Antyeshti in der Arya-Samaj-Tradition – den Verstorbenen mit vedischen Gebeten verabschieden
Antyeshti in der Arya-Samaj-Tradition – den Verstorbenen mit vedischen Gebeten verabschieden gibt Angehörigen einen geordneten Rahmen, einen verstorbenen Menschen mit Achtung, Dank und Gebet aus dem sichtbaren Leben zu verabschieden. Antyeshti bedeutet „letztes Opfer“ und gehört zu den Samskaras. Diese Anleitung folgt der von Dayananda Saraswati geprägten Arya-Samaj-Tradition und ihrer heutigen Handreichung für die Feuerbestattung. Sie ist für die Familie, die Ritualleitung und die mit der Bestattung betrauten Fachpersonen bestimmt. Ort ist die dafür eingerichtete Abschiedshalle beziehungsweise Bestattungsstätte; die tatsächliche Einäscherung wird mit deren Verantwortlichen abgestimmt.
Der Leib kehrt zu den Elementen zurück; der Atman wird im Glauben der Tradition als vom sterblichen Körper verschieden verstanden. In den vedischen Versen erscheinen Agni, Yama, die Vorfahren, Sonne, Wind und Wasser. Die Arya-Samaj-Auslegung bezieht die göttlichen Namen auf die eine göttliche Wirklichkeit und ihre Ordnung. Die Übersetzungen unten geben zunächst den Wortsinn der alten Bilder wieder. Sie sollen Trost und bewusste Hingabe ermöglichen, ohne Trauernden vorzuschreiben, was sie empfinden müssen.
Vorbereitung und Ablauf
1. Rollen und Zeit vereinbaren
Die Familie bestimmt eine Hauptperson, die stellvertretend die Gaben begleitet. Eine kundige Ritualleitung liest die Sanskrittexte; die Anwesenden können „svāhā“ mitsprechen oder still zuhören. Eine Person hält die Übersetzung bereit. Die Leitung klärt vorab mit dem Bestattungsunternehmen, welche Lampe, Düfte und Materialien verwendet werden dürfen. Die gesamte Rezitationsfolge unten umfasst 121 Einheiten; dafür wird ein eigener ungestörter Zeitabschnitt eingeplant, statt die Lesung in eine zu kurze Abschiedszeit zu pressen.
2. Den Leib und den Abschiedsplatz vorbereiten
Der Körper wird durch die zuständigen Personen gewaschen und in saubere neue Kleidung gekleidet. Angehörige können nach Möglichkeit und Wunsch mitwirken. Die Handreichung nennt Ghee (bzw. Pflanzenöl als heutige Alternative) und pflanzliche Opferkräuter; kleine Mengen werden nur in der zuvor vereinbarten Form verwendet. Eine Schale mit Wasser und Tücher stehen bereit. Die vegetarische Fassung verwendet keine Fleischgaben. Bei einem modernen Krematorium steht das Abschiednehmen im Vordergrund, die technische Einäscherung folgt danach.
3. Die Lampe nördlich aufstellen
Für die Feier im Krematorium beschreibt die Quelle eine Lampe nördlich des Körpers. Die Ritualleitung entzündet sie, sofern am Ort eine offene Flamme erlaubt ist; sonst dient ein vereinbartes Licht als sichtbares Zeichen, ausdrücklich als Anpassung. Es wird kein zusätzliches häusliches Feuer im Abschiedsraum angelegt. Eine traditionelle offene Scheiterhaufenfeier und eine Krematoriumsfeier haben unterschiedliche praktische Zuständigkeiten; in der hier ausgeführten Krematoriumsfassung werden die Verse vor der Einäscherung gesprochen.
4. Den Abschied sammeln
Die Familie nennt den Namen des verstorbenen Menschen und kann in eigenen Worten danken. Danach wird für einige Atemzüge geschwiegen. Wer spricht, muss seine Gefühle nicht unterdrücken. Eine mögliche deutsche Einleitung lautet: „Wir danken für das Leben, das wir miteinander teilen durften. Wir geben diesen Leib den Elementen zurück und vertrauen den weiteren Weg der göttlichen Ordnung an.“ Das ist ein heutiges Begleitwort, kein übersetztes Mantra.
5. Die fünf Anfangsgaben sprechen
Die Leitung liest Gruppe A. An jedem svāhā wird eine kleine erlaubte Gabe bereitgelegt oder nach der mit der Einrichtung vereinbarten Weise dargebracht. Wird ohne reale Materialgabe rezitiert, bleibt es eine Gebetsbegleitung; sie wird nicht als tatsächlich ausgeführtes Feueropfer bezeichnet. Angehörige halten Abstand zu jeder Flamme.
6. Den Weg zu den Vorfahren und die Rückkehr der Elemente begleiten
Gruppe B wird vollständig gelesen. Ghee (bzw. Pflanzenöl) und die vereinbarten pflanzlichen Materialien werden nach Anweisung der Ritualleitung sparsam aufgelegt. Die Bilder von Tierfett, Soma, Zugtieren und alten Opferorten werden rezitiert, ohne daraus zusätzliche Tieropfer, Alkoholgaben oder Handlungen am Leichnam abzuleiten.
7. Leib, Lebenskräfte und Lebensräume anvertrauen
Gruppe C benennt 63 Widmungen. Wiederholte Namen, etwa zweimal Lebensatem oder zweimal Sehkraft, bleiben erhalten: Sie sind Teil dieser Handbuchfolge und keine zu löschenden Dubletten. Zu jeder Einheit gehört ein svāhā. Die Leitung liest gleichmäßig; die Anwesenden können bei jeder Gabe bewusst loslassen. Die Nennung der Brahmanentötung in C61 ist Teil einer umfassenden Bereinigungsreihe, keine Behauptung über den Verstorbenen.
8. Die zehn Übergangsverse und die Schlussreihe lesen
Nun folgen Gruppe D mit zehn und Gruppe E mit 26 Einheiten. Die Erde als freundliche Wohnstatt und die geordneten Lebenszeiten wenden die Aufmerksamkeit zugleich den Weiterlebenden zu. Zwischen den Gruppen kann kurz geschwiegen werden; die Verse innerhalb einer Gruppe werden nicht willkürlich abgeschnitten.
Vollständige Rezitationsfolge
A – Fünf Anfangswidmungen
A1.
Sanskrit (IAST)
oṃ agnaye svāhā
Devanagari
ॐ अग्नये स्वाहा
Bedeutung: Agni, dem Feuer, sei die Gabe geweiht.
A2.
Sanskrit (IAST)
oṃ somāya svāhā
Devanagari
ॐ सोमाय स्वाहा
Bedeutung: Soma sei die Gabe geweiht.
A3.
Sanskrit (IAST)
oṃ lokāya svāhā
Devanagari
ॐ लोकाय स्वाहा
Bedeutung: Der Welt sei die Gabe geweiht.
A4.
Sanskrit (IAST)
oṃ anumataye svāhā
Devanagari
ओंअनुमतये स्वाहा
Bedeutung: Anumati, der zustimmenden göttlichen Kraft, sei die Gabe geweiht.
A5.
Sanskrit (IAST)
oṃ svargāya lokāya svāhā
Devanagari
ॐ स्वर्गाय लोकाय स्वाहा
Bedeutung: Der himmlischen Welt sei die Gabe geweiht.
B – Siebzehn Übergangsverse
B1.
Sanskrit (IAST)
oṃ sūryañ cakṣur-gacchatu vātamātmā dyāñ ca gaccha pṛthivīñ ca dharmaṇā | apo vā gaccha yadi tatra te hitamoṣadhīṣu prati tiṣṭhā śarīraiḥ svāhā
Devanagari
ॐ सूर्यञ् चक्षुर्-गच्छतु वातमात्मा द्याञ् च गच्छ पृथिवीञ् च धर्मणा । अपो वा गच्छ यदि तत्र ते हितमोषधीषु प्रति तिष्ठा शरीरैः स्वाहा
Bedeutung: Das Auge kehre zur Sonne zurück, der Lebenshauch zum Wind. Gehe dem Gesetz gemäß zu Himmel und Erde, zu den Wassern, wenn dort dein Ort ist; mit den leiblichen Teilen finde Bestand in den Pflanzen.
B2.
Sanskrit (IAST)
oṃ ajo bhāgastapasā tan tapasva tan te śocistapatu tan te arciḥ | yāste śivāstanvo jātavedastābhirvahainan sukṛtāmu lokan svāhā
Devanagari
ॐ अजो भागस्तपसा तन् तपस्व तन् ते शोचिस्तपतु तन् ते अर्चिः । यास्ते शिवास्तन्वो जातवेदस्ताभिर्वहैनन् सुकृतामु लोकन् स्वाहा
Bedeutung: Der ungeborene Anteil möge durch deine Glut geläutert werden. Jatavedas, führe ihn mit deinen gütigen Erscheinungsformen in die Welt derer, die Gutes getan haben.
B3.
Sanskrit (IAST)
oṃ avasṛja punaragne pitṛbhyo yasta āhutaścarati svadhābhiḥ | āyurvasāna upavetu śeṣaḥ saṅ gacchatān tanvā jātavedaḥ svāhā
Devanagari
ॐ अवसृज पुनरग्ने पितृभ्यो यस्त आहुतश्चरति स्वधाभिः । आयुर्वसान उपवेतु शेषः सङ् गच्छतान् तन्वा जातवेदः स्वाहा
Bedeutung: Agni, entlasse ihn wieder zu den Vätern. Was durch die Gaben genährt wird, gehe seinen Weg; das Verbleibende möge neues Leben anziehen und sich mit einem Leib verbinden.
B4.
Sanskrit (IAST)
oṃ agnervarma pari gobhirvyayasva sam prorṇuṣva pīvasā medasā ca | nettvā dhṛṣṇurharasā jarhṛṣāṇo dadhṛgvidhakṣyan paryaṅkhayāte svāhā
Devanagari
ॐ अग्नेर्वर्म परि गोभिर्व्ययस्व सम् प्रोर्णुष्व पीवसा मेदसा च । नेत्त्वा धृष्णुर्हरसा जर्हृषाणो दधृग्विधक्ष्यन् पर्यङ्खयाते स्वाहा
Bedeutung: Umhülle dich mit dem Schutz des Feuers, mit dem von den Kühen kommenden Schutz und mit Fett, damit das mächtige Feuer dich nicht ungestüm überwältigt. Der historische Vers nennt tierische Stoffe; in dieser Fassung folgt daraus keine Tieropferhandlung.
B5.
Sanskrit (IAST)
oṃ yan tvamagne samadahastamu nirvāpayā punaḥ | kiyāmbvatra rohatu pākadūrvā vyalkaśā svāhā
Devanagari
ॐ यन् त्वमग्ने समदहस्तमु निर्वापया पुनः । कियाम्ब्वत्र रोहतु पाकदूर्वा व्यल्कशा स्वाहा
Bedeutung: Wen du, Agni, verbrannt hast, den kühle wieder. Hier mögen wasserliebende Pflanzen, junges Gras und neue Vegetation wachsen.
B6.
Sanskrit (IAST)
oṃ pareyivān sam pravato mahīranu bahubhyaḥ panthāmanupaspaśānam | vaivasvatan saṅgamanañ janānāñ yamaṇ rājānaṅ haviṣā duvasya svāhā
Devanagari
ॐ परेयिवान् सम् प्रवतो महीरनु बहुभ्यः पन्थामनुपस्पशानम् । वैवस्वतन् सङ्गमनञ् जनानाञ् यमण् राजानङ् हविषा दुवस्य स्वाहा
Bedeutung: Verehre König Yama, den Sohn Vivasvats, der die großen Wege zuerst gegangen ist und für viele den Pfad gefunden hat, an dem die Menschen zusammenkommen.
B7.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamo no gātuṃ prathamo viveda naiṣā gavyūtir apabhartavā u | yatrā naḥ pūrve pitaraḥ pareyur enā jajñānāḥ pathyā anu svāḥ svāhā |
Devanagari
ॐ यमो नो गातुं प्रथमो विवेद नैषा गव्यूतिर् अपभर्तवा उ । यत्रा नः पूर्वे पितरः परेयुर् एना जज्ञानाः पथ्या अनु स्वाः स्वाहा ।
Bedeutung: Yama fand als Erster unseren Weg; dieser Weg wird uns nicht genommen. Dorthin, wohin unsere Vorfahren gegangen sind, gehen die später Geborenen auf ihren eigenen Pfaden.
B8.
Sanskrit (IAST)
oṃ mātalī kavyairyamo aṅgirobhirbṛhaspatirṛkvabhirvāvṛdhānaḥ | yāṃ śca devā vāvṛdhurye ca devāntsvāhānye svadhayānye madanti svāhā
Devanagari
ॐ मातली कव्यैर्यमो अङ्गिरोभिर्बृहस्पतिरृक्वभिर्वावृधानः । यां श्च देवा वावृधुर्ये च देवान्त्स्वाहान्ये स्वधयान्ये मदन्ति स्वाहा
Bedeutung: Matali mit den Vorvätern, Yama mit den Angiras und Brihaspati mit den Sängern: Die einen freuen sich an Svaha-Gaben, die anderen an Svadha-Gaben.
B9.
Sanskrit (IAST)
oṃ imañ yama prastaramā hi sīdāṅgirobhiḥ pitṛbhiḥ sam vidānaḥ || ā tvā mantrāḥ kaviśastā vahantvenā rājanhaviṣā mādayasva svāhā
Devanagari
ॐ इमञ् यम प्रस्तरमा हि सीदाङ्गिरोभिः पितृभिः सम् विदानः ॥ आ त्वा मन्त्राः कविशस्ता वहन्त्वेना राजन्हविषा मादयस्व स्वाहा
Bedeutung: Yama, setze dich auf diesen bereiteten Platz mit den Vätern und Angiras. Die von Weisen gesprochenen Mantras mögen dich herführen; freue dich an dieser Gabe.
B10.
Sanskrit (IAST)
oṃ aṅgirobhirā gahi yajñiyebhiryama vairūpairiha mādayasva | vivasvantaṅ huve yaḥ pitā te'sminyajñe barhiṣyā niṣadya svāhā
Devanagari
ॐ अङ्गिरोभिरा गहि यज्ञियेभिर्यम वैरूपैरिह मादयस्व । विवस्वन्तङ् हुवे यः पिता तेऽस्मिन्यज्ञे बर्हिष्या निषद्य स्वाहा
Bedeutung: Yama, komme mit den opferwürdigen Angiras und den vielgestaltigen Vätern. Ich rufe Vivasvat, deinen Vater; nimm auf dem Opfergras Platz.
B11.
Sanskrit (IAST)
oṃ prehi prehi pathibhiḥ pūrvyebhiryatrā naḥ pūrve pitaraḥ pareyuḥ | ubhā rājānā svadhayā madantā yamam paśyāsi varuṇañ ca devan svāhā
Devanagari
ॐ प्रेहि प्रेहि पथिभिः पूर्व्येभिर्यत्रा नः पूर्वे पितरः परेयुः । उभा राजाना स्वधया मदन्ता यमम् पश्यासि वरुणञ् च देवन् स्वाहा
Bedeutung: Gehe, gehe auf den alten Wegen, auf denen unsere Vorfahren gegangen sind. Du wirst die beiden Könige Yama und Varuna sehen, die sich an den heiligen Gaben freuen.
B12.
Sanskrit (IAST)
oṃ saṅ gacchasva pitṛbhiḥ sañ yameneṣṭāpūrtena parame vyoman | hitvāyāvadyam punarastamehi saṅ gacchasva tanvā suvarcāḥ svāhā
Devanagari
ॐ सङ् गच्छस्व पितृभिः सञ् यमेनेष्टापूर्तेन परमे व्योमन् । हित्वायावद्यम् पुनरस्तमेहि सङ् गच्छस्व तन्वा सुवर्चाः स्वाहा
Bedeutung: Vereinige dich mit den Vätern und mit Yama, mit dem Ertrag des Opferns und der guten Werke im höchsten Raum. Lass das Tadelnswerte zurück, kehre heim und verbinde dich mit einer leuchtenden Gestalt.
B13.
Sanskrit (IAST)
oṃ apeta vīta vi ca sarpatāto'smā etam pitaro lokamakran | ahobhiradbhiraktubhirvyaktañ yamo dadātyavasānamasmai svāhā
Devanagari
ॐ अपेत वीत वि च सर्पतातोऽस्मा एतम् पितरो लोकमक्रन् । अहोभिरद्भिरक्तुभिर्व्यक्तञ् यमो ददात्यवसानमस्मै स्वाहा
Bedeutung: Weicht zurück und macht Raum. Die Väter haben ihm diese Stätte bereitet; Yama gewährt ihm den durch Tage, Wasser und Nächte bestimmten Ruheplatz.
B14.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamāya soman sunuta yamāya juhutā haviḥ | yamaṅ ha yajño gacchatyagnidūto araṅ kṛtaḥ svāhā
Devanagari
ॐ यमाय सोमन् सुनुत यमाय जुहुता हविः । यमङ् ह यज्ञो गच्छत्यग्निदूतो अरङ् कृतः स्वाहा
Bedeutung: Bereitet Soma für Yama und bringt ihm die Gabe dar. Das durch Agni übermittelte, geschmückte Opfer gelangt zu Yama.
B15.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamāya ghṛtavaddhavirjuhota pra ca tiṣṭhata | san no deveṣvā yamad dīrghamāyuḥ pra jīvase svāhā
Devanagari
ॐ यमाय घृतवद्धविर्जुहोत प्र च तिष्ठत । सन् नो देवेष्वा यमद् दीर्घमायुः प्र जीवसे स्वाहा
Bedeutung: Bringt Yama eine von Ghee erfüllte Gabe und tretet vor. Er möge uns unter den göttlichen Kräften ein langes Leben zum Weiterleben gewähren.
B16.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamāya madhumattamaṇ rājñe havyañ juhotana | idan nama ṛṣibhyaḥ pūrvajebhyaḥ pūrvebhyaḥ pathikṛdbhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ यमाय मधुमत्तमण् राज्ञे हव्यञ् जुहोतन । इदन् नम ऋषिभ्यः पूर्वजेभ्यः पूर्वेभ्यः पथिकृद्भ्यः स्वाहा
Bedeutung: Bringt König Yama die süßeste Gabe. Verehrung den früher geborenen Rishis, den alten Wegbereitern.
B17.
Sanskrit (IAST)
oṃ kṛṣṇaḥ śveto'ruṣo yāmo asya bradhna ṛjra uta śoṇo yaśasvān | hiraṇyarūpañ janitā jajāna svāhā
Devanagari
ॐ कृष्णः श्वेतोऽरुषो यामो अस्य ब्रध्न ऋज्र उत शोणो यशस्वान् । हिरण्यरूपञ् जनिता जजान स्वाहा
Bedeutung: Schwarz, weiß und rötlich erscheinen seine Bahnen; hell, leuchtend und ruhmreich sind seine Gestalten. Der Erzeuger brachte die goldene Gestalt hervor.
C – Dreiundsechzig Widmungen
C1.
Sanskrit (IAST)
oṃ prāṇebhyaḥ sādhipatikebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ प्राणेभ्यः साधिपतिकेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Lebenskräften samt ihren Lenkern sei diese Gabe geweiht.
C2.
Sanskrit (IAST)
oṃ pṛthivyai svāhā
Devanagari
ॐ पृथिव्यै स्वाहा
Bedeutung: Om, der Erde sei diese Gabe geweiht.
C3.
Sanskrit (IAST)
oṃ agnaye svāhā
Devanagari
ॐ अग्नये स्वाहा
Bedeutung: Om, Agni sei diese Gabe geweiht.
C4.
Sanskrit (IAST)
oṃ antarikṣāya svāhā
Devanagari
ॐ अन्तरिक्षाय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Zwischenraum sei diese Gabe geweiht.
C5.
Sanskrit (IAST)
oṃ vāyave svāhā
Devanagari
ॐ वायवे स्वाहा
Bedeutung: Om, Vayu sei diese Gabe geweiht.
C6.
Sanskrit (IAST)
oṃ dive svāhā
Devanagari
ॐ दिवे स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Himmel sei diese Gabe geweiht.
C7.
Sanskrit (IAST)
oṃ sūryāya svāhā
Devanagari
ॐ सूर्याय स्वाहा
Bedeutung: Om, Surya sei diese Gabe geweiht.
C8.
Sanskrit (IAST)
oṃ digbhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ दिग्भ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Richtungen sei diese Gabe geweiht.
C9.
Sanskrit (IAST)
oṃ candrāya svāhā
Devanagari
ॐ चन्द्राय स्वाहा
Bedeutung: Om, Chandra sei diese Gabe geweiht.
C10.
Sanskrit (IAST)
oṃ nakṣatrebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ नक्षत्रेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Sternbildern sei diese Gabe geweiht.
C11.
Sanskrit (IAST)
oṃ adbhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ अद्भ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Wassern sei diese Gabe geweiht.
C12.
Sanskrit (IAST)
oṃ varuṇāya svāhā
Devanagari
ॐ वरुणाय स्वाहा
Bedeutung: Om, Varuna sei diese Gabe geweiht.
C13.
Sanskrit (IAST)
oṃ nābhyai svāhā
Devanagari
ॐ नाभ्यै स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Nabel sei diese Gabe geweiht.
C14.
Sanskrit (IAST)
oṃ pūtāya svāhā
Devanagari
ॐ पूताय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Geläuterten sei diese Gabe geweiht.
C15.
Sanskrit (IAST)
oṃ vāce svāhā
Devanagari
ॐ वाचे स्वाहा
Bedeutung: Om, der Sprache sei diese Gabe geweiht.
C16.
Sanskrit (IAST)
oṃ prāṇāya svāhā
Devanagari
ॐ प्राणाय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Lebensatem sei diese Gabe geweiht.
C17.
Sanskrit (IAST)
oṃ prāṇāya svāhā
Devanagari
ॐ प्राणाय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Lebensatem sei diese Gabe geweiht.
C18.
Sanskrit (IAST)
oṃ cakṣuṣe svāhā
Devanagari
ॐ चक्षुषे स्वाहा
Bedeutung: Om, der Sehkraft sei diese Gabe geweiht.
C19.
Sanskrit (IAST)
oṃ cakṣuṣe svāhā
Devanagari
ॐ चक्षुषे स्वाहा
Bedeutung: Om, der Sehkraft sei diese Gabe geweiht.
C20.
Sanskrit (IAST)
oṃ śrotrāya svāhā
Devanagari
ॐ श्रोत्राय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Gehör sei diese Gabe geweiht.
C21.
Sanskrit (IAST)
oṃ śrotrāya svāhā
Devanagari
ॐ श्रोत्राय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Gehör sei diese Gabe geweiht.
C22.
Sanskrit (IAST)
oṃ lomabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ लोमभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Haaren sei diese Gabe geweiht.
C23.
Sanskrit (IAST)
oṃ lomabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ लोमभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Haaren sei diese Gabe geweiht.
C24.
Sanskrit (IAST)
oṃ tvace svāhā
Devanagari
ॐ त्वचे स्वाहा
Bedeutung: Om, der Haut sei diese Gabe geweiht.
C25.
Sanskrit (IAST)
oṃ tvace svāhā
Devanagari
ॐ त्वचे स्वाहा
Bedeutung: Om, der Haut sei diese Gabe geweiht.
C26.
Sanskrit (IAST)
oṃ lohitāya svāhā
Devanagari
ॐ लोहिताय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Blut sei diese Gabe geweiht.
C27.
Sanskrit (IAST)
oṃ lohitāya svāhā
Devanagari
ॐ लोहिताय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Blut sei diese Gabe geweiht.
C28.
Sanskrit (IAST)
oṃ medobhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ मेदोभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Fettgewebe sei diese Gabe geweiht.
C29.
Sanskrit (IAST)
oṃ medobhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ मेदोभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Fettgewebe sei diese Gabe geweiht.
C30.
Sanskrit (IAST)
oṃ māṃsebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ मांसेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Fleisch sei diese Gabe geweiht.
C31.
Sanskrit (IAST)
oṃ māṃsebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ मांसेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Fleisch sei diese Gabe geweiht.
C32.
Sanskrit (IAST)
oṃ snāvabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ स्नावभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Sehnen sei diese Gabe geweiht.
C33.
Sanskrit (IAST)
oṃ snāvabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ स्नावभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Sehnen sei diese Gabe geweiht.
C34.
Sanskrit (IAST)
oṃ asthabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ अस्थभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Knochen sei diese Gabe geweiht.
C35.
Sanskrit (IAST)
oṃ asthabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ अस्थभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, den Knochen sei diese Gabe geweiht.
C36.
Sanskrit (IAST)
oṃ majjabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ मज्जभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Mark sei diese Gabe geweiht.
C37.
Sanskrit (IAST)
oṃ majjabhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ मज्जभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Mark sei diese Gabe geweiht.
C38.
Sanskrit (IAST)
oṃ retase svāhā
Devanagari
ॐ रेतसे स्वाहा
Bedeutung: Om, der Zeugungskraft sei diese Gabe geweiht.
C39.
Sanskrit (IAST)
oṃ pāyave svāhā
Devanagari
ॐ पायवे स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Ausscheidungsorgan sei diese Gabe geweiht.
C40.
Sanskrit (IAST)
oṃ āyāsāya svāhā
Devanagari
ॐ आयासाय स्वाहा
Bedeutung: Om, der Anstrengung sei diese Gabe geweiht.
C41.
Sanskrit (IAST)
oṃ prāyāsāya svāhā
Devanagari
ॐ प्रायासाय स्वाहा
Bedeutung: Om, der verstärkten Anstrengung sei diese Gabe geweiht.
C42.
Sanskrit (IAST)
oṃ sañyāsāya svāhā
Devanagari
ॐ सञ्यासाय स्वाहा
Bedeutung: Om, der zusammengezogenen Anstrengung sei diese Gabe geweiht.
C43.
Sanskrit (IAST)
oṃ viyāsāya svāhā
Devanagari
ॐ वियासाय स्वाहा
Bedeutung: Om, der auseinandergehenden Anstrengung sei diese Gabe geweiht.
C44.
Sanskrit (IAST)
oṃ udyāsāya svāhā
Devanagari
ॐ उद्यासाय स्वाहा
Bedeutung: Om, der aufsteigenden Anstrengung sei diese Gabe geweiht.
C45.
Sanskrit (IAST)
oṃ śuce svāhā
Devanagari
ॐ शुचे स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Schmerz sei diese Gabe geweiht.
C46.
Sanskrit (IAST)
oṃ śocate svāhā
Devanagari
ॐ शोचते स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Sichgrämenden sei diese Gabe geweiht.
C47.
Sanskrit (IAST)
oṃ śocamānāya svāhā
Devanagari
ॐ शोचमानाय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Trauernden sei diese Gabe geweiht.
C48.
Sanskrit (IAST)
oṃ śokāya svāhā
Devanagari
ॐ शोकाय स्वाहा
Bedeutung: Om, der Trauer sei diese Gabe geweiht.
C49.
Sanskrit (IAST)
oṃ tapase svāhā
Devanagari
ॐ तपसे स्वाहा
Bedeutung: Om, der Glut sei diese Gabe geweiht.
C50.
Sanskrit (IAST)
oṃ tapyate svāhā
Devanagari
ॐ तप्यते स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Erhitztwerden sei diese Gabe geweiht.
C51.
Sanskrit (IAST)
oṃ tapyamānāya svāhā
Devanagari
ॐ तप्यमानाय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem sich Erhitzenden sei diese Gabe geweiht.
C52.
Sanskrit (IAST)
oṃ taptāya svāhā
Devanagari
ॐ तप्ताय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Erhitzten sei diese Gabe geweiht.
C53.
Sanskrit (IAST)
oṃ gharmāya svāhā
Devanagari
ॐ घर्माय स्वाहा
Bedeutung: Om, der Wärme sei diese Gabe geweiht.
C54.
Sanskrit (IAST)
oṃ niṣkṛtyai svāhā
Devanagari
ॐ निष्कृत्यै स्वाहा
Bedeutung: Om, der Befreiung von Schuld sei diese Gabe geweiht.
C55.
Sanskrit (IAST)
oṃ prāyaścityai svāhā
Devanagari
ॐ प्रायश्चित्यै स्वाहा
Bedeutung: Om, der Bereinigung sei diese Gabe geweiht.
C56.
Sanskrit (IAST)
oṃ bheṣajāya svāhā
Devanagari
ॐ भेषजाय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Heilmittel sei diese Gabe geweiht.
C57.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamāya svāhā
Devanagari
ॐ यमाय स्वाहा
Bedeutung: Om, Yama sei diese Gabe geweiht.
C58.
Sanskrit (IAST)
oṃ antakāya svāhā
Devanagari
ॐ अन्तकाय स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Beendiger sei diese Gabe geweiht.
C59.
Sanskrit (IAST)
oṃ mṛtyave svāhā
Devanagari
ॐ मृत्यवे स्वाहा
Bedeutung: Om, dem Tod sei diese Gabe geweiht.
C60.
Sanskrit (IAST)
oṃ brahmaṇe svāhā
Devanagari
ॐ ब्रह्मणे स्वाहा
Bedeutung: Om, Brahman sei diese Gabe geweiht.
C61.
Sanskrit (IAST)
oṃ brahmahatyāyai svāhā
Devanagari
ॐ ब्रह्महत्यायै स्वाहा
Bedeutung: Om, der Schuld der Brahmanentötung sei diese Gabe geweiht.
C62.
Sanskrit (IAST)
oṃ viśvebhyo devebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ विश्वेभ्यो देवेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Om, allen göttlichen Kräften sei diese Gabe geweiht.
C63.
Sanskrit (IAST)
oṃ dyāvā pṛthivībhyāṃ svāhā
Devanagari
ॐ द्यावा पृथिवीभ्यां स्वाहा
Bedeutung: Om, Himmel und Erde sei diese Gabe geweiht.
D – Zehn weitere Übergangsverse
D1.
Sanskrit (IAST)
oṃ sūryañ cakṣuṣā gaccha vātamātmanā divañ ca gaccha pṛthivīñ ca dharmabhiḥ | apo vā gaccha yadi tatra te hitam-oṣadhīṣu prati tiṣṭhā śarīraiḥ svāhā
Devanagari
ॐ सूर्यञ् चक्षुषा गच्छ वातमात्मना दिवञ् च गच्छ पृथिवीञ् च धर्मभिः । अपो वा गच्छ यदि तत्र ते हितम्-ओषधीषु प्रति तिष्ठा शरीरैः स्वाहा
Bedeutung: Gehe mit deiner Sehkraft zur Sonne, mit deinem Lebenshauch zum Wind, nach den Ordnungen zu Himmel und Erde. Gehe zu den Wassern, wenn dort dein Ort ist, und mit deinen leiblichen Teilen zu den Pflanzen.
D2.
Sanskrit (IAST)
oṃ soma ekebhyaḥ pavate ghṛtameka upāsate | yebhyo madhu pradhāvati tāñścidevāpi gacchatāt svāhā
Devanagari
ॐ सोम एकेभ्यः पवते घृतमेक उपासते । येभ्यो मधु प्रधावति ताञ्श्चिदेवापि गच्छतात् स्वाहा
Bedeutung: Gehe auch zu denen, für die Soma fließt, die sich der heiligen Gabe widmen und zu denen die Süße strömt.
D3.
Sanskrit (IAST)
oṃ yecitpūrva ṛtasātā ṛtajātā ṛtāvṛdhaḥ ṛṣīnstapasvato yama tapojāṃ api gacchatāt svāhā
Devanagari
ॐ येचित्पूर्व ऋतसाता ऋतजाता ऋतावृधः ऋषीन्स्तपस्वतो यम तपोजां अपि गच्छतात् स्वाहा
Bedeutung: Gehe zu den früheren Rishis, die in Wahrheit geboren wurden, die Wahrheit wachsen ließen und aus ihrer Sammlung hervorgingen.
D4.
Sanskrit (IAST)
oṃ tapasā ye anādhṛṣyāstapasā ye svaryayuḥ | tapo ye cakrire mahastāñścidevāpi gacchatāt svāhā
Devanagari
ॐ तपसा ये अनाधृष्यास्तपसा ये स्वर्ययुः । तपो ये चक्रिरे महस्ताञ्श्चिदेवापि गच्छतात् स्वाहा
Bedeutung: Gehe zu denen, die durch ihre Askese unüberwindlich wurden, die durch sie zum Licht gelangten und große geistige Anstrengung vollbrachten.
D5.
Sanskrit (IAST)
oṃ ye yudhyante pradhaneṣu śūrāso ye tanūtyajaḥ ye vā sahasradakṣiṇāstāñścidevāpi gacchatāt svāhā
Devanagari
ॐ ये युध्यन्ते प्रधनेषु शूरासो ये तनूत्यजः ये वा सहस्रदक्षिणास्ताञ्श्चिदेवापि गच्छतात् स्वाहा
Bedeutung: Gehe zu den Mutigen, die im Kampf ihr Leben hingaben, und zu den Freigebigen, die tausend Gaben schenkten.
D6.
Sanskrit (IAST)
oṃ syonāsmai bhava pṛthivy anṛkṣarā niveśanī | yacchāsmai śarma saprathāḥ svāhā |
Devanagari
ॐ स्योनास्मै भव पृथिव्य् अनृक्षरा निवेशनी । यच्छास्मै शर्म सप्रथाः स्वाहा ।
Bedeutung: Erde, sei ihm freundlich, eine nicht steinige Wohnstatt; weit ausgebreitet gewähre ihm Schutz.
D7.
Sanskrit (IAST)
oṃ apemañ jīvā arudhan gṛhebhyastan nirvahata pari grāmāditaḥ | mṛtyuryamasyāsīddūtaḥ pracetā asūn pitṛbhyo gamayāñ cakāra svāhā
Devanagari
ॐ अपेमञ् जीवा अरुधन् गृहेभ्यस्तन् निर्वहत परि ग्रामादितः । मृत्युर्यमस्यासीद्दूतः प्रचेता असून् पितृभ्यो गमयाञ् चकार स्वाहा
Bedeutung: Die Lebenden haben ihn aus dem Haus hinausgeleitet; tragt ihn aus der Siedlung. Der wissende Tod, Yamas Bote, führte die Lebenskräfte zu den Vätern.
D8.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamaḥ paro'varo vivasvānstataḥ paran nāti paśyāmi kiñcana | yame adhvaro adhi me niviṣṭo bhuvo vivasvānanvātatāna svāhā
Devanagari
ॐ यमः परोऽवरो विवस्वान्स्ततः परन् नाति पश्यामि किञ्चन । यमे अध्वरो अधि मे निविष्टो भुवो विवस्वानन्वाततान स्वाहा
Bedeutung: Yama ist jenseits und Vivasvat diesseits; darüber hinaus sehe ich nichts. Mein Opfer ist in Yama gegründet, Vivasvat breitete die Lebensräume aus.
D9.
Sanskrit (IAST)
oṃ apāgūhannamṛtām martyebhyaḥ kṛtvā savarṇāmadadhurvivasvate | utāśvināvabharadyattadāsīdajahādu dvā mithunā saraṇyūḥ svāhā
Devanagari
ॐ अपागूहन्नमृताम् मर्त्येभ्यः कृत्वा सवर्णामदधुर्विवस्वते । उताश्विनावभरद्यत्तदासीदजहादु द्वा मिथुना सरण्यूः स्वाहा
Bedeutung: Die Unsterbliche wurde vor den Sterblichen verborgen; eine ihr gleiche Gestalt wurde Vivasvat gegeben. Saranyu gebar die Ashvins und verließ die beiden Zwillingspaare. Dieser mythische Vers wird rezitiert, ohne eine zusätzliche Handlung nachzustellen.
D10.
Sanskrit (IAST)
oṃ imau yunajmi te vahnī asunītāya voḍhave | tābhyāṃ yamasya sādanaṃ samitīś cāva gacchatāt svāhā |
Devanagari
ॐ इमौ युनज्मि ते वह्नी असुनीताय वोढवे । ताभ्यां यमस्य सादनं समितीश् चाव गच्छतात् स्वाहा ।
Bedeutung: Ich spanne diese beiden Zugkräfte an, um dich auf dem Weg des Lebenshauches zu tragen. Mit ihnen gelange zu Yamas Wohnstatt und zu seinen Versammlungen.
E – Sechsundzwanzig Schlusswidmungen
E1.
Sanskrit (IAST)
oṃ agnaye rayimate svāhā
Devanagari
ॐ अग्नये रयिमते स्वाहा
Bedeutung: Agni, dem Reichtum Besitzenden, sei die Gabe geweiht.
E2.
Sanskrit (IAST)
oṃ puruṣasya sayāvary aped aghāni mṛjmahe | yathā no atra nāparaḥ purā jarasa āyati svāhā |
Devanagari
ॐ पुरुषस्य सयावर्य् अपेद् अघानि मृज्महे । यथा नो अत्र नापरः पुरा जरस आयति स्वाहा ।
Bedeutung: Wir wischen das Unheil hinweg, das den Menschen begleitet, damit von uns hier kein weiterer vor Erreichen des Alters fortgehen muss. Die Anrede sayāvarī steht ursprünglich im Zusammenhang mit der begleitenden Ritualkuh; hier wird nur der überlieferte Reinigungsvers gesprochen.
E3.
Sanskrit (IAST)
oṃ ya etasya patho goptārastebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ य एतस्य पथो गोप्तारस्तेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Denen, die diesen Weg bewahren, sei die Gabe geweiht.
E4.
Sanskrit (IAST)
oṃ ya etasya patho rakṣitārastebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ य एतस्य पथो रक्षितारस्तेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Denen, die diesen Weg schützen, sei die Gabe geweiht.
E5.
Sanskrit (IAST)
oṃ ya etasya patho'bhirakṣitārastebhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ य एतस्य पथोऽभिरक्षितारस्तेभ्यः स्वाहा
Bedeutung: Denen, die diesen Weg ringsum beschützen, sei die Gabe geweiht.
E6.
Sanskrit (IAST)
oṃ khyātre svāhā
Devanagari
ॐ ख्यात्रे स्वाहा
Bedeutung: Dem Verkündenden sei die Gabe geweiht.
E7.
Sanskrit (IAST)
oṃ apākhyātre svāhā
Devanagari
ॐ अपाख्यात्रे स्वाहा
Bedeutung: Dem Abkündigenden sei die Gabe geweiht.
E8.
Sanskrit (IAST)
oṃ abhilālapate svāhā
Devanagari
ॐ अभिलालपते स्वाहा
Bedeutung: Dem Hinsprechenden sei die Gabe geweiht.
E9.
Sanskrit (IAST)
oṃ apalālapate svāhā
Devanagari
ॐ अपलालपते स्वाहा
Bedeutung: Dem Wegsprechenden sei die Gabe geweiht.
E10.
Sanskrit (IAST)
oṃ agnaye karmakṛte svāhā
Devanagari
ॐ अग्नये कर्मकृते स्वाहा
Bedeutung: Agni, dem Vollbringer der Handlung, sei die Gabe geweiht.
E11.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamatra nādhīmastasmai svāhā
Devanagari
ॐ यमत्र नाधीमस्तस्मै स्वाहा
Bedeutung: Dem, den wir hier nicht ausdrücklich erinnern, sei die Gabe geweiht.
E12.
Sanskrit (IAST)
oṃ agnaye vaiśvānarāya suvargāya lokāya svāhā
Devanagari
ॐ अग्नये वैश्वानराय सुवर्गाय लोकाय स्वाहा
Bedeutung: Agni Vaishvanara und der lichten Welt sei die Gabe geweiht.
E13.
Sanskrit (IAST)
oṃ āyātu devaḥ sumanābhirūtibhiryamo ha veha prayatābhiraktā | āsīdatāṃsuprayate ha barhiṣyūrjāya jātyai mama śatruhatyai svāhā
Devanagari
ॐ आयातु देवः सुमनाभिरूतिभिर्यमो ह वेह प्रयताभिरक्ता । आसीदतांसुप्रयते ह बर्हिष्यूर्जाय जात्यै मम शत्रुहत्यै स्वाहा
Bedeutung: Der göttliche Yama komme mit wohlgesinnten Hilfen. Er nehme auf dem gut bereiteten Opfergras Platz, zu Kraft, neuer Entstehung und zur Überwindung des Feindlichen.
E14.
Sanskrit (IAST)
oṃ yo'sya kauṣṭhya jagataḥ pārthivasyaika idvaśī | yamam bhaṅgyaśravo gāya yo rājā'naparodhyaḥ svāhā
Devanagari
ॐ योऽस्य कौष्ठ्य जगतः पार्थिवस्यैक इद्वशी । यमम् भङ्ग्यश्रवो गाय यो राजाऽनपरोध्यः स्वाहा
Bedeutung: Singe von Yama, dem einzigen Herrn dieser irdischen Welt, dem König, der sich nicht aufhalten lässt.
E15.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamaṅ gāya bhaṅgyaśravo yo rājā'naparodhyaḥ | yenā'po nadyo dhanvāni yena dyauḥ pṛthivī dṛḍhā svāhā
Devanagari
ॐ यमङ् गाय भङ्ग्यश्रवो यो राजाऽनपरोध्यः । येनाऽपो नद्यो धन्वानि येन द्यौः पृथिवी दृढा स्वाहा
Bedeutung: Singe von Yama, dem unaufhaltsamen König, durch den Wasser, Flüsse und trockene Länder bestehen und Himmel und Erde gefestigt sind.
E16.
Sanskrit (IAST)
oṃ hiraṇyakakṣyān sudhurān hiraṇyākṣān ayaḥśaphān | aśvān anaśyato dānaṃ yamo rājābhitiṣṭhati svāhā |
Devanagari
ॐ हिरण्यकक्ष्यान् सुधुरान् हिरण्याक्षान् अयःशफान् । अश्वान् अनश्यतो दानं यमो राजाभितिष्ठति स्वाहा ।
Bedeutung: König Yama steht über der unvergänglichen Gabe: den gut angeschirrten Pferden mit goldenen Gurten, goldenen Augen und eisernen Hufen. Das sind Bilder der machtvollen Fahrt, keine Materialanweisung.
E17.
Sanskrit (IAST)
oṃ yamo dādhāra pṛthivīñ yamo viśvamidañ jagat | yamāya sarvamittasthe yat prāṇadvāyurakṣitan svāhā
Devanagari
ॐ यमो दाधार पृथिवीञ् यमो विश्वमिदञ् जगत् । यमाय सर्वमित्तस्थे यत् प्राणद्वायुरक्षितन् स्वाहा
Bedeutung: Yama trägt die Erde und diese ganze Welt. Für Yama steht alles bereit, was atmet und vom Wind beschützt wird.
E18.
Sanskrit (IAST)
oṃ yathā pañca yathā ṣaḍ yathā pañcadaśarṣayaḥ | yamañ yo vidyāt sa bruyādyathaika ṛṣirvijānate svāhā
Devanagari
ॐ यथा पञ्च यथा षड् यथा पञ्चदशर्षयः । यमञ् यो विद्यात् स ब्रुयाद्यथैक ऋषिर्विजानते स्वाहा
Bedeutung: Wie die fünf, die sechs und die fünfzehn Rishis möge derjenige von Yama sprechen, der ihn erkennt, so wie der eine Seher dem Einsichtigen Auskunft gibt.
E19.
Sanskrit (IAST)
oṃ trikadrukebhiḥ patati ṣaḍurvīrekamid bṛhat | gāyatrī triṣṭup chandānsi sarvā tā yama āhitā svāhā
Devanagari
ॐ त्रिकद्रुकेभिः पतति षडुर्वीरेकमिद् बृहत् । गायत्री त्रिष्टुप् छन्दान्सि सर्वा ता यम आहिता स्वाहा
Bedeutung: Mit den drei Pressungen fliegt er, durch die sechs Weiten und das eine Große. Die Versmaße Gayatri und Trishtubh sind alle in Yama gegründet.
E20.
Sanskrit (IAST)
oṃ aharaharnayamāno gāmaśvam puruṣañ jagat | vaivasvate na tṛpyati pañcabhirmānavairyamaḥ svāhā
Devanagari
ॐ अहरहर्नयमानो गामश्वम् पुरुषञ् जगत् । वैवस्वते न तृप्यति पञ्चभिर्मानवैर्यमः स्वाहा
Bedeutung: Tag für Tag führt Yama Menschen, Kühe und Pferde fort; der Sohn Vivasvats wird von den fünf Menschengruppen nicht gesättigt. Der Vers erinnert an die Unausweichlichkeit des Todes.
E21.
Sanskrit (IAST)
oṃ vaivasvate vivicyante yame rājani te janāḥ | ye ceha satyenecchante ya u cānṛtavādinaḥ svāhā
Devanagari
ॐ वैवस्वते विविच्यन्ते यमे राजनि ते जनाः । ये चेह सत्येनेच्छन्ते य उ चानृतवादिनः स्वाहा
Bedeutung: Bei König Yama, dem Sohn Vivasvats, werden die Menschen unterschieden: die nach Wahrheit streben und die Unwahrheit reden.
E22.
Sanskrit (IAST)
oṃ te rājann iha vivicyante ’thā yanti tvām upa | devāṃś ca ye namasyanti brāhmaṇāṃś cāpacityati svāhā |
Devanagari
ॐ ते राजन्न् इह विविच्यन्ते ’था यन्ति त्वाम् उप । देवांश् च ये नमस्यन्ति ब्राह्मणांश् चापचित्यति स्वाहा ।
Bedeutung: König, hier werden sie unterschieden und kommen dann zu dir: auch jene, die die göttlichen Kräfte verehren und den Trägern heiligen Wissens Achtung erweisen.
E23.
Sanskrit (IAST)
oṃ yasmin vṛkṣe supalāśe devaiḥ sam pibate yamaḥ | atrā no viśpatiḥ pitā purāṇā anuvenati svāhā
Devanagari
ॐ यस्मिन् वृक्षे सुपलाशे देवैः सम् पिबते यमः । अत्रा नो विश्पतिः पिता पुराणा अनुवेनति स्वाहा
Bedeutung: Unter dem schön belaubten Baum, wo Yama mit den Göttern trinkt, erinnert sich unser Vater und Herr der Gemeinschaft an die alten Zeiten.
E24.
Sanskrit (IAST)
oṃ ut te tabhnomi pṛthivīṃ tvat parīmaṃ lokaṃ nidadhan mo ahaṃ riṣam | etāṃ sthūṇāṃ pitaro dhārayantu te ’trā yamaḥ sādanāt te minotu svāhā |
Devanagari
ॐ उत् ते तभ्नोमि पृथिवीं त्वत् परीमं लोकं निदधन् मो अहं रिषम् । एतां स्थूणां पितरो धारयन्तु ते ’त्रा यमः सादनात् ते मिनोतु स्वाहा ।
Bedeutung: Ich stütze die Erde über dir; möge ich beim Bereiten dieser Stätte keinen Schaden nehmen. Die Väter mögen diese Stütze halten; Yama möge dir hier den Wohnsitz sichern.
E25.
Sanskrit (IAST)
oṃ yathāhāny anupūrvaṃ bhavanti yathartava ṛtubhir yanti kḷptāḥ | yathā na pūrvam aparo jahāty evā dhātar āyūṃṣi kalpayaiṣāṃ svāhā |
Devanagari
ॐ यथाहान्य् अनुपूर्वं भवन्ति यथर्तव ऋतुभिर् यन्ति कॢप्ताः । यथा न पूर्वम् अपरो जहात्य् एवा धातर् आयूंषि कल्पयैषां स्वाहा ।
Bedeutung: Wie die Tage in ihrer Folge kommen und die Jahreszeiten geordnet aufeinander folgen, ohne dass die spätere die frühere überspringt, so ordne, Dhata, die Lebenszeiten dieser Menschen.
E26.
Sanskrit (IAST)
oṃ na hi te agne tanuvai krūrañ cakāra martyaḥ | kapirbabhasti tejanam punarjarāyurgauriva | apa naḥ śośucadaghamagne śuśudhyā rayim | apa naḥ śośucadagham mṛtyave svāhā
Devanagari
ॐ न हि ते अग्ने तनुवै क्रूरञ् चकार मर्त्यः । कपिर्बभस्ति तेजनम् पुनर्जरायुर्गौरिव । अप नः शोशुचदघमग्ने शुशुध्या रयिम् । अप नः शोशुचदघम् मृत्यवे स्वाहा
Bedeutung: Agni, kein Sterblicher möge deinen Leib verletzen. Wie das Tier an seinem Werkzeug arbeitet und die Kuh die Nachgeburt ablegt, so möge das Leid von uns abfallen. Agni, läutere unsere Lebensgüter; unser Unheil möge weichen. Dem Tod sei die Gabe geweiht.
Einäscherung, Heimkehr und Erinnerung
9. Den Körper übergeben
Nach der vollständigen Rezitation schweigt die Gemeinschaft. Die zuständigen Fachpersonen übernehmen den Körper und führen die Einäscherung durch. Die Angehörigen folgen den örtlich vereinbarten Möglichkeiten des letzten Abschieds. Die Handreichung verlangt keine zusätzliche Berührung eines brennenden Körpers und keine selbstständig ausgeführte Schädelöffnung.
10. Die Angehörigen sammeln
Nach dem Abschied waschen die Teilnehmenden Hände und Gesicht beziehungsweise baden, soweit dies zur vereinbarten Tradition und zum Ort passt. Zuhause oder an einem anderen ruhigen Ort werden Wasser und eine einfache vegetarische Mahlzeit angeboten. Es ist hilfreich, eine Person ausdrücklich damit zu beauftragen, bei unmittelbar Betroffenen zu bleiben. Das gemeinsame Essen kann zu einem stillen Ausdruck des Weiterlebens werden.
11. Die Asche und die Erinnerung in Obhut nehmen
Die Übernahme der Asche und ihre Beisetzung werden mit der Bestattungsstätte vereinbart. Eine spätere Zeremonie am Wasser ist ein eigener Anlass und wird nicht stillschweigend in diese Rezitationsfolge hineingenommen. Die hier gewählte Arya-Samaj-Fassung enthält keine verpflichtende nachträgliche Speisung einer als Preta verstandenen Seele durch Pinda-Gaben. Wer eine Gedenkversammlung hält, kann Veda-Lesung, Erinnerungen, Gebet und eine Gabe für Bedürftige miteinander verbinden.
Am Ende darf eine einfache Haltung stehen: Wir ehren den Verstorbenen, indem wir das Gute weitertragen, das durch ihn in unser Leben kam. Seva, Wahrhaftigkeit und fürsorgliches Handeln können zu einer lebendigen Form des Gedenkens werden. Trauer braucht keine Eile; die Gemeinschaft kann helfen, sie gemeinsam zu tragen.
Quellen und Einordnung
- Dayananda Saraswati: Sanskara Vidhi, Abschnitt Antyeshti. Praktische Rezitationsgrundlage: Sanjay Mohan Mittal, Antyeshti Sanskaara – Prayers and Procedures for Last Rites and Cremation, NJ Arya Samaj, 14 PDF-Seiten. Die fünf Gruppen A–E mit 5 + 17 + 63 + 10 + 26 Rezitationseinheiten sind vollständig wiedergegeben. Die Buchstaben und Nummern, etwa C61, dienen dem eindeutigen Auffinden.
- Taittiriya Aranyaka, VI, insbesondere VI.1, VI.5 und VI.7–9; Sanskrit-Vergleichstext.
- Rigveda, X.14, X.16 und X.18, zu den in der Handreichung verwendeten Bestattungsversen.
Die IAST-Schreibung ist normalisiert und ohne vedische Akzentzeichen gesetzt. Eindeutige Druck- und Trennfehler der Handreichung wurden anhand der Sanskrit-Parallelen berichtigt, darunter „aped aghāni“ in E2, „vahnī“ in D10 und „anaśyato“ in E16. Die Übersetzungen sind eigene sinngemäße Übertragungen; die konkreten organisatorischen Hilfen für Angehörige sind heutige Erläuterungen. Für vedische Melodie und Akzent gilt die mündliche Überlieferung der Ritualleitung.
Siehe auch
- Antyeshti
- Arya Samaj
- Dayananda Saraswati
- Agnihotra Homa – tägliches Familienopfer in der Arya-Samaj-Tradition
- Atman
Seminare
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