Dadhivamana Puja nach dem Brihat Tantrasara
Dadhivamana Puja nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, die jeweilige Vishnu-Gestalt in ihrer eigenen Mantraform zu verehren.
Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.
Zweck und Voraussetzungen
Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.
Gewählte Form: Dadhivamana Puja. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.
Vorbereitung und Materialien
Ein sauberer Sitz, ein geeigneter Verehrungsträger, Wassergefäße, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Speise. Wenn die Quelle ein Yantra nennt, wird dessen konkrete Anordnung vor Beginn vorbereitet. Besondere Gaben stehen bei der betreffenden Handlung.
Für die unten ausgeführte vollständige Gabenfolge zusätzlich: Gewand, Schmuck, Badewasser, Mundspülwasser und Madhuparka aus Ghī, Joghurt und Honig. Ein rein geistiger Ersatz einer materiellen Gabe ist als solcher zu verstehen und wird nicht als wortgleiche äußere Durchführung ausgegeben.
Richte die Gaben vor Beginn so ein, dass während der Verehrung nichts gesucht werden muss. Bestimme den verwendeten Mantra und den Verehrungsträger. Die Materialanordnung ist eine redaktionelle Durchführungshilfe; verbindliche Sondergaben stehen bei den Einzelbelegen.
Durchführung
1. Sammeln und den Vorsatz fassen
Setze dich aufrecht vor den Verehrungsplatz, erinnere dich an den Guru und richte deine Absicht auf die in diesem Artikel genannte Gottheit. Fasse den Vorsatz in klaren eigenen Worten. Die anschließend verwendete Mantraform wird für die ganze Durchführung beibehalten.
2. Grundmantra
oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā
Om, Verehrung Vishnu, dem Herrn der Götter, dem überaus Starken, svaha.
3. Innere Vorbereitung und Nyasa
Für Dadhivamana endet der allgemeine Pitha-Nyasa ausdrücklich bei der Mondsphäre (P2-0530):
uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ
Die anschließend im allgemeinen Beleg P2-0068 genannten Sphären werden in dieser besonderen Fassung nicht fortgesetzt.
Ausgeschriebene Hand- und Körperfolge
Führe zuerst den Handnyasa, anschließend den Körpernyasa in der Tabellenreihenfolge aus. Die ausgeschriebene Folge setzt die Gliederregel aus P2-0531 und P2-0082–0083 um. Die Ortsnamen in der Tabelle geben zugleich die Bedeutung der Zuordnungsformeln an; die Abschlusslaute bleiben Ritualausrufe.
| Nr. | Handstelle | Handformel | Körperstelle | Körperformel |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Beide Daumen | oṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
Herz | oṃ hṛdayāya namaḥ |
| 2 | Beide Zeigefinger | namas tarjanībhyāṃ svāhā |
Kopf | namas śirase svāhā |
| 3 | Beide Mittelfinger | viṣṇave madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
Haarschopf | viṣṇave śikhāyai vaṣaṭ |
| 4 | Beide Ringfinger | surapataye anāmikābhyāṃ huṃ |
Schutzpanzer | surapataye kavacāya huṃ |
| 5 | Beide kleinen Finger | mahābalāya kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
Drei Augen | mahābalāya netratrayāya vauṣaṭ |
| 6 | Handflächen und Handrücken | svāhā karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
Waffe / Abgrenzung | svāhā astrāya phaṭ |
Vollziehe die morgendliche Vorbereitung und die für diese Mantraform vorgeschriebenen inneren Reinigungen. Setze die genannten Sitzkräfte im Herzlotus ein. Beim Sehernyasa werden Seher, Versmaß und Gottheit an Kopf, Mund und Herz zugeordnet. Führe danach den besonderen Hand- und Körpernyasa aus. Die folgenden Belege bestimmen die konkreten Namen, Laute und Zuordnungen; es wird keine fremde Gottheitsform eingesetzt.
Beleg P2-0530:
asya pūjā:
prātaḥ kṛtyādi uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ
ityantaṃ vinyasya ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
śirasi indave ṛṣaye namaḥ, mukhe virāṭchandase namaḥ, hṛdi
dadhivāmanāya devātāyai namaḥ |
tathā ca nibandhe:
candrāntakalpite pīṭhe prāguktena samarcayet
|| 11 ||
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die Folge bis „uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ – Verehrung der Mondsphäre, deren Wesen die sechzehn Kräfte sind“ ein und vollzieht den Sehernyāsa: Indu auf dem Kopf, Virāṭ am Mund und Dadhivāmana am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel. Im Nibandha heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man nach dem zuvor beschriebenen Verfahren.
Beleg P2-0531:
tataḥ karāṅganyāsau:
oṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
namastarjanībhyāṃ svāhā |
viṣṇave madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
surapataye anāmikābhyāṃ huṃ |
mahābalāya kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
svāhā karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu |
tathā ca:
hṛdekena śiro dvābhyāṃ śikhā tribhirudāhṛtā |
kavacaṃ pañcabhiḥ proktaṃ netraṃ tāvadbhirakṣaraiḥ |
dvābhyāmastramiti proktaṃ prakāro'ṅgasya sūribhiḥ
|| 12 ||
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; namas an den Zeigefingern mit svāhā; viṣṇave an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; surapataye an den Ringfingern mit huṃ; mahābalāya an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; svāhā an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Das Zitat erläutert: eine Silbe für das Herz, zwei für den Kopf, drei für die Haarlocke, fünf für den Schutzpanzer, ebenfalls fünf für die Augen und zwei für die Waffe. So lehren die Weisen die Gliederbildung.
4. Dhyana und innere Darbringung
Vergegenwärtige die Gottheit nach dem folgenden Dhyana. Nimm Farbe, Gestalt, Haltung, Attribute und Sitz als zusammengehöriges Bild wahr. Sprich den Dhyana-Text und verweile in der Vorstellung. Bringe danach die Gaben zunächst innerlich dar, wie es die Quelle vor der äußeren Verehrung vorsieht.
Beleg P2-0533:
muktāgauraṃ navamaṇilasadbhūṣaṇaṃ candrasaṃsthaṃ,
bhṛṅgākārairalakanivahaiḥ śobhivaktrāravindam |
hastābjābhyāṃ kanakakalasaṃ śuddhatoyābhipūrṇaṃ,
dadhyannāḍhyaṃ, kanakacaṣaka dhārayantaṃ bhajāmaḥ |
Wir verehren ihn, weiß wie eine Perle, auf dem Mond ruhend, mit leuchtendem Schmuck aus neun Edelsteinen. Locken, Bienen gleich, schmücken seinen Gesichtslotus. In seinen Lotushänden hält er ein goldenes Gefäß voll reinem Wasser und einen goldenen Becher voll Quarkreis.
5. Den Sitz verehren und die Gottheit anrufen
Bereite das Arghya vor und verehre den äußeren Sitz mit den für diese Gottheit bezeichneten Kräften. Wenn ein Yantra verwendet wird, halte die im Einzelbeleg genannten Ebenen und Richtungen auseinander. Stelle die Gottheit im Zentrum vor und rufe sie mit dem Grundmantra an.
Beleg P2-0534:
tataścandramaṇḍalāntaṃ pīṭhaṃ sampūjya punardhyātvā
āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāyāvaraṇapūjāṃ
kuryāt |
tathā ca:
candrāntaṃ kalpite pīṭhe prāntare taṃ samarcayet |
yathā:
agnyādikoṇe madhye dikṣu ca oṃ hṛdayāya namaḥ ityādinā pūjayet |
tato digdaleṣu vāsudevādīn śaktisahitāndhvajādīn tadagre
keśavādīnsampūjya indravajrādīn airāvatādīn diggajāṃśca
pūjayet |
oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
evaṃ puṇḍarīkādīn |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 15 ||
Nach der Sitzverehrung bis zur Mondsphäre meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Dazu heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man ihn nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „oṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Hauptrichtungsblättern verehrt man Vāsudeva und die übrigen samt Kräften sowie Banner und die übrigen Gegenstände, davor Keśava und die übrigen. Dann verehrt man Indra und die weiteren Richtungshüter, Donnerkeil und die weiteren Waffen sowie Airāvata und die übrigen Richtungselefanten mit „oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ“ und entsprechend für Puṇḍarīka und die anderen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [„prāntare“ im Bestätigungszitat ist unsicher; die Bezugnahme auf das frühere Verfahren ist sinngemäß.]
Die allgemeine Anrufungsformel P1-0536 wird nach dem Grundmantra an die gewählte Gottheit gerichtet:
ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi iha sannidhehi | iha sannirudhyasva ||
„Komm hierher, komm hierher. Bleibe hier, bleibe hier. Sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig. Verweile hier gesammelt.“
Begleite die Anrufung mit den unterwiesenen Mudras. Die besondere Vorschrift der Gottheit bestimmt die anschließende Einsetzung der Lebenskraft. Die im Beleg zugleich erwähnten späteren Schritte werden an ihrem Platz in der folgenden Reihenfolge ausgeführt.
6. Gaben bis zu den Blüten und die Umkreisverehrung
Zugehörige Ausführung des Rückverweises
Die folgenden Belege erläutern den hier benötigten Rückverweis. Führe nur die darin für diese Stelle bezeichnete Handlung aus. Eigene Seherzuordnung, Grundmantra und besonderes Dhyana dieses Artikels bleiben maßgeblich; mitzitierte andere Ritualformen werden nicht zusätzlich ausgeführt.
P2-0406
Nach der allgemeinen Sitzverehrung verehrt man den mit Vimalā und den weiteren Kräften versehenen Sitz, meditiert erneut und vollzieht in der mit dem Grundmantra gebildeten Gestalt die Handlungen von der Anrufung bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung: im Südosten „oṃ kruddholkāya hṛdayāya namaḥ“; im Südwesten „maholkāya śirase svāhā“; im Nordwesten „vīrolkāya śikhāyai vaṣaṭ“; im Nordosten „atyulkāya kavacāya huṃ“; in den Richtungen „sahasrolkāya astrāya phaṭ“. Auf den Staubfäden, im Osten beginnend, setzt man oṃ, naṃ, moṃ, nāṃ, rāṃ, yaṃ, ṇāṃ und yaṃ, jeweils mit namaḥ. Auf den Blättern der Hauptrichtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha; auf den Eckblättern, im Südosten beginnend, Śānti, Śrī, Sarasvatī und Rati. [„naṇ namaṃ“ ist in der Vorlage beschädigt; der Laut naṃ wird durch die vollständige Mantraliste gestützt.]
tataḥ sāmānyapīṭhapūjānantaraṃ vimalādiśaktisahitapīṭhapūjāṃ
kṛtvā, punardhyātvā, mūlena
kalpitamūrttāvāvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāya
āvaraṇapūjāmārabhet |
tadyathā:
agnikoṇe oṃ kruddholkāya hṛdayāya namaḥ |
nair-ṛte maholkāya śirase svāhā |
vāyukoṇe vīrolkāya śikhāyai vaṣaṭ |
īśāne atyulkāya kavacāya huṃ |
dikṣu sahasrolkāya astrāya phaṭ |
tataḥ keśareṣu pūrvādi oṃ namaḥ, naṇ namaṃ, moṃ namaḥ, nāṃ
namaḥ, rāṃ namaḥ, yaṃ namaḥ, ṇāṃ namaḥ, yaṃ namaḥ |
tato daleṣu pūrvādidikṣu oṃ vāsubevāya namaḥ, oṃ saṅkarṣaṇāya
namaḥ, oṃ prādyumnāya namaḥ, oṃ aniruddhāya namaḥ |
āgneyādikoṇadaleṣu oṃ śāntyai namaḥ, evaṃ śriyai, sarasvatyai, ratyai
|| 98 ||
ततः सामान्यपीठपूजानन्तरं विमलादिशक्तिसहितपीठपूजां
कृत्वा, पुनर्ध्यात्वा, मूलेन
कल्पितमूर्त्तावावाहनादिपञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं विधाय
आवरणपूजामारभेत् ।
तद्यथा:
अग्निकोणे ॐ क्रुद्धोल्काय हृदयाय नमः ।
नैर्-ऋते महोल्काय शिरसे स्वाहा ।
वायुकोणे वीरोल्काय शिखायै वषट् ।
ईशाने अत्युल्काय कवचाय हुं ।
दिक्षु सहस्रोल्काय अस्त्राय फट् ।
ततः केशरेषु पूर्वादि ॐ नमः, नण् नमं, मों नमः, नां
नमः, रां नमः, यं नमः, णां नमः, यं नमः ।
ततो दलेषु पूर्वादिदिक्षु ॐ वासुबेवाय नमः, ॐ सङ्कर्षणाय
नमः, ॐ प्राद्युम्नाय नमः, ॐ अनिरुद्धाय नमः ।
आग्नेयादिकोणदलेषु ॐ शान्त्यै नमः, एवं श्रियै, सरस्वत्यै, रत्यै
॥ ९८ ॥
P2-0335
Nach der beim Śrībīja gelehrten Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Rechts der Göttin verehrt man Śaṅkaranandana, links Puṣpadhanvan; in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen mit „aiṃ jñānāya hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. In der Śāradā heißt es: Rechts der Göttin verehrt man Śaṅkaras Sohn, auf der anderen Seite den Blumenbogenträger mit zum Blumenopfer gefalteten Händen. Die Glieder verehrt man vorschriftsmäßig an den zuvor genannten Stellen. Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Umā, Śrī, Sarasvatī, Durgā, Dharaṇī, Gāyatrī, Devī und Uṣā. Rechts verehrt man Jahnus Tochter, links die Tochter der Sonne, weiter rechts den Muschelschatz, weiter links den Lotusschatz und hinten Varuṇa, der den Sonnenschirm hält. Dazu heißt es: Man verehrt der Reihe nach die acht Kräfte in der Mitte der Blätter: Umā, Śrī, Sarasvatī, Durgā, Dharaṇī, Gāyatrī, Devī und Uṣā, schön und mit Lotussen in den Händen. Außen verehrt man einzeln die zwölf Tierkreiszeichen und neun Planeten. Noch weiter außen die acht Elefanten Airāvata, Puṇḍarīka, Vāmana, Kumuda, Añjana, Puṣpadanta, Sārvabhauma und Supratīka. Im Nibandha heißt es: Jahnus und der Sonne Töchter werden verehrt, bereit zum Waschen der Füße. Der Muschel- und der Lotusschatz stehen an beiden Seiten mit Yakschweifwedeln. Hinten verehrt man Varuṇa mit dem Sonnenschirm. Ringsum verehrt man die Tierkreiszeichen und danach die neun Planeten. In den Richtungen verehrt man die Richtungselefanten, die mit vier Stoßzähnen geschmückt sind: Airāvata, Puṇḍarīka, Vāmana, Kumuda, Añjana, Puṣpadanta, Sārvabhauma und Supratīka. Dann folgen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Schließlich vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
tataḥ
śrībījoktapīṭhapūjāṃ vidhāya punardhyātvā
āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ
vidhāyāvaraṇapūjāmārabhet |
yathā:
devyā dakṣiṇe śaṅkaranandanāya namaḥ, evaṃ vāme puṣpadhanvane,
agnyādikoṇeṣu madhye dikṣu ca aiṃ jñānāya hṛdayāya namaḥ
ityādinā pūjayet |
tathā ca śāradāyām:
pūjayeddakṣiṇe pārśve devyāḥ śaṅkaranandanam |
anyataḥ puṣpadhanvānaṃ puṣpāñjalikaraṃ yajet |
aṃgāni pūrvamukteṣu sthāneṣu vidhivadyajet |
patreṣu pūrvādi oṃ umāyai namaḥ, evaṃ śriyai sarasvatyai durgāyai
dharaṇyai gāyatryai devyai uṣāyai |
dakṣiṇe jahnasutāyai, vāme sūryasutāyai, purnadakṣiṇe oṃ
śaṅkhanidhaye, punarvāme oṃ padmanidhaye, paścime dhṛtātapatraṃ
varuṇaṃ pūjayet |
yathā:
umādyāḥ patramadhyasthāḥ śaktīraṣṭau yajet kramāt |
athomā śrī sarasvatyai durgādharaṇīsaṃyutā ||
gāyatrī devyuṣā ceti padmahastāḥ suśobhanāḥ |
tadbāhye dvādaśarāśīn navagrahān pratyekena yajet |
tadvāhye aṣṭau gajān airāvata-
puṇḍarīkavāmanakumudāñjanapuṣpadantasārvabhaumasupratīkān
pūjayet |
tathā ca nibandhe:
jahnusūryasute pūjye pādaprakṣālanodyate |
śaṅkhapadmanidhī pūjyau pārśvayordhṛtacāmarau ||
dhṛtātatravaruṇaṃ pūjayet paścime tataḥ |
sampūjya rāśīn parito yajedatha navagrahān |
arcayeddiggajān dikṣu caturdantavibhūṣitān |
airāvataḥ puṇḍarīko vā namaḥ kumudo'ñjanaḥ ||
puṣpadaṃtaḥ sārvabhaumaḥ supratīkaśca te kramāt |
tata indrādīn vajrādīṃśca prapūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 26 ||
ततः
श्रीबीजोक्तपीठपूजां विधाय पुनर्ध्यात्वा
आवाहनादिपञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं
विधायावरणपूजामारभेत् ।
यथा:
देव्या दक्षिणे शङ्करनन्दनाय नमः, एवं वामे पुष्पधन्वने,
अग्न्यादिकोणेषु मध्ये दिक्षु च ऐं ज्ञानाय हृदयाय नमः
इत्यादिना पूजयेत् ।
तथा च शारदायाम्:
पूजयेद्दक्षिणे पार्श्वे देव्याः शङ्करनन्दनम् ।
अन्यतः पुष्पधन्वानं पुष्पाञ्जलिकरं यजेत् ।
अंगानि पूर्वमुक्तेषु स्थानेषु विधिवद्यजेत् ।
पत्रेषु पूर्वादि ॐ उमायै नमः, एवं श्रियै सरस्वत्यै दुर्गायै
धरण्यै गायत्र्यै देव्यै उषायै ।
दक्षिणे जह्नसुतायै, वामे सूर्यसुतायै, पुर्नदक्षिणे ॐ
शङ्खनिधये, पुनर्वामे ॐ पद्मनिधये, पश्चिमे धृतातपत्रं
वरुणं पूजयेत् ।
यथा:
उमाद्याः पत्रमध्यस्थाः शक्तीरष्टौ यजेत् क्रमात् ।
अथोमा श्री सरस्वत्यै दुर्गाधरणीसंयुता ॥
गायत्री देव्युषा चेति पद्महस्ताः सुशोभनाः ।
तद्बाह्ये द्वादशराशीन् नवग्रहान् प्रत्येकेन यजेत् ।
तद्वाह्ये अष्टौ गजान् ऐरावत-
पुण्डरीकवामनकुमुदाञ्जनपुष्पदन्तसार्वभौमसुप्रतीकान्
पूजयेत् ।
तथा च निबन्धे:
जह्नुसूर्यसुते पूज्ये पादप्रक्षालनोद्यते ।
शङ्खपद्मनिधी पूज्यौ पार्श्वयोर्धृतचामरौ ॥
धृतातत्रवरुणं पूजयेत् पश्चिमे ततः ।
सम्पूज्य राशीन् परितो यजेदथ नवग्रहान् ।
अर्चयेद्दिग्गजान् दिक्षु चतुर्दन्तविभूषितान् ।
ऐरावतः पुण्डरीको वा नमः कुमुदोऽञ्जनः ॥
पुष्पदंतः सार्वभौमः सुप्रतीकश्च ते क्रमात् ।
तत इन्द्रादीन् वज्रादींश्च प्रपूजयेत् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत्
॥ २६ ॥
Bringe die im Einzelritual genannten Gaben bis einschließlich der Blüten dar. Bei sechzehn Upacaras sind die dort genannten Gaben vollständig einzubeziehen. Wo fünf Blumenhandvoll vorgeschrieben sind, bringe sie mit dem Grundmantra an Scheitel, Herz, Grundlage, Füßen und der gesamten vorgestellten Gestalt dar. Erst anschließend folgt der bezeichnete Umkreis. Diese fünf Zuordnungen folgen P2-0104.
| Reihenfolge und Gabe | Handlung | Rezitation |
|---|---|---|
| 1. Sitz | Biete der vergegenwärtigten Gottheit ihren Sitz an. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 2. Willkommen | Begrüße die Gottheit mit gefalteten Händen. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 3. Fußwasser | Bringe eine kleine Wassergabe an den vorgestellten Füßen dar. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 4. Arghya | Reiche das vorbereitete Ehrenwasser dar. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 5. Mundspülwasser | Biete eine frische Wassergabe an. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 6. Madhuparka | Bringe die Mischung aus Ghī, Joghurt und Honig dar; Zusammensetzung nach P1-0539. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 7. Erneutes Mundspülen | Reiche nach dem Madhuparka nochmals Wasser dar. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 8. Bad | Bringe das Badewasser dar; ein empfindliches Bild wird nicht mit ungeeigneten Flüssigkeiten übergossen. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 9. Gewand | Reiche das vorgesehene Gewand dar. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 10. Schmuck | Biete den Schmuck an. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 11. Duftstoff | Bringe den Duftstoff dar. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
| 12. Blüten | Lege die Blüten mit ihrer natürlichen Oberseite nach oben nieder. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
Deutsche Bedeutung der bei jeder Gabe wiederholten Formel: Om, Verehrung Vishnu, dem Herrn der Götter, dem überaus Starken, svaha. Die nachfolgenden vier Glieder sind Räucherwerk, Licht, Speise und Verneigung. Sie werden an den unten bezeichneten Stellen ausgeführt. Damit sind die sechzehn Gaben aus P2-0099 vollständig berücksichtigt.
Beleg P2-0534:
tataścandramaṇḍalāntaṃ pīṭhaṃ sampūjya punardhyātvā
āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāyāvaraṇapūjāṃ
kuryāt |
tathā ca:
candrāntaṃ kalpite pīṭhe prāntare taṃ samarcayet |
yathā:
agnyādikoṇe madhye dikṣu ca oṃ hṛdayāya namaḥ ityādinā pūjayet |
tato digdaleṣu vāsudevādīn śaktisahitāndhvajādīn tadagre
keśavādīnsampūjya indravajrādīn airāvatādīn diggajāṃśca
pūjayet |
oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
evaṃ puṇḍarīkādīn |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 15 ||
Nach der Sitzverehrung bis zur Mondsphäre meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Dazu heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man ihn nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „oṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Hauptrichtungsblättern verehrt man Vāsudeva und die übrigen samt Kräften sowie Banner und die übrigen Gegenstände, davor Keśava und die übrigen. Dann verehrt man Indra und die weiteren Richtungshüter, Donnerkeil und die weiteren Waffen sowie Airāvata und die übrigen Richtungselefanten mit „oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ“ und entsprechend für Puṇḍarīka und die anderen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [„prāntare“ im Bestätigungszitat ist unsicher; die Bezugnahme auf das frühere Verfahren ist sinngemäß.]
7. Räucherwerk, Licht und Speise; Übersicht der fünf Gaben
Nach der Umkreisverehrung folgen Räucherwerk, Licht und Speise. Duftstoff und Blüten sind in der Tabelle zur Übersicht nochmals genannt und werden nicht deshalb ein zweites Mal verlangt. Wo die besondere Anweisung sechzehn oder weitere Gaben nennt, führe diese vollständig aus. Die gemeinsame Gruppe der fünf Gaben besteht nach P2-0100 aus Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Licht und Speise. P1-0540 schreibt vor, bei jeder Gabe den Grundmantra zu sprechen. Verwende dabei ausschließlich den oben bezeichneten Mantra dieser Ritualform.
| Gabe | Konkrete Handlung | Rezitation und Bedeutung |
|---|---|---|
| Duftstoff | Bringe den Duftstoff vor der Gottheit dar. | Sprich oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā ; die Gabe bedeutet: „Dir bringe ich diesen Duft dar.“ |
| Blüten | Lege die Blüten auf dem vorgesehenen Platz nieder, mit der natürlichen Oberseite nach oben. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā ; danach, nach P1-0540: etāni puṣpāṇi vauṣaṭ – „Diese Blüten, vaushat.“ |
| Räucherwerk | Lass die Glocke mit der linken Hand erklingen und führe das Räuchergefäß vor der Gottheit. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich diesen Duft des Räucherwerks dar.“ |
| Licht | Bringe die brennende Lampe vor der Gottheit bis zur Höhe ihres Blickes dar. | oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich dieses Licht dar.“ |
| Speise | Stelle die Speise vor die Gottheit. Besprenge sie mit phaṭ , rezitiere den Grundmantra achtmal und vollziehe die unterwiesene Dhenu-Mudra. Reiche die Gabe mit dem Grundmantra dar. |
phaṭ ist der rituelle Abgrenzungslaut; der Grundmantra richtet die Gabe an die Gottheit. Die achtsfache Besprechung folgt P2-0106. |
Die deutschen Sätze erläutern die Gaben; sie sind keine dem Brihat Tantrasara zugeschriebenen Sanskritverse. Die konkreten Mantra-Zusätze, die im Einzelritual stehen, haben Vorrang. Die einfachen Handhabungshinweise führen die Angaben P2-0100, P2-0103–0106 und P1-0540 aus.
8. Japa, Darbringung und Abschluss
Setze dich nach den äußeren Gaben gesammelt hin und wiederhole den Grundmantra dieser Form. Wenn die besondere Paddhati keine Sitzungszahl nennt, nennt die allgemeine Ordnung 100 oder 1008 Wiederholungen (P2-0111). Eine Purascharana-Gesamtzahl ist davon zu unterscheiden.
Bringe das vollzogene Japa der Gottheit dar. Die allgemeine Formel lautet in einer redaktionell geglätteten Lesefassung:
oṃ guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthite ||
„Om. Du Hüter des Allerverborgensten, nimm das von uns vollzogene Japa an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, o Gott, da du in mir gegenwärtig bist.“
Die Formen guhyāti-/gṛhāṇāsmat- sind gegenüber dem beschädigten Wortabstand der Vorlage grammatisch geglättet; der Sanskritwortlaut von P2-0111 bleibt als Beleg erhalten. Preist die betreffende Tradition die Gottheit mit einem eigenen Stotra, schließt sich dieses hier an. Verneige dich anschließend.
Führe die Umkreisgottheiten innerlich in die Hauptgottheit zurück. Sprich:
kṣamasva
„Verzeihe!“
Vollziehe die unterwiesene Samhara-Mudra, nimm den Duft der dargebrachten Blüte wahr und führe den Lichtglanz der Gottheit in den Lotus deines Herzens zurück (P2-0120). Verweile einen Augenblick in dieser Gegenwart. Die Quelle beschreibt damit die Rücknahme der rituellen Anrufung; die Verehrung wirkt als Erinnerung im Alltag weiter.
Purascharana: gesonderter Gesamtumfang
Die folgenden Zahlen betreffen die besondere Vollendungspraxis und sind kein zusätzliches Soll jeder einzelnen Puja. Sie werden zusammen mit dem Guru dem gewählten Mantra zugeordnet. Ein hier genanntes Feueropfer benötigt seine eigene vollständige Homa-Ordnung.
P2-0535: Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert vorschriftsmäßig ein Zehntel mit Milchreis, getränkt in geklärter Butter, oder mit Quarkreis.
Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung
Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.
P2-0529 · Originalnummer 10
atha dadhivāmanamantraḥ
oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya ṭhadvayam |
tathā ca nibandhe:
tāro hṛdviṣṇave paścāt ṅe'ntaḥ surapatirbhavet |
mahābalāya ṭhadvandvaṃ manuraṣṭādaśākṣaraḥ
|| 10 ||
Nun das Dadhivāmanamantra: „oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā – Oṃ, Verehrung Viṣṇu, dem Herrn der Götter, dem überaus Starken, svāhā“. Im Nibandha wird dieselbe Folge aus Tārā, Herzformel, viṣṇave, surapati im Dativ, mahābalāya und zweimal ṭha als achtzehnsilbiges Mantra beschrieben.
P2-0530 · Originalnummer 11
asya pūjā:
prātaḥ kṛtyādi uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ
ityantaṃ vinyasya ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
śirasi indave ṛṣaye namaḥ, mukhe virāṭchandase namaḥ, hṛdi
dadhivāmanāya devātāyai namaḥ |
tathā ca nibandhe:
candrāntakalpite pīṭhe prāguktena samarcayet
|| 11 ||
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die Folge bis „uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ – Verehrung der Mondsphäre, deren Wesen die sechzehn Kräfte sind“ ein und vollzieht den Sehernyāsa: Indu auf dem Kopf, Virāṭ am Mund und Dadhivāmana am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel. Im Nibandha heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man nach dem zuvor beschriebenen Verfahren.
P2-0531 · Originalnummer 12
tataḥ karāṅganyāsau:
oṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
namastarjanībhyāṃ svāhā |
viṣṇave madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
surapataye anāmikābhyāṃ huṃ |
mahābalāya kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
svāhā karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu |
tathā ca:
hṛdekena śiro dvābhyāṃ śikhā tribhirudāhṛtā |
kavacaṃ pañcabhiḥ proktaṃ netraṃ tāvadbhirakṣaraiḥ |
dvābhyāmastramiti proktaṃ prakāro'ṅgasya sūribhiḥ
|| 12 ||
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; namas an den Zeigefingern mit svāhā; viṣṇave an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; surapataye an den Ringfingern mit huṃ; mahābalāya an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; svāhā an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Das Zitat erläutert: eine Silbe für das Herz, zwei für den Kopf, drei für die Haarlocke, fünf für den Schutzpanzer, ebenfalls fünf für die Augen und zwei für die Waffe. So lehren die Weisen die Gliederbildung.
P2-0532 · Originalnummer 13
tato mantranyāsaḥ:
śirasi bhāle cakṣuṣoḥ karṇayoroṣṭhe tāluke kaṇṭhe bāhudvaye udare
nābhau guhye ūrudvaye jānudvaye jaṅghādvaye pādadvaye
mantravarṇānnamo'ntānnyaset |
jaṅghādvayādau dvayaṃ dvayaṃ varṇaṃ tato mūrtipañjarādikaṃ
vidhāya dhyāyet
|| 13 ||
Beim Mantranyāsa setzt man die einzelnen Laute mit namaḥ auf Kopf, Stirn, beide Augen, beide Ohren, Lippe, Gaumen, Hals, beide Arme, Bauch, Nabel, verborgene Stelle, beide Oberschenkel, beide Knie, beide Unterschenkel und beide Füße. Ab den Unterschenkeln verwendet man jeweils zwei Laute. Danach vollzieht man das Gestaltengehäuse und die weiteren Nyāsas und meditiert.
P2-0533 · Originalnummer 14
muktāgauraṃ navamaṇilasadbhūṣaṇaṃ candrasaṃsthaṃ,
bhṛṅgākārairalakanivahaiḥ śobhivaktrāravindam |
hastābjābhyāṃ kanakakalasaṃ śuddhatoyābhipūrṇaṃ,
dadhyannāḍhyaṃ, kanakacaṣaka dhārayantaṃ bhajāmaḥ |
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya śaṅkhasthāpanaṃ kuryāt
|| 14 ||
Wir verehren ihn, weiß wie eine Perle, auf dem Mond ruhend, mit leuchtendem Schmuck aus neun Edelsteinen. Locken, Bienen gleich, schmücken seinen Gesichtslotus. In seinen Lotushänden hält er ein goldenes Gefäß voll reinem Wasser und einen goldenen Becher voll Quarkreis. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf.
P2-0534 · Originalnummer 15
tataścandramaṇḍalāntaṃ pīṭhaṃ sampūjya punardhyātvā
āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāyāvaraṇapūjāṃ
kuryāt |
tathā ca:
candrāntaṃ kalpite pīṭhe prāntare taṃ samarcayet |
yathā:
agnyādikoṇe madhye dikṣu ca oṃ hṛdayāya namaḥ ityādinā pūjayet |
tato digdaleṣu vāsudevādīn śaktisahitāndhvajādīn tadagre
keśavādīnsampūjya indravajrādīn airāvatādīn diggajāṃśca
pūjayet |
oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
evaṃ puṇḍarīkādīn |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 15 ||
Nach der Sitzverehrung bis zur Mondsphäre meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Dazu heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man ihn nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „oṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Hauptrichtungsblättern verehrt man Vāsudeva und die übrigen samt Kräften sowie Banner und die übrigen Gegenstände, davor Keśava und die übrigen. Dann verehrt man Indra und die weiteren Richtungshüter, Donnerkeil und die weiteren Waffen sowie Airāvata und die übrigen Richtungselefanten mit „oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ“ und entsprechend für Puṇḍarīka und die anderen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [„prāntare“ im Bestätigungszitat ist unsicher; die Bezugnahme auf das frühere Verfahren ist sinngemäß.]
P2-0535 · Originalnummer 16
asya puraścaraṇaṃ lakṣatrayajapaḥ |
tathā ca:
guṇalakṣaṃ japenmantraṃ taddaśāṃśaṃ ghṛtaplutam |
pāyasānnaṃ prajuhuyāddadhyannambā yathāvidhi
|| 16 ||
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert vorschriftsmäßig ein Zehntel mit Milchreis, getränkt in geklärter Butter, oder mit Quarkreis.
Ausgeschriebene Belege zu den Rückverweisen
Diese Stellen liefern die im Hauptbeleg vorausgesetzten Zuordnungen und Handlungen. Das Grundmantra bleibt dasjenige der oben bezeichneten Ritualform; ein anderer Mantra im Vergleichsbeleg wird nicht zusätzlich übernommen.
P1-0536 · Originalnummer 40 · Rückverweis
tasā0 4
athā : mūlamantramuccaran amuka ihāgaccha ihāgaccha iha
tiṣṭha iha tiṣṭha iha sannidhehi iha sannidhehi iha sannirudhyasva
ityāvāhanādikaṃ kṛtvā, huṃ ityavaguṇṭhya, devatāṅge
ṣaḍaṅganyāsaṃ kṛtvā, vamiti dhenumudrayā amṛtīkṛtya,
paramīkaraṇamudrayā paramīkuryāt | tataḥ prāṇapratiṣṭhāṃ
kṛtvā ṣoḍaśopacāraiḥ pūjayet || 39 ka ||
yathā : mūlamuccārya idamāsanaṃ amukadevatāyai namaḥ,
amukadeva svāgatante iti svāgatam | tato mūlamuccārya etatpādyaṃ
amukadevatāyai namaḥ iti pādāmbuje dadyāt |
etatśyāmādūrvābjaviṣṇukrāntābhirītam | arghyaṃ
amukadevatāyai svāhā iti
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvātmakamarghyaṃ
śirasi dadyāt | vaiṣṇave tu arghyādikrameṇaiva deyamiti vadanti | tato
mūlamuccārya idamācamanīyaṃ amukadevatāyai svadhā iti
jātīlavaṅgakakkolātmakamācamanīyaṃ vadane dadyāt |
svadhāmantreṇa vadane dadyādācamanīyakaṃ ityatrasudhāpāṭhaṃ
kurvantaḥ sudhāśabdasyāmṛtavācakatvādamṛtavācakaśabdādya
jalavācakatvādidamācamanīyaṃ vamiti vadanti
|| 40 ||
Nun: Unter Rezitation des Grundmantras rufe man die Gottheit: „O [Name], komm hierher, komm hierher; bleibe hier, bleibe hier; sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig; halte dich hier fest.“ Mit huṃ verhülle man, vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa an der Gottheit, mache mit vaṃ und Dhenu-Mudrā nektarhaft und erhebe mit der Paramīkaraṇa-Mudrā zur höchsten Gegenwart. Danach setze man die Lebenskräfte ein und verehre mit sechzehn Darbringungen. [„tasā0 4“ ist ein Druckvermerk; eingeschobene Originalnummer 39 ka.] Nach dem Grundmantra: „Dieser Sitz ist für die [genannte] Gottheit, Verehrung“; als Willkommensgruß „O [Gottheit], willkommen“. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Fußwasser ist für die [Gottheit], Verehrung“ und an ihren Lotusfüßen darbringen; es enthält Śyāmā, Dūrvā, Lotus und Viṣṇukrāntā. „Dieses Arghya ist für die [Gottheit], svāhā“ und auf ihrem Kopf darbringen; es besteht aus Duftstoff, Blüten, ungebrochenen Reiskörnern, Gerste, Kuśa-Spitzen, Sesam, Senf und Dūrvā. Im vaiṣṇavischen Bereich sagen manche, Arghya sei als Erstes zu geben. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Mundwasser ist für die [Gottheit], svadhā“ und in ihrem Mund darbringen; es besteht aus Jātī, Gewürznelke und Kakkola. Manche lesen statt „mit dem Svadhā-Mantra das Mundwasser in den Mund geben“ sudhā und sagen, weil sudhā Unsterblichkeitsnektar und dessen Bezeichnung wiederum Wasser bedeute, laute die Formel „Dieses Mundwasser – vaṃ“.
P1-0540 · Originalnummer 44 · Rückverweis
tato
mantrapuṭitamātṛkāvarṇena tattannyāsasthānāni pūjayitvā etāni
puṣpāṇi vauṣaṭ iti | sarvatra dāne mūlamantroccāraṇam
|| 44 ||
Danach verehre man die jeweiligen Nyāsa-Stellen mit den vom Mantra umhüllten Mātṛkā-Buchstaben und spreche „Diese Blüten, vauṣaṭ“. Bei sämtlichen Darbringungen ist der Grundmantra auszusprechen.
P2-0100 · Originalnummer 95 · Rückverweis
athavā eṣāmapyabhāve pañcopacārān kalpayet |
gandhādayo naivedyāntā pūjā pañcoparacārikā iti
|| 95 ||
Oder man soll, wenn auch diese Gaben fehlen, fünf Verehrungsgaben bereitstellen. Die Verehrung mit fünf Gaben reicht vom Duftstoff bis zur Speise: Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.
P2-0103 · Originalnummer 98 · Rückverweis
puṣpadāne tu viśeṣaḥ:
puṣpaṃ vā yadi vā patraṃ phale neṣṭhamadhomukham |
duḥkhadaṃ tatsamādhyātaṃ yathotpannaṃ tathārpaṇaṃ |
adhomukha phalaṃ neṣṭaṃ puṣpāñjalividhau na ca |
sarvasva dravyadāne'yaṃ kramaḥ |
ādau mūlaṃ tato dravyaṃ devatāyai tataḥ padam |
śrītattvacintāmaṇau:
hṛdvahnivallabhātoyamantraṃ pādyādiṣu kramāt |
namo vauṣaṭ gandhapuṣpe hṛdānyāni nivedayet |
mūlamuccārya etatpādyaṃ amukadevatāyai namaḥ |
ityādinā syāt
|| 98 ||
Für das Darbringen von Blumen gilt eine besondere Regel: Eine Blume, ein Blatt oder eine Frucht soll nicht mit der Oberseite nach unten dargebracht werden. Eine solche Gabe gilt als leidbringend; man soll sie so darbringen, wie sie gewachsen ist. Eine nach unten gerichtete Frucht ist nicht erwünscht; bei der Handvoll Blumen, puṣpāñjali, gilt diese Einschränkung nicht. Für alle Gaben gilt folgende Reihenfolge: zuerst das Grundmantra, dann die Bezeichnung der Gabe, danach die Bezeichnung der Gottheit. Im Śrītattvacintāmaṇi heißt es: Für Fußwasser und die folgenden Wassergaben verwendet man der Reihe nach namaḥ, svāhā und das Wassermantra; für Duftstoff namaḥ, für Blumen vauṣaṭ, für die übrigen Gaben namaḥ. Nachdem man das Grundmantra ausgesprochen hat, sagt man beispielsweise: „Dieses Fußwasser für die Gottheit [Name], namaḥ.“ [„toyamantra“ bezeichnet hier das Wassermantra; dessen genaue Lautform wird an dieser Stelle nicht angegeben. Die erste Verszeile ist in ihrer Zuordnung verkürzt.]
P2-0104 · Originalnummer 99 · Rückverweis
tato mūrddhahṛdguhyapādasarvāṅgakeṣu mūlena
pañcapuṣpāñjalīna dattvā tattatkalpoktāvaraṇapūjāṃ kuryāt |
tathā ca:
pañcapuṣpāñjalīn dattvā parivārārcanaṃ carediti bhaṭṭaḥ |
tato dhūpadīpau dadyāt
|| 99 ||
Dann bringt man mit dem Grundmantra fünf Handvoll Blumen dar: am Scheitel, am Herzen, an der verborgenen Stelle, an den Füßen und am ganzen Körper. Anschließend vollzieht man die Verehrung der umgebenden Gottheiten nach dem betreffenden Ritualtext. Dazu sagt Bhaṭṭa: „Nachdem man fünf Handvoll Blumen gegeben hat, vollziehe man die Verehrung des Gefolges.“ Danach soll man Räucherwerk und Licht darbringen.
P2-0105 · Originalnummer 100 · Rückverweis
tadyathā:
jayadhvani - mantramātaḥ rvāheti puṣpākṣatairghaṇṭāṃ sampūjya,
vāmahastena tāṃ vādayan, tattanmantreṇa nīcairdhūpaṃ evaṃ
dṛṣṭiparyantaṃ dīpaṃ dadyāt
|| 100 ||
Dies geschieht so: Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt man die Glocke unter dem Mantra „jayadhvani-mantramātaḥ … svāhā“. Dann läutet man sie mit der linken Hand und bringt mit dem jeweiligen Mantra das Räucherwerk niedrig, das Licht dagegen bis zur Höhe der Augen dar. [Der Glockenmantrawortlaut ist durch „rvāheti“ beschädigt; „jayadhvani“ bedeutet Siegesklang, „mantramātaḥ“ Mutter der Mantras. Eine vollständige Lautform lässt sich hier nicht sicher herstellen.]
P2-0106 · Originalnummer 1 · Rückverweis
tato mūlena puṣpāñjalitrayaṃ dattvā, naivedyamānīya, phaḍiti
samprokṣya, cakramudrayā abhirakṣya, tadupari mūlamaṣṭadhā japtvā
dhunumudrayā amṛtīkṛtya, mūlamuccārya naivedyaṃ dadyāt |
yattoyamadhyaṃpātrasya tadādāya nivedayet |
anyatoyairyadutsṛṣṭamarghyapātrasthitetaraiḥ |
na gṛhṇāti mahādevo dattaṃ vidhiśatairapi |
iti vacanādupārānarghyapātrasthalenotsṛjya dadyāt
|| 1 ||
Dann gibt man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen, bringt die Speise herbei, besprengt sie mit „phaṭ“, schützt sie durch die Cakramudrā, wiederholt das Grundmantra achtmal über ihr, verwandelt sie mit der Dhenumudrā in Nektar und reicht sie unter Aussprechen des Grundmantras dar. Man soll das Wasser aus dem Arghyagefäß nehmen und damit die Gabe weihen. Wird sie mit anderem Wasser geweiht, das sich nicht im Arghyagefäß befindet, nimmt Mahādeva sie selbst bei hundert vorgeschriebenen Verfahren nicht an. Nach diesem Ausspruch soll man die Verehrungsgaben mit dem Wasser des Arghyagefäßes weihen und darbringen. [„dhunumudrayā“ und die abschließende Prosa sind fehlerhaft überliefert; die erkennbare Dhenumudrā und die Weihung mit Arghyawasser bestimmen den Sinn.]
P2-0111 · Originalnummer 6 · Rückverweis
tato'ṣṭottarasahasraṃ śataṃ vā japtvā oṃ guhyatiguhyāgoptā tvaṃ
gṛhaṇasmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādāttvayi sthite |
anyatra goptrī devīti viśeṣaḥ |
iti japaṃ samarpyaṃ stutvā natvā'ṣṭāṅgapramāṇaṃ kuryāt
|| 6 ||
Dann wiederholt man das Mantra eintausendachtmal oder hundertmal und spricht: „Oṃ. Du bist der Hüter des Allerverborgensten. Nimm das von uns vollzogene Japa an. Gott, möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, da du in mir gegenwärtig bist.“ Bei einer Göttin lautet die besondere Form „Hüterin“ und „Göttin“. Nachdem man so das Japa dargebracht hat, preist man die Gottheit, verneigt sich und vollzieht die Verneigung mit acht Gliedern. [Die Vorlage schreibt am Schluss „pramāṇaṃ“; gemeint ist nach der unmittelbar folgenden Erklärung praṇāma, Verneigung.]
P2-0120 · Originalnummer 15 · Rückverweis
tato devatāṅge āvaraṇadevatā nilāpya, kṣamasveti visarjanaṃ kṛtvā,
saṃhāramudrayā tattejaḥ puṣpaiḥ sārddhamāghrāya
svahṛdayamānayet |
(puraścaraṇacandrikāyām:
kṣamasveti vadanmūmantreṇa vyāpakaṃ triśa iti
vacanātvisarjanāntaraṃ vyāpakaṃ kuryāt |)
tathā ca:
nidhāya devatāṃ paścātsvīyahṛtsarasīruhe |
suṣumnāvartmanā puṣpamāghrāyodvāsayettataḥ
|| 15 ||
Dann lässt man die umgebenden Gottheiten im Körper der Hauptgottheit aufgehen, entlässt sie mit „Verzeihe!“ und atmet mit der Saṃhāramudrā ihren Lichtglanz zusammen mit dem Duft der Blumen ein, um ihn in das eigene Herz zu führen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es: „Während man ‚Verzeihe!‘ sagt, vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den umfassenden Nyāsa.“ Nach diesem Ausspruch soll man nach der Entlassung den umfassenden Nyāsa ausführen. Weiter heißt es: Nachdem man die Gottheit in den Lotus des eigenen Herzens eingesetzt hat, atmet man den Blumenduft durch den Weg der Suṣumnā ein und vollzieht dann die Entlassung.
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.
P2-0529
अथ दधिवामनमन्त्रः
ॐ नमो विष्णवे सुरपतये महाबलाय ठद्वयम् ।
तथा च निबन्धे:
तारो हृद्विष्णवे पश्चात् ङेऽन्तः सुरपतिर्भवेत् ।
महाबलाय ठद्वन्द्वं मनुरष्टादशाक्षरः
॥ १० ॥
P2-0530
अस्य पूजा:
प्रातः कृत्यादि उं सोममण्डलाय षोडशकलात्मने नमः
इत्यन्तं विन्यस्य ऋष्यादिन्यासं कुर्यात् ।
शिरसि इन्दवे ऋषये नमः, मुखे विराट्छन्दसे नमः, हृदि
दधिवामनाय देवातायै नमः ।
तथा च निबन्धे:
चन्द्रान्तकल्पिते पीठे प्रागुक्तेन समर्चयेत्
॥ ११ ॥
P2-0531
ततः कराङ्गन्यासौ:
ॐ अंगुष्ठाभ्यां नमः ।
नमस्तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
विष्णवे मध्यमाभ्यां वषट् ।
सुरपतये अनामिकाभ्यां हुं ।
महाबलाय कनिष्ठाभ्यां वौषट् ।
स्वाहा करतलपृष्ठाभ्यां फट् ।
एवं हृदयादिषु ।
तथा च:
हृदेकेन शिरो द्वाभ्यां शिखा त्रिभिरुदाहृता ।
कवचं पञ्चभिः प्रोक्तं नेत्रं तावद्भिरक्षरैः ।
द्वाभ्यामस्त्रमिति प्रोक्तं प्रकारोऽङ्गस्य सूरिभिः
॥ १२ ॥
P2-0532
ततो मन्त्रन्यासः:
शिरसि भाले चक्षुषोः कर्णयोरोष्ठे तालुके कण्ठे बाहुद्वये उदरे
नाभौ गुह्ये ऊरुद्वये जानुद्वये जङ्घाद्वये पादद्वये
मन्त्रवर्णान्नमोऽन्तान्न्यसेत् ।
जङ्घाद्वयादौ द्वयं द्वयं वर्णं ततो मूर्तिपञ्जरादिकं
विधाय ध्यायेत्
॥ १३ ॥
P2-0533
मुक्तागौरं नवमणिलसद्भूषणं चन्द्रसंस्थं,
भृङ्गाकारैरलकनिवहैः शोभिवक्त्रारविन्दम् ।
हस्ताब्जाभ्यां कनककलसं शुद्धतोयाभिपूर्णं,
दध्यन्नाढ्यं, कनकचषक धारयन्तं भजामः ।
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्य शङ्खस्थापनं कुर्यात्
॥ १४ ॥
P2-0534
ततश्चन्द्रमण्डलान्तं पीठं सम्पूज्य पुनर्ध्यात्वा
आवाहनादिपञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं विधायावरणपूजां
कुर्यात् ।
तथा च:
चन्द्रान्तं कल्पिते पीठे प्रान्तरे तं समर्चयेत् ।
यथा:
अग्न्यादिकोणे मध्ये दिक्षु च ॐ हृदयाय नमः इत्यादिना पूजयेत् ।
ततो दिग्दलेषु वासुदेवादीन् शक्तिसहितान्ध्वजादीन् तदग्रे
केशवादीन्सम्पूज्य इन्द्रवज्रादीन् ऐरावतादीन् दिग्गजांश्च
पूजयेत् ।
ॐ ऐरावताय दिग्गजाय नमः इत्यादिक्रमेण पूजयेत् ।
एवं पुण्डरीकादीन् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत्
॥ १५ ॥
P2-0535
अस्य पुरश्चरणं लक्षत्रयजपः ।
तथा च:
गुणलक्षं जपेन्मन्त्रं तद्दशांशं घृतप्लुतम् ।
पायसान्नं प्रजुहुयाद्दध्यन्नम्बा यथाविधि
॥ १६ ॥
Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts
P2-0529
Nun das Dadhivāmanamantra: „oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā – Oṃ, Verehrung Viṣṇu, dem Herrn der Götter, dem überaus Starken, svāhā“. Im Nibandha wird dieselbe Folge aus Tārā, Herzformel, viṣṇave, surapati im Dativ, mahābalāya und zweimal ṭha als achtzehnsilbiges Mantra beschrieben.
P2-0530
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die Folge bis „uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ – Verehrung der Mondsphäre, deren Wesen die sechzehn Kräfte sind“ ein und vollzieht den Sehernyāsa: Indu auf dem Kopf, Virāṭ am Mund und Dadhivāmana am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel. Im Nibandha heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man nach dem zuvor beschriebenen Verfahren.
P2-0531
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; namas an den Zeigefingern mit svāhā; viṣṇave an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; surapataye an den Ringfingern mit huṃ; mahābalāya an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; svāhā an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Das Zitat erläutert: eine Silbe für das Herz, zwei für den Kopf, drei für die Haarlocke, fünf für den Schutzpanzer, ebenfalls fünf für die Augen und zwei für die Waffe. So lehren die Weisen die Gliederbildung.
P2-0532
Beim Mantranyāsa setzt man die einzelnen Laute mit namaḥ auf Kopf, Stirn, beide Augen, beide Ohren, Lippe, Gaumen, Hals, beide Arme, Bauch, Nabel, verborgene Stelle, beide Oberschenkel, beide Knie, beide Unterschenkel und beide Füße. Ab den Unterschenkeln verwendet man jeweils zwei Laute. Danach vollzieht man das Gestaltengehäuse und die weiteren Nyāsas und meditiert.
P2-0533
Wir verehren ihn, weiß wie eine Perle, auf dem Mond ruhend, mit leuchtendem Schmuck aus neun Edelsteinen. Locken, Bienen gleich, schmücken seinen Gesichtslotus. In seinen Lotushänden hält er ein goldenes Gefäß voll reinem Wasser und einen goldenen Becher voll Quarkreis. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf.
P2-0534
Nach der Sitzverehrung bis zur Mondsphäre meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Dazu heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man ihn nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „oṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Hauptrichtungsblättern verehrt man Vāsudeva und die übrigen samt Kräften sowie Banner und die übrigen Gegenstände, davor Keśava und die übrigen. Dann verehrt man Indra und die weiteren Richtungshüter, Donnerkeil und die weiteren Waffen sowie Airāvata und die übrigen Richtungselefanten mit „oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ“ und entsprechend für Puṇḍarīka und die anderen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [„prāntare“ im Bestätigungszitat ist unsicher; die Bezugnahme auf das frühere Verfahren ist sinngemäß.]
P2-0535
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert vorschriftsmäßig ein Zehntel mit Milchreis, getränkt in geklärter Butter, oder mit Quarkreis.
Verwandte Rituale
Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:
Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:
- Lakshminarayana Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Hayagriva Puja mit dem Udgitha-Mantra nach dem Brihat Tantrasara
- Hayagriva Puja mit Hsum nach dem Brihat Tantrasara
Quellen und redaktionelle Einordnung
Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.
Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.
Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.
Die Verehrung im Alltag weitertragen
Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.