Chandi Homa mit dem Navarna Mantra
Chandi Homa mit dem Navarna Mantra verbindet die Verehrung Chandis mit einer vollständigen kleinen Feuerzeremonie und 108 gezählten Hauptgaben.
Umfang und Überlieferung: Vollständige kleine Homa-Paddhati mit 123 Ahutis; traditionelle Gottheitsformel in einem ausdrücklich benannten kompakten Feuerrahmen.
Anlass und Bedeutung
Chandi-Homa richtet die Opfergabe an Chamunda als kraftvolle Gestalt der Devi. Im Mittelpunkt stehen Mut, Klarheit und die Bereitschaft, zerstörerische Gewohnheiten aufzugeben. Die eigenständige Feuerhandlung ergänzt Navarna-Japa. Sie verwendet den Navarna-Mantra; eine Rezitation sämtlicher 700 Verse der Devi Mahatmya gehört ausdrücklich nicht zu dieser kleinen Homa-Form.
Voraussetzungen und Vorbereitung
Für Erwachsene mit Unterweisung in den verwendeten Mantra, unter Leitung einer in Homa praktisch erfahrenen Person. Die Anleitung erteilt keine Diksha.
Gottheitsbild, Blüte mit Teller, Homa-Kunda, geeignetes unbehandeltes Holz, Zündmittel, wenig Ghee, Reis, langer Metalllöffel, Zählhilfe, Wasserkrug mit Löffel, Auffangschale, Tuch und eine gesonderte vegetarische Speise zum Teilen. Plane ungefähr 60 bis 90 Minuten und ausreichend Zeit für das sichere Erlöschen. Das Homa leitet eine Person, die Feuerzeremonien bereits praktisch erlernt hat. Verwende eine dafür geeignete Homa-Kunda auf nicht brennbarer Unterlage an einem zulässigen, gut belüfteten Feuerplatz; halte Löschmittel bereit. Ghee und Reis werden in sehr kleinen Portionen gegeben. Die Leitung bleibt bis zum vollständigen Erlöschen bei der Feuerstelle. Kinder beobachten aus sicherem Abstand und geben nichts selbst ins Feuer.
Verwandte Anleitungen: Chandi Navarna Japa mit sechsgliedrigem Nyasa.
Durchführung
1. Den Anlass und die Leitung bestimmen
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Formuliere ein friedliches Anliegen für die Gemeinschaft oder die eigene Praxis. Die Leitung prüft vor Beginn Material und Feuerplatz; eine zweite Person kann die Gaben zählen.
2. Die Gottheit verehren
Betrachte Chandi als leuchtende göttliche Mutter, die Verblendung durchschaut und ihre Verehrer schützt. Das Anliegen richtet sich auf das Überwinden eigener Hindernisse und auf das Wohl aller Beteiligten.
Lege eine Blüte vor das Bild und sprich den Hauptmantra neunmal:
Navarna-Mantra
aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce
Aim, Hrim, Klim. Der Chamunda. Vicce.
Erläuterung: Aim, Hrim und Klim sind Bijas. Vicce ist der überlieferte Mantraabschluss. Für diese rituellen Laute wird keine wörtliche Satzübersetzung angesetzt.
Diese neun Wiederholungen sind vorbereitendes Japa und werden nicht als Ahutis gezählt.
3. Den Feuerplatz vorbereiten
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Stelle die Kunda, den Ghee-Löffel, eine kleine Reisschale, Wasser und Auffangschale bereit. Markiere vorab eine Ablage für den heißen Löffel. Zünde das vorbereitete kleine Holzfeuer an; warte, bis es gleichmäßig brennt.
Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||
Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.
Yoga-Vidya-Video einer Puja mit Sukadev. Das Video ergänzt die Praxis; sämtliche benötigten Rezitationen stehen in dieser Anleitung.
4. Agni anrufen
Sprich einmal die Anrufung, zunächst ohne Feuergabe:
Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā
Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.
Gib danach mit jeder der folgenden vier Formeln je eine kleine Ghee-Portion ins Feuer. Die Gabe erfolgt auf „svāhā“.
Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā
Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.
Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā
Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.
Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā
Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.
Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā
Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.
Gib eine weitere kleine Portion mit:
Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā
Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.
Rezitiere die oben ausgeschriebene Agni-Anrufung noch dreimal und gib jedes Mal eine kleine Ghee-Portion. Damit sind acht vorbereitende Ahutis vollzogen. Diese Anleitung verwendet den kompakten Feuerrahmen aus Mahanirvana Tantra 6; sie beansprucht keine vollständige vedische Agnisthapana.
5. 108 Hauptgaben darbringen
Gib 108 sehr kleine Portionen Reis mit wenig Ghee ins Feuer. Sprich bei jeder Gabe den vollständigen Mantra; die Gabe erfolgt auf Svaha:
Navarna-Mantra zur Feuergabe
aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce svāhā
Aim, Hrim, Klim. Der Chamunda. Vicce. Svaha: Ihr sei die Feuergabe gewidmet.
Erläuterung: Die Bijas und Vicce sind rituelle Klänge ohne gesonderte wörtliche Satzübersetzung.
Zähle beispielsweise vier Gruppen zu 27 Gaben. Die Hauptformel wird nicht verkürzt und enthält genau einen abschließenden Svaha-Ruf. Eine im Text bereits vorhandene Schlussformel wird nicht verdoppelt. Lass zwischen zwei Gaben genügend Raum, damit das Feuer ruhig bleibt und die Aussprache deutlich ist.
6. Die Bedeutung aufnehmen
Nach der 108. Hauptgabe halte kurz inne. Vergegenwärtige Chandi als Gegenwart von Klarheit und Hingabe. Die Stille erhält keine neue, ungezählte Feuergabe. Die anschließenden sieben Vollendungsgaben bilden einen eigenen Abschnitt.
7. Die Gaben vervollständigen
Gib mit jedem der folgenden beiden Gebete eine kleine Ghee-Portion:
Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā
Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.
Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā
Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.
Es folgen vier kleine Gaben, je eine pro Formel:
Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā
Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.
Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā
Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.
Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā
Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.
Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā
Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.
Fasse das Anliegen innerlich zusammen. Gib mit dem vollständigen Purnahuti-Gebet eine letzte kleine Portion Reis und Ghee. Auch diese Schlussgabe bleibt der Größe des Feuers angemessen.
Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā
Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.
Der Schluss umfasst sieben Ahutis. Die Bitte um Vollendung führt zu einem bewussten Abschluss; erkannte praktische Fehler werden anschließend tatsächlich behoben.
8. Wassersegen und Verabschiedung
Befeuchte die Fingerspitzen mit sauberem Wasser und berühre leicht den eigenen Scheitel. Sprich:
Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||
Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.
Falte die Hände und sprich die abschließenden Gebete:
Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||
Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.
Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||
Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.
Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā
Agni, verzeihe. Svaha.
In dieser verkürzten Hausform wird das Verzeihungsgebet ohne die zusätzliche Joghurtgabe aus Mahanirvana Tantra 9.65 gesprochen; es entsteht keine weitere Ahuti. Auch die gesonderte Wasserrezitation und Abwehrhandlung aus 9.59–61 sind hier ausgelassen. Der Wassersegen verwendet ausschließlich den oben ausgeschriebenen Vers 9.58. Warte unter Aufsicht auf das sichere Erlöschen; entsorge erst vollständig erkaltete Asche. Teile die gesondert bereitgehaltene Speise. Falls Lampe oder Räucherwerk verwendet wurden, lösche sie.
Varianten und Grenzen des Umfangs
Das Ritual wird als eigenständige kleine Feuerzeremonie ausgeführt. Ein umfangreicher Tempelyajna mit mehreren Priestern, eigenen Mandalas und zusätzlichen Rezitationswerken ist nicht sein Umfang.
Vollständige Rezitationstexte in IAST
Alle im Ablauf verwendeten unterschiedlichen Sanskrittexte folgen in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens. Wiederholungen werden nicht ausgeschrieben; ihre genaue Zahl steht bei den Handlungsschritten. Diese Volltexte umfassen die Rezitationen der Anleitung, nicht das gesamte Quellenwerk.
Navarna-Mantra
aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce
Quelle und Textfassung: Mantramahodadhi 18.105–106 mit Naukā; ausgeschriebene Neunsilbenform ohne zusätzliches Om.
Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.143.
Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.145–146; Die Folge der vollständig benannten Wörter wird ausgeschrieben; 6.157 wiederholt diese Formel für drei Ahutis.
Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.152–153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.
Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.
Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.154–155; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.
Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.155–156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.
Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.
Navarna-Mantra zur Feuergabe
aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce svāhā
Quelle und Textfassung: Mantramahodadhi 18.105–106 mit Naukā; 18.147 zum Homa; Mahanirvana Tantra 6.158 zur Form mit Svaha. Die kleine Homa-Anordnung ist redaktionell ausgearbeitet.
Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.48b–49; Der vollständig abgegrenzte Gebetssatz erhält das dort vorgeschriebene Maya-Bija und Svaha.
Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.50; Vollständiger Gebetssatz mit dem ausdrücklich verlangten Hrim und Svaha.
Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.
Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.
Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.
Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.
Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.55; Der Vers schreibt Hrim, yajñapate, den vollständigen Gebetssatz und Svaha in dieser Reihenfolge vor.
Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.58.
Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.62.
Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.64.
Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā
Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.65; Die ausdrücklich zitierte Formel wird vom nachfolgenden iti abgegrenzt; svāheti ergibt svāhā + iti.
Vollständige Rezitationstexte in Devanagari
Navarna-Mantra
ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे
Verehrung des entzündeten Feuers
अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् ।
सुवर्णवर्णममलं समिद्धं सर्वतोमुखम् ॥ १४३ ॥
Anrufung Agnis
ॐ वैश्वानर जातवेद इहावहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा
Feuergabe: Agni
ॐ अग्नये स्वाहा
Feuergabe: Soma
ॐ सोमाय स्वाहा
Feuergabe: Agni und Soma
ॐ अग्नीषोमाभ्यां स्वाहा
Feuergabe: Agni Svishtikrit
ॐ अग्नये स्विष्टिकृते स्वाहा
Feuergabe: drei Welten
ॐ भूर्भुवः स्वः स्वाहा
Navarna-Mantra zur Feuergabe
ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे स्वाहा
Bitte um Vollendung
ह्रीं अस्मिन् कर्मणि देवेश प्रमादाद्भ्रमतोऽपि वा ।
न्यूनाधिकं कृतं यच्च सर्वं स्विष्टकृतं कुरु स्वाहा
Zweites Vollendungsgebet
ह्रीं त्वमग्ने सर्वलोकानां पावनः स्विष्टकृत् प्रभुः ।
यज्ञसाक्षी क्षेमकर्ता सर्वान् कामान् प्रपूरय स्वाहा
Vyahriti-Gabe: Erde
ह्रीं भूः स्वाहा
Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
ह्रीं भुवः स्वाहा
Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
ह्रीं स्वः स्वाहा
Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
ह्रीं भूर्भुवः स्वः स्वाहा
Purnahuti-Gebet
ह्रीं यज्ञपते पूर्णो भवतु यज्ञो मे ।
हृष्यन्तु यज्ञदेवताः फलानि सम्यक् यच्छन्तु स्वाहा
Wassersegen nach dem Homa
आपः सुमित्रियाः सन्तु भवन्त्वोषधयो मम ।
आपो रक्षन्तु मां नित्यमापो नारायणः स्वयम् ॥ ५८ ॥
Abschließende Bitte an Agni
बुद्धिं विद्यां बलं मेधां प्रज्ञां श्रद्धं यशः श्रियम् ।
आरोग्यं तेज आयुष्यं देहि मे हव्यवाहन ॥ ६२ ॥
Entlassungsgebet an Agni
यज्ञ यज्ञपतिं गच्छ यज्ञं गच्छ हुताशन ।
स्वां योनिं गच्छ यज्ञेश पूरयास्मन्मनोरथम् ॥ ६४ ॥
Bitte um Verzeihung an Agni
अग्ने क्षमस्व स्वाहा
Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte
Navarna-Mantra
Aim, Hrim, Klim. Der Chamunda. Vicce.
Erläuterung: Aim, Hrim und Klim sind Bijas. Vicce ist der überlieferte Mantraabschluss. Für diese rituellen Laute wird keine wörtliche Satzübersetzung angesetzt.
Verehrung des entzündeten Feuers
Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.
Anrufung Agnis
Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.
Feuergabe: Agni
Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.
Feuergabe: Soma
Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.
Feuergabe: Agni und Soma
Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.
Feuergabe: Agni Svishtikrit
Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.
Feuergabe: drei Welten
Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.
Navarna-Mantra zur Feuergabe
Aim, Hrim, Klim. Der Chamunda. Vicce. Svaha: Ihr sei die Feuergabe gewidmet.
Erläuterung: Die Bijas und Vicce sind rituelle Klänge ohne gesonderte wörtliche Satzübersetzung.
Bitte um Vollendung
Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.
Zweites Vollendungsgebet
Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.
Vyahriti-Gabe: Erde
Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.
Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.
Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.
Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.
Purnahuti-Gebet
Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.
Wassersegen nach dem Homa
Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.
Abschließende Bitte an Agni
Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.
Entlassungsgebet an Agni
Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.
Bitte um Verzeihung an Agni
Agni, verzeihe. Svaha.
Quellen und redaktionelle Hinweise
Mantramahodadhi 18.105–106 und Naukā: Navarna-Mantra; 18.147 verbindet Chandi-Japa ausdrücklich mit Homa aus gekochter Milchspeise. Die vorliegende kleine Reis-Ghee-Form reduziert Umfang und Material ausdrücklich. Für die Feuerdarbringung wird Svaha ausdrücklich angefügt; der Neunsilben-Grundmantra bleibt im vorbereitenden Japa unverändert. Der kompakte Feuerrahmen folgt Mahanirvana Tantra 6.143–158 und 9.48–65. Die Zusammenstellung mit 108 Hauptgaben ist eine klar bezeichnete redaktionelle Hauspaddhati. Acht vorbereitende, 108 Haupt- und sieben Schlussgaben ergeben genau 123 Ahutis.
Die Sanskritgrundlagen stammen aus der Muktabodha Digital Library beziehungsweise aus GRETIL, wie bei den einzelnen Texten angegeben. Die IAST-Zitate wurden aus elektronischen Texten übernommen; es wurde keine OCR-Rekonstruktion vorgenommen. Ausdrückliche Wortanweisungen werden als solche ausgeschrieben und gekennzeichnet. Devanagari wurde aus der verwendeten IAST-Fassung erzeugt und durch Rückübertragung kontrolliert; es ist kein unabhängiger Textzeuge. Zeitansätze, kleine Materialmengen und als solche bezeichnete Hausformen sind redaktionelle Konkretisierungen. Die Artikel unterscheiden religiöse Segenswünsche von Tatsachenbehauptungen.
Siehe auch
- Brahman Purashcharana mit Japa Homa Tarpana und Speisung
- Shanti Abhisheka nach einem Ritual im Brihat Tantrasara
- Puja
- Homa
- Mantra
- Japa
- Bhakti
- Sankalpa
- Prasad
- Samskara
- Mahanirvana Tantra
- Brihat Tantrasara
Weitere Rituale: Tantra Rituale und Puja.
Seminare
Hinduistische Rituale
- 20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti
Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…- Vani Devi Beldzik
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
Bhakti Yoga
- 10.11.2026 - 10.11.2026 Mantra-Konzert
Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr- Aleah Gandarvika
- 15.11.2026 - 20.11.2026 HerzKraft - Mantrasingen, Harmoniumspiel und Trommeln lernen
Wir begehen den uralten Pfad des Bhakti-Yoga, den Yoga der Hingabe, und singen gemeinschaftlich herzstärkende Mantren aus eigener Komposition sowie and…- Shankara Stefan Maune, Sven Helbig