Matangi Puja nach dem Brihat Tantrasara

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Matangi Puja nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Matangi als Kraft der Sprache und Erkenntnis zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Yantra mit Sechseck und acht Blättern, Hibiskus, Duftstoff, Milchreis mit Zucker.

Umfang und Überlieferung

Die ausgeschriebene Grundformel löst die in P2-1333 benannten Bijas in ihren hier üblichen Formen auf. Im Nyasa ist das dort nur allgemein genannte Bija vor der Durchführung zu bestimmen.

Hauptmantra

oṃ hrīṃ klīṃ hūṃ mātaṅgyai phaṭ svāhā

Bedeutung und Funktion: Om Hrim Klim Hum, der Matangi, Phat Svaha.

Durchführung

  1. Zeichne das Sechseck mit achtblättrigem Lotus. Bereite Hibiskusblüten, Duftstoffe und Milchreis mit Zucker vor.
  2. Vergegenwärtige Dakshinamurti als Rishi, Virat als Metrum und Matangi als Gottheit. Führe Hand- und Körpernyasa mit dem Bija, sechs langen Vokalen und vorangestelltem Om aus.
  3. Verehre auf den acht Blättern Rati, Priti, Manobhava, Kriya, Shraddha, Anangakusuma, Anangamadana und Madanalasa.
  4. Meditiere die dunkle, dreiäugige Göttin auf dem Edelsteinthron mit Schwert, Schild, Schlinge und Stachel. Reiche Duft, Blumen und gezuckerten Milchreis.
  5. Der Text nennt für die besondere Purascharana 6.000 Japa und 600 Homa. Die anschließende nächtliche Anwendung ist ein eigener Artikel.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-1332 · 79 (Auszug)
atha mātaṅgīmantraḥ
vāmakeśvaratantre:
atha vakṣye mahādevīṃ mātaṅgīṃ sarvasiddhidām |
asyopāsanamātreṇa vāksiddhiṃ labhate'cirāt
|| 79 ||

Nun das Mātaṅgī-Mantra. Im Vāmakeśvaratantra: „Nun werde ich die große Göttin Mātaṅgī beschreiben, die sämtliche Vollkommenheiten verleiht. Schon durch ihre Verehrung erlangt man bald die Vollkommenheit der Rede.“


P2-1333 · 80
praṇavañca tato māyāṃ kāmabījañca kūrcakam |
mātaṅgī ṅeyutā cāstraṃ vahnijāyāvadhirmanuḥ
|| 80 ||

„Praṇava, dann Māyā, das Kāma-Bīja und Kūrca; Mātaṅgī mit der Dativendung, dann Astra und als Abschluss die Gemahlin des Feuers: Dies ist das Mantra.“ [Die Dativform bedeutet „für Mātaṅgī“; Astra bezeichnet phaṭ und die Gemahlin des Feuers svāhā.]


P2-1334 · 81
ṛṣiḥ syāddakṣiṇāmūrtirvirāṭachandaḥ prakīrtitam |
mātaṅgī devatā devī sarvakāryapradāyinī
|| 81 ||

„Der Seher soll Dakṣiṇāmūrti sein; Virāṭ wird als Versmaß genannt. Die Gottheit ist die Göttin Mātaṅgī, die sämtliche Vorhaben gelingen lässt.“


P2-1335 · 82
aṅganyāsakaranyāsau kuryānmantrī samāhitaḥ |
ṣaḍdīrghabhājā bījena praṇavādyena kalpayet
|| 82 ||

„Der Mantrakundige soll gesammelt Körper-Nyāsa und Hand-Nyāsa ausführen. Er bilde sie mit dem Bīja, versehen mit den sechs langen Vokalen und Praṇava am Anfang.“


P2-1336 · 83
asyā yantraṃ yathā:
ṣaṭkoṇāṣṭadalaṃ padmaṃ likhedyantraṃ manoharam |
tatra pūjā prakartavyā javāpuṣpeṇa mantravit |
aṣṭaśaktīścāṣṭadale pūjayet susamāhitaḥ |
ratiḥ prītirmanobhavā kriyā śraddhā ca śaktayaḥ |
anaṃgakusumānaṅgamadanā madanālasā |
ityasṭaśaktīḥ sampūjya upahārasamanvitaḥ |
tato devīṃ parāṃ dhyāyet sādhakaḥ sthitamānasaḥ
|| 83 ||

Ihr Yantra: „Man zeichne ein schönes Yantra mit Sechseck und achtblättrigem Lotus. Dort soll der Mantrakundige mit Hibiskusblüten verehren. Mit ganz gesammelter Aufmerksamkeit verehre man die acht Śaktis auf den acht Blütenblättern: Rati, Prīti, Manobhavā, Kriyā, Śraddhā, Anaṅgakusumā, Anaṅgamadanā und Madanālasā. Nach Verehrung dieser acht Śaktis unter Darbringung der Gaben meditiere der Praktizierende mit festem Geist über die höchste Göttin.“


P2-1337 · 84
(citra 38)
tadyathā:
śyāmāṅgīṃ śaśiśekharāṃ trinayanāṃ ratnasiṃhāsanasthitām |
vedairbāhudaṇḍairasikheṭakapāśāṃkuśadharām
|| 84 ||

[Abbildung 38.] Nämlich: „Dunkel an den Gliedern, mit dem Mond als Kopfschmuck, dreiäugig, auf einem edelsteinbesetzten Thron sitzend; in ihren vier Armen hält sie Schwert, Schild, Schlinge und Elefantenhaken.“ [vedaiḥ, „mit den Veden“, bezeichnet als Zahlwort vier.]


P2-1338 · 85
evaṃ dhyātvā mahādevīṃ gandhapuṣpairmanoramaiḥ |
naivedyantu mahādevyai pāyasaṃ śarkarānvitam |
puraścaraṇakāle tu ṣaṭsahasraṃ manuṃ japet |
taddaśāṃśaṃ hunedājyaiḥ śarkarāmadhubhiḥ saha |
brahmavṛkṣodbhavaiḥ kāṣṭhaiḥ sādhakaḥ śaktibhiḥ saha |
evaṃ puraskriyāṃ kṛtvā prayogavidhimācaret
|| 85 ||

„Nachdem man so über die große Göttin meditiert hat, [verehre man sie] mit schönen Duftstoffen und Blumen. Als Opferspeise gebe man der großen Göttin Milchreis mit Zucker. Während des Puraścaraṇa wiederhole man das Mantra sechstausendmal; ein Zehntel davon opfere der Praktizierende zusammen mit den Śaktis mit Ghee, Zucker und Honig sowie Hölzern des Brahmavṛkṣa. Nach dieser vorbereitenden Praxis führe man die Anwendungsvorschrift aus.“ [Brahmavṛkṣa bezeichnet gewöhnlich den Palāśa-Baum.]


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-1332 · 79 (Auszug)
अथ मातङ्गीमन्त्रः
वामकेश्वरतन्त्रे:
अथ वक्ष्ये महादेवीं मातङ्गीं सर्वसिद्धिदाम् ।
अस्योपासनमात्रेण वाक्सिद्धिं लभतेऽचिरात्
॥ ७९ ॥

P2-1333 · 80
प्रणवञ्च ततो मायां कामबीजञ्च कूर्चकम् ।
मातङ्गी ङेयुता चास्त्रं वह्निजायावधिर्मनुः
॥ ८० ॥

P2-1334 · 81
ऋषिः स्याद्दक्षिणामूर्तिर्विराटछन्दः प्रकीर्तितम् ।
मातङ्गी देवता देवी सर्वकार्यप्रदायिनी
॥ ८१ ॥

P2-1335 · 82
अङ्गन्यासकरन्यासौ कुर्यान्मन्त्री समाहितः ।
षड्दीर्घभाजा बीजेन प्रणवाद्येन कल्पयेत्
॥ ८२ ॥

P2-1336 · 83
अस्या यन्त्रं यथा:
षट्कोणाष्टदलं पद्मं लिखेद्यन्त्रं मनोहरम् ।
तत्र पूजा प्रकर्तव्या जवापुष्पेण मन्त्रवित् ।
अष्टशक्तीश्चाष्टदले पूजयेत् सुसमाहितः ।
रतिः प्रीतिर्मनोभवा क्रिया श्रद्धा च शक्तयः ।
अनंगकुसुमानङ्गमदना मदनालसा ।
इत्यस्टशक्तीः सम्पूज्य उपहारसमन्वितः ।
ततो देवीं परां ध्यायेत् साधकः स्थितमानसः
॥ ८३ ॥

P2-1337 · 84
(चित्र ३८)
तद्यथा:
श्यामाङ्गीं शशिशेखरां त्रिनयनां रत्नसिंहासनस्थिताम् ।
वेदैर्बाहुदण्डैरसिखेटकपाशांकुशधराम्
॥ ८४ ॥

P2-1338 · 85
एवं ध्यात्वा महादेवीं गन्धपुष्पैर्मनोरमैः ।
नैवेद्यन्तु महादेव्यै पायसं शर्करान्वितम् ।
पुरश्चरणकाले तु षट्सहस्रं मनुं जपेत् ।
तद्दशांशं हुनेदाज्यैः शर्करामधुभिः सह ।
ब्रह्मवृक्षोद्भवैः काष्ठैः साधकः शक्तिभिः सह ।
एवं पुरस्क्रियां कृत्वा प्रयोगविधिमाचरेत्
॥ ८५ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-1332–P2-1338


Siehe auch

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