Innere Matrika Nyasa nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Innere Matrika Nyasa nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, die Sanskritlaute in den inneren Lotuszentren zu vergegenwärtigen.

Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.

Zweck und Voraussetzungen

Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.

Gewählte Form: Innere Matrika Nyasa. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.

Vorbereitung und Materialien

Ein sauberer Sitz. Für körperlichen Nyasa die in der Quelle genannten Finger beziehungsweise eine Blüte; für inneren Nyasa die klare Vorstellung der beschriebenen Zentren.

Vorsatz: Formuliere vor Beginn bewusst die Absicht dieser Durchführung. Ein kurzer deutscher Vorsatz genügt als redaktionelle Orientierung: Du vollziehst dieses Ritual in Hingabe an die genannte Gottheit beziehungsweise zur beschriebenen Weihe. Eine traditionelle Sanskrit-Sankalpa-Formel wird nur dort rezitiert, wo sie in der eigenen Überlieferung vollständig bestimmt ist.

Durchführung

Für die innere Blattzuordnung gilt die vollständig ausgeschriebene Folge P2-0055: vier Blätter im Muladhara, sechs im Svadhishthana, zehn im Manipura, zwölf im Anahata, sechzehn im Vishuddha und zwei im Ajna. Die verkürzte Zuordnung der zwölf Buchstaben zum zehnblättrigen Nabellotus in P2-0054 wird durch diese ausdrückliche Parallelbeschreibung aufgelöst.

Sprich die jeweils zugehörige Formel und berühre gleichzeitig die bezeichnete Körperstelle; beim inneren Nyasa vergegenwärtige sie im genannten Zentrum. Behalte die im Text vorgegebene Reihenfolge bei.

Nyasa und Mantra-Zuordnungen

Handlung und Bedeutung (P2-0054):
Nun Mātṛkā-Nyāsa. Zuerst die Einsetzung des Sehers und der weiteren Zuordnungen: „Für diesen Mātṛkā-Mantra ist Brahmā der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Mātṛkā-Sarasvatī die Gottheit. Die Konsonanten sind die Bījas, die Vokale die Kräfte; die Anwendung ist Mātṛkā-Nyāsa.“ Am Kopf: „Oṃ. Brahmā, dem Seher, sei Verehrung“; am Mund „Oṃ. Dem Gāyatrī-Versmaß“; am Herzen „Oṃ. Mātṛkā-Sarasvatī, der Gottheit“; an der geheimen Stelle „Oṃ. Den Konsonanten als Bījas“; an den Füßen „Oṃ. Den Vokalen als Kräften“, jeweils namaḥ. So im Jñānārṇava: Höre die Mātṛkā, o Herrin der Götter; man setze die Sündenvernichtende ein. Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, die Göttin Mātṛkā die Gottheit, die Konsonanten die Bījas und die Vokale die Kräfte; man vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa. Dann Hand- und Glied-Nyāsa: aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ – den beiden Daumen, namaḥ; iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ – den Zeigefingern, svāhā; uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ – den Mittelfingern, vaṣaṭ; eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ – den Ringfingern, huṃ; oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ – den kleinen Fingern, vauṣaṭ; aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ – Handflächen und Handrücken, phaṭ. Ebenso an Herz und den übrigen Gliedern: „aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ, dem Herzen, namaḥ“ und der Reihe nach die übrigen. Im Jñānārṇava: Die ka-Gruppe zwischen aṃ und āṃ, ca zwischen iṃ und īṃ, ṭa zwischen uṃ und ūṃ, ta zwischen eṃ und aiṃ, pa zwischen oṃ und auṃ, jeweils mit Bindu. Die ya- und śa-Gruppen zusammen mit la-kṣa stehen zwischen Anusvāra und Visarga. Man setze die Dativ-Formeln an Herz, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer und Augen, mit namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ der Reihe nach. Dieser sechsgliedrige Nyāsa der Mātṛkā nimmt alle Sünden. Nun die innere Mātṛkā nach der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt. Die sechzehn Vokale von a an mit Bindu auf den sechzehnblättrigen Lotus an der Halswurzel; die zwölf Buchstaben von ka an „auf den zehnblättrigen Lotus am Nabel“ [offensichtlich gestörte Angabe der Vorlage]; die sechs Buchstaben von va an mit Bindu auf den sechsblättrigen Lotus an der Wurzel des Geschlechtsorgans; die vier von va bis sa auf den vierblättrigen Mūlādhāra; ha und kṣa auf den zweiblättrigen Lotus zwischen den Brauen. Der folgende Vers im Jñānārṇava gibt die vollständige Zuordnung: Am Hals sechzehn Vokale auf sechzehn Blätter; im Herzen die zwölf von ka an; am Nabel die zehn von ḍa an; am Geschlechtsorgan die sechs von ba an [die Vorlage schreibt va]; an der Grundlage die vier von va an; zwischen den Brauen ha und kṣa. Danach vollziehe man Ganzkörper-Nyāsa.

Sanskrit zur Handlung:
atha mātṛkānyāsaḥ
tatra mātṛkāyā ṛṣyādinyāsaḥ |
asya mātṛkāmantrasya brahma-ṛṣirgāyatrīcchando mātṛkāsarasvatī
devatā halo bījāni svarāḥ śaktayo mātṛkānyāse viniyogaḥ |
śirasi oṃ brahmaṇe ṛṣaye namaḥ, mukhe oṃ gāyatrīcchandase namaḥ,
hṛdi oṃ mātṛkāsarasvatyai devatāyai namaḥ, guhye oṃ vyañjanebhyo
bījebhyo namaḥ, pādayo oṃ svarebhyaḥ śaktibhyo namaḥ |
tathā ca jñānārṇave:
mātṛkāṃ śṛṇu deviśi nyasetpāpanikṛntanīm |
ṛṣirbrahmāsya mantrasya gāyatrīcchanda ucyate |
devatā mātṛkā devī bījaṃ vyañjanamucyate |
śaktayastu svarā devi ṣaḍaṅganyāsamācaret |
tataḥ karāṅganyāso:
aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ
karatalaṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu |
aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ hṛdayāya namaḥ ityādi krameṇa
nyaset |
tathā ca jñārṇave:
aṃ āṃ madhye kavargantu iṃ īṃ madhye cavargakam |
uṃ ūṃ madhye ṭavargantu eṃ aiṃ madhye tavargakam |
oṃ auṃ madhye pavargantu vinduyuktaṃ nyaset priye anusvāra -
visargāntau yaśavagau salakṣakau |
hṛdayañca śiro devi śikhā kavacakaṃ tathā |
tetramantraṃ nyaset ṅe'ntaṃ namaḥ svāhā krameṇa tu |
vaṣaṭ huṃ vauṣaḍantañca phaḍantaṃ yojayetpriye |
ṣaḍaṅgo'yaṃ mātṛkāyāḥ sarvapāpaharaḥ smṛtaḥ ||
athāntarmātṛkā agastyasaṃhitāyām:
ekaikavarṇānekaikapatrānte vinyasetpriye |
akārādiṣoḍaśasvarān savindūnṣoḍaśadalakamale kaṇṭhamūle
nyaset |
kakārādi - dvādaśavarṇān daśakamale nābhau tyaset |
vakārādiṣaḍvarṇān savindūn ṣaḍadalakamale liṅgamūle nyaset |
vakārādi caturovarṇān sāntāñcaturdalakamale mūlādhāre nyaset |
hakṣavarṇadvayaṃ dvidalakamale bhrūmadhye nyaset |
tathā ca jñānārṇave:
dvyaṣṭapatrāmbuje kaṇṭhe svarān ṣoḍaśa vinyaset |
dvādaśacchadahṛtpadme kādīndvādaśa vinyaset |
daśapatrāmbuje nābhau ḍakārādīnnyaseddaśa |
ṣaṭpatramadhye liṅgasthe vakārādīnnyasecca ṣaṭ |
ādhāre caturo varṇānnyasedvādīñcaturdale |
hakṣau bhrūmadhyage padme dvidale vinyasetpriye |
ityantarmārtṛkāṃ nyasya sarvāṅganyāsamācaret
|| 53 ||

Handlung und Bedeutung (P2-0055):
In der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt, o Geliebte. Nachdem man innerlich so eingesetzt hat, setze man anschließend im Geist äußerlich ein. Vaiṣṇavische Besonderheit: Man spreche jeden Buchstaben vom Mūlādhāra bis zum Kopf, endend auf namaḥ; dies heißt innere Einsetzung. Ferner: Innerer Mātṛkā-Nyāsa im goldglänzenden vierblättrigen Mūlādhāra mit va śa ṣa sa; im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna, blitzähnlich und feuerleuchtend, ba bha ma ya ra la; im zehnblättrigen Maṇipūra wie eine dunkle Regenwolke die zehn Buchstaben von ḍa bis pha mit leuchtendem Bindu; im zwölfblättrigen Anāhata mit Korallenglanz die zwölf von ka bis ṭha, den Yogins im Herzen zugänglich; im sechzehnblättrigen rauchfarbenen Viśuddha die Vokale; im mondfarbenen zweiblättrigen Ājñā ha und kṣa; im schneehellen Sahasrāra alle Buchstaben, mit drei Linien von a, ka und tha an und den drei Lauten ha la kṣa. In dessen Mitte der höchste Bindu als Wesen von Schöpfung, Bestand und Auflösung. So meditiere man gesammelt: Dies ist der innere Nyāsa.

Sanskrit zur Handlung:
agastyasaṃhitāyām:
ekaikavarṇamekaikapatrānte vinyasetpriye |
evamantaḥ pravinyasya manasāto vahirnyaset |
vaiṣṇave tu viśeṣaḥ:
ekaikaṃ varṇamuccāryaṃ mūlādhārācchiro'ntakam |
namo'nta iti vinyāsa āntaraḥ parikīrtitaḥ |
tathā:
athāntarmātṛkānyāso mūlādhāre caturdale |
suvarṇābhe va śa ṣa sa caturvarṇavibhūṣite |
ṣaḍdale vaidyutanibhe svādhiṣṭhāne'nalatviṣi |
ba bha mairyaralairyukte varṇaḥ ṣaḍbhiśca suvrate |
maṇipūre daśadale nīlajīmūtasannibhe |
ḍādiphāntardalairyukte vindūdbhāsitamastakaiḥ |
anāhate dvādaśāre pravālarucisannibhe |
kādiṭhāntadalairyukte yogināṃ hṛdayaṅgame |
viśuddhe ṣoḍaśadale dhūmrābhe svarabhūṣite |
ājñācakre tu candrābhe dvidale hakṣalāñchite |
sahasrāre himānibhe sarvavarṇavibhūṣite |
akathādivitrirekhātmahalakṣatrayabhūṣite |
tanmadhye paravinduñca sṛṣṭisthitilayātmakam |
evaṃ samāhitamanā dhyāyennyāso'yamāntaraḥ
|| 53 ka ||

Abschluss

Beende die im gewählten Verfahren vorgeschriebene letzte Handlung, sammle dich und verneige dich innerlich vor Guru und Gottheit. Wo der Quellentext eine besondere Übergabe, Entlassung oder Abschlussformel nennt, ist diese maßgeblich. Der kurze Moment stiller Dankbarkeit ist eine redaktionelle Praxisanregung.


Ergänzte Ausführung der Rückverweise

Ausgeschriebene Hand- und Körperfolge

Führe zuerst den Handnyasa, anschließend den Körpernyasa in der Tabellenreihenfolge aus. Die ausgeschriebene Folge setzt die Gliederregel aus P2-0054 und P2-0082–0083 um. Die Ortsnamen in der Tabelle geben zugleich die Bedeutung der Zuordnungsformeln an; die Abschlusslaute bleiben Ritualausrufe.

Nr. Handstelle Handformel Körperstelle Körperformel
1 Beide Daumen aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ
Herz aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ hṛdayāya namaḥ
2 Beide Zeigefinger iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ tarjanībhyāṃ svāhā
Kopf iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ śirase svāhā
3 Beide Mittelfinger uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ
Haarschopf uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ śikhāyai vaṣaṭ
4 Beide Ringfinger eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ anāmikābhyāṃ huṃ
Schutzpanzer eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ kavacāya huṃ
5 Beide kleinen Finger oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ
Drei Augen oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ netratrayāya vauṣaṭ
6 Handflächen und Handrücken aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ
Waffe / Abgrenzung aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ astrāya phaṭ

Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung

Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.

P2-0054 · Originalnummer 53

atha mātṛkānyāsaḥ
tatra mātṛkāyā ṛṣyādinyāsaḥ |
asya mātṛkāmantrasya brahma-ṛṣirgāyatrīcchando mātṛkāsarasvatī
devatā halo bījāni svarāḥ śaktayo mātṛkānyāse viniyogaḥ |
śirasi oṃ brahmaṇe ṛṣaye namaḥ, mukhe oṃ gāyatrīcchandase namaḥ,
hṛdi oṃ mātṛkāsarasvatyai devatāyai namaḥ, guhye oṃ vyañjanebhyo
bījebhyo namaḥ, pādayo oṃ svarebhyaḥ śaktibhyo namaḥ |
tathā ca jñānārṇave:
mātṛkāṃ śṛṇu deviśi nyasetpāpanikṛntanīm |
ṛṣirbrahmāsya mantrasya gāyatrīcchanda ucyate |
devatā mātṛkā devī bījaṃ vyañjanamucyate |
śaktayastu svarā devi ṣaḍaṅganyāsamācaret |
tataḥ karāṅganyāso:
aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ
karatalaṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu |
aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ hṛdayāya namaḥ ityādi krameṇa
nyaset |
tathā ca jñārṇave:
aṃ āṃ madhye kavargantu iṃ īṃ madhye cavargakam |
uṃ ūṃ madhye ṭavargantu eṃ aiṃ madhye tavargakam |
oṃ auṃ madhye pavargantu vinduyuktaṃ nyaset priye anusvāra -
visargāntau yaśavagau salakṣakau |
hṛdayañca śiro devi śikhā kavacakaṃ tathā |
tetramantraṃ nyaset ṅe'ntaṃ namaḥ svāhā krameṇa tu |
vaṣaṭ huṃ vauṣaḍantañca phaḍantaṃ yojayetpriye |
ṣaḍaṅgo'yaṃ mātṛkāyāḥ sarvapāpaharaḥ smṛtaḥ ||
athāntarmātṛkā agastyasaṃhitāyām:
ekaikavarṇānekaikapatrānte vinyasetpriye |
akārādiṣoḍaśasvarān savindūnṣoḍaśadalakamale kaṇṭhamūle
nyaset |
kakārādi - dvādaśavarṇān daśakamale nābhau tyaset |
vakārādiṣaḍvarṇān savindūn ṣaḍadalakamale liṅgamūle nyaset |
vakārādi caturovarṇān sāntāñcaturdalakamale mūlādhāre nyaset |
hakṣavarṇadvayaṃ dvidalakamale bhrūmadhye nyaset |
tathā ca jñānārṇave:
dvyaṣṭapatrāmbuje kaṇṭhe svarān ṣoḍaśa vinyaset |
dvādaśacchadahṛtpadme kādīndvādaśa vinyaset |
daśapatrāmbuje nābhau ḍakārādīnnyaseddaśa |
ṣaṭpatramadhye liṅgasthe vakārādīnnyasecca ṣaṭ |
ādhāre caturo varṇānnyasedvādīñcaturdale |
hakṣau bhrūmadhyage padme dvidale vinyasetpriye |
ityantarmārtṛkāṃ nyasya sarvāṅganyāsamācaret
|| 53 ||

Nun Mātṛkā-Nyāsa. Zuerst die Einsetzung des Sehers und der weiteren Zuordnungen: „Für diesen Mātṛkā-Mantra ist Brahmā der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Mātṛkā-Sarasvatī die Gottheit. Die Konsonanten sind die Bījas, die Vokale die Kräfte; die Anwendung ist Mātṛkā-Nyāsa.“ Am Kopf: „Oṃ. Brahmā, dem Seher, sei Verehrung“; am Mund „Oṃ. Dem Gāyatrī-Versmaß“; am Herzen „Oṃ. Mātṛkā-Sarasvatī, der Gottheit“; an der geheimen Stelle „Oṃ. Den Konsonanten als Bījas“; an den Füßen „Oṃ. Den Vokalen als Kräften“, jeweils namaḥ. So im Jñānārṇava: Höre die Mātṛkā, o Herrin der Götter; man setze die Sündenvernichtende ein. Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, die Göttin Mātṛkā die Gottheit, die Konsonanten die Bījas und die Vokale die Kräfte; man vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa. Dann Hand- und Glied-Nyāsa: aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ – den beiden Daumen, namaḥ; iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ – den Zeigefingern, svāhā; uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ – den Mittelfingern, vaṣaṭ; eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ – den Ringfingern, huṃ; oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ – den kleinen Fingern, vauṣaṭ; aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ – Handflächen und Handrücken, phaṭ. Ebenso an Herz und den übrigen Gliedern: „aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ, dem Herzen, namaḥ“ und der Reihe nach die übrigen. Im Jñānārṇava: Die ka-Gruppe zwischen aṃ und āṃ, ca zwischen iṃ und īṃ, ṭa zwischen uṃ und ūṃ, ta zwischen eṃ und aiṃ, pa zwischen oṃ und auṃ, jeweils mit Bindu. Die ya- und śa-Gruppen zusammen mit la-kṣa stehen zwischen Anusvāra und Visarga. Man setze die Dativ-Formeln an Herz, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer und Augen, mit namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ der Reihe nach. Dieser sechsgliedrige Nyāsa der Mātṛkā nimmt alle Sünden. Nun die innere Mātṛkā nach der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt. Die sechzehn Vokale von a an mit Bindu auf den sechzehnblättrigen Lotus an der Halswurzel; die zwölf Buchstaben von ka an „auf den zehnblättrigen Lotus am Nabel“ [offensichtlich gestörte Angabe der Vorlage]; die sechs Buchstaben von va an mit Bindu auf den sechsblättrigen Lotus an der Wurzel des Geschlechtsorgans; die vier von va bis sa auf den vierblättrigen Mūlādhāra; ha und kṣa auf den zweiblättrigen Lotus zwischen den Brauen. Der folgende Vers im Jñānārṇava gibt die vollständige Zuordnung: Am Hals sechzehn Vokale auf sechzehn Blätter; im Herzen die zwölf von ka an; am Nabel die zehn von ḍa an; am Geschlechtsorgan die sechs von ba an [die Vorlage schreibt va]; an der Grundlage die vier von va an; zwischen den Brauen ha und kṣa. Danach vollziehe man Ganzkörper-Nyāsa.

P2-0055 · Originalnummer 53 ka

agastyasaṃhitāyām:
ekaikavarṇamekaikapatrānte vinyasetpriye |
evamantaḥ pravinyasya manasāto vahirnyaset |
vaiṣṇave tu viśeṣaḥ:
ekaikaṃ varṇamuccāryaṃ mūlādhārācchiro'ntakam |
namo'nta iti vinyāsa āntaraḥ parikīrtitaḥ |
tathā:
athāntarmātṛkānyāso mūlādhāre caturdale |
suvarṇābhe va śa ṣa sa caturvarṇavibhūṣite |
ṣaḍdale vaidyutanibhe svādhiṣṭhāne'nalatviṣi |
ba bha mairyaralairyukte varṇaḥ ṣaḍbhiśca suvrate |
maṇipūre daśadale nīlajīmūtasannibhe |
ḍādiphāntardalairyukte vindūdbhāsitamastakaiḥ |
anāhate dvādaśāre pravālarucisannibhe |
kādiṭhāntadalairyukte yogināṃ hṛdayaṅgame |
viśuddhe ṣoḍaśadale dhūmrābhe svarabhūṣite |
ājñācakre tu candrābhe dvidale hakṣalāñchite |
sahasrāre himānibhe sarvavarṇavibhūṣite |
akathādivitrirekhātmahalakṣatrayabhūṣite |
tanmadhye paravinduñca sṛṣṭisthitilayātmakam |
evaṃ samāhitamanā dhyāyennyāso'yamāntaraḥ
|| 53 ka ||

In der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt, o Geliebte. Nachdem man innerlich so eingesetzt hat, setze man anschließend im Geist äußerlich ein. Vaiṣṇavische Besonderheit: Man spreche jeden Buchstaben vom Mūlādhāra bis zum Kopf, endend auf namaḥ; dies heißt innere Einsetzung. Ferner: Innerer Mātṛkā-Nyāsa im goldglänzenden vierblättrigen Mūlādhāra mit va śa ṣa sa; im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna, blitzähnlich und feuerleuchtend, ba bha ma ya ra la; im zehnblättrigen Maṇipūra wie eine dunkle Regenwolke die zehn Buchstaben von ḍa bis pha mit leuchtendem Bindu; im zwölfblättrigen Anāhata mit Korallenglanz die zwölf von ka bis ṭha, den Yogins im Herzen zugänglich; im sechzehnblättrigen rauchfarbenen Viśuddha die Vokale; im mondfarbenen zweiblättrigen Ājñā ha und kṣa; im schneehellen Sahasrāra alle Buchstaben, mit drei Linien von a, ka und tha an und den drei Lauten ha la kṣa. In dessen Mitte der höchste Bindu als Wesen von Schöpfung, Bestand und Auflösung. So meditiere man gesammelt: Dies ist der innere Nyāsa.

Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.

P2-0054

अथ मातृकान्यासः
तत्र मातृकाया ऋष्यादिन्यासः ।
अस्य मातृकामन्त्रस्य ब्रह्म-ऋषिर्गायत्रीच्छन्दो मातृकासरस्वती
देवता हलो बीजानि स्वराः शक्तयो मातृकान्यासे विनियोगः ।
शिरसि ॐ ब्रह्मणे ऋषये नमः, मुखे ॐ गायत्रीच्छन्दसे नमः,
हृदि ॐ मातृकासरस्वत्यै देवतायै नमः, गुह्ये ॐ व्यञ्जनेभ्यो
बीजेभ्यो नमः, पादयो ॐ स्वरेभ्यः शक्तिभ्यो नमः ।
तथा च ज्ञानार्णवे:
मातृकां शृणु देविशि न्यसेत्पापनिकृन्तनीम् ।
ऋषिर्ब्रह्मास्य मन्त्रस्य गायत्रीच्छन्द उच्यते ।
देवता मातृका देवी बीजं व्यञ्जनमुच्यते ।
शक्तयस्तु स्वरा देवि षडङ्गन्यासमाचरेत् ।
ततः कराङ्गन्यासो:
अं कं खं गं घं ङं आं अंगुष्ठाभ्यां नमः ।
इं चं छं जं झं ञं ईं तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
उं टं ठं डं ढं णं ऊं मध्यमाभ्यां वषट् ।
एं तं थं दं धं नं ऐं अनामिकाभ्यां हुं ।
ॐ पं फं बं भं मं औं कनिष्ठाभ्यां वौषट् ।
अं यं रं लं वं शं षं सं हं लं क्षं अः
करतलऋष्ठाभ्यां फट् ।
एवं हृदयादिषु ।
अं कं खं गं घं ङं आं हृदयाय नमः इत्यादि क्रमेण
न्यसेत् ।
तथा च ज्ञार्णवे:
अं आं मध्ये कवर्गन्तु इं ईं मध्ये चवर्गकम् ।
उं ऊं मध्ये टवर्गन्तु एं ऐं मध्ये तवर्गकम् ।
ॐ औं मध्ये पवर्गन्तु विन्दुयुक्तं न्यसेत् प्रिये अनुस्वार -
विसर्गान्तौ यशवगौ सलक्षकौ ।
हृदयञ्च शिरो देवि शिखा कवचकं तथा ।
तेत्रमन्त्रं न्यसेत् ङेऽन्तं नमः स्वाहा क्रमेण तु ।
वषट् हुं वौषडन्तञ्च फडन्तं योजयेत्प्रिये ।
षडङ्गोऽयं मातृकायाः सर्वपापहरः स्मृतः ॥
अथान्तर्मातृका अगस्त्यसंहितायाम्:
एकैकवर्णानेकैकपत्रान्ते विन्यसेत्प्रिये ।
अकारादिषोडशस्वरान् सविन्दून्षोडशदलकमले कण्ठमूले
न्यसेत् ।
ककारादि - द्वादशवर्णान् दशकमले नाभौ त्यसेत् ।
वकारादिषड्वर्णान् सविन्दून् षडदलकमले लिङ्गमूले न्यसेत् ।
वकारादि चतुरोवर्णान् सान्ताञ्चतुर्दलकमले मूलाधारे न्यसेत् ।
हक्षवर्णद्वयं द्विदलकमले भ्रूमध्ये न्यसेत् ।
तथा च ज्ञानार्णवे:
द्व्यष्टपत्राम्बुजे कण्ठे स्वरान् षोडश विन्यसेत् ।
द्वादशच्छदहृत्पद्मे कादीन्द्वादश विन्यसेत् ।
दशपत्राम्बुजे नाभौ डकारादीन्न्यसेद्दश ।
षट्पत्रमध्ये लिङ्गस्थे वकारादीन्न्यसेच्च षट् ।
आधारे चतुरो वर्णान्न्यसेद्वादीञ्चतुर्दले ।
हक्षौ भ्रूमध्यगे पद्मे द्विदले विन्यसेत्प्रिये ।
इत्यन्तर्मार्तृकां न्यस्य सर्वाङ्गन्यासमाचरेत्
॥ ५३ ॥

P2-0055

अगस्त्यसंहितायाम्:
एकैकवर्णमेकैकपत्रान्ते विन्यसेत्प्रिये ।
एवमन्तः प्रविन्यस्य मनसातो वहिर्न्यसेत् ।
वैष्णवे तु विशेषः:
एकैकं वर्णमुच्चार्यं मूलाधाराच्छिरोऽन्तकम् ।
नमोऽन्त इति विन्यास आन्तरः परिकीर्तितः ।
तथा:
अथान्तर्मातृकान्यासो मूलाधारे चतुर्दले ।
सुवर्णाभे व श ष स चतुर्वर्णविभूषिते ।
षड्दले वैद्युतनिभे स्वाधिष्ठानेऽनलत्विषि ।
ब भ मैर्यरलैर्युक्ते वर्णः षड्भिश्च सुव्रते ।
मणिपूरे दशदले नीलजीमूतसन्निभे ।
डादिफान्तर्दलैर्युक्ते विन्दूद्भासितमस्तकैः ।
अनाहते द्वादशारे प्रवालरुचिसन्निभे ।
कादिठान्तदलैर्युक्ते योगिनां हृदयङ्गमे ।
विशुद्धे षोडशदले धूम्राभे स्वरभूषिते ।
आज्ञाचक्रे तु चन्द्राभे द्विदले हक्षलाञ्छिते ।
सहस्रारे हिमानिभे सर्ववर्णविभूषिते ।
अकथादिवित्रिरेखात्महलक्षत्रयभूषिते ।
तन्मध्ये परविन्दुञ्च सृष्टिस्थितिलयात्मकम् ।
एवं समाहितमना ध्यायेन्न्यासोऽयमान्तरः
॥ ५३ क ॥

Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts

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Nun Mātṛkā-Nyāsa. Zuerst die Einsetzung des Sehers und der weiteren Zuordnungen: „Für diesen Mātṛkā-Mantra ist Brahmā der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Mātṛkā-Sarasvatī die Gottheit. Die Konsonanten sind die Bījas, die Vokale die Kräfte; die Anwendung ist Mātṛkā-Nyāsa.“ Am Kopf: „Oṃ. Brahmā, dem Seher, sei Verehrung“; am Mund „Oṃ. Dem Gāyatrī-Versmaß“; am Herzen „Oṃ. Mātṛkā-Sarasvatī, der Gottheit“; an der geheimen Stelle „Oṃ. Den Konsonanten als Bījas“; an den Füßen „Oṃ. Den Vokalen als Kräften“, jeweils namaḥ. So im Jñānārṇava: Höre die Mātṛkā, o Herrin der Götter; man setze die Sündenvernichtende ein. Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, die Göttin Mātṛkā die Gottheit, die Konsonanten die Bījas und die Vokale die Kräfte; man vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa. Dann Hand- und Glied-Nyāsa: aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ – den beiden Daumen, namaḥ; iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ – den Zeigefingern, svāhā; uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ – den Mittelfingern, vaṣaṭ; eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ – den Ringfingern, huṃ; oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ – den kleinen Fingern, vauṣaṭ; aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ – Handflächen und Handrücken, phaṭ. Ebenso an Herz und den übrigen Gliedern: „aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ, dem Herzen, namaḥ“ und der Reihe nach die übrigen. Im Jñānārṇava: Die ka-Gruppe zwischen aṃ und āṃ, ca zwischen iṃ und īṃ, ṭa zwischen uṃ und ūṃ, ta zwischen eṃ und aiṃ, pa zwischen oṃ und auṃ, jeweils mit Bindu. Die ya- und śa-Gruppen zusammen mit la-kṣa stehen zwischen Anusvāra und Visarga. Man setze die Dativ-Formeln an Herz, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer und Augen, mit namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ der Reihe nach. Dieser sechsgliedrige Nyāsa der Mātṛkā nimmt alle Sünden. Nun die innere Mātṛkā nach der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt. Die sechzehn Vokale von a an mit Bindu auf den sechzehnblättrigen Lotus an der Halswurzel; die zwölf Buchstaben von ka an „auf den zehnblättrigen Lotus am Nabel“ [offensichtlich gestörte Angabe der Vorlage]; die sechs Buchstaben von va an mit Bindu auf den sechsblättrigen Lotus an der Wurzel des Geschlechtsorgans; die vier von va bis sa auf den vierblättrigen Mūlādhāra; ha und kṣa auf den zweiblättrigen Lotus zwischen den Brauen. Der folgende Vers im Jñānārṇava gibt die vollständige Zuordnung: Am Hals sechzehn Vokale auf sechzehn Blätter; im Herzen die zwölf von ka an; am Nabel die zehn von ḍa an; am Geschlechtsorgan die sechs von ba an [die Vorlage schreibt va]; an der Grundlage die vier von va an; zwischen den Brauen ha und kṣa. Danach vollziehe man Ganzkörper-Nyāsa.

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In der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt, o Geliebte. Nachdem man innerlich so eingesetzt hat, setze man anschließend im Geist äußerlich ein. Vaiṣṇavische Besonderheit: Man spreche jeden Buchstaben vom Mūlādhāra bis zum Kopf, endend auf namaḥ; dies heißt innere Einsetzung. Ferner: Innerer Mātṛkā-Nyāsa im goldglänzenden vierblättrigen Mūlādhāra mit va śa ṣa sa; im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna, blitzähnlich und feuerleuchtend, ba bha ma ya ra la; im zehnblättrigen Maṇipūra wie eine dunkle Regenwolke die zehn Buchstaben von ḍa bis pha mit leuchtendem Bindu; im zwölfblättrigen Anāhata mit Korallenglanz die zwölf von ka bis ṭha, den Yogins im Herzen zugänglich; im sechzehnblättrigen rauchfarbenen Viśuddha die Vokale; im mondfarbenen zweiblättrigen Ājñā ha und kṣa; im schneehellen Sahasrāra alle Buchstaben, mit drei Linien von a, ka und tha an und den drei Lauten ha la kṣa. In dessen Mitte der höchste Bindu als Wesen von Schöpfung, Bestand und Auflösung. So meditiere man gesammelt: Dies ist der innere Nyāsa.

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Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:

Quellen und redaktionelle Einordnung

Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.

Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.

Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.

Die Verehrung im Alltag weitertragen

Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.