Eripatha Nayanar

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Eripatha Nayanar Eripatha Nayanar wurde in Karuvur geboren, eine der Hauptstädte des Chola Königreiches. Es war ein sehr heiliger Ort, an den Ufern des Flusses Ambiravati gelegen. An beiden Ufern dieses Flusses führten Heilige und Weise Tapas aus und strahlten spirituelle Schwingungen aus. Einen berühmten Tempel gab es dort auch, Lord Pasupatheesvarar gewidmet, der seine Gnade sowohl über dem König als auch dem Volke ergoss. Sie waren alle glücklich. Eripatha Nayanar huldigte Lord Pasupatheesvarar täglich mit großer Treue und Hingabe. Sein Ziel im Leben war es, Shiva Bhaktas zu dienen und ihnen jede Art von Schutz zu bieten. Er trug zu diesem Zweck immer eine Waffe bei sich, eine Axt. Mit der Axt bestrafte er jeden, der versuchte, den Shiva Bhaktas etwas anzutun. Damit verrichtete er die Arbeit des Herrn selbst!

In dieser Stadt lebte ein Shiva Bhakta namens Sivakami Andar. Er huldigte Lord Shiva sehr regelmäßig. Früh am Morgen fand man ihn nach dem Bad im Garten beim Sammeln von Blumen, um damit Girlanden für den Tempel anzufertigen und diese dem Herrn anzubieten. Dies war seine tägliche Routine.

An einem Maha Navami Tag, als alle Menschen ausgelassener Stimmung waren, eilte Sivakami Andar zum Tempel, wie üblich mit einem Korb Blumen. Zur selben Zeit kam der Elefant des Königs nach seinem Bad vom Fluss zurück. Auf seinem Rücken waren zwei Mahouts, und drei andere begleiteten ihn. Plötzlich drehte das Tier durch und jagte die Leute. Sie rannten in alle Richtungen. Der Elefant rannte auf Sivakami Andar zu. Er ergriff ihn, entriss ihm den Blumenkorb, warf diesen auf den Boden und rannte davon. Die Blumen waren alle auf dem Boden verteilt. Sivakami Andar war sehr aufgebracht. Der Elefant hatte die Blumen zerstört, die er zur Huldigung des Herrn gesammelt hatte. Er lief dem Elefanten hinterher. Er war aber schon alt und fiel bald erschöpft zu Boden. Er weinte bitterlich und rief laut: ‘Sivada, Sivada’ (ein Schrei der Schmerz ausdrückt). Eripatha Nayanar kam zufällig gerade des Weges. Er hörte Sivakami Andars mitleiderregende Schreie und ihren Ursprung. ‘Wo ist dieser Elefant?’ fragte Eripathar und begann in die von Sivakami Andar angezeigte Richtung zu laufen. Bald überholte er den Elefanten und schwang seine mächtige Axt und tötete ihn mit einem Hieb. Dann stürzte er sich auf die Mahouts und tötete auch sie.

Die Nachricht vom Schicksal des Elefanten erreichte den König, der mit seinem Pferd sofort vor Ort war, umgeben von seinen Soldaten. Er konnte nicht sehen, wer den Elefanten getötet hatte, denn er konnte den Shiva Yogi Eripathar nicht mit einem solchen Akt in Verbindung bringen. Er begann zu rufen: ‘Wer hat meinen Elefanten getötet?’ Als jemand auf Eripathar deutet, verschwand der Zorn des Königs sofort, denn er wusste, wenn der Shiva Yogi dies getan hatte, musste es dafür einen sehr guten Grund geben. ‘Er muss ihn in Notwehr getötet haben,’ dachte der König und war froh, dass der Elefant den Shiva Yogi nicht verletzt hatte. Er sprach zu Eripathar: ‘Oh Swamin, ich wusste nicht, dass du den Elefanten getötet hast. Der Elefant und die Mahouts müssen dir in jedem Fall geschadet haben und du hast sie zu Recht bestraft.’ Eripathar berichtete dem König alles, was passiert war und sagte: ‘Da der Elefant und die Mahouts des Shiva Aparadham schuldig waren, habe ich sie getötet.’ Als der König den Ausdruck Shiva Aparadhara (Sünde gegen Lord Shiva) hörte, erlitt er schreckliche Seelenqual. Er fiel Eripathar vor die Füße und sagte: ‘O Swamin, für das, was sie getan haben, ist die von dir erteilte Strafe nicht ausreichend. Ich habe ein großes Verbrechen begangen, so einen Elefanten und derartige Mahouts zu haben. Ich verdiene nicht einmal den Tod durch deine heilige Waffe, die Axt. Hier ist mein Schwert. Bitte sei so gnädig und schlage mir damit den Kopf ab.’

Eripathar war fassungslos, solche Worte zu hören. Reue überkam ihn. ‘Welchen Schmerz habe ich dem König zugefügt! Welch ein edler König er ist!’ dachte er; und, damit der König die Strafe nicht an sich selbst begehe, nahm er ihm das Schwert ab. Eripathar fühlte, dass er der Grund für des Königs Kummer war und begann als Selbstbestrafung seine eigene Kehle durchzuscheiden. Der König erschrak. Er dachte, dass er nun eines anderen Vergehens schuldig war und ergriff sofort das Schwert und hielt Eripathar davon ab, seine eigene Kehle durchzuschneiden.

Das Lila (göttliches Spiel) des Herrn war vorbei. Man hörte eine Stimme aus dem Himmel: ‘Oh edle Seelen! Dies ist Lord Pasupatheesvarars Lila. Es ist Sein Wunsch, dass der aufrichtige und treue Dienst Seiner Bhaktas von der Welt erkannt warden muss.’ Sofort standen der Elefant und die Mahouts auf, als hätten sie geschlafen. Sivakami Andars Blumenkorb war gefüllt. Alle waren erstaunt und begannen zu Lord Pasupatheesvarars Ehren zu singen. Eripathar legte das Schwert zu Füßen des Königs und warf sich vor ihm nieder. Der König fiel ebenso vor Eripathars Füße. Beide umarmten einander und waren sehr glücklich. Eripathar wünschte, dass der König seinen Elefanten bestieg. Der König tat dies. Eripathar kehrte heim. Sivakami Andar ging mit den Blumen zum Tempel.

Eripathar diente weiterhin den Shiva Bhaktas. Schließlich warf er seine sterbliche Hülle ab und kam ins Reich von Lord Shiva.

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