Ucchishta Ganesha Puja nach dem Brihat Tantrasara
Ucchishta Ganesha Puja nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, Ganesha in der besonderen Ucchishta-Überlieferung zu verehren.
Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.
Zweck und Voraussetzungen
Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.
Gewählte Form: Ucchishta Ganesha Puja. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.
Hinweis zu dieser Form: Verwendet wird die mit oṃ beginnende Form. Die Quelle nennt eine alternative gaṃ-Fassung, die hier nicht zusätzlich rezitiert wird. Die besonderen Stoff- und Zustandsregeln sind Teil dieser Überlieferung.
Vorbereitung und Materialien
Ein sauberer Sitz, ein geeigneter Verehrungsträger, Wassergefäße, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Speise. Wenn die Quelle ein Yantra nennt, wird dessen konkrete Anordnung vor Beginn vorbereitet. Besondere Gaben stehen bei der betreffenden Handlung.
Für die unten ausgeführte vollständige Gabenfolge zusätzlich: Gewand, Schmuck, Badewasser, Mundspülwasser und Madhuparka aus Ghī, Joghurt und Honig. Ein rein geistiger Ersatz einer materiellen Gabe ist als solcher zu verstehen und wird nicht als wortgleiche äußere Durchführung ausgegeben.
Richte die Gaben vor Beginn so ein, dass während der Verehrung nichts gesucht werden muss. Bestimme den verwendeten Mantra und den Verehrungsträger. Die Materialanordnung ist eine redaktionelle Durchführungshilfe; verbindliche Sondergaben stehen bei den Einzelbelegen.
Durchführung
Für den Ucchishta-Zustand ist hier die in P2-1376 ausdrücklich genannte Frucht-Variante nach Bhrigu gewählt. Die anderen im Quellenblock erhaltenen Varianten werden nicht zusätzlich ausgeführt.
1. Sammeln und den Vorsatz fassen
Setze dich aufrecht vor den Verehrungsplatz, erinnere dich an den Guru und richte deine Absicht auf die in diesem Artikel genannte Gottheit. Fasse den Vorsatz in klaren eigenen Worten. Die anschließend verwendete Mantraform wird für die ganze Durchführung beibehalten.
2. Grundmantra
oṃ hastipiśāci likhe svāhā
Om, o Elefanten-Pishachi, schreibe; svaha. Die verbale Deutung von likhe bleibt erklärungsbedürftig.
3. Innere Vorbereitung und Nyasa
Ausgeschriebene Hand- und Körperfolge
Führe zuerst den Handnyasa, anschließend den Körpernyasa in der Tabellenreihenfolge aus. Die ausgeschriebene Folge setzt die Gliederregel aus P2-1372 und P2-0082–0083 um. Die Ortsnamen in der Tabelle geben zugleich die Bedeutung der Zuordnungsformeln an; die Abschlusslaute bleiben Ritualausrufe.
| Nr. | Handstelle | Handformel | Körperstelle | Körperformel |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Beide Daumen | oṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
Herz | oṃ hṛdayāya namaḥ |
| 2 | Beide Zeigefinger | oṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
Kopf | oṃ śirase svāhā |
| 3 | Beide Mittelfinger | oṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
Haarschopf | oṃ śikhāyai vaṣaṭ |
| 4 | Beide Ringfinger | oṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
Schutzpanzer | oṃ kavacāya huṃ |
| 5 | Beide kleinen Finger | oṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
Drei Augen | oṃ netratrayāya vauṣaṭ |
| 6 | Handflächen und Handrücken | oṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
Waffe / Abgrenzung | oṃ astrāya phaṭ |
Vollziehe die morgendliche Vorbereitung und die für diese Mantraform vorgeschriebenen inneren Reinigungen. Setze die genannten Sitzkräfte im Herzlotus ein. Beim Sehernyasa werden Seher, Versmaß und Gottheit an Kopf, Mund und Herz zugeordnet. Führe danach den besonderen Hand- und Körpernyasa aus. Die folgenden Belege bestimmen die konkreten Namen, Laute und Zuordnungen; es wird keine fremde Gottheitsform eingesetzt.
Beleg P2-1372:
asyā pūjāprayogaḥ:
prātaḥkṛtyādi prāṇāyāmāntaṃ vidhāya ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
śirasi sudhīra-ṛṣaye namaḥ, mukhe nivṛdgāyatrīcchandase namaḥ, hṛdi
ucchiṣṭagaṇapataye devatāyai namaḥ |
tataḥ praṇavena karāṅganyāsau kṛtvā dhyāyet
|| 18 ||
Die Verehrungspraxis: Nach den Morgenhandlungen und allem bis zur Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Sudhīra!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Nivṛdgāyatrī!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Ucchiṣṭagaṇapati!“ Dann führe man mit Praṇava Hand- und Körper-Nyāsa aus und meditiere.
Beleg P2-1376:
ucchiṣṭaścāśucirbhūtvā japapūjanamācaret |
anucchiṣṭe na sidhyeta tasmādevaṃ samācaret |
iti tantrāntaravacanācca |
keṣāñcinmate pūjā nāsti manasā japet |
keṣāñcinmate karāṅganyāsau na staḥ gaṇeśo'hamiti |
pūrvoktaṃ cintayet |
gargamate vijane vane sthitvā raktacandanānuliptatāmbūlamukhocchiṣṭa
- mukho japet |
keṣāñcinmate sarvālaṅkārabhūṣitaḥ sarvāvasthānu japet |
anyamate sampūjya modakaṃ carvayan, bhṛgumate phalamaśnan |
vibhīṣaṇamate māṃsanaivedyaṃ dattvā tadeva khādayan
|| 22 ||
Denn auch ein anderes Tantra sagt: „Im Ucchiṣṭa-Zustand und unrein geworden führe man Japa und Verehrung aus. Außerhalb des Ucchiṣṭa-Zustands gelingt es nicht; deshalb verfahre man so.“ Nach Ansicht einiger gibt es keine [äußere] Verehrung; man vollziehe Japa im Geist. Nach Ansicht anderer entfallen Hand- und Körper-Nyāsa; man vergegenwärtige sich das zuvor Gesagte: „Ich bin Gaṇeśa.“ Nach Gargas Ansicht halte man sich in einem einsamen Wald auf, mit rotem Sandelholz bestrichen und mit Betel im Mund, im Ucchiṣṭa-Zustand, und vollziehe Japa. Nach Ansicht einiger wiederhole man das Mantra, mit sämtlichem Schmuck geschmückt, in allen Zuständen. Nach einer anderen Ansicht verehre man [die Gottheit] und kaue dabei ein Modaka; nach Bhṛgus Ansicht esse man eine Frucht. Nach Vibhīṣaṇas Ansicht bringe man Fleisch als Opferspeise dar und esse ebendieses.
4. Dhyana und innere Darbringung
Vergegenwärtige die Gottheit nach dem folgenden Dhyana. Nimm Farbe, Gestalt, Haltung, Attribute und Sitz als zusammengehöriges Bild wahr. Sprich den Dhyana-Text und verweile in der Vorstellung. Bringe danach die Gaben zunächst innerlich dar, wie es die Quelle vor der äußeren Verehrung vorsieht.
Beleg P2-1373:
dhyānaṃ yathā:
raktamūrtiṃ gaṇeśañca sarvābharaṇabhūṣitam |
raktavastraṃ trinetrañca raktapadmāsane sthitam |
caturbhujaṃ mahākālaṃ dvidantaṃ sasmitānanam |
iṣṭañca dakṣiṇe haste dantañca tadadhaḥkare |
pāśāṃkuśau ca hastābhyāṃ jaṭāmaṇḍalaveṣṭitam |
lalāṭacandrarekhāḍhyaṃ sarvālaṅkārabhūṣitam |
Die Meditation: „Gaṇeśa von roter Gestalt, mit sämtlichen Schmuckstücken geschmückt, in roten Gewändern, dreiäugig, auf einem roten Lotussitz; vierarmig, Mahākāla, mit zwei Stoßzähnen und lächelndem Gesicht; in der rechten Hand [die gewünschte Gabe beziehungsweise Segensgeste], in der darunterliegenden Hand einen Stoßzahn, in den beiden anderen Händen Schlinge und Elefantenhaken; von einem Kranz verfilzter Haare umgeben, mit der Mondsichel an der Stirn und mit sämtlichem Schmuck geschmückt.“
5. Den Sitz verehren und die Gottheit anrufen
Bereite das Arghya vor und verehre den äußeren Sitz mit den für diese Gottheit bezeichneten Kräften. Wenn ein Yantra verwendet wird, halte die im Einzelbeleg genannten Ebenen und Richtungen auseinander. Stelle die Gottheit im Zentrum vor und rufe sie mit dem Grundmantra an.
Beleg P2-1375:
(ucchiṣṭa gaṇeśayantram citra 39)
asya puraścaraṇaṃ ṣoḍaśasahasrajapaḥ |
tathā ca:
kṛṣṇāṃ caturthīmārabhya yāvatśuklacaturthikā |
sahasraṃ hi japennityaṃ yoṣinniyamapūrvakam |
snāpayenmadhunā nityaṃ naivaidyaṃ guḍapāyasam |
bhuktocchiṣṭo japennityaṃ gaṇeśo'haṃ sadā priyaḥ |
śvetarkeṇākṛtiṃ kṛtvā raktacandanakena vā |
aṃguṣṭhamātraṃ pratiṣṭhāpya dvijāgnigurusannidhau |
japtvā ṣoḍaśasāhastryaṃ siddhamantro bhaveddhruvam |
yoṣiditi yoṣidupagamane niyamapuraḥsaramityarthaḥ na tu tyāganiyamaḥ
|
aprasaṅgādanaucityādanācānta iti darśanāt
|| 21 ||
[Ucchiṣṭagaṇeśa-Yantra, Abbildung 39.] Sein Puraścaraṇa umfasst 16.000 Wiederholungen. Ferner: „Vom vierten Mondtag der dunklen Hälfte bis zum vierten der hellen Hälfte wiederhole man täglich tausendmal, unter Einhaltung der Regel hinsichtlich einer Frau. Man bade [die Gottheit] täglich mit Honig; die Opferspeise ist Rohzucker-Milchreis. Nach dem Essen, im Ucchiṣṭa-Zustand, vollziehe man täglich Japa [mit dem Gedanken]: Ich bin Gaṇeśa, stets geliebt. Man fertige aus weißem Arka oder rotem Sandelholz eine daumengroße Gestalt und weihe sie in Gegenwart von Brahmanen, Feuer und Guru. Nach 16.000 Wiederholungen wird das Mantra sicher vollkommen wirksam.“ „Frau“ bedeutet, dass beim Umgang mit einer Frau eine Regel zu beachten ist, nicht eine Regel des Verzichts; denn dafür besteht hier kein Anlass, es wäre unpassend, und der Text verlangt den Zustand ohne rituelle Mundspülung. [Die Begründung ist in der überlieferten Prosa sehr knapp.]
Die allgemeine Anrufungsformel P1-0536 wird nach dem Grundmantra an die gewählte Gottheit gerichtet:
ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi iha sannidhehi | iha sannirudhyasva ||
„Komm hierher, komm hierher. Bleibe hier, bleibe hier. Sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig. Verweile hier gesammelt.“
Begleite die Anrufung mit den unterwiesenen Mudras. Die besondere Vorschrift der Gottheit bestimmt die anschließende Einsetzung der Lebenskraft. Die im Beleg zugleich erwähnten späteren Schritte werden an ihrem Platz in der folgenden Reihenfolge ausgeführt.
6. Gaben bis zu den Blüten und die Umkreisverehrung
Bringe die im Einzelritual genannten Gaben bis einschließlich der Blüten dar. Bei sechzehn Upacaras sind die dort genannten Gaben vollständig einzubeziehen. Wo fünf Blumenhandvoll vorgeschrieben sind, bringe sie mit dem Grundmantra an Scheitel, Herz, Grundlage, Füßen und der gesamten vorgestellten Gestalt dar. Erst anschließend folgt der bezeichnete Umkreis. Diese fünf Zuordnungen folgen P2-0104.
| Reihenfolge und Gabe | Handlung | Rezitation |
|---|---|---|
| 1. Sitz | Biete der vergegenwärtigten Gottheit ihren Sitz an. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 2. Willkommen | Begrüße die Gottheit mit gefalteten Händen. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 3. Fußwasser | Bringe eine kleine Wassergabe an den vorgestellten Füßen dar. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 4. Arghya | Reiche das vorbereitete Ehrenwasser dar. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 5. Mundspülwasser | Biete eine frische Wassergabe an. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 6. Madhuparka | Bringe die Mischung aus Ghī, Joghurt und Honig dar; Zusammensetzung nach P1-0539. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 7. Erneutes Mundspülen | Reiche nach dem Madhuparka nochmals Wasser dar. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 8. Bad | Bringe das Badewasser dar; ein empfindliches Bild wird nicht mit ungeeigneten Flüssigkeiten übergossen. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 9. Gewand | Reiche das vorgesehene Gewand dar. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 10. Schmuck | Biete den Schmuck an. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 11. Duftstoff | Bringe den Duftstoff dar. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
| 12. Blüten | Lege die Blüten mit ihrer natürlichen Oberseite nach oben nieder. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā |
Deutsche Bedeutung der bei jeder Gabe wiederholten Formel: Om, o Elefanten-Pishachi, schreibe; svaha. Die verbale Deutung von likhe bleibt erklärungsbedürftig. Die nachfolgenden vier Glieder sind Räucherwerk, Licht, Speise und Verneigung. Sie werden an den unten bezeichneten Stellen ausgeführt. Damit sind die sechzehn Gaben aus P2-0099 vollständig berücksichtigt.
Im eigenen Ausschnitt ist keine besondere Namens- und Richtungsfolge des Umkreises ausgeschrieben. Eine solche Folge wird hier nicht ergänzt.
7. Räucherwerk, Licht und Speise; Übersicht der fünf Gaben
Nach der Umkreisverehrung folgen Räucherwerk, Licht und Speise. Duftstoff und Blüten sind in der Tabelle zur Übersicht nochmals genannt und werden nicht deshalb ein zweites Mal verlangt. Wo die besondere Anweisung sechzehn oder weitere Gaben nennt, führe diese vollständig aus. Die gemeinsame Gruppe der fünf Gaben besteht nach P2-0100 aus Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Licht und Speise. P1-0540 schreibt vor, bei jeder Gabe den Grundmantra zu sprechen. Verwende dabei ausschließlich den oben bezeichneten Mantra dieser Ritualform.
| Gabe | Konkrete Handlung | Rezitation und Bedeutung |
|---|---|---|
| Duftstoff | Bringe den Duftstoff vor der Gottheit dar. | Sprich oṃ hastipiśāci likhe svāhā ; die Gabe bedeutet: „Dir bringe ich diesen Duft dar.“ |
| Blüten | Lege die Blüten auf dem vorgesehenen Platz nieder, mit der natürlichen Oberseite nach oben. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā ; danach, nach P1-0540: etāni puṣpāṇi vauṣaṭ – „Diese Blüten, vaushat.“ |
| Räucherwerk | Lass die Glocke mit der linken Hand erklingen und führe das Räuchergefäß vor der Gottheit. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich diesen Duft des Räucherwerks dar.“ |
| Licht | Bringe die brennende Lampe vor der Gottheit bis zur Höhe ihres Blickes dar. | oṃ hastipiśāci likhe svāhā ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich dieses Licht dar.“ |
| Speise | Stelle die Speise vor die Gottheit. Besprenge sie mit phaṭ , rezitiere den Grundmantra achtmal und vollziehe die unterwiesene Dhenu-Mudra. Reiche die Gabe mit dem Grundmantra dar. |
phaṭ ist der rituelle Abgrenzungslaut; der Grundmantra richtet die Gabe an die Gottheit. Die achtsfache Besprechung folgt P2-0106. |
Die deutschen Sätze erläutern die Gaben; sie sind keine dem Brihat Tantrasara zugeschriebenen Sanskritverse. Die konkreten Mantra-Zusätze, die im Einzelritual stehen, haben Vorrang. Die einfachen Handhabungshinweise führen die Angaben P2-0100, P2-0103–0106 und P1-0540 aus.
8. Japa, Darbringung und Abschluss
Setze dich nach den äußeren Gaben gesammelt hin und wiederhole den Grundmantra dieser Form. Wenn die besondere Paddhati keine Sitzungszahl nennt, nennt die allgemeine Ordnung 100 oder 1008 Wiederholungen (P2-0111). Eine Purascharana-Gesamtzahl ist davon zu unterscheiden.
Bringe das vollzogene Japa der Gottheit dar. Die allgemeine Formel lautet in einer redaktionell geglätteten Lesefassung:
oṃ guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthite ||
„Om. Du Hüter des Allerverborgensten, nimm das von uns vollzogene Japa an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, o Gott, da du in mir gegenwärtig bist.“
Die Formen guhyāti-/gṛhāṇāsmat- sind gegenüber dem beschädigten Wortabstand der Vorlage grammatisch geglättet; der Sanskritwortlaut von P2-0111 bleibt als Beleg erhalten. Preist die betreffende Tradition die Gottheit mit einem eigenen Stotra, schließt sich dieses hier an. Verneige dich anschließend.
Führe die Umkreisgottheiten innerlich in die Hauptgottheit zurück. Sprich:
kṣamasva
„Verzeihe!“
Vollziehe die unterwiesene Samhara-Mudra, nimm den Duft der dargebrachten Blüte wahr und führe den Lichtglanz der Gottheit in den Lotus deines Herzens zurück (P2-0120). Verweile einen Augenblick in dieser Gegenwart. Die Quelle beschreibt damit die Rücknahme der rituellen Anrufung; die Verehrung wirkt als Erinnerung im Alltag weiter.
Purascharana: gesonderter Gesamtumfang
Die folgenden Zahlen betreffen die besondere Vollendungspraxis und sind kein zusätzliches Soll jeder einzelnen Puja. Sie werden zusammen mit dem Guru dem gewählten Mantra zugeordnet. Ein hier genanntes Feueropfer benötigt seine eigene vollständige Homa-Ordnung.
P2-1375: [Ucchiṣṭagaṇeśa-Yantra, Abbildung 39.] Sein Puraścaraṇa umfasst 16.000 Wiederholungen. Ferner: „Vom vierten Mondtag der dunklen Hälfte bis zum vierten der hellen Hälfte wiederhole man täglich tausendmal, unter Einhaltung der Regel hinsichtlich einer Frau. Man bade [die Gottheit] täglich mit Honig; die Opferspeise ist Rohzucker-Milchreis. Nach dem Essen, im Ucchiṣṭa-Zustand, vollziehe man täglich Japa [mit dem Gedanken]: Ich bin Gaṇeśa, stets geliebt. Man fertige aus weißem Arka oder rotem Sandelholz eine daumengroße Gestalt und weihe sie in Gegenwart von Brahmanen, Feuer und Guru. Nach 16.000 Wiederholungen wird das Mantra sicher vollkommen wirksam.“ „Frau“ bedeutet, dass beim Umgang mit einer Frau eine Regel zu beachten ist, nicht eine Regel des Verzichts; denn dafür besteht hier kein Anlass, es wäre unpassend, und der Text verlangt den Zustand ohne rituelle Mundspülung. [Die Begründung ist in der überlieferten Prosa sehr knapp.]
Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung
Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.
P2-1369 · Originalnummer 15
atha ucchiṣṭagaṇeśamantraḥ
oṃ hastipiśāci likhe ṭhadvayam |
tantrāntare:
hastipadaṃ samuccāryaṃ piśācītipadaṃ tataḥ |
devarājaṃ sanetrañca kāntamīśasvarānvitam |
vahnijāyāvadhirmantrastārādyaḥ sarvakāmadaḥ |
praṇavasthāne gamiti kecit |
hastipiśāci likhe'gnivanitā gaṃ tadādita iti tattvabodhāt
|| 15 ||
Nun das Ucchiṣṭagaṇeśa-Mantra: „Oṃ hastipiśāci likhe“, gefolgt von Dviṭha [svāhā]. In einem anderen Tantra: „Man spreche hasti, dann piśāci; Devarāja mit Netra, Kānta und dem Īśa-Vokal. Das mit Tārā beginnende und mit der Gemahlin des Feuers endende Mantra erfüllt sämtliche Wünsche.“ [Die mittleren Bezeichnungen verschlüsseln die Laute von likhe; hastipiśāci ist eine Anrufung der Elefanten-Piśācī, likhe bedeutet bei verbaler Deutung „schreibe!“.] Einige setzen gaṃ an die Stelle von Praṇava, denn im Tattvabodha heißt es: „hastipiśāci likhe, die Gemahlin des Feuers; gaṃ steht am Anfang.“
P2-1370 · Originalnummer 16
tathā:
sārabhūtamidaṃ mantraṃ na deyaṃ yasya kasyacit |
guhyaṃ sarvāgameṣveva hitabuddhyā prakāśitam
|| 16 ||
Ferner: „Dieses Mantra, das die Essenz enthält, darf nicht jedem Beliebigen gegeben werden. In sämtlichen Āgamas ist es geheim; aus wohlwollender Absicht wurde es offenbart.“
P2-1371 · Originalnummer 17
tathā ca:
tithirna ca nakṣatraṃ nopavāso vidhīyate | yatheṣṭacintayā mantraḥ
sarvakāmaphalapradaḥ
|| 17 ||
Ferner: „Weder ein bestimmter Mondtag noch ein Mondhaus noch Fasten sind vorgeschrieben. Nach der jeweils gewünschten Absicht verleiht das Mantra die Frucht aller Wünsche.“
P2-1372 · Originalnummer 18
asyā pūjāprayogaḥ:
prātaḥkṛtyādi prāṇāyāmāntaṃ vidhāya ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
śirasi sudhīra-ṛṣaye namaḥ, mukhe nivṛdgāyatrīcchandase namaḥ, hṛdi
ucchiṣṭagaṇapataye devatāyai namaḥ |
tataḥ praṇavena karāṅganyāsau kṛtvā dhyāyet
|| 18 ||
Die Verehrungspraxis: Nach den Morgenhandlungen und allem bis zur Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Sudhīra!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Nivṛdgāyatrī!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Ucchiṣṭagaṇapati!“ Dann führe man mit Praṇava Hand- und Körper-Nyāsa aus und meditiere.
P2-1373 · Originalnummer 19
dhyānaṃ yathā:
raktamūrtiṃ gaṇeśañca sarvābharaṇabhūṣitam |
raktavastraṃ trinetrañca raktapadmāsane sthitam |
caturbhujaṃ mahākālaṃ dvidantaṃ sasmitānanam |
iṣṭañca dakṣiṇe haste dantañca tadadhaḥkare |
pāśāṃkuśau ca hastābhyāṃ jaṭāmaṇḍalaveṣṭitam |
lalāṭacandrarekhāḍhyaṃ sarvālaṅkārabhūṣitam |
evaṃ dhyātvā karasthapuṣpairmūlena śirasi sampūjya
bahiḥpūjāmārabhet
|| 19 ||
Die Meditation: „Gaṇeśa von roter Gestalt, mit sämtlichen Schmuckstücken geschmückt, in roten Gewändern, dreiäugig, auf einem roten Lotussitz; vierarmig, Mahākāla, mit zwei Stoßzähnen und lächelndem Gesicht; in der rechten Hand [die gewünschte Gabe beziehungsweise Segensgeste], in der darunterliegenden Hand einen Stoßzahn, in den beiden anderen Händen Schlinge und Elefantenhaken; von einem Kranz verfilzter Haare umgeben, mit der Mondsichel an der Stirn und mit sämtlichem Schmuck geschmückt.“ Nachdem man so meditiert hat, verehre man mit den in der Hand gehaltenen Blumen und dem Grundmantra am eigenen Kopf und beginne die äußere Verehrung. [niṣṭaṃ ist eine unklare Lesart; die genaue Gabe der ersten Hand lässt sich nicht sicher bestimmen.]
P2-1374 · Originalnummer 20
(aṣṭadalapadmaṃ likhitvā pūjayet |) tatra prathamaṃ mūlenārghyaṃ
saṃsthāpya daśadhā mūlaṃ prajapya, tenodakenātmānaṃ
pūjopakaraṇañcāmbhyukṣya, punardhyātvā, aṣṭadalapadmamadhye
sthāpayet |
tataḥ pañcopacāraiḥ sampūjya patreṣu pūrvādi oṃ vakratuṇḍāya
svāhā |
evaṃ ekadantāya svāhā, lambodarāya vikaṭāya vighneśāya
gajavaktrāya vināyakāya gaṇapataye, madhye hastimukhāya |
sarvatra svāhāntatā |
punardevaṃ triḥ sampūjya, yathāśakti japaṃ kṛtvā samarpyaṃ,
balirūpanaivedyamupanīya, oṃ ucchiṣṭagaṇeśāya mahākālāya eṣa
balirnamaḥ iti bali dattvā, ācamanīyādikaṃ dadyāt |
viśeṣaphalākāṃkṣibhiḥ punaḥ oṃ hrāṃ hrīṃ hraiṃ hrūṃ svāhā
ityanena baliṃ dadyāt |
tataḥ puṣpamekaṃ dakṣiṇadiśi kṣiptvā kṣamasveti visarjayet
|| 20 ||
[Man zeichne einen achtblättrigen Lotus und verehre darin.] Zunächst bereite man mit dem Grundmantra das Arghya, wiederhole das Grundmantra zehnmal und besprenge mit diesem Wasser sich selbst und die Gegenstände der Verehrung. Man meditiere erneut und stelle [die Gottheit] in die Mitte des achtblättrigen Lotus. Nach Verehrung mit fünf Gaben [verehre man] auf den Blättern, beginnend im Osten: „Oṃ, für Vakratuṇḍa, svāhā!“ Ebenso für Ekadanta, Lambodara, Vikaṭa, Vighneśa, Gajavaktra, Vināyaka und Gaṇapati; in der Mitte für Hastimukha. Überall steht svāhā am Ende. Man verehre die Gottheit erneut dreimal, vollziehe Japa nach Vermögen und widme es. Man bringe die Opferspeise als Bali herbei und gebe sie mit „Oṃ, Ucchiṣṭagaṇeśa, Mahākāla, dies ist das Bali; Verehrung!“, danach Wasser zur Mundspülung und die weiteren Gaben. Wer eine besondere Frucht wünscht, bringe nochmals mit „Oṃ hrāṃ hrīṃ hraiṃ hrūṃ svāhā“ ein Bali dar. Dann werfe man eine Blume nach Süden und entlasse [die Gottheit] mit „Verzeihe!“
P2-1375 · Originalnummer 21
(ucchiṣṭa gaṇeśayantram citra 39)
asya puraścaraṇaṃ ṣoḍaśasahasrajapaḥ |
tathā ca:
kṛṣṇāṃ caturthīmārabhya yāvatśuklacaturthikā |
sahasraṃ hi japennityaṃ yoṣinniyamapūrvakam |
snāpayenmadhunā nityaṃ naivaidyaṃ guḍapāyasam |
bhuktocchiṣṭo japennityaṃ gaṇeśo'haṃ sadā priyaḥ |
śvetarkeṇākṛtiṃ kṛtvā raktacandanakena vā |
aṃguṣṭhamātraṃ pratiṣṭhāpya dvijāgnigurusannidhau |
japtvā ṣoḍaśasāhastryaṃ siddhamantro bhaveddhruvam |
yoṣiditi yoṣidupagamane niyamapuraḥsaramityarthaḥ na tu tyāganiyamaḥ
|
aprasaṅgādanaucityādanācānta iti darśanāt
|| 21 ||
[Ucchiṣṭagaṇeśa-Yantra, Abbildung 39.] Sein Puraścaraṇa umfasst 16.000 Wiederholungen. Ferner: „Vom vierten Mondtag der dunklen Hälfte bis zum vierten der hellen Hälfte wiederhole man täglich tausendmal, unter Einhaltung der Regel hinsichtlich einer Frau. Man bade [die Gottheit] täglich mit Honig; die Opferspeise ist Rohzucker-Milchreis. Nach dem Essen, im Ucchiṣṭa-Zustand, vollziehe man täglich Japa [mit dem Gedanken]: Ich bin Gaṇeśa, stets geliebt. Man fertige aus weißem Arka oder rotem Sandelholz eine daumengroße Gestalt und weihe sie in Gegenwart von Brahmanen, Feuer und Guru. Nach 16.000 Wiederholungen wird das Mantra sicher vollkommen wirksam.“ „Frau“ bedeutet, dass beim Umgang mit einer Frau eine Regel zu beachten ist, nicht eine Regel des Verzichts; denn dafür besteht hier kein Anlass, es wäre unpassend, und der Text verlangt den Zustand ohne rituelle Mundspülung. [Die Begründung ist in der überlieferten Prosa sehr knapp.]
P2-1376 · Originalnummer 22
ucchiṣṭaścāśucirbhūtvā japapūjanamācaret |
anucchiṣṭe na sidhyeta tasmādevaṃ samācaret |
iti tantrāntaravacanācca |
keṣāñcinmate pūjā nāsti manasā japet |
keṣāñcinmate karāṅganyāsau na staḥ gaṇeśo'hamiti |
pūrvoktaṃ cintayet |
gargamate vijane vane sthitvā raktacandanānuliptatāmbūlamukhocchiṣṭa
- mukho japet |
keṣāñcinmate sarvālaṅkārabhūṣitaḥ sarvāvasthānu japet |
anyamate sampūjya modakaṃ carvayan, bhṛgumate phalamaśnan |
vibhīṣaṇamate māṃsanaivedyaṃ dattvā tadeva khādayan
|| 22 ||
Denn auch ein anderes Tantra sagt: „Im Ucchiṣṭa-Zustand und unrein geworden führe man Japa und Verehrung aus. Außerhalb des Ucchiṣṭa-Zustands gelingt es nicht; deshalb verfahre man so.“ Nach Ansicht einiger gibt es keine [äußere] Verehrung; man vollziehe Japa im Geist. Nach Ansicht anderer entfallen Hand- und Körper-Nyāsa; man vergegenwärtige sich das zuvor Gesagte: „Ich bin Gaṇeśa.“ Nach Gargas Ansicht halte man sich in einem einsamen Wald auf, mit rotem Sandelholz bestrichen und mit Betel im Mund, im Ucchiṣṭa-Zustand, und vollziehe Japa. Nach Ansicht einiger wiederhole man das Mantra, mit sämtlichem Schmuck geschmückt, in allen Zuständen. Nach einer anderen Ansicht verehre man [die Gottheit] und kaue dabei ein Modaka; nach Bhṛgus Ansicht esse man eine Frucht. Nach Vibhīṣaṇas Ansicht bringe man Fleisch als Opferspeise dar und esse ebendieses.
Ausgeschriebene Belege zu den Rückverweisen
Diese Stellen liefern die im Hauptbeleg vorausgesetzten Zuordnungen und Handlungen. Das Grundmantra bleibt dasjenige der oben bezeichneten Ritualform; ein anderer Mantra im Vergleichsbeleg wird nicht zusätzlich übernommen.
P1-0536 · Originalnummer 40 · Rückverweis
tasā0 4
athā : mūlamantramuccaran amuka ihāgaccha ihāgaccha iha
tiṣṭha iha tiṣṭha iha sannidhehi iha sannidhehi iha sannirudhyasva
ityāvāhanādikaṃ kṛtvā, huṃ ityavaguṇṭhya, devatāṅge
ṣaḍaṅganyāsaṃ kṛtvā, vamiti dhenumudrayā amṛtīkṛtya,
paramīkaraṇamudrayā paramīkuryāt | tataḥ prāṇapratiṣṭhāṃ
kṛtvā ṣoḍaśopacāraiḥ pūjayet || 39 ka ||
yathā : mūlamuccārya idamāsanaṃ amukadevatāyai namaḥ,
amukadeva svāgatante iti svāgatam | tato mūlamuccārya etatpādyaṃ
amukadevatāyai namaḥ iti pādāmbuje dadyāt |
etatśyāmādūrvābjaviṣṇukrāntābhirītam | arghyaṃ
amukadevatāyai svāhā iti
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvātmakamarghyaṃ
śirasi dadyāt | vaiṣṇave tu arghyādikrameṇaiva deyamiti vadanti | tato
mūlamuccārya idamācamanīyaṃ amukadevatāyai svadhā iti
jātīlavaṅgakakkolātmakamācamanīyaṃ vadane dadyāt |
svadhāmantreṇa vadane dadyādācamanīyakaṃ ityatrasudhāpāṭhaṃ
kurvantaḥ sudhāśabdasyāmṛtavācakatvādamṛtavācakaśabdādya
jalavācakatvādidamācamanīyaṃ vamiti vadanti
|| 40 ||
Nun: Unter Rezitation des Grundmantras rufe man die Gottheit: „O [Name], komm hierher, komm hierher; bleibe hier, bleibe hier; sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig; halte dich hier fest.“ Mit huṃ verhülle man, vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa an der Gottheit, mache mit vaṃ und Dhenu-Mudrā nektarhaft und erhebe mit der Paramīkaraṇa-Mudrā zur höchsten Gegenwart. Danach setze man die Lebenskräfte ein und verehre mit sechzehn Darbringungen. [„tasā0 4“ ist ein Druckvermerk; eingeschobene Originalnummer 39 ka.] Nach dem Grundmantra: „Dieser Sitz ist für die [genannte] Gottheit, Verehrung“; als Willkommensgruß „O [Gottheit], willkommen“. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Fußwasser ist für die [Gottheit], Verehrung“ und an ihren Lotusfüßen darbringen; es enthält Śyāmā, Dūrvā, Lotus und Viṣṇukrāntā. „Dieses Arghya ist für die [Gottheit], svāhā“ und auf ihrem Kopf darbringen; es besteht aus Duftstoff, Blüten, ungebrochenen Reiskörnern, Gerste, Kuśa-Spitzen, Sesam, Senf und Dūrvā. Im vaiṣṇavischen Bereich sagen manche, Arghya sei als Erstes zu geben. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Mundwasser ist für die [Gottheit], svadhā“ und in ihrem Mund darbringen; es besteht aus Jātī, Gewürznelke und Kakkola. Manche lesen statt „mit dem Svadhā-Mantra das Mundwasser in den Mund geben“ sudhā und sagen, weil sudhā Unsterblichkeitsnektar und dessen Bezeichnung wiederum Wasser bedeute, laute die Formel „Dieses Mundwasser – vaṃ“.
P1-0540 · Originalnummer 44 · Rückverweis
tato
mantrapuṭitamātṛkāvarṇena tattannyāsasthānāni pūjayitvā etāni
puṣpāṇi vauṣaṭ iti | sarvatra dāne mūlamantroccāraṇam
|| 44 ||
Danach verehre man die jeweiligen Nyāsa-Stellen mit den vom Mantra umhüllten Mātṛkā-Buchstaben und spreche „Diese Blüten, vauṣaṭ“. Bei sämtlichen Darbringungen ist der Grundmantra auszusprechen.
P2-0100 · Originalnummer 95 · Rückverweis
athavā eṣāmapyabhāve pañcopacārān kalpayet |
gandhādayo naivedyāntā pūjā pañcoparacārikā iti
|| 95 ||
Oder man soll, wenn auch diese Gaben fehlen, fünf Verehrungsgaben bereitstellen. Die Verehrung mit fünf Gaben reicht vom Duftstoff bis zur Speise: Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.
P2-0103 · Originalnummer 98 · Rückverweis
puṣpadāne tu viśeṣaḥ:
puṣpaṃ vā yadi vā patraṃ phale neṣṭhamadhomukham |
duḥkhadaṃ tatsamādhyātaṃ yathotpannaṃ tathārpaṇaṃ |
adhomukha phalaṃ neṣṭaṃ puṣpāñjalividhau na ca |
sarvasva dravyadāne'yaṃ kramaḥ |
ādau mūlaṃ tato dravyaṃ devatāyai tataḥ padam |
śrītattvacintāmaṇau:
hṛdvahnivallabhātoyamantraṃ pādyādiṣu kramāt |
namo vauṣaṭ gandhapuṣpe hṛdānyāni nivedayet |
mūlamuccārya etatpādyaṃ amukadevatāyai namaḥ |
ityādinā syāt
|| 98 ||
Für das Darbringen von Blumen gilt eine besondere Regel: Eine Blume, ein Blatt oder eine Frucht soll nicht mit der Oberseite nach unten dargebracht werden. Eine solche Gabe gilt als leidbringend; man soll sie so darbringen, wie sie gewachsen ist. Eine nach unten gerichtete Frucht ist nicht erwünscht; bei der Handvoll Blumen, puṣpāñjali, gilt diese Einschränkung nicht. Für alle Gaben gilt folgende Reihenfolge: zuerst das Grundmantra, dann die Bezeichnung der Gabe, danach die Bezeichnung der Gottheit. Im Śrītattvacintāmaṇi heißt es: Für Fußwasser und die folgenden Wassergaben verwendet man der Reihe nach namaḥ, svāhā und das Wassermantra; für Duftstoff namaḥ, für Blumen vauṣaṭ, für die übrigen Gaben namaḥ. Nachdem man das Grundmantra ausgesprochen hat, sagt man beispielsweise: „Dieses Fußwasser für die Gottheit [Name], namaḥ.“ [„toyamantra“ bezeichnet hier das Wassermantra; dessen genaue Lautform wird an dieser Stelle nicht angegeben. Die erste Verszeile ist in ihrer Zuordnung verkürzt.]
P2-0104 · Originalnummer 99 · Rückverweis
tato mūrddhahṛdguhyapādasarvāṅgakeṣu mūlena
pañcapuṣpāñjalīna dattvā tattatkalpoktāvaraṇapūjāṃ kuryāt |
tathā ca:
pañcapuṣpāñjalīn dattvā parivārārcanaṃ carediti bhaṭṭaḥ |
tato dhūpadīpau dadyāt
|| 99 ||
Dann bringt man mit dem Grundmantra fünf Handvoll Blumen dar: am Scheitel, am Herzen, an der verborgenen Stelle, an den Füßen und am ganzen Körper. Anschließend vollzieht man die Verehrung der umgebenden Gottheiten nach dem betreffenden Ritualtext. Dazu sagt Bhaṭṭa: „Nachdem man fünf Handvoll Blumen gegeben hat, vollziehe man die Verehrung des Gefolges.“ Danach soll man Räucherwerk und Licht darbringen.
P2-0105 · Originalnummer 100 · Rückverweis
tadyathā:
jayadhvani - mantramātaḥ rvāheti puṣpākṣatairghaṇṭāṃ sampūjya,
vāmahastena tāṃ vādayan, tattanmantreṇa nīcairdhūpaṃ evaṃ
dṛṣṭiparyantaṃ dīpaṃ dadyāt
|| 100 ||
Dies geschieht so: Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt man die Glocke unter dem Mantra „jayadhvani-mantramātaḥ … svāhā“. Dann läutet man sie mit der linken Hand und bringt mit dem jeweiligen Mantra das Räucherwerk niedrig, das Licht dagegen bis zur Höhe der Augen dar. [Der Glockenmantrawortlaut ist durch „rvāheti“ beschädigt; „jayadhvani“ bedeutet Siegesklang, „mantramātaḥ“ Mutter der Mantras. Eine vollständige Lautform lässt sich hier nicht sicher herstellen.]
P2-0106 · Originalnummer 1 · Rückverweis
tato mūlena puṣpāñjalitrayaṃ dattvā, naivedyamānīya, phaḍiti
samprokṣya, cakramudrayā abhirakṣya, tadupari mūlamaṣṭadhā japtvā
dhunumudrayā amṛtīkṛtya, mūlamuccārya naivedyaṃ dadyāt |
yattoyamadhyaṃpātrasya tadādāya nivedayet |
anyatoyairyadutsṛṣṭamarghyapātrasthitetaraiḥ |
na gṛhṇāti mahādevo dattaṃ vidhiśatairapi |
iti vacanādupārānarghyapātrasthalenotsṛjya dadyāt
|| 1 ||
Dann gibt man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen, bringt die Speise herbei, besprengt sie mit „phaṭ“, schützt sie durch die Cakramudrā, wiederholt das Grundmantra achtmal über ihr, verwandelt sie mit der Dhenumudrā in Nektar und reicht sie unter Aussprechen des Grundmantras dar. Man soll das Wasser aus dem Arghyagefäß nehmen und damit die Gabe weihen. Wird sie mit anderem Wasser geweiht, das sich nicht im Arghyagefäß befindet, nimmt Mahādeva sie selbst bei hundert vorgeschriebenen Verfahren nicht an. Nach diesem Ausspruch soll man die Verehrungsgaben mit dem Wasser des Arghyagefäßes weihen und darbringen. [„dhunumudrayā“ und die abschließende Prosa sind fehlerhaft überliefert; die erkennbare Dhenumudrā und die Weihung mit Arghyawasser bestimmen den Sinn.]
P2-0111 · Originalnummer 6 · Rückverweis
tato'ṣṭottarasahasraṃ śataṃ vā japtvā oṃ guhyatiguhyāgoptā tvaṃ
gṛhaṇasmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādāttvayi sthite |
anyatra goptrī devīti viśeṣaḥ |
iti japaṃ samarpyaṃ stutvā natvā'ṣṭāṅgapramāṇaṃ kuryāt
|| 6 ||
Dann wiederholt man das Mantra eintausendachtmal oder hundertmal und spricht: „Oṃ. Du bist der Hüter des Allerverborgensten. Nimm das von uns vollzogene Japa an. Gott, möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, da du in mir gegenwärtig bist.“ Bei einer Göttin lautet die besondere Form „Hüterin“ und „Göttin“. Nachdem man so das Japa dargebracht hat, preist man die Gottheit, verneigt sich und vollzieht die Verneigung mit acht Gliedern. [Die Vorlage schreibt am Schluss „pramāṇaṃ“; gemeint ist nach der unmittelbar folgenden Erklärung praṇāma, Verneigung.]
P2-0120 · Originalnummer 15 · Rückverweis
tato devatāṅge āvaraṇadevatā nilāpya, kṣamasveti visarjanaṃ kṛtvā,
saṃhāramudrayā tattejaḥ puṣpaiḥ sārddhamāghrāya
svahṛdayamānayet |
(puraścaraṇacandrikāyām:
kṣamasveti vadanmūmantreṇa vyāpakaṃ triśa iti
vacanātvisarjanāntaraṃ vyāpakaṃ kuryāt |)
tathā ca:
nidhāya devatāṃ paścātsvīyahṛtsarasīruhe |
suṣumnāvartmanā puṣpamāghrāyodvāsayettataḥ
|| 15 ||
Dann lässt man die umgebenden Gottheiten im Körper der Hauptgottheit aufgehen, entlässt sie mit „Verzeihe!“ und atmet mit der Saṃhāramudrā ihren Lichtglanz zusammen mit dem Duft der Blumen ein, um ihn in das eigene Herz zu führen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es: „Während man ‚Verzeihe!‘ sagt, vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den umfassenden Nyāsa.“ Nach diesem Ausspruch soll man nach der Entlassung den umfassenden Nyāsa ausführen. Weiter heißt es: Nachdem man die Gottheit in den Lotus des eigenen Herzens eingesetzt hat, atmet man den Blumenduft durch den Weg der Suṣumnā ein und vollzieht dann die Entlassung.
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.
P2-1369
अथ उच्छिष्टगणेशमन्त्रः
ॐ हस्तिपिशाचि लिखे ठद्वयम् ।
तन्त्रान्तरे:
हस्तिपदं समुच्चार्यं पिशाचीतिपदं ततः ।
देवराजं सनेत्रञ्च कान्तमीशस्वरान्वितम् ।
वह्निजायावधिर्मन्त्रस्ताराद्यः सर्वकामदः ।
प्रणवस्थाने गमिति केचित् ।
हस्तिपिशाचि लिखेऽग्निवनिता गं तदादित इति तत्त्वबोधात्
॥ १५ ॥
P2-1370
तथा:
सारभूतमिदं मन्त्रं न देयं यस्य कस्यचित् ।
गुह्यं सर्वागमेष्वेव हितबुद्ध्या प्रकाशितम्
॥ १६ ॥
P2-1371
तथा च:
तिथिर्न च नक्षत्रं नोपवासो विधीयते । यथेष्टचिन्तया मन्त्रः
सर्वकामफलप्रदः
॥ १७ ॥
P2-1372
अस्या पूजाप्रयोगः:
प्रातःकृत्यादि प्राणायामान्तं विधाय ऋष्यादिन्यासं कुर्यात् ।
शिरसि सुधीर-ऋषये नमः, मुखे निवृद्गायत्रीच्छन्दसे नमः, हृदि
उच्छिष्टगणपतये देवतायै नमः ।
ततः प्रणवेन कराङ्गन्यासौ कृत्वा ध्यायेत्
॥ १८ ॥
P2-1373
ध्यानं यथा:
रक्तमूर्तिं गणेशञ्च सर्वाभरणभूषितम् ।
रक्तवस्त्रं त्रिनेत्रञ्च रक्तपद्मासने स्थितम् ।
चतुर्भुजं महाकालं द्विदन्तं सस्मिताननम् ।
इष्टञ्च दक्षिणे हस्ते दन्तञ्च तदधःकरे ।
पाशांकुशौ च हस्ताभ्यां जटामण्डलवेष्टितम् ।
ललाटचन्द्ररेखाढ्यं सर्वालङ्कारभूषितम् ।
एवं ध्यात्वा करस्थपुष्पैर्मूलेन शिरसि सम्पूज्य
बहिःपूजामारभेत्
॥ १९ ॥
P2-1374
(अष्टदलपद्मं लिखित्वा पूजयेत् ।) तत्र प्रथमं मूलेनार्घ्यं
संस्थाप्य दशधा मूलं प्रजप्य, तेनोदकेनात्मानं
पूजोपकरणञ्चाम्भ्युक्ष्य, पुनर्ध्यात्वा, अष्टदलपद्ममध्ये
स्थापयेत् ।
ततः पञ्चोपचारैः सम्पूज्य पत्रेषु पूर्वादि ॐ वक्रतुण्डाय
स्वाहा ।
एवं एकदन्ताय स्वाहा, लम्बोदराय विकटाय विघ्नेशाय
गजवक्त्राय विनायकाय गणपतये, मध्ये हस्तिमुखाय ।
सर्वत्र स्वाहान्तता ।
पुनर्देवं त्रिः सम्पूज्य, यथाशक्ति जपं कृत्वा समर्प्यं,
बलिरूपनैवेद्यमुपनीय, ॐ उच्छिष्टगणेशाय महाकालाय एष
बलिर्नमः इति बलि दत्त्वा, आचमनीयादिकं दद्यात् ।
विशेषफलाकांक्षिभिः पुनः ॐ ह्रां ह्रीं ह्रैं ह्रूं स्वाहा
इत्यनेन बलिं दद्यात् ।
ततः पुष्पमेकं दक्षिणदिशि क्षिप्त्वा क्षमस्वेति विसर्जयेत्
॥ २० ॥
P2-1375
(उच्छिष्ट गणेशयन्त्रम् चित्र ३९)
अस्य पुरश्चरणं षोडशसहस्रजपः ।
तथा च:
कृष्णां चतुर्थीमारभ्य यावत्शुक्लचतुर्थिका ।
सहस्रं हि जपेन्नित्यं योषिन्नियमपूर्वकम् ।
स्नापयेन्मधुना नित्यं नैवैद्यं गुडपायसम् ।
भुक्तोच्छिष्टो जपेन्नित्यं गणेशोऽहं सदा प्रियः ।
श्वेतर्केणाकृतिं कृत्वा रक्तचन्दनकेन वा ।
अंगुष्ठमात्रं प्रतिष्ठाप्य द्विजाग्निगुरुसन्निधौ ।
जप्त्वा षोडशसाहस्त्र्यं सिद्धमन्त्रो भवेद्ध्रुवम् ।
योषिदिति योषिदुपगमने नियमपुरःसरमित्यर्थः न तु त्यागनियमः
।
अप्रसङ्गादनौचित्यादनाचान्त इति दर्शनात्
॥ २१ ॥
P2-1376
उच्छिष्टश्चाशुचिर्भूत्वा जपपूजनमाचरेत् ।
अनुच्छिष्टे न सिध्येत तस्मादेवं समाचरेत् ।
इति तन्त्रान्तरवचनाच्च ।
केषाञ्चिन्मते पूजा नास्ति मनसा जपेत् ।
केषाञ्चिन्मते कराङ्गन्यासौ न स्तः गणेशोऽहमिति ।
पूर्वोक्तं चिन्तयेत् ।
गर्गमते विजने वने स्थित्वा रक्तचन्दनानुलिप्तताम्बूलमुखोच्छिष्ट
- मुखो जपेत् ।
केषाञ्चिन्मते सर्वालङ्कारभूषितः सर्वावस्थानु जपेत् ।
अन्यमते सम्पूज्य मोदकं चर्वयन्, भृगुमते फलमश्नन् ।
विभीषणमते मांसनैवेद्यं दत्त्वा तदेव खादयन्
॥ २२ ॥
Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts
P2-1369
Nun das Ucchiṣṭagaṇeśa-Mantra: „Oṃ hastipiśāci likhe“, gefolgt von Dviṭha [svāhā]. In einem anderen Tantra: „Man spreche hasti, dann piśāci; Devarāja mit Netra, Kānta und dem Īśa-Vokal. Das mit Tārā beginnende und mit der Gemahlin des Feuers endende Mantra erfüllt sämtliche Wünsche.“ [Die mittleren Bezeichnungen verschlüsseln die Laute von likhe; hastipiśāci ist eine Anrufung der Elefanten-Piśācī, likhe bedeutet bei verbaler Deutung „schreibe!“.] Einige setzen gaṃ an die Stelle von Praṇava, denn im Tattvabodha heißt es: „hastipiśāci likhe, die Gemahlin des Feuers; gaṃ steht am Anfang.“
P2-1370
Ferner: „Dieses Mantra, das die Essenz enthält, darf nicht jedem Beliebigen gegeben werden. In sämtlichen Āgamas ist es geheim; aus wohlwollender Absicht wurde es offenbart.“
P2-1371
Ferner: „Weder ein bestimmter Mondtag noch ein Mondhaus noch Fasten sind vorgeschrieben. Nach der jeweils gewünschten Absicht verleiht das Mantra die Frucht aller Wünsche.“
P2-1372
Die Verehrungspraxis: Nach den Morgenhandlungen und allem bis zur Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Sudhīra!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Nivṛdgāyatrī!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Ucchiṣṭagaṇapati!“ Dann führe man mit Praṇava Hand- und Körper-Nyāsa aus und meditiere.
P2-1373
Die Meditation: „Gaṇeśa von roter Gestalt, mit sämtlichen Schmuckstücken geschmückt, in roten Gewändern, dreiäugig, auf einem roten Lotussitz; vierarmig, Mahākāla, mit zwei Stoßzähnen und lächelndem Gesicht; in der rechten Hand [die gewünschte Gabe beziehungsweise Segensgeste], in der darunterliegenden Hand einen Stoßzahn, in den beiden anderen Händen Schlinge und Elefantenhaken; von einem Kranz verfilzter Haare umgeben, mit der Mondsichel an der Stirn und mit sämtlichem Schmuck geschmückt.“ Nachdem man so meditiert hat, verehre man mit den in der Hand gehaltenen Blumen und dem Grundmantra am eigenen Kopf und beginne die äußere Verehrung. [niṣṭaṃ ist eine unklare Lesart; die genaue Gabe der ersten Hand lässt sich nicht sicher bestimmen.]
P2-1374
[Man zeichne einen achtblättrigen Lotus und verehre darin.] Zunächst bereite man mit dem Grundmantra das Arghya, wiederhole das Grundmantra zehnmal und besprenge mit diesem Wasser sich selbst und die Gegenstände der Verehrung. Man meditiere erneut und stelle [die Gottheit] in die Mitte des achtblättrigen Lotus. Nach Verehrung mit fünf Gaben [verehre man] auf den Blättern, beginnend im Osten: „Oṃ, für Vakratuṇḍa, svāhā!“ Ebenso für Ekadanta, Lambodara, Vikaṭa, Vighneśa, Gajavaktra, Vināyaka und Gaṇapati; in der Mitte für Hastimukha. Überall steht svāhā am Ende. Man verehre die Gottheit erneut dreimal, vollziehe Japa nach Vermögen und widme es. Man bringe die Opferspeise als Bali herbei und gebe sie mit „Oṃ, Ucchiṣṭagaṇeśa, Mahākāla, dies ist das Bali; Verehrung!“, danach Wasser zur Mundspülung und die weiteren Gaben. Wer eine besondere Frucht wünscht, bringe nochmals mit „Oṃ hrāṃ hrīṃ hraiṃ hrūṃ svāhā“ ein Bali dar. Dann werfe man eine Blume nach Süden und entlasse [die Gottheit] mit „Verzeihe!“
P2-1375
[Ucchiṣṭagaṇeśa-Yantra, Abbildung 39.] Sein Puraścaraṇa umfasst 16.000 Wiederholungen. Ferner: „Vom vierten Mondtag der dunklen Hälfte bis zum vierten der hellen Hälfte wiederhole man täglich tausendmal, unter Einhaltung der Regel hinsichtlich einer Frau. Man bade [die Gottheit] täglich mit Honig; die Opferspeise ist Rohzucker-Milchreis. Nach dem Essen, im Ucchiṣṭa-Zustand, vollziehe man täglich Japa [mit dem Gedanken]: Ich bin Gaṇeśa, stets geliebt. Man fertige aus weißem Arka oder rotem Sandelholz eine daumengroße Gestalt und weihe sie in Gegenwart von Brahmanen, Feuer und Guru. Nach 16.000 Wiederholungen wird das Mantra sicher vollkommen wirksam.“ „Frau“ bedeutet, dass beim Umgang mit einer Frau eine Regel zu beachten ist, nicht eine Regel des Verzichts; denn dafür besteht hier kein Anlass, es wäre unpassend, und der Text verlangt den Zustand ohne rituelle Mundspülung. [Die Begründung ist in der überlieferten Prosa sehr knapp.]
P2-1376
Denn auch ein anderes Tantra sagt: „Im Ucchiṣṭa-Zustand und unrein geworden führe man Japa und Verehrung aus. Außerhalb des Ucchiṣṭa-Zustands gelingt es nicht; deshalb verfahre man so.“ Nach Ansicht einiger gibt es keine [äußere] Verehrung; man vollziehe Japa im Geist. Nach Ansicht anderer entfallen Hand- und Körper-Nyāsa; man vergegenwärtige sich das zuvor Gesagte: „Ich bin Gaṇeśa.“ Nach Gargas Ansicht halte man sich in einem einsamen Wald auf, mit rotem Sandelholz bestrichen und mit Betel im Mund, im Ucchiṣṭa-Zustand, und vollziehe Japa. Nach Ansicht einiger wiederhole man das Mantra, mit sämtlichem Schmuck geschmückt, in allen Zuständen. Nach einer anderen Ansicht verehre man [die Gottheit] und kaue dabei ein Modaka; nach Bhṛgus Ansicht esse man eine Frucht. Nach Vibhīṣaṇas Ansicht bringe man Fleisch als Opferspeise dar und esse ebendieses.
Verwandte Rituale
Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:
- Ganesha Puja
- Große Yoga Vidya Puja
- Panchayatana Puja
- Durga Puja
- Shiva Puja
- Krishna Puja
- Pushpanjali
- Arati
Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:
- Dhumavati Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Bhadrakali Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Ganesha Puja mit Gam nach dem Brihat Tantrasara
Quellen und redaktionelle Einordnung
Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.
Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.
Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.
Die Verehrung im Alltag weitertragen
Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.