Dehatman: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Dehatman''' ([[Sanskrit]]: dehātman ''m.'') [[Körper]]bewußtsein, das [[Selbst]] des Körpers, das äußere Ich.
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'''Dehatman''' ([[Sanskrit]]: dehātman ''m.'') = [[Körper]]bewusstsein, das [[Selbst]] des Körpers, das äußere Ich.


Wenn du dich mit Yoga oder der [[Spiritualitä]]t des [[Hinduismus]] beschäftigst, stößt du früher oder später auf den Begriff Dehatman. Übersetzt bedeutet er wörtlich “der Körper-Selbst” oder “das Ich, das sich mit dem Körper identifiziert”. Im Kern beschreibt Dehatman den Zustand, in dem du glaubst, dass du dieser vergängliche, physische Körper mit seinen Gedanken, Emotionen und deiner Biografie bist.
In der [[yogisch]]en [[Philosophie]], besonders im [https://www.yoga-vidya.de/ Vedanta] und im klassischen Yoga nach [[Patanjali]], wird dieser Zustand als die grundlegende Verwechslung ([[Avidya]]) angesehen. Du hältst das, was du siehst und fühlst – deinen Körper, deine Persönlichkeit, deine Rolle im Leben – für das wahre Selbst. Das ist der Dehatman.
Der Gegensatz dazu ist der Atman, das wahre, unvergängliche Selbst, das jenseits von [[Geburt]] und [[Tod]], jenseits von [[Freude]] und [[Leid]] existiert. Solange du im Dehatman gefangen bist, leidest du unter den Wechselspielen des Lebens. Du identifizierst dich mit [[Schmerz]], Altern und [[Verlust]], weil du glaubst, dass diese Dinge dich selbst betreffen.
Ein Beispiel aus der [[Yogapraxis]]: Stell dir vor, du sitzt in der [[Meditation]] oder in einer tiefen [[Asana]]-Praxis. Plötzlich spürst du einen starken [[Juckreiz]] am Bein. Der Dehatman sagt sofort: “Das ist mein Bein, es juckt, ich muss es kratzen, das stört mich.” Du bist im Körper-Ich gefangen. Der geübte Yogi hingegen beobachtet den Juckreiz wie eine Wolke am Himmel – er sieht ihn, aber er identifiziert sich nicht damit. Er erkennt: “Das ist nur eine Empfindung im Körper, nicht ich.” In diesem Moment durchschaut er den Dehatman und berührt den Atman.


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Atman]]
*[[Atman]]
 
* [[Brahman]]


[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
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Version vom 18. Mai 2026, 08:36 Uhr

Dehatman

Dehatman (Sanskrit: dehātman m.) = Körperbewusstsein, das Selbst des Körpers, das äußere Ich.

Wenn du dich mit Yoga oder der Spiritualität des Hinduismus beschäftigst, stößt du früher oder später auf den Begriff Dehatman. Übersetzt bedeutet er wörtlich “der Körper-Selbst” oder “das Ich, das sich mit dem Körper identifiziert”. Im Kern beschreibt Dehatman den Zustand, in dem du glaubst, dass du dieser vergängliche, physische Körper mit seinen Gedanken, Emotionen und deiner Biografie bist.

In der yogischen Philosophie, besonders im Vedanta und im klassischen Yoga nach Patanjali, wird dieser Zustand als die grundlegende Verwechslung (Avidya) angesehen. Du hältst das, was du siehst und fühlst – deinen Körper, deine Persönlichkeit, deine Rolle im Leben – für das wahre Selbst. Das ist der Dehatman.

Der Gegensatz dazu ist der Atman, das wahre, unvergängliche Selbst, das jenseits von Geburt und Tod, jenseits von Freude und Leid existiert. Solange du im Dehatman gefangen bist, leidest du unter den Wechselspielen des Lebens. Du identifizierst dich mit Schmerz, Altern und Verlust, weil du glaubst, dass diese Dinge dich selbst betreffen.

Ein Beispiel aus der Yogapraxis: Stell dir vor, du sitzt in der Meditation oder in einer tiefen Asana-Praxis. Plötzlich spürst du einen starken Juckreiz am Bein. Der Dehatman sagt sofort: “Das ist mein Bein, es juckt, ich muss es kratzen, das stört mich.” Du bist im Körper-Ich gefangen. Der geübte Yogi hingegen beobachtet den Juckreiz wie eine Wolke am Himmel – er sieht ihn, aber er identifiziert sich nicht damit. Er erkennt: “Das ist nur eine Empfindung im Körper, nicht ich.” In diesem Moment durchschaut er den Dehatman und berührt den Atman.

Siehe auch