papierbild wird nicht nass gemacht; Wasser, Paste und Speisen bleiben in gesonderten Schälchen beziehungsweise auf einer Unterlage davor. Wasche die Hände, richte die Gaben her und setze dich ruhig hin. Für diese Andachtsfassung ist keine bestimmte Himmelsrichtung vorgeschrieben. Die im historischen Text genannten Richtungen gehören dort zu bestimmten Wirkungsritualen und werden nicht pauschal übernommen.

Schritt 1: Ganesha-Verehrung

Handlung: Falte die Hände und verneige dich. Rezitiere dreimal:

oṃ śrīgaṇeśāya namaḥ.
ॐ श्रीगणेशाय नमः।
Deutsch: „Oṃ. Verehrung dem ehrwürdigen Gaṇeśa.“

Herkunft: Die Formel eröffnet den Originaltext auf 1a. Die dreifache Wiederholung ist eine Praxisergänzung. Bleibe danach einen Augenblick still und richte dich auf eine aufmerksame Puja aus.

Schritt 2: Guru-Verneigung und Absicht

Handlung: Erinnere dich an deine Lehrperson oder an die Menschen, durch die du Zugang zur Praxis erhalten hast. Sprich einmal:

oṃ śrīgurave namaḥ.
ॐ श्रीगुरवे नमः।
Deutsch: „Oṃ. Verehrung dem ehrwürdigen Guru.“

Praxisergänzung: Diese Formel steht nicht im vorliegenden Originaltext. Sprich anschließend deine Absicht auf Deutsch, zum Beispiel: „Ich verehre die göttliche Mutter mit Klarheit und Hingabe. Möge diese Praxis mein Denken, Sprechen und Handeln zum Guten ausrichten.“

Schritt 3: Die Göttin vergegenwärtigen

Handlung: Betrachte das Śrīcakra in seiner Gesamtheit. Lass den Blick dann sanft zur Mitte gehen. Stelle dir die Gegenwart Tripurasundarīs als freundliches, rötlich-goldenes Licht vor. Verweile etwa eine Minute. Der Text kennt rötliche Lichtvorstellungen auf 1b–2a; die hier beschriebene, nicht auf eine Zielperson gerichtete Meditation ist eine Praxisanpassung.

Rezitiere dreimal:
oṃ śrītripurasundaryai namaḥ.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः।
Deutsch: „Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī, der Schönen der drei Welten.“

Herkunft: Die Göttin wird auf 4b genannt; die vollständige Namensformel wird hier für die Andacht ergänzt. Sie wird nicht mit dem im Original nur bezeichneten Kāmakūṭa gleichgesetzt.

Schritt 4: Anrufung

Handlung: Halte eine Blüte vor dem Herzen und sprich:

śrītripurasundari, ihāgaccha, iha tiṣṭha, mama pūjāṃ gṛhāṇa.
श्रीत्रिपुरसुन्दरि, इहागच्छ, इह तिष्ठ, मम पूजां गृहाण।
Deutsch: „Ehrwürdige Tripurasundarī, komm hierher, verweile hier und nimm meine Verehrung an.“

Lege die Blüte vor das Yantra. Diese schlichte Anrufung ist eine redaktionell formulierte Praxisergänzung. Sie bezeichnet eine Andachtsanrufung, keine förmliche Installation in einem neuen Tempelbild.

Schritt 5: Sechzehn Darbringungen

Jede Tabellenzeile enthält die vollständige zu sprechende Formel. Rezitiere bei jeder Gabe oṃ śrītripurasundaryai namaḥ – „Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī“ – und anschließend den jeweiligen Darbringungssatz. Beide stehen unten zusammen. Führe die Handlung während der Rezitation aus. Die Zusammenstellung und sämtliche samarpayāmi-Sätze dieser Tabelle sind Praxisergänzungen.

Nr. / Gabe Handlung Formel Deutsche Übersetzung
1. Āsana Lege eine Blüte auf die Unterlage vor dem Yantra als Zeichen des angebotenen Sitzes. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. āsanaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। आसनं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe einen Sitz dar.“
2. Svāgata Begrüße die Göttin mit gefalteten Händen. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. svāgataṃ te.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। स्वागतं ते।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Sei willkommen.“
3. Pādya Gib einen Löffel Wasser in die Darbringungsschale. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. pādyaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। पाद्यं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Wasser zum Waschen der Füße dar.“
4. Arghya Bringe Wasser mit einer Blüte als ehrende Gabe dar. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. arghyaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। अर्घ्यं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Willkommenswasser dar.“
5. Ācamanīya Biete einen weiteren Löffel Wasser an. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. ācamanīyaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। आचमनीयं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Wasser zum Mundspülen dar.“
6. Madhuparka Stelle die kleine Madhuparka-Schale vor die Göttin. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. madhuparkaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। मधुपर्कं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe die ehrende Honigspeise dar.“
7. Erneutes Wasser Biete erneut Wasser im Schälchen an. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. punarācamanīyaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। पुनराचमनीयं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe erneut Wasser zum Mundspülen dar.“
8. Snāna Biete Wasser als symbolisches Bad an; ein Papier-Yantra bleibt trocken. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. snānīyaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। स्नानीयं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Badewasser dar.“
9. Vastra Lege ein kleines Tuch vor das Yantra oder an dessen Unterlage. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. vastraṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। वस्त्रं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe ein Gewand dar.“
10. Ābharaṇa Lege Girlande oder Schmuck vor die Göttin. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. ābharaṇaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। आभरणं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Schmuck dar.“
11. Gandha Biete etwas Sandelholzpaste in einem Schälchen an. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. gandhaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। गन्धं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe duftende Salbe dar.“
12. Puṣpa Lege Blüten vor die Göttin. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. puṣpāṇi samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। पुष्पाणि समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Blüten dar.“
13. Dhūpa Zeige das Räucherwerk vor dem Yantra und stelle es wieder sicher ab. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. dhūpaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। धूपं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Räucherduft dar.“
14. Dīpa Zeige die Lampe vor dem Yantra und stelle sie wieder ab. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. dīpaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। दीपं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Licht dar.“
15. Naivedya Stelle die Speiseschale vor das Yantra und verweile kurz still. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. naivedyaṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। नैवेद्यं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe Speise dar.“
16. Namaskāra Verneige dich mit gefalteten Händen. oṃ śrītripurasundaryai namaḥ. namaskāraṃ samarpayāmi.
ॐ श्रीत्रिपुरसुन्दर्यै नमः। नमस्कारं समर्पयामि।
„Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī. Ich bringe meine Verneigung dar.“

Die roten Upacāras der Quelle auf 2a werden in dieser Andacht durch rote Blüten und gegebenenfalls ein rotes Tuch aufgegriffen. Nicht jede Gabe muss rot eingefärbt werden. Diese praktische Auswahl ist eine Anpassung und keine neue Übersetzung des dortigen Ausdrucks sarvaraktopacāraiḥ.

Schritt 6: Japa

Handlung: Setze dich aufrecht hin und wiederhole 108-mal:

oṃ śrītripurasundaryai namaḥ.
Deutsch: „Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī.“

Zähle eine Runde an einer Mala mit 108 gezählten Perlen; die Meru-Perle wird in dieser Zählweise nicht mitgezählt. Die Zahl 108 wird hier für die Andacht gewählt. Die Quelle nennt 108 in einem anderen, auf Beherrschung gerichteten Zusammenhang auf 2b–3a; daraus folgt keine verbindliche 108er-Vorschrift für diese neu zusammengestellte Puja.

Lass Klang und Bedeutung zusammenkommen. Wenn Gedanken abschweifen, kehre freundlich zum Mantra zurück. Die zentrale Haltung ist freiwillige Hinwendung zur Göttin.

Schritt 7: Japa und Verehrung widmen

Handlung: Lege die Mala ab und halte die Hände vor dem Herzen. Sprich:

śrītripurasundari, imaṃ japaṃ tubhyaṃ samarpayāmi.
श्रीत्रिपुरसुन्दरि, इमं जपं तुभ्यं समर्पयामि।
Deutsch: „Ehrwürdige Tripurasundarī, dieses Japa bringe ich dir dar.“

Diese Formel ist eine Praxisergänzung. Verweile danach ein bis zwei Minuten still.

Schritt 8: Dank und Abschluss

Handlung: Verneige dich und sprich:

śrītripurasundari, mama pūjāṃ gṛhāṇa, aparādhān kṣamasva.
श्रीत्रिपुरसुन्दरि, मम पूजां गृहाण, अपराधान् क्षमस्व।
Deutsch: „Ehrwürdige Tripurasundarī, nimm meine Verehrung an und verzeihe die Verfehlungen.“

Praxisergänzung: Vergegenwärtige die Göttin nun im Herzen und beende damit die äußere Anrufung dieser Andachtsfassung. Du kannst auf Deutsch schließen: „Möge die Kraft dieser Verehrung allen Wesen zugutekommen.“ Empfange die dargebrachte Speise als Prasāda, teile sie bei einer gemeinsamen Puja und räume den Altar respektvoll auf. Das Yantra bleibt an seinem Platz.

Ritual 2: Blütenverehrung der Göttin zur inneren Reinigung

Quellenbezug, Zweck und Teilnahme

Quelle: Blatt 8a: śivāṃ saṃpūjayed devi sugandhaiḥ kusumaiḥ priye… – die Göttin Śivā soll mit duftenden Blumen verehrt werden. Die Endung -ām in śivām ist weiblich. Gemeint ist hier Śivā, die Glückverheißende, nicht der männliche Shiva. Im Zusammenhang des Textes ist die Verehrung auf die Göttin bezogen.

Zweck im Text: Beseitigung schwerer Verfehlungen und Reinigung von kaluṣa, Befleckung. Die Quelle rühmt eine sofortige Wirkung und nennt anschließend einen Monat mit besonderen Blatt- und Pflanzengaben. Diese religiösen Verheißungen werden hier als Einladung zu Umkehr, Sammlung und erneuerter Ausrichtung gelesen, nicht als Zusage, dass ein Ritual die Folgen eigenen Handelns automatisch aufhebt.

Wer? Puja-Erfahrene. Die unten ausgeschriebene Namensverehrung ist eine offene Andachtsfassung. Dauer: etwa 10–15 Minuten. Material: ein Bild der Göttin oder Śrīcakra und mindestens neun Blüten oder Blütenblätter. Ein optionales Licht kann zu Beginn entzündet werden; es ist in diesem kurzen Ablauf keine gesonderte Darbringung.

Einmalige Durchführung

  1. Vorbereiten: Wasche die Hände, stelle das Bild oder Yantra vor dich und lege die Blüten bereit. Sitze ruhig.
  2. Beginnen: Falte die Hände und sprich einmal oṃ śrīgaṇeśāya namaḥ – „Oṃ. Verehrung dem ehrwürdigen Gaṇeśa.“ Die Formel steht am Werkbeginn; ihre Verwendung hier ist eine praktische Rahmung.
  3. Absicht klären: Sprich auf Deutsch: „Ich bringe meine Unklarheit und meine Fehler vor die göttliche Mutter. Möge ich erkennen, was zu berichtigen ist, und die Kraft zum guten Handeln finden.“ Diese Worte sind ergänzt.
  4. Die Göttin anrufen: Sprich śive, mama pūjāṃ gṛhāṇa – „O Glückverheißende, nimm meine Verehrung an.“ Diese ausgeschriebene Anrufung ist eine Praxisergänzung.
  5. Blüten darbringen: Nimm jeweils eine Blüte oder ein Blütenblatt, führe es vor das Herz und lege es vor die Göttin. Sprich dabei oṃ śivāyai namaḥ, puṣpaṃ samarpayāmi – „Oṃ. Verehrung der Göttin Śivā. Ich bringe eine Blüte dar.“ Vollziehe dies neunmal. Die Blütenverehrung ist quellenbelegt; Formel und Neunerzahl sind ergänzt.
  6. Japa: Wiederhole 27-mal oṃ śivāyai namaḥ – „Oṃ. Verehrung der Göttin Śivā.“ Auch diese Japa-Zahl ist für die kurze Andacht gewählt.
  7. Widmen: Sprich śive, imāṃ pūjāṃ tubhyaṃ samarpayāmi – „O Glückverheißende, diese Verehrung bringe ich dir dar.“ Die Formel ist eine Praxisergänzung.
  8. Still werden: Verweile kurz still. Nimm dir einen konkreten Schritt der Wiedergutmachung oder des achtsamen Handelns vor, soweit er zu deiner Situation passt. Verneige dich und schließe die Puja.

Die Formeln dieses Rituals in Devanagari (Gaṇeśa-Anrufung siehe Ritual 1):
शिवे, मम पूजां गृहाण।
śive, mama pūjāṃ gṛhāṇa – „O Glückverheißende, nimm meine Verehrung an.“
ॐ शिवायै नमः, पुष्पं समर्पयामि।
oṃ śivāyai namaḥ, puṣpaṃ samarpayāmi – „Oṃ. Verehrung der Göttin Śivā. Ich bringe eine Blüte dar.“

ॐ शिवायै नमः।
oṃ śivāyai namaḥ – „Oṃ. Verehrung der Göttin Śivā.“
शिवे, इमां पूजां तुभ्यं समर्पयामि।
śive, imāṃ pūjāṃ tubhyaṃ samarpayāmi – „O Glückverheißende, diese Verehrung bringe ich dir dar.“

Aussprache und Bedeutung: śivāyai mit langem ā gehört zur weiblichen Göttin Śivā; śivāya wäre die Form für den männlichen Shiva. Dieser Unterschied ist für diese konkrete Textstelle wesentlich.

Tägliche Übungsfolge über einen Monat

Der Text nennt māsena, „innerhalb eines Monats“, im Zusammenhang mit Śamī, Dūrvā-Sprossen, Aśvattha-Blättern und Arka-Gaben. Er legt weder eine tägliche Uhrzeit noch eine Japa-Zahl fest. Eine praktische heutige Ausgestaltung ist, die oben beschriebene Andacht an jedem Tag eines Monats etwa zur gleichen Zeit durchzuführen. Die tägliche Wiederholung ist eine redaktionelle Ausgestaltung der Monatsfrist.

Für diese Andacht genügen die bereits ausdrücklich genannten duftenden Blüten. Die spezielle Pflanzengaben-Variante wird damit nicht als vollständig vollzogen bezeichnet. Verwende keine unbekannten Pflanzensäfte und keine Trinkmischungen aus den anderen Textabschnitten.

Ritual 3: Matrika-Andacht vor dem Shrichakra

Quellenbezug und Zweck

Auf Blatt 9a nennt die Quelle die Mātṛkā von a bis kṣa und ihre Anordnung am Cakra von außen zur Mitte. Die genaue Verteilung der Buchstaben auf Linien, Dreiecke und Einfriedungen wird dort nicht erklärt. Deshalb folgt hier eine ergänzte Lautandacht: Sie ist eigenständig ausführbar, aber keine Rekonstruktion dieses besonderen Mātṛkā-Nyāsa.

Zweck: Die Sanskritlaute aufmerksam als Träger von Sprache und Mantra wahrnehmen und die eigene Rede der Göttin widmen. Wer? Sanskritkundige, die die Laute bereits aussprechen können. Material: Śrīcakra, eine Blüte und der folgende Lauttext. Dauer: ungefähr 10 Minuten.

Durchführung

  1. Sammeln: Setze dich vor das Śrīcakra. Sprich einmal oṃ śrīgaṇeśāya namaḥ – „Oṃ. Verehrung dem ehrwürdigen Gaṇeśa.“
  2. Die Göttin verehren: Lege eine Blüte vor das Yantra und sprich oṃ śrītripurasundaryai namaḥ – „Oṃ. Verehrung der ehrwürdigen Tripurasundarī.“ Die vollständige Formel ist eine Praxisergänzung.
  3. Laute sprechen: Rezitiere die nachfolgende Alphabetfolge einmal langsam. Sprich jeden Laut bewusst; füge keine beliebigen Bījas, Körperberührungen oder Einsetzungen in einzelne Dreiecke hinzu.
  4. Nachklingen lassen: Schließe die Augen für einen Moment oder lass den Blick ruhig auf dem Yantra liegen. Vergegenwärtige, dass Sprache verständigen, segnen und klären kann.
  5. Widmen: Sprich devi, mama vācaṃ śodhaya (देवि, मम वाचं शोधय।) – „Göttin, reinige meine Rede.“ Diese kurze Sanskritbitte ist eine Praxisergänzung. Verneige dich.

Rezitationsfolge – redaktionell bereitgestellte Alphabetfassung:
a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au aṃ aḥ
ka kha ga gha ṅa
ca cha ja jha ña
ṭa ṭha ḍa ḍha ṇa
ta tha da dha na
pa pha ba bha ma
ya ra la va
śa ṣa sa ha kṣa

Devanagari:
अ आ इ ई उ ऊ ऋ ॠ ऌ ॡ ए ऐ ओ औ अं अः
क ख ग घ ङ
च छ ज झ ञ
ट ठ ड ढ ण
त थ द ध न
प फ ब भ म
य र ल व
श ष स ह क्ष

Bedeutung: Dies ist eine Lautreihe, kein übersetzbarer Satz. Die hier verwendete 50-gliedrige Aufzählung enthält den langen vokalischen ḹ-Laut und zählt kṣa als abschließendes Glied. Die Handschrift schreibt die einzelnen Buchstaben nicht aus und entscheidet nicht über alle in Überlieferungen vorkommenden Zählweisen. Ihre eigene Formulierung lautet lediglich „von a bis kṣa“.

Welche Mantras der Originaltext tatsächlich enthält

Bezeichnung / Text Fundstelle Was überliefert ist Konsequenz für die Durchführung
oṃ śrīgaṇeśāya namaḥ 1a Vollständig ausgeschriebene Formel Im Handbuch mit Übersetzung direkt verwendbar
mahābīja, mūlavidyā, kāmarājakūṭa 1b Mahābīja wird als Kāmarāja-Kūṭa der Mūlavidyā erläutert; keine vollständige Silbenfolge Persönliche Überlieferung erforderlich; keine eindeutige Ergänzung allein aus dieser Stelle
mahāvidyā, aṅkuśa, madanākṣara 3b Namen beziehungsweise Chiffren in einer Einschreibevorschrift Weder vollständige Formel noch sichere geometrische Verteilung angegeben
kāmakūṭa der Mahātripurasundarī 4b Benennung einer Mantra-Abteilung Nicht ohne Beleg mit einer bestimmten gedruckten Mantra-Fassung gleichzusetzen
mātṛkā von a bis kṣa 4a; 9a Alphabet als Ganzes beziehungsweise Anfang und Ende Die oben ausgeschriebene Lautfolge ist eine ergänzte Lesefassung, kein im Original abgedrucktes Alphabet

Zu Mudrās: Yoni-Mudrā auf 2a und Kṣobhiṇī-Mudrā auf 3b werden genannt, aber nicht körperlich beschrieben. Aus bloßen Namen lässt sich keine verlässliche Handstellung rekonstruieren. Die drei Andachten oben setzen diese Gesten deshalb nicht voraus.

Zu Wiederholungszahlen: Auf 2b–3a steht 108. Am Übergang 3b–4a steht dagegen aṣṭaśatam, 800. Der Unterschied bleibt in der Übersetzung erhalten. Die in den offenen Andachten gewählten Zahlen sind jeweils als Praxisergänzung bezeichnet.


Vollständiger Sanskrittext in IAST

Diplomatische Wiedergabe sämtlicher Textzeilen der bereitgestellten Datei. Zusammenschreibungen und schwierige Lesungen bleiben erhalten. Die Blattüberschriften sind ergänzt; die ursprünglichen Blattmarkierungen stehen weiterhin im Text.

no. 1300 ka
title śrīcakrasādhanam
extent 10 patra
subject tantra


Blatt 1a

pṛ0 1a) oṃśrīgaṇeśāyanamaḥ athaśrīcakrasādhanavidhiḥ tatra
jñānārṇave śṛṇusarvāṃrgesubhageśrīcakravidhimuttamaṃ yasyavi
jñānamātreṇakarttāharttāsadāśivaḥ anenavidhināyatraśrīca
krakramasaṃyutaṃ pūjyatetatrasakalaṃvaśīkuryānnasaṃśayaḥ naga
raṃvaśamāyātideśamaṃḍalamadrite yoṣitaḥsakalāvaśyājva
latkālāgnipīḍitaḥ vidyāvimūḍhahṛdayāḥsādhakenyastamā
nasaḥ taddarśanenadeveśijāyaṃtesarvayoṣitaḥ gorocanādibhi


Blatt 1b

pṛ0 1ba) rdravyaiścakrarājaṃsamālikhet atīvasuṃdaraṃramyaṃtanmadhye
pratimāṃvarīṃ jvalaṃtīṃnāmasahitāṃmahāvījavidarbhitaṃ ma
hāvījaṃmūlavidyāyākāmarājakūṭaṃ vidarbhalakṣaṇaṃprāgevo
ktaṃ ciṃtayetutadādeviyojanānāṃsahasraśaḥ adṛṣṭapūrvāde
veśiśrutamātrāpidurlabhā rājakanyāthavāvānyābhayalajjā
vivarjitā āyātisādhakaṃsamyakmaṃtramūḍhāsatīpriye
cakramadhyagatobhūtvāsādhakaściṃtayedyadā udyatsūryasahasrā


Blatt 2a

pṛ0 2a) bhāmātmānamaruṇaṃtathā sādhyamapyahaṇībhūtaṃcitayetparame
śvari anenakramayogenasvayaṃkaṃdarparūpavān sarvasauṃdarya
subhagaḥsarvalokavaśaṃkaraḥ sarvaraktopacāraiścamudrāsahita
vigraha cakraṃprapūjayedyastuyasyanāmavidarbhitaṃ sabhaveddāsa
vaddevidhanāḍhyovāpibhūpatiḥ cakramadhyagataṃkuryānnāma
yasyāstuyoṣitaḥ adṛṣṭāyāmaheśāniyonimudrādharo
vudhaḥ haṭhādānayateśīghraṃpakṣiṇīṃrājakanyakāṃ nāgaka


Blatt 2b

pṛ0 2ba) nyāmapsarasaṃkhecarīṃcāsurāṃganī vidyādharīṃdivyarūpā
mṛṣikanyāmṛṣistriyaṃ madanodbhavasaṃtāpasphurajjaghanamaṃ
ḍalāṃ kāmavāṇaprabhinnātakaraṇāṃlolacakṣuṣaṃ mahākāma
kalādhyānayogāttusuravaṃdite kṣobhayetsvargabhūrlokapātā
latalayoṣitaḥ athatilakādivaśyaprayogaḥ rocanābhā
gamekaṃtubhāgamekaṃtukuṃkumaṃ athabhāgadvayaṃdevicaṃdanaṃmardaye
tsamaṃ ekattalikaṃkuryāttrailokyavaśakāriṇaṃ aṣṭottaraśatā


Blatt 3a

pṛ0 3a) vṛtyāmaṃtrayitvāvaśaṃnayet rājānaṃnagaraṃgrāmaṃyenayadyapradarśya
te maṃtriṇāparameśānitatsarvaṃtasyavaśyagaṃ tāṃvūlaṃdhūpamu
dakaṃpatraṃpuṣpaṃphalaṃdadhi dugdhaṃghṛtaṃcūrṇapatraṃvastraṃkarpūramevaca
kastūrīghusṛṇaṃcailālavaṃgaṃjātipatragaṃ phalaṃvācastuyadya
stusakalaṃparameśvari śatamaṣṭottaraṃjaptvāyasmaiyasmaiprayaccha
ti savaśyojāyatedevinātrakāryāvicāraṇā striyastusaka
lāvaśyādāsībhūtābhavaṃtihi haṭākarṣaṇametattukathitaṃnā


Blatt 3b

pṛ0 3ba) nyathābhavet athākarṣaṇaprayogaḥ rahasyesthānakemaṃtrī
likhedrovanayābhuvi cāruśrṛṃgāraveṣāḍhyāṃsarvābharaṇabhū
ṣitāṃ pratimāṃsuṃdarāṃgītāvilikhyasumanoharaṃ tadbhālakaṃ
ṭhahṛnnābhitattanmaṃḍalayoṣitāṃ janmanāmamahāvidyāmaṃku
śāṃtarvidarbhitāṃ sarvasaṃdhiṣudehasyamadanākṣaramālikhet
līnaṃḍāḍimapuṣpābhaṃciṃtayeddehasaṃdhiṣu tadāśābhimukho
bhūtvāsvayaṃdevīsvarūpakaḥ mudrāṃtatkṣobhiṇīṃvadhvāmaṃtramaṣṭa


Blatt 4a

pṛ0 4a) śataṃjapet niyojyadahanāgārecaṃdrasūryakalātmake tato
vikalasarvāṃgīkāmabāṇaiprapīḍitāṃ ananyamānasaṃprema
bhramamāṇāṃmadālasāṃ evamākarṣayennārīyojanānāṃśatā
api tathā mātṛkāṃvilikheccakravāhyataḥsakalāṃpriye
bhūrjapatresvarṇapatrairaupyapatretathāṃvare sovadhaḥsarvajaṃtūnāṃvyā
ghrādīnāṃviśeṣataḥ tathaivamātṛkāyuktāṃsusaṃjñāṃnāmamaṃḍi
tāṃ karpūrakuṃkumādyaistuajarāmaratāṃlabhet anenaivavidhāne


Blatt 4b

pṛ0 4ba) narocanāgurukuṃkumaiḥ likhitaṃcakrayogenasādhyanāmava
rānane vidarbhitaṃsvanāmnātuyasminkasmiṃnapisthitaṃ sthā
varaṃjaṃgamaṃvāpisakalaṃjanamaṃḍalaṃ vaśīkuryānmaheśāni
pādākrāṃtaṃnasaṃśayaḥ mahātripurasuṃdaryāḥkāmakūṭenabhā
svatā ekamevamavaṣṭabhyasādhyanāmākṣarāṇihi vahirapya
likhairvarṇaiḥmātṛkāyāḥpraveṣṭayet hemamadhyagatekuryāchi
khākhāyāṃvāmakebhuje dhārayedyatrakutrāpitrailokyavaśakāra


Blatt 5a

pṛ0 5a) kaṃ rājeṃdramapideveśivāsabhūtaṃkarotihi rājānovājinaḥ
sarvemahāduṣṭāmahotkaṭāḥ vyāghrāḥkesariṇomattāvaśyāsta
syabhavaṃtihi pūrvakrameṇanagaranāmasaṃdarbhyaśailaje madhyeca
tuḥpathevāpicaturdikṣunidhāpayet mahākṣobhoyoṣitāṃ
tubhajanānāṃmahatāmapi tathaivasarvaduṣṭānāṃpurasthānāṃca
jāyate etanmadhyagatāṃpṛthvīṃsaśailavanakānanaṃ jvalaṃti
sarvarājeṃdramaṃḍitāṃsāgarāṃbarāṃ māsaṣaṭkaṃciṃtayedyaḥsasaṃ


Blatt 5b

pṛ0 5ba) kṣobhakarobhavet kaṭākṣakṣetramātreṇanāryastasyavaśāḥ
priye rājānovrāhmaṇāvaiśyāḥśūdrāścapaśavojagat dṛ
ṣṭākarṣayatedevitrailaukyaṃsacarācaraṃ dṛṣṭāviṣaṃnāśayate
nātrakāryāvicāraṇā bhūtapretapiśācāṃścajvarāṃścāturthi
kādina śūlagulmādirogāṃścadṛṣṭānāśayatikṣaṇāt
etatsiṃdūrasubhagaṃrātrausaṃpūjitaṃpriye yojanānāṃśatādevi
samyagākarṣayetstriyaṃ yadādikṣuvidikṣevaṃsamyakdevipra


Blatt 6a

pṛ0 6a) pūjate tattadikṣusthitālokānvidiksthānapisuṃda
rī vaśamānayateśīghraṃsaputrayasavāṃdhavān bhūrjapatresa
mālikhyarocanāgurukuṃkumaiḥ tatmadhyenagaraṃdeśaṃmaṃḍalaṃ
khaṃḍamevava nāmnāvidarbhitaṃsvasyapūjayitvāyathāvi
dhi bhūmimadhyegataṃkṛtvātrailokyaṃvaśamānayet atha
vādhārayetkaṃṭheśikhāyāṃvāhumūlake yatrakutrasthitaṃ
bhadrekṣobhayennagaraṃmahatarkakṣīreṇasaṃyuktaṃdhatūrarasaṃ


Blatt 6b

pṛ0 6ba) tathā rocanākuṃkumaicaivalākṣālaktakasaṃyutaṃ kastūrī
dravasaṃyuktamekīkṛtyatataḥparaṃ cakrametatsamālikhyaya
syanāmnāmaheśvari tasyavyāghrahayavyādhiripusargagajādi
kaṃ coragrahājalāriṣṭhaṃśākinīḍākinībhayaṃ bhayaṃnavidya
tedeviparamaṃtrābhivārakaṃ nityaṃsamarcayeddevikālamṛtyuṃ
vināśayet athavāmadhyagāṃdevitrikoṇobhayamadhyagaṃ
adhastāṃnāmasaṃyuktaṃrocanākuṃkumānvitaṃ nidhāpayetsa


Blatt 7a

pṛ0 7a) ptāhāddāsavatkiṃkarobhavet pītadravyaiḥsamālikhyapī
tapuṣpaiḥsamarcayet pūrvāśābhimukhobhūtvāstaṃbhayetsarva
vādinaḥ sahasravadanodevimūkobhavatitatkṣaṇāt nāmnā
yasyasavāgmīhipāṣāṇivaniścalaḥ jāyatedevadeveśi
mahānīlīrasenatu nāmasaṃyojyavidhivatdakṣiṇāśā
mukhoyudhaḥ vahnaudagdhvāmaheśānimārayedvairiṇaṃpriye
mahiṣāścapurīṣābhyāṃsamamākṛṣyaśailaje gomūtreṇa


Blatt 7b

pṛ0 7ba) casaṃlikhyanāmasaṃdarbhyapūrvavat laṃvamānaṃtadākāśeśatrūccā
ṭanakārakaṃ mahānīlīrocanābhyāṃdugdhalākṣārasādibhiḥ
vilikhyadhārayenmaṃtrīsarvavarṇānvaśaṃtayet anenaivavidhāne
nasthāpayenīrasamadhyagaṃ tenodakenasaṃsrānaṃpītaṃtatsarvava
śyakṛt saubhāgyaṃjāyatetenapānīyenanasaṃśayaḥ etanmadhya
gatātenapṛthvīnagaraṃvāmalocane saptāhātkṣobhayetsatyaṃjvala
mānaṃviciṃtayetathavakṣyemaheśānimahāpātakanāśanaḥ


Blatt 8a

pṛ0 8a) śivāṃsaṃpūjayeddevisugaṃdhaiḥkusumaiḥpriye mahāpātakayu
ktātmātatkṣaṇātpātahābhavet śamīdūrvākurāśvatthapalla
vainathavārkajaiḥ māsenahaṃtikaluṣaṃsaptajanmakṛtaṃnaraḥ pūrvā
śābhimukhobhūtvāpītadravyaiḥsamarcayet (yasyasnāmākitaṃta
tramaṃtrahāniḥprajāyate agnirākṣase) pītasthānesamālikhya
staṃbhayetsarvavādinaḥ uttarābhimukhobhūtvāvaṃdanenasamāli
khet saṃpūjyavidhivadbhaktyāsarvayoṣimanoharaḥ vallabhojāya


Blatt 8b

pṛ0 8ba) tetāsāṃdāsīmivavaśaṃnayet yamāśābhimukhobhūtvācakraṃkṛ
ṣṇajadārcayet yasyanāmāṃkitaṃtatramaṃtrahāniḥprajāyate a
gnirākṣasavāyavyaśaṃbhukoṇeṣupūjitaṃ pūrvavatparameśānikra
meṇaparitoṣitaṃ staṃbhavidveṣagāvyādhiśatrūccāṭakaraṃparaṃ ro
canālikhitaṃcakraṃkṣīramadhyekṣipedvudhaḥ sarvavaśyakaraṃdevibha
vatyevanasaṃśayaḥ gomūtramadhyagaṃsamyakśatrūccāṭakaraṃparaṃtai
lasthaṃcakrarājaṃtaṃtadvidveṣāṃtakaraṃbhavet jvalajvalanamadhyasthaṃ


Blatt 9a

pṛ0 9a) śatrunāśakaraṃbhavet yadaikāṃtecaturbhāgesiṃdūrarajasālikhet
sarvavāhyatārabhyayāvanmadhyaṃmaheśvari akārādikṣakārāṃ
tāṃmātṛkāṃtatravinyaset pūjayedrātrisamayekulācārakrame
ṇatā sādhakaḥkhecarodevijāyatenātrasaṃśayaḥgirāvekatarau
tadvadarvayetkulamārgataḥajarāmaratāṃlavdhvāsukhībhavatimāṃ
trikaḥ smaśānepūjayecakraṃmahābhūtadinetuyaḥpūrvakrameṇavi
dhivatsādhakasthiramānasaḥ khaḍgasiddhiṃcavetālasiddhiṃcaguṭi


Blatt 9b

pṛ0 9ba) kāṃlabhet pādukāṃjanasiddhiṃcamanasiddhiṃcadhātudaṃ samahāvī
rasiddhiṃtuyakṣiṇīceṭakodbhavāṃ sarvaṃlabhatemaṃtrīnātrakāryāvi
cāraṇā itiśrīcakrasādhanaḥ


Vollständiger Sanskrittext in Devanagari

Diplomatische Wiedergabe sämtlicher Textzeilen der bereitgestellten Datei. Zusammenschreibungen und schwierige Lesungen bleiben erhalten. Die Blattüberschriften sind ergänzt; die ursprünglichen Blattmarkierungen stehen weiterhin im Text.

नो. १३०० क
तित्ले श्रीचक्रसाधनम्
एxतेन्त् १० पत्र
सुब्जेच्त् तन्त्र


Blatt 1a

पृ० १अ) ओंश्रीगणेशायनमः अथश्रीचक्रसाधनविधिः तत्र
ज्ञानार्णवे शृणुसर्वांर्गेसुभगेश्रीचक्रविधिमुत्तमं यस्यवि
ज्ञानमात्रेणकर्त्ताहर्त्तासदाशिवः अनेनविधिनायत्रश्रीच
क्रक्रमसंयुतं पूज्यतेतत्रसकलंवशीकुर्यान्नसंशयः नग
रंवशमायातिदेशमंडलमद्रिते योषितःसकलावश्याज्व
लत्कालाग्निपीडितः विद्याविमूढहृदयाःसाधकेन्यस्तमा
नसः तद्दर्शनेनदेवेशिजायंतेसर्वयोषितः गोरोचनादिभि


Blatt 1b

पृ० १ब) र्द्रव्यैश्चक्रराजंसमालिखेत् अतीवसुंदरंरम्यंतन्मध्ये
प्रतिमांवरीं ज्वलंतींनामसहितांमहावीजविदर्भितं म
हावीजंमूलविद्यायाकामराजकूटं विदर्भलक्षणंप्रागेवो
क्तं चिंतयेतुतदादेवियोजनानांसहस्रशः अदृष्टपूर्वादे
वेशिश्रुतमात्रापिदुर्लभा राजकन्याथवावान्याभयलज्जा
विवर्जिता आयातिसाधकंसम्यक्मंत्रमूढासतीप्रिये
चक्रमध्यगतोभूत्वासाधकश्चिंतयेद्यदा उद्यत्सूर्यसहस्रा


Blatt 2a

पृ० २अ) भामात्मानमरुणंतथा साध्यमप्यहणीभूतंचितयेत्परमे
श्वरि अनेनक्रमयोगेनस्वयंकंदर्परूपवान् सर्वसौंदर्य
सुभगःसर्वलोकवशंकरः सर्वरक्तोपचारैश्चमुद्रासहित
विग्रह चक्रंप्रपूजयेद्यस्तुयस्यनामविदर्भितं सभवेद्दास
वद्देविधनाढ्योवापिभूपतिः चक्रमध्यगतंकुर्यान्नाम
यस्यास्तुयोषितः अदृष्टायामहेशानियोनिमुद्राधरो
वुधः हठादानयतेशीघ्रंपक्षिणींराजकन्यकां नागक


Blatt 2b

पृ० २ब) न्यामप्सरसंखेचरींचासुरांगनी विद्याधरींदिव्यरूपा
मृषिकन्यामृषिस्त्रियं मदनोद्भवसंतापस्फुरज्जघनमं
डलां कामवाणप्रभिन्नातकरणांलोलचक्षुषं महाकाम
कलाध्यानयोगात्तुसुरवंदिते क्षोभयेत्स्वर्गभूर्लोकपाता
लतलयोषितः अथतिलकादिवश्यप्रयोगः रोचनाभा
गमेकंतुभागमेकंतुकुंकुमं अथभागद्वयंदेविचंदनंमर्दये
त्समं एकत्तलिकंकुर्यात्त्रैलोक्यवशकारिणं अष्टोत्तरशता


Blatt 3a

पृ० ३अ) वृत्यामंत्रयित्वावशंनयेत् राजानंनगरंग्रामंयेनयद्यप्रदर्श्य
ते मंत्रिणापरमेशानितत्सर्वंतस्यवश्यगं तांवूलंधूपमु
दकंपत्रंपुष्पंफलंदधि दुग्धंघृतंचूर्णपत्रंवस्त्रंकर्पूरमेवच
कस्तूरीघुसृणंचैलालवंगंजातिपत्रगं फलंवाचस्तुयद्य
स्तुसकलंपरमेश्वरि शतमष्टोत्तरंजप्त्वायस्मैयस्मैप्रयच्छ
ति सवश्योजायतेदेविनात्रकार्याविचारणा स्त्रियस्तुसक
लावश्यादासीभूताभवंतिहि हटाकर्षणमेतत्तुकथितंना


Blatt 3b

पृ० ३ब) न्यथाभवेत् अथाकर्षणप्रयोगः रहस्येस्थानकेमंत्री
लिखेद्रोवनयाभुवि चारुश्रृंगारवेषाढ्यांसर्वाभरणभू
षितां प्रतिमांसुंदरांगीताविलिख्यसुमनोहरं तद्भालकं
ठहृन्नाभितत्तन्मंडलयोषितां जन्मनाममहाविद्यामंकु
शांतर्विदर्भितां सर्वसंधिषुदेहस्यमदनाक्षरमालिखेत्
लीनंडाडिमपुष्पाभंचिंतयेद्देहसंधिषु तदाशाभिमुखो
भूत्वास्वयंदेवीस्वरूपकः मुद्रांतत्क्षोभिणींवध्वामंत्रमष्ट


Blatt 4a

पृ० ४अ) शतंजपेत् नियोज्यदहनागारेचंद्रसूर्यकलात्मके ततो
विकलसर्वांगीकामबाणैप्रपीडितां अनन्यमानसंप्रेम
भ्रममाणांमदालसां एवमाकर्षयेन्नारीयोजनानांशता
अपि तथा मातृकांविलिखेच्चक्रवाह्यतःसकलांप्रिये
भूर्जपत्रेस्वर्णपत्रैरौप्यपत्रेतथांवरे सोवधःसर्वजंतूनांव्या
घ्रादीनांविशेषतः तथैवमातृकायुक्तांसुसंज्ञांनाममंडि
तां कर्पूरकुंकुमाद्यैस्तुअजरामरतांलभेत् अनेनैवविधाने


Blatt 4b

पृ० ४ब) नरोचनागुरुकुंकुमैः लिखितंचक्रयोगेनसाध्यनामव
रानने विदर्भितंस्वनाम्नातुयस्मिन्कस्मिंनपिस्थितं स्था
वरंजंगमंवापिसकलंजनमंडलं वशीकुर्यान्महेशानि
पादाक्रांतंनसंशयः महात्रिपुरसुंदर्याःकामकूटेनभा
स्वता एकमेवमवष्टभ्यसाध्यनामाक्षराणिहि वहिरप्य
लिखैर्वर्णैःमातृकायाःप्रवेष्टयेत् हेममध्यगतेकुर्याछि
खाखायांवामकेभुजे धारयेद्यत्रकुत्रापित्रैलोक्यवशकार


Blatt 5a

पृ० ५अ) कं राजेंद्रमपिदेवेशिवासभूतंकरोतिहि राजानोवाजिनः
सर्वेमहादुष्टामहोत्कटाः व्याघ्राःकेसरिणोमत्तावश्यास्त
स्यभवंतिहि पूर्वक्रमेणनगरनामसंदर्भ्यशैलजे मध्येच
तुःपथेवापिचतुर्दिक्षुनिधापयेत् महाक्षोभोयोषितां
तुभजनानांमहतामपि तथैवसर्वदुष्टानांपुरस्थानांच
जायते एतन्मध्यगतांपृथ्वींसशैलवनकाननं ज्वलंति
सर्वराजेंद्रमंडितांसागरांबरां मासषट्कंचिंतयेद्यःससं


Blatt 5b

पृ० ५ब) क्षोभकरोभवेत् कटाक्षक्षेत्रमात्रेणनार्यस्तस्यवशाः
प्रिये राजानोव्राह्मणावैश्याःशूद्राश्चपशवोजगत् दृ
ष्टाकर्षयतेदेवित्रैलौक्यंसचराचरं दृष्टाविषंनाशयते
नात्रकार्याविचारणा भूतप्रेतपिशाचांश्चज्वरांश्चातुर्थि
कादिन शूलगुल्मादिरोगांश्चदृष्टानाशयतिक्षणात्
एतत्सिंदूरसुभगंरात्रौसंपूजितंप्रिये योजनानांशतादेवि
सम्यगाकर्षयेत्स्त्रियं यदादिक्षुविदिक्षेवंसम्यक्देविप्र


Blatt 6a

पृ० ६अ) पूजते तत्तदिक्षुस्थितालोकान्विदिक्स्थानपिसुंद
री वशमानयतेशीघ्रंसपुत्रयसवांधवान् भूर्जपत्रेस
मालिख्यरोचनागुरुकुंकुमैः तत्मध्येनगरंदेशंमंडलं
खंडमेवव नाम्नाविदर्भितंस्वस्यपूजयित्वायथावि
धि भूमिमध्येगतंकृत्वात्रैलोक्यंवशमानयेत् अथ
वाधारयेत्कंठेशिखायांवाहुमूलके यत्रकुत्रस्थितं
भद्रेक्षोभयेन्नगरंमहतर्कक्षीरेणसंयुक्तंधतूररसं


Blatt 6b

पृ० ६ब) तथा रोचनाकुंकुमैचैवलाक्षालक्तकसंयुतं कस्तूरी
द्रवसंयुक्तमेकीकृत्यततःपरं चक्रमेतत्समालिख्यय
स्यनाम्नामहेश्वरि तस्यव्याघ्रहयव्याधिरिपुसर्गगजादि
कं चोरग्रहाजलारिष्ठंशाकिनीडाकिनीभयं भयंनविद्य
तेदेविपरमंत्राभिवारकं नित्यंसमर्चयेद्देविकालमृत्युं
विनाशयेत् अथवामध्यगांदेवित्रिकोणोभयमध्यगं
अधस्तांनामसंयुक्तंरोचनाकुंकुमान्वितं निधापयेत्स


Blatt 7a

पृ० ७अ) प्ताहाद्दासवत्किंकरोभवेत् पीतद्रव्यैःसमालिख्यपी
तपुष्पैःसमर्चयेत् पूर्वाशाभिमुखोभूत्वास्तंभयेत्सर्व
वादिनः सहस्रवदनोदेविमूकोभवतितत्क्षणात् नाम्ना
यस्यसवाग्मीहिपाषाणिवनिश्चलः जायतेदेवदेवेशि
महानीलीरसेनतु नामसंयोज्यविधिवत्दक्षिणाशा
मुखोयुधः वह्नौदग्ध्वामहेशानिमारयेद्वैरिणंप्रिये
महिषाश्चपुरीषाभ्यांसममाकृष्यशैलजे गोमूत्रेण


Blatt 7b

पृ० ७ब) चसंलिख्यनामसंदर्भ्यपूर्ववत् लंवमानंतदाकाशेशत्रूच्चा
टनकारकं महानीलीरोचनाभ्यांदुग्धलाक्षारसादिभिः
विलिख्यधारयेन्मंत्रीसर्ववर्णान्वशंतयेत् अनेनैवविधाने
नस्थापयेनीरसमध्यगं तेनोदकेनसंस्रानंपीतंतत्सर्वव
श्यकृत् सौभाग्यंजायतेतेनपानीयेननसंशयः एतन्मध्य
गतातेनपृथ्वीनगरंवामलोचने सप्ताहात्क्षोभयेत्सत्यंज्वल
मानंविचिंतयेतथवक्ष्येमहेशानिमहापातकनाशनः


Blatt 8a

पृ० ८अ) शिवांसंपूजयेद्देविसुगंधैःकुसुमैःप्रिये महापातकयु
क्तात्मातत्क्षणात्पातहाभवेत् शमीदूर्वाकुराश्वत्थपल्ल
वैनथवार्कजैः मासेनहंतिकलुषंसप्तजन्मकृतंनरः पूर्वा
शाभिमुखोभूत्वापीतद्रव्यैःसमर्चयेत् (यस्यस्नामाकितंत
त्रमंत्रहानिःप्रजायते अग्निराक्षसे) पीतस्थानेसमालिख्य
स्तंभयेत्सर्ववादिनः उत्तराभिमुखोभूत्वावंदनेनसमालि
खेत् संपूज्यविधिवद्भक्त्यासर्वयोषिमनोहरः वल्लभोजाय


Blatt 8b

पृ० ८ब) तेतासांदासीमिववशंनयेत् यमाशाभिमुखोभूत्वाचक्रंकृ
ष्णजदार्चयेत् यस्यनामांकितंतत्रमंत्रहानिःप्रजायते अ
ग्निराक्षसवायव्यशंभुकोणेषुपूजितं पूर्ववत्परमेशानिक्र
मेणपरितोषितं स्तंभविद्वेषगाव्याधिशत्रूच्चाटकरंपरं रो
चनालिखितंचक्रंक्षीरमध्येक्षिपेद्वुधः सर्ववश्यकरंदेविभ
वत्येवनसंशयः गोमूत्रमध्यगंसम्यक्शत्रूच्चाटकरंपरंतै
लस्थंचक्रराजंतंतद्विद्वेषांतकरंभवेत् ज्वलज्वलनमध्यस्थं


Blatt 9a

पृ० ९अ) शत्रुनाशकरंभवेत् यदैकांतेचतुर्भागेसिंदूररजसालिखेत्
सर्ववाह्यतारभ्ययावन्मध्यंमहेश्वरि अकारादिक्षकारां
तांमातृकांतत्रविन्यसेत् पूजयेद्रात्रिसमयेकुलाचारक्रमे
णता साधकःखेचरोदेविजायतेनात्रसंशयःगिरावेकतरौ
तद्वदर्वयेत्कुलमार्गतःअजरामरतांलव्ध्वासुखीभवतिमां
त्रिकः स्मशानेपूजयेचक्रंमहाभूतदिनेतुयःपूर्वक्रमेणवि
धिवत्साधकस्थिरमानसः खड्गसिद्धिंचवेतालसिद्धिंचगुटि


Blatt 9b

पृ० ९ब) कांलभेत् पादुकांजनसिद्धिंचमनसिद्धिंचधातुदं समहावी
रसिद्धिंतुयक्षिणीचेटकोद्भवां सर्वंलभतेमंत्रीनात्रकार्यावि
चारणा इतिश्रीचक्रसाधनः


Vollständige deutsche Übersetzung des vorhandenen Textes

Die folgende Übersetzung erfasst den gesamten Werktext von der Gaṇeśa-Anrufung bis zum Schlusskolophon. Sie ersetzt keine Passage durch eine Inhaltsangabe. Die Aussagen über Wirksamkeit werden als Aussagen der historischen Quelle wiedergegeben. Bei beschädigtem Wortlaut steht eine lokale Kennzeichnung. Eckige Klammern enthalten notwendige deutsche Ergänzungen oder Lesungshinweise. Über Blattgrenzen laufende Sätze werden zusammen übersetzt; dadurch können sich die angegebenen Blattbereiche geringfügig überlappen.

Katalogangaben und Eingang – Blatt 1a

Katalognummer der Handschrift: 1300 ka. Titel: Śrīcakrasādhanam. Umfangsangabe: zehn Blätter. Sachgebiet: Tantra.

Oṃ. Verehrung dem ehrwürdigen Gaṇeśa. Nun die Vorschrift zur Praxis des Śrīcakra. Hierzu heißt es im Jñānārṇava:

„Höre, o Glückliche, [deren Glieder schön sind; Lesung unsicher], die höchste Vorschrift des Śrīcakra. Schon durch ihre Kenntnis [wird der Übende zu] Sadāśiva, dem Schöpfer und Vernichter.

Wo [das Cakra] nach dieser Vorschrift, verbunden mit der Reihenfolge des Śrīcakra, verehrt wird, dort kann man alles unter seine Gewalt bringen; daran besteht kein Zweifel. Eine Stadt kommt unter seine Gewalt, ebenso Land und Bezirk, o [Tochter des Berges; Anrede beschädigt].

Alle Frauen werden ihm untertan; vom lodernden Feuer der Weltvernichtung bedrängt, mit durch die Vidyā verwirrten Herzen und mit ihrem Geist auf den Sādhaka gerichtet – so werden alle Frauen, o Herrin der Götter, durch seinen Anblick.“

Lesungshinweis: sarvāṃrge und madrite sind in dieser Anrede nicht sicher zu analysieren. Die weiblichen Pluralbezüge im folgenden Satz wurden im Deutschen grammatisch geglättet; die Sanskritvorlage wechselt beschädigt zwischen Endungen.

Zeichnen des Cakra und Einfügung des Namens – 1a–1b

„Mit Stoffen wie Gorocanā soll man den König der Cakras zeichnen, überaus schön und anmutig. In seiner Mitte [zeichne man] eine vortreffliche Gestalt, leuchtend, mit dem Namen versehen und mit dem großen Bīja durchflochten.

Das große Bīja ist das Kāmarāja-Kūṭa der Mūlavidyā. Das Verfahren des Vidarbha [des Einflechtens] wurde bereits zuvor beschrieben.

Dann soll man sich, o Göttin, [die betreffende Frau] vorstellen, auch wenn [sie] Tausende von Yojanas [entfernt ist]. O Herrin der Götter, eine niemals zuvor gesehene und selbst nur vom Hörensagen schwer erreichbare Königstochter oder eine andere [Frau] kommt, von Furcht und Scham frei, vollständig zum Sādhaka, durch den Mantra verwirrt, o Geliebte.“

Erläuterung zur Übersetzung: Das Einfügen des Namens und das Einflechten von Mantralauteinheiten werden als historische Verfahren übersetzt. Die Anweisung „bereits zuvor dargelegt“ verweist auf eine Erklärung, die im vorliegenden Textanfang nicht vorhanden ist. Mahāvīja der Transkription wurde als mahābīja verstanden.

Selbstvisualisierung und rote Darbringungen – 1b–2a

„Wenn der Sādhaka, in der Mitte des Cakra befindlich, sich selbst als rötlich und mit dem Glanz von tausend aufgehenden Sonnen vorstellt, soll er, o höchste Herrin, auch das Ziel [in entsprechender Weise verändert] vorstellen.

Durch die Verbindung mit dieser Vorgehensweise besitzt er selbst die Gestalt Kandarpas, ist durch jede Schönheit begünstigt und bringt alle Welten unter seine Gewalt.

Wer das Cakra mit lauter roten Darbringungen und [mit] einer durch Mudrās begleiteten Gestalt verehrt – [das Cakra], in das der Name von jemandem eingeflochten ist –, dem wird der Betreffende, o Göttin, wie ein Diener, sei er reich oder auch ein König.“

Lesungshinweis: sādhyam apy ahaṇībhūtaṃ ist beschädigt. Eine Lesung im Sinne von „ebenfalls rötlich geworden“ liegt wegen aruṇam im vorhergehenden Satz nahe, ist aber nicht gesichert. mudrāsahita vigraha hat ebenfalls eine unklare grammatische Anbindung.

Anziehung verschiedener weiblicher Wesen – 2a–2b

„Wenn der Kundige den Namen einer Frau in die Mitte des Cakra setzt, o große Herrin, auch wenn sie ungesehen [beziehungsweise nicht anwesend] ist, und die Yoni-Mudrā hält, zieht er sie rasch mit Gewalt herbei: eine Pakṣiṇī [wörtlich eine weibliche Vogelgestalt; genaue Klasse unklar], eine Königstochter, eine Nāga-Tochter, eine Apsaras, eine Khecarī, eine Asura-Frau, eine Vidyādharī von göttlicher Gestalt, die Tochter eines Ṛṣi oder die Frau eines Ṛṣi.

[Ihre] Hüftregion bebt durch die aus Liebesverlangen entstandene Glut; [ihr] Inneres ist von den Pfeilen der Begierde durchbohrt, [ihre] Augen sind unruhig.

Durch die Verbindung mit der Meditation über die große Kāmakalā, o von den Göttern Verehrte, soll er die Frauen im Himmel, auf der Erde und in den Regionen der Unterwelt erregen.“

Lesungshinweis: In kāmavāṇaprabhinnātakaraṇām wird sinngemäß kāmabāṇaprabhinna-antaḥkaraṇām verstanden. Die Passage schildert erzwungene Anziehung; sie wird nicht als freiwillige Liebesbeziehung umgedeutet.

Tilaka und besprochene Gaben – 2b–3b

„Nun das Unterwerfungsverfahren mittels Tilaka und anderem.

Einen Teil Rocanā, einen Teil Kuṅkuma und zwei Teile Sandelholz, o Göttin, soll man gleichmäßig verreiben. Daraus soll man ein Tilaka machen, das die drei Welten unterwirft. Nachdem man es mit 108 Wiederholungen besprochen hat, soll man [damit] unter seine Gewalt bringen.

Was immer der Mantrakundige damit zeigt – einen König, eine Stadt oder ein Dorf –, o höchste Herrin, all das kommt unter seine Gewalt.

Betel, Räucherwerk, Wasser, ein Blatt, eine Blüte, eine Frucht, Joghurt, Milch, Ghee, cūrṇapatra [Pulver und Blatt oder eine zusammengesetzte Stoffbezeichnung; unsicher], Stoff und Kampfer, Moschus, Ghusṛṇa [wohl Safran], Kardamom, Gewürznelke und Jātipatra [eine aromatische Pflanzengabe], eine Frucht oder irgendeinen Gegenstand überhaupt, o höchste Herrin: Nachdem man 108-mal rezitiert hat, wird jeder, dem man [eine solche Gabe] gibt, untertan, o Göttin. Hieran ist nicht zu zweifeln.

Alle Frauen werden unterworfen und zu Dienerinnen. Dies wurde als gewaltsame Anziehung gelehrt; es verhält sich nicht anders.“

Lesungshinweis: ekattalikaṃ wird als beschädigte Tilaka-Anweisung verstanden. Die Wortgruppe um phalaṃ vācastu yadyastu ist fehlerhaft; der erkennbare Sinn ist „eine Frucht oder irgendein Gegenstand“. Die Passage schreibt keine bestimmte auszuschreibende Mantra-Folge aus, sondern setzt sie voraus.

Bild einer Zielperson und Kshobhini-Mudra – 3b–4a

„Nun das Anziehungsverfahren.

An einem verborgenen Ort soll der Mantrakundige mit Rocanā auf den Boden eine Gestalt zeichnen, reich versehen mit schöner Liebeszier und mit allen Schmuckstücken geschmückt. Nachdem er eine schöne, überaus anziehende Gestalt gezeichnet hat, [setze er] an ihre Stirn, ihre Kehle, ihr Herz, ihren Nabel und die entsprechenden Körperbereiche den Geburtsnamen der Frau, [verbunden mit] der Mahāvidyā und zwischen Aṅkuśa[-Lauten] eingeflochten.

An alle Gelenke des Körpers soll er den Madana-Laut schreiben. [Diesen] soll er sich in den Gelenken des Körpers eingegangen vorstellen, leuchtend wie eine Granatapfelblüte.

Dann soll er sich jener Richtung zuwenden, selbst die Gestalt der Göttin annehmen, die Kṣobhiṇī-Mudrā bilden und den Mantra 800-mal rezitieren.

Nachdem er [sie beziehungsweise das Bild] in das Feuerhaus eingesetzt hat, das aus Mond- und Sonnen-Kalā besteht, [stelle er sie sich vor:] an allen Gliedern erschüttert, von den Pfeilen der Begierde bedrängt, mit einem auf nichts anderes gerichteten Geist, in Liebe umherirrend und von Erregung erschlafft.

So soll er eine Frau selbst über Hunderte von Yojanas hinweg heranziehen.“

Lesungshinweise: rovanayā wird als rocanayā verstanden. Die Wortgruppe pratimāṃ suṃdarāṃgītā ist beschädigt; ihr sicherer Kern ist eine schöne weibliche Gestalt. Die genaue Verknüpfung von Name, Mahāvidyā und Aṅkuśa bleibt syntaktisch unklar. Līnaṃ ḍāḍimapuṣpābham bezeichnet offenbar die im Bild oder Körper vorgestellte leuchtende Lauteinheit; der Bezug ist nicht ausdrücklich geklärt. Der Übergang lautet mantram aṣṭaśataṃ japet, daher 800, nicht 108.

Matrika-Rahmung und verschiedene Schreibträger – 4a

„Ebenso soll man, o Geliebte, außerhalb des Cakra die gesamte Mātṛkā schreiben, auf Birkenrinde, Goldblatt, Silberblatt oder Stoff.

[Die anschließende Lesung sovadhaḥ: Zusammenhang nicht sicher bestimmbar] aller Lebewesen, besonders von Tigern und ähnlichen [Wesen].

Ebenso [zeichne man eine Form], die mit der Mātṛkā versehen, gut bezeichnet und mit dem Namen geschmückt ist, mit Kampfer, Kuṅkuma und anderem; [dadurch] erlangt man Freiheit von Alter und Tod.“

Textlücke im Verständnis: sovadhaḥ sarvajantūnāṃ vyāghrādīnāṃ viśeṣataḥ ist in dieser Form kein sicher übersetzbarer vollständiger Satz. Vadha könnte auf Tötung verweisen; eine gegenteilige Schutzbedeutung wird hier nicht ohne Beleg eingesetzt. Die Stelle bleibt in beiden Sanskritfassungen vollständig erhalten.

Namen, Kamakuta und tragbares Cakra – 4a–5a

„Nach eben dieser Vorschrift [wird] mit Rocanā, Aguru und Kuṅkuma das Cakra gezeichnet, o Schönangesichtige, und der Name des Ziels mit dem eigenen Namen durchflochten. Wo immer [das Ziel] sich auch befindet, sei es unbeweglich oder beweglich: Den gesamten Kreis der Menschen soll man, o große Herrin, unter seine Gewalt und unter seine Füße bringen; daran besteht kein Zweifel.

Mit dem leuchtenden Kāmakūṭa Mahātripurasundarīs soll man jeweils [die] Buchstaben des Zielnamens umfassen. Auch außen soll man sie mit den geschriebenen Buchstaben der Mātṛkā umgeben.

Man soll [das Cakra] in Gold einsetzen und an der Śikhā oder am linken Oberarm tragen. Wo immer [man sich befindet], wirkt es zur Unterwerfung der drei Welten. Selbst einen König der Könige macht es, o Herrin der Götter, zu einem Diener.“

Lesungshinweise: ekam evam avaṣṭabhya lässt die genaue Einflechtungsregel offen; die Übersetzung legt kein nicht überliefertes Zeichenschema fest. śikhākhāyām wird vorsichtig auf die Śikhā bezogen. vāsabhūtam am Übergang 5a wird nach dem Zusammenhang als beschädigtes dāsabhūtam („zum Diener geworden“) verstanden; die originale Schreibung bleibt dokumentiert.

Stadt, Kreuzung und Vorstellung der Erde – 5a–5b

„Könige und Pferde, alle sehr Bösartigen und höchst Gewaltigen, Tiger und rasende Löwen werden ihm untertan.

Nachdem man nach der früheren Reihenfolge den Namen einer Stadt eingeflochten hat, o Tochter des Berges, soll man [das Cakra] in der Mitte einer Kreuzung oder in den vier Richtungen niederlegen. Eine große Erregung entsteht bei den Frauen, bei [weiteren] Menschen, auch den Großen, und ebenso bei allen Bösartigen und den Bewohnern der Stadt.

Wer sich sechs Monate lang die Erde in dessen Mitte [in der Mitte des Cakra] vorstellt, mit Bergen, Wäldern und Hainen, leuchtend, geschmückt mit allen Königen und mit dem Ozean als Gewand, der bewirkt Erschütterung.

Schon durch [seinen] Seitenblick werden die Frauen ihm untertan, o Geliebte.“

Lesungshinweise: bhajanānām ist im Zusammenhang der Personengruppen nicht sicher zu bestimmen und wurde nicht stillschweigend als eine präzise soziale Gruppe ausgegeben. kaṭākṣakṣetramātreṇa ist ebenfalls beschädigt; sicher erkennbar ist der Bezug auf den Seitenblick.

Verheißungen des Blicks und nächtliche Verehrung – 5b–6a

„Könige, Brahmanen, Vaiśyas, Śūdras und Tiere – [ja] die Welt: Durch den Blick zieht er, o Göttin, die drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen an.

Durch den Blick vernichtet er Gift; hieran ist nicht zu zweifeln. Bhūtas, Pretas und Piśācas sowie Fieber, darunter das Viertagefieber, Krankheiten wie stechenden Schmerz und Gulma [eine historische Krankheitsbezeichnung für knotige beziehungsweise geschwulstartige Beschwerden], vernichtet er durch den Blick in einem Augenblick.

Dieses [Cakra], durch Sindūra geschmückt und nachts verehrt, o Geliebte, zieht eine Frau über hundert Yojanas hinweg herbei, o Göttin.

Wenn man [es] auf diese Weise in den Haupt- und Zwischenrichtungen recht verehrt, o Göttin, bringt man rasch die in den jeweiligen Richtungen und Zwischenrichtungen befindlichen Menschen unter seine Gewalt, o Schöne, zusammen mit ihren Kindern und Angehörigen.“

Erläuterung: Die Aussagen über Gift, Krankheit und Geister sind Wirkungsbehauptungen des Textes. Die Übersetzung bestätigt sie nicht als medizinische Tatsachen.

Vergraben und Tragen eines beschrifteten Cakra – 6a

„Nachdem man [das Cakra] mit Rocanā, Aguru und Kuṅkuma auf Birkenrinde gezeichnet hat, [setze man] in seine Mitte eine Stadt, ein Land, einen Bezirk oder einen Landesteil, durch dessen Namen mit dem eigenen [Namen] verflochten. Nachdem man es nach Vorschrift verehrt und in die Erde gebracht hat, soll man die drei Welten unter seine Gewalt bringen.

Oder man trage es am Hals, an der Śikhā oder am Ansatz des Arms. Wo immer man sich befindet, o Glückverheißende, soll man eine große Stadt erschüttern.“

Lesungshinweis: Die Verbindung des fremden und eigenen Namens wird durch nāmnā vidarbhitaṃ svasya bezeichnet; die genaue graphische Anordnung ist nicht erklärt.

Besondere Schreibstoffe und Schutzverheißung – 6a–6b

„Arka-Milchsaft und ebenso Dhattūra-Saft, dazu Rocanā und Kuṅkuma, verbunden mit Lākṣā und Alaktaka und mit Moschusflüssigkeit vermischt – nachdem man dies zusammengefügt hat, zeichne man dieses Cakra unter dem Namen des Betreffenden, o große Herrin.

Für ihn besteht keine Furcht vor Tigern, Pferden, Krankheiten, Feinden, [sarga: Lesung unklar], Elefanten und ähnlichem, vor Dieben, Grahas, Gefahren durch Wasser und vor Śākinīs und Ḍākinīs, o Göttin. [Das Cakra] wehrt fremde Mantras ab.

Man soll [es] täglich verehren, o Göttin; [dadurch] vernichtet man den Tod zur bestimmten Zeit.“

Lesungshinweise: Die Stoffnamen werden als historische Bezeichnungen beibehalten. Der Satz ist eine Quellenübersetzung und keine Rezeptempfehlung. paramantrābhivārakam wird sinngemäß als Abwehr fremder Mantras verstanden; die Wortform ist ungewöhnlich. Der Text hat kālamṛtyum, nicht ausdrücklich akālamṛtyum; deshalb wird hier nicht „vorzeitiger Tod“ eingesetzt.

Platzierung im Dreiecksbereich und Lähmung – 6b–7a

„Oder man soll [das Cakra beziehungsweise die Darstellung], in der Mitte, o Göttin, zwischen den beiden Dreiecken gelegen, darunter mit dem Namen versehen, mit Rocanā und Kuṅkuma ausgestattet, niederlegen. Nach sieben Tagen wird [der Betreffende] wie ein Sklave zu einem Diener.

Mit gelben Stoffen soll man [es] zeichnen und mit gelben Blüten verehren. Nach Osten gewandt, soll man alle Streitredner lähmen. Selbst einer mit tausend Mündern, o Göttin, wird in diesem Augenblick stumm.

Jener Beredte, unter dessen Namen [das Cakra steht], wird unbeweglich wie ein Stein, o Herrin der Götter.“

Lesungshinweis: madhyagāṃ … trikoṇobhayamadhyagaṃ adhastāṃ ist grammatisch beschädigt. Die Angaben „Mitte“, „beide Dreiecke“ und „darunter“ sind erkennbar, ergeben jedoch keine eindeutig rekonstruierbare Zeichenvorschrift.

Feindschädigung, Vertreibung und wasserbezogene Anwendung – 7a–7b

„Mit dem Saft der Mahānīlī aber, den Namen nach Vorschrift einfügend, soll der Kundige sich nach Süden wenden. Nachdem er [das Cakra] im Feuer verbrannt hat, o große Herrin, soll er den Feind töten, o Geliebte.

Mit Büffel- und Pferdemist, zu gleichen Teilen [zusammengebracht], o Tochter des Berges, und mit Kuhurin soll man [es] beschreiben und wie zuvor den Namen einflechten. In der Luft hängend bewirkt es die Vertreibung des Feindes.

Mit Mahānīlī und Rocanā, mit Milch, Lākṣā-Saft und anderem soll der Mantrakundige [es] zeichnen und tragen; [dadurch] bringt er alle gesellschaftlichen Gruppen unter seine Gewalt.

Nach derselben Vorschrift soll man [es] ins Wasser legen. Das Waschen beziehungsweise Baden mit diesem Wasser und das Trinken davon bewirkt die Unterwerfung aller. Durch dieses Trinkwasser entsteht glückliche Begünstigung; daran besteht kein Zweifel.

Wenn man die Erde oder eine Stadt in dessen Mitte [vorstellt], o Schönäugige, soll man sie innerhalb von sieben Tagen gewiss erschüttern; man soll sie sich brennend vorstellen.

Nun werde ich, o große Herrin, [ein Mittel] zur Vernichtung schwerer Verfehlungen erklären.“

Lesungshinweise: mahiṣāścapurīṣābhyām wird als Verbindung von Büffel- und Pferdemist erschlossen. saṃsrānam wird vorsichtig im Sinne von Waschen oder Baden verstanden. Die Pflanzenidentität von Mahānīlī wird hier nicht botanisch festgelegt. Das Trinken dieser historischen Mischungen gehört ausdrücklich nicht zu den praktischen Anleitungen dieses Handbuchs.

Verehrung der Göttin mit Blumen – 8a

„Man soll Śivā verehren, o Göttin, mit duftenden Blüten, o Geliebte. Selbst einer, dessen Wesen mit schweren Verfehlungen behaftet ist, wird sogleich von der Verfehlung frei.

Mit Śamī, Dūrvā-Sprossen, jungen Aśvattha-Blättern oder Arka[-Gaben] vernichtet ein Mensch innerhalb eines Monats die Befleckung, die in sieben Geburten entstanden ist.“

Lesungshinweise: pātahā ist wohl beschädigt für eine Form mit der Bedeutung „Verfehlungen beseitigend“; die entsprechende Aussage wurde sinngemäß übersetzt. śamīdūrvākurāśvatthapallavaiḥ wird als Aufzählung mit dūrvāṅkura und aśvatthapallava verstanden. Arkajaiḥ bedeutet wörtlich „aus Arka hervorgegangenen [Gaben]“; ob speziell Blätter oder Blüten gemeint sind, ist hier nicht ausgesprochen. Śivām ist eindeutig die weibliche Akkusativform.

Gelbe Gaben, Klammertext und nördliche Ausrichtung – 8a–8b

„Nach Osten gewandt, soll man mit gelben Stoffen verehren.

[In der Vorlage eingeklammert:] Bei demjenigen, dessen Name dort eingetragen ist, entsteht eine Einbuße des Mantras. Im Feuer-[Winkel und] Rākṣasa-[Winkel] …

Nachdem man [das Cakra] auf einer gelben Fläche gezeichnet hat, soll man alle Streitredner lähmen.

Nach Norden gewandt, soll man [es] mit Sandelholz zeichnen. Nachdem man es nach Vorschrift und mit Hingabe verehrt hat, wird man zum Bezauberer der Herzen aller Frauen und ihnen lieb; man soll sie wie eine Dienerin unter seine Gewalt bringen.“

Lesungshinweise: Der Klammertext steht genau hier in beiden Vorlagen und wird deshalb auch hier übersetzt, obwohl er inhaltlich Passagen auf 8b vorwegnimmt und als Einschub erscheint. vaṃdanena wurde vorsichtig als beschädigtes candanena verstanden; wörtlich hieße es eher „durch Verehrung“, was zu „zeichnen“ schlecht passt. Die Korrektur ist nicht gesichert.

Südliche Ausrichtung, vier Eckrichtungen und Flüssigkeiten – 8b–9a

„Zur Richtung Yamas gewandt [also nach Süden], soll man das Cakra mit schwarzen [Stoffen; Wort beschädigt] verehren. Bei demjenigen, dessen Name darin eingetragen ist, entsteht eine Einbuße des Mantras.

Wenn [das Cakra] in den Winkeln Agnis, der Rākṣasas, Vāyus und Śambhus verehrt und wie zuvor, o höchste Herrin, der Reihe nach zufriedengestellt wird, bewirkt es in besonderem Maße Lähmung, Zwietracht, [gāvyādhi: unsicherer Ausdruck mit Bezug auf Krankheit] und Feindvertreibung.

Der Kundige soll das mit Rocanā gezeichnete Cakra in Milch legen. Es wird, o Göttin, gewiss zum Mittel, alle zu unterwerfen.

In Kuhurin gelegt, bewirkt es besonders die Vertreibung des Feindes. Der in Öl befindliche König der Cakras beendet jene Feindschaft [Lesung und Sinn unsicher]. In loderndes Feuer gesetzt, bewirkt er die Vernichtung des Feindes.“

Lesungshinweise: Die Richtungen sind die südöstliche, südwestliche, nordwestliche und nordöstliche. Die Quelle nennt sie in dieser Reihenfolge. kṛṣṇajadārcayet ist beschädigt; nur der Bezug auf dunkle beziehungsweise schwarze Gaben ist einigermaßen erkennbar. In staṃbhavidveṣagāvyādhiśatrūccāṭakaram bleibt gā ungeklärt; gāvyādhi könnte als Tierkrankheit gelesen werden, ist aber nicht sicher. Die schwierige Form tadvidveṣāṃtakaram wird ihrem überlieferten anta entsprechend vorsichtig als Beendigung von Feindschaft übersetzt. Eine Korrektur zu einer sicher feindschaftserzeugenden Wirkung wird nicht stillschweigend vorgenommen.

Matrika von außen zur Mitte und nächtliche Kulachara-Puja – 9a

„Wenn man an einem abgeschiedenen Ort auf einer viergeteilten Fläche [Lesung unsicher] mit Sindūra-Pulver [das Cakra] zeichnet, soll man, von ganz außen bis zur Mitte, o große Herrin, dort die Mātṛkā vom Buchstaben a bis zum Buchstaben kṣa einsetzen.

Man soll sie nachts nach der Reihenfolge des Kulācāra verehren. Der Sādhaka wird, o Göttin, ein Khecara, ein im Raum Wandelnder; daran besteht kein Zweifel.

Auf einem Berg, bei einem einzelnen Baum, soll man ebenso auf dem Kula-Weg verehren. Nachdem der Mantrakundige Freiheit von Alter und Tod erlangt hat, wird er glücklich.“

Lesungshinweise: caturbhāge ist wörtlich „im vierfachen Teil/auf der viergeteilten [Fläche]“; eine sichere geometrische Zeichnung ergibt sich daraus nicht. sarvavāhyatārabhya wird als sarvabāhyata ārabhya, „von ganz außen beginnend“, erschlossen. girāv ekatarau wird vorsichtig als „auf einem Berg, bei einem einzelnen Baum“ verstanden. arvayet ist offenbar eine beschädigte Form von arcayet, „verehren“.

Verehrung am Verbrennungsplatz, Siddhis und Kolophon – 9a–9b

„Wer aber an einem Verbrennungsplatz am Mahābhūta-Tag das Cakra nach der zuvor beschriebenen Reihenfolge und Vorschrift verehrt, als Sādhaka mit festem Geist, der erlangt die Schwert-Siddhi, die Vetāla-Siddhi und die Guṭikā [beziehungsweise die Siddhi eines magischen Kügelchens], die Siddhi der Sandalen und der Augensalbe, die Siddhi des Geistes und das Metallgebende [Wortanschluss unsicher].

Jener Mantrakundige erlangt die große Vīra-Siddhi und [die Siddhi], die aus einer Yakṣiṇī oder einem Ceṭaka hervorgeht – alles erlangt er; hieran ist nicht zu zweifeln.

So [endet] das Śrīcakrasādhana.“

Lesungshinweise: Mahābhūta-Tag wird nicht ohne weiteren Beleg mit einem bestimmten Kalendertag gleichgesetzt. pādukāṃjanasiddhim wird als pādukā-añjana-siddhim verstanden. Die Folge manasiddhiṃ ca dhātudam ist syntaktisch beschädigt; „Geist-Siddhi“ und „Metallgebendes“ geben nur die erkennbaren Wortbestandteile wieder. Yakṣiṇī bezeichnet ein weibliches übermenschliches Wesen, Ceṭaka hier wohl einen dienstbaren Geist. Die genaue Ordnung aller Siddhis lässt sich aus dieser Lesung nicht sicher herstellen. Das Kolophon lautet in der Vorlage grammatisch auffällig itiśrīcakrasādhanaḥ; die deutsche Schlussformel gibt seine Funktion wieder.

Erläuterungen und abschließende Abschnitte

Was die Vollübersetzung leistet

Die gesamte vorhandene Quelle ist in ihrer Reihenfolge berücksichtigt: Anrufung, Einleitungszitat, alle Anwendungen, die eingeschobene Erklärung des Mahābīja, der Klammertext auf 8a, die Wirkungsverheißungen und das Kolophon. Unverständliche Wortfolgen werden nicht durch eine Inhaltsangabe ersetzt, sondern an ihrer Stelle mit dem erkennbaren Sinn und der verbleibenden Lücke angegeben. Die vollständigen IAST- und Devanagariabschnitte ermöglichen das Nachprüfen dieser Stellen.

Die Grenze bleibt philologisch: Beide Dateien geben denselben problematischen Überlieferungsstand in unterschiedlichen Schriften wieder. Übereinstimmende Fehler werden durch den Vergleich nicht automatisch richtig. Für eine kritische Edition wären Handschriftenbilder und gegebenenfalls weitere Textzeugen erforderlich. Die deutsche Fassung ist eine vollständige, mit lokalen Unsicherheitsangaben versehene Übersetzung des vorhandenen Textes, keine abschließend gesicherte kritische Edition.

Wichtige Begriffe für die Praxis

Begriff Bedeutung in dieser Ausgabe
Śrīcakra / Cakrarāja Das ehrwürdige Cakra, im Text auch „König der Cakras“; Träger der Verehrung und der beschriebenen Anwendungen
Sādhaka / Mantrin Der Praktizierende beziehungsweise Mantrakundige
Sādhya Das Ziel einer Anwendung, in vielen Passagen eine bestimmte Person
Mūlavidyā Grundlegende Mantra-Vidyā; hier vorausgesetzt, nicht vollständig ausgeschrieben
Kūṭa Eine Abteilung beziehungsweise ein „Gipfel“ einer Mantra-Folge
Vidarbha Einflechten von Namen und Mantralauteinheiten; die genaue Regel wird als früher erklärt vorausgesetzt
Mātṛkā Die „Lautmutter“, hier das Sanskritalphabet als rituell aufgefasste Lautfolge
Upacāra Ehrende Darbringung, etwa Blüten, Duft oder Licht
Vaśīkaraṇa Unterwerfung beziehungsweise Unter-die-eigene-Gewalt-Bringen
Ākarṣaṇa / Kṣobha Heranziehung beziehungsweise Erregung oder Erschütterung; im historischen Zusammenhang häufig auf andere gerichtet
Stambhana / Uccāṭana Lähmung beziehungsweise Vertreibung
Siddhi Vollendung oder besondere, vom Text zugeschriebene Fähigkeit
Śikhā Haarschopf am Scheitel; im Text eine Stelle zum Tragen des Cakra
Yojana Historisches Entfernungsmaß; hier ohne Umrechnung, da sein Wert je nach Überlieferung variiert
Kalā Teil, Anteil oder Kraftaspekt; in der Passage auf 4a auf Sonne und Mond bezogen

Historische Ziele und heutige Andacht

Die deutlichen Aussagen über Unterwerfung gehören zum Text und dürfen nicht nachträglich durchgängig als Selbstbeherrschung übersetzt werden. Ebenso ist die Verehrung der Göttin mit Blumen auf 8a ein wirklicher devotionaler Abschnitt und muss nicht auf die übrigen Wirkungsrituale reduziert werden.

Die praktische Auswahl dieses Handbuchs trifft daher eine offene Entscheidung: Cakra-Verehrung, Blütengabe, aufmerksame Lautrezitation und Hingabe werden als heutige Andacht ausgearbeitet. Die Umgestaltung und die ergänzten Formeln sind sichtbar. Die historische Quelle bleibt daneben vollständig zugänglich. So können ernsthafte Leser sowohl praktizieren als auch prüfen, was das Original tatsächlich sagt.

Verhältnis zu anderen Schriften und zu Yoga

Die Begriffe Mahātripurasundarī, Kāmakūṭa und Kāmakalā stellen den Text in den Horizont der Śrīvidyā. Für eine vollständige, überlieferungsgebundene Śrīcakra-Puja ist eine geeignete Paddhati mit Einweihung und Unterweisung erforderlich. Dieses kurze Śrīcakrasādhanam ersetzt sie nicht. Weitere Zugänge zur Überlieferung erschließen Nityotsava, Parashurama Kalpasutra, Dakshinamurti Samhita und Shri Vidyarnava Tantra. Diese Querverweise dienen der Einordnung; sie wurden nicht verwendet, um fehlende Mantras des vorliegenden Textes stillschweigend zu ergänzen.

Für Yoga und Meditation bieten die ausgearbeiteten Andachten einen konkreten Zugang: Haltung, Blick, Handbewegung und Sprache werden aufeinander abgestimmt. Eine bewusst dargebrachte Blüte kann das Denken sammeln; die wiederholte Namensverehrung kann eine Haltung der Hingabe unterstützen. Den Maßstab für das eigene Handeln bilden dabei Klarheit, Freiwilligkeit und das Wohl der Beteiligten.

Abschluss

Das Śrīcakra lädt dazu ein, Vielfalt und Mitte zugleich wahrzunehmen. Die Puja gibt dieser Betrachtung eine greifbare Form: Wasser wird angeboten, eine Blüte niedergelegt, Licht gezeigt und ein Mantra aufmerksam ausgesprochen. Am Ende bleibt nicht nur ein geschmückter Altar, sondern die Möglichkeit, mit gesammeltem Herzen in den Alltag zurückzukehren.

Die Göttin mit Hingabe zu verehren und den überlieferten Text genau zu lesen, kann zusammengehören. Gerade die sorgfältige Unterscheidung zwischen Original, unsicherer Lesung und heutiger Ausgestaltung gibt der Praxis einen verlässlichen Boden.

Quellen und Textgestalt

  • Hauptquelle: Muktabodha Indological Research Institute, M00652, Śrīcakrasādhanam, nach Handschrift 1300k des Raghunath-Tempels, Jammu. Diplomatische Transkription, Revision 0, 6. April 2024; Erfassung unter Aufsicht von Anirban Dash. Grundlage sind die bereitgestellten IAST- und Devanagaridateien.
  • Abbildung: Sri-yantra.jpg, vorhandene Bilddatei im Yoga-Vidya-Wiki.
  • Lizenzhinweis der elektronischen Quelle: Creative Commons BY-NC 4.0. Die Herkunfts- und Lizenzangabe der verwendeten Transkription bleibt erhalten.
  • Umfang: Alle in den Dateien enthaltenen 18 Folioabschnitte von 1a bis 9b einschließlich des Kolophons; Katalogangabe „10 Blätter“, Umfangsdifferenz oben erläutert.
  • Originaltext: Die beiden vorausgehenden Volltextabschnitte bewahren den Wortlaut der gelieferten Transkriptionen, einschließlich ungewöhnlicher Schreibungen, Klammern und Zeilenumbrüche. Für MediaWiki wurden Überschriften, Fettdruck und Zeilenumbruchsmarkierungen ergänzt; die Inhaltszeilen wurden nicht sprachlich berichtigt.
  • Metadaten: Die IAST-Kopfzeile Uniform title: śrīcakrasadham weicht von der eigentlichen Titelangabe śrīcakrasādhanam ab. Im Artikel wird der Titel des Textkatalogeintrags verwendet. Die Devanagaridatei enthält teilweise automatisch umgeschriebene englische Katalogetiketten; diese sind Dokumentationsbestandteil und keine Sanskritverse.
  • Übersetzung: Neue deutsche Gesamtübersetzung nach den bereitgestellten Texten; keine Übernahme der früheren Inhaltswiedergaben. Erläuternde deutsche Zusätze sind in eckigen Klammern oder in abgesetzten Lesungshinweisen kenntlich gemacht.
  • Praxisformeln: Außer der ausdrücklich belegten Gaṇeśa-Anrufung sind die im Andachtsteil vollständig ausgeschriebenen Anrufungs-, Namens-, Darbringungs- und Abschlussformeln redaktionelle Ergänzungen. Sie werden nicht als zusätzliche Handschriftenlesungen ausgegeben.

Siehe auch

Weiterführende Praxis und Seminare

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