Katyayani Puja mit der achtsilbigen Vidya nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Katyayani Puja mit der achtsilbigen Vidya nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Katyayani mit der Maya-Shri-Vidya anzurufen.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Umfang und Überlieferung

Die Bijas sind aus den in P3-0140 genannten Standardbezeichnungen aufgelöst.

Hauptmantra

hrīṃ śrīṃ kātyāyanyai svāhā

Bedeutung und Funktion: Hrim Shrim, der Katyayani sei diese Darbringung geweiht.

Durchführung

  1. Verwende für diese Form die Folge aus Maya-Bija, Rama-Bija, Katyayani im Dativ und Svaha.
  2. Übernimm das Katyayani-Dhyana und die verwiesene Puja, halte aber diese Grundform während der ganzen Durchführung bei.
  3. Wiederhole den Mantra und schließe die Verehrung nach der Katyayani-Ordnung ab.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P3-0140 · 19
māyābījaṃ samuddhṛtya ramābījaṃ tataḥ param |
katyāyanīpadaṃ ṅe'ntaṃ vahnerbhāryā tataḥ param |
aṣṭākṣarī mahāvidyā sarvakāmaphalapradā |
dhyānapūjādikaṃ sarvaṃ pūrvavacca samācaret |
iti kātyāyanīkalpaḥ
|| 19 ||

„Man nehme das Māyā-Bīja, dann das Ramā-Bīja und kātyāyanī mit Dativendung, danach die Gemahlin des Feuers. Diese achtsilbige Mahāvidyā verleiht die Frucht sämtlicher Wünsche. Meditation, Verehrung und alles Weitere führe man wie zuvor aus.“ Damit endet der Kātyāyanī-Kalpa.


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P3-0125 · 4
cintāmaṇiriti khyāto māyādyāpi vicintyite |
devatā caṇḍikā chando gāyatrī kapilo muniḥ |
lakṣamekaṃ japenmantraṃ daśāṃśaṃ juhuyāt tataḥ |
mātṛkokte yajet pīṭhe bījenāṅgakriyā matā |
ādāvaṅgāni sampūjya śastrapūjā tataḥ param
|| 4 ||

„Es ist als Cintāmaṇi bekannt; auch mit Māyā am Anfang wird es betrachtet. Die Gottheit ist Caṇḍikā, das Versmaß Gāyatrī, der Seher Kapila. Man wiederhole 100.000-mal und opfere dann ein Zehntel im Feuer. Man verehre auf dem für die Mātṛkā genannten Pīṭha; die Gliederhandlung wird mit dem Bīja ausgeführt. Zuerst verehre man die Glieder, dann die Waffen.“


P3-0126 · 5
lokapālāstataḥ pūjyāsteṣāmastrāṇi tadbahiḥ |
ḍākinÄ«-yoginī caiva khecarī śākinī tathā |
dikṣu pūjyā imā devyaḥ susiddhāḥ phaladāyikāḥ
|| 5 ||

„Danach sind die Welthüter zu verehren, außerhalb ihre Waffen. Ḍākinī, Yoginī, Khecarī und Śākinī: Diese vollkommenen, Frucht verleihenden Göttinnen sind in den Richtungen zu verehren.“ [ḍākinī ist im Ausgangstext durch einen Zeichenkodierungsfehler beschädigt.]


P3-0127 · 6
tato dhyānam :
savyapādasarojenālaṃkṛtorubhṛgādhipām |
vāmapādāgradalitamahiṣāsuranirbharām |
suprasannāṃ suvadanāṃ cārunetratrayānvitām |
hāranūpurakeyūrajaṭāmukuṭamaṇḍitām |
vicitrapaṭṭavasanāmarddhacandravibhūṣitām |
khaḍgakheṭakavajrāṇi triśūlaṃ viśikhaṃ tathā |
dhārayantīṃ dhanuḥ pāśaṃ śaṃkhaṃ ghaṇṭāṃ saroruham |
bāhubhirlalitairdevīṃ koṭicandra-samaprabhām |
samāvṛtairdiviṣadairdevairākāśasaṃsthitaiḥ |
stūyamānāṃ modamānairlokapālādibhiḥ sadā |
evaṃ sañcintayed devīṃ jāyate narapuṅgavaḥ
|| 6 ||

Dann die Meditation: „Ihr rechter Lotusfuß schmückt den mächtigen Herrn der Tiere [den Löwen]; ihre linke Fußspitze drückt den Dämon Mahiṣāsura nieder. Sie ist ganz gnädig, schönangesichtig und hat drei schöne Augen; geschmückt mit Ketten, Fußreifen, Armreifen und einer Krone aus verfilztem Haar. Sie trägt vielfältige Seidengewänder und eine Mondsichel. Mit ihren anmutigen Armen hält die Göttin Schwert, Schild, Donnerkeil, Dreizack, Pfeil, Bogen, Schlinge, Muschel, Glocke und Lotus. Sie strahlt wie zehn Millionen Monde; von den im Himmel weilenden Göttern umgeben, wird sie stets von freudigen Welthütern und den übrigen gepriesen. Wer so die Göttin vergegenwärtigt, wird zum Besten unter den Menschen.“ [Die Lesart urubhṛgādhipa ist beschädigt; der Tierherr ist kontextbezogen als Löwe gelesen.]


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P3-0140 · 19
मायाबीजं समुद्धृत्य रमाबीजं ततः परम् ।
कत्यायनीपदं ङेऽन्तं वह्नेर्भार्या ततः परम् ।
अष्टाक्षरी महाविद्या सर्वकामफलप्रदा ।
ध्यानपूजादिकं सर्वं पूर्ववच्च समाचरेत् ।
इति कात्यायनीकल्पः
॥ १९ ॥

P3-0125 · 4
चिन्तामणिरिति ख्यातो मायाद्यापि विचिन्त्यिते ।
देवता चण्डिका छन्दो गायत्री कपिलो मुनिः ।
लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं दशांशं जुहुयात् ततः ।
मातृकोक्ते यजेत् पीठे बीजेनाङ्गक्रिया मता ।
आदावङ्गानि सम्पूज्य शस्त्रपूजा ततः परम्
॥ ४ ॥

P3-0126 · 5
लोकपालास्ततः पूज्यास्तेषामस्त्राणि तद्बहिः ।
डाकिन्Ä«-योगिनी चैव खेचरी शाकिनी तथा ।
दिक्षु पूज्या इमा देव्यः सुसिद्धाः फलदायिकाः
॥ ५ ॥

P3-0127 · 6
ततो ध्यानम् :
सव्यपादसरोजेनालंकृतोरुभृगाधिपाम् ।
वामपादाग्रदलितमहिषासुरनिर्भराम् ।
सुप्रसन्नां सुवदनां चारुनेत्रत्रयान्विताम् ।
हारनूपुरकेयूरजटामुकुटमण्डिताम् ।
विचित्रपट्टवसनामर्द्धचन्द्रविभूषिताम् ।
खड्गखेटकवज्राणि त्रिशूलं विशिखं तथा ।
धारयन्तीं धनुः पाशं शंखं घण्टां सरोरुहम् ।
बाहुभिर्ललितैर्देवीं कोटिचन्द्र-समप्रभाम् ।
समावृतैर्दिविषदैर्देवैराकाशसंस्थितैः ।
स्तूयमानां मोदमानैर्लोकपालादिभिः सदा ।
एवं सञ्चिन्तयेद् देवीं जायते नरपुङ्गवः
॥ ६ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 3: P3-0140; ergänzend P3-0125–P3-0127


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