Ashtanga-Yoga

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Ashtanga-Yoga (अष्टाङ्गयोग aṣṭāṅga-yoga m.) ist der Yoga der acht Stufen. Ashtanga Yoga kann sich beziehen auf

Kopfstandvariation

Sukadev über Ashtanga-Yoga

Ashtanga Yoga ist der Yoga der acht Teile, der acht Glieder, manchmal auch Yoga der acht Stufen genannt. Ashta ist acht, Anga bedeutet Glieder, Teile, und Yoga ist der Weg zur Einheit, der Weg zur Harmonie. Ashtanga Yoga, der Weg zur Harmonie in acht verschiedenen Teilen und Gliedern. Im Deutschen sagt man zwar gerne, der Yoga der acht Stufen, aber in Wahrheit sind es keine acht Stufen. Man kann sagen, man praktiziert sechs Glieder gleichzeitig, und die siebte und achte folgen irgendwann. Ashtanga Yoga ist zum einen Patanjali Yoga. Patanjali hat ja das Werk "Yoga Sutra" geschrieben , und im zweiten und dritten Kapitel beschreibt er die acht Stufen.

Also, in der zweiten Hälfte des zweiten Kapitels und in den ersten Versen des dritten Kapitels. Diese acht Stufen, die Patanjali nennt, findet man auch in anderen Schriften, zum Beispiel in der Hatha Yoga Pradipika, wie auch in der Shiva Samhita. Manchmal wird auch gesagt, Hatha Yoga, Kundalini Yoga und Raja Yoga sind alles Ashtanga Yogas, also die Yogawege, die in acht Stufen verlaufen. Was sind jetzt die acht Stufen? Für Patanjali sind die acht Stufen: Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.

Erste Stufe, Yama, das sind die Empfehlungen im Umgang mit anderen, man kann sagen, die zwischenmenschliche Ethik. Das ist Yama. Dann gibt es Niyama, man kann sagen, das ist die persönliche Disziplin, die persönliche Lebensführung, Niyama. Dann folgt Asana. Asana ist dann die Sitzhaltung für die Meditation und die Körperstellungen. Dann folgt Pranayama als vierte der Ashtangas. Pranayama sind die Atemübungen. Wörtlich bedeutet Ayama die Kontrolle, die Steuerung von Prana, der Lebensenergie, eben durch die Atemübungen. Pratyahara, den Geist zur Ruhe zu bringen, die Sinne nach innen zu ziehen, als fünfte der Ashtangas. Als sechste folgt Dharana, Konzentration auf etwas. Die nächsten beiden Stufen, Dhyana und Samadhi, folgen von selbst, wenn Dharana tiefer wird. Dhyana wird oft als Meditation übersetzt, man kann es auch Absorption nennen. Und Samadhi ist dann der überbewusste Zustand der Verschmelzung.

Also ist Ashtanga Yoga der Yoga der acht Teile, der Yoga der acht Glieder, der achtgliedrige Yoga, manchmal auch der Yoga der acht Stufen genannt. Es gibt heute auch eine bestimmte Form des Hatha Yogas, einen Hatha Yoga Stil, der auch als Ashtanga Yoga bezeichnet wird, manchmal auch als Ashtanga Vinyasa. Dieser ist begründet worden von Pattabhi Jois. Pattabhi Jois hat gesagt, er hat auf irgendwelchen Palmblättern uralte Hinweise und Lehren gefunden, wie man Hatha Yoga übst, insbesondere mit so genannten Vinyasas, mit Verbindungen, mit vielen Bewegungen. Um aber zu verhindern, dass sein Yoga nur körperlich unterrichtet und praktiziert wird, hat er ihn Ashtanga Yoga genannt. Und da ist tatsächlich damit gemeint, dass auch diese intensive und anstrengende Körperübung verbunden sein soll mit den anderen Angas, also mit Yama, der Ethik, mit Niyama, persönlicher Disziplin, Asana verbunden mit Pranayama, Atemübungen. Und dann folgt Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi, die Schritte der Meditation. Ashtanga Yoga, der Yoga der acht Stufen, der achtgliedrige Yoga.

Ashtanga Yoga nach Patanjali

Patanjali Maharishi beschreibt im 2. Kapitel des Yoga Sutra die acht Glieder (Ashtangas) die zur Vollkommenheit führen. Die 8 Glieder sind:

  • Yama: Ethische Empfehlungen im Umgang mit anderen
  • Niyama: Persönliche Disziplin
  • Asana: Sitzhaltung für die Meditation, innere Einstellung, Hatha Yoga Körperübungen
  • Pranayama: Atmung für die Meditation; Herrschaft über das Prana, die Lebensenergie, hauptsächlich über die Atemübungen
  • Pratyahara: Rückzug der Sinne nach Innen: Die Fähigkeit, einen meditativen Gemütszustand einzunehmen
  • Dharana: Konzentration - sowohl im Alltag als auch in der Meditation
  • Dhyana: Meditation bzw. vertiefte Konzentration
  • Samadhi: Der Überbewusste Zustand

Die Ashtangas im Yoga Sutra

Patanjali erwähnt die acht Stufen in der zweiten Hälfte des 2. Kapitel des Yoga Sutra und zu Beginn des dritten Kapitels. Das zweite Kapitel wird genannt "Sadhana Pada", das Kapitel über die spirituelle Praxis (Sadhana).

Im zweiten Kapitel, Vers 27, sagt Patanjali:

"Tasya saptadhâ prânta-bhûmih prajnâ : Erleuchtung wird in sieben Stufen erreicht" (die achte Stufe ist Samadhi)

Vers 28:

"Yogângânushthânâd ashuddhi-kshaye jnâna-dîptir â viveka-khyâteh Durch die Übung der verschiedenen Stufen des Yoga werden Unreinheiten zerstört und spirituelle Erleuchtung erwächst, die sich zur Kenntnis der Wirklichkeit entwickelt." (zitiert nach Sukadev Bretz: Die Yoga Weisheit des Patanjali für Menschen von heute)

Anschließend beschreibt Patanjali die 8 Stufen und geht auf ihre Wirkung ein.

Vor den Versen über die 8 Stufen beschreibt Patanjali Viveka, die spirituelle Unterscheidungskraft, als Mittel, um Avidya, zu überwinden, und Kaivalya, die Befreiung, zu erreichen. Um jedoch unter allen Umständen Viveka zu üben (Viveka-Khyati), muss der Geist gereinigt werden. Und um den Geist zu reinigen, übt der Aspirant die 8 Stufen.

Die Ashtangas in der Hatha Yoga Pradipika

Die Acht Stufen des Yoga findet man nicht nur im Yoga Sutra, sondern auch in vielen Schriften des Hatha Yoga und des Kundalini Yoga. Die Hatha Yoga Pradipika ist die wahrscheinlich wichtigste Schrift des Hatha Yoga. Ihr Autor, Swatmarama, nutzt die Systematik der Ashtangas, um alle Hatha Yoga Prakitken zu beschreiben.

Ashtanga Yoga nach Pattabhi Jois

Wenn heute von Ashtanga Yoga die Rede ist, wird oft der von Pattabhi Jois gelehrte Hatha Yoga darunter verstanden. Krishna Pattabhi Jois wurde geboren 26. Juli 1915 in Kowshika, starb am 18. Mai 2009 in Mysore. Er war Schüler des Yoga-Meisters Krishnamacharya. Der Legende nach fand er auf Palmblättern Yoga-Reihen mit Vinyasas, also dynamische Übungsfolgen zwischen den Asanas. Aus diesem sowie den Lehren seines Yoga-Meisters entwickelte er ein sehr dynamisches und forderndes Yoga-System, das er Ashtanga Yoga nannte.

Siehe auch

Weblinks

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