Pilates

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Pilates wurde von Joseph Pilates ins Leben gerufen. Pilates ist ein gesundheitsorientiertes Ganzkörpertraining, das den Körper kräftigt, dehnt und mobilisiert. Die Kraft kommt primär aus der Körpermitte, aus dem “Powerhouse“, auch “Core“ genannt. Gestärkt werden gezielt die tiefliegenden kleinen Muskelgruppen, besonders die Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Somit werden Köperhaltungen und –wahrnehmung geschult und verbessert.

Pilates Lehrerin, die mit Worten und Händen Feedback gibt für Pilates mit Geräten, Copyright

Pilates arbeitet mit dem eigenen Körpergewicht und die Muskeln werden ganzheitlich trainiert, denn auf die Dehnung einer bestimmten Muskulatur folgt die Kräftigung des gegenüberliegenden Antagonisten. Pilates basiert auf der Harmonie von Atmung und Bewegung. Eingeatmet wird durch die Nase, ausgeatmet durch den Mund. Zu dem klassischen Mattentraining werden auch therapeutische Hilfsmittel eingesetzt, wie der Pezziball, Redondoball, Theraband, Blackroll usw. Joseph Pilates hat auch fünf Geräte erfunden: Reformer, Cadillac, Chair, Barrel, Spine Corrector

Die sechs Pilates Prinzipien

Pilates- / Yogaübung zur Rückenstärkung
  • 1. Kontrolle: Joseph Pilates sagte, dass der Geist den Körper bestimmt und ihm sagt, was er tun soll und nicht der Körper dem Geist Anweisungen gibt. Der Geist kontrolliert den Körper. Er meint, dass Pilates mit einem vollkommen gegenwärtigen und bewussten Geist in Koordination mit dem physischen Körper beginnt. Pilates ist die vollkommene Koordination zwischen Geist und Körper. [1]
  • 2. Präzision: Die Liebe liegt im Detail. Die Übungen werden so genau wie möglich ausgeführt. Qualität steht vor Quantität. Die Wirkung von Pilates entfaltet sich erst dann, wenn man die Übungen genau so ausführt, wie sie angesagt werden - und nicht anders. [2]
  • 3. Atmung: Die korrekte Pilatesatmung ist dreidimensional: Zuerst wird tief in den Bauch geatmet, darauf folgt die Brustatmung und zuletzt bis hoch zum Schlüsselbein. Ausgeatmet wird durch den Mund, da es die Körpermitte, das Powerhouse, erneut aktiviert. Das Atmen ist die erste und die letzte Handlung im Leben eines Menschen. Unser Leben hängt davon ab. Da wir nicht ohne Atem leben können, ist es umso trauriger millionen und abermillionen von Menschen zu sehen, die die Kunst des richtigen Atmens nie gelernt haben. [3]
  • 4. Zentrierung/Stabilisierung: Es geht um die Bedeutung des stabilen Zentrums, der Körpermitte. Unser Fundament wird fokussiert und gestärkt. Die Ausgeglichenheit in der Körpermitte bewirkt auch geistige Klarheit. Pilates ist entstanden, um einem Menschen Geschmeidigkeit, natürliche Anmut und eine Fähigkeit zu geben, die sich in der Art zeigt, wie er geht, spielt und arbeitet. [4]
  • 5. Bewegungsfluss: Die Bewegungen werden kontinuierlich und fließend im eigenen Rhythmus, ohne Anfang und Ende ausgefügt. Es ist ein Wechselspiel zwischen Krafteinsatz, Dehnen und Entspannen. Normale Muskeln sollten ganz natürlich fnktionieren, genauso wie die Muskeln von Tieren... Pilates hebt das Bedürfnis von ständigem Dehnen und Entspannen hervor. [5]
  • 6. Konzentration: Kontrollierte Übungen mit Kopf und Herz. Konzentriere deinen Geist auf den Sinn der Übung, während du sie ausführst. [6]

Geschichte von Pilates

Die Pilates-Methode wurde von Joseph H. Pilates 1926 entwickelt. 1912 ging Joe nach England und arbeitete für den Detektiv Scotland Yard. Im I. Weltkrieg entwickelte er für die geschwächten und Kranken des Krieges eine Methode, wieder auf die Beine zu kommen (Contrology-Pilates-Method). An das Krankenbett wurden Sprungfedern befestigt. Gegen diesen Widerstand arbeiteten die Bettlägerigen, um wieder körperlich zu Kräften zu kommen. Diese Bettlägerigen überstanden auch eine Influenza Epidemie, die 1918, tausende Menschen das Leben nahm.

Joseph Pilates ging daraufhin in seine Heimat nach Deutschland zurück. Dort entwickelte er die Pilates-Methode, die besonders gut von Tänzern aufgenommen wurde. 1926 wanderte er in die USA aus. In New York öffnete er zusammen mit seiner Frau Clara ein Sportstudio, das zusammen mit einer Ballettschule genutzt wurde. Viele New Yorker Balletttänzer nutzten das Pilatesangebot. Bis zu seinen Tod 1967, lehrte er und bildete Pilateslehrer aus, die seine Methode in die Welt brachten. [7]

Yoga und Pilates[8]

Pilatesübung, die im Yoga als Bauchmuskelübung dienen könnte. Copyright

Yoga ist eine jahrtausende alte Übungsform und eine spirituelle Lebensweise. Bei Yoga spielt auch Meditation, Tiefenentspannung und eine positive Denkweise eine wichtige Rolle. Pilates ist eine neue Trainingsform des 19. Jahrhunderts. Es ist ein Fitnessprogramm, eine Verbindung von Krafttraining, Gymnastik und Fitnessübungen. Trotzdem haben sie auch Gemeinsamkeiten: Sie sind beide prozess- und nicht ergebnis- oder produktorientiert. Sowohl bei Pilates als auch im Yoga geht es um Konzentration, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Muskeln, wobei Yoga noch mehr den Fokus auf die Entspannung und die Meditation legt.

Die körperliche Ertüchtigung geschieht mit Hilfe des eigenen Körpergewichtes: Der Körper wird gedehnt, angespannt und massiert. Man könnte sagen, dass es im Yoga 60% um Dehnung geht und 40% um Kräftigung. Bei Pilates ist das Verhältnis genau umgekehrt: Es geht 40% um Dehnung und 60% um Kräftigung. Beide Systeme wirken auf den ganzen Körper, fördern die Flexibilität, stärken den Rücken und bauen Stress ab. Beim Yoga geht es dabei eher darum, eine Asana statisch zu halten, während Pilates eher für die dynamische Übung steht und für Variationen. Im Yoga gibt es allerdings auch den Aspekt der Variationen und der dynamischen Ausführung.

Das Gesundheitsbewusstsein nimmt langsam zu. Daher besteht ansteigende Nachfrage nach gesundheitsorientierten Übungsformen wie Yoga und Pilates. Es gibt bereits Verbindungen zwischen den beiden: Yoga + Pilates = Yogalates/Yogilates. Verbunden wird hierbei das Hatha Yoga mit Core (Körpermitte) Kräftigungseinheiten des Pilates. Empfehlenswert ist beides auszuprobieren.

Fußnoten

  1. http://www.contrology-pilates-method.com/what_is_contrology.asp
  2. Siehe J.H. Pilates: Return to Life through Controloy, S. 11
  3. Siehe J.H. Pilates: Return to Life through Contrology, S. 13
  4. Siehe J.H. Pilates: Return to Life through Contrology, S. 9
  5. Siehe J.H. Pilates: Return to Life through Contrology, S. 16
  6. Siehe J.H. Pilates: Return to Life through Contrology, S. 11
  7. http://www.pilates.com/BBAPP/V/pilates/origins-of-pilates.html
  8. Smith Katharine, in: "Pilates: Benefits & Exercise" (English Edition)

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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