Mahabhuta Ghata Dana

Aus Yogawiki

Mahabhuta Ghata Dana – die tragenden Kräfte der Welt mit einer Gefäßgabe ehren. Das Mahabhuta Ghata Dana ist eine festliche Schenkung eines kunstvoll gestalteten Gefäßes, in dem die fünf Elemente und die göttlichen Kräfte der Welt gemeinsam vergegenwärtigt werden. Die Bitte richtet sich auf Frieden und die Reinigung des eigenen Lebens. Das Bhavishya Purana beschreibt die Gabe als große Stiftung im gereinigten Haushof: Der goldene Krug wird dreimal umschritten und mit seinen Gaben einem Brahmanen überlassen. Der Reichtum des Gegenstands soll in tatsächlich geteilten Reichtum münden.

Vorbereitung

Wähle eine günstige Tithi beziehungsweise einen Festzeitpunkt und einen sauberen Platz im Hof. Die stiftende Person führt die Umrundung und Übergabe aus; bei der Anfertigung hilft ein mit der Bildtradition vertrauter Kunsthandwerker. Lade einen brahmanischen Empfänger ein und bereite für ihn Schmuck und Kleidung vor. Eine genaue Tageszeit wird nicht festgelegt.

Die Quelle nennt einen goldenen, mit Edelsteinen geschmückten Krug von fünf bis hundert Pala und einer Größe zwischen einer Handspanne und hundert Angula. Diese historischen Maßangaben zeigen eine große erlaubte Spannweite; eine exakte moderne Gewichtsumrechnung wird hier nicht vorausgesetzt. Der Krug wird mit Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl) gefüllt; die pflanzlichen Zutaten sind eine heutige Anpassung. Dazu kommen eine Unterlage aus Jaggery, Blumengirlanden, Tücher, sieben Getreidearten nach Möglichkeit, Sandalen und weiteres Schuhwerk, Schirm, Wedel, ein guter Sitz und die dargestellten göttlichen Waffen.

Durchführung

1. Das Gefäß als Weltbild gestalten
Lass an dem Krug einen Wunschbaum und die folgenden göttlichen Gestalten darstellen: Brahma, Vishnu und Maheshvara auf Lotussitzen sowie die Welthüter mit ihren Reittieren und Indra. Dazu kommen die personifizierten Schriften: Rigveda mit Gebetskette, Yajurveda mit Lotus, Samaveda mit Vina, Atharvaveda mit Girlande sowie der Purana-Veda mit Segenshand, Gebetskette und Wassergefäß. Die Figuren sind Bestandteil des gestalteten Krugs; das Kapitel ordnet keine gesonderten Einzelpujas an.

2. Gefäß und Gaben aufstellen
Fülle den Krug mit Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Stelle ihn auf die Jaggery-Unterlage, schmücke ihn mit Tüchern und Girlanden und ordne Getreide und Begleitgaben davor an.

3. Rein und gesammelt herantreten
Bade vor der Feier und tritt mit ruhigem Geist vor die Gabe. Vollziehe drei Umrundungen im Uhrzeigersinn, sodass das Gefäß rechts von dir bleibt.

4. Frieden erbitten
Sprich die beiden vollständigen Gebetsverse:

yasmānna kiṃcidapyasti mahābhūtairvinā kṛtam |
mahābhūtamayaścāyaṃ tasmācchāṃtiṃ dadātu me ||
atra sannihitā devāḥ sthāpitā viśvakarmaṇā |
te me śāṃtiṃ prayacchaṃtu bhaktibhāvena pūjitāḥ ||

Übersetzung: Weil nichts ohne die großen Elemente geschaffen ist und dieser Krug aus den großen Elementen besteht, möge er mir Frieden schenken. Die hier gegenwärtigen, von Vishvakarman aufgestellten Gottheiten mögen mir, mit liebender Hingabe verehrt, Frieden gewähren.

5. Den Empfänger ehren und die Gabe übergeben
Ehre den eingeladenen Brahmanen mit Schmuck und Kleidung. Übergib ihm zum gewählten Festzeitpunkt den Krug mitsamt den bereitgestellten Gaben.

6. Die Übergabe abschließen
Umschreite den Empfänger ehrerbietig und bitte ihn in deiner eigenen Sprache um Nachsicht für Unzulänglichkeiten. Der Text verlangt für diese Bitte keine weitere Sanskritformel. Die Begleitgaben bleiben beim Empfänger; verabredet vorab, wie Gefäß und Lebensmittel ohne Beschädigung übernommen werden.

Rezitation in Devanagari

यस्मान्न किंचिदप्यस्ति महाभूतैर्विना कृतम् ।
महाभूतमयश्चायं तस्माच्छांतिं ददातु मे ॥
अत्र सन्निहिता देवाः स्थापिता विश्वकर्मणा ।
ते मे शांतिं प्रयच्छंतु भक्तिभावेन पूजिताः ॥

Bedeutung und Abschluss

Das Ritual betrachtet Körper, Nahrung und Welt als zusammengehörig. Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum tragen jedes Leben. Die Übergabe macht diese Einsicht konkret: Was mich trägt, soll auch anderen zugutekommen. Eine anschließende stille Meditation kann dieser Dankbarkeit Raum geben.

Quellen und weiterführende Praxis

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