Lakshmi Puja mit Shrim nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Lakshmi Puja mit Shrim nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, die glückverheißende Gegenwart der Göttin in Hingabe und Dankbarkeit zu verehren.

Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.

Zweck und Voraussetzungen

Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.

Gewählte Form: Lakshmi Puja mit Shrim. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.

Vorbereitung und Materialien

Ein sauberer Sitz, ein geeigneter Verehrungsträger, Wassergefäße, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Speise. Wenn die Quelle ein Yantra nennt, wird dessen konkrete Anordnung vor Beginn vorbereitet. Besondere Gaben stehen bei der betreffenden Handlung.

Für die unten ausgeführte vollständige Gabenfolge zusätzlich: Gewand, Schmuck, Badewasser, Mundspülwasser und Madhuparka aus Ghī, Joghurt und Honig. Ein rein geistiger Ersatz einer materiellen Gabe ist als solcher zu verstehen und wird nicht als wortgleiche äußere Durchführung ausgegeben.

Richte die Gaben vor Beginn so ein, dass während der Verehrung nichts gesucht werden muss. Bestimme den verwendeten Mantra und den Verehrungsträger. Die Materialanordnung ist eine redaktionelle Durchführungshilfe; verbindliche Sondergaben stehen bei den Einzelbelegen.

Durchführung

1. Sammeln und den Vorsatz fassen

Setze dich aufrecht vor den Verehrungsplatz, erinnere dich an den Guru und richte deine Absicht auf die in diesem Artikel genannte Gottheit. Fasse den Vorsatz in klaren eigenen Worten. Die anschließend verwendete Mantraform wird für die ganze Durchführung beibehalten.

2. Grundmantra

śrīṃ

Shrim ist das Bija von Fülle und glückverheißender Gegenwart; keine wörtliche Satzübersetzung.

3. Innere Vorbereitung und Nyasa

Zugehörige Ausführung des Rückverweises

Die folgenden Belege erläutern den hier benötigten Rückverweis. Führe nur die darin für diese Stelle bezeichnete Handlung aus. Eigene Seherzuordnung, Grundmantra und besonderes Dhyana dieses Artikels bleiben maßgeblich; mitzitierte andere Ritualformen werden nicht zusätzlich ausgeführt.

P2-0068

Nun Pīṭha-Nyāsa: „Oṃ. Der tragenden Kraft sei Verehrung; der Prakṛti; Kūrma; Ananta; der Erde; dem Milchozean; der weißen Insel; dem Juwelenpavillon; dem Wunschbaum; dem Juwelenaltar; dem Edelsteinlöwenthron.“ Dies alles im Herzen. Danach an der rechten Schulter Dharma, links Erkenntnis, am linken Oberschenkel Leidenschaftslosigkeit, rechts Herrschaftskraft; am Mund Adharma, links Unwissenheit, am Nabel Nicht-Leidenschaftslosigkeit, rechts Nicht-Herrschaftskraft, überall beginnend mit Praṇava und endend auf namaḥ. So im Śāradā: An den beiden Schultern und Oberschenkeln setze der Verständige rechtsherum Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschaftskraft, an Mund, Seite, Nabel und Seite die Gegenkräfte ein. Wieder im Herzen: „Oṃ. Ananta sei Verehrung“, ebenso dem Lotus; „aṃ, dem Sonnenkreis mit zwölf Kalās“, „uṃ, dem Mondkreis mit sechzehn“, „maṃ, dem Feuerkreis mit zehn“, „saṃ, Sattva“, „raṃ, Rajas“, „taṃ, Tamas“, „āṃ, Ātman“, „aṃ, dem inneren Ātman“, „paṃ, dem höchsten Ātman“, „hrīṃ, dem Erkenntnis-Ātman“, jeweils namaḥ. Danach auf den Staubfäden des Herzlotus von Osten an die im jeweiligen Ritualhandbuch genannten Pīṭha-Kräfte, in der Mitte den Pīṭha-Mantra.

atha pīṭhanyāsaḥ
oṃ ādhāraśaktaye nama, prakṛtaye, kūrmāya, anantāya, pṛthivyai
kṣīrasamudrāya, śvetadvīpāya, maṇimaṇḍapāya, kalpavṛkṣāya,
maṇivedikāyai, ratnasiṃhāsanāya |
etatsarvaṃ hṛdi |
tato dakṣiṇaskandhe dharmāya, vāmaskandhe jñānāya, vāmorau
vairāgyāya, dakṣiṇorau aiśvaryāya, mukhe adharmāya, vāmapārśve
ajñānāya, nābhau avairāgyāya, dakṣiṇapārśve anaiśvaryāya,
sarvatra praṇavādinamo'ntena nyaset |
tathā ca śāradāyām:
aṃsoruyugmayorvidvānprādakṣiṇyena sādhakaḥ |
dharmaṃ jñānañca vairāgyamaiśvaryaṃ kramaśaḥ sudhīḥ |
mukhapārśva - nābhipārśveṣvadharmādīnprakalpayediti |
punaśca hṛdi oṃ anantāya namaḥ, evaṃ padmāya, aṃ
sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ, uṃ somamaṇḍalāya
ṣoḍaśakalātmane namaḥ, maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane
namaḥ, saṃ sattvāya, raṃ rajase, taṃ tamase, āṃ ātmane, aṃ
antarātmane, paṃ paramātmane, hrīṃ jñānātmane |
sarvatra namaḥ, ityantaṃ vinyasya hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu
tattatkalpokta pīṭhaśaktīrmadhye pīṭhamanuñca nyaset
|| 64 ||

अथ पीठन्यासः
ॐ आधारशक्तये नम, प्रकृतये, कूर्माय, अनन्ताय, पृथिव्यै
क्षीरसमुद्राय, श्वेतद्वीपाय, मणिमण्डपाय, कल्पवृक्षाय,
मणिवेदिकायै, रत्नसिंहासनाय ।
एतत्सर्वं हृदि ।
ततो दक्षिणस्कन्धे धर्माय, वामस्कन्धे ज्ञानाय, वामोरौ
वैराग्याय, दक्षिणोरौ ऐश्वर्याय, मुखे अधर्माय, वामपार्श्वे
अज्ञानाय, नाभौ अवैराग्याय, दक्षिणपार्श्वे अनैश्वर्याय,
सर्वत्र प्रणवादिनमोऽन्तेन न्यसेत् ।
तथा च शारदायाम्:
अंसोरुयुग्मयोर्विद्वान्प्रादक्षिण्येन साधकः ।
धर्मं ज्ञानञ्च वैराग्यमैश्वर्यं क्रमशः सुधीः ।
मुखपार्श्व - नाभिपार्श्वेष्वधर्मादीन्प्रकल्पयेदिति ।
पुनश्च हृदि ॐ अनन्ताय नमः, एवं पद्माय, अं
सूर्यमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः, उं सोममण्डलाय
षोडशकलात्मने नमः, मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने
नमः, सं सत्त्वाय, रं रजसे, तं तमसे, आं आत्मने, अं
अन्तरात्मने, पं परमात्मने, ह्रीं ज्ञानात्मने ।
सर्वत्र नमः, इत्यन्तं विन्यस्य हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु
तत्तत्कल्पोक्त पीठशक्तीर्मध्ये पीठमनुञ्च न्यसेत्
॥ ६४ ॥


Ausgeschriebene Hand- und Körperfolge

Führe zuerst den Handnyasa, anschließend den Körpernyasa in der Tabellenreihenfolge aus. Die ausgeschriebene Folge setzt die Gliederregel aus P2-0317 und P2-0082–0083 um. Die Ortsnamen in der Tabelle geben zugleich die Bedeutung der Zuordnungsformeln an; die Abschlusslaute bleiben Ritualausrufe.

Nr. Handstelle Handformel Körperstelle Körperformel
1 Beide Daumen śrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ
Herz śrāṃ hṛdayāya namaḥ
2 Beide Zeigefinger śrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā
Kopf śrīṃ śirase svāhā
3 Beide Mittelfinger śrūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ
Haarschopf śrūṃ śikhāyai vaṣaṭ
4 Beide Ringfinger śraiṃ anāmikābhyāṃ huṃ
Schutzpanzer śraiṃ kavacāya huṃ
5 Beide kleinen Finger śrauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ
Drei Augen śrauṃ netratrayāya vauṣaṭ
6 Handflächen und Handrücken śraḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ
Waffe / Abgrenzung śraḥ astrāya phaṭ


Vollziehe die morgendliche Vorbereitung und die für diese Mantraform vorgeschriebenen inneren Reinigungen. Setze die genannten Sitzkräfte im Herzlotus ein. Beim Sehernyasa werden Seher, Versmaß und Gottheit an Kopf, Mund und Herz zugeordnet. Führe danach den besonderen Hand- und Körpernyasa aus. Die folgenden Belege bestimmen die konkreten Namen, Laute und Zuordnungen; es wird keine fremde Gottheitsform eingesetzt.

Beleg P2-0316:
asya pūjāprayogaḥ:
sāmānyapūjāpaddhatyukta prātaḥ kṛtyādipīṭhanyāsāntaṃ karma
vidhāya ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
śirasi bhṛgave ṛṣaye namaḥ, mukhe nivṛdgāyatrīcchandase namaḥ,
hṛdaye śriyai devatāyai namaḥ |
keśareṣu madhye ca pīṭhaśaktīḥ pīṭhamanuñca nyaset |
yathā:
oṃ vibhūtyai namaḥ |
evaṃ unnatyai kāntyai sṛṣṭyai kīrtyai sannatyai vyuṣṭyai utkṛṣṭyai
ṛddhyai |
tathā ca nibandhe:
vibhūtirunnatiḥ kāntiḥ kāntyai sṛṣṭiḥ kīrtiśca sannatiḥ |
vyuṣṭirutkṛṣṭir-ṛddhiśca samproktā navaśaktayaḥ
|| 6 ||

Sein Verehrungsverfahren: Nach den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „bhṛgave ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Bhṛgu“; am Mund „nivṛdgāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛd-Gāyatrī“; am Herzen „śriyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śrī“. Auf den Staubfäden und in der Mitte setzt man die Sitzkräfte und das Sitzmantra ein. Mit oṃ und namaḥ verehrt man Vibhūti, Unnati, Kānti, Sṛṣṭi, Kīrti, Sannati, Vyuṣṭi, Utkṛṣṭi und Ṛddhi. Im Nibandha heißt es: Diese werden als die neun Kräfte bezeichnet. [Im Zitat ist nach Kānti nochmals „kāntyai“ eingeschoben; die Prosaliste nennt neun Kräfte ohne diese Wiederholung.]

Beleg P2-0317:
tataḥ śrīṃ kamalāsanāya namaḥ ityāsanaṃ nyaset |
tataḥ karāṅganyāsau:
śrāṃ aṃguṣṭhābyāṃ namaḥ |
śrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
śrūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
śraiṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
śrauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
śraḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ śrāṃ hṛdayāya namaḥ ityādinā nyaset |
tathā ca nibhandhe:
aṅgāni dīrghayuktena ramābījena kalpayet
|| 7 ||

Dann setzt man mit „śrīṃ kamalāsanāya namaḥ – Verehrung dem Lotussitz“ den Sitz ein. Der Handnyāsa: śrāṃ an den Daumen mit namaḥ; śrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; śrūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śraiṃ an den Ringfingern mit huṃ; śrauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; śraḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln die Glieder ein. Im Nibandha heißt es: Mit Ramās Bīja, verbunden mit den langen Vokalen, soll man die Glieder bilden.

4. Dhyana und innere Darbringung

Vergegenwärtige die Gottheit nach dem folgenden Dhyana. Nimm Farbe, Gestalt, Haltung, Attribute und Sitz als zusammengehöriges Bild wahr. Sprich den Dhyana-Text und verweile in der Vorstellung. Bringe danach die Gaben zunächst innerlich dar, wie es die Quelle vor der äußeren Verehrung vorsieht.

Beleg P2-0318:
tato dhyānam:
kāntyā kāñcanasannibhāṃ
himagiriprakhyaiścaturbhirgajairhastotkṣiptahiraṇyamayāmṛtaghaṭai-
rāsicyamānāṃ śriyam |
vibhrāṇāṃ varamabjayugmamabhayaṃ hastaiḥ kirīṭojjvālāṃ,
kṣaumāvaddhanitambavimbalalitāṃ vande'ravindasthitām ||

Die Meditation: Ich verehre Śrī, die auf einem Lotus steht und golden glänzt. Vier Elefanten, hell wie der Schneeberg, besprengen sie aus goldenen Nektargefäßen, die sie mit ihren Rüsseln erheben. Mit ihren Händen zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Ihre Krone strahlt; ihre von einem Leinengewand umschlossenen Hüften sind lieblich.

5. Den Sitz verehren und die Gottheit anrufen

Bereite das Arghya vor und verehre den äußeren Sitz mit den für diese Gottheit bezeichneten Kräften. Wenn ein Yantra verwendet wird, halte die im Einzelbeleg genannten Ebenen und Richtungen auseinander. Stelle die Gottheit im Zentrum vor und rufe sie mit dem Grundmantra an.

Die allgemeine Anrufungsformel P1-0536 wird nach dem Grundmantra an die gewählte Gottheit gerichtet:

ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi iha sannidhehi | iha sannirudhyasva ||

„Komm hierher, komm hierher. Bleibe hier, bleibe hier. Sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig. Verweile hier gesammelt.“

Begleite die Anrufung mit den unterwiesenen Mudras. Die besondere Vorschrift der Gottheit bestimmt die anschließende Einsetzung der Lebenskraft. Die im Beleg zugleich erwähnten späteren Schritte werden an ihrem Platz in der folgenden Reihenfolge ausgeführt.

6. Gaben bis zu den Blüten und die Umkreisverehrung

Vollständige Richtungshüterfolge

An der Stelle von „Indra und die übrigen“ verehre die Richtungshüter nach der ausdrücklich allgemeinen Reihe P2-0142. Jede Formel ehrt den genannten Herrn samt Waffe, Reittier und Gefolge.

Ort Vollständige Formel
Osten oṃ lāṃ indrāya devādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Südosten oṃ rāṃ agnaye tejodhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Süden oṃ yāṃ yamāya pretādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Südwesten oṃ kṣāṃ nirṛtaye rakṣodhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Westen oṃ vāṃ varuṇāya jalādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Nordwesten oṃ yāṃ vāyave prāṇādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Norden oṃ sāṃ somāya tārādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Nordosten oṃ hāṃ īśānāya gaṇādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
zwischen Osten und Nordosten oṃ āṃ brahmaṇe prajādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
zwischen Südwesten und Westen oṃ hrīṃ anantāya nāgādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ

Die vorgeschriebene äußere Waffenreihe nach P2-0144 lautet vollständig:

Ort / Reihenfolge Darbringungsformel
Osten oṃ vajrāya namaḥ
Südosten oṃ śaktaye namaḥ
Süden oṃ daṇḍāya namaḥ
Südwesten oṃ khaḍgāya namaḥ
Westen oṃ pāśāya namaḥ
Nordwesten oṃ aṃkuśāya namaḥ
Norden oṃ gadāyai namaḥ
Nordosten oṃ śūlāya namaḥ
zwischen Osten und Nordosten oṃ padmāya namaḥ
zwischen Südwesten und Westen oṃ cakrāya namaḥ

Bringe die im Einzelritual genannten Gaben bis einschließlich der Blüten dar. Bei sechzehn Upacaras sind die dort genannten Gaben vollständig einzubeziehen. Wo fünf Blumenhandvoll vorgeschrieben sind, bringe sie mit dem Grundmantra an Scheitel, Herz, Grundlage, Füßen und der gesamten vorgestellten Gestalt dar. Erst anschließend folgt der bezeichnete Umkreis. Diese fünf Zuordnungen folgen P2-0104.

Reihenfolge und Gabe Handlung Rezitation
1. Sitz Biete der vergegenwärtigten Gottheit ihren Sitz an. śrīṃ
2. Willkommen Begrüße die Gottheit mit gefalteten Händen. śrīṃ
3. Fußwasser Bringe eine kleine Wassergabe an den vorgestellten Füßen dar. śrīṃ
4. Arghya Reiche das vorbereitete Ehrenwasser dar. śrīṃ
5. Mundspülwasser Biete eine frische Wassergabe an. śrīṃ
6. Madhuparka Bringe die Mischung aus Ghī, Joghurt und Honig dar; Zusammensetzung nach P1-0539. śrīṃ
7. Erneutes Mundspülen Reiche nach dem Madhuparka nochmals Wasser dar. śrīṃ
8. Bad Bringe das Badewasser dar; ein empfindliches Bild wird nicht mit ungeeigneten Flüssigkeiten übergossen. śrīṃ
9. Gewand Reiche das vorgesehene Gewand dar. śrīṃ
10. Schmuck Biete den Schmuck an. śrīṃ
11. Duftstoff Bringe den Duftstoff dar. śrīṃ
12. Blüten Lege die Blüten mit ihrer natürlichen Oberseite nach oben nieder. śrīṃ

Deutsche Bedeutung der bei jeder Gabe wiederholten Formel: Shrim ist das Bija von Fülle und glückverheißender Gegenwart; keine wörtliche Satzübersetzung. Die nachfolgenden vier Glieder sind Räucherwerk, Licht, Speise und Verneigung. Sie werden an den unten bezeichneten Stellen ausgeführt. Damit sind die sechzehn Gaben aus P2-0099 vollständig berücksichtigt.

Beleg P2-0318:
tato dhyānam:
kāntyā kāñcanasannibhāṃ
himagiriprakhyaiścaturbhirgajairhastotkṣiptahiraṇyamayāmṛtaghaṭai-
rāsicyamānāṃ śriyam |
vibhrāṇāṃ varamabjayugmamabhayaṃ hastaiḥ kirīṭojjvālāṃ,
kṣaumāvaddhanitambavimbalalitāṃ vande'ravindasthitām ||
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya śaṅkhasthāpanaṃ kuryāt |
tataḥ pīṭhapūjāṃ vidhāya keśareṣu madhye ca
vibhūtyādipīṭhamanvantaṃ sampūjya, mūlena mūrtiṃ parikalpya,
punardhyātvā āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ karma
vidhāya, āvaraṇapūjāmārabheta ||
tadyathā:
agnyādi keśareṣu madhye dikṣu ca śrāṃ hṛdayāya namaḥ ityādinā
sampūjya digdaleṣu pūrvādi oṃ vāsudevāya namaḥ evaṃ
saṅkarṣaṇāya, pradyumnāya, aniruddhāya |
vidigdaleṣu agnyādi oṃ damakāya namaḥ, salilāya, guggulave,
kuruṇṭakāya |
tato devyā dakṣiṇe oṃ śaṅkhanidhaye namaḥ, evaṃ vasudhāyai, vāme
oṃ padmanidhaye namaḥ evaṃ vasumatyai |
patrāgreṣu pūrvādi oṃ balākyai namaḥ evaṃ vimalāyai kamalāyai
vanamālikāyai vibhīṣikāyai mālikāyai śāṅkaryai vasumālikāyai,
tadvahirindrādīn vajrādīṃśca pūjayet |
tato dhūpādivisarjanānta karma samāpayet
|| 9 ||

Die Meditation: Ich verehre Śrī, die auf einem Lotus steht und golden glänzt. Vier Elefanten, hell wie der Schneeberg, besprengen sie aus goldenen Nektargefäßen, die sie mit ihren Rüsseln erheben. Mit ihren Händen zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Ihre Krone strahlt; ihre von einem Leinengewand umschlossenen Hüften sind lieblich. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die Sitzverehrung. Auf den Staubfäden und in der Mitte verehrt man Vibhūti und die übrigen bis zum Sitzmantra, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung: Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern der Hauptrichtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen, im Südosten beginnend, Damaka, Salila, Guggulu und Kuruṇṭaka. Rechts von der Göttin den Muschelschatz und Vasudhā, links den Lotusschatz und Vasumatī. An den Blattspitzen, im Osten beginnend, Balākā, Vimalā, Kamalā, Vanamālikā, Vibhīṣikā, Mālikā, Śāṅkarī und Vasumālikā. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.

7. Räucherwerk, Licht und Speise; Übersicht der fünf Gaben

Nach der Umkreisverehrung folgen Räucherwerk, Licht und Speise. Duftstoff und Blüten sind in der Tabelle zur Übersicht nochmals genannt und werden nicht deshalb ein zweites Mal verlangt. Wo die besondere Anweisung sechzehn oder weitere Gaben nennt, führe diese vollständig aus. Die gemeinsame Gruppe der fünf Gaben besteht nach P2-0100 aus Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Licht und Speise. P1-0540 schreibt vor, bei jeder Gabe den Grundmantra zu sprechen. Verwende dabei ausschließlich den oben bezeichneten Mantra dieser Ritualform.

Gabe Konkrete Handlung Rezitation und Bedeutung
Duftstoff Bringe den Duftstoff vor der Gottheit dar. Sprich śrīṃ
; die Gabe bedeutet: „Dir bringe ich diesen Duft dar.“
Blüten Lege die Blüten auf dem vorgesehenen Platz nieder, mit der natürlichen Oberseite nach oben. śrīṃ
; danach, nach P1-0540: etāni puṣpāṇi vauṣaṭ
– „Diese Blüten, vaushat.“
Räucherwerk Lass die Glocke mit der linken Hand erklingen und führe das Räuchergefäß vor der Gottheit. śrīṃ
; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich diesen Duft des Räucherwerks dar.“
Licht Bringe die brennende Lampe vor der Gottheit bis zur Höhe ihres Blickes dar. śrīṃ
; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich dieses Licht dar.“
Speise Stelle die Speise vor die Gottheit. Besprenge sie mit phaṭ
, rezitiere den Grundmantra achtmal und vollziehe die unterwiesene Dhenu-Mudra. Reiche die Gabe mit dem Grundmantra dar.
phaṭ
ist der rituelle Abgrenzungslaut; der Grundmantra richtet die Gabe an die Gottheit. Die achtsfache Besprechung folgt P2-0106.

Die deutschen Sätze erläutern die Gaben; sie sind keine dem Brihat Tantrasara zugeschriebenen Sanskritverse. Die konkreten Mantra-Zusätze, die im Einzelritual stehen, haben Vorrang. Die einfachen Handhabungshinweise führen die Angaben P2-0100, P2-0103–0106 und P1-0540 aus.

8. Japa, Darbringung und Abschluss

Setze dich nach den äußeren Gaben gesammelt hin und wiederhole den Grundmantra dieser Form. Wenn die besondere Paddhati keine Sitzungszahl nennt, nennt die allgemeine Ordnung 100 oder 1008 Wiederholungen (P2-0111). Eine Purascharana-Gesamtzahl ist davon zu unterscheiden.

Bringe das vollzogene Japa der Gottheit dar. Die allgemeine Formel lautet in einer redaktionell geglätteten Lesefassung:

oṃ guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthite ||

„Om. Du Hüterin des Allerverborgensten, nimm das von uns vollzogene Japa an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, o Göttin, da du in mir gegenwärtig bist.“

Die Formen guhyāti-/gṛhāṇāsmat- sind gegenüber dem beschädigten Wortabstand der Vorlage grammatisch geglättet; der Sanskritwortlaut von P2-0111 bleibt als Beleg erhalten. Preist die betreffende Tradition die Gottheit mit einem eigenen Stotra, schließt sich dieses hier an. Verneige dich anschließend.

Führe die Umkreisgottheiten innerlich in die Hauptgottheit zurück. Sprich:

kṣamasva
„Verzeihe!“

Vollziehe die unterwiesene Samhara-Mudra, nimm den Duft der dargebrachten Blüte wahr und führe den Lichtglanz der Gottheit in den Lotus deines Herzens zurück (P2-0120). Verweile einen Augenblick in dieser Gegenwart. Die Quelle beschreibt damit die Rücknahme der rituellen Anrufung; die Verehrung wirkt als Erinnerung im Alltag weiter.

Purascharana: gesonderter Gesamtumfang

Die folgenden Zahlen betreffen die besondere Vollendungspraxis und sind kein zusätzliches Soll jeder einzelnen Puja. Sie werden zusammen mit dem Guru dem gewählten Mantra zugeordnet. Ein hier genanntes Feueropfer benötigt seine eigene vollständige Homa-Ordnung.

P2-0319: Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Initiierte, der seine Sinne bezwungen hat, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und zwölftausendmal mit süß besprengten Lotussen im Feuer opfern. Nach dem Japa kann der Mantrapraktizierende auch mit süß getränktem Sesam oder mit Bilvafrüchten opfern, oder mit allen drei, du vorzüglicher Praktizierender.

Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung

Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.

P2-0314 · Originalnummer 4

atha lakṣmīmantrāḥ
atha vakṣye śriye mantrān śrīsaubhāgyaphalapradām |
yasyāḥ kaṭākṣamātreṇa trailokyamapi varddhate
|| 4 ||

Nun die Lakṣmīmantras: Ich werde die Mantras Śrīs beschreiben, die die Früchte von Wohlstand und Glück schenken. Schon durch ihren bloßen Seitenblick gedeihen die drei Welten.

P2-0315 · Originalnummer 5

vāntaṃ vahnisamārūḍhaṃ vāmanetrendusaṃyutam |
bījametat śriyo devyāḥ sarvakāmaphalapradam
|| 5 ||

Der Endlaut der va-Reihe, auf dem Feuer sitzend und mit linkem Auge und Mondzeichen verbunden, ist dieses Bīja der Göttin Śrī, das die Früchte aller Wünsche schenkt. Die Verschlüsselung ergibt śrīṃ.

P2-0316 · Originalnummer 6

asya pūjāprayogaḥ:
sāmānyapūjāpaddhatyukta prātaḥ kṛtyādipīṭhanyāsāntaṃ karma
vidhāya ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
śirasi bhṛgave ṛṣaye namaḥ, mukhe nivṛdgāyatrīcchandase namaḥ,
hṛdaye śriyai devatāyai namaḥ |
keśareṣu madhye ca pīṭhaśaktīḥ pīṭhamanuñca nyaset |
yathā:
oṃ vibhūtyai namaḥ |
evaṃ unnatyai kāntyai sṛṣṭyai kīrtyai sannatyai vyuṣṭyai utkṛṣṭyai
ṛddhyai |
tathā ca nibandhe:
vibhūtirunnatiḥ kāntiḥ kāntyai sṛṣṭiḥ kīrtiśca sannatiḥ |
vyuṣṭirutkṛṣṭir-ṛddhiśca samproktā navaśaktayaḥ
|| 6 ||

Sein Verehrungsverfahren: Nach den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „bhṛgave ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Bhṛgu“; am Mund „nivṛdgāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛd-Gāyatrī“; am Herzen „śriyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śrī“. Auf den Staubfäden und in der Mitte setzt man die Sitzkräfte und das Sitzmantra ein. Mit oṃ und namaḥ verehrt man Vibhūti, Unnati, Kānti, Sṛṣṭi, Kīrti, Sannati, Vyuṣṭi, Utkṛṣṭi und Ṛddhi. Im Nibandha heißt es: Diese werden als die neun Kräfte bezeichnet. [Im Zitat ist nach Kānti nochmals „kāntyai“ eingeschoben; die Prosaliste nennt neun Kräfte ohne diese Wiederholung.]

P2-0317 · Originalnummer 7

tataḥ śrīṃ kamalāsanāya namaḥ ityāsanaṃ nyaset |
tataḥ karāṅganyāsau:
śrāṃ aṃguṣṭhābyāṃ namaḥ |
śrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
śrūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
śraiṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
śrauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
śraḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ śrāṃ hṛdayāya namaḥ ityādinā nyaset |
tathā ca nibhandhe:
aṅgāni dīrghayuktena ramābījena kalpayet
|| 7 ||

Dann setzt man mit „śrīṃ kamalāsanāya namaḥ – Verehrung dem Lotussitz“ den Sitz ein. Der Handnyāsa: śrāṃ an den Daumen mit namaḥ; śrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; śrūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śraiṃ an den Ringfingern mit huṃ; śrauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; śraḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln die Glieder ein. Im Nibandha heißt es: Mit Ramās Bīja, verbunden mit den langen Vokalen, soll man die Glieder bilden.

P2-0318 · Originalnummer 9

tato dhyānam:
kāntyā kāñcanasannibhāṃ
himagiriprakhyaiścaturbhirgajairhastotkṣiptahiraṇyamayāmṛtaghaṭai-
rāsicyamānāṃ śriyam |
vibhrāṇāṃ varamabjayugmamabhayaṃ hastaiḥ kirīṭojjvālāṃ,
kṣaumāvaddhanitambavimbalalitāṃ vande'ravindasthitām ||
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya śaṅkhasthāpanaṃ kuryāt |
tataḥ pīṭhapūjāṃ vidhāya keśareṣu madhye ca
vibhūtyādipīṭhamanvantaṃ sampūjya, mūlena mūrtiṃ parikalpya,
punardhyātvā āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ karma
vidhāya, āvaraṇapūjāmārabheta ||
tadyathā:
agnyādi keśareṣu madhye dikṣu ca śrāṃ hṛdayāya namaḥ ityādinā
sampūjya digdaleṣu pūrvādi oṃ vāsudevāya namaḥ evaṃ
saṅkarṣaṇāya, pradyumnāya, aniruddhāya |
vidigdaleṣu agnyādi oṃ damakāya namaḥ, salilāya, guggulave,
kuruṇṭakāya |
tato devyā dakṣiṇe oṃ śaṅkhanidhaye namaḥ, evaṃ vasudhāyai, vāme
oṃ padmanidhaye namaḥ evaṃ vasumatyai |
patrāgreṣu pūrvādi oṃ balākyai namaḥ evaṃ vimalāyai kamalāyai
vanamālikāyai vibhīṣikāyai mālikāyai śāṅkaryai vasumālikāyai,
tadvahirindrādīn vajrādīṃśca pūjayet |
tato dhūpādivisarjanānta karma samāpayet
|| 9 ||

Die Meditation: Ich verehre Śrī, die auf einem Lotus steht und golden glänzt. Vier Elefanten, hell wie der Schneeberg, besprengen sie aus goldenen Nektargefäßen, die sie mit ihren Rüsseln erheben. Mit ihren Händen zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Ihre Krone strahlt; ihre von einem Leinengewand umschlossenen Hüften sind lieblich. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die Sitzverehrung. Auf den Staubfäden und in der Mitte verehrt man Vibhūti und die übrigen bis zum Sitzmantra, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung: Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern der Hauptrichtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen, im Südosten beginnend, Damaka, Salila, Guggulu und Kuruṇṭaka. Rechts von der Göttin den Muschelschatz und Vasudhā, links den Lotusschatz und Vasumatī. An den Blattspitzen, im Osten beginnend, Balākā, Vimalā, Kamalā, Vanamālikā, Vibhīṣikā, Mālikā, Śāṅkarī und Vasumālikā. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.

P2-0319 · Originalnummer 10

asya puraścaraṇaṃ dvādaśalakṣajapaḥ |
tathā ca:
bhānulakṣaṃ japenmantraṃ dīkṣito vijitendriyaḥ |
tatsahasrañca juhuyātkamalairmadhurokṣitaiḥ |
japānte juhuyāmantrī tilairvā madhurāplutaiḥ |
vilvaiḥ phalairvā juhuyāttribhirvā sādhakottama
|| 10 ||

Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Initiierte, der seine Sinne bezwungen hat, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und zwölftausendmal mit süß besprengten Lotussen im Feuer opfern. Nach dem Japa kann der Mantrapraktizierende auch mit süß getränktem Sesam oder mit Bilvafrüchten opfern, oder mit allen drei, du vorzüglicher Praktizierender.

Ausgeschriebene Belege zu den Rückverweisen

Diese Stellen liefern die im Hauptbeleg vorausgesetzten Zuordnungen und Handlungen. Das Grundmantra bleibt dasjenige der oben bezeichneten Ritualform; ein anderer Mantra im Vergleichsbeleg wird nicht zusätzlich übernommen.

P1-0536 · Originalnummer 40 · Rückverweis

tasā0 4
athā : mūlamantramuccaran amuka ihāgaccha ihāgaccha iha
tiṣṭha iha tiṣṭha iha sannidhehi iha sannidhehi iha sannirudhyasva
ityāvāhanādikaṃ kṛtvā, huṃ ityavaguṇṭhya, devatāṅge
ṣaḍaṅganyāsaṃ kṛtvā, vamiti dhenumudrayā amṛtīkṛtya,
paramīkaraṇamudrayā paramīkuryāt | tataḥ prāṇapratiṣṭhāṃ
kṛtvā ṣoḍaśopacāraiḥ pūjayet || 39 ka ||
yathā : mūlamuccārya idamāsanaṃ amukadevatāyai namaḥ,
amukadeva svāgatante iti svāgatam | tato mūlamuccārya etatpādyaṃ
amukadevatāyai namaḥ iti pādāmbuje dadyāt |
etatśyāmādūrvābjaviṣṇukrāntābhirītam | arghyaṃ
amukadevatāyai svāhā iti
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvātmakamarghyaṃ
śirasi dadyāt | vaiṣṇave tu arghyādikrameṇaiva deyamiti vadanti | tato
mūlamuccārya idamācamanīyaṃ amukadevatāyai svadhā iti
jātīlavaṅgakakkolātmakamācamanīyaṃ vadane dadyāt |
svadhāmantreṇa vadane dadyādācamanīyakaṃ ityatrasudhāpāṭhaṃ
kurvantaḥ sudhāśabdasyāmṛtavācakatvādamṛtavācakaśabdādya
jalavācakatvādidamācamanīyaṃ vamiti vadanti
|| 40 ||

Nun: Unter Rezitation des Grundmantras rufe man die Gottheit: „O [Name], komm hierher, komm hierher; bleibe hier, bleibe hier; sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig; halte dich hier fest.“ Mit huṃ verhülle man, vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa an der Gottheit, mache mit vaṃ und Dhenu-Mudrā nektarhaft und erhebe mit der Paramīkaraṇa-Mudrā zur höchsten Gegenwart. Danach setze man die Lebenskräfte ein und verehre mit sechzehn Darbringungen. [„tasā0 4“ ist ein Druckvermerk; eingeschobene Originalnummer 39 ka.] Nach dem Grundmantra: „Dieser Sitz ist für die [genannte] Gottheit, Verehrung“; als Willkommensgruß „O [Gottheit], willkommen“. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Fußwasser ist für die [Gottheit], Verehrung“ und an ihren Lotusfüßen darbringen; es enthält Śyāmā, Dūrvā, Lotus und Viṣṇukrāntā. „Dieses Arghya ist für die [Gottheit], svāhā“ und auf ihrem Kopf darbringen; es besteht aus Duftstoff, Blüten, ungebrochenen Reiskörnern, Gerste, Kuśa-Spitzen, Sesam, Senf und Dūrvā. Im vaiṣṇavischen Bereich sagen manche, Arghya sei als Erstes zu geben. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Mundwasser ist für die [Gottheit], svadhā“ und in ihrem Mund darbringen; es besteht aus Jātī, Gewürznelke und Kakkola. Manche lesen statt „mit dem Svadhā-Mantra das Mundwasser in den Mund geben“ sudhā und sagen, weil sudhā Unsterblichkeitsnektar und dessen Bezeichnung wiederum Wasser bedeute, laute die Formel „Dieses Mundwasser – vaṃ“.

P1-0540 · Originalnummer 44 · Rückverweis

tato
mantrapuṭitamātṛkāvarṇena tattannyāsasthānāni pūjayitvā etāni
puṣpāṇi vauṣaṭ iti | sarvatra dāne mūlamantroccāraṇam
|| 44 ||

Danach verehre man die jeweiligen Nyāsa-Stellen mit den vom Mantra umhüllten Mātṛkā-Buchstaben und spreche „Diese Blüten, vauṣaṭ“. Bei sämtlichen Darbringungen ist der Grundmantra auszusprechen.

P2-0100 · Originalnummer 95 · Rückverweis

athavā eṣāmapyabhāve pañcopacārān kalpayet |
gandhādayo naivedyāntā pūjā pañcoparacārikā iti
|| 95 ||

Oder man soll, wenn auch diese Gaben fehlen, fünf Verehrungsgaben bereitstellen. Die Verehrung mit fünf Gaben reicht vom Duftstoff bis zur Speise: Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.

P2-0103 · Originalnummer 98 · Rückverweis

puṣpadāne tu viśeṣaḥ:
puṣpaṃ vā yadi vā patraṃ phale neṣṭhamadhomukham |
duḥkhadaṃ tatsamādhyātaṃ yathotpannaṃ tathārpaṇaṃ |
adhomukha phalaṃ neṣṭaṃ puṣpāñjalividhau na ca |
sarvasva dravyadāne'yaṃ kramaḥ |
ādau mūlaṃ tato dravyaṃ devatāyai tataḥ padam |
śrītattvacintāmaṇau:
hṛdvahnivallabhātoyamantraṃ pādyādiṣu kramāt |
namo vauṣaṭ gandhapuṣpe hṛdānyāni nivedayet |
mūlamuccārya etatpādyaṃ amukadevatāyai namaḥ |
ityādinā syāt
|| 98 ||

Für das Darbringen von Blumen gilt eine besondere Regel: Eine Blume, ein Blatt oder eine Frucht soll nicht mit der Oberseite nach unten dargebracht werden. Eine solche Gabe gilt als leidbringend; man soll sie so darbringen, wie sie gewachsen ist. Eine nach unten gerichtete Frucht ist nicht erwünscht; bei der Handvoll Blumen, puṣpāñjali, gilt diese Einschränkung nicht. Für alle Gaben gilt folgende Reihenfolge: zuerst das Grundmantra, dann die Bezeichnung der Gabe, danach die Bezeichnung der Gottheit. Im Śrītattvacintāmaṇi heißt es: Für Fußwasser und die folgenden Wassergaben verwendet man der Reihe nach namaḥ, svāhā und das Wassermantra; für Duftstoff namaḥ, für Blumen vauṣaṭ, für die übrigen Gaben namaḥ. Nachdem man das Grundmantra ausgesprochen hat, sagt man beispielsweise: „Dieses Fußwasser für die Gottheit [Name], namaḥ.“ [„toyamantra“ bezeichnet hier das Wassermantra; dessen genaue Lautform wird an dieser Stelle nicht angegeben. Die erste Verszeile ist in ihrer Zuordnung verkürzt.]

P2-0104 · Originalnummer 99 · Rückverweis

tato mūrddhahṛdguhyapādasarvāṅgakeṣu mūlena
pañcapuṣpāñjalīna dattvā tattatkalpoktāvaraṇapūjāṃ kuryāt |
tathā ca:
pañcapuṣpāñjalīn dattvā parivārārcanaṃ carediti bhaṭṭaḥ |
tato dhūpadīpau dadyāt
|| 99 ||

Dann bringt man mit dem Grundmantra fünf Handvoll Blumen dar: am Scheitel, am Herzen, an der verborgenen Stelle, an den Füßen und am ganzen Körper. Anschließend vollzieht man die Verehrung der umgebenden Gottheiten nach dem betreffenden Ritualtext. Dazu sagt Bhaṭṭa: „Nachdem man fünf Handvoll Blumen gegeben hat, vollziehe man die Verehrung des Gefolges.“ Danach soll man Räucherwerk und Licht darbringen.

P2-0105 · Originalnummer 100 · Rückverweis

tadyathā:
jayadhvani - mantramātaḥ rvāheti puṣpākṣatairghaṇṭāṃ sampūjya,
vāmahastena tāṃ vādayan, tattanmantreṇa nīcairdhūpaṃ evaṃ
dṛṣṭiparyantaṃ dīpaṃ dadyāt
|| 100 ||

Dies geschieht so: Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt man die Glocke unter dem Mantra „jayadhvani-mantramātaḥ … svāhā“. Dann läutet man sie mit der linken Hand und bringt mit dem jeweiligen Mantra das Räucherwerk niedrig, das Licht dagegen bis zur Höhe der Augen dar. [Der Glockenmantrawortlaut ist durch „rvāheti“ beschädigt; „jayadhvani“ bedeutet Siegesklang, „mantramātaḥ“ Mutter der Mantras. Eine vollständige Lautform lässt sich hier nicht sicher herstellen.]

P2-0106 · Originalnummer 1 · Rückverweis

tato mūlena puṣpāñjalitrayaṃ dattvā, naivedyamānīya, phaḍiti
samprokṣya, cakramudrayā abhirakṣya, tadupari mūlamaṣṭadhā japtvā
dhunumudrayā amṛtīkṛtya, mūlamuccārya naivedyaṃ dadyāt |
yattoyamadhyaṃpātrasya tadādāya nivedayet |
anyatoyairyadutsṛṣṭamarghyapātrasthitetaraiḥ |
na gṛhṇāti mahādevo dattaṃ vidhiśatairapi |
iti vacanādupārānarghyapātrasthalenotsṛjya dadyāt
|| 1 ||

Dann gibt man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen, bringt die Speise herbei, besprengt sie mit „phaṭ“, schützt sie durch die Cakramudrā, wiederholt das Grundmantra achtmal über ihr, verwandelt sie mit der Dhenumudrā in Nektar und reicht sie unter Aussprechen des Grundmantras dar. Man soll das Wasser aus dem Arghyagefäß nehmen und damit die Gabe weihen. Wird sie mit anderem Wasser geweiht, das sich nicht im Arghyagefäß befindet, nimmt Mahādeva sie selbst bei hundert vorgeschriebenen Verfahren nicht an. Nach diesem Ausspruch soll man die Verehrungsgaben mit dem Wasser des Arghyagefäßes weihen und darbringen. [„dhunumudrayā“ und die abschließende Prosa sind fehlerhaft überliefert; die erkennbare Dhenumudrā und die Weihung mit Arghyawasser bestimmen den Sinn.]

P2-0111 · Originalnummer 6 · Rückverweis

tato'ṣṭottarasahasraṃ śataṃ vā japtvā oṃ guhyatiguhyāgoptā tvaṃ
gṛhaṇasmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādāttvayi sthite |
anyatra goptrī devīti viśeṣaḥ |
iti japaṃ samarpyaṃ stutvā natvā'ṣṭāṅgapramāṇaṃ kuryāt
|| 6 ||

Dann wiederholt man das Mantra eintausendachtmal oder hundertmal und spricht: „Oṃ. Du bist der Hüter des Allerverborgensten. Nimm das von uns vollzogene Japa an. Gott, möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, da du in mir gegenwärtig bist.“ Bei einer Göttin lautet die besondere Form „Hüterin“ und „Göttin“. Nachdem man so das Japa dargebracht hat, preist man die Gottheit, verneigt sich und vollzieht die Verneigung mit acht Gliedern. [Die Vorlage schreibt am Schluss „pramāṇaṃ“; gemeint ist nach der unmittelbar folgenden Erklärung praṇāma, Verneigung.]

P2-0120 · Originalnummer 15 · Rückverweis

tato devatāṅge āvaraṇadevatā nilāpya, kṣamasveti visarjanaṃ kṛtvā,
saṃhāramudrayā tattejaḥ puṣpaiḥ sārddhamāghrāya
svahṛdayamānayet |
(puraścaraṇacandrikāyām:
kṣamasveti vadanmūmantreṇa vyāpakaṃ triśa iti
vacanātvisarjanāntaraṃ vyāpakaṃ kuryāt |)
tathā ca:
nidhāya devatāṃ paścātsvīyahṛtsarasīruhe |
suṣumnāvartmanā puṣpamāghrāyodvāsayettataḥ
|| 15 ||

Dann lässt man die umgebenden Gottheiten im Körper der Hauptgottheit aufgehen, entlässt sie mit „Verzeihe!“ und atmet mit der Saṃhāramudrā ihren Lichtglanz zusammen mit dem Duft der Blumen ein, um ihn in das eigene Herz zu führen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es: „Während man ‚Verzeihe!‘ sagt, vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den umfassenden Nyāsa.“ Nach diesem Ausspruch soll man nach der Entlassung den umfassenden Nyāsa ausführen. Weiter heißt es: Nachdem man die Gottheit in den Lotus des eigenen Herzens eingesetzt hat, atmet man den Blumenduft durch den Weg der Suṣumnā ein und vollzieht dann die Entlassung.

Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.

P2-0314

अथ लक्ष्मीमन्त्राः
अथ वक्ष्ये श्रिये मन्त्रान् श्रीसौभाग्यफलप्रदाम् ।
यस्याः कटाक्षमात्रेण त्रैलोक्यमपि वर्द्धते
॥ ४ ॥

P2-0315

वान्तं वह्निसमारूढं वामनेत्रेन्दुसंयुतम् ।
बीजमेतत् श्रियो देव्याः सर्वकामफलप्रदम्
॥ ५ ॥

P2-0316

अस्य पूजाप्रयोगः:
सामान्यपूजापद्धत्युक्त प्रातः कृत्यादिपीठन्यासान्तं कर्म
विधाय ऋष्यादिन्यासं कुर्यात् ।
शिरसि भृगवे ऋषये नमः, मुखे निवृद्गायत्रीच्छन्दसे नमः,
हृदये श्रियै देवतायै नमः ।
केशरेषु मध्ये च पीठशक्तीः पीठमनुञ्च न्यसेत् ।
यथा:
ॐ विभूत्यै नमः ।
एवं उन्नत्यै कान्त्यै सृष्ट्यै कीर्त्यै सन्नत्यै व्युष्ट्यै उत्कृष्ट्यै
ऋद्ध्यै ।
तथा च निबन्धे:
विभूतिरुन्नतिः कान्तिः कान्त्यै सृष्टिः कीर्तिश्च सन्नतिः ।
व्युष्टिरुत्कृष्टिर्-ऋद्धिश्च सम्प्रोक्ता नवशक्तयः
॥ ६ ॥

P2-0317

ततः श्रीं कमलासनाय नमः इत्यासनं न्यसेत् ।
ततः कराङ्गन्यासौ:
श्रां अंगुष्ठाब्यां नमः ।
श्रीं तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
श्रूं मध्यमाभ्यां वषट् ।
श्रैं अनामिकाभ्यां हुं ।
श्रौं कनिष्ठाभ्यां वौषट् ।
श्रः करतलपृष्ठाभ्यां फट् ।
एवं श्रां हृदयाय नमः इत्यादिना न्यसेत् ।
तथा च निभन्धे:
अङ्गानि दीर्घयुक्तेन रमाबीजेन कल्पयेत्
॥ ७ ॥

P2-0318

ततो ध्यानम्:
कान्त्या काञ्चनसन्निभां
हिमगिरिप्रख्यैश्चतुर्भिर्गजैर्हस्तोत्क्षिप्तहिरण्यमयामृतघटै-
रासिच्यमानां श्रियम् ।
विभ्राणां वरमब्जयुग्ममभयं हस्तैः किरीटोज्ज्वालां,
क्षौमावद्धनितम्बविम्बललितां वन्देऽरविन्दस्थिताम् ॥
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्य शङ्खस्थापनं कुर्यात् ।
ततः पीठपूजां विधाय केशरेषु मध्ये च
विभूत्यादिपीठमन्वन्तं सम्पूज्य, मूलेन मूर्तिं परिकल्प्य,
पुनर्ध्यात्वा आवाहनादिपञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं कर्म
विधाय, आवरणपूजामारभेत ॥
तद्यथा:
अग्न्यादि केशरेषु मध्ये दिक्षु च श्रां हृदयाय नमः इत्यादिना
सम्पूज्य दिग्दलेषु पूर्वादि ॐ वासुदेवाय नमः एवं
सङ्कर्षणाय, प्रद्युम्नाय, अनिरुद्धाय ।
विदिग्दलेषु अग्न्यादि ॐ दमकाय नमः, सलिलाय, गुग्गुलवे,
कुरुण्टकाय ।
ततो देव्या दक्षिणे ॐ शङ्खनिधये नमः, एवं वसुधायै, वामे
ॐ पद्मनिधये नमः एवं वसुमत्यै ।
पत्राग्रेषु पूर्वादि ॐ बलाक्यै नमः एवं विमलायै कमलायै
वनमालिकायै विभीषिकायै मालिकायै शाङ्कर्यै वसुमालिकायै,
तद्वहिरिन्द्रादीन् वज्रादींश्च पूजयेत् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्त कर्म समापयेत्
॥ ९ ॥

P2-0319

अस्य पुरश्चरणं द्वादशलक्षजपः ।
तथा च:
भानुलक्षं जपेन्मन्त्रं दीक्षितो विजितेन्द्रियः ।
तत्सहस्रञ्च जुहुयात्कमलैर्मधुरोक्षितैः ।
जपान्ते जुहुयामन्त्री तिलैर्वा मधुराप्लुतैः ।
विल्वैः फलैर्वा जुहुयात्त्रिभिर्वा साधकोत्तम
॥ १० ॥

Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts

P2-0314

Nun die Lakṣmīmantras: Ich werde die Mantras Śrīs beschreiben, die die Früchte von Wohlstand und Glück schenken. Schon durch ihren bloßen Seitenblick gedeihen die drei Welten.

P2-0315

Der Endlaut der va-Reihe, auf dem Feuer sitzend und mit linkem Auge und Mondzeichen verbunden, ist dieses Bīja der Göttin Śrī, das die Früchte aller Wünsche schenkt. Die Verschlüsselung ergibt śrīṃ.

P2-0316

Sein Verehrungsverfahren: Nach den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „bhṛgave ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Bhṛgu“; am Mund „nivṛdgāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛd-Gāyatrī“; am Herzen „śriyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śrī“. Auf den Staubfäden und in der Mitte setzt man die Sitzkräfte und das Sitzmantra ein. Mit oṃ und namaḥ verehrt man Vibhūti, Unnati, Kānti, Sṛṣṭi, Kīrti, Sannati, Vyuṣṭi, Utkṛṣṭi und Ṛddhi. Im Nibandha heißt es: Diese werden als die neun Kräfte bezeichnet. [Im Zitat ist nach Kānti nochmals „kāntyai“ eingeschoben; die Prosaliste nennt neun Kräfte ohne diese Wiederholung.]

P2-0317

Dann setzt man mit „śrīṃ kamalāsanāya namaḥ – Verehrung dem Lotussitz“ den Sitz ein. Der Handnyāsa: śrāṃ an den Daumen mit namaḥ; śrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; śrūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śraiṃ an den Ringfingern mit huṃ; śrauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; śraḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln die Glieder ein. Im Nibandha heißt es: Mit Ramās Bīja, verbunden mit den langen Vokalen, soll man die Glieder bilden.

P2-0318

Die Meditation: Ich verehre Śrī, die auf einem Lotus steht und golden glänzt. Vier Elefanten, hell wie der Schneeberg, besprengen sie aus goldenen Nektargefäßen, die sie mit ihren Rüsseln erheben. Mit ihren Händen zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Ihre Krone strahlt; ihre von einem Leinengewand umschlossenen Hüften sind lieblich. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die Sitzverehrung. Auf den Staubfäden und in der Mitte verehrt man Vibhūti und die übrigen bis zum Sitzmantra, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung: Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern der Hauptrichtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen, im Südosten beginnend, Damaka, Salila, Guggulu und Kuruṇṭaka. Rechts von der Göttin den Muschelschatz und Vasudhā, links den Lotusschatz und Vasumatī. An den Blattspitzen, im Osten beginnend, Balākā, Vimalā, Kamalā, Vanamālikā, Vibhīṣikā, Mālikā, Śāṅkarī und Vasumālikā. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.

P2-0319

Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Initiierte, der seine Sinne bezwungen hat, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und zwölftausendmal mit süß besprengten Lotussen im Feuer opfern. Nach dem Japa kann der Mantrapraktizierende auch mit süß getränktem Sesam oder mit Bilvafrüchten opfern, oder mit allen drei, du vorzüglicher Praktizierender.

Verwandte Rituale

Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:

Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:

Quellen und redaktionelle Einordnung

Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.

Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.

Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.

Die Verehrung im Alltag weitertragen

Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.