Spandanashakti: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Spandanashakti''' ([[Sanskrit]]: Spandanashakti ''f.'') die [[Kraft]] des Pulsierens; [[Leben]]skraft
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'''Spandanashakti''' ([[Sanskrit]]: Spandanashakti ''f.'') = die [[Kraft]] des Pulsierens; [[Leben]]skraft
 
Spandanashakti ist ein wunderschöner, tiefgründiger Sanskrit-Ausdruck, der sich aus zwei Wörtern zusammensetzt: Spanda und Shakti. Spanda bedeutet so viel wie “leichte Vibration”, “Pulsation” oder “das zitternde, lebendige Pulsieren”. Shakti kennst du vielleicht als die göttliche Urkraft, die schöpferische [[Energie]], die allem Leben zugrunde liegt. Zusammen meint Spandanashakti also die lebendige, pulsierende Kraft der [[Schöpfung]], die in jedem kleinsten Teilchen und in dir selbst vibriert.
 
In der [[yogisch]]en und [[hinduistisch]]en [[Philosophie]], besonders im Kaschmirischen [[Shivaismus]], wird Spanda nicht als eine grobe Bewegung verstanden, sondern als das subtile, innere Pulsieren des reinen [[Bewusstsein]]s. Es ist der erste Impuls des Göttlichen, sich aus seiner Ruhe heraus zu bewegen und die Welt zu erschaffen – aber auch der ständige, leise Herzschlag des Lebens, der in dir weiterklingt, während du diesen Text liest. Stell es dir wie die allerfeinste Vibration vor, die noch vor einem Gedanken oder einer Empfindung da ist.
 
In deiner Yogapraxis kannst du Spandanashakti direkt erfahren. Wenn du in einer [https://www.yoga-vidya.de/ Meditation] ganz still sitzt und deine [[Aufmerksamkeit]] nach innen lenkst, spürst du vielleicht irgendwann nicht nur deinen Herzschlag, sondern ein feines Kribbeln, ein Summen oder eine leichte wellenartige Bewegung in deinem ganzen Körper. Das ist nicht nur dein [[Blutkreislauf]] – in der yogischen Sichtweise ist das die Erfahrung der Spandanashakti, der Lebenskraft, die durch dich fließt. Auch in einer [[Asana]]-Praxis, wenn du ganz bewusst in eine Haltung hineinatmest und die feine, lebendige Dehnung im [[Muskel]] spürst, begegnest du dieser Kraft.
 
Ein passendes Zitat aus dieser Tradition, das dir das Gefühl dafür geben kann, lautet: “Spanda ist das leise Pulsieren des Herzens des Universums, das in dir als dein eigenes Herz schlägt.” Wenn du also das nächste Mal auf deiner Matte stehst oder still sitzt, lade dich ein, nicht nur auf deinen Atem zu achten, sondern auf das, was ihn trägt: diese subtile, lebendige Vibration, die du selbst bist.
 
=Siehe auch=
* [[Nadi]]
* [[Kundalini]]
 
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Spiritualität]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
[[Kategorie:Energie]]

Aktuelle Version vom 21. Mai 2026, 02:10 Uhr

Spandanashakti

Spandanashakti (Sanskrit: Spandanashakti f.) = die Kraft des Pulsierens; Lebenskraft

Spandanashakti ist ein wunderschöner, tiefgründiger Sanskrit-Ausdruck, der sich aus zwei Wörtern zusammensetzt: Spanda und Shakti. Spanda bedeutet so viel wie “leichte Vibration”, “Pulsation” oder “das zitternde, lebendige Pulsieren”. Shakti kennst du vielleicht als die göttliche Urkraft, die schöpferische Energie, die allem Leben zugrunde liegt. Zusammen meint Spandanashakti also die lebendige, pulsierende Kraft der Schöpfung, die in jedem kleinsten Teilchen und in dir selbst vibriert.

In der yogischen und hinduistischen Philosophie, besonders im Kaschmirischen Shivaismus, wird Spanda nicht als eine grobe Bewegung verstanden, sondern als das subtile, innere Pulsieren des reinen Bewusstseins. Es ist der erste Impuls des Göttlichen, sich aus seiner Ruhe heraus zu bewegen und die Welt zu erschaffen – aber auch der ständige, leise Herzschlag des Lebens, der in dir weiterklingt, während du diesen Text liest. Stell es dir wie die allerfeinste Vibration vor, die noch vor einem Gedanken oder einer Empfindung da ist.

In deiner Yogapraxis kannst du Spandanashakti direkt erfahren. Wenn du in einer Meditation ganz still sitzt und deine Aufmerksamkeit nach innen lenkst, spürst du vielleicht irgendwann nicht nur deinen Herzschlag, sondern ein feines Kribbeln, ein Summen oder eine leichte wellenartige Bewegung in deinem ganzen Körper. Das ist nicht nur dein Blutkreislauf – in der yogischen Sichtweise ist das die Erfahrung der Spandanashakti, der Lebenskraft, die durch dich fließt. Auch in einer Asana-Praxis, wenn du ganz bewusst in eine Haltung hineinatmest und die feine, lebendige Dehnung im Muskel spürst, begegnest du dieser Kraft.

Ein passendes Zitat aus dieser Tradition, das dir das Gefühl dafür geben kann, lautet: “Spanda ist das leise Pulsieren des Herzens des Universums, das in dir als dein eigenes Herz schlägt.” Wenn du also das nächste Mal auf deiner Matte stehst oder still sitzt, lade dich ein, nicht nur auf deinen Atem zu achten, sondern auf das, was ihn trägt: diese subtile, lebendige Vibration, die du selbst bist.

Siehe auch