Brahman Purashcharana mit Japa Homa Tarpana und Speisung

Aus Yogawiki

Brahman Purashcharana mit Japa Homa Tarpana und Speisung führt durch einen zusammenhängenden fünffachen Purashcharana-Zyklus des Brahman-Mantras: Rezitation, Feuerdarbringung, Wassergaben, Besprengung und Speisung.

Swami Sivananda bei der Mantrapraxis. Beständige Wiederholung trägt einen längeren Purashcharana-Zyklus.

Umfang und Überlieferung: Alle fünf Glieder einer Brahman-Purashcharana mit festem Zählplan; kompakter Homa-Rahmen, keine vollständige große Kaula-Einweihungsordnung.

Anlass und Bedeutung

Dieses Ritual ist eine verbindliche längere Praxis. Sein eigener Charakter liegt im Verhältnis der fünf Glieder und in ihrer tatsächlichen Vollendung. Es ergänzt einen einzelnen Japa-Tag um eine über Wochen vorbereitete Gesamtordnung. Die Aufmerksamkeit soll vom Zählen zur beständigen Gegenwart von Brahman reifen, ohne das Zählen nachlässig zu behandeln.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Für bereits in den Brahman-Mantra eingeführte Erwachsene. Die Homa-Teile benötigen eine praktisch unterwiesene Leitung; Umfang und Lebensalltag werden vor Beginn gemeinsam abgestimmt.

Mala oder Zähler, Zählheft, sauberer Sitz, Guru-Symbol nach Wunsch; für Homa Kunda, unbehandeltes Homa-Holz, Zündmittel, wenig Ghee, Reis, langer Metalllöffel und Löschmittel; Wasserkrug, Löffel, Auffangschale und Tuch. Plane außerdem Einkauf, Zubereitung und Bewirtung der Abschlussmahlzeit. Das Homa leitet eine Person, die Feuerzeremonien bereits praktisch erlernt hat. Verwende eine dafür geeignete Homa-Kunda auf nicht brennbarer Unterlage an einem zulässigen, gut belüfteten Feuerplatz; halte Löschmittel bereit. Ghee und Reis werden in sehr kleinen Portionen gegeben. Die Leitung bleibt bis zum vollständigen Erlöschen bei der Feuerstelle. Kinder beobachten aus sicherem Abstand und geben nichts selbst ins Feuer.

Verwandte Anleitungen: Tägliches Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara, Brahman Puja nach dem Mahanirvana Tantra.

Durchführung

1. Den gesamten Übungszyklus vereinbaren
Plane den Zyklus vor Beginn mit deinem Guru: 32.000 Japa-Wiederholungen, 3.200 Hauptgaben im Homa, 320 Tarpana-Gaben und 32 leichte Besprengungen. Der nachfolgende Zehntelwert für die Speisung wäre rechnerisch 3,2; diese Hausplanung rundet praktisch auf mindestens vier bewirtete Personen auf. Die Quelle selbst erklärt diese Rundung nicht. Führe eine schriftliche Zählliste. Ein möglicher Japa-Plan sind 32 Tage mit je 1.000 Wiederholungen. Eröffnung, Schlussgebete und versehentlich doppelt gezählte Wiederholungen gehören nicht zur Japa-Zielzahl.

2. Jede Japa-Sitzung eröffnen
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen.

Grüße den Guru mit gefalteten Händen. Sprich beide Verse einmal:

Erster Guru-Gruß
bhavapāśavināśāya jñānadṛṣṭipradarśine |
namaḥ sadgurave tubhyaṃ bhuktimuktipradāyine || 31 ||

Dir, dem wahren Guru, der die Fessel des Werdens vernichtet und den Blick der Erkenntnis eröffnet, der Lebenserfüllung und Befreiung schenkt, sei Verehrung.

Zweiter Guru-Gruß
narākṛtiparabrahmarūpāyā'jñānahāriṇe |
kuladharmaprakāśāya tasmai śrīgurave namaḥ || 32 ||

Dem erhabenen Guru, der die Gestalt des höchsten Brahman in menschlicher Form ist, Unwissenheit beseitigt und den Kula-Dharma offenbart, sei Verehrung.

Betrachte Brahman als die eine Wirklichkeit, die alles trägt. Ein gegenständliches Bild ist nicht notwendig. Sprich einmal die Betrachtung:

Meditation auf Brahman
hṛdayakamalamadhye nirviśeṣaṃ nirīham hariharavidhivedyaṃ yogibhirdhyānagamyam |
jananamaraṇabhītibhraṃsi saccitsvarūpam sakalabhuvanabījaṃ brahma caitanyamīḍe || 50 ||

Ich preise Brahman, das Bewusstsein im Inneren des Herzlotus: ohne unterscheidende Merkmale und ohne Begehren, von Hari, Hara und Brahma erkannt, den Yogis durch Meditation zugänglich. Es lässt die Furcht vor Geburt und Tod schwinden, ist Sein und Bewusstsein und der Same aller Welten.

3. Den Grundmantra 32.000-mal rezitieren
Rezitiere in den vereinbarten Sitzungen insgesamt genau den gezählten Mindestumfang:

Brahman-Mantra
oṃ saccidekaṃ brahma

Om. Das eine Brahman: Sein und Bewusstsein.

Bei einer Mala mit 108 Zählperlen ergeben neun vollständige Runden 972 Wiederholungen; ergänze 28, um 1.000 zu erreichen. Die Meru-Perle wird nicht gezählt. Verteile einen Tagesumfang bei Bedarf auf mehrere ruhige Sitzungen. Nach jeder Sitzung verneige dich still und notiere den Stand. Ruhepausen werden eingeplant; eine normale Mahlzeit widerspricht hier nicht dem Text, der in 3.115–116 ausdrücklich keine starre Fastenbedingung setzt.

Yoga-Vidya-Vortrag über Japa und Mantrawiederholung. Das Video ergänzt die Praxis; sämtliche benötigten Rezitationen stehen in dieser Anleitung.

4. Zum Homa übergehen
Nach Abschluss des Japa bereite die 3.200 Hauptgaben vor. Teile sie beispielsweise in 32 Zählabschnitte zu je 100. Jede Gabe ist nur eine kleine Prise geeigneter Reiskörner mit wenig Ghee. Richte die Menge nach der zulässigen Feuergröße. Mehrere beaufsichtigte Sitzungen sind eine praktische Aufteilung dieser Anleitung; jede zusätzliche Sitzung erhält eine eigene vollständige Eröffnung und Verabschiedung, deren Gaben nicht zu den 3.200 Hauptgaben zählen.

5. Den Feuerplatz vorbereiten
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Stelle die Kunda, den Ghee-Löffel, eine kleine Reisschale, Wasser und Auffangschale bereit. Markiere vorab eine Ablage für den heißen Löffel. Zünde das vorbereitete kleine Holzfeuer an; warte, bis es gleichmäßig brennt.

Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||

Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.

6. Agni anrufen
Sprich einmal die Anrufung, zunächst ohne Feuergabe:

Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā

Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.

Gib danach mit jeder der folgenden vier Formeln je eine kleine Ghee-Portion ins Feuer. Die Gabe erfolgt auf „svāhā“.

Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā

Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā

Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā

Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā

Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.

Gib eine weitere kleine Portion mit:

Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.

Rezitiere die oben ausgeschriebene Agni-Anrufung noch dreimal und gib jedes Mal eine kleine Ghee-Portion. Damit sind acht vorbereitende Ahutis vollzogen. Diese Anleitung verwendet den kompakten Feuerrahmen aus Mahanirvana Tantra 6; sie beansprucht keine vollständige vedische Agnisthapana.

7. Die 3.200 Brahman-Gaben darbringen
Sprich bei jeder Hauptgabe den vollständigen Mantra und gib die kleine Portion auf Svaha:

Brahman-Mantra zur Feuergabe
oṃ saccidekaṃ brahma svāhā

Om. Das eine Brahman, Sein und Bewusstsein: Ihm sei diese Feuergabe gewidmet.

Führe die Zählliste mit Hilfe einer zweiten Person oder eines mechanischen Zählers; berühre eine Mala nicht mit fettigen oder heißen Fingern. Halte die Zählabschnitte übersichtlich. Bei einer einzigen Homa-Sitzung ergeben acht Eröffnungs-, 3.200 Haupt- und sieben Schlussgaben insgesamt 3.215 Ahutis.

8. Die Gaben vervollständigen
Gib mit jedem der folgenden beiden Gebete eine kleine Ghee-Portion:

Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā

Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā

Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.

Es folgen vier kleine Gaben, je eine pro Formel:

Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā

Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā

Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā

Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Fasse das Anliegen innerlich zusammen. Gib mit dem vollständigen Purnahuti-Gebet eine letzte kleine Portion Reis und Ghee. Auch diese Schlussgabe bleibt der Größe des Feuers angemessen.

Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā

Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.

Der Schluss umfasst sieben Ahutis. Die Bitte um Vollendung führt zu einem bewussten Abschluss; erkannte praktische Fehler werden anschließend tatsächlich behoben.

9. Wassersegen und Verabschiedung
Befeuchte die Fingerspitzen mit sauberem Wasser und berühre leicht den eigenen Scheitel. Sprich:

Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||

Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.

Falte die Hände und sprich die abschließenden Gebete:

Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||

Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.

Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||

Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.

Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā

Agni, verzeihe. Svaha.

In dieser verkürzten Hausform wird das Verzeihungsgebet ohne die zusätzliche Joghurtgabe aus Mahanirvana Tantra 9.65 gesprochen; es entsteht keine weitere Ahuti. Auch die gesonderte Wasserrezitation und Abwehrhandlung aus 9.59–61 sind hier ausgelassen. Der Wassersegen verwendet ausschließlich den oben ausgeschriebenen Vers 9.58. Warte unter Aufsicht auf das sichere Erlöschen; entsorge erst vollständig erkaltete Asche. Teile die gesondert bereitgehaltene Speise. Falls Lampe oder Räucherwerk verwendet wurden, lösche sie.

10. 320 Tarpana-Gaben darbringen
Setze dich nach der Feuerzeremonie an einen sauberen Platz. Halte eine Auffangschale und frisches Wasser bereit. Sprich für jede von 320 kleinen Wassergaben:

Brahman-Tarpana
oṃ saccidekaṃ brahma tarpayāmi

Om. Das eine Brahman, Sein und Bewusstsein, verehre ich durch diese sättigende Wassergabe.

Gib jeweils einen kleinen Löffel Wasser in die Schale. Die Wasserformel ist eine ausdrücklich redaktionelle Ausschreibung des im Text angeordneten Tarpana. Führe acht Abschnitte zu vierzig Gaben aus; vermerke jeden abgeschlossenen Abschnitt.

11. 32 Besprengungen vollziehen
Nimm jeweils wenig frisches Wasser mit den Fingerspitzen und berühre oder besprenge sanft den eigenen Scheitel. Rezitiere dabei jedes Mal den oben vollständig ausgeschriebenen Brahman-Mantra. Wiederhole dies 32-mal. Der verwendete Vorrat bleibt sauber; das Tarpana-Auffangwasser wird dafür nicht wiederverwendet.

12. Die Speisung und den Abschluss vollziehen
Bewirte mindestens vier zuvor eingeladene Personen mit einer wirklichen vegetarischen Mahlzeit. Im Quelltext ist Brahmanenspeisung angeordnet; die hier beschriebene Hausform erweitert die Einladung ausdrücklich auf geeignete Gäste oder Bedürftige. Eine bloße Geldzusage ersetzt die in dieser Anleitung tatsächlich vorgesehene Mahlzeit nicht. Wer die traditionelle Empfängerordnung einhalten will, vereinbart sie vorab mit der Leitung. Nach dem Essen danke allen Mitwirkenden und rezitiere einmal:

Friedenssegen
śāntirastu śivaṃ cāstu vāsavāgniprasādataḥ |
marutāṃ brahmaṇaścaiva vasurudraprajāpateḥ || 68 ||

Friede sei, Heil sei durch die Gnade Indras und Agnis, durch die Maruts und Brahma, die Vasus, Rudra und Prajapati.

Notiere den Abschluss aller fünf Glieder. Der Zweck ist verlässliche Hingabe und Sammlung; die überlieferte Rede von Mantra-Siddhi wird nicht als Erfolgsgarantie verstanden.

Vollständige Rezitationstexte in IAST

Alle im Ablauf verwendeten unterschiedlichen Sanskrittexte folgen in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens. Wiederholungen werden nicht ausgeschrieben; ihre genaue Zahl steht bei den Handlungsschritten. Diese Volltexte umfassen die Rezitationen der Anleitung, nicht das gesamte Quellenwerk.

Erster Guru-Gruß
bhavapāśavināśāya jñānadṛṣṭipradarśine |
namaḥ sadgurave tubhyaṃ bhuktimuktipradāyine || 31 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 5.31.

Zweiter Guru-Gruß
narākṛtiparabrahmarūpāyā'jñānahāriṇe |
kuladharmaprakāśāya tasmai śrīgurave namaḥ || 32 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 5.32.

Meditation auf Brahman
hṛdayakamalamadhye nirviśeṣaṃ nirīham hariharavidhivedyaṃ yogibhirdhyānagamyam |
jananamaraṇabhītibhraṃsi saccitsvarūpam sakalabhuvanabījaṃ brahma caitanyamīḍe || 50 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 3.50.

Brahman-Mantra
oṃ saccidekaṃ brahma

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 3.12–13; Der im Text durch Wortanweisung gelehrte siebensilbige Mantra wird ausgeschrieben.

Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.143.

Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.145–146; Die Folge der vollständig benannten Wörter wird ausgeschrieben; 6.157 wiederholt diese Formel für drei Ahutis.

Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.152–153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.154–155; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.155–156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Brahman-Mantra zur Feuergabe
oṃ saccidekaṃ brahma svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 3.111–114; 6.158; Für den hier gewählten kompakten Homa-Rahmen wird Svaha angefügt.

Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.48b–49; Der vollständig abgegrenzte Gebetssatz erhält das dort vorgeschriebene Maya-Bija und Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.50; Vollständiger Gebetssatz mit dem ausdrücklich verlangten Hrim und Svaha.

Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.55; Der Vers schreibt Hrim, yajñapate, den vollständigen Gebetssatz und Svaha in dieser Reihenfolge vor.

Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.58.

Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.62.

Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.64.

Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.65; Die ausdrücklich zitierte Formel wird vom nachfolgenden iti abgegrenzt; svāheti ergibt svāhā + iti.

Brahman-Tarpana
oṃ saccidekaṃ brahma tarpayāmi

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 3.113–114; Redaktionell ausgeschriebene Tarpana-Form: Grundmantra mit tarpayāmi; keine wörtlich zitierte Sonderformel.

Friedenssegen
śāntirastu śivaṃ cāstu vāsavāgniprasādataḥ |
marutāṃ brahmaṇaścaiva vasurudraprajāpateḥ || 68 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.68.

Vollständige Rezitationstexte in Devanagari

Erster Guru-Gruß
भवपाशविनाशाय ज्ञानदृष्टिप्रदर्शिने ।
नमः सद्गुरवे तुभ्यं भुक्तिमुक्तिप्रदायिने ॥ ३१ ॥

Zweiter Guru-Gruß
नराकृतिपरब्रह्मरूपायाऽज्ञानहारिणे ।
कुलधर्मप्रकाशाय तस्मै श्रीगुरवे नमः ॥ ३२ ॥

Meditation auf Brahman
हृदयकमलमध्ये निर्विशेषं निरीहम् हरिहरविधिवेद्यं योगिभिर्ध्यानगम्यम् ।
जननमरणभीतिभ्रंसि सच्चित्स्वरूपम् सकलभुवनबीजं ब्रह्म चैतन्यमीडे ॥ ५० ॥

Brahman-Mantra
ॐ सच्चिदेकं ब्रह्म

Verehrung des entzündeten Feuers
अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् ।
सुवर्णवर्णममलं समिद्धं सर्वतोमुखम् ॥ १४३ ॥

Anrufung Agnis
ॐ वैश्वानर जातवेद इहावहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा

Feuergabe: Agni
ॐ अग्नये स्वाहा

Feuergabe: Soma
ॐ सोमाय स्वाहा

Feuergabe: Agni und Soma
ॐ अग्नीषोमाभ्यां स्वाहा

Feuergabe: Agni Svishtikrit
ॐ अग्नये स्विष्टिकृते स्वाहा

Feuergabe: drei Welten
ॐ भूर्भुवः स्वः स्वाहा

Brahman-Mantra zur Feuergabe
ॐ सच्चिदेकं ब्रह्म स्वाहा

Bitte um Vollendung
ह्रीं अस्मिन् कर्मणि देवेश प्रमादाद्भ्रमतोऽपि वा ।
न्यूनाधिकं कृतं यच्च सर्वं स्विष्टकृतं कुरु स्वाहा

Zweites Vollendungsgebet
ह्रीं त्वमग्ने सर्वलोकानां पावनः स्विष्टकृत् प्रभुः ।
यज्ञसाक्षी क्षेमकर्ता सर्वान् कामान् प्रपूरय स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Erde
ह्रीं भूः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
ह्रीं भुवः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
ह्रीं स्वः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
ह्रीं भूर्भुवः स्वः स्वाहा

Purnahuti-Gebet
ह्रीं यज्ञपते पूर्णो भवतु यज्ञो मे ।
हृष्यन्तु यज्ञदेवताः फलानि सम्यक् यच्छन्तु स्वाहा

Wassersegen nach dem Homa
आपः सुमित्रियाः सन्तु भवन्त्वोषधयो मम ।
आपो रक्षन्तु मां नित्यमापो नारायणः स्वयम् ॥ ५८ ॥

Abschließende Bitte an Agni
बुद्धिं विद्यां बलं मेधां प्रज्ञां श्रद्धं यशः श्रियम् ।
आरोग्यं तेज आयुष्यं देहि मे हव्यवाहन ॥ ६२ ॥

Entlassungsgebet an Agni
यज्ञ यज्ञपतिं गच्छ यज्ञं गच्छ हुताशन ।
स्वां योनिं गच्छ यज्ञेश पूरयास्मन्मनोरथम् ॥ ६४ ॥

Bitte um Verzeihung an Agni
अग्ने क्षमस्व स्वाहा

Brahman-Tarpana
ॐ सच्चिदेकं ब्रह्म तर्पयामि

Friedenssegen
शान्तिरस्तु शिवं चास्तु वासवाग्निप्रसादतः ।
मरुतां ब्रह्मणश्चैव वसुरुद्रप्रजापतेः ॥ ६८ ॥

Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte

Erster Guru-Gruß
Dir, dem wahren Guru, der die Fessel des Werdens vernichtet und den Blick der Erkenntnis eröffnet, der Lebenserfüllung und Befreiung schenkt, sei Verehrung.

Zweiter Guru-Gruß
Dem erhabenen Guru, der die Gestalt des höchsten Brahman in menschlicher Form ist, Unwissenheit beseitigt und den Kula-Dharma offenbart, sei Verehrung.

Meditation auf Brahman
Ich preise Brahman, das Bewusstsein im Inneren des Herzlotus: ohne unterscheidende Merkmale und ohne Begehren, von Hari, Hara und Brahma erkannt, den Yogis durch Meditation zugänglich. Es lässt die Furcht vor Geburt und Tod schwinden, ist Sein und Bewusstsein und der Same aller Welten.

Brahman-Mantra
Om. Das eine Brahman: Sein und Bewusstsein.

Verehrung des entzündeten Feuers
Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.

Anrufung Agnis
Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.

Feuergabe: Agni
Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Soma
Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni und Soma
Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: drei Welten
Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.

Brahman-Mantra zur Feuergabe
Om. Das eine Brahman, Sein und Bewusstsein: Ihm sei diese Feuergabe gewidmet.

Bitte um Vollendung
Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.

Vyahriti-Gabe: Erde
Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Purnahuti-Gebet
Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.

Wassersegen nach dem Homa
Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.

Abschließende Bitte an Agni
Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.

Entlassungsgebet an Agni
Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.

Bitte um Verzeihung an Agni
Agni, verzeihe. Svaha.

Brahman-Tarpana
Om. Das eine Brahman, Sein und Bewusstsein, verehre ich durch diese sättigende Wassergabe.

Friedenssegen
Friede sei, Heil sei durch die Gnade Indras und Agnis, durch die Maruts und Brahma, die Vasus, Rudra und Prajapati.

Quellen und redaktionelle Hinweise

Mahanirvana Tantra, elektronische Sanskritfassung nach Muktabodha M00049, Arthur Avalon (Hrsg.), Tantrik Texts 13, 1926; Kommentar Hariharananda Bharati, elektronische Erfassung Mark S. G. Dyczkowski. 3.113–114 für 32.000 Japa und die absteigenden Zehntelwerte; 3.111 und 3.115–116 für den Brahman-Rahmen. Der kompakte Feuerrahmen folgt 6.143–158 und 9.48–65. Tagesaufteilung, Zählabschnitte, die auf vier Personen aufgerundete Speisung und die Tarpana-Ausschreibung sind transparent benannte praktische Entscheidungen.

Die Sanskritgrundlagen stammen aus der Muktabodha Digital Library beziehungsweise aus GRETIL, wie bei den einzelnen Texten angegeben. Die IAST-Zitate wurden aus elektronischen Texten übernommen; es wurde keine OCR-Rekonstruktion vorgenommen. Ausdrückliche Wortanweisungen werden als solche ausgeschrieben und gekennzeichnet. Devanagari wurde aus der verwendeten IAST-Fassung erzeugt und durch Rückübertragung kontrolliert; es ist kein unabhängiger Textzeuge. Zeitansätze, kleine Materialmengen und als solche bezeichnete Hausformen sind redaktionelle Konkretisierungen. Die Artikel unterscheiden religiöse Segenswünsche von Tatsachenbehauptungen.

Siehe auch


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Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer

Bhakti Yoga

15.11.2026 - 20.11.2026 HerzKraft - Mantrasingen, Harmoniumspiel und Trommeln lernen

Wir begehen den uralten Pfad des Bhakti-Yoga, den Yoga der Hingabe, und singen gemeinschaftlich herzstärkende Mantren aus eigener Komposition sowie and…
Shankara Stefan Maune, Sven Helbig
01.12.2026 - 01.12.2026 Mantra-Konzert

Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr
Aleah Gandarvika