Gunasamavastha

Aus Yogawiki
gunasamavastha durch Hatha Yoga

gunasamavastha (Sanskrit: gunasamāvasthā f.) = der Zustand der Ausgewogenheit, des Gleichgewichts der drei gunas

Gunasamavastha bedeutet wörtlich sinngemäß einen Zustand der Gleichheit oder Ausgewogenheit der drei Gunas. Gemeint sind in der indischen Philosophie die drei Grundqualitäten der Natur: Sattva, Rajas und Tamas.

Sattva steht für Klarheit, Harmonie und Leichtigkeit, Rajas für Aktivität, Unruhe und Antrieb, Tamas für Schwere, Trägheit und Dunkelheit.

Wenn von Gunasamavastha gesprochen wird, ist damit meist ein Zustand gemeint, in dem diese Kräfte nicht mehr chaotisch gegeneinander arbeiten, sondern in einer stabilen Balance stehen.

Im Zusammenhang mit Yoga und Ayurveda ist das ein sehr wichtiger Gedanke. Beide Traditionen gehen davon aus, dass Wohlbefinden nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch verstanden werden muss. Gunasamavastha beschreibt dann einen inneren Gleichgewichtszustand, in dem der Geist ruhiger, der Körper geordneter und das Leben weniger von Extremen geprägt ist. In der spirituellen Tradition Indiens gilt so ein Zustand als günstig, weil er Klarheit, Selbstbeobachtung und innere Freiheit fördert. Im Hinduismus taucht die Vorstellung ebenfalls auf, weil die Gunas als Grundkräfte der materiellen Welt gelten und ein Mensch, der sie erkennt und ausgleicht, sich nicht so leicht von ihnen beherrschen lässt.

Praktisch kann man sich das so vorstellen: Wenn du gestresst, zerstreut oder erschöpft bist, dominieren oft Rajas oder Tamas. Eine ausgeglichene Praxis könnte dann aus sanften Asanas, ruhiger Atmung, regelmäßigen Essenszeiten und etwas stiller Meditation bestehen. Ziel wäre nicht Leistungsdruck, sondern ein Zustand, in dem du wacher als zuvor bist, aber zugleich geerdet und innerlich still. Genau diese Art von Balance meint Gunasamavastha im Alltag.

Siehe auch