Tara Trageyantra Weihe nach dem Brihat Tantrasara
Tara Trageyantra Weihe nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um das bezeichnete Yantra als eigenen Ritualträger vorzubereiten.
Vorbereitung und Ritualmittel
Der im eigenen Abschnitt benannte Träger, Schreibgerät und geeignete Schreibstoffe.
Umfang und Überlieferung
Die Trageyantras sind nicht mit den Puja-Yantras derselben Gottheit gleichzusetzen. Die nur genannten Abbildungen sind in den Textdateien nicht enthalten; unsichere Laut- oder Linienangaben bleiben gekennzeichnet.
Durchführung
- Wähle einen der im Text zugelassenen Träger und bereite die Schrift nach den zugehörigen Lautangaben vor. Die Bezugsperson wird an der ausdrücklich genannten Stelle eingetragen.
- Schreibe den Grundmantra in das zentrale Sechseck, sechs lange Vokale in die Ecken und die achtsilbige Vidya auf die acht Blätter; ergänze Umfassung und acht Vajras.
- Befolge die im eigenen Beleg beschriebene Weihe, Umhüllung und Trageweise. Die Regeln zu Schreibstoff und unbrauchbaren Yantras P5-0263 stehen als Ergänzung darunter.
Sanskrit und deutsche Übersetzung
P5-0262 · 16 (Auszug)
atha śāntikādau tārādhāraṇayantram :
taduktaṃ phetkāriṇīye :
yoniyugme likhenmantraṃ mantrī hemaśalākayā |
klīvahīnāndīrghavarṇān ṣaṭkoṇe vilikhet tataḥ |
aṣṭapatreṣvaṣṭavarṇān tadbahirbhūpuradvayam |
aṣṭavajraṃ bhūpure ca vilikhya sādhakottamaḥ |
suvarṇapaṭṭe bhūrje vā raupye vāpyatha suvrate |
vilekheddhamalekhanyā gandhāṣṭakasamanvitam |
dūrvākāṇḍena vālikhya kuśumūlena vā punaḥ || (tārāyā-
dhāraṇayantram citra 60) |
ekavīrākalpe :
veṣṭitaṃ pītavastreṇa jatunā pariveṣṭayet |
vadhnīyāt paṭṭasūtreṇa śiśūnāṃ kaṇṭhabhūṣaṇaṃ strīṇāṃ
vāmabhuje caivamanyeṣāṃ dakṣiṇe bhuje bandhyāpi labhate putraṃ
nirdhano dhanavānbhavet |
iyaṃ labdhāṃ parā rakṣā jñānārthaṃ gautamādibhiḥ |
prītyarthaṃ pārthivairanyaiḥ saṃgrāme jayakāṃkṣibhiḥ |
asyārthaḥ :
yoniyugme ṣaṭkoṇe |
tanmadhye hemaśalākādinā bhūrjapatrādau
kuṃkumagorocanāraktacandana jaṭāmāṃsīsamāṃśaṃ vidhāya
paṃktikrameṇa mūlamantraṃ likhitvā tasya hṛllekhārephamadhye
amukasya rakṣāṃ kuru kuru amukīnāṃ śubhaṃ putramutpādaya iti
vā asya jñānaṃ kuru kuru ityādi vā sādhyasahitaṃ vilikhya ṣaṭkoṇe
klīvahīnān ā ī ū ai au aḥ iti dīrghavarṇānekaikaṃ likhet |
taduktam :
svarāṇāṃ madhyagaṃ yacca taccatuṣkaṃ napuṃsakamiti |
aṣṭapatreṣvaṣṭavarṇān aiṃ hrīṃ oṃ aiṃ hrīṃ phaṭ svāheti likhet |
taduktam :
vāgbhavaṃ kuladevīñca tārakaṃ vāgbhavaṃ tathā |
hṛllekhā cāstra mantrānte vahnijāyāvadhirmanuḥ |
aṣṭākṣaro manuḥ prokto mantrāṇāṃ sāra īritaḥ
|| 16 ||
Nun Tārās Yantra zum Tragen bei befriedenden und anderen Riten. Im Phetkāriṇīya: „Der Mantrakundige schreibt mit einem goldenen Stift das Mantra in das Yoni-Paar, dann die langen Laute ohne die geschlechtsneutralen in die sechs Ecken, acht Laute auf die acht Blätter und außen die doppelte Umfassung. Der vorzügliche Sādhaka zeichnet acht Vajras in die äußere Umfassung. Auf eine Goldplatte, Birkenrinde oder Silber, o du von guten Gelübden, schreibt er mit goldenem Stift und den acht Duftstoffen; oder mit einem Dūrvā-Stängel oder einer Kuśa-Wurzel.“ [Tārās Yantra zum Tragen: Abbildung 60; Verweis der Vorlage.] Im Ekavīrākalpa: „In gelbes Tuch gehüllt, soll man es mit Harz umgeben und mit Seidenfaden binden, als Halsschmuck für Kinder, am linken Arm für Frauen, bei anderen am rechten Arm. Selbst eine Unfruchtbare erhält einen Sohn, ein Armer wird reich. Dieser höchste Schutz wurde von Gautama und anderen um der Erkenntnis willen erlangt, von anderen Königen um des Wohlgefallens und des Sieges in der Schlacht willen.“ Der Sinn: Das Yoni-Paar ist das Sechseck. In seine Mitte schreibt man mit einem Goldstift oder Ähnlichem auf Birkenrinde oder Ähnliches das Wurzelmantra in Reihen, mit gleichen Teilen Safran, Gorocanā, rotem Sandelholz und Jaṭāmāṃsī. In dessen Hṛllekhā, zwischen [den Bestandteilen beim] r-Laut, schreibt man mit der betreffenden Person: „amukasya rakṣāṃ kuru kuru“ – „Bewirke, bewirke den Schutz des N. N.“; oder „amukīnāṃ śubhaṃ putramutpādaya“ – „Lass für N. N. einen glückverheißenden Sohn entstehen“; oder „asya jñānaṃ kuru kuru“ – „Bewirke, bewirke seine Erkenntnis“ und Ähnliches. [amukīnāṃ ist grammatisch unsicher.] In die sechs Ecken schreibt man je einen langen Laut ohne die geschlechtsneutralen: ā, ī, ū, ai, au, aḥ. Dazu heißt es: „Die vier in der Mitte der Vokale sind geschlechtsneutral.“ Auf die acht Blätter schreibt man „aiṃ hrīṃ oṃ aiṃ hrīṃ phaṭ svāhā“. Dazu heißt es: „Vāgbhava, Kuladevī, Tāraka, Vāgbhava, Hṛllekhā und Astra, am Mantraende die Gemahlin des Feuers: Dies wird das achtsilbige Mantra genannt, die Essenz der Mantras.“
Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen
Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.
P5-0263 · 17
atha yantralekhanadravyam :
kāśmīra-rocanā-lākṣā-mṛgebhamada-candanaiḥ |
vilikheddhemalekhanyā yantrāṇi tāni deśikaḥ |
bhūmispṛṣṭaṃ śavaspṛṣṭaṃ dagdhaṃ nirmālyasaṅgatam |
vidīrṇaṃ laṅghitaṃ mantrī yantraṃ naiva ca dhārayet |
sauvarṇe rājate pātre bhūrje vā samyagālikhet |
athavā tāmrapaṭṭena guṭikīkṛtya dhārayet |
yāvajjivantu sauvarṇe raupye viṃśativārṣikām |
bhūrje dvādaśavarṇāni tadarddhaṃ tāmrapaṭṭake
|| 17 ||
Nun die Substanzen zum Schreiben der Yantras. Der Lehrer soll diese Yantras mit einem goldenen Stift und Safran, Rocanā, Lack, Moschus, Elefantenbrunstsaft und Sandelholz schreiben. Ein Yantra, das den Boden oder einen Leichnam berührt hat, verbrannt, mit gebrauchten Opfergaben in Berührung gekommen, zerrissen oder überschritten worden ist, soll der Mantrakundige nicht tragen. Man schreibt es sorgfältig auf eine goldene oder silberne Platte oder auf Birkenrinde; oder man schließt es in ein Kupferplättchen ein und trägt es als Kapsel. Auf Gold [gilt es] lebenslang, auf Silber zwanzig Jahre, auf Birkenrinde zwölf Jahre, auf Kupfer die Hälfte davon. [Die Vorlage liest dvādaśavarṇāni, „zwölf Buchstaben“, an einer Stelle, die offenbar eine Zeitdauer angibt; diese Unsicherheit bleibt vermerkt.]
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.
P5-0262 · 16 (Auszug)
अथ शान्तिकादौ ताराधारणयन्त्रम् :
तदुक्तं फेत्कारिणीये :
योनियुग्मे लिखेन्मन्त्रं मन्त्री हेमशलाकया ।
क्लीवहीनान्दीर्घवर्णान् षट्कोणे विलिखेत् ततः ।
अष्टपत्रेष्वष्टवर्णान् तद्बहिर्भूपुरद्वयम् ।
अष्टवज्रं भूपुरे च विलिख्य साधकोत्तमः ।
सुवर्णपट्टे भूर्जे वा रौप्ये वाप्यथ सुव्रते ।
विलेखेद्धमलेखन्या गन्धाष्टकसमन्वितम् ।
दूर्वाकाण्डेन वालिख्य कुशुमूलेन वा पुनः ॥ (ताराया-
धारणयन्त्रम् चित्र ६०) ।
एकवीराकल्पे :
वेष्टितं पीतवस्त्रेण जतुना परिवेष्टयेत् ।
वध्नीयात् पट्टसूत्रेण शिशूनां कण्ठभूषणं स्त्रीणां
वामभुजे चैवमन्येषां दक्षिणे भुजे बन्ध्यापि लभते पुत्रं
निर्धनो धनवान्भवेत् ।
इयं लब्धां परा रक्षा ज्ञानार्थं गौतमादिभिः ।
प्रीत्यर्थं पार्थिवैरन्यैः संग्रामे जयकांक्षिभिः ।
अस्यार्थः :
योनियुग्मे षट्कोणे ।
तन्मध्ये हेमशलाकादिना भूर्जपत्रादौ
कुंकुमगोरोचनारक्तचन्दन जटामांसीसमांशं विधाय
पंक्तिक्रमेण मूलमन्त्रं लिखित्वा तस्य हृल्लेखारेफमध्ये
अमुकस्य रक्षां कुरु कुरु अमुकीनां शुभं पुत्रमुत्पादय इति
वा अस्य ज्ञानं कुरु कुरु इत्यादि वा साध्यसहितं विलिख्य षट्कोणे
क्लीवहीनान् आ ई ऊ ऐ औ अः इति दीर्घवर्णानेकैकं लिखेत् ।
तदुक्तम् :
स्वराणां मध्यगं यच्च तच्चतुष्कं नपुंसकमिति ।
अष्टपत्रेष्वष्टवर्णान् ऐं ह्रीं ॐ ऐं ह्रीं फट् स्वाहेति लिखेत् ।
तदुक्तम् :
वाग्भवं कुलदेवीञ्च तारकं वाग्भवं तथा ।
हृल्लेखा चास्त्र मन्त्रान्ते वह्निजायावधिर्मनुः ।
अष्टाक्षरो मनुः प्रोक्तो मन्त्राणां सार ईरितः
॥ १६ ॥
P5-0263 · 17
अथ यन्त्रलेखनद्रव्यम् :
काश्मीर-रोचना-लाक्षा-मृगेभमद-चन्दनैः ।
विलिखेद्धेमलेखन्या यन्त्राणि तानि देशिकः ।
भूमिस्पृष्टं शवस्पृष्टं दग्धं निर्माल्यसङ्गतम् ।
विदीर्णं लङ्घितं मन्त्री यन्त्रं नैव च धारयेत् ।
सौवर्णे राजते पात्रे भूर्जे वा सम्यगालिखेत् ।
अथवा ताम्रपट्टेन गुटिकीकृत्य धारयेत् ।
यावज्जिवन्तु सौवर्णे रौप्ये विंशतिवार्षिकाम् ।
भूर्जे द्वादशवर्णानि तदर्द्धं ताम्रपट्टके
॥ १७ ॥
Quellen und Textstand
- Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
- Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
- Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
- Brihat Tantrasara Übersetzung 5: P5-0262; ergänzend P5-0263
Siehe auch
- Brihat Tantrasara Ritualartikel Übersicht
- Tara Puja nach der Phetkari-Ordnung im Brihat Tantrasara
- Tarini Puja nach dem Tarini-Kalpa im Brihat Tantrasara
- Tara Shodha Nyasa mit Mantra-Umschließung nach dem Brihat Tantrasara
- Tara Shodha Nyasa nach dem Rudrayamala im Brihat Tantrasara
- Kali Trageyantra Herstellung nach dem Brihat Tantrasara
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