Sankshipta Nandi Shraddha – kurzer Ahnensegen vor freudigen Familienanlässen

Aus Yogawiki

Sankshipta Nandi Shraddha – kurzer Ahnensegen vor freudigen Familienanlässen verbindet die Freude über einen neuen Lebensabschnitt mit dankbarer Erinnerung an die verstorbenen Angehörigen. Wer eine glückverheißende Familienfeier oder einen Samskara vorbereitet, bittet hier um die Zustimmung und den Segen der Ahnen beider Familienzweige. Das prägende Geschenk ist eine Wertgabe an einen geehrten Brahmanen; den Abschluss bildet eine vollständige kurze Wasserweihe für die anwesende Familie.

Sankshipta Nandi Shraddha gehört als eigenständig überlieferte Kurzform zur brahmanischen häuslichen Shraddha-Tradition. Sie folgt dem Abschnitt „Saṅkṣipta Nāndī Śrāddha“ des Shraddha Prayoga Sangraha von Sri Rama Ramanuja Acharya. Der Anlass bestimmt den Termin: Die Feier steht vor dem freudigen Familienereignis; die gewählte Quelle verlangt hierfür weder einen bestimmten jährlichen Kalendertag noch eine feste Uhrzeit. Ein sauberer häuslicher Ritualplatz mit Sitz nach Osten genügt. Die Familie stiftet die Gaben; ein kundiger Priester leitet die Ahnenzuordnung und die vedischen Segensantworten, und ein eingeladener Brahmane empfängt die Gabe. Dies ist eine gemeinsame Familienliturgie mit gesprochenen Antworten.

Der Lotus im Wasser erinnert an Reinheit. Ein Wassergefäß und der gemeinsame Wassersegen beschließen diese freudige Ahnenverehrung.

Nandi-Shraddha heißt auch freudiges oder wachstumsbezogenes Ahnenritual. Es enthält hier weder Reisbällchen noch ein Feueropfer. Der ausdrücklich geforderte Abschluss durch Punyaha Vachana ist unten vollständig eingeschlossen. Die einfachen Darbringungsformeln für die in der Hauptquelle nur zusammenfassend genannten Varuna-Ehrungen stammen ergänzend aus dem Puranokta Purva Prayoga desselben Autors. Die Anhänge enthalten alle Rezitationen und sämtliche Handlungsanweisungen dieser gewählten Fassung.

Vorbereitung und Materialien

Bade oder wasche dich, ziehe saubere Kleidung an und bereite einen ruhigen Platz vor. Vereinbare den freudigen Anlass, die tatsächlich zu ehrenden verstorbenen Generationen und den Empfang der Gabe vor Beginn mit dem Priester. Lege die Wertgabe und eine zusätzliche Dakshina in einer der Familie angemessenen Höhe bereit; das Handbuch schreibt keinen Betrag vor. Hiraṇya bezeichnet die Gold- beziehungsweise Wertgabe. Die separate Langform des Hiranya-Shraddha ist für diesen ausdrücklich kurzen Ablauf nicht zusätzlich vorausgesetzt.

Bereite Sitze, eine saubere Gabenschale, Sandelholzpaste, wenig Kumkum, Sesam und ungebrochene Reiskörner, Blumen und Tulasi-Blätter, ein sauberes Tuch als Geschenk, zwei gewaschene Früchte sowie zwei Betelgaben vor. Dazu kommen ein Gefäß mit sauberem Trinkwasser und Löffel für die Anfangsreinigung, eine Auffangschale und ein getrenntes frisches Wassergefäß auf einer sauberen Unterlage für Varuna. Halte einige saubere Darbha-Halme für die abschließende Besprengung bereit. Opferwasser zum Waschen wird in einer eigenen kleinen Schale aufgefangen und nicht ins Segenswasser zurückgeschüttet.

Für die Lichter werden eine standsichere Lampe mit Docht und Ghee (bzw. Pflanzenöl), Streichhölzer, Räucherwerk mit Halter sowie etwas Kampfer mit feuerfestem Metallhalter gebraucht. Pflanzenöl ist die heutige pflanzliche Alternative. Halte den Bereich um Lampe, Räucherwerk und Kampfer frei. Die Quelle nennt Sesam mit Reiskörnern als feste Gabe, unterscheidet aber Nandi-Shraddha vom Tila Tarpana: Eine zusätzliche Sesam-Wasserlibation wird hier nicht eingeschoben.

Vollständiger Ablauf

1. Achamana – drei Schlucke zur Sammlung
Setze dich nach Osten. Nimm mit einem Löffel wenig Trinkwasser in die rechte Hand und trinke je einen kleinen Schluck zu jedem Namen; wasche danach die Hand über der Auffangschale. Diese drei Namen für Achamana stehen im selben Handbuch auf Seite 54.

acyutāya namaḥ |
anantāya namaḥ |
govindāya namaḥ ||

Bedeutung: Verehrung dem Unerschütterlichen. Verehrung dem Unendlichen. Verehrung Govinda.

2. Vishnu als alles durchdringende Gegenwart
Falte die Hände. Vergegenwärtige dir Vishnu als tragende Gegenwart dieser Ahnenverehrung.

eko viṣṇur mahad bhūtaṃ pṛthag bhūtāny anekaśaḥ |
trīn lokān vyāpya bhūtātmā bhuṅkte viśvabhug avyayaḥ ||

Bedeutung: Der eine Vishnu, das große Sein, erscheint in vielen gesonderten Wesen. Er durchdringt die drei Welten als Selbst der Wesen; unvergänglich nimmt er das All in sich auf.

3. Verehrung Govindas
namo brahmaṇya devāya go-brāhmaṇa-hitāya ca |
jagad-hitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||
namo namaste govinda purāṇa puruṣottama |
idaṃ śrāddhaṃ hṛṣīkeśa rakṣatāṃ sarvato diśaḥ ||

Bedeutung: Verehrung dem Gott, der dem heiligen Wissen zugewandt ist und Kühen und Brahmanen Gutes erweist; Verehrung Krishna und Govinda, dem Wohltäter der Welt. Wieder und wieder Verehrung dir, Govinda, uranfänglicher höchster Purusha. Möge Hrishikesha dieses Shraddha nach allen Richtungen beschützen.

4. Innere und äußere Reinigung
Erinnere dich an den Lotusäugigen. Besprenge dich mit wenigen Tropfen Wasser.

apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||

Bedeutung: Ob unrein oder rein, in welcher Lage man sich auch befindet: Wer des Lotusäugigen gedenkt, wird innen und außen rein.

5. Sankalpa – die freudige Ahnenverehrung ankündigen
Nenne zunächst in deiner eigenen Sprache den bevorstehenden freudigen Familienanlass. Sprich dann den Sankalpa. Die hier gewählte vollständige Fassung verwendet die im Handbuch gedruckte vaishnavische Eröffnung. Berühre anschließend Wasser und reinige die Fingerspitzen.

bhagavadājñayā bhagavatkaiṅkaryarūpaṃ vargadvayapitṝṇām akṣayatṛptyarthaṃ nāndīśrāddhaṃ hiraṇyarūpeṇa adya kariṣye ||

Bedeutung: Im Auftrag des Herrn und als Dienst an ihm werde ich heute das Nandi-Shraddha in Gestalt einer Wertgabe vollziehen, zur unvergänglichen Sättigung der Ahnen beider Familienzweige.

6. Die Ahnen zur Verehrung ehren
Der eingeladene Brahmane erhält einen sauberen Sitz; die Familie begrüßt ihn ehrerbietig. Die folgenden Gaben werden vor ihm beziehungsweise auf der dafür bestimmten Schale dargebracht. Er vertritt beim Empfangen die im Gebet genannten göttlichen und ahnenbezogenen Empfänger. Sprich die Aufforderung zur Verehrung.

arcata prārcata priyamedhaso arcata |
arcantu putrakā uta puraṃ na dhṛṣṇav arcata ||
idaṃ vo’rcanam ||

Bedeutung: Verehrt, verehrt mit Hingabe; ihr Priyamedhas, verehrt! Auch die Kinder mögen verehren. Verehrt entschlossen wie eine feste Burg. Dies sei eure Verehrung.

7. Duftpaste
Gib etwas Sandelholzpaste auf die Gabenschale; nach örtlichem Brauch kann der Empfänger sie selbst auftragen.

eṣa gandhaḥ |

Bedeutung: Hier ist die Duftgabe.

8. Sesam und ungebrochener Reis
Lege eine kleine Mischung aus Sesam und ungebrochenen Reiskörnern auf die Gabenschale. Dies ist die ausdrücklich gedruckte feste Gabe, keine Wasserlibation.

ime tilākṣatāḥ |

Bedeutung: Hier sind Sesam und ungebrochene Reiskörner.

9. Blumen und Tulasi
Lege die Blumen und Tulasi-Blätter dazu.

imāni puṣpāṇi śrītulasīdalāni ca |

Bedeutung: Hier sind Blumen und heilige Tulasi-Blätter.

10. Räucherwerk
Entzünde das Räucherwerk, zeige es kurz und stelle es in den standsicheren Halter.

ghrāṇatṛptyartham ayaṃ vo dhūpaḥ |

Bedeutung: Zu eurer Freude am Duft ist hier das Räucherwerk.

11. Licht
Entzünde den Docht der mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) gefüllten Lampe. Zeige das Licht vor den Gaben und stelle die Lampe sicher ab.

avalokanārtham ayaṃ vo dīpaḥ |

Bedeutung: Damit ihr sehen möget, ist hier das Licht.

12. Frucht
Lege eine gewaschene Frucht als Speisegabe hin.

idaṃ phalaṃ nivedayāmi |

Bedeutung: Diese Frucht bringe ich dar.

13. Betelgabe
Lege die vorbereitete Betelgabe dazu.

idaṃ tāmbūlam |

Bedeutung: Hier ist die Betelgabe.

14. Gewand
Überreiche das saubere Tuch beziehungsweise Gewand. Die im Handbuch alternativ genannten Fäden oder Darbha sind in dieser gewählten Fassung nicht nötig.

ācchādanārtham idaṃ vastram |

Bedeutung: Als Bekleidung ist hier dieses Gewand.

15. Ergänzende Ehrung
Lege einige weitere ungebrochene Reiskörner dazu.

śeṣopacārārtham ime akṣatāḥ |

Bedeutung: Für die übrigen Ehrungen sind hier diese ungebrochenen Reiskörner.

16. Die Gaben den Nandimukha-Ahnen zuwenden
Wende die gesamte Ehrung innerlich den Nandimukha-Ahnen mit den Göttern zu.

sadevā nāndīmukhāḥ pitaraḥ amī vo gandhāḥ |
imāni puṣpāṇi tulasīdalāni ca |
sakalārādhanaiḥ svarcitam ||

Bedeutung: Ihr Nandimukha-Ahnen mit den Göttern: Dies sind eure Duftgaben, diese Blumen und Tulasi-Blätter. Mit allen Formen der Verehrung seid ihr wohl verehrt.

17. Hiranya – die Wertgabe überreichen
Halte die vorbereitete Geld- oder Goldgabe mit zusätzlicher Dakshina, Betel und den zugehörigen Gaben bereit. Sprich die Widmung vollständig und überreiche alles dem zuvor geehrten Brahmanen. Die Ahnenaufzählung benennt die in der Quelle vorausgesetzten verstorbenen Generationen; welche Generationen in deiner Familie vertreten werden, klärst du vor der Feier mit dem leitenden Priester. Lebende Angehörige werden nicht zu Verstorbenen erklärt.

asmin nāndīśrāddhe satyavasusaṃjñakānāṃ viśveṣāṃ devānāṃ prapitāmahīpitāmahīmātṝṇāṃ prapitāmahapitāmahapitṝṇāṃ sapatnīkamātuḥprapitāmahamātuḥpitāmahamātāmahānāṃ nāndīmukhānāṃ tṛptyartham idaṃ hiraṇyaṃ sadakṣiṇākaṃ satāmbūlaṃ sopakaraṇaṃ pūrvapūjita-brāhmaṇāya saṃpradade namaḥ | na mama ||

Bedeutung: Bei diesem Nandi-Shraddha übergebe ich diese Wertgabe mit Dakshina, Betel und zugehörigen Gaben dem zuvor geehrten Brahmanen: zur Sättigung der Allgötter mit den Namen Satya und Vasu sowie der Nandimukha-Ahnen – Urgroßmutter, Großmutter und Mutter; Urgroßvater, Großvater und Vater; des Urgroßvaters und Großvaters der Mutter und des mütterlichen Großvaters, jeweils mit ihren Frauen. Verehrung! Dies gehört nicht mir.

18. Gebet über die Goldgabe
Sprich das überlieferte Gebet zur symbolischen Bedeutung des Goldes. Auch bei einer Geldgabe bleibt sein Wortlaut erhalten.

hiraṇyagarbhagarbhasthaṃ hemabījaṃ vibhāvasoḥ |
anantapuṇyaphaladam atha śāntiṃ prayaccha me ||

Bedeutung: Im Innern des goldenen Weltkeims ruhend, goldener Same des strahlenden Feuers, unendliche heilsame Frucht gewährend: Schenke mir nun Frieden.

19. Die vollzogene Gabe bestätigen
Die spendende Person spricht den ersten Satz; der empfangende Brahmane bestätigt mit dem zweiten.

mayā hiraṇyena kṛtam ābhyudayikaṃ sampannam |
susampannam ||

Bedeutung: Durch mich ist die freudige Ahnenfeier mittels der Wertgabe vollendet. – Sie ist gut vollendet.

20. Ida – Süße des Denkens und Sprechens
Falte die Hände und bete um wohlwollendes Denken, Worte, die Menschen und Göttern Freude bereiten, und die Zustimmung der Ahnen.

iḍā devahūr manur yajñanīr bṛhaspatir ukthāmadāni śaṃsiṣad viśvedevāḥ sūktavācaḥ |
pṛthivi mātar mā mā hiṃsīḥ |
madhu maniṣye madhu janiṣye madhu vakṣyāmi madhu vadiṣyāmi |
madhumatīṃ devebhyo vācam udyāsaṃ śuśrūṣeṇyāṃ manuṣyebhyaḥ |
taṃ mā devā avantu śobhāyai pitaro’numadantu ||

Bedeutung: Ida ruft die Götter, Manu führt das Opfer; Brihaspati möge die freudigen Lobgesänge sprechen, die Allgötter die guten Hymnen. Mutter Erde, verletze mich nicht. Süßes will ich denken, Süßes hervorbringen, Süßes aussprechen und verkünden. Möge ich den Göttern süße Rede anbieten und den Menschen Worte, denen sie gern lauschen. Mögen die Götter mich zu Schönheit und Gedeihen beschützen; mögen die Ahnen zustimmen.

21. Ida, Aditi und Sarasvati einladen
Sprich die drei Einladungen; bleibe mit gefalteten Händen sitzen.

iḍā ehi | aditi ehi | sarasvaty ehi |
śobhanaṃ śobhanam ||

Bedeutung: Ida, komm! Aditi, komm! Sarasvati, komm! Glückverheißend, glückverheißend!

22. Zustimmung und Glück erbitten
Leitende Person und Anwesende sprechen abwechselnd. In jeder Zeile steht zuerst die Bitte, dann die Antwort.

manaḥ samādhīyatām | samāhitamanasaḥ smaḥ ||
prasīdantu bhavantaḥ | prasannāḥ smaḥ ||
śrīr astv iti bhavanto bruvantu | astu śrīḥ ||
puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu | puṇyāham ||

Bedeutung: Möge der Geist gesammelt sein. – Wir sind gesammelten Geistes. Seid uns wohlgesinnt. – Wir sind wohlgesinnt. Sprecht: Es sei Glück und Fülle. – Glück und Fülle seien da. Sprecht: Dies sei ein heiliger Tag. – Ein heiliger Tag!

23. Segen für langes Leben
Die leitende Person spricht den Segensvers; die Anwesenden antworten mit dem letzten Satz.

ṛdhyāsmā havyair namasopasadya |
mitraṃ devaṃ mitradheyaṃ no astu |
anūrādhān haviṣā vardhayantaḥ |
śataṃ jīvema śaradaḥ savīrāḥ ||
dīrghāyuṣyam astu ||

Bedeutung: Mögen wir gedeihen, indem wir mit Gaben und Verehrung herantreten. Der Gott Mitra möge uns Freundschaft gewähren. Indem wir die Anuradhas mit Gaben stärken, mögen wir hundert Herbste mit kraftvollen Nachkommen leben. – Ein langes Leben sei gewährt.

24. Die versammelte Gemeinschaft ehren
Verneige dich vor den versammelten Menschen und den göttlichen Zeugen.

namaḥ sadase namaḥ sadasaspataye namaḥ sakhīnām |
purogāṇāṃ cakṣuṣe namo dive namaḥ pṛthivyai ||
sapratha sabhāṃ me gopāya | ye ca sabhyāḥ sabhāsadaḥ |
tān indriyāvataḥ kuru | sarvam āyur upāsatām ||

Bedeutung: Verehrung der Versammlung, dem Herrn der Versammlung und dem sehenden Führer der Freunde. Verehrung dem Himmel, Verehrung der Erde. Weitwirkender, beschütze meine Versammlung und ihre Mitglieder. Verleihe ihnen Kraft; mögen sie ihre ganze Lebensspanne erreichen.

25. Laghu Punyaha – Varuna im Wasser vergegenwärtigen
Nun folgt die ausdrücklich vorgeschriebene abschließende kurze Wasserweihe, Laghu Punyaha Vachana. Stelle das mit frischem Wasser gefüllte Gefäß auf seine saubere Unterlage. Vergegenwärtige dir Varuna, den göttlichen Hüter des Wassers. Die Darstellung verbindet die Schlinge und den Makara-Sitz mit hellem und rötlichem Licht.

nāgapāśadharaṃ hṛṣṭaṃ raktaughadyutivigraham |
śaśāṅkadhavalaṃ dhyāyed varuṇaṃ makarāsanam ||
varuṇaṃ śvetavarṇaṃ ca pāśahastaṃ rujāsanam |
mauktikālaṅkṛtaṃ devaṃ tīrthanātham ahaṃ bhaje ||

Bedeutung: Man meditiere über Varuna, freudig, mit Schlangenschlinge, von rotem Glanz durchstrahlt, mondweiß und auf dem Makara sitzend. Ich verehre Varuna, von weißer Gestalt, mit der Schlinge in der Hand, auf seinem Sitz, perlengeziert, den Gott und Herrn der heiligen Wasserplätze.

26. Varuna anrufen
Gib Duftpaste und einige Reiskörner an das Gefäß. Avahana heißt, die Gottheit bewusst zur Verehrung einzuladen.

asmin kalaśe varuṇaṃ dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣataṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: In diesem Gefäß vergegenwärtige ich Varuna, rufe ihn herbei, gebe ihm einen Platz und bringe Duft und ungebrochene Reiskörner dar.

27. Varunas Ehrung: Sitz
Lege einige Reiskörner an den Gefäßfuß.

oṃ varuṇāya namaḥ | āsanaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe einen Sitz dar.

28. Varunas Ehrung: Ehrenwasser
Gib einen Löffel Wasser in die separate Opferschale.

oṃ varuṇāya namaḥ | arghyaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Ehrenwasser dar.

29. Varunas Ehrung: Wasser für die Füße
Gib einen weiteren kleinen Löffel Wasser in die Schale.

oṃ varuṇāya namaḥ | pādyaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Wasser zum Waschen der Füße dar.

30. Varunas Ehrung: Wasser zum Mundspülen
Gib wenig Wasser in die Opferschale.

oṃ varuṇāya namaḥ | ācamanīyaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Wasser zum Mundspülen dar.

31. Varunas Ehrung: Bad
Sprenkle wenige Tropfen außen an das Gefäß; halte das Wasser innen für die abschließende Segnung sauber.

oṃ varuṇāya namaḥ | snānaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe ein Bad dar.

32. Varunas Ehrung: Gewand und heiliger Faden
Lege einige ungebrochene Reiskörner stellvertretend für Gewand und heiligen Faden an das Gefäß; diese Stellvertretung steht ausdrücklich im ergänzenden Handbuch.

oṃ varuṇāya namaḥ | vastrayajñopavītārtham akṣatān samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als Gewand und heiligen Faden dar.

33. Varunas Ehrung: Duft
Trage einen kleinen Punkt Sandelholzpaste außen am Gefäß auf.

oṃ varuṇāya namaḥ | gandhaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Duft dar.

34. Varunas Ehrung: Kumkum
Setze einen kleinen Punkt Kumkum außen an das Gefäß.

oṃ varuṇāya namaḥ | kuṅkumaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Kumkum dar.

35. Neun Namen Varunas mit Blumen
Lege zu jedem Namen eine Blume oder ein Blütenblatt an das Gefäß. Diese neun Namen stehen in der Hauptquelle.

oṃ varuṇāya namaḥ |
oṃ pracetase namaḥ |
oṃ surūpiṇe namaḥ |
oṃ apāṃ pataye namaḥ |
oṃ makaravāhanāya namaḥ |
oṃ anekamaṇibhūṣitāya namaḥ |
oṃ jalādhipataye namaḥ |
oṃ pāśahastāya namaḥ |
oṃ sakalatīrthādhipataye namaḥ |

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Om, Verehrung dem Weisen. Om, Verehrung dem Schöngeformten. Om, Verehrung dem Herrn der Wasser. Om, Verehrung dem auf dem Makara Reitenden. Om, Verehrung dem mit vielen Edelsteinen Geschmückten. Om, Verehrung dem Herrscher des Wassers. Om, Verehrung dem die Schlinge in der Hand Tragenden. Om, Verehrung dem Herrn aller heiligen Wasserplätze.

36. Varunas Ehrung: Räucherwerk
Zeige das entzündete Räucherwerk und stelle es wieder sicher ab.

oṃ varuṇāya namaḥ | dhūpaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Räucherwerk dar.

37. Varunas Ehrung: Licht
Zeige die brennende Dochtlampe vor dem Gefäß.

oṃ varuṇāya namaḥ | dīpaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Licht dar.

38. Varunas Ehrung: Speise
Stelle eine zweite gewaschene Frucht vor das Gefäß.

oṃ varuṇāya namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Speise dar.

39. Varunas Ehrung: Betel
Lege eine zweite Betelgabe dazu.

oṃ varuṇāya namaḥ | tāmbūlaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Betel dar.

40. Varunas Ehrung: Nirajana
Für Nirajana entzünde ein kleines Stück Kampfer auf einem geeigneten Metallhalter und führe das Licht ruhig vor dem Gefäß im Uhrzeigersinn. Stelle den Halter feuerfest ab und lass den Kampfer ausbrennen.

oṃ varuṇāya namaḥ | karpūranīrājanaṃ samarpayāmi ||

Bedeutung: Om, Verehrung Varuna. Ich bringe die Lichtdarbringung mit Kampfer dar.

41. Varuna-Gayatri
Falte die Hände; sprich die Varuna Gayatri.

oṃ jalabimbāya vidmahe | nīlapuruṣāya dhīmahi |
tan no varuṇaḥ pracodayāt ||

Bedeutung: Om. Wir erkennen den im Wasser Erscheinenden; wir meditieren über den blauen Purusha. Möge Varuna uns inspirieren.

42. Gruß an den Herrn der Wasser
Verneige dich vor Varuna im Gefäß.

namo namaste astu sphaṭikaprabhāya suśvetavastrāya sumaṅgalāya |
supāśahastāya jhaṣāsanāya jalādhināthāya varuṇāya namo namaḥ ||

Bedeutung: Wieder und wieder sei dir Verehrung, kristallklar Leuchtender, mit ganz weißem Gewand, überaus Glückverheißender, mit der schönen Schlinge in der Hand und dem Wasserwesen als Sitz: Verehrung Varuna, dem Herrn des Meeres.

43. Die Wasserweihe gemeinsam bejahen
Berühre mit sauberem Darbha die Öffnung des Wassergefäßes. Die leitende Person spricht jeweils die Bitte, die Anwesenden antworten.

śivā āpaḥ santu | santu śivā āpaḥ ||
saumanasyam astu | astu saumanasyam ||
akṣataṃ cāriṣṭaṃ cāstu | astv akṣatam ariṣṭam ||
bhavadbhir anujñātaḥ puṇyāhaṃ vācayiṣye | vācyatām ||

Bedeutung: Mögen die Wasser heilvoll sein. – Heilvoll seien die Wasser. Es sei Frohsinn. – Frohsinn sei da. Es seien Unversehrtheit und Wohlergehen. – Unversehrtheit und Wohlergehen seien da. Mit eurer Zustimmung werde ich den heiligen Tag verkünden. – Er werde verkündet.

44. Erneuerung und Erfüllung erbitten
Die leitende Person spricht den vedischen Vers. Seine Feuer- und Ghee-Symbolik ist Teil des überlieferten Segens; an dieser Stelle wird kein Feueropfer ausgeführt.

punas tvādityā rudrā vasavaḥ samindhatām |
punar brahmāṇo vasunītha yajñaiḥ |
ghṛtena tvaṃ tanvaṃ vardhayasva |
satyāḥ santu yajamānasya kāmāḥ ||

Bedeutung: Wieder mögen die Adityas, Rudras und Vasus dich entfachen, wieder die Brahmanen durch Opfer, du zum Reichtum Führender. Stärke deinen Leib mit Ghee. Mögen die Wünsche des Veranstalters wahr werden.

45. Den heiligen Tag verkünden
Die leitende Person bittet; die Antwort wird dreimal gesprochen.

bho brāhmaṇā asya yajamānasya puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu |
oṃ puṇyāham astu | oṃ puṇyāham astu | oṃ puṇyāham astu ||

Bedeutung: Ihr Brahmanen, verkündet dieser veranstaltenden Person einen heiligen Tag. – Om, es sei ein heiliger Tag; Om, es sei ein heiliger Tag; Om, es sei ein heiliger Tag.

46. Svasti – Wohlergehen erbitten
Die leitende Person spricht das Gebet an Mitra, Varuna, Pathya, Indra, Agni und Aditi.

svasti mitrāvaruṇā svasti pathye revati |
svasti na indraś cāgniś ca svasti no adite kṛdhi ||

Bedeutung: Mitra und Varuna, gewährt Wohlergehen; reiche Pathya, gewähre Wohlergehen. Indra und Agni, gewährt uns Wohlergehen; Aditi, bewirke unser Wohlergehen.

47. Wohlergehen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

bho brāhmaṇā asya yajamānasya svasti bhavanto bruvantu |
oṃ svastir astu | oṃ svastir astu | oṃ svastir astu ||

Bedeutung: Ihr Brahmanen, sprecht dieser veranstaltenden Person Wohlergehen zu. – Om, Wohlergehen sei da; Om, Wohlergehen sei da; Om, Wohlergehen sei da.

48. Gedeihen und langes Leben
Sprich nochmals den hier von der Quelle wiederholten Segensvers.

ṛdhyāsmā havyair namasopasadya |
mitraṃ devaṃ mitradheyaṃ no astu |
anūrādhān haviṣā vardhayantaḥ |
śataṃ jīvema śaradaḥ savīrāḥ ||

Bedeutung: Mögen wir gedeihen, indem wir mit Gaben und Verehrung herantreten. Der Gott Mitra möge uns Freundschaft gewähren. Indem wir die Anuradhas mit Gaben stärken, mögen wir hundert Herbste mit kraftvollen Nachkommen leben.

49. Gedeihen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

bho brāhmaṇā asya yajamānasya ṛddhiṃ bhavanto bruvantu |
oṃ ṛddhir astu | oṃ ṛddhir astu | oṃ ṛddhir astu ||

Bedeutung: Ihr Brahmanen, sprecht dieser veranstaltenden Person Gedeihen zu. – Om, Gedeihen sei da; Om, Gedeihen sei da; Om, Gedeihen sei da.

50. Der umfassende Familiensegen
Die leitende Person spricht den vollständigen Segen. Die Familie empfängt ihn mit ruhiger Aufmerksamkeit.

ṛddhir astu | samṛddhir astu | puṇyāhasamṛddhir astu |
śāntir astu | puṣṭir astu | tuṣṭir astu | vṛddhir astu |
avighnam astu | āyuṣyam astu | ārogyam astu | śivam astu |
śivaṃ karmāstu | karmasamṛddhir astu | dharmasamṛddhir astu |
vedasamṛddhir astu | śāstrasamṛddhir astu | dhanadhānyasamṛddhir astu |
putrapautrasampad astu | iṣṭasampad astu | sakalāriṣṭanirasanam astu |
yat pāpaṃ rogaṃ śokam akalyāṇaṃ tad dūre pratihatam astu |
śaṃ no astu dvipade śaṃ catuṣpade |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Bedeutung: Es sei Gedeihen, reiches Gedeihen und die Fülle eines heiligen Tages. Es seien Frieden, Nahrung und Kraft, Zufriedenheit und Wachstum. Es seien Hindernisfreiheit, langes Leben, Gesundheit und Heil. Das Handeln sei heilvoll; Werke, Dharma, Veda und heilige Lehren mögen gedeihen. Es sei Fülle an Vermögen und Getreide, Wohlergehen für Kinder und Enkel und Erfüllung guter Wünsche. Alles Unglück werde entfernt. Was an Unheil, Krankheit, Kummer und Ungünstigem da ist, werde in die Ferne zurückgewiesen. Wohlergehen sei den Zweibeinigen und den Vierbeinigen. Om, Frieden, Frieden, Frieden.

51. Segen für die ganze Lebensgemeinschaft
Bete nun über die Familie hinaus für eine Gesellschaft, die von Wissen, Mut, Nahrung, Regen und fruchtbarem Leben getragen wird. Der Wortlaut bewahrt die sozialen Bilder seiner vedischen Herkunft.

ā brahman brāhmaṇo brahmavarcasī jāyatām asmin rāṣṭre rājanya iṣavyaḥ śūro mahāratho jāyatām |
dogdhrī dhenur voḍhānaḍvān āśuḥ saptiḥ purandhrir yoṣā jiṣṇū ratheṣṭhāḥ sabheyo yuvāsya yajamānasya vīro jāyatām |
nikāme nikāme naḥ parjanyo varṣatu phalinyo na oṣadhayaḥ pacyantāṃ yogakṣemo naḥ kalpatām ||

Bedeutung: O Brahman, es werde ein Brahmane geboren, der im Glanz geistigen Wissens strahlt. In diesem Reich werde ein königlicher Mensch geboren, ein geschickter Bogenschütze, Held und großer Wagenkämpfer. Es gebe milchgebende Kühe, zugkräftige Ochsen, schnelle Pferde, tüchtige Frauen, siegreiche Wagenkämpfer und junge Menschen, die der Versammlung würdig sind. Dieser veranstaltenden Person werde ein kraftvoller Nachkomme geboren. Möge Parjanya nach unserem Bedarf regnen; mögen unsere Pflanzen Frucht tragen und reifen. Erwerb und Bewahrung des Nötigen mögen uns gelingen.

52. Frieden für Menschen, Tiere und Heilpflanzen
Sprich das gemeinsame Wohlergehensgebet.

tac chaṃ yor āvṛṇīmahe | gātuṃ yajñāya | gātuṃ yajñapataye |
daivī svastir astu naḥ | svastir mānuṣebhyaḥ |
ūrdhvaṃ jigātu bheṣajam | śaṃ no astu dvipade | śaṃ catuṣpade ||

Bedeutung: Wir erbitten dieses Heil und diesen Frieden: Zugang zum Opfer und zum Herrn des Opfers. Göttliches Wohlergehen sei uns; Wohlergehen sei den Menschen. Die Heilpflanzen mögen emporwachsen. Wohlergehen sei den Zweibeinigen und den Vierbeinigen.

53. Den Segen gemeinsam abschließen
Leitende Person und Anwesende sprechen noch einmal Bitte und Antwort.

svāminaḥ manaḥ samādhīyatām | samāhitamanasaḥ smaḥ ||
prasīdantu bhavantaḥ | prasannāḥ smaḥ ||

Bedeutung: Ihr Geehrten, möge der Geist gesammelt sein. – Wir sind gesammelten Geistes. Seid wohlgesinnt. – Wir sind wohlgesinnt.

54. Varuna verabschieden und Wassersegen geben
Verabschiede Varuna mit Udvasana. Die kurze Verabschiedungsformel ist im ergänzenden Puranokta Purva Prayoga ausgeschrieben. Nimm danach mit dem Darbha einige Tropfen aus dem Gefäß und besprenge alle Anwesenden leicht. Damit ist der ausdrücklich zum Nandi-Shraddha gehörende Wasserabschluss vollzogen.

oṃ varuṇa yathāsthānaṃ pratiṣṭhāpayāmi ||

Bedeutung: Om, Varuna, ich lasse dich an deinen eigenen Ort zurückkehren.

55. Dank und Übergang zum Familienfest
Verneige dich dankbar vor den Ahnen und danke dem Empfänger und den Mitwirkenden. Die bereits übergebenen Wert- und Sachgaben verbleiben beim Empfänger. Die Varuna-Speise wird als Prasad geteilt. Verwende übriges sauberes Segenswasser für Pflanzen; entsorge Blumen achtsam. Lösche den Lampendocht sicher, sobald keine weitere Feier daran anschließt. Gehe gesammelt in den angekündigten freudigen Anlass über.

Bedeutung: Dankbarkeit für die Vorangegangenen wird zur Bereitschaft, das eigene Leben zum Segen anderer zu führen.

Rezitationsanhang: IAST

1. Achamana – drei Schlucke zur Sammlung
Setze dich nach Osten. Nimm mit einem Löffel wenig Trinkwasser in die rechte Hand und trinke je einen kleinen Schluck zu jedem Namen; wasche danach die Hand über der Auffangschale. Diese drei Namen für Achamana stehen im selben Handbuch auf Seite 54.

acyutāya namaḥ |
anantāya namaḥ |
govindāya namaḥ ||

2. Vishnu als alles durchdringende Gegenwart
Falte die Hände. Vergegenwärtige dir Vishnu als tragende Gegenwart dieser Ahnenverehrung.

eko viṣṇur mahad bhūtaṃ pṛthag bhūtāny anekaśaḥ |
trīn lokān vyāpya bhūtātmā bhuṅkte viśvabhug avyayaḥ ||

3. Verehrung Govindas
namo brahmaṇya devāya go-brāhmaṇa-hitāya ca |
jagad-hitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ ||
namo namaste govinda purāṇa puruṣottama |
idaṃ śrāddhaṃ hṛṣīkeśa rakṣatāṃ sarvato diśaḥ ||

4. Innere und äußere Reinigung
Erinnere dich an den Lotusäugigen. Besprenge dich mit wenigen Tropfen Wasser.

apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||

5. Sankalpa – die freudige Ahnenverehrung ankündigen
Nenne zunächst in deiner eigenen Sprache den bevorstehenden freudigen Familienanlass. Sprich dann den Sankalpa. Die hier gewählte vollständige Fassung verwendet die im Handbuch gedruckte vaishnavische Eröffnung. Berühre anschließend Wasser und reinige die Fingerspitzen.

bhagavadājñayā bhagavatkaiṅkaryarūpaṃ vargadvayapitṝṇām akṣayatṛptyarthaṃ nāndīśrāddhaṃ hiraṇyarūpeṇa adya kariṣye ||

6. Die Ahnen zur Verehrung ehren
Der eingeladene Brahmane erhält einen sauberen Sitz; die Familie begrüßt ihn ehrerbietig. Die folgenden Gaben werden vor ihm beziehungsweise auf der dafür bestimmten Schale dargebracht. Er vertritt beim Empfangen die im Gebet genannten göttlichen und ahnenbezogenen Empfänger. Sprich die Aufforderung zur Verehrung.

arcata prārcata priyamedhaso arcata |
arcantu putrakā uta puraṃ na dhṛṣṇav arcata ||
idaṃ vo’rcanam ||

7. Duftpaste
Gib etwas Sandelholzpaste auf die Gabenschale; nach örtlichem Brauch kann der Empfänger sie selbst auftragen.

eṣa gandhaḥ |

8. Sesam und ungebrochener Reis
Lege eine kleine Mischung aus Sesam und ungebrochenen Reiskörnern auf die Gabenschale. Dies ist die ausdrücklich gedruckte feste Gabe, keine Wasserlibation.

ime tilākṣatāḥ |

9. Blumen und Tulasi
Lege die Blumen und Tulasi-Blätter dazu.

imāni puṣpāṇi śrītulasīdalāni ca |

10. Räucherwerk
Entzünde das Räucherwerk, zeige es kurz und stelle es in den standsicheren Halter.

ghrāṇatṛptyartham ayaṃ vo dhūpaḥ |

11. Licht
Entzünde den Docht der mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) gefüllten Lampe. Zeige das Licht vor den Gaben und stelle die Lampe sicher ab.

avalokanārtham ayaṃ vo dīpaḥ |

12. Frucht
Lege eine gewaschene Frucht als Speisegabe hin.

idaṃ phalaṃ nivedayāmi |

13. Betelgabe
Lege die vorbereitete Betelgabe dazu.

idaṃ tāmbūlam |

14. Gewand
Überreiche das saubere Tuch beziehungsweise Gewand. Die im Handbuch alternativ genannten Fäden oder Darbha sind in dieser gewählten Fassung nicht nötig.

ācchādanārtham idaṃ vastram |

15. Ergänzende Ehrung
Lege einige weitere ungebrochene Reiskörner dazu.

śeṣopacārārtham ime akṣatāḥ |

16. Die Gaben den Nandimukha-Ahnen zuwenden
Wende die gesamte Ehrung innerlich den Nandimukha-Ahnen mit den Göttern zu.

sadevā nāndīmukhāḥ pitaraḥ amī vo gandhāḥ |
imāni puṣpāṇi tulasīdalāni ca |
sakalārādhanaiḥ svarcitam ||

17. Hiranya – die Wertgabe überreichen
Halte die vorbereitete Geld- oder Goldgabe mit zusätzlicher Dakshina, Betel und den zugehörigen Gaben bereit. Sprich die Widmung vollständig und überreiche alles dem zuvor geehrten Brahmanen. Die Ahnenaufzählung benennt die in der Quelle vorausgesetzten verstorbenen Generationen; welche Generationen in deiner Familie vertreten werden, klärst du vor der Feier mit dem leitenden Priester. Lebende Angehörige werden nicht zu Verstorbenen erklärt.

asmin nāndīśrāddhe satyavasusaṃjñakānāṃ viśveṣāṃ devānāṃ prapitāmahīpitāmahīmātṝṇāṃ prapitāmahapitāmahapitṝṇāṃ sapatnīkamātuḥprapitāmahamātuḥpitāmahamātāmahānāṃ nāndīmukhānāṃ tṛptyartham idaṃ hiraṇyaṃ sadakṣiṇākaṃ satāmbūlaṃ sopakaraṇaṃ pūrvapūjita-brāhmaṇāya saṃpradade namaḥ | na mama ||

18. Gebet über die Goldgabe
Sprich das überlieferte Gebet zur symbolischen Bedeutung des Goldes. Auch bei einer Geldgabe bleibt sein Wortlaut erhalten.

hiraṇyagarbhagarbhasthaṃ hemabījaṃ vibhāvasoḥ |
anantapuṇyaphaladam atha śāntiṃ prayaccha me ||

19. Die vollzogene Gabe bestätigen
Die spendende Person spricht den ersten Satz; der empfangende Brahmane bestätigt mit dem zweiten.

mayā hiraṇyena kṛtam ābhyudayikaṃ sampannam |
susampannam ||

20. Ida – Süße des Denkens und Sprechens
Falte die Hände und bete um wohlwollendes Denken, Worte, die Menschen und Göttern Freude bereiten, und die Zustimmung der Ahnen.

iḍā devahūr manur yajñanīr bṛhaspatir ukthāmadāni śaṃsiṣad viśvedevāḥ sūktavācaḥ |
pṛthivi mātar mā mā hiṃsīḥ |
madhu maniṣye madhu janiṣye madhu vakṣyāmi madhu vadiṣyāmi |
madhumatīṃ devebhyo vācam udyāsaṃ śuśrūṣeṇyāṃ manuṣyebhyaḥ |
taṃ mā devā avantu śobhāyai pitaro’numadantu ||

21. Ida, Aditi und Sarasvati einladen
Sprich die drei Einladungen; bleibe mit gefalteten Händen sitzen.

iḍā ehi | aditi ehi | sarasvaty ehi |
śobhanaṃ śobhanam ||

22. Zustimmung und Glück erbitten
Leitende Person und Anwesende sprechen abwechselnd. In jeder Zeile steht zuerst die Bitte, dann die Antwort.

manaḥ samādhīyatām | samāhitamanasaḥ smaḥ ||
prasīdantu bhavantaḥ | prasannāḥ smaḥ ||
śrīr astv iti bhavanto bruvantu | astu śrīḥ ||
puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu | puṇyāham ||

23. Segen für langes Leben
Die leitende Person spricht den Segensvers; die Anwesenden antworten mit dem letzten Satz.

ṛdhyāsmā havyair namasopasadya |
mitraṃ devaṃ mitradheyaṃ no astu |
anūrādhān haviṣā vardhayantaḥ |
śataṃ jīvema śaradaḥ savīrāḥ ||
dīrghāyuṣyam astu ||

24. Die versammelte Gemeinschaft ehren
Verneige dich vor den versammelten Menschen und den göttlichen Zeugen.

namaḥ sadase namaḥ sadasaspataye namaḥ sakhīnām |
purogāṇāṃ cakṣuṣe namo dive namaḥ pṛthivyai ||
sapratha sabhāṃ me gopāya | ye ca sabhyāḥ sabhāsadaḥ |
tān indriyāvataḥ kuru | sarvam āyur upāsatām ||

25. Laghu Punyaha – Varuna im Wasser vergegenwärtigen
Nun folgt die ausdrücklich vorgeschriebene abschließende kurze Wasserweihe, Laghu Punyaha Vachana. Stelle das mit frischem Wasser gefüllte Gefäß auf seine saubere Unterlage. Vergegenwärtige dir Varuna, den göttlichen Hüter des Wassers. Die Darstellung verbindet die Schlinge und den Makara-Sitz mit hellem und rötlichem Licht.

nāgapāśadharaṃ hṛṣṭaṃ raktaughadyutivigraham |
śaśāṅkadhavalaṃ dhyāyed varuṇaṃ makarāsanam ||
varuṇaṃ śvetavarṇaṃ ca pāśahastaṃ rujāsanam |
mauktikālaṅkṛtaṃ devaṃ tīrthanātham ahaṃ bhaje ||

26. Varuna anrufen
Gib Duftpaste und einige Reiskörner an das Gefäß. Avahana heißt, die Gottheit bewusst zur Verehrung einzuladen.

asmin kalaśe varuṇaṃ dhyāyāmi āvāhayāmi sthāpayāmi gandhākṣataṃ samarpayāmi ||

27. Varunas Ehrung: Sitz
Lege einige Reiskörner an den Gefäßfuß.

oṃ varuṇāya namaḥ | āsanaṃ samarpayāmi ||

28. Varunas Ehrung: Ehrenwasser
Gib einen Löffel Wasser in die separate Opferschale.

oṃ varuṇāya namaḥ | arghyaṃ samarpayāmi ||

29. Varunas Ehrung: Wasser für die Füße
Gib einen weiteren kleinen Löffel Wasser in die Schale.

oṃ varuṇāya namaḥ | pādyaṃ samarpayāmi ||

30. Varunas Ehrung: Wasser zum Mundspülen
Gib wenig Wasser in die Opferschale.

oṃ varuṇāya namaḥ | ācamanīyaṃ samarpayāmi ||

31. Varunas Ehrung: Bad
Sprenkle wenige Tropfen außen an das Gefäß; halte das Wasser innen für die abschließende Segnung sauber.

oṃ varuṇāya namaḥ | snānaṃ samarpayāmi ||

32. Varunas Ehrung: Gewand und heiliger Faden
Lege einige ungebrochene Reiskörner stellvertretend für Gewand und heiligen Faden an das Gefäß; diese Stellvertretung steht ausdrücklich im ergänzenden Handbuch.

oṃ varuṇāya namaḥ | vastrayajñopavītārtham akṣatān samarpayāmi ||

33. Varunas Ehrung: Duft
Trage einen kleinen Punkt Sandelholzpaste außen am Gefäß auf.

oṃ varuṇāya namaḥ | gandhaṃ samarpayāmi ||

34. Varunas Ehrung: Kumkum
Setze einen kleinen Punkt Kumkum außen an das Gefäß.

oṃ varuṇāya namaḥ | kuṅkumaṃ samarpayāmi ||

35. Neun Namen Varunas mit Blumen
Lege zu jedem Namen eine Blume oder ein Blütenblatt an das Gefäß. Diese neun Namen stehen in der Hauptquelle.

oṃ varuṇāya namaḥ |
oṃ pracetase namaḥ |
oṃ surūpiṇe namaḥ |
oṃ apāṃ pataye namaḥ |
oṃ makaravāhanāya namaḥ |
oṃ anekamaṇibhūṣitāya namaḥ |
oṃ jalādhipataye namaḥ |
oṃ pāśahastāya namaḥ |
oṃ sakalatīrthādhipataye namaḥ |

36. Varunas Ehrung: Räucherwerk
Zeige das entzündete Räucherwerk und stelle es wieder sicher ab.

oṃ varuṇāya namaḥ | dhūpaṃ samarpayāmi ||

37. Varunas Ehrung: Licht
Zeige die brennende Dochtlampe vor dem Gefäß.

oṃ varuṇāya namaḥ | dīpaṃ samarpayāmi ||

38. Varunas Ehrung: Speise
Stelle eine zweite gewaschene Frucht vor das Gefäß.

oṃ varuṇāya namaḥ | naivedyaṃ samarpayāmi ||

39. Varunas Ehrung: Betel
Lege eine zweite Betelgabe dazu.

oṃ varuṇāya namaḥ | tāmbūlaṃ samarpayāmi ||

40. Varunas Ehrung: Nirajana
Für Nirajana entzünde ein kleines Stück Kampfer auf einem geeigneten Metallhalter und führe das Licht ruhig vor dem Gefäß im Uhrzeigersinn. Stelle den Halter feuerfest ab und lass den Kampfer ausbrennen.

oṃ varuṇāya namaḥ | karpūranīrājanaṃ samarpayāmi ||

41. Varuna-Gayatri
Falte die Hände; sprich die Varuna Gayatri.

oṃ jalabimbāya vidmahe | nīlapuruṣāya dhīmahi |
tan no varuṇaḥ pracodayāt ||

42. Gruß an den Herrn der Wasser
Verneige dich vor Varuna im Gefäß.

namo namaste astu sphaṭikaprabhāya suśvetavastrāya sumaṅgalāya |
supāśahastāya jhaṣāsanāya jalādhināthāya varuṇāya namo namaḥ ||

43. Die Wasserweihe gemeinsam bejahen
Berühre mit sauberem Darbha die Öffnung des Wassergefäßes. Die leitende Person spricht jeweils die Bitte, die Anwesenden antworten.

śivā āpaḥ santu | santu śivā āpaḥ ||
saumanasyam astu | astu saumanasyam ||
akṣataṃ cāriṣṭaṃ cāstu | astv akṣatam ariṣṭam ||
bhavadbhir anujñātaḥ puṇyāhaṃ vācayiṣye | vācyatām ||

44. Erneuerung und Erfüllung erbitten
Die leitende Person spricht den vedischen Vers. Seine Feuer- und Ghee-Symbolik ist Teil des überlieferten Segens; an dieser Stelle wird kein Feueropfer ausgeführt.

punas tvādityā rudrā vasavaḥ samindhatām |
punar brahmāṇo vasunītha yajñaiḥ |
ghṛtena tvaṃ tanvaṃ vardhayasva |
satyāḥ santu yajamānasya kāmāḥ ||

45. Den heiligen Tag verkünden
Die leitende Person bittet; die Antwort wird dreimal gesprochen.

bho brāhmaṇā asya yajamānasya puṇyāhaṃ bhavanto bruvantu |
oṃ puṇyāham astu | oṃ puṇyāham astu | oṃ puṇyāham astu ||

46. Svasti – Wohlergehen erbitten
Die leitende Person spricht das Gebet an Mitra, Varuna, Pathya, Indra, Agni und Aditi.

svasti mitrāvaruṇā svasti pathye revati |
svasti na indraś cāgniś ca svasti no adite kṛdhi ||

47. Wohlergehen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

bho brāhmaṇā asya yajamānasya svasti bhavanto bruvantu |
oṃ svastir astu | oṃ svastir astu | oṃ svastir astu ||

48. Gedeihen und langes Leben
Sprich nochmals den hier von der Quelle wiederholten Segensvers.

ṛdhyāsmā havyair namasopasadya |
mitraṃ devaṃ mitradheyaṃ no astu |
anūrādhān haviṣā vardhayantaḥ |
śataṃ jīvema śaradaḥ savīrāḥ ||

49. Gedeihen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

bho brāhmaṇā asya yajamānasya ṛddhiṃ bhavanto bruvantu |
oṃ ṛddhir astu | oṃ ṛddhir astu | oṃ ṛddhir astu ||

50. Der umfassende Familiensegen
Die leitende Person spricht den vollständigen Segen. Die Familie empfängt ihn mit ruhiger Aufmerksamkeit.

ṛddhir astu | samṛddhir astu | puṇyāhasamṛddhir astu |
śāntir astu | puṣṭir astu | tuṣṭir astu | vṛddhir astu |
avighnam astu | āyuṣyam astu | ārogyam astu | śivam astu |
śivaṃ karmāstu | karmasamṛddhir astu | dharmasamṛddhir astu |
vedasamṛddhir astu | śāstrasamṛddhir astu | dhanadhānyasamṛddhir astu |
putrapautrasampad astu | iṣṭasampad astu | sakalāriṣṭanirasanam astu |
yat pāpaṃ rogaṃ śokam akalyāṇaṃ tad dūre pratihatam astu |
śaṃ no astu dvipade śaṃ catuṣpade |
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

51. Segen für die ganze Lebensgemeinschaft
Bete nun über die Familie hinaus für eine Gesellschaft, die von Wissen, Mut, Nahrung, Regen und fruchtbarem Leben getragen wird. Der Wortlaut bewahrt die sozialen Bilder seiner vedischen Herkunft.

ā brahman brāhmaṇo brahmavarcasī jāyatām asmin rāṣṭre rājanya iṣavyaḥ śūro mahāratho jāyatām |
dogdhrī dhenur voḍhānaḍvān āśuḥ saptiḥ purandhrir yoṣā jiṣṇū ratheṣṭhāḥ sabheyo yuvāsya yajamānasya vīro jāyatām |
nikāme nikāme naḥ parjanyo varṣatu phalinyo na oṣadhayaḥ pacyantāṃ yogakṣemo naḥ kalpatām ||

52. Frieden für Menschen, Tiere und Heilpflanzen
Sprich das gemeinsame Wohlergehensgebet.

tac chaṃ yor āvṛṇīmahe | gātuṃ yajñāya | gātuṃ yajñapataye |
daivī svastir astu naḥ | svastir mānuṣebhyaḥ |
ūrdhvaṃ jigātu bheṣajam | śaṃ no astu dvipade | śaṃ catuṣpade ||

53. Den Segen gemeinsam abschließen
Leitende Person und Anwesende sprechen noch einmal Bitte und Antwort.

svāminaḥ manaḥ samādhīyatām | samāhitamanasaḥ smaḥ ||
prasīdantu bhavantaḥ | prasannāḥ smaḥ ||

54. Varuna verabschieden und Wassersegen geben
Verabschiede Varuna mit Udvasana. Die kurze Verabschiedungsformel ist im ergänzenden Puranokta Purva Prayoga ausgeschrieben. Nimm danach mit dem Darbha einige Tropfen aus dem Gefäß und besprenge alle Anwesenden leicht. Damit ist der ausdrücklich zum Nandi-Shraddha gehörende Wasserabschluss vollzogen.

oṃ varuṇa yathāsthānaṃ pratiṣṭhāpayāmi ||

55. Dank und Übergang zum Familienfest
Verneige dich dankbar vor den Ahnen und danke dem Empfänger und den Mitwirkenden. Die bereits übergebenen Wert- und Sachgaben verbleiben beim Empfänger. Die Varuna-Speise wird als Prasad geteilt. Verwende übriges sauberes Segenswasser für Pflanzen; entsorge Blumen achtsam. Lösche den Lampendocht sicher, sobald keine weitere Feier daran anschließt. Gehe gesammelt in den angekündigten freudigen Anlass über.

Dankbarkeit für die Vorangegangenen wird zur Bereitschaft, das eigene Leben zum Segen anderer zu führen.

Rezitationsanhang: Devanagari

1. Achamana – drei Schlucke zur Sammlung
Setze dich nach Osten. Nimm mit einem Löffel wenig Trinkwasser in die rechte Hand und trinke je einen kleinen Schluck zu jedem Namen; wasche danach die Hand über der Auffangschale. Diese drei Namen für Achamana stehen im selben Handbuch auf Seite 54.

अच्युताय नमः ।
अनन्ताय नमः ।
गोविन्दाय नमः ॥

2. Vishnu als alles durchdringende Gegenwart
Falte die Hände. Vergegenwärtige dir Vishnu als tragende Gegenwart dieser Ahnenverehrung.

एको विष्णुर् महद् भूतं पृथग् भूतान्य् अनेकशः ।
त्रीन् लोकान् व्याप्य भूतात्मा भुङ्क्ते विश्वभुग् अव्ययः ॥

3. Verehrung Govindas
नमो ब्रह्मण्य देवाय गो-ब्राह्मण-हिताय च ।
जगद्-हिताय कृष्णाय गोविन्दाय नमो नमः ॥
नमो नमस्ते गोविन्द पुराण पुरुषोत्तम ।
इदं श्राद्धं हृषीकेश रक्षतां सर्वतो दिशः ॥

4. Innere und äußere Reinigung
Erinnere dich an den Lotusäugigen. Besprenge dich mit wenigen Tropfen Wasser.

अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥

5. Sankalpa – die freudige Ahnenverehrung ankündigen
Nenne zunächst in deiner eigenen Sprache den bevorstehenden freudigen Familienanlass. Sprich dann den Sankalpa. Die hier gewählte vollständige Fassung verwendet die im Handbuch gedruckte vaishnavische Eröffnung. Berühre anschließend Wasser und reinige die Fingerspitzen.

भगवदाज्ञया भगवत्कैङ्कर्यरूपं वर्गद्वयपितॄणाम् अक्षयतृप्त्यर्थं नान्दीश्राद्धं हिरण्यरूपेण अद्य करिष्ये ॥

6. Die Ahnen zur Verehrung ehren
Der eingeladene Brahmane erhält einen sauberen Sitz; die Familie begrüßt ihn ehrerbietig. Die folgenden Gaben werden vor ihm beziehungsweise auf der dafür bestimmten Schale dargebracht. Er vertritt beim Empfangen die im Gebet genannten göttlichen und ahnenbezogenen Empfänger. Sprich die Aufforderung zur Verehrung.

अर्चत प्रार्चत प्रियमेधसो अर्चत ।
अर्चन्तु पुत्रका उत पुरं न धृष्णव् अर्चत ॥
इदं वोऽर्चनम् ॥

7. Duftpaste
Gib etwas Sandelholzpaste auf die Gabenschale; nach örtlichem Brauch kann der Empfänger sie selbst auftragen.

एष गन्धः ।

8. Sesam und ungebrochener Reis
Lege eine kleine Mischung aus Sesam und ungebrochenen Reiskörnern auf die Gabenschale. Dies ist die ausdrücklich gedruckte feste Gabe, keine Wasserlibation.

इमे तिलाक्षताः ।

9. Blumen und Tulasi
Lege die Blumen und Tulasi-Blätter dazu.

इमानि पुष्पाणि श्रीतुलसीदलानि च ।

10. Räucherwerk
Entzünde das Räucherwerk, zeige es kurz und stelle es in den standsicheren Halter.

घ्राणतृप्त्यर्थम् अयं वो धूपः ।

11. Licht
Entzünde den Docht der mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) gefüllten Lampe. Zeige das Licht vor den Gaben und stelle die Lampe sicher ab.

अवलोकनार्थम् अयं वो दीपः ।

12. Frucht
Lege eine gewaschene Frucht als Speisegabe hin.

इदं फलं निवेदयामि ।

13. Betelgabe
Lege die vorbereitete Betelgabe dazu.

इदं ताम्बूलम् ।

14. Gewand
Überreiche das saubere Tuch beziehungsweise Gewand. Die im Handbuch alternativ genannten Fäden oder Darbha sind in dieser gewählten Fassung nicht nötig.

आच्छादनार्थम् इदं वस्त्रम् ।

15. Ergänzende Ehrung
Lege einige weitere ungebrochene Reiskörner dazu.

शेषोपचारार्थम् इमे अक्षताः ।

16. Die Gaben den Nandimukha-Ahnen zuwenden
Wende die gesamte Ehrung innerlich den Nandimukha-Ahnen mit den Göttern zu.

सदेवा नान्दीमुखाः पितरः अमी वो गन्धाः ।
इमानि पुष्पाणि तुलसीदलानि च ।
सकलाराधनैः स्वर्चितम् ॥

17. Hiranya – die Wertgabe überreichen
Halte die vorbereitete Geld- oder Goldgabe mit zusätzlicher Dakshina, Betel und den zugehörigen Gaben bereit. Sprich die Widmung vollständig und überreiche alles dem zuvor geehrten Brahmanen. Die Ahnenaufzählung benennt die in der Quelle vorausgesetzten verstorbenen Generationen; welche Generationen in deiner Familie vertreten werden, klärst du vor der Feier mit dem leitenden Priester. Lebende Angehörige werden nicht zu Verstorbenen erklärt.

अस्मिन् नान्दीश्राद्धे सत्यवसुसंज्ञकानां विश्वेषां देवानां प्रपितामहीपितामहीमातॄणां प्रपितामहपितामहपितॄणां सपत्नीकमातुःप्रपितामहमातुःपितामहमातामहानां नान्दीमुखानां तृप्त्यर्थम् इदं हिरण्यं सदक्षिणाकं सताम्बूलं सोपकरणं पूर्वपूजित-ब्राह्मणाय संप्रददे नमः । न मम ॥

18. Gebet über die Goldgabe
Sprich das überlieferte Gebet zur symbolischen Bedeutung des Goldes. Auch bei einer Geldgabe bleibt sein Wortlaut erhalten.

हिरण्यगर्भगर्भस्थं हेमबीजं विभावसोः ।
अनन्तपुण्यफलदम् अथ शान्तिं प्रयच्छ मे ॥

19. Die vollzogene Gabe bestätigen
Die spendende Person spricht den ersten Satz; der empfangende Brahmane bestätigt mit dem zweiten.

मया हिरण्येन कृतम् आभ्युदयिकं सम्पन्नम् ।
सुसम्पन्नम् ॥

20. Ida – Süße des Denkens und Sprechens
Falte die Hände und bete um wohlwollendes Denken, Worte, die Menschen und Göttern Freude bereiten, und die Zustimmung der Ahnen.

इडा देवहूर् मनुर् यज्ञनीर् बृहस्पतिर् उक्थामदानि शंसिषद् विश्वेदेवाः सूक्तवाचः ।
पृथिवि मातर् मा मा हिंसीः ।
मधु मनिष्ये मधु जनिष्ये मधु वक्ष्यामि मधु वदिष्यामि ।
मधुमतीं देवेभ्यो वाचम् उद्यासं शुश्रूषेण्यां मनुष्येभ्यः ।
तं मा देवा अवन्तु शोभायै पितरोऽनुमदन्तु ॥

21. Ida, Aditi und Sarasvati einladen
Sprich die drei Einladungen; bleibe mit gefalteten Händen sitzen.

इडा एहि । अदिति एहि । सरस्वत्य् एहि ।
शोभनं शोभनम् ॥

22. Zustimmung und Glück erbitten
Leitende Person und Anwesende sprechen abwechselnd. In jeder Zeile steht zuerst die Bitte, dann die Antwort.

मनः समाधीयताम् । समाहितमनसः स्मः ॥
प्रसीदन्तु भवन्तः । प्रसन्नाः स्मः ॥
श्रीर् अस्त्व् इति भवन्तो ब्रुवन्तु । अस्तु श्रीः ॥
पुण्याहं भवन्तो ब्रुवन्तु । पुण्याहम् ॥

23. Segen für langes Leben
Die leitende Person spricht den Segensvers; die Anwesenden antworten mit dem letzten Satz.

ऋध्यास्मा हव्यैर् नमसोपसद्य ।
मित्रं देवं मित्रधेयं नो अस्तु ।
अनूराधान् हविषा वर्धयन्तः ।
शतं जीवेम शरदः सवीराः ॥
दीर्घायुष्यम् अस्तु ॥

24. Die versammelte Gemeinschaft ehren
Verneige dich vor den versammelten Menschen und den göttlichen Zeugen.

नमः सदसे नमः सदसस्पतये नमः सखीनाम् ।
पुरोगाणां चक्षुषे नमो दिवे नमः पृथिव्यै ॥
सप्रथ सभां मे गोपाय । ये च सभ्याः सभासदः ।
तान् इन्द्रियावतः कुरु । सर्वम् आयुर् उपासताम् ॥

25. Laghu Punyaha – Varuna im Wasser vergegenwärtigen
Nun folgt die ausdrücklich vorgeschriebene abschließende kurze Wasserweihe, Laghu Punyaha Vachana. Stelle das mit frischem Wasser gefüllte Gefäß auf seine saubere Unterlage. Vergegenwärtige dir Varuna, den göttlichen Hüter des Wassers. Die Darstellung verbindet die Schlinge und den Makara-Sitz mit hellem und rötlichem Licht.

नागपाशधरं हृष्टं रक्तौघद्युतिविग्रहम् ।
शशाङ्कधवलं ध्यायेद् वरुणं मकरासनम् ॥
वरुणं श्वेतवर्णं च पाशहस्तं रुजासनम् ।
मौक्तिकालङ्कृतं देवं तीर्थनाथम् अहं भजे ॥

26. Varuna anrufen
Gib Duftpaste und einige Reiskörner an das Gefäß. Avahana heißt, die Gottheit bewusst zur Verehrung einzuladen.

अस्मिन् कलशे वरुणं ध्यायामि आवाहयामि स्थापयामि गन्धाक्षतं समर्पयामि ॥

27. Varunas Ehrung: Sitz
Lege einige Reiskörner an den Gefäßfuß.

ॐ वरुणाय नमः । आसनं समर्पयामि ॥

28. Varunas Ehrung: Ehrenwasser
Gib einen Löffel Wasser in die separate Opferschale.

ॐ वरुणाय नमः । अर्घ्यं समर्पयामि ॥

29. Varunas Ehrung: Wasser für die Füße
Gib einen weiteren kleinen Löffel Wasser in die Schale.

ॐ वरुणाय नमः । पाद्यं समर्पयामि ॥

30. Varunas Ehrung: Wasser zum Mundspülen
Gib wenig Wasser in die Opferschale.

ॐ वरुणाय नमः । आचमनीयं समर्पयामि ॥

31. Varunas Ehrung: Bad
Sprenkle wenige Tropfen außen an das Gefäß; halte das Wasser innen für die abschließende Segnung sauber.

ॐ वरुणाय नमः । स्नानं समर्पयामि ॥

32. Varunas Ehrung: Gewand und heiliger Faden
Lege einige ungebrochene Reiskörner stellvertretend für Gewand und heiligen Faden an das Gefäß; diese Stellvertretung steht ausdrücklich im ergänzenden Handbuch.

ॐ वरुणाय नमः । वस्त्रयज्ञोपवीतार्थम् अक्षतान् समर्पयामि ॥

33. Varunas Ehrung: Duft
Trage einen kleinen Punkt Sandelholzpaste außen am Gefäß auf.

ॐ वरुणाय नमः । गन्धं समर्पयामि ॥

34. Varunas Ehrung: Kumkum
Setze einen kleinen Punkt Kumkum außen an das Gefäß.

ॐ वरुणाय नमः । कुङ्कुमं समर्पयामि ॥

35. Neun Namen Varunas mit Blumen
Lege zu jedem Namen eine Blume oder ein Blütenblatt an das Gefäß. Diese neun Namen stehen in der Hauptquelle.

ॐ वरुणाय नमः ।
ॐ प्रचेतसे नमः ।
ॐ सुरूपिणे नमः ।
ॐ अपां पतये नमः ।
ॐ मकरवाहनाय नमः ।
ॐ अनेकमणिभूषिताय नमः ।
ॐ जलाधिपतये नमः ।
ॐ पाशहस्ताय नमः ।
ॐ सकलतीर्थाधिपतये नमः ।

36. Varunas Ehrung: Räucherwerk
Zeige das entzündete Räucherwerk und stelle es wieder sicher ab.

ॐ वरुणाय नमः । धूपं समर्पयामि ॥

37. Varunas Ehrung: Licht
Zeige die brennende Dochtlampe vor dem Gefäß.

ॐ वरुणाय नमः । दीपं समर्पयामि ॥

38. Varunas Ehrung: Speise
Stelle eine zweite gewaschene Frucht vor das Gefäß.

ॐ वरुणाय नमः । नैवेद्यं समर्पयामि ॥

39. Varunas Ehrung: Betel
Lege eine zweite Betelgabe dazu.

ॐ वरुणाय नमः । ताम्बूलं समर्पयामि ॥

40. Varunas Ehrung: Nirajana
Für Nirajana entzünde ein kleines Stück Kampfer auf einem geeigneten Metallhalter und führe das Licht ruhig vor dem Gefäß im Uhrzeigersinn. Stelle den Halter feuerfest ab und lass den Kampfer ausbrennen.

ॐ वरुणाय नमः । कर्पूरनीराजनं समर्पयामि ॥

41. Varuna-Gayatri
Falte die Hände; sprich die Varuna Gayatri.

ॐ जलबिम्बाय विद्महे । नीलपुरुषाय धीमहि ।
तन् नो वरुणः प्रचोदयात् ॥

42. Gruß an den Herrn der Wasser
Verneige dich vor Varuna im Gefäß.

नमो नमस्ते अस्तु स्फटिकप्रभाय सुश्वेतवस्त्राय सुमङ्गलाय ।
सुपाशहस्ताय झषासनाय जलाधिनाथाय वरुणाय नमो नमः ॥

43. Die Wasserweihe gemeinsam bejahen
Berühre mit sauberem Darbha die Öffnung des Wassergefäßes. Die leitende Person spricht jeweils die Bitte, die Anwesenden antworten.

शिवा आपः सन्तु । सन्तु शिवा आपः ॥
सौमनस्यम् अस्तु । अस्तु सौमनस्यम् ॥
अक्षतं चारिष्टं चास्तु । अस्त्व् अक्षतम् अरिष्टम् ॥
भवद्भिर् अनुज्ञातः पुण्याहं वाचयिष्ये । वाच्यताम् ॥

44. Erneuerung und Erfüllung erbitten
Die leitende Person spricht den vedischen Vers. Seine Feuer- und Ghee-Symbolik ist Teil des überlieferten Segens; an dieser Stelle wird kein Feueropfer ausgeführt.

पुनस् त्वादित्या रुद्रा वसवः समिन्धताम् ।
पुनर् ब्रह्माणो वसुनीथ यज्ञैः ।
घृतेन त्वं तन्वं वर्धयस्व ।
सत्याः सन्तु यजमानस्य कामाः ॥

45. Den heiligen Tag verkünden
Die leitende Person bittet; die Antwort wird dreimal gesprochen.

भो ब्राह्मणा अस्य यजमानस्य पुण्याहं भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ पुण्याहम् अस्तु । ॐ पुण्याहम् अस्तु । ॐ पुण्याहम् अस्तु ॥

46. Svasti – Wohlergehen erbitten
Die leitende Person spricht das Gebet an Mitra, Varuna, Pathya, Indra, Agni und Aditi.

स्वस्ति मित्रावरुणा स्वस्ति पथ्ये रेवति ।
स्वस्ति न इन्द्रश् चाग्निश् च स्वस्ति नो अदिते कृधि ॥

47. Wohlergehen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

भो ब्राह्मणा अस्य यजमानस्य स्वस्ति भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ स्वस्तिर् अस्तु । ॐ स्वस्तिर् अस्तु । ॐ स्वस्तिर् अस्तु ॥

48. Gedeihen und langes Leben
Sprich nochmals den hier von der Quelle wiederholten Segensvers.

ऋध्यास्मा हव्यैर् नमसोपसद्य ।
मित्रं देवं मित्रधेयं नो अस्तु ।
अनूराधान् हविषा वर्धयन्तः ।
शतं जीवेम शरदः सवीराः ॥

49. Gedeihen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

भो ब्राह्मणा अस्य यजमानस्य ऋद्धिं भवन्तो ब्रुवन्तु ।
ॐ ऋद्धिर् अस्तु । ॐ ऋद्धिर् अस्तु । ॐ ऋद्धिर् अस्तु ॥

50. Der umfassende Familiensegen
Die leitende Person spricht den vollständigen Segen. Die Familie empfängt ihn mit ruhiger Aufmerksamkeit.

ऋद्धिर् अस्तु । समृद्धिर् अस्तु । पुण्याहसमृद्धिर् अस्तु ।
शान्तिर् अस्तु । पुष्टिर् अस्तु । तुष्टिर् अस्तु । वृद्धिर् अस्तु ।
अविघ्नम् अस्तु । आयुष्यम् अस्तु । आरोग्यम् अस्तु । शिवम् अस्तु ।
शिवं कर्मास्तु । कर्मसमृद्धिर् अस्तु । धर्मसमृद्धिर् अस्तु ।
वेदसमृद्धिर् अस्तु । शास्त्रसमृद्धिर् अस्तु । धनधान्यसमृद्धिर् अस्तु ।
पुत्रपौत्रसम्पद् अस्तु । इष्टसम्पद् अस्तु । सकलारिष्टनिरसनम् अस्तु ।
यत् पापं रोगं शोकम् अकल्याणं तद् दूरे प्रतिहतम् अस्तु ।
शं नो अस्तु द्विपदे शं चतुष्पदे ।
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

51. Segen für die ganze Lebensgemeinschaft
Bete nun über die Familie hinaus für eine Gesellschaft, die von Wissen, Mut, Nahrung, Regen und fruchtbarem Leben getragen wird. Der Wortlaut bewahrt die sozialen Bilder seiner vedischen Herkunft.

आ ब्रह्मन् ब्राह्मणो ब्रह्मवर्चसी जायताम् अस्मिन् राष्ट्रे राजन्य इषव्यः शूरो महारथो जायताम् ।
दोग्ध्री धेनुर् वोढानड्वान् आशुः सप्तिः पुरन्ध्रिर् योषा जिष्णू रथेष्ठाः सभेयो युवास्य यजमानस्य वीरो जायताम् ।
निकामे निकामे नः पर्जन्यो वर्षतु फलिन्यो न ओषधयः पच्यन्तां योगक्षेमो नः कल्पताम् ॥

52. Frieden für Menschen, Tiere und Heilpflanzen
Sprich das gemeinsame Wohlergehensgebet.

तच् छं योर् आवृणीमहे । गातुं यज्ञाय । गातुं यज्ञपतये ।
दैवी स्वस्तिर् अस्तु नः । स्वस्तिर् मानुषेभ्यः ।
ऊर्ध्वं जिगातु भेषजम् । शं नो अस्तु द्विपदे । शं चतुष्पदे ॥

53. Den Segen gemeinsam abschließen
Leitende Person und Anwesende sprechen noch einmal Bitte und Antwort.

स्वामिनः मनः समाधीयताम् । समाहितमनसः स्मः ॥
प्रसीदन्तु भवन्तः । प्रसन्नाः स्मः ॥

54. Varuna verabschieden und Wassersegen geben
Verabschiede Varuna mit Udvasana. Die kurze Verabschiedungsformel ist im ergänzenden Puranokta Purva Prayoga ausgeschrieben. Nimm danach mit dem Darbha einige Tropfen aus dem Gefäß und besprenge alle Anwesenden leicht. Damit ist der ausdrücklich zum Nandi-Shraddha gehörende Wasserabschluss vollzogen.

ॐ वरुण यथास्थानं प्रतिष्ठापयामि ॥

55. Dank und Übergang zum Familienfest
Verneige dich dankbar vor den Ahnen und danke dem Empfänger und den Mitwirkenden. Die bereits übergebenen Wert- und Sachgaben verbleiben beim Empfänger. Die Varuna-Speise wird als Prasad geteilt. Verwende übriges sauberes Segenswasser für Pflanzen; entsorge Blumen achtsam. Lösche den Lampendocht sicher, sobald keine weitere Feier daran anschließt. Gehe gesammelt in den angekündigten freudigen Anlass über.

Dankbarkeit für die Vorangegangenen wird zur Bereitschaft, das eigene Leben zum Segen anderer zu führen.

Rezitationsanhang: Deutsch

1. Achamana – drei Schlucke zur Sammlung
Setze dich nach Osten. Nimm mit einem Löffel wenig Trinkwasser in die rechte Hand und trinke je einen kleinen Schluck zu jedem Namen; wasche danach die Hand über der Auffangschale. Diese drei Namen für Achamana stehen im selben Handbuch auf Seite 54.

Verehrung dem Unerschütterlichen. Verehrung dem Unendlichen. Verehrung Govinda.

2. Vishnu als alles durchdringende Gegenwart
Falte die Hände. Vergegenwärtige dir Vishnu als tragende Gegenwart dieser Ahnenverehrung.

Der eine Vishnu, das große Sein, erscheint in vielen gesonderten Wesen. Er durchdringt die drei Welten als Selbst der Wesen; unvergänglich nimmt er das All in sich auf.

3. Verehrung Govindas
Verehrung dem Gott, der dem heiligen Wissen zugewandt ist und Kühen und Brahmanen Gutes erweist; Verehrung Krishna und Govinda, dem Wohltäter der Welt. Wieder und wieder Verehrung dir, Govinda, uranfänglicher höchster Purusha. Möge Hrishikesha dieses Shraddha nach allen Richtungen beschützen.

4. Innere und äußere Reinigung
Erinnere dich an den Lotusäugigen. Besprenge dich mit wenigen Tropfen Wasser.

Ob unrein oder rein, in welcher Lage man sich auch befindet: Wer des Lotusäugigen gedenkt, wird innen und außen rein.

5. Sankalpa – die freudige Ahnenverehrung ankündigen
Nenne zunächst in deiner eigenen Sprache den bevorstehenden freudigen Familienanlass. Sprich dann den Sankalpa. Die hier gewählte vollständige Fassung verwendet die im Handbuch gedruckte vaishnavische Eröffnung. Berühre anschließend Wasser und reinige die Fingerspitzen.

Im Auftrag des Herrn und als Dienst an ihm werde ich heute das Nandi-Shraddha in Gestalt einer Wertgabe vollziehen, zur unvergänglichen Sättigung der Ahnen beider Familienzweige.

6. Die Ahnen zur Verehrung ehren
Der eingeladene Brahmane erhält einen sauberen Sitz; die Familie begrüßt ihn ehrerbietig. Die folgenden Gaben werden vor ihm beziehungsweise auf der dafür bestimmten Schale dargebracht. Er vertritt beim Empfangen die im Gebet genannten göttlichen und ahnenbezogenen Empfänger. Sprich die Aufforderung zur Verehrung.

Verehrt, verehrt mit Hingabe; ihr Priyamedhas, verehrt! Auch die Kinder mögen verehren. Verehrt entschlossen wie eine feste Burg. Dies sei eure Verehrung.

7. Duftpaste
Gib etwas Sandelholzpaste auf die Gabenschale; nach örtlichem Brauch kann der Empfänger sie selbst auftragen.

Hier ist die Duftgabe.

8. Sesam und ungebrochener Reis
Lege eine kleine Mischung aus Sesam und ungebrochenen Reiskörnern auf die Gabenschale. Dies ist die ausdrücklich gedruckte feste Gabe, keine Wasserlibation.

Hier sind Sesam und ungebrochene Reiskörner.

9. Blumen und Tulasi
Lege die Blumen und Tulasi-Blätter dazu.

Hier sind Blumen und heilige Tulasi-Blätter.

10. Räucherwerk
Entzünde das Räucherwerk, zeige es kurz und stelle es in den standsicheren Halter.

Zu eurer Freude am Duft ist hier das Räucherwerk.

11. Licht
Entzünde den Docht der mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) gefüllten Lampe. Zeige das Licht vor den Gaben und stelle die Lampe sicher ab.

Damit ihr sehen möget, ist hier das Licht.

12. Frucht
Lege eine gewaschene Frucht als Speisegabe hin.

Diese Frucht bringe ich dar.

13. Betelgabe
Lege die vorbereitete Betelgabe dazu.

Hier ist die Betelgabe.

14. Gewand
Überreiche das saubere Tuch beziehungsweise Gewand. Die im Handbuch alternativ genannten Fäden oder Darbha sind in dieser gewählten Fassung nicht nötig.

Als Bekleidung ist hier dieses Gewand.

15. Ergänzende Ehrung
Lege einige weitere ungebrochene Reiskörner dazu.

Für die übrigen Ehrungen sind hier diese ungebrochenen Reiskörner.

16. Die Gaben den Nandimukha-Ahnen zuwenden
Wende die gesamte Ehrung innerlich den Nandimukha-Ahnen mit den Göttern zu.

Ihr Nandimukha-Ahnen mit den Göttern: Dies sind eure Duftgaben, diese Blumen und Tulasi-Blätter. Mit allen Formen der Verehrung seid ihr wohl verehrt.

17. Hiranya – die Wertgabe überreichen
Halte die vorbereitete Geld- oder Goldgabe mit zusätzlicher Dakshina, Betel und den zugehörigen Gaben bereit. Sprich die Widmung vollständig und überreiche alles dem zuvor geehrten Brahmanen. Die Ahnenaufzählung benennt die in der Quelle vorausgesetzten verstorbenen Generationen; welche Generationen in deiner Familie vertreten werden, klärst du vor der Feier mit dem leitenden Priester. Lebende Angehörige werden nicht zu Verstorbenen erklärt.

Bei diesem Nandi-Shraddha übergebe ich diese Wertgabe mit Dakshina, Betel und zugehörigen Gaben dem zuvor geehrten Brahmanen: zur Sättigung der Allgötter mit den Namen Satya und Vasu sowie der Nandimukha-Ahnen – Urgroßmutter, Großmutter und Mutter; Urgroßvater, Großvater und Vater; des Urgroßvaters und Großvaters der Mutter und des mütterlichen Großvaters, jeweils mit ihren Frauen. Verehrung! Dies gehört nicht mir.

18. Gebet über die Goldgabe
Sprich das überlieferte Gebet zur symbolischen Bedeutung des Goldes. Auch bei einer Geldgabe bleibt sein Wortlaut erhalten.

Im Innern des goldenen Weltkeims ruhend, goldener Same des strahlenden Feuers, unendliche heilsame Frucht gewährend: Schenke mir nun Frieden.

19. Die vollzogene Gabe bestätigen
Die spendende Person spricht den ersten Satz; der empfangende Brahmane bestätigt mit dem zweiten.

Durch mich ist die freudige Ahnenfeier mittels der Wertgabe vollendet. – Sie ist gut vollendet.

20. Ida – Süße des Denkens und Sprechens
Falte die Hände und bete um wohlwollendes Denken, Worte, die Menschen und Göttern Freude bereiten, und die Zustimmung der Ahnen.

Ida ruft die Götter, Manu führt das Opfer; Brihaspati möge die freudigen Lobgesänge sprechen, die Allgötter die guten Hymnen. Mutter Erde, verletze mich nicht. Süßes will ich denken, Süßes hervorbringen, Süßes aussprechen und verkünden. Möge ich den Göttern süße Rede anbieten und den Menschen Worte, denen sie gern lauschen. Mögen die Götter mich zu Schönheit und Gedeihen beschützen; mögen die Ahnen zustimmen.

21. Ida, Aditi und Sarasvati einladen
Sprich die drei Einladungen; bleibe mit gefalteten Händen sitzen.

Ida, komm! Aditi, komm! Sarasvati, komm! Glückverheißend, glückverheißend!

22. Zustimmung und Glück erbitten
Leitende Person und Anwesende sprechen abwechselnd. In jeder Zeile steht zuerst die Bitte, dann die Antwort.

Möge der Geist gesammelt sein. – Wir sind gesammelten Geistes. Seid uns wohlgesinnt. – Wir sind wohlgesinnt. Sprecht: Es sei Glück und Fülle. – Glück und Fülle seien da. Sprecht: Dies sei ein heiliger Tag. – Ein heiliger Tag!

23. Segen für langes Leben
Die leitende Person spricht den Segensvers; die Anwesenden antworten mit dem letzten Satz.

Mögen wir gedeihen, indem wir mit Gaben und Verehrung herantreten. Der Gott Mitra möge uns Freundschaft gewähren. Indem wir die Anuradhas mit Gaben stärken, mögen wir hundert Herbste mit kraftvollen Nachkommen leben. – Ein langes Leben sei gewährt.

24. Die versammelte Gemeinschaft ehren
Verneige dich vor den versammelten Menschen und den göttlichen Zeugen.

Verehrung der Versammlung, dem Herrn der Versammlung und dem sehenden Führer der Freunde. Verehrung dem Himmel, Verehrung der Erde. Weitwirkender, beschütze meine Versammlung und ihre Mitglieder. Verleihe ihnen Kraft; mögen sie ihre ganze Lebensspanne erreichen.

25. Laghu Punyaha – Varuna im Wasser vergegenwärtigen
Nun folgt die ausdrücklich vorgeschriebene abschließende kurze Wasserweihe, Laghu Punyaha Vachana. Stelle das mit frischem Wasser gefüllte Gefäß auf seine saubere Unterlage. Vergegenwärtige dir Varuna, den göttlichen Hüter des Wassers. Die Darstellung verbindet die Schlinge und den Makara-Sitz mit hellem und rötlichem Licht.

Man meditiere über Varuna, freudig, mit Schlangenschlinge, von rotem Glanz durchstrahlt, mondweiß und auf dem Makara sitzend. Ich verehre Varuna, von weißer Gestalt, mit der Schlinge in der Hand, auf seinem Sitz, perlengeziert, den Gott und Herrn der heiligen Wasserplätze.

26. Varuna anrufen
Gib Duftpaste und einige Reiskörner an das Gefäß. Avahana heißt, die Gottheit bewusst zur Verehrung einzuladen.

In diesem Gefäß vergegenwärtige ich Varuna, rufe ihn herbei, gebe ihm einen Platz und bringe Duft und ungebrochene Reiskörner dar.

27. Varunas Ehrung: Sitz
Lege einige Reiskörner an den Gefäßfuß.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe einen Sitz dar.

28. Varunas Ehrung: Ehrenwasser
Gib einen Löffel Wasser in die separate Opferschale.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Ehrenwasser dar.

29. Varunas Ehrung: Wasser für die Füße
Gib einen weiteren kleinen Löffel Wasser in die Schale.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Wasser zum Waschen der Füße dar.

30. Varunas Ehrung: Wasser zum Mundspülen
Gib wenig Wasser in die Opferschale.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Wasser zum Mundspülen dar.

31. Varunas Ehrung: Bad
Sprenkle wenige Tropfen außen an das Gefäß; halte das Wasser innen für die abschließende Segnung sauber.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe ein Bad dar.

32. Varunas Ehrung: Gewand und heiliger Faden
Lege einige ungebrochene Reiskörner stellvertretend für Gewand und heiligen Faden an das Gefäß; diese Stellvertretung steht ausdrücklich im ergänzenden Handbuch.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe ungebrochene Reiskörner als Gewand und heiligen Faden dar.

33. Varunas Ehrung: Duft
Trage einen kleinen Punkt Sandelholzpaste außen am Gefäß auf.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Duft dar.

34. Varunas Ehrung: Kumkum
Setze einen kleinen Punkt Kumkum außen an das Gefäß.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Kumkum dar.

35. Neun Namen Varunas mit Blumen
Lege zu jedem Namen eine Blume oder ein Blütenblatt an das Gefäß. Diese neun Namen stehen in der Hauptquelle.

Om, Verehrung Varuna. Om, Verehrung dem Weisen. Om, Verehrung dem Schöngeformten. Om, Verehrung dem Herrn der Wasser. Om, Verehrung dem auf dem Makara Reitenden. Om, Verehrung dem mit vielen Edelsteinen Geschmückten. Om, Verehrung dem Herrscher des Wassers. Om, Verehrung dem die Schlinge in der Hand Tragenden. Om, Verehrung dem Herrn aller heiligen Wasserplätze.

36. Varunas Ehrung: Räucherwerk
Zeige das entzündete Räucherwerk und stelle es wieder sicher ab.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Räucherwerk dar.

37. Varunas Ehrung: Licht
Zeige die brennende Dochtlampe vor dem Gefäß.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Licht dar.

38. Varunas Ehrung: Speise
Stelle eine zweite gewaschene Frucht vor das Gefäß.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Speise dar.

39. Varunas Ehrung: Betel
Lege eine zweite Betelgabe dazu.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe Betel dar.

40. Varunas Ehrung: Nirajana
Für Nirajana entzünde ein kleines Stück Kampfer auf einem geeigneten Metallhalter und führe das Licht ruhig vor dem Gefäß im Uhrzeigersinn. Stelle den Halter feuerfest ab und lass den Kampfer ausbrennen.

Om, Verehrung Varuna. Ich bringe die Lichtdarbringung mit Kampfer dar.

41. Varuna-Gayatri
Falte die Hände; sprich die Varuna Gayatri.

Om. Wir erkennen den im Wasser Erscheinenden; wir meditieren über den blauen Purusha. Möge Varuna uns inspirieren.

42. Gruß an den Herrn der Wasser
Verneige dich vor Varuna im Gefäß.

Wieder und wieder sei dir Verehrung, kristallklar Leuchtender, mit ganz weißem Gewand, überaus Glückverheißender, mit der schönen Schlinge in der Hand und dem Wasserwesen als Sitz: Verehrung Varuna, dem Herrn des Meeres.

43. Die Wasserweihe gemeinsam bejahen
Berühre mit sauberem Darbha die Öffnung des Wassergefäßes. Die leitende Person spricht jeweils die Bitte, die Anwesenden antworten.

Mögen die Wasser heilvoll sein. – Heilvoll seien die Wasser. Es sei Frohsinn. – Frohsinn sei da. Es seien Unversehrtheit und Wohlergehen. – Unversehrtheit und Wohlergehen seien da. Mit eurer Zustimmung werde ich den heiligen Tag verkünden. – Er werde verkündet.

44. Erneuerung und Erfüllung erbitten
Die leitende Person spricht den vedischen Vers. Seine Feuer- und Ghee-Symbolik ist Teil des überlieferten Segens; an dieser Stelle wird kein Feueropfer ausgeführt.

Wieder mögen die Adityas, Rudras und Vasus dich entfachen, wieder die Brahmanen durch Opfer, du zum Reichtum Führender. Stärke deinen Leib mit Ghee. Mögen die Wünsche des Veranstalters wahr werden.

45. Den heiligen Tag verkünden
Die leitende Person bittet; die Antwort wird dreimal gesprochen.

Ihr Brahmanen, verkündet dieser veranstaltenden Person einen heiligen Tag. – Om, es sei ein heiliger Tag; Om, es sei ein heiliger Tag; Om, es sei ein heiliger Tag.

46. Svasti – Wohlergehen erbitten
Die leitende Person spricht das Gebet an Mitra, Varuna, Pathya, Indra, Agni und Aditi.

Mitra und Varuna, gewährt Wohlergehen; reiche Pathya, gewähre Wohlergehen. Indra und Agni, gewährt uns Wohlergehen; Aditi, bewirke unser Wohlergehen.

47. Wohlergehen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

Ihr Brahmanen, sprecht dieser veranstaltenden Person Wohlergehen zu. – Om, Wohlergehen sei da; Om, Wohlergehen sei da; Om, Wohlergehen sei da.

48. Gedeihen und langes Leben
Sprich nochmals den hier von der Quelle wiederholten Segensvers.

Mögen wir gedeihen, indem wir mit Gaben und Verehrung herantreten. Der Gott Mitra möge uns Freundschaft gewähren. Indem wir die Anuradhas mit Gaben stärken, mögen wir hundert Herbste mit kraftvollen Nachkommen leben.

49. Gedeihen bestätigen
Auf die Bitte antworten die Anwesenden dreimal.

Ihr Brahmanen, sprecht dieser veranstaltenden Person Gedeihen zu. – Om, Gedeihen sei da; Om, Gedeihen sei da; Om, Gedeihen sei da.

50. Der umfassende Familiensegen
Die leitende Person spricht den vollständigen Segen. Die Familie empfängt ihn mit ruhiger Aufmerksamkeit.

Es sei Gedeihen, reiches Gedeihen und die Fülle eines heiligen Tages. Es seien Frieden, Nahrung und Kraft, Zufriedenheit und Wachstum. Es seien Hindernisfreiheit, langes Leben, Gesundheit und Heil. Das Handeln sei heilvoll; Werke, Dharma, Veda und heilige Lehren mögen gedeihen. Es sei Fülle an Vermögen und Getreide, Wohlergehen für Kinder und Enkel und Erfüllung guter Wünsche. Alles Unglück werde entfernt. Was an Unheil, Krankheit, Kummer und Ungünstigem da ist, werde in die Ferne zurückgewiesen. Wohlergehen sei den Zweibeinigen und den Vierbeinigen. Om, Frieden, Frieden, Frieden.

51. Segen für die ganze Lebensgemeinschaft
Bete nun über die Familie hinaus für eine Gesellschaft, die von Wissen, Mut, Nahrung, Regen und fruchtbarem Leben getragen wird. Der Wortlaut bewahrt die sozialen Bilder seiner vedischen Herkunft.

O Brahman, es werde ein Brahmane geboren, der im Glanz geistigen Wissens strahlt. In diesem Reich werde ein königlicher Mensch geboren, ein geschickter Bogenschütze, Held und großer Wagenkämpfer. Es gebe milchgebende Kühe, zugkräftige Ochsen, schnelle Pferde, tüchtige Frauen, siegreiche Wagenkämpfer und junge Menschen, die der Versammlung würdig sind. Dieser veranstaltenden Person werde ein kraftvoller Nachkomme geboren. Möge Parjanya nach unserem Bedarf regnen; mögen unsere Pflanzen Frucht tragen und reifen. Erwerb und Bewahrung des Nötigen mögen uns gelingen.

52. Frieden für Menschen, Tiere und Heilpflanzen
Sprich das gemeinsame Wohlergehensgebet.

Wir erbitten dieses Heil und diesen Frieden: Zugang zum Opfer und zum Herrn des Opfers. Göttliches Wohlergehen sei uns; Wohlergehen sei den Menschen. Die Heilpflanzen mögen emporwachsen. Wohlergehen sei den Zweibeinigen und den Vierbeinigen.

53. Den Segen gemeinsam abschließen
Leitende Person und Anwesende sprechen noch einmal Bitte und Antwort.

Ihr Geehrten, möge der Geist gesammelt sein. – Wir sind gesammelten Geistes. Seid wohlgesinnt. – Wir sind wohlgesinnt.

54. Varuna verabschieden und Wassersegen geben
Verabschiede Varuna mit Udvasana. Die kurze Verabschiedungsformel ist im ergänzenden Puranokta Purva Prayoga ausgeschrieben. Nimm danach mit dem Darbha einige Tropfen aus dem Gefäß und besprenge alle Anwesenden leicht. Damit ist der ausdrücklich zum Nandi-Shraddha gehörende Wasserabschluss vollzogen.

Om, Varuna, ich lasse dich an deinen eigenen Ort zurückkehren.

55. Dank und Übergang zum Familienfest
Verneige dich dankbar vor den Ahnen und danke dem Empfänger und den Mitwirkenden. Die bereits übergebenen Wert- und Sachgaben verbleiben beim Empfänger. Die Varuna-Speise wird als Prasad geteilt. Verwende übriges sauberes Segenswasser für Pflanzen; entsorge Blumen achtsam. Lösche den Lampendocht sicher, sobald keine weitere Feier daran anschließt. Gehe gesammelt in den angekündigten freudigen Anlass über.

Dankbarkeit für die Vorangegangenen wird zur Bereitschaft, das eigene Leben zum Segen anderer zu führen.

Quellen und weiterführende Praxis

  • Sri Rama Ramanuja Acharya: Shraddha Prayoga Sangraha, Ausgabe 27. August 2024, S. 93–95: vollständiges „Saṅkṣipta Nāndī Śrāddha“; S. 83–85: vollständiges „Laghu Puṇyāha Vācanam“; S. 54: drei Namen für Achamana; S. 7–9: Einordnung von Nandi-Shraddha und Abgrenzung von Tila-Tarpana. Vollständiges Handbuch.
  • Sri Rama Ramanuja Acharya: Puranokta Purva Prayoga, Ausgabe 3. November 2024, S. 26–27, Abschnitt „Puṇyāha Vācanam“: ausgeschriebene schlichte Varuna-Upacharas; S. 41, Verabschiedung Varunas: „oṃ varuṇa yathāsthānaṃ pratiṣṭhāpayāmi“. Die Kurzformeln sind mit Varuna als einzelnem Empfänger ausgeschrieben; die vorgegebenen Sammelbezeichnungen sind nicht als weitere selbstständige Rituale gezählt. Vollständiges Handbuch.
  • In der Varuna-Betrachtung bewahren beide Handbücher die Drucklesart rujāsanam. Ihre genaue Bedeutung ist ungeklärt; die deutsche Wiedergabe „auf seinem Sitz“ orientiert sich an makarāsanam in der vorausgehenden und jhaṣāsanāya in der folgenden Strophe. Die Sanskritform ist nicht spekulativ ersetzt. Die Rezitation wird ohne vedische Tonzeichen wiedergegeben.

Siehe auch
Ahnenverehrung · Shraddha · Nandi Shraddha · Punyaha Vachana · Dankbarkeit · Samskara

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Sukadev erläutert die Bedeutung der Pitris und der Ahnenverehrung.

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