Krodha

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Krodha (Sanskrit: क्रोध krodha m.) Zorn, Ärger, Missbilligung, Hass, Rache. Eine der vielen Töchter Dakshas und der Schwester-Frauen Kashyapas. Sie war die Mutter "aller scharfzähnigen Monster, egal ob auf der Erde, unter den Vögeln, in den Gewässern, waren sie die Fleischfresser".


Sukadev über Krodha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Krodha

Krodha heißt Ärger, Zorn. Krishna sagt in der Bhagavad Gita: „Es gibt zwei Tore zur Hölle, das eine ist Kama – das heißt eben Wunsch, in dem Fall egoistischer Wunsch, – und Krodha, Zorn.“ Wenn du Wünsche hast, dann vergisst du, was eigentlich deine Aufgabe ist, dann lebst du nicht mehr in der Liebe. Und vor allem, wenn du Sklave von Wünschen und Gier bist, dann kommst du in Probleme. Daraus erwächst dann Krodha. Aus Zorn, aus Ärger machen Menschen Dinge, die sie nachher bereuen. Aus Zorn und aus Ärger sind Menschen eingeschnappt, sie schimpfen, sie können sogar gewalttätig werden und vieles andere mehr.

Daher gilt es, sich von Krodha zu befreien. Natürlich, es gibt auch gerechten Zorn. Man kann sagen, es gibt sattvigen Krodha, rajasigen und tamasigen Krodha. Rajasiger Krodha ist, wenn du etwas wolltest und du es nicht bekommen hast. Du ärgerst dich darüber. Das ist der rajasige Krodha. Dann gibt es den tamasigen Krodha. Du ärgerst dich über etwas, was gar nicht existiert. Du denkst, jemand hat irgendetwas Schlechtes gemeint, du denkst, irgendetwas Schlimmes ist passiert, oder irgendjemand war rücksichtslos, und es stimmt gar nicht. Die meisten Menschen, die verärgert sind, ärgern sich entweder über Nichtigkeiten oder über etwas, was gar nicht existiert. Das ist tamasiger Krodha. Tamasiger Krodha kann zum zerstörerischen und sogar selbstzerstörerischen Krodha werden.

Und dann gibt es sattvigen Krodha, du ärgerst dich über eine Ungerechtigkeit gegenüber einem anderen Menschen. Du willst einem anderen helfen, oder du siehst, dass den Tieren Unrecht geschieht. Du siehst, dass Menschen gequält werden, Tiere gequält werden, die Natur gequält wird. Mahatma Gandhi hat einmal gesagt: „Ein aufgestauter Zorn ist eine machtvolle Energie für das Bessere.“ Eben wenn es ein sattviger Krodha ist. Aber selbst der sattvige Krodha muss geschickt ausgedrückt werden. Es nutzt nichts, einfach zu schimpfen.

Es kann auch mal ausnahmsweise ein reinigendes Gewitter sein, ein Zornesausbruch. Und es gibt manche spirituelle Meister, die auch es sich durchaus mal erlauben, Ärger auszudrücken, um so die Schüler wirkungsvoll zu lenken und auszubilden und sie zu schulen, ihnen zu helfen, sich zu entwickeln. Aber normalerweise ist es klüger, Krodha nicht einfach freien Lauf zu lassen, sondern, auch wenn es ein gerechter Zorn ist, eine Nacht darüber zu schlafen. Bekommst du eine E-Mail und du ärgerst dich darüber, du bist im Krodha, nicht gleich reagieren, nicht beantworten, einen Tag oder eine Nacht nicht beantworten. Am nächsten Tag geht es leichter.

Wenn du dich über einen Menschen geärgert hast, nicht gleich am gleichen Tag schimpfen, und nicht gleich am gleichen Tag alles Mögliche in die Wege leiten, einen Tag warten. Das ist eine gute Weise, mit Krodha umzugehen. Ergänze Krodha mit Kshama, Kshama heißt Geduld, Vergebung. Und lasse Maitri und Karuna – freundschaftliche Liebe, freundliche Liebe, Mitgefühl, Prema, reine Liebe, Gottesliebe – zu deinen Hauptbeweggründen werden, zu der Tiefe deines Wesens. Und ein gelegentlicher Krodha für eine gerechte Sache, kann hilfreich sein, aber selbst dann, handle mit Ahimsa, handle mit Mitgefühl.

Siehe auch

Literatur

  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

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