Swami Shivananda

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Swami Shivananda, oder auch Taraknath Ghoshal, war ein direkter Schüler von Ramakrishna Paramahamsa. Ursprünglich aus West Bengalen kommend ist er als Begründer des Ramakrishna Advaita Ashrams in Varanasi bekannt.

Einige Schüler von Ramakrishna (v.l.n.r.): Trigunatitananda, Shivananda, Vivekananda, Turiyananda, Brahmananda, vorne Saradananda

Junge Jahre und spirituelle Suche

Swami Shivananda wurde am 16. Dezember 1854 in Barasat, im Großraum Kalkutta geboren. Sein Vater, Ramkanai Ghosal war Rechtsgelehrter und zugleich auch Tantriker. Seine Mutter, Vamasundari Devi, war ebenso sehr gläubig gewesen und so kam es, dass der kleine Taraknath in einer spirituellen Umgebung aufwuchs. Dennoch erhielt er sowohl eine weltliche Ausbildung, wie auch spirituelle Erziehung.

Wie es zu der damaligen Zeit üblich war, wurde Taraknath bereits in jungen Jahren verheiratet. Er fand jedoch mit seiner jungen Ehefrau eine Übereinkunft die es zuließ, dass er weiterhin Enthaltsamkeit (Brahmacharya) praktizieren konnte. Als Jahre später Swami Vivekananda dies hörte, nannte er Taraknath einen "Heiligen" (Mahapurush). Von da an war Taraknath bekannt als "Mahapurush Maharaj" (Große Seele).

Swami Shivananda wird Schüler von Ramakrishna

Als seine Familie finanziellen Problemen gegenüberstand, nahm der junge Taraknath eine Beschäftigung in Gaziabad auf. Später siedelte er zurück nach Kalkutta und konnte Arbeit in einem englischen Unternehmen finden. Zu dieser Zeit, im Mai 1880, hatte er das Glück, Ramakrishna persönlich, am Wohnsitz dessen Schülers Ramchandra Dutta, zu treffen. Ramakrishna war freudig überrascht als sich herausstellte, dass Taraknath Sohn seines alten Freundes Ramkanai Ghosal war. Es war diese erste Begegnung, die Taraknath einen direkten Schüler von Ramakrishna Paramhansa werden ließ. Taraknath gab daraufhin sein weltliches Leben auf und verbrachte seine Tage sowohl im westbengalischen Dakshineshwar, als auch in Kankurgachi, einem einsamen Ort nordöstlich von Kalkutta.

Die Gründung eines eigenen Ashrams

Nach dem Tod von Ramakrishna wurde der Baranagar Ashram gegründet. Taraknath gehörte zu den ersten wenigen, die sich dem Ashram anschlossen und erhielt im Kreis der Ordensgemeinschaft den Namen "Swami Shivananda". Als Swami Shivananda reiste er durch Nordindien und kehrte erst im Jahr 1896 wieder in den Ashram zurück. Im darauffolgenden Jahr gründete Swami Vivekananda die Ramakrishna Mission und sandte gleichzeitig Swami Shivananda nach Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, um dort die Vedanta Philosophie zu verbreiten. Swami Shivananda kehrte 1898 zurück und beschloß im Jahr 1902, nach Varanasi, nordöstlich von Kalkutta zu gehen und dort das Ramakrishna Advaita Ashram zu gründen. Sieben Jahre lang war er dort Ordensvorstand und wurde 1910 zum Vizepräsident der Ramakrishna Mission gewählt. Im Jahr 1922, nachdem Brahmananda Maharaj verstarb, wurde Swami Shivananda stellvertretender Vorsitzender des Ramakrishna Ashrams und dessen Mission.

Säulen der Lehre von Swami Shivananda

Die Meditation bildete immer einen wichtigen Bestandteil des ganzheitlichen Unterrichtes von Swami Shivananda. Er vermittelte vor allem die große Bedeutung von Sadhana, der spirituellen Disziplin, als eine Möglichkeit des Gebetes. Swami Shivananda war immer ein starker Befürworter, sowohl die Meditation als auch das Studium der Schriften mit der täglichen Arbeit zu vereinen. Er bat daher seine Schüler, für Stärke, Leidenschaftslosigkeit und auch Wissen zu beten. Da jedoch nicht jedem ein Leben als Asket möglich war, vermittelte er ihnen, dass es vor allem um das Gefühl der Liebe im Gebet, Hingabe und Wahrhaftigkeit ging. Zu dieser Zeit wandte er sich auch an eine große Gruppe von Menschen, segnete sie und bot vielen ihnen spirituellen Zuspruch.

Im Jahr 1933 erlitt Swami Shivananda einen Schlaganfall und war daraufhin einseitig gelähmt. Doch auch während Zeiten der Krankheit vergaß er nie, sich seiner Spiritualität und dem Göttlichen zu entsinnen. Stets sorgsam und großherzig verließ Swami Shivananda am 20. Februar 1934 seinen physischen Körper. Als Gedenken an sein Vermächtnis wurde im Belur Ashram, nahe dem alten Tempel, Swami Shivananda eine Gebetshalle gewidmet.

Siehe auch

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