Ganesha Puja mit Gam nach dem Brihat Tantrasara
Ganesha Puja mit Gam nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, Ganesha als Herrn des Beginns und Beseitiger von Hindernissen zu verehren.
Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.
Zweck und Voraussetzungen
Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.
Gewählte Form: Ganesha Puja mit Gam. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.
Hinweis zu dieser Form: Am Ringfinger steht in P2-0271 taiṃ; die Langvokalregel und der Heramba-Beleg P2-0295 stützen gaiṃ. In der ausgeführten Nyasa-Tabelle wird gaiṃ als gekennzeichnete redaktionelle Lesekorrektur verwendet.
Vorbereitung und Materialien
Ein sauberer Sitz, ein geeigneter Verehrungsträger, Wassergefäße, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Speise. Wenn die Quelle ein Yantra nennt, wird dessen konkrete Anordnung vor Beginn vorbereitet. Besondere Gaben stehen bei der betreffenden Handlung.
Für die unten ausgeführte vollständige Gabenfolge zusätzlich: Gewand, Schmuck, Badewasser, Mundspülwasser und Madhuparka aus Ghī, Joghurt und Honig. Ein rein geistiger Ersatz einer materiellen Gabe ist als solcher zu verstehen und wird nicht als wortgleiche äußere Durchführung ausgegeben.
Richte die Gaben vor Beginn so ein, dass während der Verehrung nichts gesucht werden muss. Bestimme den verwendeten Mantra und den Verehrungsträger. Die Materialanordnung ist eine redaktionelle Durchführungshilfe; verbindliche Sondergaben stehen bei den Einzelbelegen.
Durchführung
1. Sammeln und den Vorsatz fassen
Setze dich aufrecht vor den Verehrungsplatz, erinnere dich an den Guru und richte deine Absicht auf die in diesem Artikel genannte Gottheit. Fasse den Vorsatz in klaren eigenen Worten. Die anschließend verwendete Mantraform wird für die ganze Durchführung beibehalten.
2. Grundmantra
gaṃ
Gam ist Ganeshas Bija; es besitzt keine wörtliche Satzübersetzung.
3. Innere Vorbereitung und Nyasa
Zugehörige Ausführung des Rückverweises
Die folgenden Belege erläutern den hier benötigten Rückverweis. Führe nur die darin für diese Stelle bezeichnete Handlung aus. Eigene Seherzuordnung, Grundmantra und besonderes Dhyana dieses Artikels bleiben maßgeblich; mitzitierte andere Ritualformen werden nicht zusätzlich ausgeführt.
P2-0068
Nun Pīṭha-Nyāsa: „Oṃ. Der tragenden Kraft sei Verehrung; der Prakṛti; Kūrma; Ananta; der Erde; dem Milchozean; der weißen Insel; dem Juwelenpavillon; dem Wunschbaum; dem Juwelenaltar; dem Edelsteinlöwenthron.“ Dies alles im Herzen. Danach an der rechten Schulter Dharma, links Erkenntnis, am linken Oberschenkel Leidenschaftslosigkeit, rechts Herrschaftskraft; am Mund Adharma, links Unwissenheit, am Nabel Nicht-Leidenschaftslosigkeit, rechts Nicht-Herrschaftskraft, überall beginnend mit Praṇava und endend auf namaḥ. So im Śāradā: An den beiden Schultern und Oberschenkeln setze der Verständige rechtsherum Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschaftskraft, an Mund, Seite, Nabel und Seite die Gegenkräfte ein. Wieder im Herzen: „Oṃ. Ananta sei Verehrung“, ebenso dem Lotus; „aṃ, dem Sonnenkreis mit zwölf Kalās“, „uṃ, dem Mondkreis mit sechzehn“, „maṃ, dem Feuerkreis mit zehn“, „saṃ, Sattva“, „raṃ, Rajas“, „taṃ, Tamas“, „āṃ, Ātman“, „aṃ, dem inneren Ātman“, „paṃ, dem höchsten Ātman“, „hrīṃ, dem Erkenntnis-Ātman“, jeweils namaḥ. Danach auf den Staubfäden des Herzlotus von Osten an die im jeweiligen Ritualhandbuch genannten Pīṭha-Kräfte, in der Mitte den Pīṭha-Mantra.
atha pīṭhanyāsaḥ
oṃ ādhāraśaktaye nama, prakṛtaye, kūrmāya, anantāya, pṛthivyai
kṣīrasamudrāya, śvetadvīpāya, maṇimaṇḍapāya, kalpavṛkṣāya,
maṇivedikāyai, ratnasiṃhāsanāya |
etatsarvaṃ hṛdi |
tato dakṣiṇaskandhe dharmāya, vāmaskandhe jñānāya, vāmorau
vairāgyāya, dakṣiṇorau aiśvaryāya, mukhe adharmāya, vāmapārśve
ajñānāya, nābhau avairāgyāya, dakṣiṇapārśve anaiśvaryāya,
sarvatra praṇavādinamo'ntena nyaset |
tathā ca śāradāyām:
aṃsoruyugmayorvidvānprādakṣiṇyena sādhakaḥ |
dharmaṃ jñānañca vairāgyamaiśvaryaṃ kramaśaḥ sudhīḥ |
mukhapārśva - nābhipārśveṣvadharmādīnprakalpayediti |
punaśca hṛdi oṃ anantāya namaḥ, evaṃ padmāya, aṃ
sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ, uṃ somamaṇḍalāya
ṣoḍaśakalātmane namaḥ, maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane
namaḥ, saṃ sattvāya, raṃ rajase, taṃ tamase, āṃ ātmane, aṃ
antarātmane, paṃ paramātmane, hrīṃ jñānātmane |
sarvatra namaḥ, ityantaṃ vinyasya hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu
tattatkalpokta pīṭhaśaktīrmadhye pīṭhamanuñca nyaset
|| 64 ||
अथ पीठन्यासः
ॐ आधारशक्तये नम, प्रकृतये, कूर्माय, अनन्ताय, पृथिव्यै
क्षीरसमुद्राय, श्वेतद्वीपाय, मणिमण्डपाय, कल्पवृक्षाय,
मणिवेदिकायै, रत्नसिंहासनाय ।
एतत्सर्वं हृदि ।
ततो दक्षिणस्कन्धे धर्माय, वामस्कन्धे ज्ञानाय, वामोरौ
वैराग्याय, दक्षिणोरौ ऐश्वर्याय, मुखे अधर्माय, वामपार्श्वे
अज्ञानाय, नाभौ अवैराग्याय, दक्षिणपार्श्वे अनैश्वर्याय,
सर्वत्र प्रणवादिनमोऽन्तेन न्यसेत् ।
तथा च शारदायाम्:
अंसोरुयुग्मयोर्विद्वान्प्रादक्षिण्येन साधकः ।
धर्मं ज्ञानञ्च वैराग्यमैश्वर्यं क्रमशः सुधीः ।
मुखपार्श्व - नाभिपार्श्वेष्वधर्मादीन्प्रकल्पयेदिति ।
पुनश्च हृदि ॐ अनन्ताय नमः, एवं पद्माय, अं
सूर्यमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः, उं सोममण्डलाय
षोडशकलात्मने नमः, मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने
नमः, सं सत्त्वाय, रं रजसे, तं तमसे, आं आत्मने, अं
अन्तरात्मने, पं परमात्मने, ह्रीं ज्ञानात्मने ।
सर्वत्र नमः, इत्यन्तं विन्यस्य हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु
तत्तत्कल्पोक्त पीठशक्तीर्मध्ये पीठमनुञ्च न्यसेत्
॥ ६४ ॥
Vollziehe die morgendliche Vorbereitung und die für diese Mantraform vorgeschriebenen inneren Reinigungen. Setze die genannten Sitzkräfte im Herzlotus ein. Beim Sehernyasa werden Seher, Versmaß und Gottheit an Kopf, Mund und Herz zugeordnet. Führe danach den besonderen Hand- und Körpernyasa aus. Die folgenden Belege bestimmen die konkreten Namen, Laute und Zuordnungen; es wird keine fremde Gottheitsform eingesetzt.
Beleg P2-0270:
tataḥ ṛṣyādinyāsaḥ:
śirasi gaṇaka-ṛṣaye namaḥ, mukhe nivṛcchandase namaḥ, hṛdi
gaṇeśāya devatāyai namaḥ
|| 62 ||
Dann der Sehernyāsa: auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Gaṇaka“; am Mund „nivṛcchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛt“; am Herzen „gaṇeśāya devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Gaṇeśa“.
Beleg P2-0271:
tataḥ karāṅganyāsau:
gāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ, gīṃ tarjanībhyāṃ svāhā, gūṃ
madhyamābhyāṃ vaṣaṭ, taiṃ anāmikābhyāṃ huṃ, gauṃ
kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ, gaḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ evaṃ gāṃ
hṛdayāya namaḥ ityādinā hṛdayādau nyaset ||
tathā ca nibandhe:
ṣaḍdīrghabhājā vījena kuryādaṅgāni ṣaṭkramāt
|| 63 ||
Der Handnyāsa: gāṃ an den Daumen mit namaḥ; gīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; gūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; taiṃ an den Ringfingern mit huṃ; gauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; gaḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man die Laute an Herz und die weiteren Stellen, beginnend mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale trägt, soll man der Reihe nach die sechs Glieder bilden. [An den Ringfingern steht taiṃ statt des nach der Regel erwartbaren gaiṃ.]
Hand- und Körpernyasa ausgeschrieben
Die folgende Reihe führt die Langvokalregel des Belegs aus. Sprich jeweils die vollständige Formel und berühre die genannte Stelle. Der Grundmantra für Japa bleibt hiervon unterschieden. Beim Ganesha-Beleg wird die Lesung gaiṃ anhand P2-0295 ausdrücklich redaktionell berichtigt; der Originalwortlaut taiṃ bleibt im Quellenteil erhalten.
| Handlung | Mantra | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|
| Beide Daumen berühren | gāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Finger- beziehungsweise Handstelle; namaḥ ist der rituelle Abschluss. |
| Beide Zeigefinger berühren | gīṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
Zuordnung des Bijas zur genannten Finger- beziehungsweise Handstelle; svāhā ist der rituelle Abschluss. |
| Beide Mittelfinger berühren | gūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Finger- beziehungsweise Handstelle; vaṣaṭ ist der rituelle Abschluss. |
| Beide Ringfinger berühren | gaiṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Finger- beziehungsweise Handstelle; huṃ ist der rituelle Abschluss. |
| Beide kleine Finger berühren | gauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Finger- beziehungsweise Handstelle; vauṣaṭ ist der rituelle Abschluss. |
| Handflächen und Handrücken berühren | gaḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Finger- beziehungsweise Handstelle; phaṭ ist der rituelle Abschluss. |
| Herz | gāṃ hṛdayāya namaḥ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Körperstelle beziehungsweise Schutzfunktion. |
| Kopf | gīṃ śirase svāhā |
Zuordnung des Bijas zur genannten Körperstelle beziehungsweise Schutzfunktion. |
| Shikha am Scheitel | gūṃ śikhāyai vaṣaṭ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Körperstelle beziehungsweise Schutzfunktion. |
| Schutzpanzer | gaiṃ kavacāya huṃ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Körperstelle beziehungsweise Schutzfunktion. |
| Drei Augen | gauṃ netratrayāya vauṣaṭ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Körperstelle beziehungsweise Schutzfunktion. |
| Waffenmudra | gaḥ astrāya phaṭ |
Zuordnung des Bijas zur genannten Körperstelle beziehungsweise Schutzfunktion. |
Die sechs Körperzuordnungen und ihre Abschlüsse sind nach P2-0082 ausgeschrieben; die besonderen Fingergesten folgen P2-0080–0081.
4. Dhyana und innere Darbringung
Vergegenwärtige die Gottheit nach dem folgenden Dhyana. Nimm Farbe, Gestalt, Haltung, Attribute und Sitz als zusammengehöriges Bild wahr. Sprich den Dhyana-Text und verweile in der Vorstellung. Bringe danach die Gaben zunächst innerlich dar, wie es die Quelle vor der äußeren Verehrung vorsieht.
Beleg P2-0272:
tato dhyānam:
sindūrābhaṃ trinetraṃ pṛthutarajaṭharaṃ hastapadmairdadhānaṃ,
daṇḍaṃ pāśāṃkuśeṣṭānyurukaravilasadbījapūrābhirāmam |
bālendudyotimauliṃ karipativadanaṃ dānapūrārdragaṇḍaṃ,
bhogīndrābaddhabhūṣaṃ bhajatgaṇapatiṃ raktavastrāṅgarāgam ||
Die Meditation: Verehrt Gaṇapati, zinnoberrot, mit drei Augen und sehr großem Bauch. In seinen Lotushänden trägt er Stab, Schlinge, Stachel und die Geste der Wunscherfüllung; die in seinem mächtigen Rüssel leuchtende Zitronatzitrone macht ihn lieblich. Seine Krone glänzt mit dem jungen Mond; sein Gesicht ist das des Königs der Elefanten. Seine Wangen sind vom reichlich fließenden Brunstsaft feucht. Der Schlangenkönig dient ihm als umgebundener Schmuck; Gewand und Körpersalbe sind rot.
5. Den Sitz verehren und die Gottheit anrufen
Bereite das Arghya vor und verehre den äußeren Sitz mit den für diese Gottheit bezeichneten Kräften. Wenn ein Yantra verwendet wird, halte die im Einzelbeleg genannten Ebenen und Richtungen auseinander. Stelle die Gottheit im Zentrum vor und rufe sie mit dem Grundmantra an.
Beleg P2-0269:
asya pūjāprayogaḥ:
prātaḥkṛtyādipīṭhanyāsāntaṃ vidhāya keśareṣu madhye ca oṃ
tībrāyai namaḥ, jvālinyai nandāyai bhogadāyai kāmarūpiṇyai
ugrāyai tejovatyai satyāyai vighnanāśinyai tadupari
sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ |
sarvatra praṇavādinamo'ntena pūjayet ||
tathā ca nibhande:
tīvrākhyā jvālinī nandā bhogadā kāmarūpiṇī |
ugrā tejovatī satyā navamī vighnanāśinī |
sarvādiśaktikamalāsanāya hṛdayāvadhiḥ |
pīṭhamantro'yametena pradadyādāsanaṃ vibhoḥ
|| 61 ||
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte mit oṃ und namaḥ Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und Vighnanāśinī. Darüber verehrt man mit „sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“ den Lotussitz aller Kräfte. Im Nibandha heißt es: Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und als neunte Vighnanāśinī. „Sarva“, dann „śaktikamalāsanāya“, schließlich die Herzformel: Dies ist das Sitzmantra. Mit ihm soll man dem Herrn den Sitz darbringen.
Beleg P2-0273:
tataḥ pīṭhapūjāṃ vidhāya keśareṣu madhye ca
tīvrādipīṭhamanvantaṃ pūjayet |
tato mūlena mūrtiṃ parikalpya punardhyatvā āvāhanadi -
pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ karma vidhāya
āvaraṇapūjāmārabheta |
yathā:
karṇikāyāṃ pūrvādidikṣu oṃ gaṇādhipataye namaḥ evaṃ gaṇeśāya
gaṇanāyakāya gaṇakrīḍāya |
tataḥ keśareṣu agninir-ṛti vāyavyośānakoṇeṣu madhye dikṣu ca gāṃ
hṛdayāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
patramadhye pūrvādi:
vakratuṇḍamekadantaṃ mahodaragajānanau |
lambodarākhyaṃ vikaṭaṃ vighnarājamanantaram |
dhūmravarṇaṃ dalāgreṣu brāhmyādyāḥ pūjayettataḥ |
vākyantu:
oṃ vakratuṇḍāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
dalāgreṣu brāhmyādyā mātaraḥ pūrvādikrameṇa pūjyāḥ |
tadbahirindrādīn vajrādīṃśca prapūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 65 ||
Nach der Sitzverehrung verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte Tīvrā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra. Mit dem Grundmantra bildet man die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden in den vier Richtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Gaṇādhipati, Gaṇeśa, Gaṇanāyaka und Gaṇakrīḍa. Auf den Staubfäden in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. In der Mitte der Blätter, im Osten beginnend, verehrt man Vakratuṇḍa, Ekadanta, Mahodara, Gajānana, Lambodara, Vikaṭa, Vighnarāja und Dhūmravarṇa, jeweils mit „oṃ [Name im Dativ] namaḥ“. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen Mütter, im Osten beginnend. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Die allgemeine Anrufungsformel P1-0536 wird nach dem Grundmantra an die gewählte Gottheit gerichtet:
ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi iha sannidhehi | iha sannirudhyasva ||
„Komm hierher, komm hierher. Bleibe hier, bleibe hier. Sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig. Verweile hier gesammelt.“
Begleite die Anrufung mit den unterwiesenen Mudras. Die besondere Vorschrift der Gottheit bestimmt die anschließende Einsetzung der Lebenskraft. Die im Beleg zugleich erwähnten späteren Schritte werden an ihrem Platz in der folgenden Reihenfolge ausgeführt.
6. Gaben bis zu den Blüten und die Umkreisverehrung
Vollständige Richtungshüterfolge
An der Stelle von „Indra und die übrigen“ verehre die Richtungshüter nach der ausdrücklich allgemeinen Reihe P2-0142. Jede Formel ehrt den genannten Herrn samt Waffe, Reittier und Gefolge.
| Ort | Vollständige Formel |
|---|---|
| Osten | oṃ lāṃ indrāya devādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| Südosten | oṃ rāṃ agnaye tejodhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| Süden | oṃ yāṃ yamāya pretādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| Südwesten | oṃ kṣāṃ nirṛtaye rakṣodhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| Westen | oṃ vāṃ varuṇāya jalādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| Nordwesten | oṃ yāṃ vāyave prāṇādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| Norden | oṃ sāṃ somāya tārādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| Nordosten | oṃ hāṃ īśānāya gaṇādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| zwischen Osten und Nordosten | oṃ āṃ brahmaṇe prajādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
| zwischen Südwesten und Westen | oṃ hrīṃ anantāya nāgādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ |
Die vorgeschriebene äußere Waffenreihe nach P2-0144 lautet vollständig:
| Ort / Reihenfolge | Darbringungsformel |
|---|---|
| Osten | oṃ vajrāya namaḥ |
| Südosten | oṃ śaktaye namaḥ |
| Süden | oṃ daṇḍāya namaḥ |
| Südwesten | oṃ khaḍgāya namaḥ |
| Westen | oṃ pāśāya namaḥ |
| Nordwesten | oṃ aṃkuśāya namaḥ |
| Norden | oṃ gadāyai namaḥ |
| Nordosten | oṃ śūlāya namaḥ |
| zwischen Osten und Nordosten | oṃ padmāya namaḥ |
| zwischen Südwesten und Westen | oṃ cakrāya namaḥ |
Bringe die im Einzelritual genannten Gaben bis einschließlich der Blüten dar. Bei sechzehn Upacaras sind die dort genannten Gaben vollständig einzubeziehen. Wo fünf Blumenhandvoll vorgeschrieben sind, bringe sie mit dem Grundmantra an Scheitel, Herz, Grundlage, Füßen und der gesamten vorgestellten Gestalt dar. Erst anschließend folgt der bezeichnete Umkreis. Diese fünf Zuordnungen folgen P2-0104.
| Reihenfolge und Gabe | Handlung | Rezitation |
|---|---|---|
| 1. Sitz | Biete der vergegenwärtigten Gottheit ihren Sitz an. | gaṃ |
| 2. Willkommen | Begrüße die Gottheit mit gefalteten Händen. | gaṃ |
| 3. Fußwasser | Bringe eine kleine Wassergabe an den vorgestellten Füßen dar. | gaṃ |
| 4. Arghya | Reiche das vorbereitete Ehrenwasser dar. | gaṃ |
| 5. Mundspülwasser | Biete eine frische Wassergabe an. | gaṃ |
| 6. Madhuparka | Bringe die Mischung aus Ghī, Joghurt und Honig dar; Zusammensetzung nach P1-0539. | gaṃ |
| 7. Erneutes Mundspülen | Reiche nach dem Madhuparka nochmals Wasser dar. | gaṃ |
| 8. Bad | Bringe das Badewasser dar; ein empfindliches Bild wird nicht mit ungeeigneten Flüssigkeiten übergossen. | gaṃ |
| 9. Gewand | Reiche das vorgesehene Gewand dar. | gaṃ |
| 10. Schmuck | Biete den Schmuck an. | gaṃ |
| 11. Duftstoff | Bringe den Duftstoff dar. | gaṃ |
| 12. Blüten | Lege die Blüten mit ihrer natürlichen Oberseite nach oben nieder. | gaṃ |
Deutsche Bedeutung der bei jeder Gabe wiederholten Formel: Gam ist Ganeshas Bija; es besitzt keine wörtliche Satzübersetzung. Die nachfolgenden vier Glieder sind Räucherwerk, Licht, Speise und Verneigung. Sie werden an den unten bezeichneten Stellen ausgeführt. Damit sind die sechzehn Gaben aus P2-0099 vollständig berücksichtigt.
Beleg P2-0273:
tataḥ pīṭhapūjāṃ vidhāya keśareṣu madhye ca
tīvrādipīṭhamanvantaṃ pūjayet |
tato mūlena mūrtiṃ parikalpya punardhyatvā āvāhanadi -
pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ karma vidhāya
āvaraṇapūjāmārabheta |
yathā:
karṇikāyāṃ pūrvādidikṣu oṃ gaṇādhipataye namaḥ evaṃ gaṇeśāya
gaṇanāyakāya gaṇakrīḍāya |
tataḥ keśareṣu agninir-ṛti vāyavyośānakoṇeṣu madhye dikṣu ca gāṃ
hṛdayāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
patramadhye pūrvādi:
vakratuṇḍamekadantaṃ mahodaragajānanau |
lambodarākhyaṃ vikaṭaṃ vighnarājamanantaram |
dhūmravarṇaṃ dalāgreṣu brāhmyādyāḥ pūjayettataḥ |
vākyantu:
oṃ vakratuṇḍāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
dalāgreṣu brāhmyādyā mātaraḥ pūrvādikrameṇa pūjyāḥ |
tadbahirindrādīn vajrādīṃśca prapūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 65 ||
Nach der Sitzverehrung verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte Tīvrā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra. Mit dem Grundmantra bildet man die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden in den vier Richtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Gaṇādhipati, Gaṇeśa, Gaṇanāyaka und Gaṇakrīḍa. Auf den Staubfäden in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. In der Mitte der Blätter, im Osten beginnend, verehrt man Vakratuṇḍa, Ekadanta, Mahodara, Gajānana, Lambodara, Vikaṭa, Vighnarāja und Dhūmravarṇa, jeweils mit „oṃ [Name im Dativ] namaḥ“. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen Mütter, im Osten beginnend. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
7. Räucherwerk, Licht und Speise; Übersicht der fünf Gaben
Nach der Umkreisverehrung folgen Räucherwerk, Licht und Speise. Duftstoff und Blüten sind in der Tabelle zur Übersicht nochmals genannt und werden nicht deshalb ein zweites Mal verlangt. Wo die besondere Anweisung sechzehn oder weitere Gaben nennt, führe diese vollständig aus. Die gemeinsame Gruppe der fünf Gaben besteht nach P2-0100 aus Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Licht und Speise. P1-0540 schreibt vor, bei jeder Gabe den Grundmantra zu sprechen. Verwende dabei ausschließlich den oben bezeichneten Mantra dieser Ritualform.
| Gabe | Konkrete Handlung | Rezitation und Bedeutung |
|---|---|---|
| Duftstoff | Bringe den Duftstoff vor der Gottheit dar. | Sprich gaṃ ; die Gabe bedeutet: „Dir bringe ich diesen Duft dar.“ |
| Blüten | Lege die Blüten auf dem vorgesehenen Platz nieder, mit der natürlichen Oberseite nach oben. | gaṃ ; danach, nach P1-0540: etāni puṣpāṇi vauṣaṭ – „Diese Blüten, vaushat.“ |
| Räucherwerk | Lass die Glocke mit der linken Hand erklingen und führe das Räuchergefäß vor der Gottheit. | gaṃ ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich diesen Duft des Räucherwerks dar.“ |
| Licht | Bringe die brennende Lampe vor der Gottheit bis zur Höhe ihres Blickes dar. | gaṃ ; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich dieses Licht dar.“ |
| Speise | Stelle die Speise vor die Gottheit. Besprenge sie mit phaṭ , rezitiere den Grundmantra achtmal und vollziehe die unterwiesene Dhenu-Mudra. Reiche die Gabe mit dem Grundmantra dar. |
phaṭ ist der rituelle Abgrenzungslaut; der Grundmantra richtet die Gabe an die Gottheit. Die achtsfache Besprechung folgt P2-0106. |
Die deutschen Sätze erläutern die Gaben; sie sind keine dem Brihat Tantrasara zugeschriebenen Sanskritverse. Die konkreten Mantra-Zusätze, die im Einzelritual stehen, haben Vorrang. Die einfachen Handhabungshinweise führen die Angaben P2-0100, P2-0103–0106 und P1-0540 aus.
8. Japa, Darbringung und Abschluss
Setze dich nach den äußeren Gaben gesammelt hin und wiederhole den Grundmantra dieser Form. Wenn die besondere Paddhati keine Sitzungszahl nennt, nennt die allgemeine Ordnung 100 oder 1008 Wiederholungen (P2-0111). Eine Purascharana-Gesamtzahl ist davon zu unterscheiden.
Bringe das vollzogene Japa der Gottheit dar. Die allgemeine Formel lautet in einer redaktionell geglätteten Lesefassung:
oṃ guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthite ||
„Om. Du Hüter des Allerverborgensten, nimm das von uns vollzogene Japa an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, o Gott, da du in mir gegenwärtig bist.“
Die Formen guhyāti-/gṛhāṇāsmat- sind gegenüber dem beschädigten Wortabstand der Vorlage grammatisch geglättet; der Sanskritwortlaut von P2-0111 bleibt als Beleg erhalten. Preist die betreffende Tradition die Gottheit mit einem eigenen Stotra, schließt sich dieses hier an. Verneige dich anschließend.
Führe die Umkreisgottheiten innerlich in die Hauptgottheit zurück. Sprich:
kṣamasva
„Verzeihe!“
Vollziehe die unterwiesene Samhara-Mudra, nimm den Duft der dargebrachten Blüte wahr und führe den Lichtglanz der Gottheit in den Lotus deines Herzens zurück (P2-0120). Verweile einen Augenblick in dieser Gegenwart. Die Quelle beschreibt damit die Rücknahme der rituellen Anrufung; die Verehrung wirkt als Erinnerung im Alltag weiter.
Purascharana: gesonderter Gesamtumfang
Die folgenden Zahlen betreffen die besondere Vollendungspraxis und sind kein zusätzliches Soll jeder einzelnen Puja. Sie werden zusammen mit dem Guru dem gewählten Mantra zugeordnet. Ein hier genanntes Feueropfer benötigt seine eigene vollständige Homa-Ordnung.
P2-0274: Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 400.000-mal und opfert danach ein Zehntel mit Modakas, flachgedrückten Reiskörnern, geröstetem Reis, Getreidemehl, Zuckerrohrstücken, Kokosnüssen, reinem Sesam und gut gereiften Bananen. Diese acht Stoffe haben die Weisen für Vighna, den Herrn der Hindernisse, beschrieben.
Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung
Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.
P2-0267 · Originalnummer 59
atha ganeśamantraḥ
atha vakṣye gaṇapatermantrānsarvārthasiddhidān |
yān jñātvā mānavā nityaṃ sādhayanti manorathān
|| 59 ||
Nun das Gaṇeśamantra: Jetzt werde ich die Mantras Gaṇapatis beschreiben, die alle Ziele zur Vollendung bringen. Wenn Menschen sie kennen, erfüllen sie stets ihre Wünsche.
P2-0268 · Originalnummer 60
pañcāntakaṃ śaśidharaṃ bījaṃ gaṇapaterviduḥ |
pañcāntakaṃ gakāraḥ
|| 60 ||
Den Fünf-Ender mit dem Mondzeichen kennt man als Gaṇapatis Bīja. Der Fünf-Ender ist ga. Mit Bindu ergibt sich gaṃ.
P2-0269 · Originalnummer 61
asya pūjāprayogaḥ:
prātaḥkṛtyādipīṭhanyāsāntaṃ vidhāya keśareṣu madhye ca oṃ
tībrāyai namaḥ, jvālinyai nandāyai bhogadāyai kāmarūpiṇyai
ugrāyai tejovatyai satyāyai vighnanāśinyai tadupari
sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ |
sarvatra praṇavādinamo'ntena pūjayet ||
tathā ca nibhande:
tīvrākhyā jvālinī nandā bhogadā kāmarūpiṇī |
ugrā tejovatī satyā navamī vighnanāśinī |
sarvādiśaktikamalāsanāya hṛdayāvadhiḥ |
pīṭhamantro'yametena pradadyādāsanaṃ vibhoḥ
|| 61 ||
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte mit oṃ und namaḥ Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und Vighnanāśinī. Darüber verehrt man mit „sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“ den Lotussitz aller Kräfte. Im Nibandha heißt es: Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und als neunte Vighnanāśinī. „Sarva“, dann „śaktikamalāsanāya“, schließlich die Herzformel: Dies ist das Sitzmantra. Mit ihm soll man dem Herrn den Sitz darbringen.
P2-0270 · Originalnummer 62
tataḥ ṛṣyādinyāsaḥ:
śirasi gaṇaka-ṛṣaye namaḥ, mukhe nivṛcchandase namaḥ, hṛdi
gaṇeśāya devatāyai namaḥ
|| 62 ||
Dann der Sehernyāsa: auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Gaṇaka“; am Mund „nivṛcchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛt“; am Herzen „gaṇeśāya devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Gaṇeśa“.
P2-0271 · Originalnummer 63
tataḥ karāṅganyāsau:
gāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ, gīṃ tarjanībhyāṃ svāhā, gūṃ
madhyamābhyāṃ vaṣaṭ, taiṃ anāmikābhyāṃ huṃ, gauṃ
kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ, gaḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ evaṃ gāṃ
hṛdayāya namaḥ ityādinā hṛdayādau nyaset ||
tathā ca nibandhe:
ṣaḍdīrghabhājā vījena kuryādaṅgāni ṣaṭkramāt
|| 63 ||
Der Handnyāsa: gāṃ an den Daumen mit namaḥ; gīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; gūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; taiṃ an den Ringfingern mit huṃ; gauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; gaḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man die Laute an Herz und die weiteren Stellen, beginnend mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale trägt, soll man der Reihe nach die sechs Glieder bilden. [An den Ringfingern steht taiṃ statt des nach der Regel erwartbaren gaiṃ.]
P2-0272 · Originalnummer 64
tato dhyānam:
sindūrābhaṃ trinetraṃ pṛthutarajaṭharaṃ hastapadmairdadhānaṃ,
daṇḍaṃ pāśāṃkuśeṣṭānyurukaravilasadbījapūrābhirāmam |
bālendudyotimauliṃ karipativadanaṃ dānapūrārdragaṇḍaṃ,
bhogīndrābaddhabhūṣaṃ bhajatgaṇapatiṃ raktavastrāṅgarāgam ||
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjyārghyasthāpanaṃ kuryāt
|| 64 ||
Die Meditation: Verehrt Gaṇapati, zinnoberrot, mit drei Augen und sehr großem Bauch. In seinen Lotushänden trägt er Stab, Schlinge, Stachel und die Geste der Wunscherfüllung; die in seinem mächtigen Rüssel leuchtende Zitronatzitrone macht ihn lieblich. Seine Krone glänzt mit dem jungen Mond; sein Gesicht ist das des Königs der Elefanten. Seine Wangen sind vom reichlich fließenden Brunstsaft feucht. Der Schlangenkönig dient ihm als umgebundener Schmuck; Gewand und Körpersalbe sind rot. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein.
P2-0273 · Originalnummer 65
tataḥ pīṭhapūjāṃ vidhāya keśareṣu madhye ca
tīvrādipīṭhamanvantaṃ pūjayet |
tato mūlena mūrtiṃ parikalpya punardhyatvā āvāhanadi -
pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ karma vidhāya
āvaraṇapūjāmārabheta |
yathā:
karṇikāyāṃ pūrvādidikṣu oṃ gaṇādhipataye namaḥ evaṃ gaṇeśāya
gaṇanāyakāya gaṇakrīḍāya |
tataḥ keśareṣu agninir-ṛti vāyavyośānakoṇeṣu madhye dikṣu ca gāṃ
hṛdayāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
patramadhye pūrvādi:
vakratuṇḍamekadantaṃ mahodaragajānanau |
lambodarākhyaṃ vikaṭaṃ vighnarājamanantaram |
dhūmravarṇaṃ dalāgreṣu brāhmyādyāḥ pūjayettataḥ |
vākyantu:
oṃ vakratuṇḍāya namaḥ ityādikrameṇa pūjayet |
dalāgreṣu brāhmyādyā mātaraḥ pūrvādikrameṇa pūjyāḥ |
tadbahirindrādīn vajrādīṃśca prapūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 65 ||
Nach der Sitzverehrung verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte Tīvrā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra. Mit dem Grundmantra bildet man die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden in den vier Richtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Gaṇādhipati, Gaṇeśa, Gaṇanāyaka und Gaṇakrīḍa. Auf den Staubfäden in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. In der Mitte der Blätter, im Osten beginnend, verehrt man Vakratuṇḍa, Ekadanta, Mahodara, Gajānana, Lambodara, Vikaṭa, Vighnarāja und Dhūmravarṇa, jeweils mit „oṃ [Name im Dativ] namaḥ“. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen Mütter, im Osten beginnend. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
P2-0274 · Originalnummer 66
asya puraścaraṇaṃ caturlakṣajapaḥ ||
tathā ca:
vedalakṣaṃ japenmantraṃ daśāṃśaṃ juhuyāttataḥ |
modakaiḥ pṛthukairlājaiḥ śaktubhiḥ sekṣuparvabhiḥ |
nārikelaistilaiḥ śuddhaiḥ supakvaiḥ kadalīphalaiḥ |
aṣṭadravyāṇi vighnasya kathitāni manīṣibhiḥ
|| 66 ||
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 400.000-mal und opfert danach ein Zehntel mit Modakas, flachgedrückten Reiskörnern, geröstetem Reis, Getreidemehl, Zuckerrohrstücken, Kokosnüssen, reinem Sesam und gut gereiften Bananen. Diese acht Stoffe haben die Weisen für Vighna, den Herrn der Hindernisse, beschrieben.
Ausgeschriebene Belege zu den Rückverweisen
Diese Stellen liefern die im Hauptbeleg vorausgesetzten Zuordnungen und Handlungen. Das Grundmantra bleibt dasjenige der oben bezeichneten Ritualform; ein anderer Mantra im Vergleichsbeleg wird nicht zusätzlich übernommen.
P1-0536 · Originalnummer 40 · Rückverweis
tasā0 4
athā : mūlamantramuccaran amuka ihāgaccha ihāgaccha iha
tiṣṭha iha tiṣṭha iha sannidhehi iha sannidhehi iha sannirudhyasva
ityāvāhanādikaṃ kṛtvā, huṃ ityavaguṇṭhya, devatāṅge
ṣaḍaṅganyāsaṃ kṛtvā, vamiti dhenumudrayā amṛtīkṛtya,
paramīkaraṇamudrayā paramīkuryāt | tataḥ prāṇapratiṣṭhāṃ
kṛtvā ṣoḍaśopacāraiḥ pūjayet || 39 ka ||
yathā : mūlamuccārya idamāsanaṃ amukadevatāyai namaḥ,
amukadeva svāgatante iti svāgatam | tato mūlamuccārya etatpādyaṃ
amukadevatāyai namaḥ iti pādāmbuje dadyāt |
etatśyāmādūrvābjaviṣṇukrāntābhirītam | arghyaṃ
amukadevatāyai svāhā iti
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvātmakamarghyaṃ
śirasi dadyāt | vaiṣṇave tu arghyādikrameṇaiva deyamiti vadanti | tato
mūlamuccārya idamācamanīyaṃ amukadevatāyai svadhā iti
jātīlavaṅgakakkolātmakamācamanīyaṃ vadane dadyāt |
svadhāmantreṇa vadane dadyādācamanīyakaṃ ityatrasudhāpāṭhaṃ
kurvantaḥ sudhāśabdasyāmṛtavācakatvādamṛtavācakaśabdādya
jalavācakatvādidamācamanīyaṃ vamiti vadanti
|| 40 ||
Nun: Unter Rezitation des Grundmantras rufe man die Gottheit: „O [Name], komm hierher, komm hierher; bleibe hier, bleibe hier; sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig; halte dich hier fest.“ Mit huṃ verhülle man, vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa an der Gottheit, mache mit vaṃ und Dhenu-Mudrā nektarhaft und erhebe mit der Paramīkaraṇa-Mudrā zur höchsten Gegenwart. Danach setze man die Lebenskräfte ein und verehre mit sechzehn Darbringungen. [„tasā0 4“ ist ein Druckvermerk; eingeschobene Originalnummer 39 ka.] Nach dem Grundmantra: „Dieser Sitz ist für die [genannte] Gottheit, Verehrung“; als Willkommensgruß „O [Gottheit], willkommen“. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Fußwasser ist für die [Gottheit], Verehrung“ und an ihren Lotusfüßen darbringen; es enthält Śyāmā, Dūrvā, Lotus und Viṣṇukrāntā. „Dieses Arghya ist für die [Gottheit], svāhā“ und auf ihrem Kopf darbringen; es besteht aus Duftstoff, Blüten, ungebrochenen Reiskörnern, Gerste, Kuśa-Spitzen, Sesam, Senf und Dūrvā. Im vaiṣṇavischen Bereich sagen manche, Arghya sei als Erstes zu geben. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Mundwasser ist für die [Gottheit], svadhā“ und in ihrem Mund darbringen; es besteht aus Jātī, Gewürznelke und Kakkola. Manche lesen statt „mit dem Svadhā-Mantra das Mundwasser in den Mund geben“ sudhā und sagen, weil sudhā Unsterblichkeitsnektar und dessen Bezeichnung wiederum Wasser bedeute, laute die Formel „Dieses Mundwasser – vaṃ“.
P1-0540 · Originalnummer 44 · Rückverweis
tato
mantrapuṭitamātṛkāvarṇena tattannyāsasthānāni pūjayitvā etāni
puṣpāṇi vauṣaṭ iti | sarvatra dāne mūlamantroccāraṇam
|| 44 ||
Danach verehre man die jeweiligen Nyāsa-Stellen mit den vom Mantra umhüllten Mātṛkā-Buchstaben und spreche „Diese Blüten, vauṣaṭ“. Bei sämtlichen Darbringungen ist der Grundmantra auszusprechen.
P2-0100 · Originalnummer 95 · Rückverweis
athavā eṣāmapyabhāve pañcopacārān kalpayet |
gandhādayo naivedyāntā pūjā pañcoparacārikā iti
|| 95 ||
Oder man soll, wenn auch diese Gaben fehlen, fünf Verehrungsgaben bereitstellen. Die Verehrung mit fünf Gaben reicht vom Duftstoff bis zur Speise: Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.
P2-0103 · Originalnummer 98 · Rückverweis
puṣpadāne tu viśeṣaḥ:
puṣpaṃ vā yadi vā patraṃ phale neṣṭhamadhomukham |
duḥkhadaṃ tatsamādhyātaṃ yathotpannaṃ tathārpaṇaṃ |
adhomukha phalaṃ neṣṭaṃ puṣpāñjalividhau na ca |
sarvasva dravyadāne'yaṃ kramaḥ |
ādau mūlaṃ tato dravyaṃ devatāyai tataḥ padam |
śrītattvacintāmaṇau:
hṛdvahnivallabhātoyamantraṃ pādyādiṣu kramāt |
namo vauṣaṭ gandhapuṣpe hṛdānyāni nivedayet |
mūlamuccārya etatpādyaṃ amukadevatāyai namaḥ |
ityādinā syāt
|| 98 ||
Für das Darbringen von Blumen gilt eine besondere Regel: Eine Blume, ein Blatt oder eine Frucht soll nicht mit der Oberseite nach unten dargebracht werden. Eine solche Gabe gilt als leidbringend; man soll sie so darbringen, wie sie gewachsen ist. Eine nach unten gerichtete Frucht ist nicht erwünscht; bei der Handvoll Blumen, puṣpāñjali, gilt diese Einschränkung nicht. Für alle Gaben gilt folgende Reihenfolge: zuerst das Grundmantra, dann die Bezeichnung der Gabe, danach die Bezeichnung der Gottheit. Im Śrītattvacintāmaṇi heißt es: Für Fußwasser und die folgenden Wassergaben verwendet man der Reihe nach namaḥ, svāhā und das Wassermantra; für Duftstoff namaḥ, für Blumen vauṣaṭ, für die übrigen Gaben namaḥ. Nachdem man das Grundmantra ausgesprochen hat, sagt man beispielsweise: „Dieses Fußwasser für die Gottheit [Name], namaḥ.“ [„toyamantra“ bezeichnet hier das Wassermantra; dessen genaue Lautform wird an dieser Stelle nicht angegeben. Die erste Verszeile ist in ihrer Zuordnung verkürzt.]
P2-0104 · Originalnummer 99 · Rückverweis
tato mūrddhahṛdguhyapādasarvāṅgakeṣu mūlena
pañcapuṣpāñjalīna dattvā tattatkalpoktāvaraṇapūjāṃ kuryāt |
tathā ca:
pañcapuṣpāñjalīn dattvā parivārārcanaṃ carediti bhaṭṭaḥ |
tato dhūpadīpau dadyāt
|| 99 ||
Dann bringt man mit dem Grundmantra fünf Handvoll Blumen dar: am Scheitel, am Herzen, an der verborgenen Stelle, an den Füßen und am ganzen Körper. Anschließend vollzieht man die Verehrung der umgebenden Gottheiten nach dem betreffenden Ritualtext. Dazu sagt Bhaṭṭa: „Nachdem man fünf Handvoll Blumen gegeben hat, vollziehe man die Verehrung des Gefolges.“ Danach soll man Räucherwerk und Licht darbringen.
P2-0105 · Originalnummer 100 · Rückverweis
tadyathā:
jayadhvani - mantramātaḥ rvāheti puṣpākṣatairghaṇṭāṃ sampūjya,
vāmahastena tāṃ vādayan, tattanmantreṇa nīcairdhūpaṃ evaṃ
dṛṣṭiparyantaṃ dīpaṃ dadyāt
|| 100 ||
Dies geschieht so: Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt man die Glocke unter dem Mantra „jayadhvani-mantramātaḥ … svāhā“. Dann läutet man sie mit der linken Hand und bringt mit dem jeweiligen Mantra das Räucherwerk niedrig, das Licht dagegen bis zur Höhe der Augen dar. [Der Glockenmantrawortlaut ist durch „rvāheti“ beschädigt; „jayadhvani“ bedeutet Siegesklang, „mantramātaḥ“ Mutter der Mantras. Eine vollständige Lautform lässt sich hier nicht sicher herstellen.]
P2-0106 · Originalnummer 1 · Rückverweis
tato mūlena puṣpāñjalitrayaṃ dattvā, naivedyamānīya, phaḍiti
samprokṣya, cakramudrayā abhirakṣya, tadupari mūlamaṣṭadhā japtvā
dhunumudrayā amṛtīkṛtya, mūlamuccārya naivedyaṃ dadyāt |
yattoyamadhyaṃpātrasya tadādāya nivedayet |
anyatoyairyadutsṛṣṭamarghyapātrasthitetaraiḥ |
na gṛhṇāti mahādevo dattaṃ vidhiśatairapi |
iti vacanādupārānarghyapātrasthalenotsṛjya dadyāt
|| 1 ||
Dann gibt man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen, bringt die Speise herbei, besprengt sie mit „phaṭ“, schützt sie durch die Cakramudrā, wiederholt das Grundmantra achtmal über ihr, verwandelt sie mit der Dhenumudrā in Nektar und reicht sie unter Aussprechen des Grundmantras dar. Man soll das Wasser aus dem Arghyagefäß nehmen und damit die Gabe weihen. Wird sie mit anderem Wasser geweiht, das sich nicht im Arghyagefäß befindet, nimmt Mahādeva sie selbst bei hundert vorgeschriebenen Verfahren nicht an. Nach diesem Ausspruch soll man die Verehrungsgaben mit dem Wasser des Arghyagefäßes weihen und darbringen. [„dhunumudrayā“ und die abschließende Prosa sind fehlerhaft überliefert; die erkennbare Dhenumudrā und die Weihung mit Arghyawasser bestimmen den Sinn.]
P2-0111 · Originalnummer 6 · Rückverweis
tato'ṣṭottarasahasraṃ śataṃ vā japtvā oṃ guhyatiguhyāgoptā tvaṃ
gṛhaṇasmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādāttvayi sthite |
anyatra goptrī devīti viśeṣaḥ |
iti japaṃ samarpyaṃ stutvā natvā'ṣṭāṅgapramāṇaṃ kuryāt
|| 6 ||
Dann wiederholt man das Mantra eintausendachtmal oder hundertmal und spricht: „Oṃ. Du bist der Hüter des Allerverborgensten. Nimm das von uns vollzogene Japa an. Gott, möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, da du in mir gegenwärtig bist.“ Bei einer Göttin lautet die besondere Form „Hüterin“ und „Göttin“. Nachdem man so das Japa dargebracht hat, preist man die Gottheit, verneigt sich und vollzieht die Verneigung mit acht Gliedern. [Die Vorlage schreibt am Schluss „pramāṇaṃ“; gemeint ist nach der unmittelbar folgenden Erklärung praṇāma, Verneigung.]
P2-0120 · Originalnummer 15 · Rückverweis
tato devatāṅge āvaraṇadevatā nilāpya, kṣamasveti visarjanaṃ kṛtvā,
saṃhāramudrayā tattejaḥ puṣpaiḥ sārddhamāghrāya
svahṛdayamānayet |
(puraścaraṇacandrikāyām:
kṣamasveti vadanmūmantreṇa vyāpakaṃ triśa iti
vacanātvisarjanāntaraṃ vyāpakaṃ kuryāt |)
tathā ca:
nidhāya devatāṃ paścātsvīyahṛtsarasīruhe |
suṣumnāvartmanā puṣpamāghrāyodvāsayettataḥ
|| 15 ||
Dann lässt man die umgebenden Gottheiten im Körper der Hauptgottheit aufgehen, entlässt sie mit „Verzeihe!“ und atmet mit der Saṃhāramudrā ihren Lichtglanz zusammen mit dem Duft der Blumen ein, um ihn in das eigene Herz zu führen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es: „Während man ‚Verzeihe!‘ sagt, vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den umfassenden Nyāsa.“ Nach diesem Ausspruch soll man nach der Entlassung den umfassenden Nyāsa ausführen. Weiter heißt es: Nachdem man die Gottheit in den Lotus des eigenen Herzens eingesetzt hat, atmet man den Blumenduft durch den Weg der Suṣumnā ein und vollzieht dann die Entlassung.
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.
P2-0267
अथ गनेशमन्त्रः
अथ वक्ष्ये गणपतेर्मन्त्रान्सर्वार्थसिद्धिदान् ।
यान् ज्ञात्वा मानवा नित्यं साधयन्ति मनोरथान्
॥ ५९ ॥
P2-0268
पञ्चान्तकं शशिधरं बीजं गणपतेर्विदुः ।
पञ्चान्तकं गकारः
॥ ६० ॥
P2-0269
अस्य पूजाप्रयोगः:
प्रातःकृत्यादिपीठन्यासान्तं विधाय केशरेषु मध्ये च ॐ
तीब्रायै नमः, ज्वालिन्यै नन्दायै भोगदायै कामरूपिण्यै
उग्रायै तेजोवत्यै सत्यायै विघ्ननाशिन्यै तदुपरि
सर्वशक्तिकमलासनाय नमः ।
सर्वत्र प्रणवादिनमोऽन्तेन पूजयेत् ॥
तथा च निभन्दे:
तीव्राख्या ज्वालिनी नन्दा भोगदा कामरूपिणी ।
उग्रा तेजोवती सत्या नवमी विघ्ननाशिनी ।
सर्वादिशक्तिकमलासनाय हृदयावधिः ।
पीठमन्त्रोऽयमेतेन प्रदद्यादासनं विभोः
॥ ६१ ॥
P2-0270
ततः ऋष्यादिन्यासः:
शिरसि गणक-ऋषये नमः, मुखे निवृच्छन्दसे नमः, हृदि
गणेशाय देवतायै नमः
॥ ६२ ॥
P2-0271
ततः कराङ्गन्यासौ:
गां अंगुष्ठाभ्यां नमः, गीं तर्जनीभ्यां स्वाहा, गूं
मध्यमाभ्यां वषट्, तैं अनामिकाभ्यां हुं, गौं
कनिष्ठाभ्यां वौषट्, गः करतलपृष्ठाभ्यां फट् एवं गां
हृदयाय नमः इत्यादिना हृदयादौ न्यसेत् ॥
तथा च निबन्धे:
षड्दीर्घभाजा वीजेन कुर्यादङ्गानि षट्क्रमात्
॥ ६३ ॥
P2-0272
ततो ध्यानम्:
सिन्दूराभं त्रिनेत्रं पृथुतरजठरं हस्तपद्मैर्दधानं,
दण्डं पाशांकुशेष्टान्युरुकरविलसद्बीजपूराभिरामम् ।
बालेन्दुद्योतिमौलिं करिपतिवदनं दानपूरार्द्रगण्डं,
भोगीन्द्राबद्धभूषं भजत्गणपतिं रक्तवस्त्राङ्गरागम् ॥
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्यार्घ्यस्थापनं कुर्यात्
॥ ६४ ॥
P2-0273
ततः पीठपूजां विधाय केशरेषु मध्ये च
तीव्रादिपीठमन्वन्तं पूजयेत् ।
ततो मूलेन मूर्तिं परिकल्प्य पुनर्ध्यत्वा आवाहनदि -
पञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं कर्म विधाय
आवरणपूजामारभेत ।
यथा:
कर्णिकायां पूर्वादिदिक्षु ॐ गणाधिपतये नमः एवं गणेशाय
गणनायकाय गणक्रीडाय ।
ततः केशरेषु अग्निनिर्-ऋति वायव्योशानकोणेषु मध्ये दिक्षु च गां
हृदयाय नमः इत्यादिक्रमेण पूजयेत् ।
पत्रमध्ये पूर्वादि:
वक्रतुण्डमेकदन्तं महोदरगजाननौ ।
लम्बोदराख्यं विकटं विघ्नराजमनन्तरम् ।
धूम्रवर्णं दलाग्रेषु ब्राह्म्याद्याः पूजयेत्ततः ।
वाक्यन्तु:
ॐ वक्रतुण्डाय नमः इत्यादिक्रमेण पूजयेत् ।
दलाग्रेषु ब्राह्म्याद्या मातरः पूर्वादिक्रमेण पूज्याः ।
तद्बहिरिन्द्रादीन् वज्रादींश्च प्रपूजयेत् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत्
॥ ६५ ॥
P2-0274
अस्य पुरश्चरणं चतुर्लक्षजपः ॥
तथा च:
वेदलक्षं जपेन्मन्त्रं दशांशं जुहुयात्ततः ।
मोदकैः पृथुकैर्लाजैः शक्तुभिः सेक्षुपर्वभिः ।
नारिकेलैस्तिलैः शुद्धैः सुपक्वैः कदलीफलैः ।
अष्टद्रव्याणि विघ्नस्य कथितानि मनीषिभिः
॥ ६६ ॥
Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts
P2-0267
Nun das Gaṇeśamantra: Jetzt werde ich die Mantras Gaṇapatis beschreiben, die alle Ziele zur Vollendung bringen. Wenn Menschen sie kennen, erfüllen sie stets ihre Wünsche.
P2-0268
Den Fünf-Ender mit dem Mondzeichen kennt man als Gaṇapatis Bīja. Der Fünf-Ender ist ga. Mit Bindu ergibt sich gaṃ.
P2-0269
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte mit oṃ und namaḥ Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und Vighnanāśinī. Darüber verehrt man mit „sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“ den Lotussitz aller Kräfte. Im Nibandha heißt es: Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und als neunte Vighnanāśinī. „Sarva“, dann „śaktikamalāsanāya“, schließlich die Herzformel: Dies ist das Sitzmantra. Mit ihm soll man dem Herrn den Sitz darbringen.
P2-0270
Dann der Sehernyāsa: auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Gaṇaka“; am Mund „nivṛcchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛt“; am Herzen „gaṇeśāya devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Gaṇeśa“.
P2-0271
Der Handnyāsa: gāṃ an den Daumen mit namaḥ; gīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; gūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; taiṃ an den Ringfingern mit huṃ; gauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; gaḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man die Laute an Herz und die weiteren Stellen, beginnend mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale trägt, soll man der Reihe nach die sechs Glieder bilden. [An den Ringfingern steht taiṃ statt des nach der Regel erwartbaren gaiṃ.]
P2-0272
Die Meditation: Verehrt Gaṇapati, zinnoberrot, mit drei Augen und sehr großem Bauch. In seinen Lotushänden trägt er Stab, Schlinge, Stachel und die Geste der Wunscherfüllung; die in seinem mächtigen Rüssel leuchtende Zitronatzitrone macht ihn lieblich. Seine Krone glänzt mit dem jungen Mond; sein Gesicht ist das des Königs der Elefanten. Seine Wangen sind vom reichlich fließenden Brunstsaft feucht. Der Schlangenkönig dient ihm als umgebundener Schmuck; Gewand und Körpersalbe sind rot. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein.
P2-0273
Nach der Sitzverehrung verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte Tīvrā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra. Mit dem Grundmantra bildet man die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden in den vier Richtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Gaṇādhipati, Gaṇeśa, Gaṇanāyaka und Gaṇakrīḍa. Auf den Staubfäden in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. In der Mitte der Blätter, im Osten beginnend, verehrt man Vakratuṇḍa, Ekadanta, Mahodara, Gajānana, Lambodara, Vikaṭa, Vighnarāja und Dhūmravarṇa, jeweils mit „oṃ [Name im Dativ] namaḥ“. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen Mütter, im Osten beginnend. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
P2-0274
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 400.000-mal und opfert danach ein Zehntel mit Modakas, flachgedrückten Reiskörnern, geröstetem Reis, Getreidemehl, Zuckerrohrstücken, Kokosnüssen, reinem Sesam und gut gereiften Bananen. Diese acht Stoffe haben die Weisen für Vighna, den Herrn der Hindernisse, beschrieben.
Verwandte Rituale
Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:
- Ganesha Puja
- Große Yoga Vidya Puja
- Panchayatana Puja
- Durga Puja
- Shiva Puja
- Krishna Puja
- Pushpanjali
- Arati
Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:
- Ucchishta Ganesha Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Heramba Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Kshipraprasadana Ganesha Puja nach dem Brihat Tantrasara
Quellen und redaktionelle Einordnung
Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.
Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.
Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.
Die Verehrung im Alltag weitertragen
Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.