Sirappuli Nayanar

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Sirappuli Nayanar war ein frommer Brahmin. Er lebte in Tiruvakur, im Königreich Chola. Er war ein begeisterter Verehrer von Gott Shiva und Seinen Bhaktas. Er pflegte sie zu verehren und ihnen eifrig zu dienen. Er wiederholte das Panchakshara Mantra mit Bhav und Eifer ununterbrochen Tag und Nacht. Auch führte er die vedischen Opferrituale zu Ehren von Shiva aus. All das brachte ihm die höchste Gnade von Siva ein.

Sirappuli Nayanar (Tamil: சிறப்புலி நாயனார், Ciṟappuli Nāyaṉār; auch Sirapulli Nayanar) gehört zu den 63 tamilischen Nayanars, den Shiva-Heiligen Südindiens. Seine Verehrung Shivas wird als ein Leben freigebiger Gastfreundschaft geschildert, verbunden mit der unablässigen Wiederholung des Mantras Om Namah Shivaya. In seinem Haus fanden die Verehrer des Herrn Nahrung, Achtung und die Freude, willkommen zu sein.

Shiva mit Shivalingam

Die Kraft des Panchakshara Mantra

Die ununterbrochene Wiederholung des Panchakshara Mantra (Om Namah Shivaya) scheint eine ganz besonders bevorzugte spirituelle Praxis von diesem Nayanar gewesen zu sein. Diese extrem einfache Übung kann dem Übenden unschätzbaren Segen schenken. Und doch gibt es unwissende Menschen voller Selbsttäuschung, die es ablehnen, davon Gebrauch zu machen.

Die kontinuierliche Wiederholung des Mantras wird die Geistsubstanz an sich verändern. Es enthält eine göttliche Schwingung. Die moderne Wissenschaft hat ein Stadium erreicht, wo es nicht mehr an Masse und Menge glaubt. Sogar der grobe und unreine Intellekt eines Wissenschaftlers musste die höhere Kraft in den subtilen Einheiten der Materie, im Atom oder in der Zelle anerkennen. Um wie viel größer ist dann die Dummheit der Menschen, die es immer noch ablehnen zu glauben, dass Klangschwingungen (und die sogar noch subtileren Gedankenschwingungen) eine radikale Veränderung bei ihnen herbeiführen und sie heilen können – physisch, mental, psychisch und spirituell.

Das ist der höchste Yoga: Sich ständig an Gott erinnern, und fortwährend seinen Namen wiederholen.

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Sirappuli Nayanar auf einen Blick

Merkmal Einordnung
Name Sirappuli Nayanar; auch Sirapulli Nayanar
Tamil சிறப்புலி நாயனார் (Ciṟappuli Nāyaṉār)
Herkunft Tiruvakkur (Tiruvakur) im Chola-Land, Tamil Nadu; Brahmane
Zeit Nicht sicher datierbar
Tradition Einer der 63 Nayanars; tamilische Shiva-Bhakti
Bekannt für Gastfreundschaft gegenüber den Verehrern Shivas; unablässige Wiederholung des Panchakshara Mantra; vedische Rituale
Wichtigste Quelle Sekkizhars Periya Puranam, Verse 3654–3659

Leben und Hintergrund

Die Überlieferung nennt Tiruvakkur, oben auch Tiruvakur geschrieben, im Chola-Land als Heimat. Sirappuli wird als Brahmane beschrieben, der vedische Rituale vollzog, das Panchakshara Mantra rezitierte und Shivas Dienern half. Eine genaue historische Datierung ist nicht möglich. Die sechs Verse seiner Vita im Periya Puranam enthalten keine einzelne dramatische Wunderprüfung; sie würdigen eine beständige Lebenshaltung.

Shiva: Gottesliebe verbindet das heilige Bild mit dem eigenen Leben.

Geschichten über Sirappuli Nayanar

Ein Haus, das durch Geben reich wurde

Sekkizhar führt den Leser nach Tiruvakkur. Hier lebte Sirappuli, dessen Beziehung zu Shiva sich nicht auf den Augenblick eines Rituals beschränkte. Wenn Verehrer des Herrn kamen, wurden sie bewirtet. Was sie benötigten, sollte ihnen nach Möglichkeit gegeben werden. Ihre Ankunft war keine Störung des religiösen Lebens, sondern gehörte zu dessen Mitte.

Der Dichter erzählt keinen einmaligen Festtag. Er zeichnet die Gewohnheit eines Menschen, der aus seinem Besitz einen Dienst machte. Dadurch bekommt das Alltägliche Gewicht: Nahrung bereitzustellen, Bedürfnisse wahrzunehmen, einen Besucher mit Achtung anzusehen. Keine dieser Handlungen verlangt ein außergewöhnliches Schauspiel. Doch durch ihre Wiederholung können sie ein ganzes Leben formen.

Sirappulis Freigebigkeit galt den Dienern Shivas. In ihnen ehrte er den Herrn, dem sein Herz gehörte. Die Beziehung zum unsichtbaren Göttlichen erhielt eine sichtbare Gestalt. Ein Gast musste nicht erst eine philosophische Abhandlung vortragen, um zum Anlass der Verehrung zu werden. Sein Kommen eröffnete die Möglichkeit zu dienen.

Das Mantra zwischen Geben und Empfangen

Neben der Gastfreundschaft nennt der Text die vedische Praxis und die fünf heiligen Silben, deren Kraft oben beschrieben wird. Die Hände gaben, während der Geist sich immer wieder Shiva zuwandte. Äußerer Dienst und innere Erinnerung erscheinen als zwei Bewegungen desselben Lebens.

Die kurze Vita berichtet keine wundersame Vermehrung des Essens und keinen verkleideten Gott, der an einem bestimmten Abend vor der Tür gestanden hätte. Ihre Schönheit liegt gerade darin, dass eine solche Zuspitzung nicht gebraucht wird. Das Wunderbare liegt in der unermüdlichen Bereitschaft, das eigene Leben durchlässig für andere werden zu lassen.

Schließlich, so erzählt der Dichter, gelangte Sirappuli zu Shivas Füßen. Die Erfüllung erscheint als Fortsetzung seiner bisherigen Ausrichtung. Wer im Leben den Herrn in dessen Verehrern begrüßte, findet am Ende selbst Aufnahme beim Herrn.

Betrachtung: Die Aufmerksamkeit des Gastgebers

Die folgende Betrachtung entfaltet die Bedeutung dieser knappen Überlieferung. Gastfreundschaft beginnt oft, bevor etwas auf einem Tisch steht. Sie beginnt damit, dass ein Mensch nicht als Last wahrgenommen wird. Ein Platz wird frei gemacht; eine Frage wird ohne Hast gehört. Das Gegenüber spürt, dass es nicht um die Vorführung eigener Großzügigkeit geht.

Auch kleine Mittel können auf diese Weise weit reichen. Ein Glas Wasser, eine warme Mahlzeit oder eine halbe Stunde ungeteilter Aufmerksamkeit trägt die Farbe des Herzens, aus dem es gegeben wird. Umgekehrt kann ein großes Geschenk kalt bleiben, wenn es den Empfänger beschämt.

Sirappulis Geschichte lädt daher nicht zum Wettbewerb im Geben ein. Sie lädt zur stillen Kunst ein, die Würde des Empfangenden zu bewahren. In einem solchen Haus wird der Gastgeber selbst beschenkt: Er lernt, dass Besitz durch Teilen zu Beziehung werden kann.[1]

Shiva in Meditation: Sinnbild stiller Sammlung.

Spirituelle Bedeutung

Sirappuli verbindet Bhakti, Mantra und tätige Fürsorge. Die unablässige Wiederholung des Mantras, die Swami Sivananda oben als „höchsten Yoga“ würdigt, und der Dienst an den Gästen gehören in seinem Leben zusammen: Japa Yoga und Karma Yoga durchdringen einander. Seine Vita erinnert daran, dass Beständigkeit ebenso erzählenswert sein kann wie eine spektakuläre Prüfung.

Werke und weiterführende Texte

Eigene Schriften von Sirappuli Nayanar sind nicht gesichert überliefert. Die wichtigste zusammenhängende Lebensdarstellung ist das Kapitel im Periya Puranam von Sekkizhar.

Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten

Ilayankudi Mara Nayanar, Amarneethi Nayanar und Siruthondar werden ebenfalls durch Gastfreundschaft charakterisiert. Nesa Nayanar ist wie Sirappuli ein Beispiel für die Kraft des göttlichen Namens; Swami Sivananda verweist in seiner Darstellung Nesas ausdrücklich auf Sirappuli. Die Erzählungen entfalten diese gemeinsamen Themen auf sehr unterschiedliche Weise; persönliche Begegnungen Sirappulis mit ihnen sind daraus nicht abzuleiten.

Anregungen für Yoga und Meditation

Lass deinen Yoga in eine kleine hilfreiche Handlung münden. Bei der Meditation kannst du Om Namah Shivaya wiederholen und anschließend einem Menschen mit derselben Sammlung zuhören.

Symbolbild für das Licht der Erkenntnis im Herzen.

Ein Gedanke für den Alltag

Gib so, dass der andere sich willkommen und geachtet fühlt.

Videos zur Vertiefung

Diese Videos laden dazu ein, die angesprochenen Themen durch eigene Praxis zu vertiefen.

Bhakti Yogastunde mit Sukadev und Aruna

Meditation: Kombinierte Mantra Meditation mit Shanti Mantras mit Sukadev

Siehe auch

Literatur

Quellen

  1. ↑ Sekkizhar: Periya Puranam, Verse 3654–3659. Eigenständige deutsche Nacherzählung; die anschließenden Betrachtungen sind spirituelle Deutungen.

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