Siddhilakshmi Mantroddhara
Siddhilakshmi Mantroddhara (Sanskrit: सिद्धिलक्ष्मीमन्त्रोद्धर siddhilakṣmīmantroddhara m.), auch Siddhilakshmi Mantroddhar oder Siddhilakṣmīmantroddhara, ist ein tantrisches Ritualhandbuch zur Erschließung, Herleitung und rituellen Einordnung von Mantras. Der in der Muktabodha-Datei überlieferte Werktitel lautet siddhilakṣmīmantroddhara; die geläufige Schreibweise „Mantroddhara“ wird im Artikeltitel beibehalten. Der Titel bedeutet wörtlich „Heraushebung“, „Erschließung“ oder „Entschlüsselung des Mantras der Siddhilakshmi“. Der Text ist keine einfache Hymne an Lakshmi, sondern eine komplexe Sammlung von Mantroddhara-Passagen, Bija-Chiffren, Elementzuordnungen, Reinigungsritualen, Visualisierungen und Abschnitten zu Kubjika, Tripura Sundari und schließlich Siddhilakshmi.
Die hier zugrunde gelegte Muktabodha-Fassung trägt die Katalognummer M00570 und geht auf das NGMCP-Manuskript 5-848, Reel B 28/23 zurück. Muktabodha bezeichnet die Schrift ausdrücklich als „Ritual manual“. Die Handschrift ist an vielen Stellen schwer beschädigt oder textlich unsicher; die elektronische Edition markiert dies mit Fragezeichen, Sternchen und erkennbar gestörten Wortformen. Gerade deshalb ist philologische Zurückhaltung entscheidend: Unsichere Bija-Folgen und Mantra-Chiffren werden in diesem Artikel nicht zu scheinbar vollständigen Mantras ergänzt.
Siddhilakshmi Mantroddhara (Sanskrit: siddhilakṣmīmantroddhara) ist ein tantrisches Ritual- und Mantra-Handbuch. Muktabodha M00570 bezeichnet die Quelle ausdrücklich als Ritual manual; Grundlage ist NGMCP-Manuskript 5-848, Reel B 28/23.
Der Text ist besonders wichtig für das Verständnis von Mantroddhāra, also der Herleitung bzw. Entschlüsselung von Mantras aus Bīja-, Laut- und Gottheitsbezeichnungen. Weil die Überlieferung vielfach beschädigt ist, steht hier der Sanskrittext im Zentrum.
Ritual- und Mantroddhāra-Handbuch
Redaktioneller Hinweis
Im Mittelteil steht der Sanskrittext im Mittelpunkt. Die deutsche Fassung gibt den sicher verständlichen Inhalt quellengetreu wieder. Wo die diplomatische Vorlage beschädigt, verkürzt oder chiffriert ist, wird keine scheinbar vollständige Lesart erfunden. Die Erläuterung trennt den Wortlaut der Quelle von redaktioneller Einordnung.
Hinweis
Die Handschrift ist ausdrücklich ein Ritualmanual. Viele Formeln sind beschädigt oder absichtlich chiffriert. Deshalb werden nur tatsächlich ausgeschriebene Mantras als solche hervorgehoben; Mantroddhāra-Chiffren werden nicht frei in vermeintlich vollständige Bīja-Mantras zurückübersetzt.
Einleitung und Paramaśambhu
Handlung / Thema – Seite 1a
Die Handschrift eröffnet im śāmbhavischen Kontext und führt in eine Mantra- und Initiationswelt ein.
Sanskrittext (IAST)
1 oṃ namaḥ paramaśambhu dharā? vyāptaṃ? yena samastaśāmbhavapadaṃ
ājñākramaṃ sarvadā divyādivya adivya śūnyakhacaraṃ saṃvartta visvālayaḥ
|
jñānānanda ca saṃkulāghanamṛtaṃ pītvā tu somodayaṃ krīḍantī
ravisoma vahnibhuvane ājñājape trottalā || 3 ||
śrīśrīkaṇṭhanātha uvāca ||
śrutaṃ devi mayā sarvvaṃ tava nityābhidhānanaṃ |
adyāpi saṃśayo devi trottalā krama nirṇṇayam ||
mantrodhāra ucyate || prātaruthāya ||
ūkāraṃ vāyubījaṃ tadupari varuṇaṃ vajrapāni taddharddhakālaṃ
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Die Handschrift eröffnet im śāmbhavischen Kontext und führt in eine Mantra- und Initiationswelt ein. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Mantrische Grundstruktur
Handlung / Thema – Seite 1b
Der Text entwickelt Bīja- und Mantra-Zusammenhänge in stark verschlüsselter Sprache.
Sanskrittext (IAST)
vaṇṇāntayuktaṃ tadupari paramaṃ vahnibīja sahaṃsaṃ |
indumbinduṃ layāntaṃ sitakamalaparaṃ kṣīradhārāśravantaṃ
dṛṣṭākūṭa tu nityaṃ dahati kulamalaṃ merutulyo hi pāpaṃ ||
iti kuṭaṃ svāṃta arkarāsi sadṛsaṃ pāpanāśāya dhyāyet ||
jalasnānaṃ prakurvvīta pañcāṃgamathavā punaḥ ||
kṣoṇī jalatejā vāgmīśa parābījāni binduyuktāni jale
saptadhā vinyasyaṃ śastramantracca ratnatridhāmāyāt? ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Der Text entwickelt Bīja- und Mantra-Zusammenhänge in stark verschlüsselter Sprache. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Pañcapraṇava und Tattva-Zuordnungen
Handlung / Thema – Seite 2a
Mehrere kosmische Elemente und Gottheiten werden in einer rituellen Ordnung verbunden.
Sanskrittext (IAST)
athavā pañcāṅgaṃ hastau pādau mukhaṃ prakṣālya astrarahita
mantrasahitayāhitarajaḥ kumbhamūdrādi? dhyāṇena mantrasnānaṃ ||
bho sādhakendrāḥ śṛṇutekavākyaṃ sarvvānvayoktaṃ phalasiddhi hetoḥ
tāvante? siddhiṃ pralabhanti santo yāvanna mantrāḥ pranavādi śeṣāḥ ||
pūrvvayo mūcitā śaktiḥ kujākhyā krurasaṃyutā |
ā ityādhāra bhutāsā pratisthiti saṃhṛteḥ ||
ambikā bhujagārūḍhā guhyaśaktyāti maṇḍalaiḥ |
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Mehrere kosmische Elemente und Gottheiten werden in einer rituellen Ordnung verbunden. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Caru und rituelle Speisen
Handlung / Thema – Seite 2b
Die Quelle behandelt rituelle Speisen und ihre symbolischen Wirkungsbehauptungen.
Sanskrittext (IAST)
yā? devī? pṛṣṭikarī vāribhūtā tu sā smṛtā ||
nāgasthā kusumādevī guhāyātha trimaṇḍalaiḥ |
śrīkarī tejabhūtā tu tṛtīyā śakti raudriṇī ||
dīpanī śikhi parāmbā karṇṇendu bindu visvahā |
vilomenoddhṛtā devī khecaratva pradāyikā ||
anugrahārccitaṃ haṃsaṃ prāṇināṃ hṛdi saṃsthitaṃ |
uddhṛtamākāśabhutaṃ sudhā nirvvāṇadāyakaṃ ||
- *? kramuktaṃ caturasrapītaṃ khaṇḍedu śubhraṃ varavāricakraṃ ||
tejonikaṃ raktaguṇāradivyaṃ vātākhya ṣaṭkoṇacakra sudhūmaṃ ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Die Quelle behandelt rituelle Speisen und ihre symbolischen Wirkungsbehauptungen. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Kaula-Substanzen und Symbolik
Handlung / Thema – Seite 3a
Es folgen kaulische Substanzen und transgressive Deutungen. Diese werden dokumentiert, nicht als moderne Praxisanweisung empfohlen.
Sanskrittext (IAST)
svacchārkkatulyaṃ vipadādhi viśvaṃ bhutāni pañcānyuditāni śāstre |
eṣāmmahe saṃśitaśāṃtarūpaṃ?? cāturbhujaṃ padmāśite?? niviṣṭaṃ ||
dakṣena hastena dadhāti śūlaṃ dānaṃ krameṇaiva tathā pareṇa |
kārddhā bhayaṃ vāmakare vidhante pañcātmamantraiḥ karadehavaktrān ||
netrāṇuśūnyaṃ karakāyavaktraṃ japaṃ krameneva dharādi maṃtraḥ |
lakṣavivṛddhau tithilakṣamātraṃ aṃtedasāsaṃ havanañca dhāraiḥ ||
icchāpadaḥ śrīpraṇaveśvaroyaṃ bhaktārttiha tāṃ gunalokadātā |
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Es folgen kaulische Substanzen und transgressive Deutungen. Diese werden dokumentiert, nicht als moderne Praxisanweisung empfohlen. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Weitere Mantra- und Śakti-Lehren
Handlung / Thema – Seite 3b
Die Handschrift setzt die rituell-mantrische Systematik fort.
Sanskrittext (IAST)
surairmmunīndremmanu daitya siddhaiḥ prāptaṃ padaṃ yājanahāvanānte ||
iti pañcapraṇavadhāraḥ ||
caruprāsnaphala ||
ākāsa śadāśiva | ānaṃda || 1 || vāyu isvara || khecara || 2 || tejarudra | bhocara || 3 ||
- *? viṣṇu || jala ca || 4 || prīthivī | brahmā | sekharacaru || 5 || sarvvacaru || sarvvadeva
|| 6 ||
ākāsaṃ bhāvate tīlaṃ rūpitakālamevacaḥ |
parvvvakāle bhuktirūpaṃ bhakṣatammalanāsanaṃ || 1 ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Die Handschrift setzt die rituell-mantrische Systematik fort. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Śāmbhava-Mantrarāja
Handlung / Thema – Seite 4a
Der Text beschreibt einen śāmbhavischen Mantrarāja und seine kosmische Struktur.
Sanskrittext (IAST)
mātṛhā pitṛhāścaiva brahmāgoghanameva ca |
dīpabhakṣantaḥ mātrena sarvvapāpakṣayaṃ bhavet || 1 ||
garuḍātcaṭkaparjaṃtaṃ gagne? caratirūpitaṃ |
parvvakāle bhakṣetpakṣaṃ mokhyaṃ pakṣaṃ na pasyati || 2 ||
śiṃhnādicchāgaprajantaṃ prabhuntaḥ jaṃturupyajaṃ |
parvvakāle bhakhet jantu mokṣa jaṃtu na pasyati || 3 ||
mīnātammakarādena jale tṛṣṭhati jīvitaṃ |
parvvakāle bhakhyetmīnaḥ mokhyaṃ jala na pasyati || 4 ||
lamṛlādiplāḍuprajyaṃ abhakhyaṃ jamdhamānukhāḥ |
parvvakāle bhakhyetplāḍuṃ mokhyaṃ plāḍu na pasyati || 5 ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Der Text beschreibt einen śāmbhavischen Mantrarāja und seine kosmische Struktur. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Handlung / Thema – Seite 4b
Es werden Mantra-Tore und Lautstrukturen erläutert.
Sanskrittext (IAST)
phalādi rasabījena bhakṣatañjasya jīvitaṃ |
parvvakāle bhakhyet bījaṃ mokhyabīja na pasyati || 6 ||
yatsarvvambhakṣabhojyañca brahmatva nāgataḥ priye |
rasadravyañca yatsarvvam viṣṇutvena vyavasthitaṃ ||
tayo samarasaṃ kṛtvā svayambhoktā maheśvaraḥ ||
varuṇenārccitā devī vāruṇīti prakīrttitā |
suraistu pīyate nityaṃ surānāmeti śabditā ||
madanenārccitānitya smadireti prakīrttitā |
paramārthe samutpannāṃ parāśaktiḥ prakīrttitā ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Es werden Mantra-Tore und Lautstrukturen erläutert. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Samayā und Kubjīśānī
Handlung / Thema – Seite 5a
Die Quelle behandelt Samayā/Kubjīśānī und Geheimhaltungsregeln.
Sanskrittext (IAST)
jihvāmūlātsamārabhya hṛdayāntantu sundari |
ṣoḍasāṅgulakaṃ jñeyaṃ sthāna svādāmṛtasya tu ||
ṣoḍasevakalāyuktaṃ ṣoḍaśāṃgulamāyatam ||
pivate devate devī madyamaṃ mṛtarūpinī |
prathamaṃ pivate vahni dvitīyaṃ śaśinā pibet |
viṣṇunārcca tṛtīyaṃ tu caturtha varuṇa pibet ||
kumāraṃ pañcamandevi ṣaṣṭhantu vaśavaḥ pibet |
saptamaṃ ṛṣiḥ sarvvagaṇeśo aṣṭamaṃ pibet ||
navamaṃ dharmmarājena maruteḥ daśamamvit ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Die Quelle behandelt Samayā/Kubjīśānī und Geheimhaltungsregeln. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Tripurā-Mantroddhāra
Handlung / Thema – Seite 5b
Der eigentliche Mantroddhāra für Tripurā wird in chiffrierter Bīja-Sprache entfaltet.
Sanskrittext (IAST)
ekādaśamaṃsthāne brahmaputro pibet priye ||
kuberaṃ dvādaśayāti vaināyakaṃ trayodaśaṃ |
caturddaśyāmpaśupatiṃ pūrṇṇamāsyāṃ prajāprati ||
ete pītvā vaśe pañca ṣoḍaśala prakāśayet |
na pītaṃ mānuṣaiḥ bhadre ve pītvāta śambhavaiḥ ||
pītvā ca kathitaṃ bhadre adhunā deva vā śṛṇu |
yā raśā sa umādevī yo madyasamaheśvaraḥ ||
yo varṇṇasvayaṃ brahmā yogadhasa janārddana |
yasvādasatu somo vego vegapavaṇasvayaṃ ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Der eigentliche Mantroddhāra für Tripurā wird in chiffrierter Bīja-Sprache entfaltet. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Fortsetzung des Mantroddhāra
Handlung / Thema – Seite 6a
Weitere Bīja-Herleitungen zu Tripurasundarī folgen.
Sanskrittext (IAST)
jñānavijñāmapanaṃ? mama devi sureśvara |
liyasthānavadiṣyāmi śṛṇuṣva vahitodhunā ||
jihvāgre līyante pūrvvaṃ * *? śāgre tadanantaraṃ |
ghaṇṭhikānte tṛtīyantu caturthe tu bhruvo nyaset ||
pañcamaṃ tu śiṣāsthāne śikhānte ṣaṣṭha * * *? |
ataśīpuṣpasaṃkāso dhāmaniskala madhyamaṃ |
sthāne? līyate devi vijñātavyaṃ prayatnataḥ ||
aiṁ 5 lākṣārasa ṇī?bhā devī padmarāga samaprabhā |
yovaṇonaṭarūpāgī trinetra divyarūpanaṃ ||
maṃdirānanda cetanye aṣṭādaśabhujadhārṇi |
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Weitere Bīja-Herleitungen zu Tripurasundarī folgen. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 6b
Handlung / Thema – Seite 6b
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
khaḍga triśūlavarada ca krīḍāṃ ḍamaru mudgra ||
gadāpadmadharā pātra dakṣanena vīrājate |
pheṭaka aṃkusaghaṇṭhakapāla khaṭvāga kaṃbuyoḥ |
nīlotpala abhayaṃ bīṃduvāme hasta dhārane ||
divyaratna kṛtāṭopa hemāṃbhara avibhukhitaṃ |
setupadmasamāsīnaṃ vadhapadmāsana sthitaṃ ||
evaṃ rūpamahodevaṃ vāruṇī divyyarūpinī ||
- *? rthite saṭhe krure dambhimāsaryamānivaiḥ |
nadadyātkolikaṃ sāramviseṣe gurunindakaiḥ ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 7a
Handlung / Thema – Seite 7a
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
gurubhīkṣārāṇi nityaṃ samayānāñca vatsalaḥ |
sopi dadyātmahābhāge saṃvatsara parīkṣitaṃ |
pañcacakra parameśvarīninayaḥ ||
śambhurmmānasahāntadhīkṣiti rasasparśāgni marmmālikaiḥ
kūṭaḥ śrīnavanāya? asya racitaḥ svāṃtālaye dṛsyate |
arkāneka mahārcci rāśi sadṛśaiścaurddhagato ghorahā
jantunāmbhava? *? hasarddanakarī śrīśāmbhavo mantrarāṭ ||
calādho yojayed vahniñcatuḥ svarorddhamajamvibhuṃ
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 7b
Handlung / Thema – Seite 7b
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
mānamadhye? nyaserddhaṃ saṃkūṭadvividhamīritaṃ ||
caladhaḥ śāṃbhavaḥ khyāto mantrarājaḥ sudhā pradaḥ |
ānaveśo mānamādhye? vijñānakoṭi siddhidaḥ ||
kādibhede calorddhasthā bhuktimukti pradāyakaḥ |
ekāśītyātmakaṃ vakṣye yathā gurumukhāgataḥ ||
kṣonīvāri mahārcci vāyuhasadhī samvarttamarmmālakaiḥ raṃddhraiḥ
piṇḍasapiṇḍataṃ bhavagataṃ vyasta samastapara |
etattadvasakhaṇḍitaṃ śrutilayā tūṣṇī prabhā niṣkalaṃ
svargaśūnyamagocaraḥ paradhiyā sambhāvamātraṃ śivaḥ ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 8a
Handlung / Thema – Seite 8a
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
iti navātmo dvāraḥ ||
pañcavarggapramā devī dvātriṃsākṣarabhūṣitā |
bhāvināṃ bhavamohayāgrahau? vidyā kujeśvarī ||
tāmahamakitāṃ?? vatmi?? yathā śrīgurutaḥ śrutāṃ |
tavargasyāntimambījaṃ kānvayā? * * * yutaṃ ||
bhīṣaṇī śivā tathā khaḍgantārā śūkṣmeṇa saṃyutāṃ |
śrutipraṇavaṃ tathā krodhaṃ pañcamena yuto vṛtaṃ? ||
nalinī kaṃkaṭā caiva āśvareṇa ca bheditāṃ |
cala śūkṣmasamākrānta śikhāsvacchandakantathā ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 8b
Handlung / Thema – Seite 8b
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
kavarggasvāṃtimaṃ bījāṃ śarmmaḍhāntañca pādimaṃ |
kālaṃ bhṛṇṭhasamākrāṃtaṃ svarādyantu samuddharet ||
kavarggasya caturthantu * * *? ca yutaṃ punaḥ |
dīpanpañca tatoddhṛtya mahākālī mamarārccitāṃ ||
māyādevī samopetaṃ catu * * * * * *? naḥ |
kūrmmāchāgalī yuktantu anantaṃ krurasaṃyuta ||
punaruddhṛtyānantarahitaṃ guhyaśakti samāyutaṃ |
kaṃkaṭāñca śūkṣmeṇaiva umākānta māyāyutaṃ ||
punarukta dveśamuddhṛtya chāgalo māyayā yutaṃ |
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 9a
Handlung / Thema – Seite 9a
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
cāmuṇḍāṃ kūrmmaṇoddhṛtya jhaṇṭhīśena vibheditāṃ ||
eṣā śrīsamayā devī guruvaktrā tu labhyate |
yasyā smaraṇamātreṇa kathyate bhuvanatrayaṃ ||
kāye vādhānyakāye vā uktānukteṣu vastuṣu |
kubjīśānīṃ yajedyastu tasya pāpa na vidyate ||
yaḥ punaḥ śuddhabhāvātmā samayākhyāṃ kuleśvarī |
yajedyastu na tadvastu yanta sidhyati * * *? ||
akṣarākṣarasaṃtānaṃ yo jape lakṣa saṃkṣayā |
kubjīśa guṇatulyāsau karttāharttā svayaṃ prabhuḥ ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 9b
Handlung / Thema – Seite 9b
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
mantrāṇā śatakoṭīnāṃ ṣaḍāśramānuvarttināṃ |
rājñāyaṃ tatphalairyuktā dvīpamatoditamvacaḥ ||
iti samayāyato dvāraḥ ||
oṃ namastripurāyaiḥ || mantroddhāra ucyate ||
mādanantadhaḥ śaktimtadantabbindumālinī |
endramākāśabījasthaṃ adhasthādanalākṣaraṃ ||
māyāvidvīśvara yuktaṃ sarvvopariniyojitaḥ |
ayaṃ sā vāgbhavo devi vāgiśvatvapravarttakaiḥ || 1 ||
śivabījaṃ tridhāyuktvā sṛṣṭisthitilaya kramaiḥ |
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 10a
Handlung / Thema – Seite 10a
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
ādimadhyāvasāneṣu dvayamādyena rahitaṃ ||
ādyena ādivarṇṇena ādyādho madanākṣaraṃ |
mavāsthitiśivādhasthāmiṃdrabījaṃ?? niyojayet ||
tathā layaśivādhopi jvalitena maheśvari |
māyāvidvīśvarayuktaṃ arddhacandreṇa bhuṣitaṃ ||
evametat mahābījaṃ kāmarāja mahodayaṃ || 2 ||
māyābījaṃ maheśāni mādanaṃ śakrasaḥ yutaṃ |
candrabījaṃ kevala tu śaktivīsamudharet ||
tyaktvā sṛṣṭikramandevī prāguccāraṃ krameṇa tu |
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 10b
Handlung / Thema – Seite 10b
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
evameṣā mahādevī mahātripurasundarī || 3 ||
tripurayāmantrodhāra turī vidyā ||
uttarayāmantrodhāratotra ||
eśā vākya bhavā sadā vijayate saṃpūrṇṇakāmapradā
śaṃśārārṇṇava yāta? bhāva paramā sarvvārtti haṃtā śivā |
śrīsarvveṇadhṛtakamaṃḍalu gatā śānandasiddhipradā
śreyaṃ śrīrarupyāṃ? pradhata vimalā śrīśiddhalakṣmī parā || 1 ||
māyābīja paraparātmakakulāmāyā mayā mālinī
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 11
Handlung / Thema – Seite 11
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
mādāmātre? maheśvarī mimikule muktā phalādāmadhā |
māyāsiddhimaṇīkṣi mānahṛdayā yogā padāṣṭā
vidhye mantrārādhana tatparasya hṛdaye sābhīṣṭisiddhipradā || 2 ||
śrīmānna śrīśakaleṃdu bhāti vimalā śrīkoṇaśānti pradā
visvātmā bharityaika viśvajananī jāgrādi bodhātmakā |
kāruṇyāmṛtavāriṇa vilagataṃ siñcanti śārāvalī
kālomṛtupravañcakā vijayite śaṃśāraśārapradā || 3 ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Manuskriptseite 12
Handlung / Thema – Seite 12
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre.
Sanskrittext (IAST)
śrīśiddhilakṣmīmantrodhārastotra samāpta ||
Deutsche Übersetzung / Inhaltswiedergabe
Fortsetzung der rituellen und mantrischen Lehre. Die einzelnen Bīja- und Lautnamen werden entsprechend der Quelle belassen, wenn eine sichere semantische Übersetzung nicht möglich ist.
Erläuterung
Der Abschnitt wird als quellenkundliche Ritualanweisung gelesen. Beschädigte oder chiffrierte Formeln werden nicht rekonstruiert.
Wichtigste sichere Mantra-Bezüge
Der Text enthält mehrere tatsächlich ausgeschriebene Formeln und zugleich zahlreiche verschlüsselte Mantroddhāras. Für die Wiki-Darstellung gilt: Ausgeschriebene Formeln können zitiert werden; verschlüsselte Lautnamen werden nicht ohne sichere Quellenbasis „entschlüsselt“.
Spirituelle Bedeutung
Das Werk zeigt eine zentrale tantrische Idee: Mantra ist nicht nur ein Satz, sondern eine strukturierte Lautgestalt. Bīja, Śakti, Bindu, Māyā, Śiva und kosmische Elemente bilden ein Netz, in dem Klang und Bewusstsein zusammengehören.
Abschluss
Als Ritualhandbuch ist der Siddhilakshmi Mantroddhara am verständlichsten, wenn jeder Abschnitt nach Funktion, Sanskritwortlaut, Übersetzung und Erklärung gelesen wird. Gerade bei beschädigten Mantras ist philologische Zurückhaltung Teil einer guten spirituellen und wissenschaftlichen Darstellung.
Charakter und Aufbau des Siddhilakshmi Mantroddhara
Der erhaltene Text ist kein durchgehend metrisches Werk. Er wechselt zwischen Prosa, Versen, Ritualanweisungen, Lautchiffren und kurzen Stotra-Passagen. Inhaltlich lassen sich mehrere größere Einheiten erkennen:
- Eröffnung mit Shrikanthanatha und einem ersten Mantroddhara;
- rituelles Bad und fünf elementare Kräfte;
- Panchapranava und Elementvisualisierung;
- Caru, rituelle Speise und Varuni;
- Lehre von sechzehn Kalas und innerem Amrita;
- Dhyana einer achtzehnarmigen Göttin;
- Panchacakra, Shambhava-Mantraraja und Navatma;
- Samaya- und Kubjishani-Lehre;
- Tripura-Mantroddhara und Mahatripurasundari;
- abschließender Uttarayama-Abschnitt über Siddhilakshmi.
Der Text bringt verschiedene tantrische Namen und Systeme zusammen. Besonders auffällig sind Bezeichnungen wie Kubjishani/Kubjeshvari, Kuleshvari, Mahakali und Mahatripurasundari. Die Handschrift selbst bietet jedoch keine historische Einleitung, aus der sich eine eindeutige Schulzugehörigkeit ableiten ließe. Sicher ist zunächst nur: Muktabodha beschreibt das Werk als Ritualhandbuch; der Text selbst ist stark mantra- und ritualtechnisch geprägt.
Zur Textgestalt und den beschädigten Stellen
Diese Ausgabe verlangt besondere Vorsicht. Schon auf der ersten Seite stehen Lesungen wie dharā?, vyāptaṃ? oder später ganze Lücken mit `* *?`. Solche Stellen können aus einer schwer lesbaren Handschrift, einer problematischen Vorlage oder einer unsicheren Transkription stammen.
Für diesen Artikel gelten deshalb drei Regeln:
- Der Sanskrittext wird so wiedergegeben, wie ihn Muktabodha liefert.
- Fragezeichen, Sternchen und sichtbar beschädigte Formen bleiben erhalten.
- Wo eine vollständige Übersetzung nicht verantwortbar ist, wird nur der sicher erkennbare Sinn wiedergegeben und die Unsicherheit ausdrücklich kenntlich gemacht.
Damit bleibt der Artikel für Studium und Vergleich brauchbar, ohne aus beschädigten Mantra-Chiffren eine moderne Praxisfassung zu konstruieren.
Vollständiger vorhandener Sanskrittext mit deutscher Übersetzung und Erläuterung
Eröffnung und erster Mantroddhara
Umschrift
[p. 1a) 1 oṃ namaḥ paramaśambhu dharā? vyāptaṃ? yena samastaśāmbhavapadaṃ]
ājñākramaṃ sarvadā divyādivya adivya śūnyakhacaraṃ saṃvartta visvālayaḥ
|
jñānānanda ca saṃkulāghanamṛtaṃ pītvā tu somodayaṃ krīḍantī
ravisoma vahnibhuvane ājñājape trottalā || 3 ||
śrīśrīkaṇṭhanātha uvāca ||
śrutaṃ devi mayā sarvvaṃ tava nityābhidhānanaṃ |
adyāpi saṃśayo devi trottalā krama nirṇṇayam ||
mantrodhāra ucyate || prātaruthāya ||
ūkāraṃ vāyubījaṃ tadupari varuṇaṃ vajrapāni taddharddhakālaṃ
[p. 1b) vaṇṇāntayuktaṃ tadupari paramaṃ vahnibīja sahaṃsaṃ |]
indumbinduṃ layāntaṃ sitakamalaparaṃ kṣīradhārāśravantaṃ
dṛṣṭākūṭa tu nityaṃ dahati kulamalaṃ merutulyo hi pāpaṃ ||
iti kuṭaṃ svāṃta arkarāsi sadṛsaṃ pāpanāśāya dhyāyet ||
Devanagari
प्. १अ) १ ओं नमः परमशम्भु धरा? व्याप्तं? येन समस्तशाम्भवपदं
आज्ञाक्रमं सर्वदा दिव्यादिव्य अदिव्य शून्यखचरं संवर्त्त विस्वालयः
|
ज्ञानानन्द च संकुलाघनमृतं पीत्वा तु सोमोदयं क्रीडन्ती
रविसोम वह्निभुवने आज्ञाजपे त्रोत्तला || ३ ||
श्रीश्रीकण्ठनाथ उवाच ||
श्रुतं देवि मया सर्व्वं तव नित्याभिधाननं |
अद्यापि संशयो देवि त्रोत्तला क्रम निर्ण्णयम् ||
मन्त्रोधार उच्यते || प्रातरुथाय ||
ऊकारं वायुबीजं तदुपरि वरुणं वज्रपानि तद्धर्द्धकालं
प्. १ब्) वण्णान्तयुक्तं तदुपरि परमं वह्निबीज सहंसं |
इन्दुम्बिन्दुं लयान्तं सितकमलपरं क्षीरधाराश्रवन्तं
दृष्टाकूट तु नित्यं दहति कुलमलं मेरुतुल्यो हि पापं ||
इति कुटं स्वांत अर्करासि सदृसं पापनाशाय ध्यायेत् ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Der Text eröffnet mit einer Anrufung des höchsten Shambhu. Bereits die ersten Zeilen sind in der erhaltenen Überlieferung beschädigt; sicher erkennbar sind Bezüge auf die Shambhava-Ebene, Ajna, verschiedene kosmische Bereiche, Erkenntnis und Wonne sowie auf eine als Trottala bezeichnete Ordnung. Danach spricht Shrikanthanatha zur Göttin: Er habe ihre Benennungen gehört, doch über die Bestimmung des Trottala-Krama bestehe noch Zweifel. Darauf folgt die Ankündigung: „Nun wird die Herauslösung bzw. Entschlüsselung des Mantras gelehrt.“
Der eigentliche Mantroddhara setzt mit verschlüsselten Bija-Bezeichnungen ein: genannt werden unter anderem Ukara, das Vayu-Bija, Varuna, Vajrapani, ein Feuer-Bija, Mond und Bindu. Die Passage beschreibt eine meditative Gestalt, die mit einem weißen Lotus und einem Strom von Milch bzw. Nektar verbunden ist und „Kula-Makel“ sowie große Schuld verbrennen soll. Mehrere Silben und syntaktische Verbindungen sind jedoch beschädigt; eine sichere Rekonstruktion des vollständigen Mantras ist aus der vorliegenden Datei nicht möglich.
[Mehrere Wörter dieser Passage sind in der vorliegenden Ausgabe unsicher. Sie werden nicht zu einem vollständigen Mantra ergänzt.]
Mantrasnana, fünf Kräfte und Panchapranava
Umschrift
jalasnānaṃ prakurvvīta pañcāṃgamathavā punaḥ ||
kṣoṇī jalatejā vāgmīśa parābījāni binduyuktāni jale
saptadhā vinyasyaṃ śastramantracca ratnatridhāmāyāt? ||
[p. 2a) athavā pañcāṅgaṃ hastau pādau mukhaṃ prakṣālya astrarahita]
mantrasahitayāhitarajaḥ kumbhamūdrādi? dhyāṇena mantrasnānaṃ ||
bho sādhakendrāḥ śṛṇutekavākyaṃ sarvvānvayoktaṃ phalasiddhi hetoḥ
tāvante? siddhiṃ pralabhanti santo yāvanna mantrāḥ pranavādi śeṣāḥ ||
pūrvvayo mūcitā śaktiḥ kujākhyā krurasaṃyutā |
ā ityādhāra bhutāsā pratisthiti saṃhṛteḥ ||
ambikā bhujagārūḍhā guhyaśaktyāti maṇḍalaiḥ |
[p. 2b) yā? devī? pṛṣṭikarī vāribhūtā tu sā smṛtā ||]
nāgasthā kusumādevī guhāyātha trimaṇḍalaiḥ |
śrīkarī tejabhūtā tu tṛtīyā śakti raudriṇī ||
dīpanī śikhi parāmbā karṇṇendu bindu visvahā |
vilomenoddhṛtā devī khecaratva pradāyikā ||
anugrahārccitaṃ haṃsaṃ prāṇināṃ hṛdi saṃsthitaṃ |
uddhṛtamākāśabhutaṃ sudhā nirvvāṇadāyakaṃ ||
- *? kramuktaṃ caturasrapītaṃ khaṇḍedu śubhraṃ varavāricakraṃ ||
tejonikaṃ raktaguṇāradivyaṃ vātākhya ṣaṭkoṇacakra sudhūmaṃ ||
[p. 3a) svacchārkkatulyaṃ vipadādhi viśvaṃ bhutāni pañcānyuditāni śāstre |]
eṣāmmahe saṃśitaśāṃtarūpaṃ?? cāturbhujaṃ padmāśite?? niviṣṭaṃ ||
dakṣena hastena dadhāti śūlaṃ dānaṃ krameṇaiva tathā pareṇa |
kārddhā bhayaṃ vāmakare vidhante pañcātmamantraiḥ karadehavaktrān ||
netrāṇuśūnyaṃ karakāyavaktraṃ japaṃ krameneva dharādi maṃtraḥ |
lakṣavivṛddhau tithilakṣamātraṃ aṃtedasāsaṃ havanañca dhāraiḥ ||
icchāpadaḥ śrīpraṇaveśvaroyaṃ bhaktārttiha tāṃ gunalokadātā |
[p. 3b) surairmmunīndremmanu daitya siddhaiḥ prāptaṃ padaṃ yājanahāvanānte ||]
iti pañcapraṇavadhāraḥ ||
Devanagari
जलस्नानं प्रकुर्व्वीत पञ्चांगमथवा पुनः ||
क्षोणी जलतेजा वाग्मीश पराबीजानि बिन्दुयुक्तानि जले
सप्तधा विन्यस्यं शस्त्रमन्त्रच्च रत्नत्रिधामायात्? ||
प्. २अ) अथवा पञ्चाऽऽन्गं हस्तौ पादौ मुखं प्रक्षाल्य अस्त्ररहित
मन्त्रसहितयाहितरजः कुम्भमूद्रादि? ध्याणेन मन्त्रस्नानं ||
भो साधकेन्द्राः शृणुतेकवाक्यं सर्व्वान्वयोक्तं फलसिद्धि हेतोः
तावन्ते? सिद्धिं प्रलभन्ति सन्तो यावन्न मन्त्राः प्रनवादि शेषाः ||
पूर्व्वयो मूचिता शक्तिः कुजाख्या क्रुरसंयुता |
आ इत्याधार भुतासा प्रतिस्थिति संहृतेः ||
अम्बिका भुजगारूढा गुह्यशक्त्याति मण्डलैः |
प्. २ब्) या? देवी? पृष्टिकरी वारिभूता तु सा स्मृता ||
नागस्था कुसुमादेवी गुहायाथ त्रिमण्डलैः |
श्रीकरी तेजभूता तु तृतीया शक्ति रौद्रिणी ||
दीपनी शिखि पराम्बा कर्ण्णेन्दु बिन्दु विस्वहा |
विलोमेनोद्धृता देवी खेचरत्व प्रदायिका ||
अनुग्रहार्च्चितं हंसं प्राणिनां हृदि संस्थितं |
उद्धृतमाकाशभुतं सुधा निर्व्वाणदायकं ||
- *? क्रमुक्तं चतुरस्रपीतं खण्डेदु शुभ्रं वरवारिचक्रं ||
तेजोनिकं रक्तगुणारदिव्यं वाताख्य षट्कोणचक्र सुधूमं ||
प्. ३अ) स्वच्छार्क्कतुल्यं विपदाधि विश्वं भुतानि पञ्चान्युदितानि शास्त्रे |
एषाम्महे संशितशांतरूपं?? चातुर्भुजं पद्माशिते?? निविष्टं ||
दक्षेन हस्तेन दधाति शूलं दानं क्रमेणैव तथा परेण |
कार्द्धा भयं वामकरे विधन्ते पञ्चात्ममन्त्रैः करदेहवक्त्रान् ||
नेत्राणुशून्यं करकायवक्त्रं जपं क्रमेनेव धरादि मंत्रः |
लक्षविवृद्धौ तिथिलक्षमात्रं अंतेदसासं हवनञ्च धारैः ||
इच्छापदः श्रीप्रणवेश्वरोयं भक्तार्त्तिह तां गुनलोकदाता |
प्. ३ब्) सुरैर्म्मुनीन्द्रेम्मनु दैत्य सिद्धैः प्राप्तं पदं याजनहावनान्ते ||
इति पञ्चप्रणवधारः ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Es folgt eine Vorschrift zum rituellen Bad. Entweder soll ein Wasserbad oder ein fünfteiliges Reinigungsverfahren vollzogen werden. Erde, Wasser, Feuer sowie weitere Bija-Zuordnungen werden mit Bindu im Wasser eingesetzt. Alternativ werden Hände, Füße und Gesicht gewaschen und ein Mantra-Bad mit innerer Visualisierung vollzogen.
Danach wendet sich der Text an die Sadhakas und erklärt, dass Siddhi von der richtigen Vollständigkeit der Mantras abhängt. Es folgen fünf Kräfte bzw. elementare Gestalten. Aus den lesbaren Passagen ergibt sich eine Zuordnung zu Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Genannt werden weibliche Kräfte wie Ambika, Kusuma, Shri-kari, Raudrini und Paramba; einige Namen und Chiffren sind beschädigt.
Anschließend werden geometrische und farbliche Merkmale der fünf Elemente beschrieben: ein gelbes Quadrat, ein weißes Wasserzeichen, ein rotes Feuerprinzip und ein rauchfarbenes sechseckiges Luftprinzip sind erkennbar. Die Gottheit wird vierarmig visualisiert; sicher lesbar sind unter anderem Dreizack, Gabengewährung und Abhaya. Es folgen Hinweise zu Japa und Homa sowie die Bezeichnung pañcapraṇavadhāra.
[Die Bija-Folgen und mehrere ikonographische Einzelheiten sind im Manuskripttext nur fragmentarisch überliefert.]
Caru, Opferkost und Varuni
Umschrift
caruprāsnaphala ||
ākāsa śadāśiva | ānaṃda || 1 || vāyu isvara || khecara || 2 || tejarudra | bhocara || 3 ||
- *? viṣṇu || jala ca || 4 || prīthivī | brahmā | sekharacaru || 5 || sarvvacaru || sarvvadeva
|| 6 ||
ākāsaṃ bhāvate tīlaṃ rūpitakālamevacaḥ |
parvvvakāle bhuktirūpaṃ bhakṣatammalanāsanaṃ || 1 ||
[p. 4a) mātṛhā pitṛhāścaiva brahmāgoghanameva ca |]
dīpabhakṣantaḥ mātrena sarvvapāpakṣayaṃ bhavet || 1 ||
garuḍātcaṭkaparjaṃtaṃ gagne? caratirūpitaṃ |
parvvakāle bhakṣetpakṣaṃ mokhyaṃ pakṣaṃ na pasyati || 2 ||
śiṃhnādicchāgaprajantaṃ prabhuntaḥ jaṃturupyajaṃ |
parvvakāle bhakhet jantu mokṣa jaṃtu na pasyati || 3 ||
mīnātammakarādena jale tṛṣṭhati jīvitaṃ |
parvvakāle bhakhyetmīnaḥ mokhyaṃ jala na pasyati || 4 ||
lamṛlādiplāḍuprajyaṃ abhakhyaṃ jamdhamānukhāḥ |
parvvakāle bhakhyetplāḍuṃ mokhyaṃ plāḍu na pasyati || 5 ||
[p. 4b) phalādi rasabījena bhakṣatañjasya jīvitaṃ |]
parvvakāle bhakhyet bījaṃ mokhyabīja na pasyati || 6 ||
yatsarvvambhakṣabhojyañca brahmatva nāgataḥ priye |
rasadravyañca yatsarvvam viṣṇutvena vyavasthitaṃ ||
tayo samarasaṃ kṛtvā svayambhoktā maheśvaraḥ ||
varuṇenārccitā devī vāruṇīti prakīrttitā |
suraistu pīyate nityaṃ surānāmeti śabditā ||
madanenārccitānitya smadireti prakīrttitā |
paramārthe samutpannāṃ parāśaktiḥ prakīrttitā ||
Devanagari
चरुप्रास्नफल ||
आकास शदाशिव | आनंद || १ || वायु इस्वर || खेचर || २ || तेजरुद्र | भोचर || ३ ||
- *? विष्णु || जल च || ४ || प्रीथिवी | ब्रह्मा | सेखरचरु || ५ || सर्व्वचरु || सर्व्वदेव
|| ६ ||
आकासं भावते तीलं रूपितकालमेवचः |
पर्व्व्वकाले भुक्तिरूपं भक्षतम्मलनासनं || १ ||
प्. ४अ) मातृहा पितृहाश्चैव ब्रह्मागोघनमेव च |
दीपभक्षन्तः मात्रेन सर्व्वपापक्षयं भवेत् || १ ||
गरुडात्चट्कपर्जंतं गग्ने? चरतिरूपितं |
पर्व्वकाले भक्षेत्पक्षं मोख्यं पक्षं न पस्यति || २ ||
शिंह्नादिच्छागप्रजन्तं प्रभुन्तः जंतुरुप्यजं |
पर्व्वकाले भखेत् जन्तु मोक्ष जंतु न पस्यति || ३ ||
मीनातम्मकरादेन जले तृष्ठति जीवितं |
पर्व्वकाले भख्येत्मीनः मोख्यं जल न पस्यति || ४ ||
लमृलादिप्लाडुप्रज्यं अभख्यं जम्धमानुखाः |
पर्व्वकाले भख्येत्प्लाडुं मोख्यं प्लाडु न पस्यति || ५ ||
प्. ४ब्) फलादि रसबीजेन भक्षतञ्जस्य जीवितं |
पर्व्वकाले भख्येत् बीजं मोख्यबीज न पस्यति || ६ ||
यत्सर्व्वम्भक्षभोज्यञ्च ब्रह्मत्व नागतः प्रिये |
रसद्रव्यञ्च यत्सर्व्वम् विष्णुत्वेन व्यवस्थितं ||
तयो समरसं कृत्वा स्वयम्भोक्ता महेश्वरः ||
वरुणेनार्च्चिता देवी वारुणीति प्रकीर्त्तिता |
सुरैस्तु पीयते नित्यं सुरानामेति शब्दिता ||
मदनेनार्च्चितानित्य स्मदिरेति प्रकीर्त्तिता |
परमार्थे समुत्पन्नां पराशक्तिः प्रकीर्त्तिता ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Dieser Abschnitt behandelt verschiedene Arten von caru, ritueller Speise bzw. Opferkost, und ordnet sie kosmischen Ebenen oder Gottheiten zu: Akasha–Sadashiva, Vayu–Ishvara, Tejas–Rudra, Wasser–Vishnu und Erde–Brahma sind deutlich erkennbar.
Darauf folgen stark beschädigte Verse über das Essen bestimmter ritueller Substanzen zu festgesetzten Zeiten. Der Text verbindet sie mit der Auflösung von Schuld oder Verunreinigung. Einige Stellen nennen schwere Vergehen in traditioneller Form und behaupten deren Tilgung durch den rituellen Genuss. Andere Verse beziehen sich auf Vogel-, Tier-, Fisch- und Pflanzensphären. Wegen der zahlreichen beschädigten Lesarten lässt sich die genaue rituelle Vorschrift nicht zuverlässig rekonstruieren.
Danach folgt eine besser lesbare theologische Passage: Alles Essbare wird mit Brahma, alle flüssige Substanz mit Vishnu verbunden; indem beide in Gleichgeschmack bzw. Einheit gebracht werden, ist Maheshvara selbst der Genießende. Die Göttin heißt Varuni, weil sie von Varuna verehrt wird; eine weitere Worterklärung verbindet sura mit den Göttern und madira mit der Verehrung durch Madana. Auf der höchsten Ebene wird die Substanz als Para-Shakti gedeutet.
Für den heutigen Leser ist wichtig: Diese Passagen dokumentieren historische tantrische Ritualvorstellungen. Sie werden hier philologisch wiedergegeben, nicht als moderne Empfehlung zum Gebrauch berauschender oder tierischer Substanzen.
Sechzehn Kalas, innere Amrita-Lehre und Dhyana der Göttin
Umschrift
[p. 5a) jihvāmūlātsamārabhya hṛdayāntantu sundari |]
ṣoḍasāṅgulakaṃ jñeyaṃ sthāna svādāmṛtasya tu ||
ṣoḍasevakalāyuktaṃ ṣoḍaśāṃgulamāyatam ||
pivate devate devī madyamaṃ mṛtarūpinī |
prathamaṃ pivate vahni dvitīyaṃ śaśinā pibet |
viṣṇunārcca tṛtīyaṃ tu caturtha varuṇa pibet ||
kumāraṃ pañcamandevi ṣaṣṭhantu vaśavaḥ pibet |
saptamaṃ ṛṣiḥ sarvvagaṇeśo aṣṭamaṃ pibet ||
navamaṃ dharmmarājena maruteḥ daśamamvit ||
[p. 5b) ekādaśamaṃsthāne brahmaputro pibet priye ||]
kuberaṃ dvādaśayāti vaināyakaṃ trayodaśaṃ |
caturddaśyāmpaśupatiṃ pūrṇṇamāsyāṃ prajāprati ||
ete pītvā vaśe pañca ṣoḍaśala prakāśayet |
na pītaṃ mānuṣaiḥ bhadre ve pītvāta śambhavaiḥ ||
pītvā ca kathitaṃ bhadre adhunā deva vā śṛṇu |
yā raśā sa umādevī yo madyasamaheśvaraḥ ||
yo varṇṇasvayaṃ brahmā yogadhasa janārddana |
yasvādasatu somo vego vegapavaṇasvayaṃ ||
[p. 6a) jñānavijñāmapanaṃ? mama devi sureśvara |]
liyasthānavadiṣyāmi śṛṇuṣva vahitodhunā ||
jihvāgre līyante pūrvvaṃ * *? śāgre tadanantaraṃ |
ghaṇṭhikānte tṛtīyantu caturthe tu bhruvo nyaset ||
pañcamaṃ tu śiṣāsthāne śikhānte ṣaṣṭha * * *? |
ataśīpuṣpasaṃkāso dhāmaniskala madhyamaṃ |
sthāne? līyate devi vijñātavyaṃ prayatnataḥ ||
aiṁ 5 lākṣārasa ṇī?bhā devī padmarāga samaprabhā |
yovaṇonaṭarūpāgī trinetra divyarūpanaṃ ||
maṃdirānanda cetanye aṣṭādaśabhujadhārṇi |
[p. 6b) khaḍga triśūlavarada ca krīḍāṃ ḍamaru mudgra ||]
gadāpadmadharā pātra dakṣanena vīrājate |
pheṭaka aṃkusaghaṇṭhakapāla khaṭvāga kaṃbuyoḥ |
nīlotpala abhayaṃ bīṃduvāme hasta dhārane ||
divyaratna kṛtāṭopa hemāṃbhara avibhukhitaṃ |
setupadmasamāsīnaṃ vadhapadmāsana sthitaṃ ||
evaṃ rūpamahodevaṃ vāruṇī divyyarūpinī ||
- *? rthite saṭhe krure dambhimāsaryamānivaiḥ |
nadadyātkolikaṃ sāramviseṣe gurunindakaiḥ ||
Devanagari
प्. ५अ) जिह्वामूलात्समारभ्य हृदयान्तन्तु सुन्दरि |
षोडसाऽऽन्गुलकं ज्ञेयं स्थान स्वादामृतस्य तु ||
षोडसेवकलायुक्तं षोडशांगुलमायतम् ||
पिवते देवते देवी मद्यमं मृतरूपिनी |
प्रथमं पिवते वह्नि द्वितीयं शशिना पिबेत् |
विष्णुनार्च्च तृतीयं तु चतुर्थ वरुण पिबेत् ||
कुमारं पञ्चमन्देवि षष्ठन्तु वशवः पिबेत् |
सप्तमं ऋषिः सर्व्वगणेशो अष्टमं पिबेत् ||
नवमं धर्म्मराजेन मरुतेः दशमम्वित् ||
प्. ५ब्) एकादशमंस्थाने ब्रह्मपुत्रो पिबेत् प्रिये ||
कुबेरं द्वादशयाति वैनायकं त्रयोदशं |
चतुर्द्दश्याम्पशुपतिं पूर्ण्णमास्यां प्रजाप्रति ||
एते पीत्वा वशे पञ्च षोडशल प्रकाशयेत् |
न पीतं मानुषैः भद्रे वे पीत्वात शम्भवैः ||
पीत्वा च कथितं भद्रे अधुना देव वा शृणु |
या रशा स उमादेवी यो मद्यसमहेश्वरः ||
यो वर्ण्णस्वयं ब्रह्मा योगधस जनार्द्दन |
यस्वादसतु सोमो वेगो वेगपवणस्वयं ||
प्. ६अ) ज्ञानविज्ञामपनं? मम देवि सुरेश्वर |
लियस्थानवदिष्यामि शृणुष्व वहितोधुना ||
जिह्वाग्रे लीयन्ते पूर्व्वं * *? शाग्रे तदनन्तरं |
घण्ठिकान्ते तृतीयन्तु चतुर्थे तु भ्रुवो न्यसेत् ||
पञ्चमं तु शिषास्थाने शिखान्ते षष्ठ * * *? |
अतशीपुष्पसंकासो धामनिस्कल मध्यमं |
स्थाने? लीयते देवि विज्ञातव्यं प्रयत्नतः ||
ऐं ५ लाक्षारस णी?भा देवी पद्मराग समप्रभा |
योवणोनटरूपागी त्रिनेत्र दिव्यरूपनं ||
मंदिरानन्द चेतन्ये अष्टादशभुजधार्णि |
प्. ६ब्) खड्ग त्रिशूलवरद च क्रीडां डमरु मुद्ग्र ||
गदापद्मधरा पात्र दक्षनेन वीराजते |
फेटक अंकुसघण्ठकपाल खट्वाग कंबुयोः |
नीलोत्पल अभयं बींदुवामे हस्त धारने ||
दिव्यरत्न कृताटोप हेमांभर अविभुखितं |
सेतुपद्मसमासीनं वधपद्मासन स्थितं ||
एवं रूपमहोदेवं वारुणी दिव्ययरूपिनी ||
- *? र्थिते सठे क्रुरे दम्भिमासर्यमानिवैः |
नदद्यात्कोलिकं सारम्विसेषे गुरुनिन्दकैः ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Der Text verlegt nun die Wahrnehmung des rituellen Nektars in den Körper. Vom Zungengrund bis zum Herzen wird ein Bereich von sechzehn Angulas genannt; zugleich ist von sechzehn Kalas die Rede. Danach folgt eine Folge von Gottheiten, die nacheinander trinken: Feuer, Mond, Vishnu, Varuna, Kumara, die Vasus, Rishis, Ganesha, Dharmaraja, Marut, Brahmaputra, Kubera, Vinayaka, Pashupati und Prajapati sind ganz oder teilweise erkennbar. Die Zählung ist an mehreren Stellen grammatisch beschädigt.
Im Anschluss wird die Substanz allegorisch gedeutet: Geschmack wird mit Uma, das Getränk mit Maheshvara, Farbe mit Brahma, eine weitere Qualität mit Janardana, Geschmack bzw. Saft mit Soma und Bewegung mit Vayu in Beziehung gesetzt. Danach spricht der Text von Auflösungsorten im Körper – Zungenspitze, Kehlbereich, Brauenmitte, Scheitel und Shikha gehören zu den lesbaren Stationen.
Es folgt ein Dhyana der Göttin. Sie wird leuchtend wie Lacksaft bzw. Rubin beschrieben, dreiäugig und mit achtzehn Armen. Unter den Attributen sind Schwert, Dreizack, Varada, Damaru, Keule, Lotus, Gefäß, Schild, Elefantenhaken, Glocke, Schädelschale, Khatvanga, Muschel, blauer Lotus und Abhaya erkennbar. Sie sitzt auf einem weißen Lotus. Die Passage endet mit einer Warnung, die Lehre nicht Ungeeigneten, Grausamen, Heuchlern oder Guru-Verächtern zu geben; ein Schüler soll längere Zeit geprüft werden.
[Einige Waffennamen, Farbangaben und einzelne grammatische Formen sind beschädigt; die Übersetzung beschränkt sich auf sicher erkennbare Elemente.]
Panchacakra, Shambhava-Mantraraja und Navatma
Umschrift
[p. 7a) gurubhīkṣārāṇi nityaṃ samayānāñca vatsalaḥ |]
sopi dadyātmahābhāge saṃvatsara parīkṣitaṃ |
pañcacakra parameśvarīninayaḥ ||
śambhurmmānasahāntadhīkṣiti rasasparśāgni marmmālikaiḥ
kūṭaḥ śrīnavanāya? asya racitaḥ svāṃtālaye dṛsyate |
arkāneka mahārcci rāśi sadṛśaiścaurddhagato ghorahā
jantunāmbhava? *? hasarddanakarī śrīśāmbhavo mantrarāṭ ||
calādho yojayed vahniñcatuḥ svarorddhamajamvibhuṃ
[p. 7b) mānamadhye? nyaserddhaṃ saṃkūṭadvividhamīritaṃ ||]
caladhaḥ śāṃbhavaḥ khyāto mantrarājaḥ sudhā pradaḥ |
ānaveśo mānamādhye? vijñānakoṭi siddhidaḥ ||
kādibhede calorddhasthā bhuktimukti pradāyakaḥ |
ekāśītyātmakaṃ vakṣye yathā gurumukhāgataḥ ||
kṣonīvāri mahārcci vāyuhasadhī samvarttamarmmālakaiḥ raṃddhraiḥ
piṇḍasapiṇḍataṃ bhavagataṃ vyasta samastapara |
etattadvasakhaṇḍitaṃ śrutilayā tūṣṇī prabhā niṣkalaṃ
svargaśūnyamagocaraḥ paradhiyā sambhāvamātraṃ śivaḥ ||
[p. 8a) iti navātmo dvāraḥ ||]
Devanagari
प्. ७अ) गुरुभीक्षाराणि नित्यं समयानाञ्च वत्सलः |
सोपि दद्यात्महाभागे संवत्सर परीक्षितं |
पञ्चचक्र परमेश्वरीनिनयः ||
शम्भुर्म्मानसहान्तधीक्षिति रसस्पर्शाग्नि मर्म्मालिकैः
कूटः श्रीनवनाय? अस्य रचितः स्वांतालये दृस्यते |
अर्कानेक महार्च्चि राशि सदृशैश्चौर्द्धगतो घोरहा
जन्तुनाम्भव? *? हसर्द्दनकरी श्रीशाम्भवो मन्त्रराट् ||
चलाधो योजयेद् वह्निञ्चतुः स्वरोर्द्धमजम्विभुं
प्. ७ब्) मानमध्ये? न्यसेर्द्धं संकूटद्विविधमीरितं ||
चलधः शांभवः ख्यातो मन्त्रराजः सुधा प्रदः |
आनवेशो मानमाध्ये? विज्ञानकोटि सिद्धिदः ||
कादिभेदे चलोर्द्धस्था भुक्तिमुक्ति प्रदायकः |
एकाशीत्यात्मकं वक्ष्ये यथा गुरुमुखागतः ||
क्षोनीवारि महार्च्चि वायुहसधी सम्वर्त्तमर्म्मालकैः रंद्ध्रैः
पिण्डसपिण्डतं भवगतं व्यस्त समस्तपर |
एतत्तद्वसखण्डितं श्रुतिलया तूष्णी प्रभा निष्कलं
स्वर्गशून्यमगोचरः परधिया सम्भावमात्रं शिवः ||
प्. ८अ) इति नवात्मो द्वारः ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Es folgt ein Abschnitt über die „fünf Chakras“ bzw. eine Lehre der Parameshvari. Ein verschlüsselter Mantra-Abschnitt beschreibt Shambhu und einen mantrarāj, den „König der Mantras“. Er wird mit großem Licht, Vernichtung von Furcht und Nektar verbunden. Der Text unterscheidet offenbar eine Shambhava- und eine Anava-Form sowie verschiedene Positionen oder Ebenen der Lautstruktur.
Anschließend heißt es, der Mantra könne Bhukti und Mukti gewähren. Darauf wird eine einundachtzigteilige Form angekündigt, „wie sie aus dem Mund des Guru empfangen wurde“. Es folgt eine stark chiffrierte Lautfolge, in der Erde, Wasser, Feuer, Luft und weitere Bija-Bezeichnungen erkennbar sind. Der Abschnitt endet mit einer Aussage über Shiva als jenseits gewöhnlicher Wahrnehmung und wird mit iti navātmo dvāraḥ – „so [endet] das Tor des Navatman“ – abgeschlossen.
Die eigentlichen Silbenfolgen werden wegen der beschädigten Überlieferung nicht rückübersetzt oder als gebrauchsfertiger Mantra rekonstruiert.
Samaya- und Kubjishani-Abschnitt
Umschrift
pañcavarggapramā devī dvātriṃsākṣarabhūṣitā |
bhāvināṃ bhavamohayāgrahau? vidyā kujeśvarī ||
tāmahamakitāṃ?? vatmi?? yathā śrīgurutaḥ śrutāṃ |
tavargasyāntimambījaṃ kānvayā? * * * yutaṃ ||
bhīṣaṇī śivā tathā khaḍgantārā śūkṣmeṇa saṃyutāṃ |
śrutipraṇavaṃ tathā krodhaṃ pañcamena yuto vṛtaṃ? ||
nalinī kaṃkaṭā caiva āśvareṇa ca bheditāṃ |
cala śūkṣmasamākrānta śikhāsvacchandakantathā ||
[p. 8b) kavarggasvāṃtimaṃ bījāṃ śarmmaḍhāntañca pādimaṃ |]
kālaṃ bhṛṇṭhasamākrāṃtaṃ svarādyantu samuddharet ||
kavarggasya caturthantu * * *? ca yutaṃ punaḥ |
dīpanpañca tatoddhṛtya mahākālī mamarārccitāṃ ||
māyādevī samopetaṃ catu * * * * * *? naḥ |
kūrmmāchāgalī yuktantu anantaṃ krurasaṃyuta ||
punaruddhṛtyānantarahitaṃ guhyaśakti samāyutaṃ |
kaṃkaṭāñca śūkṣmeṇaiva umākānta māyāyutaṃ ||
punarukta dveśamuddhṛtya chāgalo māyayā yutaṃ |
[p. 9a) cāmuṇḍāṃ kūrmmaṇoddhṛtya jhaṇṭhīśena vibheditāṃ ||]
eṣā śrīsamayā devī guruvaktrā tu labhyate |
yasyā smaraṇamātreṇa kathyate bhuvanatrayaṃ ||
kāye vādhānyakāye vā uktānukteṣu vastuṣu |
kubjīśānīṃ yajedyastu tasya pāpa na vidyate ||
yaḥ punaḥ śuddhabhāvātmā samayākhyāṃ kuleśvarī |
yajedyastu na tadvastu yanta sidhyati * * *? ||
akṣarākṣarasaṃtānaṃ yo jape lakṣa saṃkṣayā |
kubjīśa guṇatulyāsau karttāharttā svayaṃ prabhuḥ ||
[p. 9b) mantrāṇā śatakoṭīnāṃ ṣaḍāśramānuvarttināṃ |]
rājñāyaṃ tatphalairyuktā dvīpamatoditamvacaḥ ||
iti samayāyato dvāraḥ ||
Devanagari
पञ्चवर्ग्गप्रमा देवी द्वात्रिंसाक्षरभूषिता |
भाविनां भवमोहयाग्रहौ? विद्या कुजेश्वरी ||
तामहमकितां?? वत्मि?? यथा श्रीगुरुतः श्रुतां |
तवर्गस्यान्तिमम्बीजं कान्वया? * * * युतं ||
भीषणी शिवा तथा खड्गन्तारा शूक्ष्मेण संयुतां |
श्रुतिप्रणवं तथा क्रोधं पञ्चमेन युतो वृतं? ||
नलिनी कंकटा चैव आश्वरेण च भेदितां |
चल शूक्ष्मसमाक्रान्त शिखास्वच्छन्दकन्तथा ||
प्. ८ब्) कवर्ग्गस्वांतिमं बीजां शर्म्मढान्तञ्च पादिमं |
कालं भृण्ठसमाक्रांतं स्वराद्यन्तु समुद्धरेत् ||
कवर्ग्गस्य चतुर्थन्तु * * *? च युतं पुनः |
दीपन्पञ्च ततोद्धृत्य महाकाली ममरार्च्चितां ||
मायादेवी समोपेतं चतु * * * * * *? नः |
कूर्म्माछागली युक्तन्तु अनन्तं क्रुरसंयुत ||
पुनरुद्धृत्यानन्तरहितं गुह्यशक्ति समायुतं |
कंकटाञ्च शूक्ष्मेणैव उमाकान्त मायायुतं ||
पुनरुक्त द्वेशमुद्धृत्य छागलो मायया युतं |
प्. ९अ) चामुण्डां कूर्म्मणोद्धृत्य झण्ठीशेन विभेदितां ||
एषा श्रीसमया देवी गुरुवक्त्रा तु लभ्यते |
यस्या स्मरणमात्रेण कथ्यते भुवनत्रयं ||
काये वाधान्यकाये वा उक्तानुक्तेषु वस्तुषु |
कुब्जीशानीं यजेद्यस्तु तस्य पाप न विद्यते ||
यः पुनः शुद्धभावात्मा समयाख्यां कुलेश्वरी |
यजेद्यस्तु न तद्वस्तु यन्त सिध्यति * * *? ||
अक्षराक्षरसंतानं यो जपे लक्ष संक्षया |
कुब्जीश गुणतुल्यासौ कर्त्ताहर्त्ता स्वयं प्रभुः ||
प्. ९ब्) मन्त्राणा शतकोटीनां षडाश्रमानुवर्त्तिनां |
राज्ञायं तत्फलैर्युक्ता द्वीपमतोदितम्वचः ||
इति समयायतो द्वारः ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Nun wird eine Göttin beschrieben, die mit fünf Lautgruppen und zweiunddreißig Silben geschmückt ist. Sie heißt unter anderem Kujeshvari bzw. in späteren Versen Kubjishani und wird als eine Vidya bezeichnet, die die Verblendung des Werdens überwindet. Der Sprecher erklärt, er gebe sie so wieder, wie er sie vom ehrwürdigen Guru gehört habe.
Es folgt ein langer Mantroddhara mit Lautklassen, Bija-Chiffren und Namen wie Bhishani, Shiva, Khadga, Tara, Nalini, Kankata, Mahakali, Mayadevi, Kurma, Chagali, Guhya-Shakti, Uma-kanta und Chamunda. Zahlreiche Stellen sind durch Sternchen oder Fragezeichen als beschädigt markiert; deshalb ist hier keine sichere mantra-technische Rekonstruktion möglich.
Die besser lesbare Schlussfolge nennt die Göttin Samaya. Sie sei „aus dem Mund des Guru“ zu erlangen. Schon ihre Erinnerung wird mit umfassender Macht in den drei Welten verbunden. Der Text empfiehlt die Verehrung von Kubjishani und erklärt, dass ein Mensch reinen Herzens die als Samaya bekannte Kuleshvari verehren soll. Weiter heißt es, intensiver Japa führe zu einer Gleichheit mit Kubjisha hinsichtlich schöpferischer und auflösender Macht. Die traditionelle Sprache formuliert hier sehr starke Siddhi-Verheißungen; sie werden als historische Textaussage wiedergegeben.
Der Abschnitt schließt mit iti samayāyato dvāraḥ – „so [endet] das Tor, das von Samaya ausgeht“.
Tripura-Mantroddhara
Umschrift
oṃ namastripurāyaiḥ || mantroddhāra ucyate ||
mādanantadhaḥ śaktimtadantabbindumālinī |
endramākāśabījasthaṃ adhasthādanalākṣaraṃ ||
māyāvidvīśvara yuktaṃ sarvvopariniyojitaḥ |
ayaṃ sā vāgbhavo devi vāgiśvatvapravarttakaiḥ || 1 ||
śivabījaṃ tridhāyuktvā sṛṣṭisthitilaya kramaiḥ |
[p. 10a) ādimadhyāvasāneṣu dvayamādyena rahitaṃ ||]
ādyena ādivarṇṇena ādyādho madanākṣaraṃ |
mavāsthitiśivādhasthāmiṃdrabījaṃ?? niyojayet ||
tathā layaśivādhopi jvalitena maheśvari |
māyāvidvīśvarayuktaṃ arddhacandreṇa bhuṣitaṃ ||
evametat mahābījaṃ kāmarāja mahodayaṃ || 2 ||
māyābījaṃ maheśāni mādanaṃ śakrasaḥ yutaṃ |
candrabījaṃ kevala tu śaktivīsamudharet ||
tyaktvā sṛṣṭikramandevī prāguccāraṃ krameṇa tu |
[p. 10b) evameṣā mahādevī mahātripurasundarī || 3 ||]
tripurayāmantrodhāra turī vidyā ||
Devanagari
ओं नमस्त्रिपुरायैः || मन्त्रोद्धार उच्यते ||
मादनन्तधः शक्तिम्तदन्तब्बिन्दुमालिनी |
एन्द्रमाकाशबीजस्थं अधस्थादनलाक्षरं ||
मायाविद्वीश्वर युक्तं सर्व्वोपरिनियोजितः |
अयं सा वाग्भवो देवि वागिश्वत्वप्रवर्त्तकैः || १ ||
शिवबीजं त्रिधायुक्त्वा सृष्टिस्थितिलय क्रमैः |
प्. १०अ) आदिमध्यावसानेषु द्वयमाद्येन रहितं ||
आद्येन आदिवर्ण्णेन आद्याधो मदनाक्षरं |
मवास्थितिशिवाधस्थामिंद्रबीजं?? नियोजयेत् ||
तथा लयशिवाधोपि ज्वलितेन महेश्वरि |
मायाविद्वीश्वरयुक्तं अर्द्धचन्द्रेण भुषितं ||
एवमेतत् महाबीजं कामराज महोदयं || २ ||
मायाबीजं महेशानि मादनं शक्रसः युतं |
चन्द्रबीजं केवल तु शक्तिवीसमुधरेत् ||
त्यक्त्वा सृष्टिक्रमन्देवी प्रागुच्चारं क्रमेण तु |
प्. १०ब्) एवमेषा महादेवी महात्रिपुरसुन्दरी || ३ ||
त्रिपुरयामन्त्रोधार तुरी विद्या ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Mit oṃ namas tripurāyai beginnt ein neuer Mantroddhara für Tripura. Die Passage erklärt wiederum einen Mantra über Chiffren wie Madana, Shakti, Bindu, Indra, Akasha-Bija, Anala und Maya. Der erste Teil wird als Vagbhava bezeichnet und mit Herrschaft über Sprache verbunden.
Darauf wird ein weiteres großes Bija beschrieben, das mit Schöpfung, Erhaltung und Auflösung in Beziehung steht und als Kamaraja bezeichnet wird. Im dritten Teil werden Maya-Bija, Madana, Mond-Bija und Shakti genannt. Die Passage identifiziert die so erschlossene Göttin schließlich als Mahatripurasundari.
Die drei Abschnitte entsprechen der Struktur einer Tripura-Vidya, doch die vorliegende Überlieferung ist an mehreren Stellen so unsicher, dass die vollständige Mantraform nicht zuverlässig hergestellt werden kann.
Uttarayama und Siddhilakshmi-Schlussstotra
Umschrift
uttarayāmantrodhāratotra ||
eśā vākya bhavā sadā vijayate saṃpūrṇṇakāmapradā
śaṃśārārṇṇava yāta? bhāva paramā sarvvārtti haṃtā śivā |
śrīsarvveṇadhṛtakamaṃḍalu gatā śānandasiddhipradā
śreyaṃ śrīrarupyāṃ? pradhata vimalā śrīśiddhalakṣmī parā || 1 ||
māyābīja paraparātmakakulāmāyā mayā mālinī
[p. 11) mādāmātre? maheśvarī mimikule muktā phalādāmadhā |]
māyāsiddhimaṇīkṣi mānahṛdayā yogā padāṣṭā
vidhye mantrārādhana tatparasya hṛdaye sābhīṣṭisiddhipradā || 2 ||
śrīmānna śrīśakaleṃdu bhāti vimalā śrīkoṇaśānti pradā
visvātmā bharityaika viśvajananī jāgrādi bodhātmakā |
kāruṇyāmṛtavāriṇa vilagataṃ siñcanti śārāvalī
kālomṛtupravañcakā vijayite śaṃśāraśārapradā || 3 ||
[p. 12) śrīśiddhilakṣmīmantrodhārastotra samāpta ||]
Devanagari
उत्तरयामन्त्रोधारतोत्र ||
एशा वाक्य भवा सदा विजयते संपूर्ण्णकामप्रदा
शंशारार्ण्णव यात? भाव परमा सर्व्वार्त्ति हंता शिवा |
श्रीसर्व्वेणधृतकमंडलु गता शानन्दसिद्धिप्रदा
श्रेयं श्रीररुप्यां? प्रधत विमला श्रीशिद्धलक्ष्मी परा || १ ||
मायाबीज परपरात्मककुलामाया मया मालिनी
प्. ११) मादामात्रे? महेश्वरी मिमिकुले मुक्ता फलादामधा |
मायासिद्धिमणीक्षि मानहृदया योगा पदाष्टा
विध्ये मन्त्राराधन तत्परस्य हृदये साभीष्टिसिद्धिप्रदा || २ ||
श्रीमान्न श्रीशकलेंदु भाति विमला श्रीकोणशान्ति प्रदा
विस्वात्मा भरित्यैक विश्वजननी जाग्रादि बोधात्मका |
कारुण्यामृतवारिण विलगतं सिञ्चन्ति शारावली
कालोमृतुप्रवञ्चका विजयिते शंशारशारप्रदा || ३ ||
प्. १२) श्रीशिद्धिलक्ष्मीमन्त्रोधारस्तोत्र समाप्त ||
Deutsche Übersetzung und Erläuterung
Der Schlussabschnitt trägt die Überschrift uttarayāmamantroddhāra und besteht aus drei stotraartigen Versen auf Siddhilakshmi. Trotz mehrerer beschädigter Wörter ist der Charakter klar: Die Göttin wird als höchste Shakti, als Erfüllerin von Wünschen, als Vernichterin von Leid, als Spenderin von Wonne und Siddhi und als reine, höchste Siddhilakshmi gepriesen.
Der zweite Vers verbindet sie mit Maya-Bija, Kula, Malini und Maheshvari. Sie schenkt demjenigen, der sich der Mantra-Verehrung widmet, die erstrebte Vollendung im Herzen.
Der dritte Vers preist sie als reine, universale Mutter, als Bewusstseinsprinzip in den Zuständen des Wachens und darüber hinaus sowie als Trägerin eines Stroms von Nektar und Mitgefühl. Mehrere Wörter sind beschädigt, doch der Grundton ist eindeutig: Siddhilakshmi erscheint als höchste, befreiende und erfüllende Gottheit.
Mit der Formel śrīsiddhilakṣmīmantroddhārastotra samāpta endet die Handschrift: „Das Shri-Siddhilakshmi-Mantroddhara-Stotra ist beendet.“
Die wichtigsten Lehren des Siddhilakshmi Mantroddhara
Mantroddhara – Mantra als entschlüsselte Lautgestalt
Der Begriff mantroddhāra bezeichnet die „Heraushebung“ bzw. Erschließung eines Mantras aus verschlüsselten Lautbezeichnungen. Im vorliegenden Text werden Mantras häufig nicht in unmittelbar lesbarer Form ausgeschrieben, sondern durch Gottheiten, Elemente, Lautklassen und technische Bija-Bezeichnungen umschrieben. Da die Handschrift an mehreren Stellen beschädigt ist, dürfen diese Chiffren hier nicht zu einer vermeintlich sicheren Mantraform rekonstruiert werden.
Gerade beim Siddhilakshmi Mantroddhara zeigt sich dies deutlich. Die Handschrift ist an mehreren Stellen beschädigt, und selbst dort, wo die Chiffren lesbar sind, ist nicht jede Zuordnung eindeutig. Eine seriöse moderne Ausgabe muss daher zwischen überliefertem Chiffretext und rekonstruiertem Mantra unterscheiden.
Die fünf Elemente als rituelle und innere Kräfte
Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum bilden einen roten Faden des Werkes. Sie erscheinen in geometrischen Formen, Farben, Gottheiten und rituellen Handlungen. Das entspricht einer allgemeinen tantrischen Sicht: Die Elemente sind nicht nur materielle Bestandteile der Welt, sondern zugleich Ebenen des Körpers, der Wahrnehmung und der Shakti.
Für heutige Leser lässt sich diese Symbolik als Hinweis darauf verstehen, Körper, Elemente und spirituelle Praxis nicht voneinander zu trennen. Der historische Text selbst beschreibt jedoch konkrete Ritual- und Mantra-Verfahren; er ist daher zunächst als Quelle einer traditionellen Praxiswelt zu lesen, nicht als moderne Übungsanleitung.
Amrita und die sechzehn Kalas
Der Abschnitt über den Raum zwischen Zungengrund und Herz verbindet Körper, Nektar und sechzehn Kalas. Solche Vorstellungen begegnen in unterschiedlichen tantrischen und yogischen Systemen. Im Siddhilakshmi Mantroddhara ist besonders interessant, dass der rituelle Trank zugleich kosmologisch und innerlich gedeutet wird: Seine Eigenschaften werden mit Uma, Maheshvara, Brahma, Vishnu, Soma und Vayu verknüpft.
Damit deutet der Text die rituelle Substanz zugleich kosmologisch und körperbezogen.
Die Göttin mit achtzehn Armen
Eine der anschaulichsten Passagen beschreibt die Göttin als dreiäugig und achtzehnarmig, strahlend wie Rubin. Ihre vielen Attribute – darunter Schwert, Dreizack, Damaru, Keule, Lotus, Schild, Elefantenhaken, Glocke, Schädelschale und Abhaya – verbinden Schutz, Erkenntnis, Macht und Gnade.
Guru und Geheimhaltung
Der Text spricht mehrfach davon, dass die Lehre vom Guru empfangen wird. Besonders im Samaya-Abschnitt heißt es ausdrücklich, die Göttin sei guruvaktrā tu labhyate – „aus dem Mund des Guru zu erlangen“. Zugleich warnt die Handschrift davor, bestimmte Lehren ungeprüft weiterzugeben.
Das ist kein nebensächliches Detail. Es zeigt, dass der Mantroddhara in einer Initiations- und Überlieferungskultur steht. Die verschlüsselten Lautfolgen sind gerade deshalb nicht als frei kombinierbare Mantra-Bausteine gedacht.
Kubjishani, Samaya und Kuleshvari
Der mittlere Teil bringt Begriffe zusammen, die auf eine kaulische bzw. shaktische Traditionswelt weisen. Kubjika bzw. Kubjishani erscheint neben Samaya und Kuleshvari. Die Aussagen über außergewöhnliche Siddhis gehören in diesen traditionellen Kontext.
Die Aussagen über Siddhis werden hier als Aussagen des historischen Textes wiedergegeben. Aus der beschädigten Überlieferung lässt sich keine moderne praktische Anleitung ableiten.
Tripura und Mahatripurasundari
Ein eigener Abschnitt beginnt mit oṃ namas tripurāyai und leitet eine dreigliedrige Mantra-Erschließung ein. Vagbhava, Kamaraja und Shakti-Bereiche werden erkennbar; am Ende nennt der Text ausdrücklich Mahatripurasundari.
Der Abschnitt nennt ausdrücklich Mahātripurasundarī. Er verbindet diese Gestalt mit Vagbhava-, Kamaraja-, Maya-, Mond- und Shakti-Bezeichnungen. Wie genau die einzelnen Lautchiffren aufzulösen sind, lässt sich aus der beschädigten Überlieferung nicht durchgehend sicher bestimmen.
Siddhilakshmi als höchste, erfüllende Shakti
Im abschließenden Uttarayama-Abschnitt tritt Siddhilakshmi selbst deutlich hervor. Sie wird mit Wunscherfüllung, Aufhebung von Leid, Siddhi, Mitgefühl und universaler Mutterschaft verbunden. Der Schlussabschnitt zeigt Siddhilakshmi jedenfalls nicht bloß unter dem Aspekt äußeren Wohlstands, sondern verbindet sie mit Siddhi, Leidüberwindung, Bewusstsein und kosmischer Mutterschaft.
Zusammenhängende deutsche Lesefassung
Der Siddhilakshmi Mantroddhara beginnt mit einer Anrufung der höchsten shivaitischen Wirklichkeit und führt unmittelbar in eine verschlüsselte Mantra-Lehre. Shrikanthanatha fragt nach der Bestimmung des Trottala-Krama; darauf wird die Erschließung der Mantras angekündigt. Bija-Namen, Elemente und kosmische Zuordnungen bilden die Grundlage dieser frühen Passagen.
Es folgt die Reinigung. Wasser, Erde, Feuer, Luft und Raum werden nicht nur als äußere Elemente, sondern als rituelle Kräfte verstanden. Das Bad kann äußerlich oder mantra-basiert vollzogen werden. Aus denselben fünf Elementen entstehen unterschiedliche Shaktis, geometrische Formen und Farben. Eine vierarmige Gottheit wird visualisiert; Japa und Homa schließen sich an.
Danach wendet sich der Text den rituellen Speisen und Getränken zu. Die erhaltene Handschrift ist hier besonders schwer beschädigt. Sicher erkennbar bleibt jedoch der Versuch, Essen und Trinken kosmologisch zu deuten: feste Nahrung wird mit Brahma, Flüssigkeit mit Vishnu und der Genießende mit Maheshvara verbunden. Varuni und Para-Shakti treten als höhere Deutungen des rituellen Getränks hervor.
Der nächste große Abschnitt verlegt das Geschehen in den Körper. Zwischen Zungengrund und Herz liegt ein Bereich der sechzehn Kalas und des inneren Nektars. Eine Folge von Gottheiten nimmt daran teil. Geschmack, Farbe und Bewegung werden mit göttlichen Mächten identifiziert. Auch verschiedene Auflösungsorte im Körper werden genannt.
Darauf erscheint die Göttin selbst in einer machtvollen Visualisierung: dreiäugig, achtzehnarmig, von roter Leuchtkraft, mit zahlreichen Waffen, Symbolen und Segensgesten. Der Text macht zugleich deutlich, dass solche Lehren in einen Guru-Schüler-Zusammenhang gehören und nicht jedem ungeprüft weitergegeben werden sollen.
Es folgen weitere verschlüsselte Mantra-Systeme: Panchacakra, Shambhava-Mantraraja und Navatma. Dann öffnet sich der Text zu einer Samaya- und Kubjishani-Tradition. Die Göttin wird mit zweiunddreißig Silben, Lautgruppen und zahlreichen shaktischen Namen verbunden. Manche Formeln sind so beschädigt, dass nur ihre Struktur, nicht aber ihr genauer Wortlaut sicher erschlossen werden kann.
Ein eigener Tripura-Abschnitt führt schließlich zu Mahatripurasundari. Die Mantra-Erschließung arbeitet mit Vagbhava, Kamaraja, Maya, Mond und Shakti. Auch hier bleibt der Grundgedanke deutlicher als die beschädigte Lautfolge: Die höchste Göttin wird durch eine geordnete Folge von Lautkräften erschlossen.
Im Schlussstotra tritt Siddhilakshmi als höchste Shakti hervor. Sie erfüllt Wünsche, beseitigt Leid, schenkt Siddhi und wird als universale Mutter und Bewusstseinsmacht gepriesen. So endet ein Werk, das Mantra, Elementlehre, Körper, Ritual und Göttinnenverehrung eng miteinander verknüpft. Eine durchgehend einheitliche systematische Lehre lässt sich aus der beschädigten Handschrift jedoch nicht an jeder Stelle sicher rekonstruieren.
Vollständige deutsche Übersetzung des erhaltenen Siddhilakshmi-Abschnitts
Vorbemerkung
Die folgende Übersetzung folgt dem gesamten erhaltenen Textbestand. Wo die diplomatische Sanskritüberlieferung beschädigt, ungrammatisch oder nur als Mantra-Buchstabenfolge verständlich ist, wird dies ausdrücklich kenntlich gemacht. Bīja-Mantras und technisch erzeugte Lautfolgen werden nicht frei „übersetzt“.
Einleitende Agni-Stambhana-Passage
Om, Verehrung der Bhagavatī Gaṅgī.
„Kālī, Kālī, Mahākālī, Hrīṃ Svāhā.“
Dies soll zwölfmal rezitiert werden.
Es werden Maṇḍūka-Vasa, Jalūkā und die Wurzel einer als vadira überlieferten Pflanze genannt; diese sollen an Händen und Füßen aufgetragen werden.
Mantra:
„Om Stambhanī, Stambhanī! Agni, Agni! Hūṃ, Hūṃ! Mahāstambhanī, Mahāstambhanī! Agni-Stambhanī, Agni-Stambhanī! Hūṃ Phaṭ!“
Dann:
„Auf Befehl Hanumants – Hūṃ Phaṭ.“
Dies ist der Agni-Stambhana-Mantra. Der Text bezeichnet den Prayoga als äußerst geheim.
Dialog zwischen Devī und Bhairava
Śrī Devī sprach:
„O Maheśāna, ich habe von dir die ausführliche Lehre über Mantra, Tantra und die weiteren Dinge gehört.
Durch deine Gnade, o Herr der Götter, habe ich all dies verstanden.
Nun möchte ich die Lehre von der Eroberung der drei Welten hören, damit ich sie, o Herr der Helden, ohne jeden Zweifel erkenne.
Zum Wohl der Sādhakas erkläre sie mir kurz, o Herr.
Jene Devī, die alle Siddhis gewährt und vor der sich Götter wie Asuras verneigen – lehre mich diese.“
Śrī Bhairava sprach:
„Ich verneige mich vor der zornvollen Göttin, der wild Lächelnden, der mit gewaltigem Donnern Ertönenden, der Fangzähnigen, der Furchtbaren von Antlitz, der Fleischlosen, der Rotäugigen, deren Brauen zusammengezogen sind, deren Leib mit Blut und Fett gesalbt ist, deren Körper von Fleisch entblößt ist, deren Glocken machtvoll erklingen, deren Klang im Kampf widerhallt, die dunkel ist wie eine schwere Regenwolke, deren Hūṃ-Hūṃ-Hūṃ-Ruf die Welten besiegt, und die selbst die Gestalt des Zornes ist.
Höre aufmerksam, o Devī. Ich werde dir ohne Zweifel erklären:
Die Göttin Trailokyavijayā – die Siegerin über die drei Welten – vernichtet die Partei der Feinde.
Sie bezwingt Übeltäter und zerstört Furcht und Armut.
Sie beruhigt alles Unglück und vernichtet Täuschung und Zauberei.
Sie ist als Cintāmaṇi zu erkennen und schenkt Glück und Saubhāgya.
Sie gewährt sowohl Bhukti – weltliche Erfüllung – als auch Mukti – Befreiung.
Nun werde ich dir ihren Prastāra erklären.“
Vorbereitung und Kumārī-Verehrung
An einem schönen und geeigneten Ort, reich mit Kula-Substanzen ausgestattet, soll man eine einzige Kumārī verehren, die einen guten Charakter und glückverheißende Merkmale besitzt.
Nachdem der kundige Ritualist die Erlaubnis erbeten hat und gesammelt ist, soll er entsprechend dem zuvor erklärten Khaḍga-Prastāra verfahren.
Die durch den Prastāra hervorgebrachten Mantras werden vollkommen gereinigt.
Deshalb werde ich nun die Mitte beziehungsweise das innere System dieses Prastāra erklären.
Mantra-Prastāra – erste Lautableitungen
Zuerst wird Tāraka hervorgeholt, danach Vāgbhava.
Dann folgen Yakṣiṇī und Raudrī, verbunden mit Māheśvarī.
Vom Mond und Bindu sowie von Kalā durchdrungen entsteht das dritte Bīja.
Danach werden Kubjikā, Mitra, Oḍyāṇa, Pulindikā, Ḍākinī und Yakṣiṇī genannt, verbunden mit Feuer und Kaumārī.
Mit Kalāśekhara verbunden wird eine siebensilbige Form erklärt.
Danach erscheinen Mātaṅgī, Vāmā, Bhīṣaṇa, Kubjikā, Pūrṇapīṭha, Śākinī, Mitrīśa und Ruru.
Es folgen weitere technische Lautverbindungen mit Ṣaṣṭhīśa und Bindu.
Die anschließenden Lautableitungen sind teilweise beschädigt. Genannt werden unter anderem:
Lākinī, Khiṃkhinī, Raudrī, Ruru, Ratnasundarī, Kubjī, Māheśvarī, Vāmā und Śākinī.
Danach folgen Oḍyāṇa beziehungsweise Oḍīśa, Mitranātha, Raudrī und Kapālin.
Vāmā und Yakṣiṇī werden verbunden; darauf folgt eine zweite Lautkombination.
Pūrṇapīṭha wird mit Raudrī beziehungsweise Ruru und Kaumārī verbunden.
Kapālīśa wird eingesetzt, danach Pulindīśa.
Ambikā und Yakṣī folgen, von Ruru durchdrungen.
Bhairava erklärt, dass danach Raudrī allein verwendet wird.
Die folgenden Verse beschreiben eine sehr technische Bīja-Konstruktion anhand von Endlauten wie Ha, Ṇa, Pa, Ya, Repha und weiteren Lauten. Die diplomatische Lesung ist stellenweise beschädigt. Sicher erkennbar ist, dass die Mantra-Form aus mehreren miteinander verschachtelten Bīja- und Gottheitsbezeichnungen konstruiert wird.
Es folgt die Anweisung, bestimmte Lautgruppen zweimal zu wiederholen.
Dann erscheint ausdrücklich die Formel „Vidyujjihvā“ – „Blitzzunge“.
Der Text sagt, dass so eine Folge von knapp neunundvierzig Buchstaben hervorgebracht werde.
Diese wird zweigeteilt; der erste Abschnitt wurde damit erklärt.
Zweiter Mantra-Khaṇḍa
Es folgen weitere technische Lautkonstruktionen.
Ruru wird mit einer bestimmten Lautgruppe verbunden; Saṃhāra wird hinzugefügt und ein weiterer höchster Buchstabe gebildet.
Kapālin wird einbezogen; weitere Lautgruppen werden zweigeteilt.
Mehrere beschädigte Bezeichnungen folgen.
Danach steht:
„Savāmalādhāriṇī“ – eine so bezeichnete Form wird genannt.
Eine weitere Form wird mit Saṃhāra verbunden, jedoch ohne Bindu.
Dann werden drei einzelne Lautgruppen zweimal rezitiert.
Es folgt ausdrücklich:
„Mahāraudrī“.
Danach wird eine weitere Formel mit einem als „Gajavarma“ bezeichneten Bestandteil aufgebaut.
Es folgt:
„Vijṛmbha! Vijṛmbha!“ – „Entfalte dich! Entfalte dich!“
Weiter:
„Nṛtya, nṛtya“ – „Tanze, tanze.“
Danach eine Form „Śilatā Dhāriṇī“ beziehungsweise ähnlich; die Lesung ist unsicher.
Der Text sagt, dass dieser Abschnitt knapp sechzig Buchstaben umfasse und als zweiter Khaṇḍa zu verstehen sei.
Dritter Khaṇḍa
Es folgen die Ausdrücke:
„Bhṛkuṭita“ – mit zusammengezogenen Brauen,
„Taṭāṭopa“ – stark aufwallend beziehungsweise machtvoll sich erhebend,
und:
„Viṣamakṛtānana“ – mit furchterregend verzerrtem Antlitz.
Danach:
„Mahārakta-vasā-medo-viliptāṅga“ – deren Körper mit viel Blut, Fett und Mark gesalbt ist.
Es folgen doppelt wiederholte Lautgruppen und Zornesformeln.
Die Göttin wird als dunkel wie eine Regenwolke beschrieben und mit einer Menschenschädel- beziehungsweise Menschenkopf-Girlande verbunden.
Weiter heißt es:
„Visphura, visphura“ – „Flamme auf, flamme auf!“
und:
„Ghaṇṭārava“ – Klang der Glocke.
Dann:
„Kīrṇadehā“ – eine Gestalt mit bedecktem beziehungsweise überstreutem Leib,
und:
„Vasāmāṃsapriyā“ – die Fett und Fleisch liebt.
Weitere Bīja-Verbindungen folgen.
Dieser dritte Abschnitt umfasst, so der Text, knapp achtzig Buchstaben.
Vierter Khaṇḍa
Nun wird der vierte Abschnitt erklärt.
Wieder werden verschiedene technische Lautbestandteile miteinander verbunden.
Nāgaloka wird genannt, ebenso Ambikā und Raudra-Rūpa.
Es folgen Nāda, Bindu, Mṛgāṅka sowie Sonne, Mond und Feuer.
Eine weitere Form wird mit Brāhmī und Bindu verbunden.
Dann erscheinen klare Befehlsformen:
„Kṛnta, kṛnta“ – „Schneide, schneide!“
„Ākarṣaya, ākarṣaya“ – „Ziehe heran, ziehe heran!“
„Dhuna, dhuna“ – „Schüttle, schüttle!“
Danach werden zwei Śūnya-Lautgruppen genannt.
Eine weitere Bīja-Verbindung wird mit Aindrī verbunden und mit Bindu versehen.
Dann:
„Vijṛmbhaṇi“ – „Entfalte dich!“
Der vierte Abschnitt umfasst etwa vierzig Buchstaben.
Fünfter Khaṇḍa
Danach beginnt der fünfte Abschnitt.
Es werden weitere Bīja-Verbindungen mit Vāmā, Khaḍga und Kaumārī aufgebaut.
Darauf folgen klare Mantra-Wörter:
„Krodharūpe“ – „O du von zornvoller Gestalt!“
„Prajvala, prajvala“ – „Flamme auf, flamme auf!“
„Bhīma, Bhīṣaṇi“ – „O Furchtbare, o Schreckliche!“
„Bhinda, bhinda“ – „Spalte, spalte!“
„Mahāmāye“ – „O große Māyā!“
„Chinda, chinda“ – „Schneide, schneide!“
„Karālini“ – „O Furchterregende!“
Danach folgt eine doppelte kiṭi-Lautfolge.
Es folgen:
„Mahābhūta“, „Mātā“, eine weitere beschädigte Form, „Duṣṭa“, und „Nivāriṇī“ – „die Abwehrende“.
Dieser fünfte Abschnitt umfasst zweiundfünfzig Buchstaben.
Sechster Khaṇḍa
Es folgen:
„Jaya, jaya“ – „Sieg, Sieg!“
„Vijaye, vijaye“ – „O Siegreiche, o Siegreiche!“
Eine weitere Kūṭa- und Phetkārī-Form wird genannt.
Eine mit Kaumārī und Kalāśekhara verbundene Lautfolge soll dreimal sorgfältig rezitiert werden.
Sie wird bezeichnet als:
Beseitigerin von Nāgas, Bhūtas und Gift,
Verbrennerin beziehungsweise Vernichterin feindlicher Kräfte,
Abwehrerin aller Übeltäter,
Beseitigerin aller Fieber,
und Zerstörerin von Unheil und Feinden.
Danach wird eine Śabarīśa-Form mit Khiṃkhinī und einer halben Mātrā genannt.
Diese wird dreifach gemacht und mit der „Gemahlin des Feuers“, also Svāhā, verbunden.
Der sechste Abschnitt umfasst zweiundzwanzig Buchstaben.
Mit allen sechs Khaṇḍas zusammen beträgt die Zahl der Buchstaben dreihundert.
Geheimhaltung und Guru-Übertragung
Diese Lehre soll nicht beliebigen Menschen mitgeteilt werden, wenn höchste Siddhi gewünscht wird.
Wird sie ungeprüft weitergegeben, bleibt sie wirkungslos.
Wer sie eigenmächtig an sich nimmt, ohne die richtige Übertragung, dem entstehen Hindernisse auf Schritt und Tritt.
Man soll vielmehr die Füße des Guru anrufen, ihn sorgfältig verehren und sich vor ihm verneigen.
Mit heiterem und hingebungsvollem Geist soll man die Lehre empfangen – nicht anders.
Schon durch das Lesen soll sie Siddhi verleihen, ja selbst durch einmaliges Aussprechen.
Wer sie einmal vollständig rezitiert, wird im übertragenen Sinn so angesehen, als hätte er in allen Tīrthas gebadet und an allen Yajñas und Dīkṣās teilgenommen.
Der Text bekräftigt dies mit den Worten:
„Wahrlich, wahrlich.“
Dhyāna der Trailokyavijayā / Siddhilakṣmī
Nun folgt die große Meditation der Göttin.
Sie ist Mahāraudrā – die große Schreckliche.
Ihre Farbe ist dunkel und blau, ähnlich einer tiefen Regenwolke.
Sie besitzt furchterregende Fangzähne.
Ihr Antlitz ist schrecklich.
Ihre Augen beziehungsweise Wimpern werden als rötlich-braun beschrieben, ebenso ihr Haar.
Ihre Zunge hängt heraus und bewegt sich leckend.
Sie erscheint wie ein Blitz inmitten einer dichten Wolke.
Ihre Stimme beziehungsweise ihr Klang ist tief wie Donner.
Sie hat sechs Gesichter, alle von ungewöhnlicher und furchterregender Gestalt.
Sie besitzt achtzehn Augen, die rot leuchten wie die Sonne.
Ihr Körper erscheint von einem Netz von Adern überzogen; sie ist mager beziehungsweise fleischlos und zieht die Brauen zusammen.
Sie trägt eine Girlande aus menschlichen Köpfen beziehungsweise Körperteilen.
Flammengirlanden umgeben sie.
Selbst Götter und Asuras können sie kaum anschauen.
Die Göttin besitzt achtzehn Arme.
Sie trägt ein Fell, das als Leoparden- beziehungsweise Tierhaut beschrieben wird.
In ihren rechten Händen hält sie nach der überlieferten Reihenfolge:
eine Tierhaut, ein Maṇḍala-artiges Instrument beziehungsweise eine Waffe, Pfeil, Rathāṅga beziehungsweise Rad, Mudgara, Triśūla, eine weitere Waffe, Khaṭvāṅga, und Kartarī.
In den linken Händen hält sie:
Elefantenhaut, eine weitere Haut, Bogen, Gadā, Aṅkuśa, Pāśa, Glocke, Tarjanī-Geste und ein abgeschlagenes Haupt.
Eine große klingende Glockengirlande befindet sich an ihrer Hüfte.
Auch an Händen, Füßen und Hals erklingen machtvolle Schmuckstücke beziehungsweise Glocken.
Ihr Körper ist mit Blut, Fett und Mark gesalbt.
So soll man Mahādevī Trailokyavijayā Śivā meditieren.
Sie schenkt Bhukti.
Sie schenkt Mukti.
Sie ist Vidyā.
Sie schenkt Sieg.
Sie schenkt Siddhi.
Es gibt, so erklärt der Text, in den drei Welten keine Vidyā, die ihr gleicht.
Lobpreis der Vidyā
Es gibt nichts im Beweglichen und Unbeweglichen, was diese Göttin nicht zu bewirken vermöchte – so lautet die traditionelle Verheißung.
Sie ist äußerst leuchtend und zugleich furchtbar.
Sie wird als Pratyaṅgirā und Mahākālī bezeichnet.
Der Text behauptet, dass für den Sādhaka schon ihre Erinnerung wirksam sei.
Für sie gebe es keine feste Vorschrift bezüglich Kāla oder Velā.
Auch Dhyāna, Japa, Vrata und Tapas seien nicht zwingend notwendig.
Schon durch eine einzige vollständige Rezitation erlange man die gewünschte Frucht.
Sie beruhigt alle Sünden.
Sie bringt alle Arten von Wohlstand und Tugend hervor.
Sie beseitigt alle Unheilsfolgen.
Sie zerschmettert alle Übeltäter.
Sie vernichtet alle schädlichen beziehungsweise ungünstigen Einflüsse.
Sie zerstört Armut.
Sie lindert Krankheiten.
Sie zerstreut Bedrängnisse.
Sie bringt Saubhāgya hervor.
Sie führt zu Mahābhāgya, großem Glück und hoher Segenskraft.
Von dem Augenblick an, in dem diese Vidyā im Ohr verankert beziehungsweise empfangen wurde, wird sie als glückbringend beschrieben.
Von da an erstrahlt sie überall als Bhairavī.
Der Text schreibt ihr zu, selbst schwere Verfehlungen spielerisch zu vernichten.
Bei demjenigen, in dessen Herzen diese Vidyā wohnt, entsteht Mantra-Siddhi.
Wer eine besondere Niṣṭhā beziehungsweise feste Praxis beginnt, soll durch sie vielfach verstärkte Wirkung erlangen; die betreffende Zeile ist teilweise beschädigt.
Schon durch bloße Erinnerung verwirklicht sie nach Aussage des Textes alle Aufgaben.
Kein gegnerisches Yantra und keine Verriegelung vermögen sie aufzuhalten.
Durch bloße Erinnerung, o Schönhüftige, soll sie alles Bewegliche und Unbewegliche in Bewegung setzen beziehungsweise anziehen.
Es folgen weitere stark erotisch beziehungsweise kaulisch gefärbte Wirkungsaussagen; einzelne Wörter sind beschädigt.
Diese Vidyā wird als Kāma-araṇī – als Reibholz beziehungsweise Quelle der Begehrenskraft – bezeichnet und zugleich als Vernichterin des Werdens.
Sie erstrahlt unablässig in der Höhlung des Lotus des Herz-Cakras.
Wenn sie Spanda und Aspanda, Bewegung und Nichtbewegung, verschlingt, wird sie als Caṇḍeśvarī bezeichnet.
Sie gilt als höchste Kraft des Bewusstseins, in der die Dhī – die Erkenntniskraft – aufleuchtet.
Schon durch Erinnerung lässt sie das Netz der Fesseln verschwinden.
Sieben Koṭis von Mantras seien aus ihrem Körper hervorgegangen.
Jeder einzelne Mantra wiederum entfalte zahllose weitere Mantras; daher wird sie als Herrin von sieben Koṭis bezeichnet.
Ihre Macht, ihre Kraft und ihre offenbare wie nichtoffenbare Wirksamkeit können, so sagt Bhairava, nicht vollständig ausgesprochen werden.
„Wahrlich, wahrlich, o große Mutter.“
Nur ein kleiner Teil ihrer Herrlichkeit sei bisher erklärt worden; nun werde ihr weiteres Karma beschrieben.
Farb-, Mālā- und Wirkungszuordnungen
Für Vaśya- und Ākarṣaṇa-Handlungen soll die Göttin rot visualisiert werden.
Dabei wird eine rote beziehungsweise Ruddy-Mālā genannt, alternativ eine aus rotem Sandelholz.
Für Āpyāyana, Stärkung und Lebensförderung soll die Göttin inmitten des Vollmondes als Nektar verströmend meditiert werden.
Dabei verwendet man eine Mālā aus Perlen.
Der Text sagt, dies sei lebensfördernd und mit Mṛtyuñjaya-Kraft verbunden.
Für destruktive beziehungsweise feindbezogene Rituale soll die Göttin schwarz visualisiert werden; eine dunkle Mālā wird genannt.
Der Text behauptet, dass dadurch sogar ein von den Göttern geschütztes Ziel vernichtet werden könne.
Für Uccāṭana soll sie rauchfarben visualisiert werden; eine entsprechende Mālā wird genannt.
Für Śāntika und Pauṣṭika soll sie weiß visualisiert werden; die Mālā besteht aus Kristall.
Für Stambhana soll sie gelb visualisiert werden; genannt wird eine Puṣparāga-Mālā.
Wer sie im Laya-Ort meditiert, soll mit einer Rudrākṣa-Mālā rezitieren.
Der Text sagt, dies führe zur Vereinigung mit Shiva.
Sieben Rezitationen sollen die Frucht aller Tīrthas geben.
Schon einmaliges Aussprechen soll große Sünden beseitigen.
Man erlange die Frucht aller Yajñas und aller Dīkṣās.
Wer gegen den Samayācāra verstoßen hat, soll durch hundert Rezitationen gereinigt werden.
Dann ruft der Text aus:
„O, welch große Macht besitzt dieser Mantra, wenn er beständig rezitiert wird!“
Auch ohne Laya-Yoga werde der Praktizierende dadurch den großen Yogis gleich – so lautet die traditionelle Behauptung.
Neun Bījas und ihre Tattva-Zuordnung
Nun sagt Bhairava:
„Jetzt werde ich dir erneut, o Schönhüftige, anhand der neun Bījas den sicher bestimmten Schatz der rituellen Anwendungen erklären.“
Es folgt eine Reihe von neun Bīja- und Tattva-Zuordnungen.
Genannt werden:
Śivatattva, Caṇḍikā, Sadāśiva, Īśvara, Caṇḍarūpā, Bhrūvidyā, Caṇḍavatī, Māyātattva, Caṇḍā, Kulanāyikā, Caṇḍanāyikā, Caṇḍogrā, Niyati, Pracaṇḍā, Puruṣa, Rudracaṇḍā.
Die Lautfolgen lauten unter anderem:
Aiṃ, Hrīṃ, Trūṃ, Krūṃ, Drūṃ, Prūṃ, Kṣrūṃ, Hrūṃ,
sowie eine weitere technische Form.
Die zugehörigen Farben werden als rot, hell beziehungsweise weißlich, rötlich, schwarz, lotusfarben, weiß und rauchfarben beschrieben; die genaue Reihenfolge ist in der Handschrift nicht überall eindeutig.
Die neun Bījas werden mit einer längeren Lautfolge verbunden, die auf śikhāśekhara verweist.
Der Text sagt ausdrücklich:
„Dieser neunsilbige Mantra ist im Śrī Jayadratha Yāmala gelehrt.“
Neunfeld-Yantra beziehungsweise Koṣṭha-Anordnung
Nun wird eine graphische Anordnung beschrieben.
Von Osten nach Westen und von Süden nach Norden werden jeweils vier Linien gezogen.
Dadurch entsteht deutlich ein Feld aus neun Koṣṭhas.
In diese neun Felder werden die neun Tattva-Buchstaben geschrieben.
Beginnend mit Ugradaṇḍā werden sie eingesetzt.
Je nach beabsichtigtem Karma wird die Reihenfolge verändert.
Für Vaśya werden Prakṛti, Sadāśiva beziehungsweise Īśvara und weitere Tattvas in einer bestimmten Reihenfolge gesetzt.
Für Dveṣa beziehungsweise Vidveṣa wird die Reihenfolge umgekehrt.
Für Schutz beziehungsweise Vāraṇa werden Caṇḍā- und Caṇḍogrā-Gruppen entsprechend angeordnet.
Weitere Zuordnungen betreffen Niyati, Puruṣa und Prakṛti.
Die letzten Zeilen dieser technischen Anordnung sind teilweise beschädigt.
Abschluss des Siddhilakṣmī-Vidhāna
Bhairava sagt sinngemäß:
„Dieses sechsfache beziehungsweise sechs Khaṇḍas umfassende System habe ich dir erklärt, o Kāli, o Herrin der Götter.“
Der Text nennt eine komplexe Buchstaben- und Zahlenstruktur mit insgesamt mehreren hundert Lautbestandteilen.
Er warnt nochmals:
„Diese Lehre soll nicht an beliebiger Stelle und nicht beliebigen Menschen mitgeteilt werden.“
Damit endet im Bhairava-Strom, im Vidyāpīṭha, im Śiraccheda-Abschnitt des großen Jayadratha-Yāmala, im zweiten Ṣaṭka des Sāhasra, der sechsunddreißigste Paṭala über die Ordnung der Siddhilakṣmī.
Der abschließende Schreibervermerk nennt ein Datum beziehungsweise eine Zeitangabe und endet mit:
„Maṅgala – großes Heil und Glück.“
Inspirationen aus dem Siddhilakshmi Mantroddhara
„Alles wird in der Einheit von Brahma, Vishnu und Maheshvara geheiligt.“
yatsarvvambhakṣabhojyañca brahmatva nāgataḥ priye |
rasadravyañca yatsarvvam viṣṇutvena vyavasthitaṃ ||
tayo samarasaṃ kṛtvā svayambhoktā maheśvaraḥ ||
Inspiration: Die Passage deutet Nahrung, Flüssigkeit und den Genießenden in einem göttlichen Zusammenhang. Für heutige Aspiranten kann dies als Anregung zu Achtsamkeit und Sakralisierung alltäglicher Handlungen gelesen werden.
„Die Göttin wird aus dem Mund des Guru empfangen.“
eṣā śrīsamayā devī guruvaktrā tu labhyate |
Inspiration: Wissen ist in der tantrischen Tradition nicht nur Information. Es wird durch Beziehung, Praxis, Verantwortung und Reifung lebendig.
„Mahatripurasundari – die große Göttin der drei Welten.“
evameṣā mahādevī mahātripurasundarī ||
Inspiration: Hinter den vielen technischen Mantra-Passagen steht immer wieder die Vorstellung einer höchsten Shakti, die alle Ebenen der Wirklichkeit durchdringt.
„Siddhilakshmi schenkt Siddhi im Herzen.“
mantrārādhana tatparasya hṛdaye sābhīṣṭisiddhipradā ||
Inspiration: Der Vers verortet die verheißene Siddhi im Herzen des Mantra-Verehrers. Eine weitergehende psychologische Deutung ist eine moderne Lesart und nicht ausdrücklich Teil des Sanskritwortlauts.
Zur Vertiefung von Shakti und Mantra kann ergänzend dieses Yoga-Vidya-Video eingebunden werden:
{#ev:youtube|S4WxWG_D11Y}
Eine meditative Ergänzung zur inneren Bewusstseinsausrichtung bietet:
{#ev:youtube|btZbC9PPAQc}
Abschließende Betrachtung
Der Siddhilakshmi Mantroddhara ist ein schwieriger und vielfach beschädigter Text. Sein besonderer Wert liegt darin, dass er Einblick in eine konkrete Welt tantrischer Ritual- und Mantratechnik gibt: Mantras werden verschlüsselt hergeleitet, Elemente visualisiert, Körperorte geheiligt, Nektar und Opfergaben kosmologisch gedeutet und unterschiedliche Göttinnen in ein umfassendes Shakti-System eingebunden.
Für moderne Leser ist dabei philologische Besonnenheit entscheidend. Die Handschrift ist an vielen Stellen beschädigt. Wo ein Mantra nur noch in Chiffren, Fragezeichen und Lücken erhalten ist, wäre es unseriös, aus Vermutungen eine „vollständige“ Praxisformel herzustellen.
Trotz der beschädigten Überlieferung ist erkennbar, dass Siddhilakshmi mit Siddhi, Schutz, Leidüberwindung und hoher Shakti-Verehrung verbunden wird. Darüber hinaus sollte aus dem fragmentarischen Text keine geschlossenere Theologie konstruiert werden, als die Quelle tatsächlich trägt.
So lässt sich der Siddhilakshmi Mantroddhara vor allem als historisches Ritualdokument lesen, in dem Körper, Laut, Elemente, Gottheiten und Mantra eng aufeinander bezogen werden.
Textgrundlage
Grundlage dieses Artikels sind ausschließlich die vom Nutzer bereitgestellten Muktabodha-Dateien M00570, Siddhilakṣmīmantroddhara in Umschrift und Devanagari. Muktabodha nennt als Handschrift NGMCP 5-848, Reel B 28/23; das Werk wird dort als Ritual manual beschrieben. Die Handschrift wurde von Dr. Mark S. G. Dyczkowski ausgewählt und vom Muktabodha-Team unter der Leitung von Dr. Anirban Dash elektronisch erfasst.
Die Umschrift- und Devanagari-Datei zeigen dieselben erkennbaren beschädigten bzw. unsicheren Stellen. Fragezeichen, Sternchen und ungewöhnliche Formen wurden bewusst beibehalten. Es wurde keine fremde Sanskritfassung verwendet, um Lücken zu schließen, Lesarten zu glätten oder Mantras zu rekonstruieren. Wo keine sichere vollständige Übersetzung möglich ist, gibt der Artikel nur den belastbaren Inhalt der Passage wieder.
Siehe auch
- Siddhilakshmi
- Lakshmi
- Shakti
- Devi
- Kubjika
- Tripura Sundari
- Mahatripurasundari
- Mahakali
- Kuleshvari
- Mantra
- Bija Mantra
- Tantra
- Kaula
- Kundalini
- Nyasa
- Dhyana
- Puja
- Homa
- Japa
- Guru
Seminare
Wer die spirituelle Dimension von Mantra, Shakti und Meditation vertiefen möchte, findet bei Yoga Vidya passende Seminare aus dem Bereich Mantra und Meditation:
- 08.11.2026 - 13.11.2026 Gong Ausbildung
Möchtest du den Gong, dieses machtvolle Instrument näher kennenlernen? In der Gong Ausbildung bei Yoga Vidya lernst du, Gongs professionell einzusetze…- Maik Hofmeister, Jeannine Hofmeister
- 10.11.2026 - 10.11.2026 Mantra-Konzert
Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr- Aleah Gandarvika
Auch Kundalini-Yoga-Seminare bieten einen praxisorientierten Zugang zu Shakti und innerer Energie:
- 13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Manuel Hirning
- 22.11.2026 - 27.11.2026 Chakras und Kundalini Yoga - Selbstentfaltung und ganzheitliche Weiterentwicklung
Eine Woche intensiver Praxis mit Techniken aus dem Kundalini Yoga: langes Halten der Asanas mit Chakra Konzentration, fortgeschrittene Pranayama Übunge…- Gauri Blumenthal