Durga Gayatri mit dreifacher Wassergabe

Aus Yogawiki

Durga Gayatri mit dreifacher Wassergabe verbindet die im Brihat Tantrasara überlieferte Gayatri mit drei konkreten Wassergaben und anschließender Mantrawiederholung. Durga steht im Mittelpunkt dieser Andacht.

Göttinnenverehrung während Navaratri.

Umfang: Drei vollständige Gayatri-Wassergaben, 108 weitere Wiederholungen und Darbringung.

Anlass und spirituelle Ausrichtung

Durga wird in Situationen von Herausforderung und Übergang verehrt. Diese Andacht sammelt die Bitte um Klarheit, damit Mut und Besonnenheit zusammenwirken können. Sie lässt sich auch während Navaratri als eigener kurzer Verehrungsakt einfügen.

Voraussetzungen und Material

Für Praktizierende, die in die Gayatri-Verehrung ihrer Gottheit eingeführt sind und die Sanskritaussprache beherrschen. Die Regel der eigenen Tradition bleibt maßgeblich.

Frisches Wasser, ein Vorratsgefäß, ein Löffel, eine Auffangschale und eine Mala oder andere Zählhilfe; ein Gottheitsbild ist möglich. Plane fünfzehn bis fünfundzwanzig Minuten ein.

Verwandte Ritualanleitungen sind Devi Puja und Devi Archanam.

1. Wasser und Sitz vorbereiten

Stelle ein Gefäß mit frischem Wasser, einen Löffel und eine leere Auffangschale vor deinen Sitz. Setze dich aufrecht und bequem. Ein Bild von Durga kann die Betrachtung unterstützen; ohne Bild wird die Gottheit innerlich vergegenwärtigt. Halte mindestens drei Löffel Wasser bereit. Nimm jeden Löffel aus dem Vorratsgefäß; das bereits dargebrachte Wasser bleibt in der Auffangschale.

2. Die Gottheit im Sonnenkreis betrachten

Vergegenwärtige Durga als wache, kraftvolle und zugewandte Göttin. Benenne ein Anliegen still in eigenen Worten und lasse es dann in die Verehrung eingehen. Die Aufmerksamkeit bleibt auf ihrer Gegenwart, nicht auf dem Ausmalen von Bedrohungen.

Stelle dir nun einen hellen Sonnenkreis als inneren Ort der göttlichen Gegenwart vor. Diese Betrachtung gehört zum tantrischen Sandhya-Rahmen der Quelle. Sie findet im Geist statt; der Blick wird nicht auf die äußere Sonne gerichtet.

3. Drei Wassergaben darbringen

Nimm einen Löffel Wasser und halte ihn über die Auffangschale. Sprich die Gayatri einmal vollständig und gieße das Wasser unmittelbar danach in die Schale. Wiederhole denselben Vorgang mit einem zweiten und einem dritten frischen Löffel. Insgesamt werden drei Löffel Wasser dargebracht und die ganze Gayatri dabei dreimal rezitiert.

mahādevyai vidmahe durgāyai dhīmahi tan no devī pracodayāt

Wir möchten die große Göttin erkennen. Wir meditieren über Durga. Möge die Göttin uns anregen und erleuchten.

Yoga-Vidya-Vortrag zum Ablauf einer Puja. Das Video vertieft die Haltung der Praxis; die konkrete Ritualfolge steht in dieser Anleitung.

4. Mit der Gayatri verweilen

Sprich die folgende Formel 108-mal leise oder im Geist. Eine vollständig rezitierte Formel zählt als eine Wiederholung. Verwende eine Mala oder eine andere Zählhilfe; eine Meru-Perle wird nicht mitgezählt.

mahādevyai vidmahe durgāyai dhīmahi tan no devī pracodayāt

Wir möchten die große Göttin erkennen. Wir meditieren über Durga. Möge die Göttin uns anregen und erleuchten.

Atme natürlich. Wenn Gedanken abschweifen, kehre freundlich zum Klang zurück. Halte zwischen zwei Wiederholungen nur so viel Abstand, dass die einzelnen Laute klar bleiben. Nach der letzten Rezitation ruhe einige Atemzüge in der Stille.

Mahadevi heißt „große Göttin“. Die Gayatri richtet ihre Schlussbitte an Devi, die Göttin. Die drei Bezeichnungen führen in dieser Anrufung zu derselben verehrten Gegenwart.

5. Die Rezitation darbringen

Vergegenwärtige die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der linken Hand der Göttin. Diese Darbringung geschieht hier in der Vorstellung; es wird kein zusätzliches Wasser benötigt. Falte deine Hände und sprich einmal:

guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||

Du bist die Hüterin des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.

Neige den Kopf. Lass das betrachtete Bild im Herzen zur Ruhe kommen und bleibe etwa eine Minute still. Öffne dann die Augen und beende die Sitzung bewusst.

Gib das aufgefangene reine Wasser anschließend einer geeigneten Pflanze und reinige die Gefäße.

Siehe auch

Quellen und redaktionelle Hinweise

Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha, Sanskrit-IAST-Projektfassung nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Verszählung beginnt in den einzelnen Abschnitten neu. Teil 1, allgemeine Puja-Paddhati: Sandhya-Abschnitt, Vers 10, für die Betrachtung der Gottheit im Sonnenkreis und drei Wassergaben mit ihrer Gayatri; Snana-Abschnitt, Verse 32–35, für die Gayatri-Praxis und die ausgeschriebene Gottheiten-Gayatri. Diese Mantraform wird ohne zusätzliches Om wiedergegeben, wie sie in der Liste steht. Die zusammengeschriebene Form tanno beziehungsweise tannaḥ wird zur besseren Lesbarkeit getrennt; der Wortlaut bleibt derselbe. Die Ausführung mit einem Löffel und einer Auffangschale sowie der begrenzte Sitzungsrahmen sind redaktionelle Konkretisierungen. Das Darbringungsgebet folgt Mantramahodadhi 22.152. Für die weibliche Anrede werden goptā und deva zu goptrī und devi geändert, wie im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, angegeben. Die Darbringung wird hier als innere Geste ausgeführt. Die Anleitung beschreibt drei Gayatri-Wassergaben mit Japa als ausgewählten Teil der Sandhya.

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