Samataa

Aus Yogawiki
Samataa

Samataa (Sanskrit)= Gleichmut. Das ist eine alternative Schreibweise für Samata

Der Sanskrit-Ausdruck Samata (समता) bedeutet wörtlich „Gleichmut“, „Ausgeglichenheit“ oder „Gleichheit des Geistes“. Er beschreibt einen inneren Zustand, in dem du Freude und Leid, Erfolg und Misserfolg, Lob und Tadel mit derselben ruhigen Gelassenheit begegnest. Es geht nicht darum, Gefühle zu unterdrücken, sondern darum, eine tiefe innere Stabilität zu entwickeln, die dich nicht von äußeren Umständen abhängig macht.

In der indischen Spiritualität und im Hinduismus ist Samata eine zentrale Tugend. Die Bhagavad Gita, eines der wichtigsten philosophischen Werke, spricht davon immer wieder. Krishna lehrt Arjuna, dass der wahre Yogi derjenige ist, der „im Glück und im Leid, bei Gewinn und Verlust, bei Sieg und Niederlage denselben Gleichmut bewahrt“ (Bhagavad Gita 2.48). Dieser Gleichmut wird als Voraussetzung für spirituelles Wachstum gesehen, denn nur wenn du nicht mehr von den Wellen der Emotionen hin und her geworfen wirst, kannst du klar erkennen, wer du wirklich bist.

In der Yogapraxis begegnet dir Samata vor allem auf der mentalen Ebene. Stell dir vor, du stehst in einer schwierigen Asana wie dem Krieger III. Deine Beine zittern, der Schweiß läuft, und der Gedanke „Ich will aufhören“ taucht auf. In diesem Moment kannst du Samata üben: Du nimmst das Unbehagen wahr, ohne es zu bekämpfen oder dich davon mitreißen zu lassen. Du atmest ruhig weiter und bleibst präsent. Genauso kannst du Samata kultivieren, wenn eine Yogastunde im Ashram besonders gut läuft und du dich stark fühlst – auch dann bleibst du innerlich ausgeglichen, ohne in Euphorie zu schwelgen.

Unser Guru Swami Sivananda hat einmal gesagt: „Samata ist die Krone der Yogapraxis. Sie macht dich frei von den Launen des Schicksals.“ Wenn du Samata entwickelst, wirst du im Alltag gelassener. Du ärgerst dich weniger über Verspätungen oder Kritik, aber du freust dich auch nicht übermäßig über Komplimente oder Erfolge. Du bleibst in deiner Mitte – wie ein großer Fels, an dem die Wellen des Lebens vorbeiziehen, ohne ihn zu erschüttern.

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