Vorurteile
Vorurteil: Ohne Prüfung der objektiven Tatsachen voreilig gefasste oder übernommene, meist von feindseligen Gefühlen gegen jemanden oder etwas geprägte Meinung.

Swami Sivananda schreibt über Vorurteile
Swami Sivananda hielt Vorurteile für ein Hindernis auf dem spirituellen Weg. Er schreibt in einigen seiner Werke darüber und wie man Vorurteile ablegen kann:
Vorurteile, Meinungen, Unduldsamkeit, Frömmelei sind Hindernisse auf dem spirituellen Weg. Vorurteile, unbegründete Ablehnung einer Sache oder eines Menschen, verhärten das Gehirn, das, nicht mehr richtig abgestimmt, die Dinge in einem falschen Licht erfasst. Man verträgt keine Meinungsverschiedenheiten mehr und wird unduldsam. Religiöse Intoleranz und Vorurteile sind schwere Hindernisse auf dem Pfad zur göttlichen Verwirklichung. Manche Pandits (Gelehrte) glauben fest daran, daß nur Sanskrit-Kenner Selbstverwirklichung erlangen können, und halten englisch sprechende Sannyasins für Barbaren. Bewundernswert ist die grobe Dummheit dieser verschrobenen Sektierer und unverbesserlich kleinlichen Geister. Hegt jemand Vorurteile gegen die Bibel oder gegen den Koran und vermag die Wahrheit dieser Schriften nicht zu erfassen, so ist sein Gehirn verhärtet, zu Stein geworden. Jeder Mensch kann zu Gott gelangen, ob er die Vorschriften des Korans, der Bibel, der Zend-Avesta oder der Pali-Bücher Buddhas studiert und befolgt. Der Schüler sollte jedes Vorurteil vermeiden. Nur so vermag er die Wahrheit zu erfassen, die nicht das Monopol der Sanskrit-Gelehrten von Benares oder der Vairagis von Ayodhya ist. Die Wahrheit, Rama, Krishna, Jesus gehören der ganzen Menschheit.
Sektierer und Fanatiker schließen sich selbst in einem engen Kreis ein. Sie haben kein weites Herz und können wegen ihrer falschen Gesichtspunkte das Gute im anderen nicht schätzen. Nur ihre eigenen Grundsätze und Lehren halten sie für wertvoll. Die Überlieferung, an die sie sich klammern (sampradya), erscheint ihnen überlegen und der Guru, den sie erwählten, der einzige, der wahre Gott-Erkenntnis besitzt. Sie stehen immer im Kampf mit den anderen. Sicherlich ist es gut, das Lob des eigenen Gurus zu singen und sich an seine Lehren zu halten. Aber man muß auch andere Propheten und Heilige achten. Nur so können sich wahre Liebe und allumfassende Brüderlichkeit offenbaren, die letzten Endes dazu führen, daß wir Gott oder Atman in allen Lebewesen erkennen. Vorurteil, Intoleranz, Fanatismus, Sektierertum, die nichts sind als Abarten des Hasses, müssen vollkommen ausgetilgt werden.
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Siehe auch
Literatur
- Sukadev Bretz mit Ulrike Schöber: Der Königsweg zur Gelassenheit
- Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis
Weblinks
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