Atmasthiti

Atmasthiti: (Sanskrit: ātmasthiti f.) = Festigkeit, Unveränderlichkeit des oder im Selbst.
Atmasthiti ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich etwa mit „Stand des Selbst“ oder „Verweilen im Selbst“ übersetzt werden kann. Er setzt sich aus atman, was im klassischen indischen Denken das wahre, unvergängliche Selbst oder das innere Bewusstsein bezeichnet, und sthiti, das „Stand“, „Zustand“ oder „Verweilen“ bedeutet, zusammen. In spirituellen und philosophischen Kontexten beschreibt Atmasthiti einen inneren Zustand der Stabilität und Verwurzelung im eigenen Selbst, frei von schwankenden Gefühlen, Gedanken oder äußeren Einflüssen.
Praktisch bedeutet Atmasthiti, dass du dich nicht mehr über äußere Umstände definierst oder von ihnen bestimmt wirst, sondern aus einer Ruhe und Klarheit handelst, die aus dem eigenen, wahren Wesen kommt. In dieser Haltung sind Freude und Leid, Erfolg und Misserfolg, Lob und Tadel nicht mehr so sehr Ursache für innere Aufgewühltheit; stattdessen bleibst du zentriert, beobachtest und reagierst bewusst und angemessen. Das Ziel ist kein emotionsloses Gleichmut um jeden Preis, sondern eine reife innere Balance, in der Gefühle wahrgenommen werden, ohne dass sie dein Sein und dein Handeln dominieren.
In yogischen und Vedanta Traditionen wird Atmasthiti oft als Folge kontinuierlicher Praxis, Meditation und Selbstuntersuchung beschrieben. Wenn du regelmäßig meditierst, achtsam bist und deine Identifikation mit vorübergehenden Gedankenmustern und Rollen hinterfragst, entwickelt sich nach und nach diese Standfestigkeit im Selbst. Lehrer beschreiben Atmasthiti manchmal als Grundlage für ethisches Handeln und nachhaltige innere Freiheit: nur wer im eigenen Wesen ruht, kann ohne Anhaftung helfen, wirken und leben.