Poleramma

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Die Göttin Poleramma ist eine dravidische Gottheit, die hauptsächlich in Südindien angebetet wird. Sie wird in Andhra Pradesh als die regionale Form der Shakti betrachtet.

Figur der Göttin Poleramma in Allur Peta, Indien; Copyright

Die Göttin Poleramma wird als Dorfgöttin angebetet. Sie wird angebetet, damit sie das Dorf beschützt. Der Schrein befindet sich außerhalb des Dorfes, ziemlich häufig an einem Bewässerungstank. Der Schrein ist sehr grob gestaltet und manchmal nur aus Steinen und Schlamm gemacht.

Göttin der Pocken

Für die Göttin Poleramma findet man in den Dörfern eher selten einen Tempel nach dem Muster der Shiva-Tempel. Poleramma wird in Andhra Pradesh auch als die Göttin der Pocken betrachtet. Sie wird für die ganzen anderen Probleme im Dorf verantwortlich gemacht, wie Rinder-Krankheiten, Dürre und Krankheit unter den Dorfbewohner. Um die Göttin zu besänftigen, wird ihr ein blutiges Opfer gemacht. Einige Kaktus-Blätter werden auf die Wand neben dem Tor platziert. Manchmal liegen sie direkt über der Tür. Wenn Poleramma den Kaktus sieht, wird sie denken, dass der Ort unbewohnt ist und weitergehen, da Kakteen nicht an den Wänden bewohnter Häuser wachsen dürfen. Danach wird ein Schaf oder ein kleiner Büffel an ein Bein des Feldbettes gebunden, in dem der kranke Mensch gerade im Sterben liegt. Das Tier ist ein Opfer. Man glaubt, dass damit Poleramma zufrieden ist und das Haus verlassen wird.

Ob die Pocken nun ausgeheilt sind oder nicht, innerhalb einiger Tage wird das gewidmete Tier außerhalb des Dorfes gebracht und geopfert. Es wird auch Essen zubereitet und etwas davon wird auf das geopferte Tier gelegt. Der Kopf, auf dem sich auch Essen befindet, wird außerhalb der Dorfgrenzen gebracht, in der Hoffnung, dass Poleramma sich damit glücklich schätzt und außerhalb bleibt. Die Reste des Opferrituals werden von demjenigen, der sie dargeboten hat, mit nach Hause genommen und dort verspeist.

Jatara zur Vermeidung einer Pockenepidemie

Wenn man vermutet, dass sich die Pocken ausbreiten, dann wird eine allgemeine Jatara arrangiert. Zuerst wird eine Ankündigung hinsichtlich der kommenden Jatara gemacht. Nach dem man das Bildnis von Poleramma gebadet hat, formt sich eine Prozession, die von einem Madiga Asadi oder Geschichtenerzähler angeführt wird. Bei jedem Haus erhalten sie etwas Essen und Buttermilch, welches später unter ihnen aufgeteilt wird. Danach gehen sie zum Dorfzentrum und nehmen einen neuen Topf der zu einem Viertel Anna, etwas Kurkuma, Kohle und Reis enthält. Der Geschichtenerzähler erzählt nun die Geschichte von Poleramma, in der sie ihre Macht und die Gefahren beschreibt, die kommen werden, wenn sie vernachlässigt wird. Die Leute legen Gelübde für sie ab, die in der Zeit von Jatara erfüllt werden. Der Topf wird um einen Baum gebunden und dort bis zur Zeit der Anbetung gelassen.

Die Jatara dauert vier Tage. Am ersten Tag wird der Topf vom Baum genommen und begleitend mit Trommelschlägen durch das Dorf getragen. Sobald die Prozession mit dem Topf an den einzelnen Häusern vorbei kommt, kommen die Leute heraus und verbeugen sich in Anbetung vor ihm. Der Asadi ruft die Älteren zum Bezeugen herbei; ruft jeden mit seinem Namen und verkündet die verschiedenen Gelübde, die für Poleramma gemacht wurden. Danach wird ein Schaf geopfert, um die Versprechungen, die in den Gelübden gemacht wurden, zu versiegeln. Noch einmal findet eine ähnliche Prozession statt und der Topf wird im Dorf herumgetragen und bei jedem Haus wird Essen eingesammelt. Der Tempel wird durch verschiedene Zeremonien gereinigt. Das Steinbildnis wird gebadet und einige Opfergaben werden vor der Göttin abgelegt. Die Prozession geht nun zum Wasser, in dem über Nacht das königliche Personal und die Haube der Schlange aufbewahrt wurden. Diese werden mitgenommen und zum Tempel getragen. Nachdem man im Tempel alles neben Poleramma platziert hat, sind die Zeremonien des ersten Tages vollendet.

Prozessionen und Rituale

Am zweiten Tag sind noch mehr Prozessionen im Dorf und das Essen wird vor dem Haus eines anderen Schafhirten dargeboten. Am dritten Tag beginnt die Prozession früher, und es wird mehr Essen eingesammelt. Nach einigen Ritualen finden die Feierlichkeiten statt. Die Dorfbewohner bringen ihre dekorierten Wagen und Ochsen und formieren eine Prozession, die um den Tempel herum geht. Nach der Wagen-Prozession bringen die Leute Schafe, Ziegen und Hühner, die Poleramma geopfert werden. Dies vollendet die Zeremonien des dritten Tages.

Der vierte Tag ist der bedeutendste Tag des Festivals. Dies ist der widerlichste Teil der gesamten Zeremonie. Ein großer Haufen gekochtes Cholam und Kaffir-Mais wird vor der Göttin ausgeschüttet und das geopferte Tier wird gebracht. Danach werden mehrere Rituale durchgeführt. Sobald die Anbetung von Poleramma vollbracht ist, wird ein Schaf Potu Razu geopfert und vor ihm wird etwas Essen ausgeschüttet. Um das Dorf zu beschützen, werden ihm Gebete entgegengebracht. Das beendet die Zeremonien.

Siehe auch

Seminare

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