Kindesliebe

Aus Yogawiki
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Kindesliebe ist die Liebe seines Kindes zu seinen Eltern. Auf gewisse Weise ist Kindesliebe das Gegenstück zur Mutterliebe und zur Vaterliebe. Manchmal wird aber auch die Liebe der Eltern zum Kind als Kindesliebe bezeichnet...

Ein Kind ist in den ersten Jahren seines Lebens vollständig auf die Eltern angewiesen. Das Kind lernt Liebe zunächst als Kindesliebe. Kindesliebe ist zunächst naiv und von grenzenlosem Vertrauen erfüllt. Und wenn es Eltern gelingt, diesem Vertrauen gerecht zu werden und sich in den ersten Jahren gut um das Kind zu kümmern, bekommt das Kind ein gutes Maß an Urvertrauen, was eine gute Grundlage für innere Sicherheit im Leben ist.

Kindesliebe muss sich im Lauf des Lebens entwickeln. Aus der naiven Kindesliebe der ersten Jahre müssen verschiedene Formen der Rebellion, des Austestens der Grenzen kommen, damit das Kind sich als eigenständige Person begreift. Schritt für Schritt muss dich das Kind emanzipieren. Idealerweise bleibt aber die Kindesliebe weiter bestehen, wächst in Respekt und gegenseitiges Anerkennen zwischen Eltern und Kindern. Die Kindesliebe bewährt sich dann, wenn irgendwann die Eltern schutzbedürftig werden und das Kind sich um die Eltern kümmern.

Da Kindesliebe, Mutterliebe, Vaterliebe, Elternliebe so essentiell und existentiell sind, prägen sie das Kind für das ganze Leben. Umgekehrt ist für Eltern ihre Liebe zum Kind meist das wichtigste in ihrem Leben.

Dennoch gilt es, auch in der Liebe Gelassenheit zu üben.

Kindesliebe und indische Mythologie

Im Bhakti Yoga, dem Yoga der Gottesliebe, spielt Kindesliebe eine besondere Rolle. Eine der 5 Formen der Liebe, Bhava, ist Vatsalya Bhava. Vatsalya Bhava ist die Beziehung zwischen Gott und Mensch wie zwischen Eltern und Kind. Im Bhakti Yoga hat Vatsalya Bhava verschiedene Ausprägungen: Liebe zu Gott als Vater, Liebe zu Gott als Mutter, Liebe zu Gott als Kind. Die Kindesliebe spielt also im Bhakti Yoga eine ganz entscheidende Rolle: Gott kann gesehen werden als Göttliche Mutter, Gott kann gesehen als Gottvater.

Kindesliebe im Christentum

Im Christentum wird Gott als Vater gesehen. Die Liebe zu Gott ist daher wie Kindesliebe, Liebe zum Vater. Daher beginnt auch das wichtigste Gebet im Christentum, das Vaterunser, mit: "Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name..."

Hier ist eines der vielen Paradoxien im Christentum:

  • Einerseits wird Jesus besonders verehrt als Sohn Gottes, als der Gottessohn
  • Andererseits richten sich alle Menschen im Vaterunser an Gott als Vater - das heißt alle Menschen sind Kinder Gottes, also Söhne und Töchter Gottes

Siehe auch