Kartika Akashadipa zur Darbringung des Himmelslichtes

Aus Yogawiki

Kartika Akashadipa zur Darbringung des Himmelslichtes widmet ein erhöht aufgestelltes Licht Vishnu, den Ahnen und den Wesen, die Dunkelheit erfahren.

Lichtgabe bei einer hinduistischen Feier.

Umfang: Sieben vollständig ausgeschriebene Lichtgebete und eine gemeinsame Lichtgabe.

Anlass und spirituelle Ausrichtung

Der Akashadipa gehört in der Quelle zur herbstlichen Lichtpraxis in der Zeit der Waage. Die sieben Gebetsverse weiten die Darbringung über das eigene Haus hinaus. Die häusliche Ausführung verwendet ein sicher aufgestelltes Licht; das traditionelle Bild des Himmelslichts bleibt dabei erhalten.

Voraussetzungen und Material

Für Menschen, die mit Puja und langsamer Sanskritrezitation vertraut sind. Maßgeblich bleibt die eigene Überlieferung; diese häusliche Anleitung erteilt keine Einweihung.

Eine Lampe oder Kerze in standfestem Halter, eine erhöhte nicht brennbare Unterlage, Streichhölzer, eine Blüte und ein kleiner Teller; etwa zwanzig Minuten. Die Lampe steht auf einer nicht brennbaren Unterlage und bleibt während des Brennens beaufsichtigt; lösche sie vor dem Verlassen des Platzes.

Verwandte Anleitungen: Vishnu Manasa Puja mit fünf inneren Gaben, Vishnu Gastgaben Puja nach dem Mantramahodadhi.

1. Den Lichtplatz vorbereiten

Wasche die Hände und bereite den Platz so vor, dass alle Gaben erreichbar stehen. Halte den Sanskrittext gut lesbar bereit. Sitze bequem und aufrecht; der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht still in eigenen Worten. Die deutschen Übersetzungen erklären die Rezitation und müssen nicht zusätzlich gesprochen werden. Wähle einen etwas erhöhten Platz, an dem das Licht gut sichtbar und vor Umstoßen geschützt steht. Eine frei aufgehängte oder unbeaufsichtigte Lampe ist für diesen Ablauf nicht vorgesehen.

2. Das Licht entzünden

Entzünde die Lampe und lege die Blüte davor. Betrachte das Licht als Gabe für alle, denen Orientierung und Geborgenheit fehlen.

3. Die sieben Lichtverse sprechen

Sprich die folgende vollständige Gebetsfolge einmal, während die Lampe ruhig steht.

Lichtgebet, Vers 1
dāmodarāya nabhasi tulāyāṃ lolayā saha |
pradīpaṃ te prayacchāmi namo'nantāya vedhase |

Dir, Damodara, zusammen mit Lola, bringe ich in der Zeit der Waage diese Lampe im Luftraum dar. Verehrung dem Unendlichen, dem Schöpfer.

Lichtgebet, Vers 2
ūrddhvataḥ sapta lokā ye ye cādhovarttinaḥ sadā |
dattākāśapradīpena prakāśaṃ vicarantute |

Die sieben Welten oben und jene, die stets unten liegen, mögen durch das dargebrachte Himmelslicht im Hellen wandeln.

Lichtgebet, Vers 3
ye ca nārakiṇo lokāḥ pīḍayā bādhitāḥ sadā |
bhavasthāste prakāśantu dattākāśapradīpataḥ |

Die Wesen in den Höllen, die stets von Leiden bedrängt sind und im Werden leben, mögen durch das dargebrachte Himmelslicht ins Helle gelangen.

Lichtgebet, Vers 4
andhakāre sthitā ye ca ye ca lokavivarjitāḥ |
teṣāṃ prakāśanārthāya pradīpo dīyate mayā |

Für jene, die im Dunkeln bleiben, und jene, die von der Welt verlassen sind, gebe ich diese Lampe, damit es für sie hell werde.

Lichtgebet, Vers 5
yamadvāre mahāghore santi ye puruṣā mama |
teṣāṃ prakalpitārthāya pradīpo dīyate mayā |

Für die Meinen, die sich am furchtbaren Tor Yamas befinden, gebe ich diese Lampe zu dem ihnen zugedachten Wohl.

Lichtgebet, Vers 6
vātavarṣapataṅgādisnehavarttikṣayādinā |
nirvāṇasya pradīpasya na doṣo mama keśava |

Wird die Lampe durch Wind, Regen, Insekten oder das Aufbrauchen von Öl und Docht gelöscht, so sei dies mir kein Vergehen, Keshava.

Lichtgebet, Vers 7
namaḥ pitṛbhyaḥ pretebhyo namo dharmāya viṣṇave |
namo dharmāya rudrāya kāntārapataye namaḥ |

Verehrung den Ahnen und den Verstorbenen; Verehrung Dharma und Vishnu. Verehrung Dharma und Rudra; Verehrung dem Herrn der Wildnis.

Lola ist hier eine Anrede Lakshmis: Im unmittelbar vorangehenden Quellenabschnitt wird sie zugleich als Lakshmi und als Geliebte Haris angerufen. Die Lampe gilt Damodara gemeinsam mit ihr. Die Bilder von Unterwelten und Yamas Tor gehören zur religiösen Kosmologie des Gebets.

Yoga-Vidya-Vortrag über Archanam, die rituelle Verehrung. Das Video vertieft das Thema; der hier festgelegte Ablauf steht vollständig in dieser Anleitung.

4. Erinnerung und Mitgefühl

Erinnere dich still an verstorbene Angehörige und an Menschen, die einsam sind. Verweile einige Minuten beim Licht. Entscheide dich für eine kleine konkrete Zuwendung, etwa einen Besuch oder ein Gespräch.

5. Das Licht bewusst abschließen

Falte die Hände und danke. Lösche die Lampe, wenn die Andacht endet. Der sechste Vers spricht unabsichtliches Erlöschen an und fordert kein unbegrenztes Weiterbrennen.

Vollständige Rezitationstexte in IAST

Hier stehen sämtliche in dieser Anleitung verwendeten Rezitationstexte zusammenhängend in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens. Jeder unterschiedliche Text ist einmal wiedergegeben. Wie oft er gesprochen wird, steht im Ablauf; der Anhang fügt keine Wiederholungen hinzu. Der Umfang entspricht der einzelnen Anleitung, nicht dem gesamten Quellenwerk.

Lichtgebet, Vers 1
dāmodarāya nabhasi tulāyāṃ lolayā saha |
pradīpaṃ te prayacchāmi namo'nantāya vedhase |

Lichtgebet, Vers 2
ūrddhvataḥ sapta lokā ye ye cādhovarttinaḥ sadā |
dattākāśapradīpena prakāśaṃ vicarantute |

Lichtgebet, Vers 3
ye ca nārakiṇo lokāḥ pīḍayā bādhitāḥ sadā |
bhavasthāste prakāśantu dattākāśapradīpataḥ |

Lichtgebet, Vers 4
andhakāre sthitā ye ca ye ca lokavivarjitāḥ |
teṣāṃ prakāśanārthāya pradīpo dīyate mayā |

Lichtgebet, Vers 5
yamadvāre mahāghore santi ye puruṣā mama |
teṣāṃ prakalpitārthāya pradīpo dīyate mayā |

Lichtgebet, Vers 6
vātavarṣapataṅgādisnehavarttikṣayādinā |
nirvāṇasya pradīpasya na doṣo mama keśava |

Lichtgebet, Vers 7
namaḥ pitṛbhyaḥ pretebhyo namo dharmāya viṣṇave |
namo dharmāya rudrāya kāntārapataye namaḥ |

Vollständige Rezitationstexte in Devanagari

Lichtgebet, Vers 1
दामोदराय नभसि तुलायां लोलया सह ।
प्रदीपं ते प्रयच्छामि नमोऽनन्ताय वेधसे ।

Lichtgebet, Vers 2
ऊर्द्ध्वतः सप्त लोका ये ये चाधोवर्त्तिनः सदा ।
दत्ताकाशप्रदीपेन प्रकाशं विचरन्तुते ।

Lichtgebet, Vers 3
ये च नारकिणो लोकाः पीडया बाधिताः सदा ।
भवस्थास्ते प्रकाशन्तु दत्ताकाशप्रदीपतः ।

Lichtgebet, Vers 4
अन्धकारे स्थिता ये च ये च लोकविवर्जिताः ।
तेषां प्रकाशनार्थाय प्रदीपो दीयते मया ।

Lichtgebet, Vers 5
यमद्वारे महाघोरे सन्ति ये पुरुषा मम ।
तेषां प्रकल्पितार्थाय प्रदीपो दीयते मया ।

Lichtgebet, Vers 6
वातवर्षपतङ्गादिस्नेहवर्त्तिक्षयादिना ।
निर्वाणस्य प्रदीपस्य न दोषो मम केशव ।

Lichtgebet, Vers 7
नमः पितृभ्यः प्रेतेभ्यो नमो धर्माय विष्णवे ।
नमो धर्माय रुद्राय कान्तारपतये नमः ।

Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte

Lichtgebet, Vers 1
Dir, Damodara, zusammen mit Lola, bringe ich in der Zeit der Waage diese Lampe im Luftraum dar. Verehrung dem Unendlichen, dem Schöpfer.

Lichtgebet, Vers 2
Die sieben Welten oben und jene, die stets unten liegen, mögen durch das dargebrachte Himmelslicht im Hellen wandeln.

Lichtgebet, Vers 3
Die Wesen in den Höllen, die stets von Leiden bedrängt sind und im Werden leben, mögen durch das dargebrachte Himmelslicht ins Helle gelangen.

Lichtgebet, Vers 4
Für jene, die im Dunkeln bleiben, und jene, die von der Welt verlassen sind, gebe ich diese Lampe, damit es für sie hell werde.

Lichtgebet, Vers 5
Für die Meinen, die sich am furchtbaren Tor Yamas befinden, gebe ich diese Lampe zu dem ihnen zugedachten Wohl.

Lichtgebet, Vers 6
Wird die Lampe durch Wind, Regen, Insekten oder das Aufbrauchen von Öl und Docht gelöscht, so sei dies mir kein Vergehen, Keshava.

Lichtgebet, Vers 7
Verehrung den Ahnen und den Verstorbenen; Verehrung Dharma und Vishnu. Verehrung Dharma und Rudra; Verehrung dem Herrn der Wildnis.

Siehe auch

Weitere Anleitungen: Tantra Rituale und Puja.

Quellen und redaktionelle Hinweise

Pranatosini Tantra, Sanskrit-IAST-Projektfassung Pranatosini Tantra Sanskrit IAST nach Muktabodha M00071; Druckausgabe Jivananda Vidyasagara Bhattacharya, Calcutta 1898. Kamyakanda, Kartika-Lichtpraxis, sieben zusammenhängende Verse von „dāmodarāya nabhasi“ bis „kāntārapataye namaḥ“. Die erhöhte Tischlampe und die begrenzte Dauer sind häusliche Anpassungen des Akashadipa.

Die genaue Auswahl der Rezitationen steht in den drei vollständigen Anhängen. Das Devanagari wurde aus dem verwendeten IAST transliteriert und durch Rückübertragung geprüft; es bildet keinen unabhängigen Textzeugen. Die elektronischen Projektfassungen beruhen auf der Muktabodha Digital Library. Zitate aus weiteren Werken innerhalb der Pranatosini wurden in dieser Überlieferung gelesen; ein unabhängiger Fassungsvergleich wird nicht behauptet. Zeitangaben, Gefäßgrößen und häusliche Handgriffe sind praktische redaktionelle Konkretisierungen. Religiöse Wirkungswünsche werden als Gebete verstanden.

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