Durga Navapatrika Puja mit neun Pflanzen
Durga Navapatrika Puja mit neun Pflanzen verehrt neun Pflanzen als zusammengehörige Gegenwart der Göttin. Alle neun Gebete und alle neun Gaben gehören zu einem einzigen Ritual.

Umfang: Eine vollständige Neunerfolge mit neun Pflanzengrüßen und neun Blütengaben.
Anlass und spirituelle Ausrichtung
Die Navapatrika macht Nahrung, Heilpflanzen, Bäume und Wachstum als Ausdruck göttlicher Kraft sichtbar. Sie steht im Zusammenhang der herbstlichen Durga-Puja. Diese häusliche Fassung bewahrt die Neunerfolge und ihre Verse; sie verzichtet auf das aufwendige gemeinsame Bad und das Einkleiden eines Pflanzenbündels.
Voraussetzungen und Material
Für Menschen, die mit Puja und langsamer Sanskritrezitation vertraut sind. Maßgeblich bleibt die eigene Überlieferung; diese häusliche Anleitung erteilt keine Einweihung.
Neun vorbereitete Pflanzen, Zweige oder Pflanzenteile in der unten genannten Reihenfolge, neun Namensschilder, neun Blüten, eine große Unterlage und ein Durga-Bild. Wo eine Pflanze nicht verfügbar oder botanisch nicht sicher bestimmt ist, dient eine beschriftete Pflanzenabbildung als ausdrücklich symbolischer Ersatz. Kacvi, Jayanti und Mana werden hier nicht ohne botanischen Nachweis einer heimischen Art gleichgesetzt. Plane etwa dreißig Minuten ein.
Verwandte Anleitungen: Durga Gayatri mit dreifacher Wassergabe, Devi Kshamapana Bitte um Verzeihung nach der Puja.
1. Die neun Plätze vorbereiten
Wasche die Hände und bereite den Platz so vor, dass alle Gaben erreichbar stehen. Halte den Sanskrittext gut lesbar bereit. Sitze bequem und aufrecht; der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht still in eigenen Worten. Die deutschen Übersetzungen erklären die Rezitation und müssen nicht zusätzlich gesprochen werden. Ordne die Pflanzen von links nach rechts an und beschrifte sie. Essbare und nicht essbare Pflanzenteile werden nicht vermischt oder verkostet.
2. Die gemeinsame Gegenwart betrachten
Betrachte Durga als eine Gegenwart in allen neun Gestalten. Würdige die Unterschiede der Pflanzen und ihre zusammengehörige Gegenwart in der Puja.
3. Neun Pflanzengrüße und neun Gaben
Verehre jede der neun Pflanzen einmal, in der folgenden Reihenfolge. Berühre jeweils nur ihren Topf, ihre Schale oder ihr Namensschild, sprich den ganzen zugehörigen Vers und lege danach eine Blüte davor.
1. Banane
1. Pflanzengruß: Banane
durge devi samāgaccha sānnidhyamiha kalpaya |
rambhārūpeṇa me devi śāntiṃ kuru namo'stu te || 1 ||
Durga, Göttin, komme! Mache deine Gegenwart hier wirksam. In Bananengestalt, Göttin, schenke mir Frieden. Verehrung sei dir.
2. Kacvi
2. Pflanzengruß: Kacvi
mahiṣāsurayuddhe tvaṃ kacvīrūpāsi suvrate |
śakrasyānugrahārthāya āgaccha mama mandiram || 2 ||
Im Kampf mit Mahishasura hast du die Gestalt der Kacvi-Pflanze, du von gutem Gelübde. Um Shakra zu begünstigen, komme in mein Haus.
3. Haridra beziehungsweise Kurkuma
3. Pflanzengruß: Haridra
haridre varade devi umārūpāsi suvrate |
mama vighnavināśāya pūjāṃ gṛhṇa sureśvari || 3 ||
Haridra, segenspendende Göttin, du bist Umas Gestalt, du von gutem Gelübde. Nimm zur Beseitigung meiner Hindernisse die Verehrung an, Herrin der Götter.
4. Jayanti
4. Pflanzengruß: Jayanti
niśumbhamathane caiva sendrairdevagaṇairapi |
pūjitāsi jayanti tvamasmākaṃ varadā bhava || 4 ||
Bei der Überwindung Nishumbhas wurdest du auch von den Götterscharen mit Indra verehrt. Jayanti, werde unsere Segensspenderin.
5. Bilva
5. Pflanzengruß: Bilva
mahādevapriyakaraḥ sarvadevarataḥ sadā |
umāprītikaro yasmāt tasmāt tvāṃ praṇamāmyaham || 5 ||
Du erfreust Mahadeva und bist stets allen Göttern zugetan. Weil du Uma Freude bereitest, deshalb verneige ich mich vor dir.
6. Granatapfel
6. Pflanzengruß: Granatapfel
siddhamantraṃ purā jātaṃ raktabījasya sammukhe |
umāprītikaraṃ yasmāttasmāttvāṃ praṇamāmyaham || 6 ||
Einst entstand vor Raktabija ein vollendeter Mantra. Weil er Uma Freude bereitet, deshalb verneige ich mich vor dir.
7. Ashoka
7. Pflanzengruß: Ashoka
haraprītikaro vṛkṣo hyaśokaḥ pāpanāśanaḥ |
umāprītikarastvaṃ hi māmaśokaṃ sadā kuru || 7 ||
Der Ashoka-Baum erfreut Hara und nimmt Verfehlung hinweg. Du erfreust Uma; mache mich stets frei von Kummer.
8. Mana
8. Pflanzengruß: Mana
patre vasasi kaumāri māṇavṛkṣe śacīpriye |
mama cānugrahārthāya pūjāṃ gṛhṇa yathāsukham || 8 ||
Kaumari, du bist Shachi lieb und wohnst auf dem Blatt des Mana-Baumes. Um auch mich zu begünstigen, nimm die Verehrung nach deinem Wohlgefallen an.
9. Getreide beziehungsweise Reisähren
9. Pflanzengruß: Getreide
jagatprāṇahitārthāya brahmaṇā nirmitaṃ purā |
umāprītikaraṃ dhānyaṃ śāntiṃ kuru namo'stu te || 9 ||
Zum Wohl des Lebens der Welt wurde das Getreide einst von Brahma geschaffen. Es erfreut Uma. Schenke Frieden; Verehrung sei dir.
Im sechsten Vers ist die digitale Lesung „siddhamantraṃ“ auffällig: Sie nennt einen vollendeten Mantra vor Raktabija, nicht ausdrücklich den Granatapfel. Der Wortlaut bleibt sichtbar; die Zuordnung zum Granatapfel stammt aus dem umgebenden Quellabschnitt.
Yoga-Vidya-Vortrag über Archanam, die rituelle Verehrung. Das Video vertieft das Thema; der hier festgelegte Ablauf steht vollständig in dieser Anleitung.
4. Die Pflanzen gemeinsam verehren
Falte die Hände vor der gesamten Reihe. Danke still für Nahrung, Schatten, Wachstum und die Vielfalt des Lebendigen. Bleibe bei der gemeinsamen Gegenwart, ohne weitere Namen hinzuzufügen.
5. Abschluss und Pflege
Neige den Kopf und beende die Puja. Lebende Pflanzen werden weiter gepflegt; entnommene Zweige und Blüten werden nach dem Fest sauber aufgenommen. Die symbolischen Ersatzbilder können für die nächste Feier aufbewahrt werden.
Vollständige Rezitationstexte in IAST
Hier stehen sämtliche in dieser Anleitung verwendeten Rezitationstexte zusammenhängend in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens. Jeder unterschiedliche Text ist einmal wiedergegeben. Wie oft er gesprochen wird, steht im Ablauf; der Anhang fügt keine Wiederholungen hinzu. Der Umfang entspricht der einzelnen Anleitung, nicht dem gesamten Quellenwerk.
1. Pflanzengruß: Banane
durge devi samāgaccha sānnidhyamiha kalpaya |
rambhārūpeṇa me devi śāntiṃ kuru namo'stu te || 1 ||
2. Pflanzengruß: Kacvi
mahiṣāsurayuddhe tvaṃ kacvīrūpāsi suvrate |
śakrasyānugrahārthāya āgaccha mama mandiram || 2 ||
3. Pflanzengruß: Haridra
haridre varade devi umārūpāsi suvrate |
mama vighnavināśāya pūjāṃ gṛhṇa sureśvari || 3 ||
4. Pflanzengruß: Jayanti
niśumbhamathane caiva sendrairdevagaṇairapi |
pūjitāsi jayanti tvamasmākaṃ varadā bhava || 4 ||
5. Pflanzengruß: Bilva
mahādevapriyakaraḥ sarvadevarataḥ sadā |
umāprītikaro yasmāt tasmāt tvāṃ praṇamāmyaham || 5 ||
6. Pflanzengruß: Granatapfel
siddhamantraṃ purā jātaṃ raktabījasya sammukhe |
umāprītikaraṃ yasmāttasmāttvāṃ praṇamāmyaham || 6 ||
7. Pflanzengruß: Ashoka
haraprītikaro vṛkṣo hyaśokaḥ pāpanāśanaḥ |
umāprītikarastvaṃ hi māmaśokaṃ sadā kuru || 7 ||
8. Pflanzengruß: Mana
patre vasasi kaumāri māṇavṛkṣe śacīpriye |
mama cānugrahārthāya pūjāṃ gṛhṇa yathāsukham || 8 ||
9. Pflanzengruß: Getreide
jagatprāṇahitārthāya brahmaṇā nirmitaṃ purā |
umāprītikaraṃ dhānyaṃ śāntiṃ kuru namo'stu te || 9 ||
Vollständige Rezitationstexte in Devanagari
1. Pflanzengruß: Banane
दुर्गे देवि समागच्छ सान्निध्यमिह कल्पय ।
रम्भारूपेण मे देवि शान्तिं कुरु नमोऽस्तु ते ॥ १ ॥
2. Pflanzengruß: Kacvi
महिषासुरयुद्धे त्वं कच्वीरूपासि सुव्रते ।
शक्रस्यानुग्रहार्थाय आगच्छ मम मन्दिरम् ॥ २ ॥
3. Pflanzengruß: Haridra
हरिद्रे वरदे देवि उमारूपासि सुव्रते ।
मम विघ्नविनाशाय पूजां गृह्ण सुरेश्वरि ॥ ३ ॥
4. Pflanzengruß: Jayanti
निशुम्भमथने चैव सेन्द्रैर्देवगणैरपि ।
पूजितासि जयन्ति त्वमस्माकं वरदा भव ॥ ४ ॥
5. Pflanzengruß: Bilva
महादेवप्रियकरः सर्वदेवरतः सदा ।
उमाप्रीतिकरो यस्मात् तस्मात् त्वां प्रणमाम्यहम् ॥ ५ ॥
6. Pflanzengruß: Granatapfel
सिद्धमन्त्रं पुरा जातं रक्तबीजस्य सम्मुखे ।
उमाप्रीतिकरं यस्मात्तस्मात्त्वां प्रणमाम्यहम् ॥ ६ ॥
7. Pflanzengruß: Ashoka
हरप्रीतिकरो वृक्षो ह्यशोकः पापनाशनः ।
उमाप्रीतिकरस्त्वं हि मामशोकं सदा कुरु ॥ ७ ॥
8. Pflanzengruß: Mana
पत्रे वससि कौमारि माणवृक्षे शचीप्रिये ।
मम चानुग्रहार्थाय पूजां गृह्ण यथासुखम् ॥ ८ ॥
9. Pflanzengruß: Getreide
जगत्प्राणहितार्थाय ब्रह्मणा निर्मितं पुरा ।
उमाप्रीतिकरं धान्यं शान्तिं कुरु नमोऽस्तु ते ॥ ९ ॥
Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte
1. Pflanzengruß: Banane
Durga, Göttin, komme! Mache deine Gegenwart hier wirksam. In Bananengestalt, Göttin, schenke mir Frieden. Verehrung sei dir.
2. Pflanzengruß: Kacvi
Im Kampf mit Mahishasura hast du die Gestalt der Kacvi-Pflanze, du von gutem Gelübde. Um Shakra zu begünstigen, komme in mein Haus.
3. Pflanzengruß: Haridra
Haridra, segenspendende Göttin, du bist Umas Gestalt, du von gutem Gelübde. Nimm zur Beseitigung meiner Hindernisse die Verehrung an, Herrin der Götter.
4. Pflanzengruß: Jayanti
Bei der Überwindung Nishumbhas wurdest du auch von den Götterscharen mit Indra verehrt. Jayanti, werde unsere Segensspenderin.
5. Pflanzengruß: Bilva
Du erfreust Mahadeva und bist stets allen Göttern zugetan. Weil du Uma Freude bereitest, deshalb verneige ich mich vor dir.
6. Pflanzengruß: Granatapfel
Einst entstand vor Raktabija ein vollendeter Mantra. Weil er Uma Freude bereitet, deshalb verneige ich mich vor dir.
7. Pflanzengruß: Ashoka
Der Ashoka-Baum erfreut Hara und nimmt Verfehlung hinweg. Du erfreust Uma; mache mich stets frei von Kummer.
8. Pflanzengruß: Mana
Kaumari, du bist Shachi lieb und wohnst auf dem Blatt des Mana-Baumes. Um auch mich zu begünstigen, nimm die Verehrung nach deinem Wohlgefallen an.
9. Pflanzengruß: Getreide
Zum Wohl des Lebens der Welt wurde das Getreide einst von Brahma geschaffen. Es erfreut Uma. Schenke Frieden; Verehrung sei dir.
Siehe auch
- Durga Gayatri mit dreifacher Wassergabe
- Devi Kshamapana Bitte um Verzeihung nach der Puja
- Durga Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Durga Bodhana am Bilvazweig
- Devi Puja
- Navaratri
- Puja
- Mantra
- Japa
- Bhakti
- Dhyana
- Sankalpa
- Pranama
- Tantra
- Mahanirvana Tantra
- Pranatosini Tantra
Weitere Anleitungen: Tantra Rituale und Puja.
Quellen und redaktionelle Hinweise
Pranatosini Tantra, Sanskrit-IAST-Projektfassung Pranatosini Tantra Sanskrit IAST nach Muktabodha M00071; Druckausgabe Jivananda Vidyasagara Bhattacharya, Calcutta 1898. Kamyakanda, Navapatrika-Abschnitt, neun nummerierte Pranama-Verse 1–9, Anfang „durge devi samāgaccha“. Die zwischenstehenden Dhyana-Verse werden nicht rezitiert. Die neun Einzelplätze, Blütengaben und möglichen Pflanzenabbildungen bilden eine offengelegte häusliche Anpassung. Zur unsicheren sechsten Lesung siehe den Hinweis unmittelbar am Ablauf.
Die genaue Auswahl der Rezitationen steht in den drei vollständigen Anhängen. Das Devanagari wurde aus dem verwendeten IAST transliteriert und durch Rückübertragung geprüft; es bildet keinen unabhängigen Textzeugen. Die elektronischen Projektfassungen beruhen auf der Muktabodha Digital Library. Zitate aus weiteren Werken innerhalb der Pranatosini wurden in dieser Überlieferung gelesen; ein unabhängiger Fassungsvergleich wird nicht behauptet. Zeitangaben, Gefäßgrößen und häusliche Handgriffe sind praktische redaktionelle Konkretisierungen. Religiöse Wirkungswünsche werden als Gebete verstanden.
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