Atmanshanti

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Atmanshanti, Frieden des Selbst, bestehend aus Atman (Selbst) und Shanti (Frieden). Bei Yoga Vidya gebräuchlicher spiritueller Name.

Yoga Performance mit Atmanshanti:

Atmanshanti, Lucie Hoche

Beliebte Seminar- und Ausbildungsleiterin bei Yoga Vidya. Performance Artist und Fotografin. Yogalehrerin (BYV). praktiziert Yoga seit mehr als 25 Jahren. Mit Vorliebe gibt sie fordernde fortgeschrittene Yogastunden. Sie leitet Seminare und Ausbildungen bei Yoga Vidya, in Spanien und in Indien.

Interview mit Atmanshanti

Aus: Yoga Vidya Journal Nr. 26, Herbst 2012

Lichtvisionen, Engel, Straßenkunst und Yoga. Atmanshantis spannender Weg ins Hier und Jetzt. Yoga Vidya Journal machte ein Interview mit dieser zutiefst inspirierenden Frau.

"Jede Gelegenheit nutze ich, um Yoga zu "offerieren". Straßen, Kleinkunstbühnen, Hochzeiten — jeder Platz ist heilig; ob Straße oder Bretter in der stillen Hoffnung auf diese "ART" Menschen zu inspirieren, sich so wie ich durch Yoga in eine Frequenz des Glückes hineinzuarbeiten. Wer sät wird ernten, wer bittet, kann erhört werden, erst tun, dann empfangen und nicht mehr TUN brauchen."

  • Yoga Vidya Journal (YVJ): Wie kamst du zu deiner Rolle als Engel und Lichtbringer?
  • Atmanshanti (AS): Schon als Kind hatte ich im Gottesdienst immer wieder Lichtvisionen. Damals wurde ich immer für verrückt erklärt, und ich fühlte, dass es besser war zu schweigen. Immer wieder kümmerte ich mich ehrenamtlich um alte Menschen, die ich entweder auf Märkten oder in Cafés ansprach, weil ich ihre Einsamkeit fühlte. Ich traf mich einmal in der Woche mit ihnen, um etwas zu unternehmen – quasi als Highlight in ihrem verstaubten Alltag. Das Schönste an dieser ART zu „engeln“ war, das Leuchten in ihren Augen wieder funkeln zu sehen.
  • YVJ: Wie ging es dann weiter?
  • AS: Irgendwann wollte der Engel in mir einfach sichtbar werden, nicht mit großen Botschaften und Predigten, sondern ohne Dogmatismus, eher spielerisch, so wie der Krishna Aspekt in der Yoga Philosophie. In der Weihnachtszeit um 1998 herum fiel mir in den Läden auf, wie lieblos die Kunden die eingepackten Geschenke ausgehändigt bekamen. Eine Freundin von mir war damals Leiterin einer Buchhandlung. Ich erzählte ihr von meiner Idee eines Einpack-Engels, und sie engagierte mich. So packte ich mehrere Winter lang als Weihnachtsengel Geschenke als Gesamtkunstwerk ein. Wenn keine Kunden kamen, sang ich Weihnachtslieder, weil in dem Laden so eine himmlische Akustik herrschte. Ich lud die Kunden ein, für einen Moment lang die Augen zu schließen und nur zu lauschen – ein paar Momente Stille und Einkehr zu genießen. Viele waren so gerührt, dass ihnen die Tränen in den Augen standen.
  • YVJ: Waren das schon Vorläufer deiner Street Performance?
  • AS: Ja. Nach so viel positivem Feedback kam mir die Idee, diese Engel-Auftritte auszubauen und noch mehr Straßenkunst daraus zu machen, mit Gesang, Akrobatik, Pantomime und allem, was mir spontan einfiel. So reiste ich als Engel verkleidet durch die Welt, machte Street Performance in New York und Barcelona. In den Weihnachtsfeiertagen geisterte ich als Engel durch die Krankenhäuser, besonders durch die Krebsstationen. In Berlin zog ich mich oft als Engel an und fuhr so in den U-Bahnen herum. Ich war immer sehr gespannt, welche Einladungen, Beschimpfungen, Lobe und Verurteilungen es an diesem Tag geben würde.
  • YVJ: Wie kam es dazu, dass du von dieser Art der Straßenkunst auch leben konntest?
  • AS: Durch meine positiven Auftritte bekam ich immer wieder Einladungen und Aufträge von verschiedenen Seiten. Ich wurde Engeltürsteherin in einer Edeldisko und in Galerien. Dort wiederum entdeckte mich der Chef einer Multimedia Akademie, der mich für Messen und Betriebsfeiern buchte, wo ich dann als philosophischer Engel auftrat und den Veranstaltungen noch einen Hauch von Geistigkeit verleihen durfte, bevor der Alkohol die Gäste dann eh vom höheren Sinn entfernt hat. Irgendwann fragten Freunde von mir, ob ich zusammen mit ihrem Klavierlehrer ihre Karten für eine Vernissage in einer Edelbar nutzen wolle, die in einer Kirche untergebracht war. In mir tauchte sofort die Idee auf, so als Engel wieder in die Kirche zurückkehren zu können. Ich rief den Klavierlehrer an und fragte, ob er mich mitnehmen würde. Er sagte sofort zu – er ahnte ja nicht, in welcher Aufmachung ich kommen würde. Der Geschäftsführer war ziemlich erstaunt, mich dort so zu sehen. Er fragte mich, wie ich an die Karten gekommen sei und meinte, dass ich in dieser Aufmachung vielen Leuten die Show stehlen würde. Ich erzählte ihm meine ganze Geschichte und schlug ihm mehrere Engel-Ideen für seine Location vor. So wurde ich dann zwei Jahre hintereinander Weihnachtsengel für Kinder, übte mit ihnen Weihnachtslieder, las alte Märchen vor und schminkte, während die Eltern in Ruhe beim Brunch saßen.
  • YVJ: Das sind alles sehr spannende und erhellende Erfahrungen. Welche Rolle spielt da Yoga in deinem Leben?
  • AS: Das ist auch eine lange Geschichte. Ich habe Yoga als 11jährige begonnen. Damals war ich körperlich sozusagen ein Krüppel, litt unter Skoliose, Kyphose, Lordose. Meine Eltern schickten mich zur Krankengymnastik, was mir nicht besonders gefiel. Eines Tages entdeckte ich dann in einer Buchhandlung das Yogapraxis-Buch von Narayani – und bekam sofort Herzrasen. Ich wusste sofort: Das ist es, was ich machen will und muss. Jahrelang praktizierte ich heimlich, weil meine Familie dafür keinen Sinn hatten. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt.
  • YVJ: Wie kam es dann, dass du anfingst, Yoga mit deiner Lebenskunst als Engel zu verknüpfen?
  • AS: Mein Yogaleben war ein auf und ab. Von Phasen intensiven Praktizierens bis hin zu Phasen ganz anderer spiritueller Praxis war alles dabei. Mit 16 wurde ich Schülerin von Sri Chinmoy. Da wurden meine Zwillingsschwester und ich in New York von ihm eingeweiht. Drei Jahre lang gehörten damals keine Yoga Asanas zu meinem Alltag, sondern hartes Marathontraining. Mit 19 kehrte ich dann zum klassischen Hatha Yoga zurück. Ich wusste: Eines Tages würde ich auch Yoga unterrichten.
  • YVJ: Seit wann arbeitest du auch als Yogalehrerin?
  • AS: Vor acht Jahren fand ich über eine Anzeige meinen Weg zum Yoga Vidya Ashram. Ich hatte die Ehre, bei Sukadev, Mahadev und Narendra die Yogalehrer-Ausbildung zu machen, was am Ende ein Segen für mich war. Während der Ausbildung gingen mein Körper und meine Seele aber noch einmal im Schnelldurchlauf durch Himmel und Hölle. Inzwischen unterrichte ich von ganzem Herzen] in den Yogalehrer Ausbildungen in Bad Meinberg mit, um mein Wissen und meine Erfahrung an möglichst viele Menschen weiter zu geben.
  • YVJ: Und wie arbeiten der Engel und die Yogalehrerin heute in dir zusammen?
  • AS: Die Frage stellt sich mir eigentlich nicht. Für mich ist alles eins, alles fließt ineinander. Ist nicht jeder Yogalehrer, der sich als Kanal hingibt, ein Engel auf Erden? Und bei Yoga Vidya erscheinen sie eben in Gelb-Weiß.
  • YVJ: Atmanshanti, vielen Dank für diese inspirierenden Ausführungen!

Siehe auch

Weblinks

Videos

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