Shiva Puja der acht Gestalten
Shiva Puja der acht Gestalten verehrt Shiva als Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum, Opfernden, Mond und Sonne. Die acht Gaben führen die äußere Welt und den verehrenden Menschen in einer gemeinsamen Betrachtung zusammen.

Umfang der Anleitung: Redaktionelle Kurz-Puja des vollständigen Achtgestalten-Kreises; keine vollständige Parthiva-Linga-Puja.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Shaiva-Praktizierende mit Kenntnis des Panchakshara beziehungsweise seiner mit Om gesprochenen Fassung. Bereitlegen: Shiva-Bild oder häuslicher Shiva-Stein, saubere Unterlage, neun kleine Blütengaben oder Akshata, Räucherwerk, sichere Lampe, vegetarische Speise und Zählhilfe. Die persönliche Mantra-Unterweisung bleibt maßgeblich. Eine dauerhafte Tempel- oder Linga-Weihe verlangt ihre eigene Ordnung. Die Lampe bleibt beaufsichtigt.
1. Die acht Plätze vorbereiten
Stelle ein Shiva-Bild oder einen kleinen häuslichen Shiva-Stein in die Mitte einer sauberen Unterlage. Markiere darum acht Plätze in den angegebenen Himmelsrichtungen. Für diese Ausarbeitung gelten die tatsächlichen Himmelsrichtungen: Beginne im Osten und gehe gegen den Uhrzeigersinn weiter, also über Nordosten und Norden. Das folgt dem ausdrücklichen „prāgādi-vāmāvartena“ der Quelle.
2. Shiva vergegenwärtigen
Sitze ruhig. Betrachte Shiva als freundliche Mitte seiner Familie und sprich den Meditationsvers:
dakṣāṅkasthaṃ gajapatimukhaṃ prāmṛśan dakṣadoṣṇā |
vāmorusthāgapatitanayāṅkagaṃ guhaṃ cāpareṇa |
iṣṭābhītipradakarayugo dhārayan indukāntiḥ |
so’vyād asmāṃs tribhuvananato nīlakaṇṭhas trinetraḥ ||
Mit dem rechten Arm streichelt er den elefantenköpfigen Sohn auf seinem rechten Schoß; mit dem anderen Guha, der auf dem Schoß der Bergestochter sitzt, die auf seinem linken Schenkel ruht. Ein weiteres Händepaar gewährt das Erwünschte und Furchtlosigkeit. Möge uns der mondhelle, blaukehlige, dreiäugige Shiva beschützen, vor dem sich die drei Welten verneigen.
Yoga-Vidya-Video zur Bedeutung der Puja.
3. Eine zentrale Gabe
Lege eine Blüte vor Shiva und sprich:
oṃ namaḥ śivāya
Om. Verehrung Shiva.
Diese einfache Namensgabe eröffnet die hier begrenzte Achtgestalten-Verehrung. Sie ist keine dauerhafte Weihe des Gegenstands.
4. Die acht Gestalten verehren
Lege auf jeden Platz eine Blüte oder eine kleine saubere Reisgabe. Sprich die jeweilige Formel einmal und vergegenwärtige den genannten Aspekt. Erde, Wasser und die weiteren Aspekte sind die Zuordnungen dieser Quelle.
| Richtung | Vollständige Formel | Bedeutung und Betrachtung |
|---|---|---|
| Osten | oṃ śarvāya namaḥ | Verehrung Sharva. Betrachte Shiva in der Gestalt: Erde. |
| Nordosten | oṃ bhavāya namaḥ | Verehrung Bhava. Betrachte Shiva in der Gestalt: Wasser. |
| Norden | oṃ rudrāya namaḥ | Verehrung Rudra. Betrachte Shiva in der Gestalt: Feuer. |
| Nordwesten | oṃ ugrāya namaḥ | Verehrung Ugra. Betrachte Shiva in der Gestalt: Luft. |
| Westen | oṃ bhīmāya namaḥ | Verehrung Bhima. Betrachte Shiva in der Gestalt: Raum. |
| Südwesten | oṃ paśupataye namaḥ | Verehrung Pashupati. Betrachte Shiva in der Gestalt: Opfernder. |
| Süden | oṃ mahādevāya namaḥ | Verehrung Mahadeva. Betrachte Shiva in der Gestalt: Mond. |
| Südosten | oṃ īśānāya namaḥ | Verehrung Ishana. Betrachte Shiva in der Gestalt: Sonne. |
Die Formeln werden hier einheitlich als Namensanrufungen aus den überlieferten acht Namen gebildet. Sie enthalten keine zusätzlich behaupteten geheimen Bijas. Die Zuordnung „Opfernder“ erinnert daran, dass auch der verehrende Mensch in die achtfache Gegenwart aufgenommen ist.
5. Duft, Licht und Speise
Stelle Räucherwerk vor Shiva, hebe eine sicher brennende Lampe kurz an und stelle sie wieder ab. Stelle anschließend eine kleine Schale frischer vegetarischer Speise vor das Bild. Sprich bei jeder der drei Handlungen einmal vollständig:
oṃ namaḥ śivāya
Om. Verehrung Shiva.
Die Quelle nennt diese drei Dienste nach der achtfachen Verehrung. Ihre Ausführung als schlichte Namensgaben ist die hier gewählte Kurzform.
6. Japa und Abschluss
Wiederhole den Mantra 108-mal; diese Sitzungszahl wird hier aus der allgemeinen Japa-Anleitung des Mantramahodadhi übernommen:
oṃ namaḥ śivāya
Om. Verehrung Shiva.
Biete die Rezitation im Geist in Shivas rechter Hand dar und sprich:
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm die von uns vollzogene Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Verneige dich. Nimm die acht Gestalten als Erscheinungen einer Gegenwart wahr und lass die gesamte Vorstellung im Herzen ruhen. Teile die Speise nach einem stillen Moment als Prasad. Entferne die kleinen Gaben nach Abschluss achtsam; es besteht keine Verpflichtung, sie in ein Gewässer zu geben.
Siehe auch
- Harihara Nyasa und Japa der göttlichen Einheit
- Laghu Mrityunjaya Japa mit dem dreisilbigen Mantra
- Shiva
- Puja
- Japa
- Nyasa
- Dhyana
- Bhakti
- Diksha
- Guru
- Sankalpa
- Tantra
- Mantramahodadhi
- Brihat Tantrasara
- Nityotsava
- Mahanirvana Tantra
- Tantra Ritualanleitungen Sammlung 04
Seminare
Hinduistische Rituale
- 08.11.2026 - 08.11.2026 Diwali - das Fest des Lichts
Diwali ist eines der wichtigsten Feste in Indien. Diwali ist das Lichterfest zur Öffnung des Herzens und der Entfaltung allumfassender Liebe. 20:00 Uhr…- Sukadev Bretz
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Bhakti Yoga
- 03.11.2026 - 03.11.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita
Herzöffnung pur
21:10 - 22:00 Uhr- Gruppe Mudita
- 06.11.2026 - 08.11.2026 Harmonium Lernseminar
Lerne, Harmonium zu spielen! Wenn vorhanden, bitte eigenes Harmonium mitbringen. Keine Vorkenntnisse nötig.- Alisa Yakhontova
Quellen und redaktionelle Hinweise
Mantramahodadhi, Mahīdhara, Sanskrit-Grundtext mit dem eigenen Kommentar Naukā; verwendete Projektfassung Mantramahodadhi Sanskrit IAST. 19.81–88, insbesondere 19.82 (Dhyana), 19.84–86 (acht Namen, Richtung und Gestalten), 19.83 und Naukā (Shiva-Mantra). Die Achtgestalten-Verehrung steht dort in der umfassenderen Puja eines irdenen Linga. Sie wird hier ausdrücklich als redaktionell verselbstständigte Kurz-Puja ausgearbeitet; Herstellung des Linga, Ganesha/Skanda-Figuren, Dikpala-Kreis und Homa sind nicht ihr beanspruchter Umfang. 21.169 liefert die gewählten 108 Wiederholungen, 22.152 das Darbringungsgebet. Die acht kurzen Namensformeln sind grammatisch ausgeschriebene Anrufungen, keine wörtlich so ausgeschriebene Mantraliste des Grundtexts.