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'''gunanidhi''' ([[Sanskrit]]: gunanidhi ''m.'') = ein Lager, eine Ansammlung guter Eigenschaften, ein guter Charakter | |||
Gunanidhi ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Begriff: | |||
* [[guna]] bedeutet [[Qualität]], Eigenschaft oder Wesenszug; | |||
* [[nidhi]] heißt [[Schatz]], Schatzkammer oder Fund. | |||
Wörtlich heißt gunanidhi also „Schatz der Eigenschaften“ oder „Fundus von Qualitäten“. Im [https://www.yoga-vidya.de/ spirituellen] und [[philosophisch]]en Gebrauch bezeichnet der Ausdruck oft die Gesamtheit oder Sammlung von [[Tugend]]en, inneren Kräften und positiven Eigenschaften, die eine Person, ein Wesen oder die Welt ausmachen. | |||
Gunanidhi kann zweierlei Ebene haben: zum einen beschreibt er die inneren Qualitäten, die ein spiritueller Suchender kultiviert — etwa [[Mitgefühl]], [[Wahrhaftigkeit]], [[Selbstbeherrschung]], [[Einsicht]] und [[Sanftmut]] — also die „Schatzkammer“ guter Eigenschaften, die Reife und Befreiung fördern. Zum anderen kann gunanidhi in kosmologischen oder metaphysischen Zusammenhängen die Summe der gunas meinen, jener drei grundlegenden Qualitäten [[sattva]] (Reinheit, Klarheit), [[rajas]] (Aktivität, Leidenschaft) und [[tamas]] (Trägheit, Dunkelheit), die nach [[Sankhya]]- und [[yogisch]]er Lehre alles Sein durchziehen; als gunanidhi wäre das dann das geordnete Feld dieser Qualitäten oder ihr Vorrat im Kosmos. | |||
Praktisch lädt das Konzept dazu ein, die eigenen gunas zu erkennen und zu veredeln: mehr sattva zu fördern, rajas weise zu lenken und tamas zu überwinden oder zu transformieren, sodass der innere Schatz an förderlichen Eigenschaften wächst. In der Bhagavad Gita und in yogischen Texten wird immer wieder betont, dass ein [[Mensch]], der seine inneren Qualitäten kultiviert und die drei gunas versteht, Stabilität, Gelassenheit und Einsicht erlangt — man kann sagen, sein gunanidhi wird reichhaltiger, je mehr er Tugenden wie Gleichmut und Unterscheidungskraft pflegt. | |||
=Siehe auch= | |||
* [[Bhagavad Gita]] | |||
* [[Krishna]] | |||
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Version vom 15. Februar 2026, 01:18 Uhr

gunanidhi (Sanskrit: gunanidhi m.) = ein Lager, eine Ansammlung guter Eigenschaften, ein guter Charakter
Gunanidhi ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Begriff:
Wörtlich heißt gunanidhi also „Schatz der Eigenschaften“ oder „Fundus von Qualitäten“. Im spirituellen und philosophischen Gebrauch bezeichnet der Ausdruck oft die Gesamtheit oder Sammlung von Tugenden, inneren Kräften und positiven Eigenschaften, die eine Person, ein Wesen oder die Welt ausmachen.
Gunanidhi kann zweierlei Ebene haben: zum einen beschreibt er die inneren Qualitäten, die ein spiritueller Suchender kultiviert — etwa Mitgefühl, Wahrhaftigkeit, Selbstbeherrschung, Einsicht und Sanftmut — also die „Schatzkammer“ guter Eigenschaften, die Reife und Befreiung fördern. Zum anderen kann gunanidhi in kosmologischen oder metaphysischen Zusammenhängen die Summe der gunas meinen, jener drei grundlegenden Qualitäten sattva (Reinheit, Klarheit), rajas (Aktivität, Leidenschaft) und tamas (Trägheit, Dunkelheit), die nach Sankhya- und yogischer Lehre alles Sein durchziehen; als gunanidhi wäre das dann das geordnete Feld dieser Qualitäten oder ihr Vorrat im Kosmos.
Praktisch lädt das Konzept dazu ein, die eigenen gunas zu erkennen und zu veredeln: mehr sattva zu fördern, rajas weise zu lenken und tamas zu überwinden oder zu transformieren, sodass der innere Schatz an förderlichen Eigenschaften wächst. In der Bhagavad Gita und in yogischen Texten wird immer wieder betont, dass ein Mensch, der seine inneren Qualitäten kultiviert und die drei gunas versteht, Stabilität, Gelassenheit und Einsicht erlangt — man kann sagen, sein gunanidhi wird reichhaltiger, je mehr er Tugenden wie Gleichmut und Unterscheidungskraft pflegt.