Katyayani Puja mit der Chintamani-Vidya nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Katyayani Puja mit der Chintamani-Vidya nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Katyayani in ihrer Chintamani-Mantraform zu verehren.

Voraussetzungen

Die Handlungsfolge ist dokumentiert; die im Text verschlüsselte oder beschädigte Grundvidya muss vor einer wortgetreuen Durchführung geklärt sein. Die hier ausgeschriebenen Teilformeln ersetzen diesen fehlenden Nachweis nicht.

Umfang und Überlieferung

Die politische und gewaltsame Macht verheißenden Verse werden als historische Aussagen wiedergegeben. Sie werden nicht zu einem heutigen Handlungsziel erweitert.

Durchführung

  1. Bestimme den mit Vagbhava beginnenden und mit Namah endenden Mantra nach P3-0124.
  2. Ordne Kapila, Gayatri und Chandika als Rishi, Metrum und Gottheit zu; bereite Nyasa und Kultsitz nach der beschriebenen Reihenfolge.
  3. Meditiere Katyayani mit dem rechten Fuß auf dem Löwen und dem linken auf Mahishasura; lies ihr Dhyana vollständig (P3-0127).
  4. Verehre Glieder, Shaktis, Weltenhüter und Waffen. Die Quelle nennt 100.000 Japa und ein Zehntel Homa für die Purascharana.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P3-0121 · 100 (Auszug)
kātyāyanīkalpaḥ :
bhagavānuvāca :
atiguhyataraṃ mantraṃ pṛṣṭhavatyasi pārvati |
bhaktibhāvena te devi kathayāmi śucismite
|| 100 ||

Kātyāyanī-Kalpa. Der Erhabene sprach: „Ein überaus geheimes Mantra hast du erfragt, Pārvatī. Aus hingebungsvoller Zuneigung werde ich es dir beschreiben, Göttin mit reinem Lächeln.“


P3-0122 · 1
prasannatāṃ yadā yāti devi kātyāyanī tadā |
kavitāmatulaiśvaryaṃ dadāti padamuttamam
|| 1 ||

„Wenn die Göttin Kātyāyanī gnädig wird, schenkt sie Dichtkunst, unvergleichliche Herrlichkeit und den höchsten Rang.“


P3-0123 · 2
strīṇāmākarṣaṇañcaiva māraṇoccāṭane ripoḥ |
nṛpāṇāṃ vaśyatā caiva jāyate ca tathā priye
|| 2 ||

„Auch die Anziehung von Frauen, Tötung und Vertreibung des Gegners sowie die Gefügigkeit von Königen entstehen, o Geliebte.“


P3-0124 · 3
kathayāmi tathā sarvaṃ bhaktyāṃ kalaya madvacaḥ |
ādau śṛṇu mahāmantraṃ vāgbhavādi-namo'ntakam |
vahnyāsanaṃ śivaṃ vāntaṃ binduśāntivibhūṣitam |
cakāraṃ bindunā yuktaṃ caturddaśasvarānvitam |
ṅeyutā caṇḍikā caiva mantraḥ prokto daśākṣaraḥ
|| 3 ||

„Ich werde alles beschreiben; bedenke meine Worte voller Hingabe. Höre zuerst das große Mantra, beginnend mit Vāgbhava und endend mit namaḥ: Śiva auf dem Feuersitz, mit dem Abschluss von va, geschmückt mit Bindu und Śānti; ca mit Bindu und dem vierzehnten Vokal; Caṇḍikā mit Dativendung. Dies wird als zehnsilbiges Mantra bezeichnet.“ [Die mittlere Lautverschlüsselung ist nicht sicher auflösbar; caṇḍikāyai namaḥ bedeutet „Verehrung Caṇḍikā!“.]


P3-0125 · 4
cintāmaṇiriti khyāto māyādyāpi vicintyite |
devatā caṇḍikā chando gāyatrī kapilo muniḥ |
lakṣamekaṃ japenmantraṃ daśāṃśaṃ juhuyāt tataḥ |
mātṛkokte yajet pīṭhe bījenāṅgakriyā matā |
ādāvaṅgāni sampūjya śastrapūjā tataḥ param
|| 4 ||

„Es ist als Cintāmaṇi bekannt; auch mit Māyā am Anfang wird es betrachtet. Die Gottheit ist Caṇḍikā, das Versmaß Gāyatrī, der Seher Kapila. Man wiederhole 100.000-mal und opfere dann ein Zehntel im Feuer. Man verehre auf dem für die Mātṛkā genannten Pīṭha; die Gliederhandlung wird mit dem Bīja ausgeführt. Zuerst verehre man die Glieder, dann die Waffen.“


P3-0126 · 5
lokapālāstataḥ pūjyāsteṣāmastrāṇi tadbahiḥ |
ḍākinÄ«-yoginī caiva khecarī śākinī tathā |
dikṣu pūjyā imā devyaḥ susiddhāḥ phaladāyikāḥ
|| 5 ||

„Danach sind die Welthüter zu verehren, außerhalb ihre Waffen. Ḍākinī, Yoginī, Khecarī und Śākinī: Diese vollkommenen, Frucht verleihenden Göttinnen sind in den Richtungen zu verehren.“ [ḍākinī ist im Ausgangstext durch einen Zeichenkodierungsfehler beschädigt.]


P3-0127 · 6
tato dhyānam :
savyapādasarojenālaṃkṛtorubhṛgādhipām |
vāmapādāgradalitamahiṣāsuranirbharām |
suprasannāṃ suvadanāṃ cārunetratrayānvitām |
hāranūpurakeyūrajaṭāmukuṭamaṇḍitām |
vicitrapaṭṭavasanāmarddhacandravibhūṣitām |
khaḍgakheṭakavajrāṇi triśūlaṃ viśikhaṃ tathā |
dhārayantīṃ dhanuḥ pāśaṃ śaṃkhaṃ ghaṇṭāṃ saroruham |
bāhubhirlalitairdevīṃ koṭicandra-samaprabhām |
samāvṛtairdiviṣadairdevairākāśasaṃsthitaiḥ |
stūyamānāṃ modamānairlokapālādibhiḥ sadā |
evaṃ sañcintayed devīṃ jāyate narapuṅgavaḥ
|| 6 ||

Dann die Meditation: „Ihr rechter Lotusfuß schmückt den mächtigen Herrn der Tiere [den Löwen]; ihre linke Fußspitze drückt den Dämon Mahiṣāsura nieder. Sie ist ganz gnädig, schönangesichtig und hat drei schöne Augen; geschmückt mit Ketten, Fußreifen, Armreifen und einer Krone aus verfilztem Haar. Sie trägt vielfältige Seidengewänder und eine Mondsichel. Mit ihren anmutigen Armen hält die Göttin Schwert, Schild, Donnerkeil, Dreizack, Pfeil, Bogen, Schlinge, Muschel, Glocke und Lotus. Sie strahlt wie zehn Millionen Monde; von den im Himmel weilenden Göttern umgeben, wird sie stets von freudigen Welthütern und den übrigen gepriesen. Wer so die Göttin vergegenwärtigt, wird zum Besten unter den Menschen.“ [Die Lesart urubhṛgādhipa ist beschädigt; der Tierherr ist kontextbezogen als Löwe gelesen.]


P3-0128 · 7
kṣatriyeṣu yathā rāmo deveṣu ca purandaraḥ |
bhujaṅgeṣu yathā tārkṣyaḥ krūrakāryo yathā śaniḥ
|| 7 ||

„Wie Rāma unter den Kriegern, Purandara unter den Göttern, Garuḍa gegenüber den Schlangen und Śani bei grausamen Handlungen …“


P3-0129 · 8
śakunteṣu yathā śyeno mantrajño balavāṃstathā |
idanta paramaṃ guhyaṃ saṃkṣepātkathitaṃ mayā
|| 8 ||

„… wie der Falke unter den Vögeln, so mächtig ist der Mantrakundige. Dieses höchste Geheimnis wurde von mir in Kürze beschrieben.“


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P3-0121 · 100 (Auszug)
कात्यायनीकल्पः :
भगवानुवाच :
अतिगुह्यतरं मन्त्रं पृष्ठवत्यसि पार्वति ।
भक्तिभावेन ते देवि कथयामि शुचिस्मिते
॥ १०० ॥

P3-0122 · 1
प्रसन्नतां यदा याति देवि कात्यायनी तदा ।
कवितामतुलैश्वर्यं ददाति पदमुत्तमम्
॥ १ ॥

P3-0123 · 2
स्त्रीणामाकर्षणञ्चैव मारणोच्चाटने रिपोः ।
नृपाणां वश्यता चैव जायते च तथा प्रिये
॥ २ ॥

P3-0124 · 3
कथयामि तथा सर्वं भक्त्यां कलय मद्वचः ।
आदौ शृणु महामन्त्रं वाग्भवादि-नमोऽन्तकम् ।
वह्न्यासनं शिवं वान्तं बिन्दुशान्तिविभूषितम् ।
चकारं बिन्दुना युक्तं चतुर्द्दशस्वरान्वितम् ।
ङेयुता चण्डिका चैव मन्त्रः प्रोक्तो दशाक्षरः
॥ ३ ॥

P3-0125 · 4
चिन्तामणिरिति ख्यातो मायाद्यापि विचिन्त्यिते ।
देवता चण्डिका छन्दो गायत्री कपिलो मुनिः ।
लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं दशांशं जुहुयात् ततः ।
मातृकोक्ते यजेत् पीठे बीजेनाङ्गक्रिया मता ।
आदावङ्गानि सम्पूज्य शस्त्रपूजा ततः परम्
॥ ४ ॥

P3-0126 · 5
लोकपालास्ततः पूज्यास्तेषामस्त्राणि तद्बहिः ।
डाकिन्Ä«-योगिनी चैव खेचरी शाकिनी तथा ।
दिक्षु पूज्या इमा देव्यः सुसिद्धाः फलदायिकाः
॥ ५ ॥

P3-0127 · 6
ततो ध्यानम् :
सव्यपादसरोजेनालंकृतोरुभृगाधिपाम् ।
वामपादाग्रदलितमहिषासुरनिर्भराम् ।
सुप्रसन्नां सुवदनां चारुनेत्रत्रयान्विताम् ।
हारनूपुरकेयूरजटामुकुटमण्डिताम् ।
विचित्रपट्टवसनामर्द्धचन्द्रविभूषिताम् ।
खड्गखेटकवज्राणि त्रिशूलं विशिखं तथा ।
धारयन्तीं धनुः पाशं शंखं घण्टां सरोरुहम् ।
बाहुभिर्ललितैर्देवीं कोटिचन्द्र-समप्रभाम् ।
समावृतैर्दिविषदैर्देवैराकाशसंस्थितैः ।
स्तूयमानां मोदमानैर्लोकपालादिभिः सदा ।
एवं सञ्चिन्तयेद् देवीं जायते नरपुङ्गवः
॥ ६ ॥

P3-0128 · 7
क्षत्रियेषु यथा रामो देवेषु च पुरन्दरः ।
भुजङ्गेषु यथा तार्क्ष्यः क्रूरकार्यो यथा शनिः
॥ ७ ॥

P3-0129 · 8
शकुन्तेषु यथा श्येनो मन्त्रज्ञो बलवांस्तथा ।
इदन्त परमं गुह्यं संक्षेपात्कथितं मया
॥ ८ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 3: P3-0121–P3-0129


Siehe auch

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