Lakshmi Puja mit der viersilbigen Vidya nach dem Brihat Tantrasara
Lakshmi Puja mit der viersilbigen Vidya nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, die glückverheißende Gegenwart der Göttin in Hingabe und Dankbarkeit zu verehren.
Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.
Zweck und Voraussetzungen
Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.
Gewählte Form: Lakshmi Puja mit der viersilbigen Vidya. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.
Vorbereitung und Materialien
Ein sauberer Sitz, ein geeigneter Verehrungsträger, Wassergefäße, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Speise. Wenn die Quelle ein Yantra nennt, wird dessen konkrete Anordnung vor Beginn vorbereitet. Besondere Gaben stehen bei der betreffenden Handlung.
Für die unten ausgeführte vollständige Gabenfolge zusätzlich: Gewand, Schmuck, Badewasser, Mundspülwasser und Madhuparka aus Ghī, Joghurt und Honig. Ein rein geistiger Ersatz einer materiellen Gabe ist als solcher zu verstehen und wird nicht als wortgleiche äußere Durchführung ausgegeben.
Richte die Gaben vor Beginn so ein, dass während der Verehrung nichts gesucht werden muss. Bestimme den verwendeten Mantra und den Verehrungsträger. Die Materialanordnung ist eine redaktionelle Durchführungshilfe; verbindliche Sondergaben stehen bei den Einzelbelegen.
Durchführung
1. Sammeln und den Vorsatz fassen
Setze dich aufrecht vor den Verehrungsplatz, erinnere dich an den Guru und richte deine Absicht auf die in diesem Artikel genannte Gottheit. Fasse den Vorsatz in klaren eigenen Worten. Die anschließend verwendete Mantraform wird für die ganze Durchführung beibehalten.
2. Grundmantra
aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ
Die vier Bijas Aim, Shrim, Hrim und Klim; keine wörtliche Satzübersetzung.
3. Innere Vorbereitung und Nyasa
Zugehörige Ausführung des Rückverweises
Die folgenden Belege erläutern den hier benötigten Rückverweis. Führe nur die darin für diese Stelle bezeichnete Handlung aus. Eigene Seherzuordnung, Grundmantra und besonderes Dhyana dieses Artikels bleiben maßgeblich; mitzitierte andere Ritualformen werden nicht zusätzlich ausgeführt.
P2-0068
Nun Pīṭha-Nyāsa: „Oṃ. Der tragenden Kraft sei Verehrung; der Prakṛti; Kūrma; Ananta; der Erde; dem Milchozean; der weißen Insel; dem Juwelenpavillon; dem Wunschbaum; dem Juwelenaltar; dem Edelsteinlöwenthron.“ Dies alles im Herzen. Danach an der rechten Schulter Dharma, links Erkenntnis, am linken Oberschenkel Leidenschaftslosigkeit, rechts Herrschaftskraft; am Mund Adharma, links Unwissenheit, am Nabel Nicht-Leidenschaftslosigkeit, rechts Nicht-Herrschaftskraft, überall beginnend mit Praṇava und endend auf namaḥ. So im Śāradā: An den beiden Schultern und Oberschenkeln setze der Verständige rechtsherum Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschaftskraft, an Mund, Seite, Nabel und Seite die Gegenkräfte ein. Wieder im Herzen: „Oṃ. Ananta sei Verehrung“, ebenso dem Lotus; „aṃ, dem Sonnenkreis mit zwölf Kalās“, „uṃ, dem Mondkreis mit sechzehn“, „maṃ, dem Feuerkreis mit zehn“, „saṃ, Sattva“, „raṃ, Rajas“, „taṃ, Tamas“, „āṃ, Ātman“, „aṃ, dem inneren Ātman“, „paṃ, dem höchsten Ātman“, „hrīṃ, dem Erkenntnis-Ātman“, jeweils namaḥ. Danach auf den Staubfäden des Herzlotus von Osten an die im jeweiligen Ritualhandbuch genannten Pīṭha-Kräfte, in der Mitte den Pīṭha-Mantra.
atha pīṭhanyāsaḥ
oṃ ādhāraśaktaye nama, prakṛtaye, kūrmāya, anantāya, pṛthivyai
kṣīrasamudrāya, śvetadvīpāya, maṇimaṇḍapāya, kalpavṛkṣāya,
maṇivedikāyai, ratnasiṃhāsanāya |
etatsarvaṃ hṛdi |
tato dakṣiṇaskandhe dharmāya, vāmaskandhe jñānāya, vāmorau
vairāgyāya, dakṣiṇorau aiśvaryāya, mukhe adharmāya, vāmapārśve
ajñānāya, nābhau avairāgyāya, dakṣiṇapārśve anaiśvaryāya,
sarvatra praṇavādinamo'ntena nyaset |
tathā ca śāradāyām:
aṃsoruyugmayorvidvānprādakṣiṇyena sādhakaḥ |
dharmaṃ jñānañca vairāgyamaiśvaryaṃ kramaśaḥ sudhīḥ |
mukhapārśva - nābhipārśveṣvadharmādīnprakalpayediti |
punaśca hṛdi oṃ anantāya namaḥ, evaṃ padmāya, aṃ
sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ, uṃ somamaṇḍalāya
ṣoḍaśakalātmane namaḥ, maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane
namaḥ, saṃ sattvāya, raṃ rajase, taṃ tamase, āṃ ātmane, aṃ
antarātmane, paṃ paramātmane, hrīṃ jñānātmane |
sarvatra namaḥ, ityantaṃ vinyasya hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu
tattatkalpokta pīṭhaśaktīrmadhye pīṭhamanuñca nyaset
|| 64 ||
अथ पीठन्यासः
ॐ आधारशक्तये नम, प्रकृतये, कूर्माय, अनन्ताय, पृथिव्यै
क्षीरसमुद्राय, श्वेतद्वीपाय, मणिमण्डपाय, कल्पवृक्षाय,
मणिवेदिकायै, रत्नसिंहासनाय ।
एतत्सर्वं हृदि ।
ततो दक्षिणस्कन्धे धर्माय, वामस्कन्धे ज्ञानाय, वामोरौ
वैराग्याय, दक्षिणोरौ ऐश्वर्याय, मुखे अधर्माय, वामपार्श्वे
अज्ञानाय, नाभौ अवैराग्याय, दक्षिणपार्श्वे अनैश्वर्याय,
सर्वत्र प्रणवादिनमोऽन्तेन न्यसेत् ।
तथा च शारदायाम्:
अंसोरुयुग्मयोर्विद्वान्प्रादक्षिण्येन साधकः ।
धर्मं ज्ञानञ्च वैराग्यमैश्वर्यं क्रमशः सुधीः ।
मुखपार्श्व - नाभिपार्श्वेष्वधर्मादीन्प्रकल्पयेदिति ।
पुनश्च हृदि ॐ अनन्ताय नमः, एवं पद्माय, अं
सूर्यमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः, उं सोममण्डलाय
षोडशकलात्मने नमः, मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने
नमः, सं सत्त्वाय, रं रजसे, तं तमसे, आं आत्मने, अं
अन्तरात्मने, पं परमात्मने, ह्रीं ज्ञानात्मने ।
सर्वत्र नमः, इत्यन्तं विन्यस्य हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु
तत्तत्कल्पोक्त पीठशक्तीर्मध्ये पीठमनुञ्च न्यसेत्
॥ ६४ ॥
P2-0316
Sein Verehrungsverfahren: Nach den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „bhṛgave ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Bhṛgu“; am Mund „nivṛdgāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛd-Gāyatrī“; am Herzen „śriyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śrī“. Auf den Staubfäden und in der Mitte setzt man die Sitzkräfte und das Sitzmantra ein. Mit oṃ und namaḥ verehrt man Vibhūti, Unnati, Kānti, Sṛṣṭi, Kīrti, Sannati, Vyuṣṭi, Utkṛṣṭi und Ṛddhi. Im Nibandha heißt es: Diese werden als die neun Kräfte bezeichnet. [Im Zitat ist nach Kānti nochmals „kāntyai“ eingeschoben; die Prosaliste nennt neun Kräfte ohne diese Wiederholung.]
asya pūjāprayogaḥ:
sāmānyapūjāpaddhatyukta prātaḥ kṛtyādipīṭhanyāsāntaṃ karma
vidhāya ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
śirasi bhṛgave ṛṣaye namaḥ, mukhe nivṛdgāyatrīcchandase namaḥ,
hṛdaye śriyai devatāyai namaḥ |
keśareṣu madhye ca pīṭhaśaktīḥ pīṭhamanuñca nyaset |
yathā:
oṃ vibhūtyai namaḥ |
evaṃ unnatyai kāntyai sṛṣṭyai kīrtyai sannatyai vyuṣṭyai utkṛṣṭyai
ṛddhyai |
tathā ca nibandhe:
vibhūtirunnatiḥ kāntiḥ kāntyai sṛṣṭiḥ kīrtiśca sannatiḥ |
vyuṣṭirutkṛṣṭir-ṛddhiśca samproktā navaśaktayaḥ
|| 6 ||
अस्य पूजाप्रयोगः:
सामान्यपूजापद्धत्युक्त प्रातः कृत्यादिपीठन्यासान्तं कर्म
विधाय ऋष्यादिन्यासं कुर्यात् ।
शिरसि भृगवे ऋषये नमः, मुखे निवृद्गायत्रीच्छन्दसे नमः,
हृदये श्रियै देवतायै नमः ।
केशरेषु मध्ये च पीठशक्तीः पीठमनुञ्च न्यसेत् ।
यथा:
ॐ विभूत्यै नमः ।
एवं उन्नत्यै कान्त्यै सृष्ट्यै कीर्त्यै सन्नत्यै व्युष्ट्यै उत्कृष्ट्यै
ऋद्ध्यै ।
तथा च निबन्धे:
विभूतिरुन्नतिः कान्तिः कान्त्यै सृष्टिः कीर्तिश्च सन्नतिः ।
व्युष्टिरुत्कृष्टिर्-ऋद्धिश्च सम्प्रोक्ता नवशक्तयः
॥ ६ ॥
Ausgeschriebene Hand- und Körperfolge
Führe zuerst den Handnyasa, anschließend den Körpernyasa in der Tabellenreihenfolge aus. Die ausgeschriebene Folge setzt die Gliederregel aus P2-0322 mit Rückverweis auf P2-0317 und P2-0082–0083 um. Die Ortsnamen in der Tabelle geben zugleich die Bedeutung der Zuordnungsformeln an; die Abschlusslaute bleiben Ritualausrufe.
| Nr. | Handstelle | Handformel | Körperstelle | Körperformel |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Beide Daumen | śrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
Herz | śrāṃ hṛdayāya namaḥ |
| 2 | Beide Zeigefinger | śrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
Kopf | śrīṃ śirase svāhā |
| 3 | Beide Mittelfinger | śrūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
Haarschopf | śrūṃ śikhāyai vaṣaṭ |
| 4 | Beide Ringfinger | śraiṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
Schutzpanzer | śraiṃ kavacāya huṃ |
| 5 | Beide kleinen Finger | śrauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
Drei Augen | śrauṃ netratrayāya vauṣaṭ |
| 6 | Handflächen und Handrücken | śraḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
Waffe / Abgrenzung | śraḥ astrāya phaṭ |
Vollziehe die morgendliche Vorbereitung und die für diese Mantraform vorgeschriebenen inneren Reinigungen. Setze die genannten Sitzkräfte im Herzlotus ein. Beim Sehernyasa werden Seher, Versmaß und Gottheit an Kopf, Mund und Herz zugeordnet. Führe danach den besonderen Hand- und Körpernyasa aus. Die folgenden Belege bestimmen die konkreten Namen, Laute und Zuordnungen; es wird keine fremde Gottheitsform eingesetzt.
Der eigene Ausschnitt schreibt keinen vollständigen besonderen Nyasa aus. Für diese Form wird daher keine neue Nyasa-Reihe erfunden.
4. Dhyana und innere Darbringung
Vergegenwärtige die Gottheit nach dem folgenden Dhyana. Nimm Farbe, Gestalt, Haltung, Attribute und Sitz als zusammengehöriges Bild wahr. Sprich den Dhyana-Text und verweile in der Vorstellung. Bringe danach die Gaben zunächst innerlich dar, wie es die Quelle vor der äußeren Verehrung vorsieht.
Beleg P2-0322:
tathā ca:
ramāyāḥ kalpite pīṭhe tadvidhānena pūjayet |
kuryāt prayogāṃstatrasthāna manunā sādhakottamaḥ |
nidhibhiḥ savyate nityaṃ mūrtimadbhirupasthitaiḥ |
dhyāne tu viśeṣo tathā:
māṇikyapratimaprabhā
himanibhaistuṅgaiścaturbhirgajairhastagrāhitaratnakumbhasalilairāsicyam
ānāṃ sadā |
hastābjairvaradānamambujayugābhītordadhānāṃ hareḥ, kāntāṃ
kāṃkṣitaparijātalatikāṃ vande sarojāsanām
|| 13 ||
Dazu heißt es: Man verehrt auf dem für Ramā gebildeten Sitz nach ihrem Verfahren. Der vorzügliche Praktizierende soll die dort beschriebenen Anwendungen mit diesem Mantra vollziehen. Die leibhaftig anwesenden Schätze dienen ihm stets. Die Meditation besitzt folgende Besonderheit: Ich verehre Haris Gemahlin, die auf einem Lotus sitzt und wie ein Rubin strahlt. Vier hohe, schneehelle Elefanten besprengen sie unablässig mit Wasser aus Edelsteingefäßen, die sie mit den Rüsseln halten. Mit ihren Lotushänden zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Sie ist die Pārijātaliane, die alles Gewünschte schenkt.
5. Den Sitz verehren und die Gottheit anrufen
Bereite das Arghya vor und verehre den äußeren Sitz mit den für diese Gottheit bezeichneten Kräften. Wenn ein Yantra verwendet wird, halte die im Einzelbeleg genannten Ebenen und Richtungen auseinander. Stelle die Gottheit im Zentrum vor und rufe sie mit dem Grundmantra an.
Die allgemeine Anrufungsformel P1-0536 wird nach dem Grundmantra an die gewählte Gottheit gerichtet:
ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi iha sannidhehi | iha sannirudhyasva ||
„Komm hierher, komm hierher. Bleibe hier, bleibe hier. Sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig. Verweile hier gesammelt.“
Begleite die Anrufung mit den unterwiesenen Mudras. Die besondere Vorschrift der Gottheit bestimmt die anschließende Einsetzung der Lebenskraft. Die im Beleg zugleich erwähnten späteren Schritte werden an ihrem Platz in der folgenden Reihenfolge ausgeführt.
6. Gaben bis zu den Blüten und die Umkreisverehrung
Bringe die im Einzelritual genannten Gaben bis einschließlich der Blüten dar. Bei sechzehn Upacaras sind die dort genannten Gaben vollständig einzubeziehen. Wo fünf Blumenhandvoll vorgeschrieben sind, bringe sie mit dem Grundmantra an Scheitel, Herz, Grundlage, Füßen und der gesamten vorgestellten Gestalt dar. Erst anschließend folgt der bezeichnete Umkreis. Diese fünf Zuordnungen folgen P2-0104.
| Reihenfolge und Gabe | Handlung | Rezitation |
|---|---|---|
| 1. Sitz | Biete der vergegenwärtigten Gottheit ihren Sitz an. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 2. Willkommen | Begrüße die Gottheit mit gefalteten Händen. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 3. Fußwasser | Bringe eine kleine Wassergabe an den vorgestellten Füßen dar. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 4. Arghya | Reiche das vorbereitete Ehrenwasser dar. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 5. Mundspülwasser | Biete eine frische Wassergabe an. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 6. Madhuparka | Bringe die Mischung aus Ghī, Joghurt und Honig dar; Zusammensetzung nach P1-0539. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 7. Erneutes Mundspülen | Reiche nach dem Madhuparka nochmals Wasser dar. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 8. Bad | Bringe das Badewasser dar; ein empfindliches Bild wird nicht mit ungeeigneten Flüssigkeiten übergossen. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 9. Gewand | Reiche das vorgesehene Gewand dar. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 10. Schmuck | Biete den Schmuck an. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 11. Duftstoff | Bringe den Duftstoff dar. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
| 12. Blüten | Lege die Blüten mit ihrer natürlichen Oberseite nach oben nieder. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ |
Deutsche Bedeutung der bei jeder Gabe wiederholten Formel: Die vier Bijas Aim, Shrim, Hrim und Klim; keine wörtliche Satzübersetzung. Die nachfolgenden vier Glieder sind Räucherwerk, Licht, Speise und Verneigung. Sie werden an den unten bezeichneten Stellen ausgeführt. Damit sind die sechzehn Gaben aus P2-0099 vollständig berücksichtigt.
Im eigenen Ausschnitt ist keine besondere Namens- und Richtungsfolge des Umkreises ausgeschrieben. Eine solche Folge wird hier nicht ergänzt.
7. Räucherwerk, Licht und Speise; Übersicht der fünf Gaben
Nach der Umkreisverehrung folgen Räucherwerk, Licht und Speise. Duftstoff und Blüten sind in der Tabelle zur Übersicht nochmals genannt und werden nicht deshalb ein zweites Mal verlangt. Wo die besondere Anweisung sechzehn oder weitere Gaben nennt, führe diese vollständig aus. Die gemeinsame Gruppe der fünf Gaben besteht nach P2-0100 aus Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Licht und Speise. P1-0540 schreibt vor, bei jeder Gabe den Grundmantra zu sprechen. Verwende dabei ausschließlich den oben bezeichneten Mantra dieser Ritualform.
| Gabe | Konkrete Handlung | Rezitation und Bedeutung |
|---|---|---|
| Duftstoff | Bringe den Duftstoff vor der Gottheit dar. | Sprich aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ ; die Gabe bedeutet: „Dir bringe ich diesen Duft dar.“ |
| Blüten | Lege die Blüten auf dem vorgesehenen Platz nieder, mit der natürlichen Oberseite nach oben. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ ; danach, nach P1-0540: etāni puṣpāṇi vauṣaṭ – „Diese Blüten, vaushat.“ |
| Räucherwerk | Lass die Glocke mit der linken Hand erklingen und führe das Räuchergefäß vor der Gottheit. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich diesen Duft des Räucherwerks dar.“ |
| Licht | Bringe die brennende Lampe vor der Gottheit bis zur Höhe ihres Blickes dar. | aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich dieses Licht dar.“ |
| Speise | Stelle die Speise vor die Gottheit. Besprenge sie mit phaṭ , rezitiere den Grundmantra achtmal und vollziehe die unterwiesene Dhenu-Mudra. Reiche die Gabe mit dem Grundmantra dar. |
phaṭ ist der rituelle Abgrenzungslaut; der Grundmantra richtet die Gabe an die Gottheit. Die achtsfache Besprechung folgt P2-0106. |
Die deutschen Sätze erläutern die Gaben; sie sind keine dem Brihat Tantrasara zugeschriebenen Sanskritverse. Die konkreten Mantra-Zusätze, die im Einzelritual stehen, haben Vorrang. Die einfachen Handhabungshinweise führen die Angaben P2-0100, P2-0103–0106 und P1-0540 aus.
8. Japa, Darbringung und Abschluss
Setze dich nach den äußeren Gaben gesammelt hin und wiederhole den Grundmantra dieser Form. Wenn die besondere Paddhati keine Sitzungszahl nennt, nennt die allgemeine Ordnung 100 oder 1008 Wiederholungen (P2-0111). Eine Purascharana-Gesamtzahl ist davon zu unterscheiden.
Bringe das vollzogene Japa der Gottheit dar. Die allgemeine Formel lautet in einer redaktionell geglätteten Lesefassung:
oṃ guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthite ||
„Om. Du Hüterin des Allerverborgensten, nimm das von uns vollzogene Japa an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, o Göttin, da du in mir gegenwärtig bist.“
Die Formen guhyāti-/gṛhāṇāsmat- sind gegenüber dem beschädigten Wortabstand der Vorlage grammatisch geglättet; der Sanskritwortlaut von P2-0111 bleibt als Beleg erhalten. Preist die betreffende Tradition die Gottheit mit einem eigenen Stotra, schließt sich dieses hier an. Verneige dich anschließend.
Führe die Umkreisgottheiten innerlich in die Hauptgottheit zurück. Sprich:
kṣamasva
„Verzeihe!“
Vollziehe die unterwiesene Samhara-Mudra, nimm den Duft der dargebrachten Blüte wahr und führe den Lichtglanz der Gottheit in den Lotus deines Herzens zurück (P2-0120). Verweile einen Augenblick in dieser Gegenwart. Die Quelle beschreibt damit die Rücknahme der rituellen Anrufung; die Verehrung wirkt als Erinnerung im Alltag weiter.
Purascharana: gesonderter Gesamtumfang
Die folgenden Zahlen betreffen die besondere Vollendungspraxis und sind kein zusätzliches Soll jeder einzelnen Puja. Sie werden zusammen mit dem Guru dem gewählten Mantra zugeordnet. Ein hier genanntes Feueropfer benötigt seine eigene vollständige Homa-Ordnung.
P2-0323: Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Wer opfergeeignete Nahrung zu sich nimmt und seine Sinne beherrscht, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und danach zwölftausendmal mit geöffneten roten Lotussen im Feuer opfern.
Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung
Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.
P2-0320 · Originalnummer 11
mantrānataram
vāgbhavaṃ vanitā viṣṇaurmāyā makaraketanaḥ |
caturvarṇātmako mantraḥcaturvargaphalapradaḥ
|| 11 ||
Ein anderes Mantra: Vāgbhava, Viṣṇus Gemahlin, Māyā und Makaraketana ergeben das viersilbige Mantra, das die Früchte der vier Lebensziele schenkt: aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ.
P2-0321 · Originalnummer 12
asya pūjādikaṃ pūrvavaddodhyam
|| 12 ||
Seine Verehrung und die übrigen Handlungen sind wie zuvor zu verstehen.
P2-0322 · Originalnummer 13
tathā ca:
ramāyāḥ kalpite pīṭhe tadvidhānena pūjayet |
kuryāt prayogāṃstatrasthāna manunā sādhakottamaḥ |
nidhibhiḥ savyate nityaṃ mūrtimadbhirupasthitaiḥ |
dhyāne tu viśeṣo tathā:
māṇikyapratimaprabhā
himanibhaistuṅgaiścaturbhirgajairhastagrāhitaratnakumbhasalilairāsicyam
ānāṃ sadā |
hastābjairvaradānamambujayugābhītordadhānāṃ hareḥ, kāntāṃ
kāṃkṣitaparijātalatikāṃ vande sarojāsanām
|| 13 ||
Dazu heißt es: Man verehrt auf dem für Ramā gebildeten Sitz nach ihrem Verfahren. Der vorzügliche Praktizierende soll die dort beschriebenen Anwendungen mit diesem Mantra vollziehen. Die leibhaftig anwesenden Schätze dienen ihm stets. Die Meditation besitzt folgende Besonderheit: Ich verehre Haris Gemahlin, die auf einem Lotus sitzt und wie ein Rubin strahlt. Vier hohe, schneehelle Elefanten besprengen sie unablässig mit Wasser aus Edelsteingefäßen, die sie mit den Rüsseln halten. Mit ihren Lotushänden zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Sie ist die Pārijātaliane, die alles Gewünschte schenkt.
P2-0323 · Originalnummer 14
asya puraścaraṇaṃ dvādaśalakṣajapaḥ |
tathā ca:
bhānulakṣaṃ haviṣyāśī japedante saroruhaiḥ |
juhuyādaruṇaiḥ phullaistatsahasraṃ jitendriyaḥ
|| 14 ||
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Wer opfergeeignete Nahrung zu sich nimmt und seine Sinne beherrscht, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und danach zwölftausendmal mit geöffneten roten Lotussen im Feuer opfern.
Ausgeschriebene Belege zu den Rückverweisen
Diese Stellen liefern die im Hauptbeleg vorausgesetzten Zuordnungen und Handlungen. Das Grundmantra bleibt dasjenige der oben bezeichneten Ritualform; ein anderer Mantra im Vergleichsbeleg wird nicht zusätzlich übernommen.
P1-0536 · Originalnummer 40 · Rückverweis
tasā0 4
athā : mūlamantramuccaran amuka ihāgaccha ihāgaccha iha
tiṣṭha iha tiṣṭha iha sannidhehi iha sannidhehi iha sannirudhyasva
ityāvāhanādikaṃ kṛtvā, huṃ ityavaguṇṭhya, devatāṅge
ṣaḍaṅganyāsaṃ kṛtvā, vamiti dhenumudrayā amṛtīkṛtya,
paramīkaraṇamudrayā paramīkuryāt | tataḥ prāṇapratiṣṭhāṃ
kṛtvā ṣoḍaśopacāraiḥ pūjayet || 39 ka ||
yathā : mūlamuccārya idamāsanaṃ amukadevatāyai namaḥ,
amukadeva svāgatante iti svāgatam | tato mūlamuccārya etatpādyaṃ
amukadevatāyai namaḥ iti pādāmbuje dadyāt |
etatśyāmādūrvābjaviṣṇukrāntābhirītam | arghyaṃ
amukadevatāyai svāhā iti
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvātmakamarghyaṃ
śirasi dadyāt | vaiṣṇave tu arghyādikrameṇaiva deyamiti vadanti | tato
mūlamuccārya idamācamanīyaṃ amukadevatāyai svadhā iti
jātīlavaṅgakakkolātmakamācamanīyaṃ vadane dadyāt |
svadhāmantreṇa vadane dadyādācamanīyakaṃ ityatrasudhāpāṭhaṃ
kurvantaḥ sudhāśabdasyāmṛtavācakatvādamṛtavācakaśabdādya
jalavācakatvādidamācamanīyaṃ vamiti vadanti
|| 40 ||
Nun: Unter Rezitation des Grundmantras rufe man die Gottheit: „O [Name], komm hierher, komm hierher; bleibe hier, bleibe hier; sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig; halte dich hier fest.“ Mit huṃ verhülle man, vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa an der Gottheit, mache mit vaṃ und Dhenu-Mudrā nektarhaft und erhebe mit der Paramīkaraṇa-Mudrā zur höchsten Gegenwart. Danach setze man die Lebenskräfte ein und verehre mit sechzehn Darbringungen. [„tasā0 4“ ist ein Druckvermerk; eingeschobene Originalnummer 39 ka.] Nach dem Grundmantra: „Dieser Sitz ist für die [genannte] Gottheit, Verehrung“; als Willkommensgruß „O [Gottheit], willkommen“. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Fußwasser ist für die [Gottheit], Verehrung“ und an ihren Lotusfüßen darbringen; es enthält Śyāmā, Dūrvā, Lotus und Viṣṇukrāntā. „Dieses Arghya ist für die [Gottheit], svāhā“ und auf ihrem Kopf darbringen; es besteht aus Duftstoff, Blüten, ungebrochenen Reiskörnern, Gerste, Kuśa-Spitzen, Sesam, Senf und Dūrvā. Im vaiṣṇavischen Bereich sagen manche, Arghya sei als Erstes zu geben. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Mundwasser ist für die [Gottheit], svadhā“ und in ihrem Mund darbringen; es besteht aus Jātī, Gewürznelke und Kakkola. Manche lesen statt „mit dem Svadhā-Mantra das Mundwasser in den Mund geben“ sudhā und sagen, weil sudhā Unsterblichkeitsnektar und dessen Bezeichnung wiederum Wasser bedeute, laute die Formel „Dieses Mundwasser – vaṃ“.
P1-0540 · Originalnummer 44 · Rückverweis
tato
mantrapuṭitamātṛkāvarṇena tattannyāsasthānāni pūjayitvā etāni
puṣpāṇi vauṣaṭ iti | sarvatra dāne mūlamantroccāraṇam
|| 44 ||
Danach verehre man die jeweiligen Nyāsa-Stellen mit den vom Mantra umhüllten Mātṛkā-Buchstaben und spreche „Diese Blüten, vauṣaṭ“. Bei sämtlichen Darbringungen ist der Grundmantra auszusprechen.
P2-0100 · Originalnummer 95 · Rückverweis
athavā eṣāmapyabhāve pañcopacārān kalpayet |
gandhādayo naivedyāntā pūjā pañcoparacārikā iti
|| 95 ||
Oder man soll, wenn auch diese Gaben fehlen, fünf Verehrungsgaben bereitstellen. Die Verehrung mit fünf Gaben reicht vom Duftstoff bis zur Speise: Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.
P2-0103 · Originalnummer 98 · Rückverweis
puṣpadāne tu viśeṣaḥ:
puṣpaṃ vā yadi vā patraṃ phale neṣṭhamadhomukham |
duḥkhadaṃ tatsamādhyātaṃ yathotpannaṃ tathārpaṇaṃ |
adhomukha phalaṃ neṣṭaṃ puṣpāñjalividhau na ca |
sarvasva dravyadāne'yaṃ kramaḥ |
ādau mūlaṃ tato dravyaṃ devatāyai tataḥ padam |
śrītattvacintāmaṇau:
hṛdvahnivallabhātoyamantraṃ pādyādiṣu kramāt |
namo vauṣaṭ gandhapuṣpe hṛdānyāni nivedayet |
mūlamuccārya etatpādyaṃ amukadevatāyai namaḥ |
ityādinā syāt
|| 98 ||
Für das Darbringen von Blumen gilt eine besondere Regel: Eine Blume, ein Blatt oder eine Frucht soll nicht mit der Oberseite nach unten dargebracht werden. Eine solche Gabe gilt als leidbringend; man soll sie so darbringen, wie sie gewachsen ist. Eine nach unten gerichtete Frucht ist nicht erwünscht; bei der Handvoll Blumen, puṣpāñjali, gilt diese Einschränkung nicht. Für alle Gaben gilt folgende Reihenfolge: zuerst das Grundmantra, dann die Bezeichnung der Gabe, danach die Bezeichnung der Gottheit. Im Śrītattvacintāmaṇi heißt es: Für Fußwasser und die folgenden Wassergaben verwendet man der Reihe nach namaḥ, svāhā und das Wassermantra; für Duftstoff namaḥ, für Blumen vauṣaṭ, für die übrigen Gaben namaḥ. Nachdem man das Grundmantra ausgesprochen hat, sagt man beispielsweise: „Dieses Fußwasser für die Gottheit [Name], namaḥ.“ [„toyamantra“ bezeichnet hier das Wassermantra; dessen genaue Lautform wird an dieser Stelle nicht angegeben. Die erste Verszeile ist in ihrer Zuordnung verkürzt.]
P2-0104 · Originalnummer 99 · Rückverweis
tato mūrddhahṛdguhyapādasarvāṅgakeṣu mūlena
pañcapuṣpāñjalīna dattvā tattatkalpoktāvaraṇapūjāṃ kuryāt |
tathā ca:
pañcapuṣpāñjalīn dattvā parivārārcanaṃ carediti bhaṭṭaḥ |
tato dhūpadīpau dadyāt
|| 99 ||
Dann bringt man mit dem Grundmantra fünf Handvoll Blumen dar: am Scheitel, am Herzen, an der verborgenen Stelle, an den Füßen und am ganzen Körper. Anschließend vollzieht man die Verehrung der umgebenden Gottheiten nach dem betreffenden Ritualtext. Dazu sagt Bhaṭṭa: „Nachdem man fünf Handvoll Blumen gegeben hat, vollziehe man die Verehrung des Gefolges.“ Danach soll man Räucherwerk und Licht darbringen.
P2-0105 · Originalnummer 100 · Rückverweis
tadyathā:
jayadhvani - mantramātaḥ rvāheti puṣpākṣatairghaṇṭāṃ sampūjya,
vāmahastena tāṃ vādayan, tattanmantreṇa nīcairdhūpaṃ evaṃ
dṛṣṭiparyantaṃ dīpaṃ dadyāt
|| 100 ||
Dies geschieht so: Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt man die Glocke unter dem Mantra „jayadhvani-mantramātaḥ … svāhā“. Dann läutet man sie mit der linken Hand und bringt mit dem jeweiligen Mantra das Räucherwerk niedrig, das Licht dagegen bis zur Höhe der Augen dar. [Der Glockenmantrawortlaut ist durch „rvāheti“ beschädigt; „jayadhvani“ bedeutet Siegesklang, „mantramātaḥ“ Mutter der Mantras. Eine vollständige Lautform lässt sich hier nicht sicher herstellen.]
P2-0106 · Originalnummer 1 · Rückverweis
tato mūlena puṣpāñjalitrayaṃ dattvā, naivedyamānīya, phaḍiti
samprokṣya, cakramudrayā abhirakṣya, tadupari mūlamaṣṭadhā japtvā
dhunumudrayā amṛtīkṛtya, mūlamuccārya naivedyaṃ dadyāt |
yattoyamadhyaṃpātrasya tadādāya nivedayet |
anyatoyairyadutsṛṣṭamarghyapātrasthitetaraiḥ |
na gṛhṇāti mahādevo dattaṃ vidhiśatairapi |
iti vacanādupārānarghyapātrasthalenotsṛjya dadyāt
|| 1 ||
Dann gibt man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen, bringt die Speise herbei, besprengt sie mit „phaṭ“, schützt sie durch die Cakramudrā, wiederholt das Grundmantra achtmal über ihr, verwandelt sie mit der Dhenumudrā in Nektar und reicht sie unter Aussprechen des Grundmantras dar. Man soll das Wasser aus dem Arghyagefäß nehmen und damit die Gabe weihen. Wird sie mit anderem Wasser geweiht, das sich nicht im Arghyagefäß befindet, nimmt Mahādeva sie selbst bei hundert vorgeschriebenen Verfahren nicht an. Nach diesem Ausspruch soll man die Verehrungsgaben mit dem Wasser des Arghyagefäßes weihen und darbringen. [„dhunumudrayā“ und die abschließende Prosa sind fehlerhaft überliefert; die erkennbare Dhenumudrā und die Weihung mit Arghyawasser bestimmen den Sinn.]
P2-0111 · Originalnummer 6 · Rückverweis
tato'ṣṭottarasahasraṃ śataṃ vā japtvā oṃ guhyatiguhyāgoptā tvaṃ
gṛhaṇasmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādāttvayi sthite |
anyatra goptrī devīti viśeṣaḥ |
iti japaṃ samarpyaṃ stutvā natvā'ṣṭāṅgapramāṇaṃ kuryāt
|| 6 ||
Dann wiederholt man das Mantra eintausendachtmal oder hundertmal und spricht: „Oṃ. Du bist der Hüter des Allerverborgensten. Nimm das von uns vollzogene Japa an. Gott, möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, da du in mir gegenwärtig bist.“ Bei einer Göttin lautet die besondere Form „Hüterin“ und „Göttin“. Nachdem man so das Japa dargebracht hat, preist man die Gottheit, verneigt sich und vollzieht die Verneigung mit acht Gliedern. [Die Vorlage schreibt am Schluss „pramāṇaṃ“; gemeint ist nach der unmittelbar folgenden Erklärung praṇāma, Verneigung.]
P2-0120 · Originalnummer 15 · Rückverweis
tato devatāṅge āvaraṇadevatā nilāpya, kṣamasveti visarjanaṃ kṛtvā,
saṃhāramudrayā tattejaḥ puṣpaiḥ sārddhamāghrāya
svahṛdayamānayet |
(puraścaraṇacandrikāyām:
kṣamasveti vadanmūmantreṇa vyāpakaṃ triśa iti
vacanātvisarjanāntaraṃ vyāpakaṃ kuryāt |)
tathā ca:
nidhāya devatāṃ paścātsvīyahṛtsarasīruhe |
suṣumnāvartmanā puṣpamāghrāyodvāsayettataḥ
|| 15 ||
Dann lässt man die umgebenden Gottheiten im Körper der Hauptgottheit aufgehen, entlässt sie mit „Verzeihe!“ und atmet mit der Saṃhāramudrā ihren Lichtglanz zusammen mit dem Duft der Blumen ein, um ihn in das eigene Herz zu führen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es: „Während man ‚Verzeihe!‘ sagt, vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den umfassenden Nyāsa.“ Nach diesem Ausspruch soll man nach der Entlassung den umfassenden Nyāsa ausführen. Weiter heißt es: Nachdem man die Gottheit in den Lotus des eigenen Herzens eingesetzt hat, atmet man den Blumenduft durch den Weg der Suṣumnā ein und vollzieht dann die Entlassung.
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.
P2-0320
मन्त्रानतरम्
वाग्भवं वनिता विष्णौर्माया मकरकेतनः ।
चतुर्वर्णात्मको मन्त्रःचतुर्वर्गफलप्रदः
॥ ११ ॥
P2-0321
अस्य पूजादिकं पूर्ववद्दोध्यम्
॥ १२ ॥
P2-0322
तथा च:
रमायाः कल्पिते पीठे तद्विधानेन पूजयेत् ।
कुर्यात् प्रयोगांस्तत्रस्थान मनुना साधकोत्तमः ।
निधिभिः सव्यते नित्यं मूर्तिमद्भिरुपस्थितैः ।
ध्याने तु विशेषो तथा:
माणिक्यप्रतिमप्रभा
हिमनिभैस्तुङ्गैश्चतुर्भिर्गजैर्हस्तग्राहितरत्नकुम्भसलिलैरासिच्यम्
आनां सदा ।
हस्ताब्जैर्वरदानमम्बुजयुगाभीतोर्दधानां हरेः, कान्तां
कांक्षितपरिजातलतिकां वन्दे सरोजासनाम्
॥ १३ ॥
P2-0323
अस्य पुरश्चरणं द्वादशलक्षजपः ।
तथा च:
भानुलक्षं हविष्याशी जपेदन्ते सरोरुहैः ।
जुहुयादरुणैः फुल्लैस्तत्सहस्रं जितेन्द्रियः
॥ १४ ॥
Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts
P2-0320
Ein anderes Mantra: Vāgbhava, Viṣṇus Gemahlin, Māyā und Makaraketana ergeben das viersilbige Mantra, das die Früchte der vier Lebensziele schenkt: aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ.
P2-0321
Seine Verehrung und die übrigen Handlungen sind wie zuvor zu verstehen.
P2-0322
Dazu heißt es: Man verehrt auf dem für Ramā gebildeten Sitz nach ihrem Verfahren. Der vorzügliche Praktizierende soll die dort beschriebenen Anwendungen mit diesem Mantra vollziehen. Die leibhaftig anwesenden Schätze dienen ihm stets. Die Meditation besitzt folgende Besonderheit: Ich verehre Haris Gemahlin, die auf einem Lotus sitzt und wie ein Rubin strahlt. Vier hohe, schneehelle Elefanten besprengen sie unablässig mit Wasser aus Edelsteingefäßen, die sie mit den Rüsseln halten. Mit ihren Lotushänden zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Sie ist die Pārijātaliane, die alles Gewünschte schenkt.
P2-0323
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Wer opfergeeignete Nahrung zu sich nimmt und seine Sinne beherrscht, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und danach zwölftausendmal mit geöffneten roten Lotussen im Feuer opfern.
Verwandte Rituale
Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:
- Durga Puja
- Kali Puja
- Devi Archanam
- Durga Nityarchana Krama
- Shrichakra Navavarana Puja
- Mahalakshmi Puja Vidhi
- Lakshmi Puja
- Pushpanjali
Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:
- Lakshmi Puja mit Shrim nach dem Brihat Tantrasara
- Kamalavasini Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Mahalakshmi Puja als Weltmutter nach dem Brihat Tantrasara
Quellen und redaktionelle Einordnung
Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.
Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.
Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.
Die Verehrung im Alltag weitertragen
Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.